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Samsung EB-P4520 Powerbank: 20.000 mAh mit 45W im ausführlichen Test

Wenn wir an Powerbank-Hersteller denken, dann fallen uns Marken wie Anker, UGREEN, INIU, XTORM, 4Smarts usw. ein. Aber beispielsweise auch Samsung bietet eigene Powerbanks an, darunter auch die EB-P4520.

Hierbei handelt es sich um eine 20.000 mAh Powerbank mit einer Ausgangsleistung von bis zu 45 W, was gerade für Samsung-Smartphones „ideal“ ist. Dabei ist die Samsung EB-P4520 mit um die 40€ preislich durchaus fair. Wollen wir uns die Powerbank einmal im Test ansehen!

 

Die Samsung Powerbank 20.000 mAh EB-P4520 im Test

Samsung setzt bei der EB-P4520 auf ein recht schlichtes Design. So ist das Gehäuse weitestgehend aus einem „Guss“-Kunststoff gefertigt.

Dieser Kunststoff fühlt sich dabei erfreulich hochwertig und stabil an. Die Powerbank ist dabei 151 x 76 x 25,5 mm groß und bringt 397 g auf die Waage. Für ein Modell mit dieser Leistung sind das durchschnittliche Werte. Damit ist die Powerbank für 20.000 mAh nicht zu groß, aber sicherlich auch nicht winzig. Besondere Features besitzt diese nicht.

Wir haben lediglich einen Einschalter sowie vier weiße Status-LEDs, die den Ladestand mitteilen.

 

Anschlüsse

Die Samsung EB-P4520 besitzt 3x USB-C Ports und keinen USB-A Anschluss. Das ist eine Entscheidung, über die man streiten kann. Ich sehe eigentlich ganz gerne zumindest einen USB-A Port.

  • 3x USB-C – 45 W USB Power Delivery – 5V/3A, 9V/3A, 15V/3A, 20V/2,25A

Prinzipiell bieten alle drei USB-C Ports bis zu 45 W nach dem USB Power Delivery Ladestandard. Damit sind diese nicht nur für Samsung-Smartphones geeignet! USB Power Delivery ist ein universeller Standard, welcher von Samsung, Google, Apple usw. genutzt wird. Es ist also problemlos möglich, ein iPhone an der Samsung Powerbank zu laden.

Das iPhone wird hier sein volles Ladetempo erreichen. Über die USB-C Ports wird die Powerbank auch geladen.

 

Drosselung bei mehreren Geräten

Die maximale Leistung der Powerbank liegt bei 45 W. Allerdings kann jeder der drei Ports bis zu 45 W liefern. Was passiert, wenn du mehrere Geräte verbindest? Ganz einfach, die Powerbank drosselt sich je nach Anzahl der verbundenen Geräte.

  • 1x Gerät = 45 W
  • 2x Geräte = 2x 22 W
  • 3x Geräte = 3x 10 W

 

Mit großer PPS Stufe

Samsung-Smartphones benötigen die USB Power Delivery Erweiterung „PPS“. PPS steht für Programmable Power Supply. Der normale USB Power Delivery Standard bietet deinem Smartphone mehrere Spannungsstufen an, meist 5V, 9V, 15V und 20V. Hier kann es sich  eine Stufe aussuchen und damit laden. PPS erlaubt es nun deinem Smartphone, innerhalb eines gewissen Bereichs, beispielsweise 3,3-16V, frei eine Spannung zu wählen. Denkt dein Smartphone, es wäre gerade ideal, mit 6,5V zu laden, dann kann ein PPS-Ladegerät diesem 6,5V liefern. PPS ist dabei an sich optional für ein USB Power Delivery Ladegerät/Powerbank. Die Größe der PPS Stufen ist nicht zwingend übereinstimmend mit der Leistung des primären USB Power Delivery Standards. Welche PPS Stufen bietet nun die Samsung EB-P4520?

  • 3,3 – 11 V bei bis zu 5 A
  • 3,3 – 16 V bei bis zu 3 A
  • 3,3 – 21 V bei bis zu 2,2 A

Dies ist für eine 45 W Powerbank eine perfekte PPS-Abdeckung! Entsprechend kann die Powerbank, wenig überraschend, auch wirklich Samsung-Smartphones mit vollem Tempo laden.

 

Wie hoch ist die echte Kapazität?

Samsung gibt die Kapazität der Samsung EB-P4520 mit 20.000 mAh an. Generell bezieht sich allerdings diese Angabe bei Powerbanks nicht auf die letztendlich nutzbare Kapazität, sondern rein auf die Kapazität der im Inneren verbauten Akkuzellen.

Da es allerdings beim Entladen zu Spannungswandlungen usw. kommt, lässt sich so gut wie nie 100% der Kapazität auch letztendlich nutzen. Meist schaffen Powerbanks 80-90% „echte nutzbare“ Kapazität. Dies teste ich mithilfe einer sogenannten elektronischen Last, welche mir das konstante Entladen einer Powerbank ermöglicht. Was konnte ich nun bei der Samsung EB-P4520 messen?

Wh mAh %
5V/1A 58.918 15924 80%
9V/1A 62.716 16950 85%
9V/3A 65.874 17804 89%
20V/1A 65.123 17601 88%
20V/2A 64.622 17465 87%

 

Bei mir im Test erreichte die Powerbank zwischen 15.924 mAh (58,918 Wh) und 17.804 mAh (65,874 Wh). Das entspricht einer Spanne von 80% bis 89% der Herstellerangabe, was soweit ein sauberes Abschneiden ist.

 

Nicht nur für Samsung!

Wichtig: Diese Powerbank ist nicht nur für Samsung-Smartphones geeignet, ganz im Gegenteil! Sie nutzt den normalen USB Power Delivery Standard und kann entsprechend auch mit Geräten anderer Hersteller problemlos genutzt werden. So ist diese Powerbank auch beispielsweise für das iPhone 15 Pro Max oder Google Pixel 8 Pro voll geeignet und kann diese mit dem maximalen Tempo laden.

 

Ladedauer

Leider kann die Samsung EB-P4520 nicht mit bis zu 45 W laden, sondern laut Hersteller nur mit bis zu 27 W. Bei mir im Test konnte ich +- 25 W messen.

Entsprechend dauerte ein Ladevorgang ca. 3:32 h, was nicht rekordverdächtig schnell ist, aber schon „flott“ ist.

 

Fazit

Ich würde die Samsung Powerbank 20.000 mAh EB-P4520 als empfehlenswert bezeichnen. Klar, wir bekommen von kleineren Herstellern vergleichbare oder minimal „bessere“ Powerbanks fürs gleiche oder weniger Geld.

Aber gerade wenn wir bedenken, dass wir hier mit Samsung einen „A“-Hersteller haben, passt die Powerbank zu einem Preis von +- 40€. Wir haben die gute Ausgangsleistung von bis zu 45 W in Kombination mit der sehr großen PPS-Stufe.

Samsung Powerbank 20.000 mAh 45 Watt

  • Universeller USB Power Delivery Standard: Kompatibel mit vielen Geräten, einschließlich iPhone und Google Pixel.
  • Bis zu 45W Ausgangsleistung
  • Große PPS Stufe
  • Drei USB-C Ports
  • Fairer Preis
  • Hohe Kapazität
  • Keine USB-A Ports
  • Ladegeschwindigkeit: Kann selbst nur mit bis zu 27W geladen werden

Damit ist die Powerbank ideal für Samsung-Smartphones, wie aber auch für beispielsweise die iPhones und die Google Pixel Modelle. Ja, du kannst diese Powerbank ohne jedes Problem auch in Kombination mit beispielsweise dem iPhone 15 Pro Max nutzen, welches von der Powerbank auch mit vollem Tempo geladen würde.

Ist die Powerbank leer, dauert ein Ladevorgang 3:32 h, was okay ist. Kurzum, für um die 40€ ist die Samsung EB-P4520 eine sehr gute Powerbank! Alternativen: Alternativ würde ich einmal die INIU BI-B62 oder die Anker A1383 20000 mAh Powerbank mit 87W in den Raum werfen.

 

Samsung EB-P4520
Positiv
Universeller USB Power Delivery Standard: Kompatibel mit vielen Geräten, einschließlich iPhone und Google Pixel.
Bis zu 45W Ausgangsleistung
Große PPS Stufe
Drei USB-C Ports
Fairer Preis von etwa 40€
Hohe Kapazität
Negativ
Keine USB-A Ports
Ladegeschwindigkeit: Kann selbst nur mit bis zu 27W geladen werden
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Cooler Master MK770 Bewertung: Maximale Flexibilität durch Kabel, USB und Bluetooth

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Cooler Master ist zwar sicherlich primär bekannt aufgrund seiner Gehäuse und Kühler, bietet aber auch einige spannende Zubehörprodukte an, wie die neue MK770.
Bei der MK770 handelt es sich um eine sehr flexible mechanische Gaming-Tastatur. Was meine ich damit?

Die MK770 lässt sich kabelgebunden, über einen 2,4 GHz USB-Empfänger sowie via Bluetooth nutzen. Zudem haben wir Hot-Swap-Taster, du kannst also die Tastatur sogar noch nach deinen Wünschen anpassen.
Klingt doch im ersten Moment sehr spannend! Aber wie sieht es in der Praxis aus?
An dieser Stelle vielen Dank an Cooler Master für das Zurverfügungstellen der MK770 für diesen Test.

 

Die Cooler Master MK770 im Test – der erste Eindruck

Im Gegensatz zu vielen anderen Gaming-Tastaturen setzt Cooler Master bei der MK770 auf ein Gehäuse komplett aus Kunststoff.

Verglichen mit einem Gehäuse aus Metall bzw. mit Metall-Basisplatte hat dies Vor- und Nachteile. Natürlich ist Kunststoff gefühlt nicht so wertig wie Metall, aber aus akustischer Sicht klingt eine Tastatur aus Kunststoff immer etwas gedämpfter und „wärmer“ als ein Modell aus vorwiegend Metall.

Dabei ist der hier von Cooler Master verwendete Kunststoff sehr massiv und stabil! So ist die Tastatur sehr verwindungssteif und auch vergleichsweise schwer.
Farblich setzt die MK770 auf ein recht schlichtes Design mit einer Mischung aus schwarzem und grauem Kunststoff. Nicht unbedingt meine Lieblingsfarbkombination, aber immerhin ist die Tastatur nicht zu aufdringlich. Wir haben zwar ein paar Lila-Farbakzente, aber diese sind sehr dezent.

Auf Seiten der Ergonomie besitzt die MK770 zwei ausklappbare Füße, um diese nach deinen Wünschen zu winkeln. Die Füße besitzen zwei Stufen und sind stabil.

 

Kabelgebunden oder kabellos

Die MK770 besitzt auf der Rückseite einen USB-C-Port sowie einen Schalter mit drei Positionen.

So kannst du die Tastatur wie folgt nutzen:

  • Kabelgebunden via USB-C
  • Über einen 2,4 GHz USB-Empfänger
  • Über Bluetooth
    Damit kannst du die MK770 komplett flexibel nutzen. In der Tastatur ist ein 4000 mAh großer Akku

Layout und Drehrad

Cooler Master setzt bei der MK770 auf ein etwas komprimiertes Layout. So haben wir hier das volle Tastenfeld, sogar mit Nummern-Pad, aber der „mittlere“ Tastenblock wurde weggelassen, abgesehen von Entfernen, Einfügen und Bild rauf und runter, welche an den oberen Rand gewandert sind.

Am oberen Rand finden wir ein Drehrad, welches sich über die Cooler Master Software programmieren lässt, aber von Haus aus die Lautstärke steuert. Daumen hoch für das Drehrad!

 

Hot-Swap-Taster

Erfreulicherweise setzt die Cooler Master MK770 auf Hot-Swap-Taster. Das heißt, du kannst die Taster einfach mit einem beiliegenden Werkzeug entfernen.

Dies erlaubt den Austausch von kaputten Tastern oder ein komplettes Modifizieren der Tastatur. So kannst du auf Wunsch andere Taster verwenden, denn diese setzen auf das Standard-Profil.

 

Kailh Box V2 Switch

Die MK770 setzt auf die Kailh Box V2 RED Taster.

Kailh Box V2 RED Taster

  • Linear
  • 40 gf
  • 1,8 mm Pre-Travel
  • 3,6 mm Travel
  • 80 Mio Anschläge
  • Nylon-Gehäuse-Boden

Bei den Kailh Box V2 RED Tastern handelt es sich um relativ klassische lineare Taster. Das heißt, von Anfang bis Ende spürst du kein taktiles Feedback und der Taster läuft einfach „sauber durch“.

Dies ist die verbreitetste Art mechanischer Taster. Mit 3,6 mm Travel ist dieser etwas kürzer als ein typischer Cherry MX RED, aber in der Praxis nicht viel. Cherry MX Speed Silver sind mit 3,4 mm noch etwas kürzer.

Tendenziell sind die Kailh Box V2 Switch näher an einem „Speed“-Switch als an einem klassischen Modell.
Dank des Nylon „Boden-Teils“ sind die Kailh Box V2 Switch etwas leiser als der Durchschnitt. Ebenso sind diese werkseitig gefettet.

 

Vorwort Tippgefühl

Bei mechanischen Tastaturen müssen wir etwas in zwei Gruppen unterteilen. Einerseits haben wir die großen „Massen-Hersteller“, wie Corsair, Logitech, Razer usw., auf der anderen Seite haben wir die kleinen Hersteller wie Akko, LEOBOG, Keychron usw.
Tatsächlich haben es die kleinen Hersteller oftmals geschafft, die großen beim Thema Tippgefühl und Klang zu übertreffen. Warum? Diese gehörten zu den ersten, die auf „geschmierte“ Taster setzten, Hohlräume in der Tastatur mit Schaumstoff und Silikon ausfüllten usw.

Hierdurch klingen und fühlen sich viele Tastaturen von beispielsweise Akko besser an als die Flaggschiff-Modelle von Logitech oder Corsair.

 

Wie tippt es sich auf der Cooler Master MK770?

Wie steht es aber um die Cooler Master MK770? Cooler Master hat hier viel richtig gemacht!

So setzt die Tastatur ebenfalls auf eine Silikonfüllung sowie eine Gasket Structure, welche die Tasten etwas gefedert lagert. Diese Federung spürst du kaum, hat aber eine deutliche Auswirkung auf den Klang und macht auch das Tippen etwas ermüdungsfreier.
In der Praxis ist hierdurch die MK770 eine vergleichsweise leise Tastatur. Diese erzeugt zwar weiterhin ein leichtes Klicken und ist auch lauter als z.B. die LEOBOG Hi75, aber ist signifikant leiser als eine „typische mechanische“ Gaming-Tastatur. Cooler Master hat hier seine Hausaufgaben gut gemacht!

Selbst die großen Tasten, wie die Leertaste oder Enter-Taste, sind vernünftig gelagert und klingen okay.
Entsprechend ist auch das Tippgefühl auf der Tastatur klar als überdurchschnittlich zu bezeichnen. Ich würde sogar sagen, von allen Tastaturen der großen Hersteller, die ich in den letzten Jahren in den Fingern hatte, tippt es sich auf der Cooler Master MK770 am besten.

So ist die Cooler Master MK770 auch nochmal etwas leiser und besser als die NZXT Function 2 oder die Razer Huntsman V3 Pro.
Aufgrund des etwas gekürzten Weges von 3,6 mm fühlen sich die Tasten der Tastatur auch etwas „knackiger“ und flotter an, was mir auch positiv in Spielen aufgefallen ist.
Die Kailh Box V2 Taster sind dabei qualitativ tadellos. Diese laufen flüssig und sind bei mir komplett gleichmäßig im Druckgefühl. Ich will aber auch nicht sagen, dass die Taster „besonders“ sind; es sind gute lineare bzw. „Speed“-Taster.
Also ja, sowohl beim Tippen als auch beim Spielen kann die Cooler Master MK770 erstaunlich gut überzeugen.

 

Cooler Master Software und Beleuchtung

Trotz der (optionalen) kabellosen Verbindung besitzt die MK770 eine RGB-Beleuchtung auf „pro-Tasten-Basis“.

Diese ist auch normal hell und sieht soweit gut aus. Allerdings wirkt diese aufgrund der grauen Basis nicht ganz so strahlend wie beispielsweise weiße Tastaturen.

Gesteuert wird die Beleuchtung über die Cooler Master MasterPlus-Anwendung, welche sämtliche erdenklichen Beleuchtungsmuster erlaubt. Ebenso kann über diese Anwendung den Tasten neue Funktionen zugewiesen werden, Makros erstellt werden usw.

Auch kann über die Anwendung festgelegt werden, nach welcher Zeit die Tastatur in den Standby-Modus geht, wenn diese nicht genutzt wird.

 

Fazit

Cooler Master, alles richtig gemacht! So lautet mein Fazit zur MK770. Diese ist eine, wenn nicht sogar die beste Tastatur, die ich bisher von einem großen Hersteller in den Fingern hatte, so zumindest aus technischer Sicht.

Über die Optik der MK770 können wir sicherlich streiten; dies ist nicht die hübscheste Tastatur, die ich jemals gesehen habe, aber funktional ist diese Weltklasse!
Beginnen wir beim Tippgefühl, welches eines der Highlights ist. Für eine mechanische Tastatur ist die MK770 sehr schön gedämpft und unaufdringlich klingend. Passend dazu ist das Tippgefühl auch leicht gedämpft und gefedert, aber natürlich auch nicht schwammig, sondern einfach angenehm! Auch lange Texte mit der MK770 zu schreiben, ist ohne Probleme angenehm möglich.

Dabei fühlt sich die Tastatur dank des etwas gekürzten Anschlags auch in Spielen schön knackig an. Kurzum: 9/10 Punkten für das Tippgefühl.
Weitere Pluspunkte gibt es für die flexiblen Verbindungsoptionen. So hast du die Wahl aus Kabel, 2,4 GHz Empfänger und Bluetooth – super!
Zwar ist die Tastatur komplett aus Kunststoff gearbeitet, wirkt aber dennoch sehr stabil und massiv.
Zu guter Letzt rundet die solide Software und das schöne Drehrad das positive Bild ab.
So ist die Cooler Master MK770 aus meiner Sicht zu 100% empfehlenswert!

 

Cooler Master MK770
Positiv
Vielseitige Verbindungsmöglichkeiten, Bluetooth, USB und 2,4 GHz
Leiser Betrieb: Durch die Silikonfüllung und die Nylon-Boden-Gehäuse sind die Taster leiser als bei vielen anderen mechanischen Tastaturen.
Akkubetrieb
Hot-Swap-Taster
RGB-Beleuchtung
Gutes Tippgefühl
Gute Kailh Box V2 RED Taster
Negativ
Design recht langweilig
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Huion Kamvas Pro 13 (2.5K) im Test: Hohe Auflösung und Farbraumabdeckung im Fokus

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Ein Grafiktablett ist etwas Tolles, gerade für Künstler, aber auch für Fotografen. Hier gibt es einige Optionen im Handel. Einer der spannendsten Hersteller ist Huion, welcher ein großes Sortiment mit vielen verschiedenen Modellen anbietet.

Eins der neuesten Modelle ist das Kamvas Pro 13 (2.5K). Hierbei handelt es sich um ein 13 Zoll USB-C Grafiktablett mit Display. Und dieses Display liest sich auf dem Papier sehr gut!

So haben wir hier eine Auflösung von 2560 x 1600, was auf 13 Zoll für ein sehr scharfes Bild sorgen sollte, sowie eine sRGB Farbraumabdeckung von satten 145%. Damit ist dieses in der Theorie besser als viele Notebook-Displays. Aber wie gut ist das Huion Kamvas Pro 13 (2.5K) in der Praxis? Finden wir es heraus!

An dieser Stelle vielen Dank an Huion für das Zur-Verfügung-Stellen des Grafiktabletts.

 

Das Huion Kamvas Pro 13 (2.5K) im Test

Das Huion Kamvas Pro 13 (2.5K) setzt auf ein recht klassisches Design für ein Grafiktablett. So haben wir ein flaches Board mit Display auf der Oberseite und Steuerungstasten am Rand.

Dabei ist das Display durch Glas geschützt und das Gehäuse besteht aus Metall. Hierdurch fühlt sich das Huion Kamvas Pro 13 (2.5K) vergleichsweise hochwertig und massiv an. So bringt das Tablet 1 kg auf die Waage, was vergleichsweise viel für ein Grafiktablett ist. Die Dicke liegt bei 10 mm, was angenehm ist.

Spannend sind die Anschlüsse des Huion Kamvas Pro 13 (2.5K), denn hier haben wir zunächst nur 2x USB-C. Allerdings hast du in der Praxis einige Optionen, um das Tablet anzuschließen, denn es liegen einige Adapterkabel im Lieferumfang bei:

  • USB-C zu USB-C Kabel
  • USB-C zu HDMI, 2x USB-A Kabel
  • USB-C zu USB-A Kabel

Hast du ein Notebook mit USB-C-Ausgang, dann stehen die Karten gut, dass du das Huion Kamvas Pro 13 (2.5K) einfach über ein Kabel verbinden kannst. Über diese eine USB-C-Verbindung werden das Display-Signal, der Strom für das Tablet und auch die Daten für die Eingabe übertragen. Viel einfacher kann es nicht gehen!

Hat dein PC kein USB-C mit Display-Signal, kannst du das „Splitter-Kabel“ nutzen, welches auf HDMI und 2x USB-A endet. Einer der USB-A-Stecker wird dabei für die Stromversorgung genutzt und der zweite USB-A-Stecker für die Datenverbindung.

Hast du wiederum ein “Low Power” Gerät wie ein Tablet oder Smartphone, und ja, das Kamvas Pro 13 lässt sich auch an einigen Smartphones nutzen, kannst du den 2. USB-C-Port in Kombination mit dem beiliegenden USB-C-zu-A-Kabel nutzen, um das Tablet mit Strom zu versorgen.

Die Anschluss-Flexibilität ist damit hervorragend! Toll ist auch, dass bereits alle Kabel für so ziemlich alle Geräte-Kombinationen beiliegen. Am besten und einfachsten funktioniert das Huion Kamvas Pro 13 (2.5K) jedoch mit einem Notebook mit einem USB-C- bzw. Thunderbolt 3/4-Port.

 

Mit klappbarem Ständer

Der Lieferumfang des Huion Kamvas Pro 13 (2.5K) zeigt sich auch abseits der Anschlusskabel stark.

So liegt auch ein Ständer im Lieferumfang bei, welcher ein Winkeln des Tablets für eine komfortable Nutzung erlaubt.

 

Das Display

Sicherlich der wichtigste Faktor beim Huion Kamvas Pro 13 (2.5K) ist das Display.

  • 13,3 Zoll
  • 2560 x 1600
  • 16:10 Format
  • IPS Panel
  • 1200:1 Kontrast
  • 220 cd/m²
  • 145% sRGB

Auf dem Papier liest sich das Display auch wirklich gut! Wir haben eine hohe Auflösung, gerade wenn wir das 13-Zoll-Format bedenken, sowie eine theoretisch sehr hohe Farbraumabdeckung. 145% sRGB ist beachtlich! Das einzige, was sich nicht so gut liest, ist die Helligkeit von lediglich 220 cd/m².

 

Starke Schärfe und matte Oberfläche

Wir haben mit 2560 x 1600 Pixeln auf 13 Zoll eine recht hohe Pixeldichte von 227 PPI, was beachtlich ist! Entsprechend ist das Display erst einmal sehr scharf, was wichtig ist, denn ein Grafiktablett betrachtest du in der Regel noch aus einer geringeren Distanz als ein Notebook-Display.

Auch praktisch sieht das Display sehr schön scharf aus, wenn auch nicht extrem brillant. Dies liegt daran, dass wir hier eine leicht matte Oberfläche haben. Das Glas des Displays ist für ein besseres Stiftgefühl leicht geätzt. Dies ist hier allerdings verglichen mit anderen Grafiktabletts, die ich in den Fingern hatte, noch relativ dezent.

 

Herausragende Farbraumabdeckung

Ein sehr wichtiges Merkmal für die Qualität eines Displays ist, wie gut diverse Farbräume abgedeckt werden. Hier wirbt Huion mit satten 145% Abdeckung des sRGB-Farbraums! Dies wäre herausragend.

Im Test erreichte das Kamvas Pro 13 (2.5K) satte 100% sRGB, 96% AdobeRGB und 99% DCI-P3. Wichtig: Mein Messgerät misst keine Werte über 100%. Dies sind hervorragende Werte! Solch eine gute Farbraumabdeckung erreichen viele große „Profi“-Monitore kaum. Lediglich eine Handvoll Modelle schaffen solche Werte. Huion hat also offensichtlich wirklich ein sehr gutes Panel gewählt.

 

Sehr gute Kalibrierung

Aber wie steht es um die Kalibrierung? Diese kann bei der Fotobearbeitung fast noch wichtiger sein als eine gute Farbraumabdeckung.

Im Schnitt erreichte das Huion Kamvas Pro 13 (2.5K) eine Delta E Abweichung von 1 und 1,91 im Maximum. Damit ist das Grafiktablett als sehr gut kalibriert einzustufen. Im Allgemeinen gilt ein Delta E von unter 2 als „farbakkurat“.

 

Kontrast des Huion Kamvas Pro 13 (2.5K)

Das Kamvas Pro 13 (2.5K) setzt auf ein IPS-Panel. IPS-Panels haben in der Regel einen Kontrast im Bereich 1:1000. Huion wirbt mit einem Kontrast von 1:1200, was für ein IPS-Panel leicht überdurchschnittlich wäre.

Im Test erreichte das Grafiktablett einen Kontrast von 1:1010, was ziemlicher Standard für ein IPS-Display ist.

 

Helligkeit, die Schwäche

Huion wirbt mit einer Helligkeit von 220 cd/m², was schon vergleichsweise wenig ist. Leider konnte ich sogar nur 180 cd/m² im Test messen. Dies ist ausreichend, da du in der Regel sehr dicht an einem Grafiktablett sitzt und das meist auch in einem Innenraum.

Dennoch wäre etwas mehr “Strahlkraft” schön gewesen. Warum ist das Display nicht heller? Ich denke, dies ist ein Nachteil der USB-Verbindung, welche die Leistungsaufnahme in diesem Fall auf 10 W limitiert. Das Tablet nimmt in der Praxis +- 9 W auf, ist also schon dicht an dem 10 W Limit.

 

Mit OSD

Das Huion Kamvas Pro 13 (2.5K) besitzt auch ein eigenes Menü. Um dieses zu erreichen, musst du den Einschalter lange gedrückt halten, bis dieses auftaucht. Das OSD lässt sich dann mit dem Stylus bedienen.

 

Kein Touch!

Wichtig: Das Kamvas Pro 13 (2.5K) besitzt keinen Touchscreen! Das Display lässt sich nur über den Stylus bedienen.

 

Der Stylus

Wie gut ist der Stylus des Kamvas Pro 13 (2.5K)? Dieser setzt zunächst auf die EMR-Technologie und verfügt über 8192 Druckstufen. EMR bedeutet, dass der Stift über keine interne Batterie verfügt, sondern über das Display “versorgt” wird. Es handelt sich hier also schon um einen aktiven Stylus. Dieser verfügt auch über zwei Tasten, welche du über die Huion App belegen kannst. Selbiges gilt auch für die Tasten am Tablet selbst.

Huion wirbt auch mit einer besonders guten Reaktionszeit des Displays auf den Stift. Dies kann ich allerdings nur bedingt bestätigen. Ja, das Display reagiert schnell auf den Stylus, aber bei sehr schnellen Bewegungen hängt der Strich schon noch etwas hinter der Spitze her. Hier ist das Kamvas Pro 13 (2.5K) auf einem guten Level, aber etwa auf dem gleichen wie die große Konkurrenz.

Wo mir das Kamvas Pro 13 (2.5K) positiv aufgefallen war, war bei der Drucksensitivität. Diese war bei mir wirklich sehr gut und der Stift hat sehr fein auf Änderungen des Drucks reagiert. Allgemein war auch das Stiftgefühl sehr positiv! Ich mag die Form des Huion Stylus und auch das Gefühl auf dem Display war angenehm. Auf einer Skala von “gleitend” bis “kontrolliert/texturiert” ist das Kamvas Pro 13 (2.5K) etwas mehr Richtung gleitend ausgerichtet. Allerdings haben wir hier schon deutlich mehr Kontrolle als beispielsweise bei einem Apple Pencil, der über ein glattes iPad-Display fährt.

Die Präzision des Huion Kamvas Pro 13 (2.5K) war etwas schwankend. Gerade in der Bildmitte und nach einer Kalibrierung war diese perfekt. Allerdings kann die Präzision nach einer Weile gerade am Bildrand etwas nachlassen. Hier hilft dann eine erneute Kalibrierung. Dann ist das Huion Kamvas Pro 13 (2.5K) wieder absolut präzise. Damit kann ich das Huion Kamvas Pro 13 (2.5K) grundsätzlich für Fotobearbeitung wie auch fürs Zeichnen als sehr gut geeignet bezeichnen.

 

Fazit

Sicherlich das Highlight am Huion Kamvas Pro 13 (2.5K) ist das Display. Ja, dieses könnte etwas heller sein, aber abseits davon ist die Bildqualität hervorragend!

Wir haben zunächst mit 2560 x 1600 Pixel auf 13,3 Zoll eine sehr gute Schärfe. Dabei ist die Farbdarstellung hervorragend! So erreichte das Tablet im Test 100% sRGB, 96% AdobeRGB und 99% DCI-P3 Farbraumabdeckung, wie auch eine gute Kalibrierung vom Werk aus. Auch der Kontrast war mehr als in Ordnung für ein IPS-Panel.

Selbst die Helligkeit, welche mit 180 cd/m² wahrlich nicht gewaltig ist, reicht meist in Innenräumen aus, auch wenn ich klar etwas mehr Helligkeit bevorzugt hätte. Dies ist aber sicherlich eine Limitierung, welche auch an der USB-C-Verbindung liegt. So kann das Grafiktablett, sofern von deinem PC/Notebook unterstützt, mit lediglich einem USB-C-Kabel verbunden werden. Über dieses eine USB-C-Kabel wird das Tablet mit Daten, Bildsignal und Strom versorgt. Entsprechend darf der Stromverbrauch auch nicht zu hoch ausfallen, was dann die Helligkeit limitiert.

Sollte dein PC kein USB-C haben, kein Problem, ein passendes Adapterkabel auf HDMI liegt bei.

Die Eingabe via Stylus funktioniert ebenfalls gut und auch sehr präzise, sofern du dieses in gewissen Intervallen kalibrierst. Ich würde dabei das Tablet primär für Fotobearbeitung wie auch fürs Zeichnen empfehlen und weniger für Handschrift, was aber natürlich auch möglich ist.

Huion Kamvas Pro 13 (2.5K)
Positiv
Hohe Auflösung: 2560 x 1600 Pixel auf 13,3 Zoll sorgt für eine sehr gute Schärfe.
Exzellente Farbraumabdeckung: 100% sRGB, 96% AdobeRGB und 99% DCI-P3.
Gute Kalibrierung: Delta E Abweichung von 1 und 1,99 im Maximum, farbakkurat
Vielseitige Anschlussmöglichkeiten: Zwei USB-C-Ports, mitgelieferte Adapterkabel für verschiedene Geräte.
Einfache Verbindung: Über ein USB-C-Kabel werden Bildsignal, Strom und Daten übertragen.
Mitgelieferter Ständer
Negativ
Keine Touchfunktion
Geringe Helligkeit (Helligkeit könnte durch die USB-C-Stromversorgung limitiert sein)
Regelmäßige Kalibrierung erforderlich
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BenQ ScreenBar Pro im Test: Überzeugt die neue Monitorlampe?

Im ersten Moment klingt es sicherlich etwas merkwürdig, eine “Lampe” auf seinen PC-Monitor zu setzen. Allerdings in der Praxis sind ScreenBars etwas extrem Praktisches!

So nimmt diese keinen Platz auf dem Schreibtisch ein und gerade die guten Modelle haben eine sehr gute Ausleuchtung des Schreibtisches, welche oftmals besser ist als bei einer normalen Schreibtischlampe.

Der Hersteller Nummer 1 ist hier ohne Frage BenQ, welcher die so ziemlich besten, aber auch zugegeben hochpreisigsten Modelle baut. So benutze ich bei mir im Büro beispielsweise die BenQ ScreenBar Halo.

BenQ hat aber nun mit der ScreenBar Pro ein neues Modell auf den Markt gebracht. So soll die neue ScreenBar Pro noch heller sein und dank einer noch ausgeklügelteren internen Anordnung der LEDs für eine bessere Ausleuchtung des Schreibtisches sorgen.

Wollen wir uns die BenQ ScreenBar Pro doch einmal im Test ansehen, ob diese den gehobenen Kaufpreis von +- 130 € wert ist!

An dieser Stelle vielen Dank an BenQ für das Zurverfügungstellen der ScreenBar Pro für diesen Test.

 

Die neue BenQ ScreenBar Pro im Test

Grundsätzlich nutzt die ScreenBar Pro das vertraute Design. So haben wir hier eine 50 cm lange Leiste, welche mithilfe einer flexiblen Halterung einfach auf deinen Monitor aufgesetzt wird.

Diese Halterung lässt sich von der Größe einfach an deinen Monitor anpassen und ist universell kompatibel. Dabei ist diese mit recht weichen Gummi-Elementen ausgestattet, um ein Zerkratzen des Monitors zu verhindern.

Dabei überragt die Halterung den vorderen Monitorrahmen auch nur wenige mm, sodass selbst bei Monitoren mit schmalen Rahmen nichts vom Bild verdeckt wird.

Die Halterung ist absolut gelungen und auch sehr schön sicher. Bedenke nur, dass diese sich mit den meisten Webcams beißen wird. Nutzt du eine Webcam auf deinem Monitor, wirst du diese abnehmen müssen.

Die LED-Leiste selbst besteht erfreulicherweise aus Metall und macht generell einen sehr hochwertigen Eindruck. Diese lässt sich zusätzlich auf der Halterung noch etwas winkeln, sodass du nicht geblendet wirst.

 

Fest integriertes Kabel

Einen Kritikpunkt, den ich an der BenQ ScreenBar Pro habe, ist das fest integrierte Kabel. Dieses ist zwar mit rund 2 Metern ausreichend lang, aber dennoch ist ein austauschbares Kabel aus meiner Sicht immer sinnvoll!

Dabei setzt die Screenbar auf einen USB-C-Stecker, hat aber einen USB-A-Adapter mit im Lieferumfang.

 

Steuerung über Touch-Tasten

Auf der Oberseite der BenQ ScreenBar Pro finden sich 8 Touch-Tasten. An sich macht es hier Sinn, auf Touch-Tasten zu setzen, allerdings sind diese vielleicht etwas dicht beieinander bzw. könnten besser separiert sein.

Blind (also ohne auf die Oberseite der ScreenBar Pro zu schauen) ist diese kaum zu steuern. Immerhin sind die Tasten im Betrieb in einem gewissen Rahmen beleuchtet (aber auch nicht alle Tasten).

 

Tolle Ausleuchtung ohne zu blenden

Eine gute ScreenBar ist mehr als einfach nur ein LED-Streifen, der über deinem Monitor hängt. So wird hier eine mal mehr oder weniger komplexe Konstruktion mit Reflektoren genutzt, um zu verhindern, dass die LEDs dich blenden und um eine bessere Ausleuchtung des Schreibtischs zu ermöglichen.

BenQ nutzt bei der ScreenBar Pro genau solch eine etwas komplexere Konstruktion und das Ergebnis darf durchaus als gelungen deklariert werden. So leuchtet die ScreenBar Pro meinen Schreibtisch, welcher immerhin 2 Meter breit ist, sehr gut und auch recht gleichmäßig aus. Gleichmäßiger, als es eine normale Schreibtischlampe schaffen würde.

maximale Helligkeit
minimale Helligkeit

Dabei beleuchtet die ScreenBar Pro aber nicht den Monitor, wie du auf den Bildern auch erkennen kannst. Es gibt hier also keine Spiegelung. Ebenso blendet die ScreenBar Pro dich als Nutzer nicht. Hierfür ist die Spiegelkonstruktion gemacht.

Die maximale Helligkeit der ScreenBar Pro ist überdurchschnittlich hoch. So konnte ich ca. 48 cm unter der ScreenBar Pro maximal 1343 LUX Helligkeit messen, was recht viel ist.

 

Von warm bis kalt

Die ScreenBar Pro erlaubt eine Einstellung der Lichtfarbe (Weißpunkt). Laut meinem Messgerät schwankt diese zwischen 2777 K und 6222 K, also von sehr warm bis sehr kalt ist alles dabei.

Dabei blieb die Helligkeit recht konstant, unabhängig von der Lichtfarbe.

Es gab lediglich eine leicht höhere Helligkeit bei einem neutralen Weiß, was nicht überrascht und tendenziell auch begrüßenswert ist, denn dies ist die meistgenutzte Lichtfarbe.

 

Sehr hoher CRI-Wert

Mein Messgerät erlaubt auch eine Messung des CRI bzw. RA-Werts, “Farbwiedergabeindex”. Mehr Infos hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Farbwiedergabeindex

Ein hoher CRI bzw. RA-Wert ist wichtig, damit Farben unter der Lampe/Leuchtmittel gut aussehen.

Laut meinem Messgerät erreicht die BenQ ScreenBar Pro hier Werte von 98+, was herausragend ist! Zugegeben, mein Messgerät ist ab einem CRI-Wert von +- 95 etwas ungenauer, aber es zeigt absolut, dass BenQ hier hochwertige LEDs verbaut hat.

 

Stromverbrauch

Die BenQ ScreenBar Pro setzt auf einen USB-C-Stecker. So kannst du die ScreenBar wahlweise an einem USB-PD-Netzteil betreiben oder mit dem beiliegenden Adapter an jedem USB-A-Port.

Dabei liegt die maximale Leistungsaufnahme bei rund 8,5 W bei maximaler Helligkeit und 1,1 W bei minimaler Helligkeit.

Ausgeschaltet zieht die ScreenBar 0,2 W aus dem USB-Port.

 

Fazit

Die BenQ ScreenBar Pro gehört zu den besten Modellen ihrer Klasse! Generell bin ich ein großer Freund von ScreenBars, diese funktionieren in der Praxis einfach extrem gut und nehmen keinen kostbaren Schreibtisch-Platz weg. So bevorzuge ich diese ganz klar über normale Schreibtischlampen.

Dabei ist die neue ScreenBar Pro vom Licht her eine, wenn nicht sogar die beste Monitor-Lampe, die ich bisher in den Fingern hatte! So ist die BenQ ScreenBar Pro sehr hell und bietet qualitativ eine herausragende Farbwiedergabe.

Auch die Ausleuchtung des Schreibtischs ist klar überdurchschnittlich gleichmäßig. Vom Licht her ist die BenQ ScreenBar Pro also über jeden Zweifel erhaben.

Auch qualitativ ist die BenQ ScreenBar Pro hervorragend. Aber es gibt auch Schwächen. Die Steuerung direkt an der Lampe ist an sich okay, aber in dieser Preisklasse wäre eine Fernbedienung schon schön gewesen. Ebenso hätte ich ein abnehmbares Kabel bevorzugt.

Wenn das für dich okay ist und auch der gehobene Preis okay ist, dann erhältst du hier qualitativ eine der besten ScreenBars derzeit auf dem Markt.

BenQ ScreenBar Pro
Positiv
Lichtqualität: Sehr hell, gleichmäßige Ausleuchtung
Design: Platzsparend, hochwertig verarbeitet, schlankes Profil
Funktionalität: Blendfreie Beleuchtung
Flexibilität: Universelle Monitorhalterung, anpassbarer Winkel
hervorragende Farbwiedergabe (hoher CRI-Wert)
einstellbare Farbtemperatur
Negativ
Kabel: Fest integriert, nicht austauschbar
Bedienung: Touch-Tasten etwas klein und dicht beieinander, keine Fernbedienung
90

IODD ST400 Test: Externes SSD-Gehäuse mit Hardware-Verschlüsselung und Virtuellem CD/DVD-Laufwerk

Das IODD ST400 ist eines der exotischsten Produkte, die ich jemals im Test hatte! Beim IODD ST400 handelt es sich um ein externes SSD-Gehäuse, welches aber einige Tricks draufhat! So besitzt das Gehäuse ein Display und ein Tastenfeld. Dieses erlaubt eine Hardware-Verschlüsselung der verbauten SSD, sowie das Emulieren eines CD-Laufwerks!

Eines CD-Laufwerks?! Ja, du kannst ISOs auf dem IODD ST400 ablegen und dann mithilfe des Displays auswählen. Diese wrtdrn dann vom angeschlossenen System als reguläres CD-Laufwerk erkannt. Wann ist das nützlich? Beim Installieren von Betriebssystemen! So kannst du einfach Betriebssystem-ISOs auf das IODD ST400 ablegen, auswählen und diese werden dann als CD-Laufwerk im jeweiligen System eingebunden, als hättest du diese auf eine echte CD/DVD gebrannt.

Klingt doch interessant! Wollen wir uns einmal das IODD ST400 im Test ansehen!

 

Das IODD ST400 im Test

Aufgrund seiner zusätzlichen Features fällt das IODD ST400 SSD-Gehäuse etwas größer aus. Dabei ist die Verarbeitung echt nichts Besonderes.

Das Gehäuse ist komplett aus einem sehr einfachen Kunststoff gefertigt und fühlt sich eher mäßig wertig an. Sagen wir es so, das Gehäuse spiegelt den Preis von +- 100€ nicht wider.

Allerdings sollte auf den ersten Blick klar sein, dass es sich beim IODD ST400 nicht um ein einfaches SSD-Gehäuse handelt. So besitzt dieses auf der Oberseite ein Display wie auch ein Tastenfeld. Bei dem Display handelt es sich um ein LCD-Farbdisplay.

Das Tastenfeld erlaubt die Eingabe eines PINs sowie die Steuerung des Menüs. Angeschlossen wird das IODD ST400 über einen USB-C-Port an der Seite.

 

2,5-Zoll-SSD auf der Unterseite

Um das IODD ST400 zu nutzen, musst du in diesem eine SSD verbauen. Das Gehäuse besitzt auf der Unterseite eine Klappe, in welcher du eine 2,5-Zoll-SSD einsetzen musst.

Laut Hersteller werden SATA-SSDs mit bis zu 2TB unterstützt, aber bei mir funktionierte auch eine Verbatim Vi550 S3 SSD 4TB problemlos.

 

Zunächst eine normale externe SSD

Verbindest du das IODD ST400 mit deinem PC oder Notebook, geht zunächst das Display an und ein paar Sekunden später wird die verbaute SSD von deinem Computer normal als “Speicherlaufwerk” erkannt. So kannst du das IODD ST400 dann auch komplett normal als externe SSD nutzen.

 

Ein CD/DVD/BD-Laufwerk?!

Das spannende Feature ist allerdings das virtuelle Laufwerk. So wird das IODD ST400 nicht nur als externe SSD erkannt, sondern auch als CD/DVD/BD-Laufwerk!

Von Haus aus ist dieses leer, aber kopierst du ISOs auf die externe SSD, dann kannst du diese über das Display laden. Dabei erkennt das IODD ST400 automatisch die Ordnerstruktur, durch welche du zu deinen ISOs browsen kannst. Ausgewählte ISOs werden dann eingelesen, als hättest du eine CD/DVD eingelegt.

Dies erlaubt dir beispielsweise das Installieren von Betriebssystemen, ohne für jedes ISO einen eigenen USB-Stick zu präparieren oder z.B. Ventoy zu nutzen. Daher funktioniert dies auch für alle von mir getesteten ISOs sehr schnell und zuverlässig, von diesen zu booten, da dein System denkt, es wäre ein CD-Laufwerk. Du musst lediglich schnell das entsprechende ISO beim Start auswählen bzw. es ist auch möglich, das gemountete ISO sich zu merken.

 

VHDs lassen sich auch nutzen

Das IODD ST400 erlaubt es auch, bis zu drei VHDs gleichzeitig zu den anderen Funktionen zu mounten. Was sind VHDs?

VHD steht für Virtual-Hard-Disk-Format und ist ein Format von diversen Virtualisierungsprogrammen.

 

SSD-Verschlüsselung!

Ein weiteres Feature der IODD ST400 ist die Möglichkeit, SSDs bzw. Daten zu verschlüsseln. So kannst du einen PIN festlegen, welcher eingegeben werden muss, ehe Zugriff auf die Daten besteht. Dabei wird eine AES256-XTS-Verschlüsselung genutzt, welche in der Theorie mit einem ausreichend starken PIN als sicher einzustufen ist.

Ob diese Verschlüsselung auch 100% richtig eingesetzt wird, kann ich leider nicht beurteilen, aber sie verwehrte zumindest mir effektiv den Zugriff auf die Daten. Du kannst übrigens mehrere Benutzer anlegen.

 

Etwas langsamer Start

Ein Kritikpunkt: Nach dem Verbinden des ST400 dauert es eine kleine Weile, bis die Laufwerke wirklich erkannt werden, da anscheinend das System erst kurz booten muss.

 

Gute Anleitung

Erfreulicherweise gibt es eine gute Anleitung in Deutsch hier: https://www.iodd.shop/mediafiles/downloads/IODD_ST400-Manual_DE.pdf

 

Performance, mäßig!

Prinzipiell nutzt das IODD ST400 eine USB 3.1 Gen 1 5 Gbit-Verbindung. Entsprechend ist die Leistung praktisch auf 400-500 MB/s limitiert, was im Anbetracht der SATA-Schnittstelle im Inneren soweit passt. Allerdings kommen wir in der Praxis nicht ansatzweise auf diese Werte!

So erreichte die “externe SSD” 208 MB/s lesend und 261 MB/s schreibend. Dabei macht es im Übrigen keinen Unterschied, ob das Laufwerk verschlüsselt ist oder nicht, die Datenraten von +- 200 MB/s bleiben gleich. 200 MB/s ist zwar für eine externe SSD nicht sonderlich viel, aber in der Praxis für die meisten Anwendungen ausreichend.

 

Fazit

Das IODD ST400 ist natürlich ein super exotisches Produkt, welches primär für Systemadministratoren oder Computer-Enthusiasten interessant ist, die oft Betriebssysteme neu installieren. Die Möglichkeit, einfach ISO-Daten auf die externe SSD zu schieben und dort zu mounten, sodass diese als externe CD/DVD-Laufwerke erkannt werden, ist klasse! Du kannst so in Windeseile dutzende Betriebssysteme installieren, ohne auf Software-Tools wie Ventoy zurückgreifen zu müssen, welche ja auch nicht mit allen Betriebssystemen funktionieren. Zudem kannst du das IODD ST400 als normale externe SSD nutzen, welche auch eine Hardware-Verschlüsselung unterstützt!

Wenn du möchtest, können Daten auf der SSD mithilfe eines PINs geschützt werden, den du über das Tastenfeld eingibst. Das alles ohne Treiber oder andere “Komplikationen”. Klingt ja alles soweit richtig gut! Aber hat das IODD ST400 auch Nachteile? Ja, die Datenrate! Ich kam hier in der Praxis lediglich auf 200 MB/s bis 260 MB/s, was jetzt nicht furchtbar ist, aber auch nicht fantastisch.

IODD ST400
Positiv
Vielseitigkeit: Das IODD ST400 kombiniert die Funktionen eines externen SSD-Gehäuses mit der Möglichkeit, ein virtuelles CD/DVD/BD-Laufwerk zu emulieren.
Hardware-Verschlüsselung: Unterstützung für AES256-XTS-Verschlüsselung
Einfaches ISO-Management
Unterstützung für VHDs: Ermöglicht das Mounten von bis zu drei VHDs gleichzeitig.
Negativ
Langsame Datenübertragung: Die tatsächlichen Datenübertragungsraten sind mit 200 MB/s bis 260 MB/s relativ niedrig
Langsamer Start: Es dauert eine Weile, bis die Laufwerke nach dem Verbinden erkannt werden
82

Canyon BSP-8 im Test: Kann ein 30-Euro-Lautsprecher überzeugen?

Canyon bietet mit dem BSP-8 einen sehr günstigen Bluetooth-Lautsprecher an. So bekommst du den Canyon BSP-8 für rund 30 €.

Für 30 € sieht der Canyon BSP-8 dabei aber sehr vernünftig aus! So haben wir einen relativ großen Bluetooth-Lautsprecher, welcher auf eine Verkleidung aus Leinenstoff setzt und sogar einen RGB-LED-Ring besitzt.

Auf den ersten Blick vielversprechend, aber wie sieht es in der Praxis aus? Klingt der Canyon BSP-8 vernünftig? Finden wir es im Test heraus!

An dieser Stelle vielen Dank an Canyon für das Zurverfügungstellen des BSP-8 für diesen Test.

 

Canyon BSP-8, ein sehr guter erster Eindruck

Der erste Eindruck des Canyon BSP-8 kann absolut überzeugen! Für solch einen günstigen Bluetooth-Lautsprecher wirkt dieser sehr gut gebaut und gemacht.

So ist der BSP-8 schon etwas größer. Er ist sicherlich kein Ersatz für eine Stereoanlage, aber jetzt auch kein Hosentaschen-Lautsprecher. Tendenziell klingen größere Lautsprecher besser bzw. haben es einfacher, besseren Klang zu erzeugen, weshalb ich diese bevorzuge.

Dabei ist der Lautsprecher in einer runden Form gehalten und äußerlich mit einem Leinenstoff bespannt. Hierdurch fühlt sich der Lautsprecher sehr gut an. Für einen etwas leichteren Transport haben wir eine Schlaufe auf der Oberseite.

Ebenfalls auf der Oberseite sind die Tasten zur Steuerung, wie auch ein kleiner „RGB“-LED-Ring.

Die Anschlüsse wiederum sind auf der Rückseite unter einer Klappe angebracht. Offiziell konnte ich keine Informationen zu einem Wasserschutz des Lautsprechers finden. Allerdings gehe ich davon aus, dass dieser schon in einem gewissen Maße wassergeschützt ist.

 

Schwacher Akku!

Eine der größten Schwächen des Canyon BSP-8 ist der Akku. So wirbt der Hersteller nur mit 3 Stunden Akkulaufzeit.

Und ja, auch in der Praxis ist der Akku sehr „überschaubar“.

 

Dafür viele Anschlüsse

Was dem Canyon BSP-8 an Akku fehlt, scheint dieser mit Ausstattung wieder gutmachen zu wollen. So haben wir auf der Rückseite neben dem USB-C-Ladeport einen microSD-Kartenleser, einen USB-A-Port für USB-Sticks und einen 3,5-mm-AUX-Eingang.

So kannst du USB-Sticks bzw. Speicherkarten mit MP3s direkt an den Lautsprecher anschließen und wiedergeben.

 

Klang des Canyon BSP-8, ausreichend gut?

Wie klingt aber nun der Canyon BSP-8? Dass wir hier natürlich nicht die allerhöchsten Erwartungen haben dürfen, sollte beim Blick auf den Preis klar sein.

Allerdings klingt der Lautsprecher besser, als es der Preis von 30 € vermuten lassen würde. Ich vermute, dies liegt an dem vergleichsweise großen Volumen des Lautsprechers.

Beginnen wir am Anfang, bei den Höhen. An sich haben wir ordentliche Höhen, welche vielleicht im obersten Bereich etwas zu einem leichten, schrillen Unterton neigen. Aber an sich passt hier alles soweit, was die Klarheit betrifft, sofern wir den Preis bedenken.

Die Mitten wiederum sind absolut okay, hier gibt es nichts zu bemängeln. Gerade etwas wärmere Stimmen, so Ed-Sheeran-artig, klingen sehr gut.

Was ist aber mit dem Bass? Sicherlich ist der Canyon BSP-8 kein Bass-Bomber, aber der Bass ist gut. Für diese Preisklasse ist dieser klar überdurchschnittlich. Hier übertrifft der kleine Lautsprecher fast sämtliche Notebooks im Handel und auch 99 % aller Konkurrenten in der 30-€-Preisklasse.

Unterm Strich ist der Canyon BSP-8 mit Sicherheit kein Klangwunder, aber er klingt absolut „okay“. Auch die maximale Lautstärke passt und die generelle Pegelfestigkeit ist soweit in Ordnung.

 

Verschluckt am Anfang ein paar Sekunden

Beim Wechsel von Musiktiteln, die langsam ausklingen, neigt der Canyon BSP-8 dazu, beim nächsten Titel ein paar Sekunden am Anfang zu verschlucken. Vermutlich ist der Grund hierfür eine zu aggressive Stromsparfunktion.

 

Fazit

Es gibt sehr viel am Canyon BSP-8 zu mögen, aber auch Dinge, die ein wenig stören. Beginnen wir aber mit den positiven Punkten.

Dies wäre zunächst der Klang. Nein, der Canyon BSP-8 ist kein Klangwunder, aber für einen Lautsprecher, der gerade einmal 30 € kostet, klingt dieser sehr brauchbar und stellt in der Regel ein Upgrade beispielsweise verglichen mit Smartphone- oder Notebook-Lautsprechern dar. So klingt der Canyon BSP-8 vernünftig, hier habe ich in dieser Preisklasse schon sehr, sehr viel Schlechteres gehört.

Auch die Haptik und nicht zuletzt die Flexibilität mit dem USB- und microSD-Karten-Port sind klasse!

Auf der anderen Seite haben wir aber den recht schwachen Akku (3 Stunden Laufzeit) und dass der Lautsprecher in Kombination mit meinem S24 dazu neigt, am Anfang von Titeln ein bis zwei Sekunden abzuschneiden. Dies sind natürlich ein paar ärgerliche Punkte.

Kannst du mit diesen leben, ist aber der Canyon BSP-8 fürs Geld ein guter Lautsprecher!

Canyon BSP-8
Positiv
Preis-Leistung: Sehr günstiger Preis für die gebotene Leistung.
Klangqualität: Überraschend guter Klang für einen 30-€-Lautsprecher
Anschlüsse: Vielfältige Anschlussmöglichkeiten (USB-C, microSD, USB-A, AUX).
Design und Haptik
Negativ
Akkulaufzeit: Sehr kurze Akkulaufzeit von nur 3 Stunden.
Neigt dazu, bei einigen Titeln die ersten Sekunden abzuschneiden.

Einfacher lokaler (und privater) KI-Chatbot ohne besondere Hardware – ganz einfach mit LM Studio!

KI-Chatbots sind in aller Munde, und jeder Anbieter möchte hier mitmischen, gerade erst Microsoft mit seinem „Copilot“-System.

Aber was, wenn du dir einen privaten Chatbot wünschst, ohne dass dieser Daten an den Hersteller schickt oder du spezielle Hardware benötigst?

Ja, das ist absolut möglich und funktioniert mit LM Studio auch sehr einfach. In diesem Artikel sehen wir uns an, wie das geht!

 

Mit jeder CPU/GPU!

Prinzipiell läuft der Chatbot, den wir uns hier ansehen, auf „jedem“ System. Lediglich muss deine CPU den AVX2-Standard unterstützen (was fast alle Intel-CPUs ab Baujahr 2013 und AMD-CPUs ab 2015 tun sollten). Mehr Infos zum AVX2-Standard findst du hier: https://en.wikipedia.org/wiki/Advanced_Vector_Extensions#CPUs_with_AVX2

Was wir aber brauchen, ist recht viel RAM. 16 GB sind hier das Minimum, aber große Modelle können auch gerne mal 64 GB+ verbrauchen.

 

Die Software LM Studio

Es gibt viele Möglichkeiten, lokale KI-Chatbots auszuführen. Die vermutlich einfachste ist aber LM Studio.

https://lmstudio.ai/

LM Studio gibt es für Windows, Mac und Linux und lässt sich mit einem Klick installieren. Das Besondere an LM Studio ist, dass es keine eigene KI mitbringt, sondern öffentliche KI-Modelle, beispielsweise von Meta oder Google, herunterladen und ausführen kann.

Hierfür greift es auf https://huggingface.co/models zurück, eine Plattform, die verschiedene KI-Modelle sammelt und zum Download anbietet.

LM Studio arbeitet mit KI-Modellen auf Basis von Llama, Gemma, Phi 3, Falcon, Mistral und StarCoder zusammen.

Llama 3 ist dabei das KI-Modell von Facebook (Meta) und Gemma (2) das KI-Modell, das hinter Googles Chat-Assistenten steht.

Dabei stehen auch diverse von Nutzern modifizierte Versionen für bestimmte Zwecke zur Verfügung, welche teilweise Zensurmaßnahmen aushebeln oder besonders fürs Coden optimiert sind usw.

 

Erste Schritte

Du hast LM Studio heruntergeladen und installiert, wie geht es weiter? Im ersten Schritt solltest du dir ein KI-Modell aussuchen, mit dem du starten möchtest.

In LM Studio gibt es eine Suchfunktion, in der du ein Stichwort eingeben kannst, z. B. „Coding“, „Chat“ oder etwas Gezielteres wie „Llama“ oder „Gemma“.

Für diesen Artikel nehme ich ein auf Llama basierendes Modell. Hier werden dir dutzende Modelle dieser Art auffallen. Dies sind die angesprochenen „Versionen“, die von anderen Nutzern auf Basis der großen KI-Modelle erstellt wurden.

Hier gilt oft das Motto „Probieren geht über Studieren“.

 

Welches Modell nehmen?

Direkt auf der Startseite von LM Studio werden dir diverse Modelle angeboten, wie z. B. Llama 3 – 8B Instruct oder Google’s Gemma 2B Instruct usw.

Mit diesen Modellen machst du natürlich nichts falsch. Ich würde aber auf die Suche gehen (links das Icon mit der Lupe) und dort z. B. „Llama“ eingeben.

Hier werden dir diverse Modelle angeboten und es gibt jeweils nochmals Abstufungen. Diese sind beispielsweise mit Q4, Q5, Q6, Q8 usw. beschriftet.

Q steht hier für Quantization, was wir als eine Art Kompression von KI-Modellen ansehen können. Je kleiner die Zahl, desto stärker ist das Modell „komprimiert“ und „reduziert“. Entsprechend werden natürlich die Antworten schlechter, je kleiner die Zahl ist, aber die Modelle laufen besser und benötigen weniger RAM/Speicher.

Beispielsweise nutze ich hier jetzt das „QuantFactory/Meta-Llama-3-8B-Instruct-GGUF“-Modell, welches in der Q8-Version 8,54 GB groß ist, was auch +- dem RAM-Bedarf entspricht.

Du solltest hier kein Modell nehmen, welches den freien RAM deines PCs übersteigt, da dieses abstürzen wird.

Persönlich habe ich mit den Llama-3-Modellen die beste Erfahrung gemacht. Eine kleine verallgemeinerte Übersicht:

Llama:

  • Entwickelt von Meta (Facebook)
  • Open-Source-Modell, d. h. der Code ist öffentlich zugänglich und kann von Entwicklern angepasst werden
  • Vielseitig einsetzbar, z. B. für kreatives Schreiben, Übersetzungen, Codegenerierung, Smalltalk
  • Stark in der Anpassungsfähigkeit: Kann leicht auf spezifische Aufgaben oder Datensätze trainiert werden

Gemma:

  • Entwickelt von Google
  • Basiert auf der gleichen Technologie wie Googles Gemini-Modelle
  • Fokus auf Textverständnis und -generierung
  • Besonders gut in Aufgaben wie Fragen beantworten, Zusammenfassungen und Schreiben

Llama ist flexibler, teils kreativer und anpassungsfähiger, während Gemma Stärken besonders beim Programmieren, Sprachverständnis und -generierung zeigt. Dies ist aber natürlich stark verallgemeinert, und gerade bei Llama gibt es viele speziell für gewisse Anwendungen angepasste Modelle.

 

Im Chat-Fenster

Das Chat-Fenster ist selbsterklärend. Oben wählst du das aktuelle Modell aus, das LM Studio nutzt, und unten gibst du deine Nachrichten ein.

Fertig! Nun sollte das System eine Antwort ausgeben. Allerdings gibt es ein paar Einstellungen, die du vornehmen könntest/solltest.

System Prompt

Im Fenster „System Prompt“ kannst du eine Art allgemeine, übergreifende Anweisung einfügen, beispielsweise „Du antwortest immer auf Deutsch“ oder, falls du irgendwelche anderen Charaktereigenschaften der KI festlegen willst, wie „Antworte besonders freundlich“ oder ähnliches.

Context Length

Die „Context Length“ definiert das „Erinnerungsvermögen“ der KI. Also wie viele Wörter, Befehle usw. du ihr in einer Konversation gegeben hast, die sich die KI für weitere Interaktionen gemerkt hat. Übersteigt die Context Length das festgelegte Limit, kann es passieren, dass die KI vorherige Informationen vergisst oder allgemein nur noch Unsinn ausgibt.

Die Context Length kannst du unter „Advanced Configuration“ festlegen und sollte dort im besten Fall immer dem Maximum des jeweiligen Modells entsprechen, meist 8192.

Weitere Einstellungen

Es gibt noch weitere Einstellungen unter „Advanced Configuration“, wie die Temperatur usw., welche du aber nicht zwingend verändern musst. Diese verändern primär, wie „kreativ“ die KI ist usw.

 

Wie hoch ist die Performance?

Zwar läuft LM Studio auf fast jedem Rechner, sofern du ausreichend RAM hast, aber die Performance steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Hast du eine fähige Grafikkarte mit viel VRAM, dann antworten auch größere Modelle prompt. Hast du nur eine integrierte GPU und vielleicht einen schwachen Prozessor, können durchaus Minuten vergehen, bis eine Antwort kommt, vor allem, wenn du größere Modelle nutzt.

Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass die meisten KI-Chatbots auf aktuellen Systemen erstaunlich gut laufen.

Hier der Vergleich vom kleineren Modell Meta-Llama-3-8B-Instruct-Q4_K_M.gguf mit dem größeren QuantFactory/Meta-Llama-3-8B-Instruct-GGUF auf meinem System mit Ryzen 7700X CPU und RTX 3070.

 

Wirklich privat?

Sendet LM Studio deine Eingaben wirklich nicht an den Entwickler? Der Entwickler schreibt hier:

„TLDR: The app does not collect data or monitor your actions. Your data stays local on your machine.“

Und dies kann ich soweit bestätigen. Es gibt bei der Eingabe von Befehlen usw. keine Netzwerkaktivität. Entsprechend werden auch keine Daten oder Eingaben an den Entwickler/Hersteller übermittelt. So ist auch eine komplette Offline-Nutzung möglich, nachdem die entsprechenden Modelle einmalig heruntergeladen wurden.

 

Wie gut sind die Antworten?

Die Qualität der Antworten schwankt natürlich massiv, je nach gewähltem Modell usw. Diese schwanken zwischen furchtbar und erstaunlich gut.

Nein, die lokale KI kann gerade bei komplexeren Themen nicht mit ChatGPT mithalten, aber dennoch bin ich positiv angetan.

Hier einfach mal ein paar Beispiele für Antworten auf zufällige Fragen:

Fazit: Lokale Chat-KI mit Standard-Hardware – kein Problem!

Ich hoffe, dieser Artikel war interessant und inspiriert dich, auch mal LM Studio auszuprobieren und damit etwas herumzuspielen.

LM Studio macht dir die Nutzung eines lokalen, privaten KI-Chat-Assistenten wirklich kinderleicht!

Damit entlasse ich dich dann mit einer von der KI erstellten Zusammenfassung dieses Artikels:

„LM Studio ermöglicht es, einen privaten Chatbot zu erstellen, ohne besondere Hardware zu benötigen. Es gibt verschiedene KI-Modelle zur Auswahl und Einstellungen, um den Chatbot zu personalisieren. Die Performance hängt von der Hardware ab, aber die Antworten können stark variieren. Der Entwickler garantiert, dass keine Daten an den Hersteller gesendet werden.“

XPPen Magic Drawing Pad Test: Das Android-Tablet für Künstler im Praxistest

XP-Pen ist ein Hersteller von Grafiktabletts, der mit dem Magic Drawing Pad etwas Neues und Spannendes auf den Markt gebracht hat.

Es handelt sich beim Magic Drawing Pad um ein spezielles Android-Tablet für Künstler. Dieses verfügt über einen Stift mit 16.000 Druckstufen sowie ein Display mit einer Texturierung. Sie soll dafür sorgen, dass sich das Zeichnen auf dem Tablet mehr wie auf echtem Papier anfühlt.

Für mich ein wichtiger Punkt! Ich mochte nie das „Schreibgefühl“ eines Stylus auf einem glatten Glas-Display.

XPPen Magic Drawing Pad Test

Dabei ist das Magic Drawing Pad mit rund 470 € auch preislich in einem vertretbaren Rahmen. Sofern es denn wirklich gut ist!

Wollen wir uns in diesem Artikel einmal das XPPen Magic Drawing Pad ansehen. Ist dieses wirklich das beste Android-Tablet für Künstler und Zeichner?

An dieser Stelle vielen Dank an XPPen für die Bereitstellung des Magic Drawing Pads.

 

Das XPPen Magic Drawing Pad im Test

Zunächst handelt es sich beim XPPen Magic Drawing Pad um ein vergleichsweise normales Mittelklasse-Android-Tablet.

Es ist mit 12,1 Zoll relativ groß, besitzt aber recht dünne Rahmen und ist mit 6,9 mm schlank.

Das Gewicht beträgt 599 g, ist also nicht federleicht, aber das Tablet wirkt wertig und stabil gebaut, auch wenn wir ein Gehäuse aus Kunststoff haben. Der erste Eindruck ist ganz klar positiv!

Ansonsten besitzt das Tablet (quer gehalten) an den Seiten jeweils zwei Lautsprecher, auf der Oberseite eine Lautstärkewippe sowie links einen Einschalter und rechts den USB-C-Ladeanschluss.

 

Mit optionaler Tastatur und Trackpad

XPPen bietet für das Magic Drawing Pad eine optionale Tastatur mit Trackpad an, welche das Tablet in eine Art Notebook verwandelt. Dabei besitzt dieses Tastatur-Cover auch ein Scharnier, sodass du dieses prinzipiell auch auf deinem Schoß nutzen kannst.

Das Tastatur-Cover wirkt sehr gut gemacht! Es verbindet sich über Kontakte auf der Unterseite mit dem Tablet.

Es ist also auf das Magic Drawing Pad abgestimmt und nicht einfach nur ein 08/15-Ding.

Durch das hohe Gewicht neigt das Tablet zwar etwas zum „Wobbeln“. Auch hat die Tastatur leider nicht unser deutsches Layout, sondern das englische QWERTY-Layout.

Abseits davon sind aber die Tastatur und erstaunlicherweise das Trackpad sehr brauchbar! Das Tippgefühl ist in Ordnung und auch das Tracking des Trackpads erstaunlich gut, gerade wenn wir die Android-Basis bedenken.

So wäre das Magic Drawing Pad mit der Tastatur durchaus auch für leichte Office-Arbeiten einsetzbar.

 

Großes 12,1-Zoll-Display

Sicherlich das Wichtigste am XPPen Magic Drawing Pad ist das Display, welches sich auf dem Papier auch sehr beeindruckend liest.

  • 12,1 Zoll
  • 2160 x 1440 Pixel
  • 3:2-Format
  • IPS-Panel
  • 109 % sRGB
  • 82 % Adobe RGB

In der Praxis ist das Display etwas schwerer zu beurteilen. Warum? Das Display des Magic Drawing Pads ist leicht matt. Wir haben hier eine matte Textur, um das Schreib- und Zeichen-Gefühl auf dem Tablet mit dem Stylus zu verbessern.

Hierdurch soll es sich mehr wie „Papier“ anfühlen.

Im Gegenzug sieht das Display natürlich nicht so brillant aus, obwohl wir hier mit 2160 x 1440 Pixeln eine hohe Auflösung haben.

Generell sieht das Display auch sehr gut aus! Wir haben hier zwar „nur“ ein IPS-Panel und leider kein OLED, aber wir haben hier ganz eindeutig eines der besseren IPS-Panels.

So ist das Display recht hell, die Schärfe ist für ein mattes Panel gut und auch Farben machen einen starken Eindruck, was zu den guten technischen Daten passt. Auch ist das Display in helleren Umgebungen überdurchschnittlich gut ablesbar.

Kurzum, das Display ist sehr gut, aber du musst die matte Oberfläche bedenken, welche für reinen Content-Konsum weniger „lebendig“ aussieht als ein Hochglanz-Panel.

 

Erstaunlich gute Lautsprecher

Eine kleine Überraschung habe ich bei den Lautsprechern des XPPen Magic Drawing Pads erlebt. Das Tablet verfügt über vier Lautsprecher, welche erfreulich gut klingen!

Das Tablet bietet einen sehr breiten und vollen Klang, mit einem durchaus passablen Bass, für ein Tablet. Hier gibt es nichts zu meckern. Auch ist es sehr laut!

Also die Lautsprecher sind für mich ein kleines Highlight.

 

Kamera

Das Magic Drawing Pad besitzt eine Kamera auf der Rückseite sowie auf der Front. Die Kamera auf der Rückseite besitzt 13 Megapixel und die Frontkamera 8 Megapixel.

Praktisch sind beide Kameras „akzeptabel“. Bei unproblematischen Lichtverhältnissen können diese solide Bilder produzieren, aber das ist kein „Foto-Tablet“. Du willst auf diesem lieber zeichnen oder Bilder von anderen Geräten bearbeiten.

 

Software

Das XPPen Magic Drawing Pad setzt ganz klassisch auf Android. Wir haben hier allerdings noch Android 12, mit Sicherheitspatch, Stand März 2024 (Test fand im Juli 2024 statt).

Android 12 ist natürlich nicht ganz optimal, aber an sich okay. Inwieweit es Updates auf neuere Versionen geben wird, kann ich nicht sagen. Hier sind ja kleinere Hersteller immer etwas schwieriger.

Aber generell ist die Software sehr „clean“ und dicht am Standard-Android. So haben wir neben den Standard-Anwendungen (und ein paar Hardware-spezifischen Apps) lediglich ibisPaint X, MediBang Paint und WPS Office vorinstalliert.

 

Prozessor und Leistung

Wie viele „hoch spezialisierte“ Tablets ist auch das XPPen Magic Drawing Pad jetzt nicht unbedingt auf die maximale Leistung ausgelegt.

  • MediaTek MT8771
  • 2 x 2,40 GHz (ARM Cortex-A78) + 6 x 2,00 GHz ARM (Cortex-A55)
  • 8 GB RAM
  • 256 GB Speicher
  • microSD-Kartenleser

Der MediaTek Kompanio 800T MT8771 ist ein sehr exotischer SoC, welcher in nur wenigen Geräten bisher zum Einsatz gekommen ist.

MediaTek Kompanio 800T MT8771 Geekbench

Der MediaTek MT8771 ist ein solider Chip, aber gerade in Benchmarks auch nicht „herausragend“. So liegt dieser von seiner Leistung knapp unter dem Qualcomm Snapdragon 695, welcher beispielsweise im 250 € Samsung A9+ steckt.

Praktisch bin ich aber mit der Leistung recht zufrieden! Das Tablet läuft gut und im normalen Alltag, egal ob nun beim Webbrowsen, Filme schauen usw., ist die Performance gut.

Auch die Leistung in Foto-/Videobearbeitungs-Anwendungen ist soweit zufriedenstellend. Erst wenn wir Richtung Gaming, Emulatoren und „extremer“ Videobearbeitung schauen, dann merken wir, dass der MediaTek MT8771 kein High-End-Prozessor ist.

Einfache Spiele laufen natürlich auf dem Tablet, auch komplexere, aber letztere oft nicht mit voller Grafikpracht.

Dennoch ist die Leistung des Tablets gut, sofern du hier keine absolute High-End-Leistung erwartest.

Rein aufgrund des Preises wäre hier sicherlich noch etwas mehr gegangen als der MediaTek Kompanio 800T MT8771, die reine Rechenleistung ist also nicht unbedingt ein Highlight an diesem Tablet, aber praktisch ist die Leistung auch nicht negativ hervorgestochen.

Dies liegt sicherlich auch daran, dass aktuelle SoCs (Prozessoren) für Alltagsanwendungen mehr als genug Power haben.

 

Der Stylus, Zeichnen, Schreiben und Arbeiten auf dem Magic Drawing Pad

Kommen wir zum wichtigsten Punkt des Magic Drawing Pads, dem Stylus. Dieser verfügt über 16.384 Druckstufen und setzt auf die EMR-Technologie.

EMR? Kurz gesagt, der Stylus muss nicht aufgeladen werden und bekommt Strom über das Display, ähnlich wie beim kabellosen Laden. Entsprechend handelt es sich um einen aktiven Stylus, auch wenn du ihn nicht selbst laden musst.

Hältst du den Stylus knapp über das Display, auch ohne Berührung, wird dieser vom Tablet erkannt, und du siehst einen kleinen Punkt auf dem Display, der dir bei der Orientierung hilft und anzeigt, wo die Spitze erkannt wurde.

Ab diesem Moment wird auch die Touch-Funktion deaktiviert, sodass es nicht zu versehentlichen Berührungen kommt. Und ja, das funktioniert wirklich sehr gut.

Sehr gut ist auch das Gefühl des Stylus auf dem Display. Technisch ist beispielsweise der Apple Pencil vermutlich der so ziemlich beste Stylus auf dem Markt. Aber ich mag einfach das Gefühl eines glatten Kunststoffstifts auf einem Glasdisplay nicht.

Das macht das Magic Drawing Pad deutlich besser! Wir haben hier ein leicht texturiertes Display, was deutlich mehr Kontrolle und Präzision beim Zeichnen auf dem Tablet gibt.

Zugegeben, ich bin nicht der größte Künstler und nutze solch ein Tablet und Stylus primär für die Fotobearbeitung und das Schreiben.

Und hier können der Stylus und das Magic Drawing Pad absolut überzeugen! Gerade auf einem Tablet bietet der Stylus aus Sicht der Produktivität einen großen Mehrwert.

So fühlt sich der Stylus auch deutlich angenehmer an als beispielsweise der des Samsung S24 Ultra. Zwar ist der Stylus des S24 Ultra bei schnellen Bewegungen noch etwas reaktionsschneller, aber deutlich nervöser.

Der Stylus des Magic Drawing Pads wirkt flüssiger und kontrollierter. Also ja, der Stift des XPPen Magic Drawing Pads kann überzeugen!

 

Nur WLAN 5

Woran wir merken, dass der MediaTek MT8771 nicht mehr ganz frisch ist, ist das WLAN. So unterstützt dieser maximal den WLAN-5-Standard (2,4 GHz und 5 GHz).

Ich hätte mir eine Unterstützung für WLAN 6 gewünscht. Praktisch schafft das Tablet aber um die 330 MBit Upload und Download, was meist die Geschwindigkeit der gängigen Internetverbindungen überschreitet.

 

Solider Akku

Der Akku im XPPen Magic Drawing Pad fasst 8.000 mAh, was nicht übel ist. So wirbt der Hersteller mit einer Laufzeit von 13 Stunden.

Und ja, ich kann durchaus eine Laufzeit im Bereich von 10+ Stunden bei leichter Nutzung bestätigen.

Auch die Standby-Laufzeit war gefühlt gut, wenn auch nicht ganz so fantastisch wie z. B. bei den iPads.

 

Fazit

Ist das XPPen Magic Drawing Pad wirklich das beste Android-Tablet für Künstler? Das ist nicht ganz einfach zu sagen, aber es spricht schon einiges dafür.

Das Wichtigste am Magic Drawing Pad sind der Stylus und das matte Display. Es gibt hier einfach wenig Vergleichbares, vor allem unter 500 €. Ja, es gibt auch andere Tablets mit Stylus, aber der des Magic Drawing Pads ist schon stark, und dank des leicht texturierten Displays fühlt sich der Stylus auch sehr gut bei der Nutzung an.

Ja, ein Apple Pencil mag technisch vielleicht sogar noch besser sein, aber ich mag das Gefühl einer glatten Kunststoffspitze auf Glas einfach nicht. Das macht das Magic Drawing Pad um einiges besser!

Es ist zwar weiterhin nicht ganz das Gefühl wie auf Papier, aber viel dichter dran werden wir kaum kommen, ohne die Bildschirmqualität massiv zu verschlechtern.

Aufgrund des matten Displays ist dieses nicht ganz so brillant wie ein gängiges Display eines Mittelklasse-Tablets, aber es sieht dennoch gut aus und bietet auch in hellen Umgebungen eine brauchbare Ablesbarkeit. Farbgetreue Arbeiten sind hier durchaus gut möglich.

Weitere Pluspunkte gibt es für die Haptik, die erstaunlich guten Lautsprecher und den Akku. Auch der große Speicher mit 256 GB mit der Möglichkeit, diesen über microSD-Speicherkarten zu erweitern, ist spitze! So lassen sich tonnenweise Bilder und Videos auf dem Tablet speichern.

Durchwachsen betrachte ich lediglich den MediaTek MT8771. Dieser ist unterdurchschnittlich für ein Tablet in dieser Klasse. In der Praxis läuft das Magic Drawing Pad gut, hier kann ich also nicht zu laut meckern, aber der Prozessor ist so „der eine Punkt“, wo XPPen etwas gespart hat.

Sofern du aber nicht zu intensive Spiele auf dem Tablet spielen willst, ist alles soweit okay, auch wenn es aus Sicht der Leistung eindeutig bessere Tablets in dieser Preisklasse gibt.

XPPen 12.2 Zoll Standalone Grafiktablett Display mit X3Pro 16384 Smart...

  • Hervorragender Stylus
  • Gutes Display
  • Texturiertes Display: Angenehmes Zeichengefühl, ähnlich wie auf Papier, hohe Präzision und Kontrolle
  • Sehr gute Lautsprecher
  • Großer Speicher (256 GB + microSD)
  • Guter Akku
  • Optionale Tastatur mit Trackpad
  • Mäßig schneller Prozessor
  • Android 12
  • Nur WLAN 5

Kurzum, bist du Künstler oder machst viel Fotobearbeitung auf deinem Tablet und legst daher großen Wert auf einen hochwertigen Stylus, dann halte ich das XPPen Magic Drawing Pad für eine der besten Optionen auf dem Markt, vor allem in der unter 500-€-Preisklasse!

Ist dir der Stylus komplett egal, dann bekommst du vergleichbare Tablets für weniger Geld. Das XPPen Magic Drawing Pad dreht sich schon etwas um diesen, auch wenn es im generellen Einsatz ebenfalls überzeugt. Dies vor allem auch mit der optionalen Tastatur/Trackpad-Kombination.

XPPen Magic Drawing Pad
Positiv
Hervorragender Stylus: 16.384 Druckstufen, EMR-Technologie (kein Aufladen nötig), präzises und flüssiges Zeichnen und Schreiben
Texturiertes Display: Angenehmes Zeichengefühl, ähnlich wie auf Papier, hohe Präzision und Kontrolle
Gutes Display: Helles IPS-Panel mit hoher Auflösung (2160x1440), gute Farbdarstellung, auch bei heller Umgebung gut ablesbar
Sehr gute Lautsprecher: Breiter, voller Klang mit passablem Bass, hohe Lautstärke
Großer Speicher: 256 GB interner Speicher, erweiterbar per microSD-Karte
Solider Akku: 8000 mAh, gute Laufzeit bei leichter Nutzung
Optionale Tastatur mit Trackpad: Verwandelt das Tablet in ein Notebook, gutes Tippgefühl und erstaunlich gutes Trackpad
Negativ
Prozessor: MediaTek MT8771 ist nicht der leistungsstärkste Chip, für anspruchsvolle Spiele weniger geeignet
Kein WLAN 6: Nur WLAN 5 wird unterstützt
Software: Android 12 nicht mehr aktuell, Update-Situation unklar
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Anker Prime 200W Ladegerät im Test: High-End Power für alle Geräte?

Mit dem Prime A2683 bietet Anker auf den ersten Blick ein sehr spannendes High-End-USB-Ladegerät an. So soll dieses eine Leistung von satten 200 W bieten, wie auch sechs USB-Ports und den praktischen Desktop-Style-Formfaktor. Dabei kostet dieses zum Zeitpunkt des Tests (Juli 2024) gerade einmal um die 80 €, was alles andere als zu viel für solch ein Ladegerät ist.

Auch sieht das Ladegerät auf den ersten Blick sehr hochwertig aus. Aber was ist in der Praxis? Ist das Anker Prime Ladegerät mit 200 W wirklich so gut?

Finden wir dies im Test heraus!

 

Anker A2683 Prime Ladegerät mit 200 W Leistung im Test

Das Prime Ladegerät mit 200 W Leistung von Anker setzt auf den Desktop-Style-Formfaktor. Das heißt, dieses wird über ein Kabel mit der Steckdose verbunden und kann somit auf deinem Schreibtisch, Nachttisch usw. platziert werden. Ich bevorzuge diesen Formfaktor.

Dabei ist das Ladegerät mit 112 x 36 x 75,5 mm vergleichsweise breit, was natürlich den satten sechs Ladeports geschuldet ist.

Haptisch macht das Ladegerät Anker-typisch einen hervorragenden Eindruck. Dieses ist massiv und stabil gebaut und sieht auch schick aus! Sogar das beiliegende Netzkabel ist überdurchschnittlich hochwertig.

 

Anschlüsse und Ladeleistung

Das Anker A2683, was die Modellnummer des Prime 200-W-Ladegerätes ist, bietet vier USB-C-Ports, wie auch zwei USB-A-Ports.

  • USB C – 100 W USB Power Delivery – 5V/3A, 9V/3A, 15V/3A, 20V/5A
  • USB A – 18 W Quick Charge und 22,5 W Super Charge

Prinzipiell können alle USB-C-Ports des Anker Prime Ladegeräts bis zu 100 W nach dem USB-Power-Delivery-Standard liefern. Damit bietet das Ladegerät ausreichend Leistung für Smartphones, Tablets und Notebooks. Es ist zwar etwas schade, dass wir keinen 140-W-Port haben, aber 140-W-Geräte sind noch sehr selten.

Die beiden USB-A-Ports unterstützen hingegen Quick Charge, wie auch 22,5 W „Super Charge“.

 

Drosselung bei der Nutzung mehrerer Ports

Wir haben vier USB-C-Ports, welche alle bis zu 100 W liefern können, aber das Ladegerät hat maximal 200 W. Wie soll dies funktionieren?

Je nachdem, wie viele Geräte du mit dem Ladegerät verbindest, werden die Ports passend heruntergedrosselt. Folgendes Schema nutzt das Ladegerät:

 

Keine 12-V-Stufe

Spannenderweise bietet das Anker Prime Ladegerät mit 200 W keine 12-V-Spannungsstufe. Diese wird in der Regel kaum von Geräten genutzt, daher ist das Fehlen meist nicht schlimm.

Es gibt nur eine Handvoll Geräte wie Drohnen von DJI, die 12 V benötigen.

Also von daher kein zu großes Drama, aber etwas merkwürdig, dass die 12-V-Stufe fehlt, denn rein technisch kann die Powerbank 12 V durchaus ausgeben.

 

Unerwartete PPS-Stufe

Natürlich unterstützt das Anker Prime Ladegerät mit 200 W auch PPS auf seinen USB-C-Ports. Was ist PPS und wofür ist dieses wichtig?

PPS steht für Programmable Power Supply. Der normale USB-Power-Delivery-Standard bietet deinem Smartphone mehrere Spannungsstufen an, meist 5V, 9V, 15V und 20V. PPS erlaubt es nun auch außerhalb dieser fixen Stufen deinen Endgeräten eine Spannung zu nutzen, wie beispielsweise 9,5V, 10,6V usw. und dies auch bei einer Leistung von bis zu 5A.

Diese PPS-Stufen sind mittlerweile für einige Smartphones sehr wichtig! Vor allem für die Samsung-Modelle, welche ohne PPS viel langsamer laden, wie aber auch für die diversen asiatischen Hersteller alla Moto, Nothing und Co.

Dabei ist PPS komplett optional! Ein Ladegerät oder eine Powerbank muss dies nicht unterstützen. Ebenso gibt es verschiedene PPS-Stufen, welche nicht zwingend an die „normale“ USB-PD-Leistung der Ports gekoppelt sind. Im besten Fall kann eine Powerbank 3,3 – 21 V bei bis zu 5 A über PPS bieten.

Was ist nun beim Anker Prime Ladegerät mit 200 W der Fall?

5 – 16 V bei bis zu 5 A

Dies ist etwas überraschend! So endet die PPS-Stufe hier bei 16 V. Dies ist insofern ungewöhnlich, da normalerweise ein 100-W-USB-C-Port bis mindestens 20 V bieten sollte.

So kann das Ladegerät ja auch bis zu 20 V ausgeben, nur die PPS-Stufe endet früher, warum auch immer.

Für die Samsung-Smartphones, genau wie für die Modelle von Google und Apple ist dies egal. Hier kann das Ladegerät problemlos das volle Ladetempo bereitstellen. Also ja, dieses kann auch ein S24 Ultra von Samsung mit dem vollen Tempo laden.

Aber es gibt einige asiatische Smartphones, welche diese 20/21 V maximale Spannung für das volle Ladetempo benötigen, welche dann entsprechend hier nicht mit dem vollen Tempo laden würden.

 

Belastungstest: Nicht konstant 200W

Ich führe bei allen Ladegeräten im Test immer einen Belastungstest durch. Hierbei belaste ich ein Ladegerät mit Hilfe von einer oder in diesem Fall zwei elektronischen Lasten konstant mit der vom Hersteller angegebenen Leistung über Zeitraum X. Im Falle des Anker Prime Ladegeräts mit 2x 100 W.

Leider konnte das Anker Ladegerät nicht konstant 2x 100 W liefern!

Nach ca. 1,5 h Dauerlast

Nach rund 1,5 Stunden unterbrach das Ladegerät den Entladevorgang und drosselte sich auf je 70 W pro Port.

Dies ist etwas überraschend und enttäuschend, denn die Hitzeentwicklung des Ladegerätes war gar nicht so hoch, zumindest äußerlich.

 

USB PD und UFCS

Es gibt derzeit zwei wichtige Ladestandards, USB PD (mit PPS) wie auch UFCS. USB PD also USB Power Delivery ist unser „westlicher“ Ladestandard, welcher von Apple, Samsung und Google verwendet wird, wie aber auch den meisten anderen Geräten, die via USB C laden.

USB Power Delivery wird hier mit bis zu 100 W unterstützt, entsprechend ist das Ladegerät ideal für die diversen Apple-Geräte, ob nun iPhone, iPad oder auch die MacBooks. Wobei wir hier noch nicht den neuen 140-W-Ladestandard unterstützen.

Dank der Unterstützung der PPS-Erweiterung von USB Power Delivery ist das Ladegerät ebenso für die Modelle von Samsung und Google sehr gut geeignet.

Auch viele chinesische Smartphones wie von Moto oder Nothing nutzen PPS. Hier kann allerdings die Ladegeschwindigkeit teils nicht ganz optimal sein, da die PPS-Stufe „nur“ bis 16 V geht und nicht bis 21 V.

Die „chinesische“ Antwort auf USB PD ist UFCS. UFCS steht für Universal Fast Charging Specification und ist ein chinesischer Schnelllade-Standard, welcher Modelle von OPPO, RealMe, VIVO und HUAWEI umfasst.

UFCS wird mit 33 W auf dem USB-C-Port und 22 W auf dem USB-A-Port vom Anker Ladegerät unterstützt. Dies ist keine besonders große UFCS-Stufe. Entsprechend scheint dieses Ladegerät auf Apple und Samsung „optimiert“ zu sein.

 

Effizienz

Kommen wir zu einem Punkt, der mich sehr positiv überrascht hat, die Effizienz des Ladegerätes.

Anker Prime 200 W Ladegerät Effizienz

So schwankte die Effizienz des Anker Prime Ladegeräts mit 200 W im Test zwischen 82,8 % bei sehr niedriger Last und 92,1 % bei Volllast.

Dies sind für ein Ladegerät dieser Klasse Top-Werte! Gerade die Effizienz bei niedriger Last sind erfreulich gut, da dies normalerweise ein Punkt ist, mit dem viele besonders leistungsstarke Ladegeräte Probleme haben.

Dies können wir auch im Vergleich zu anderen High-End-200-W-Ladegeräten sehen. Dort bietet das Anker-Modell vor allem bei niedrigen Lasten eine sehr gute Effizienz.

 

Video

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Fazit: Gutes Ladegerät mit kleinen Schwächen

Es gibt am Anker Prime Ladegerät mit 200 W viel zu mögen, aber auch ein paar „Besonderheiten“.

Prinzipiell ist das Ladegerät sehr alltagstauglich, mit seinen vier USB-C-Ports und zwei USB-A-Ports, wie auch der hohen maximalen Leistung von bis zu 200 W.

Auch bin ich ein großer Fan des Desktop-Style-Formfaktors. Damit ist dieses erst einmal ein ideales Ladegerät, wenn du viele Geräte gleichzeitig laden willst.

Ebenfalls sehr positiv ist die hohe Effizienz, selbst bei niedrigen Lasten.

Aber was sind die Besonderheiten, von denen ich sprach? So haben wir keine 12-V-Stufe bei USB Power Delivery und die PPS-Stufe endet bei 16 V.

In der Regel wird dies 98 % aller Nutzer nicht tangieren, aber hast du genau solch eines dieser wenigen Geräte, die 12 V benötigen (ich hatte da noch nie eins in den Fingern) oder PPS mit über 16 V nutzen, ist dies nicht optimal.

Hast du Geräte von Apple, Samsung oder Google, dann ist das Anker Prime Ladegerät mit 200 W perfekt auf dich abgestimmt.

Ein weiterer kleiner Kritikpunkt ist der nicht bestandene Belastungstest. So schaffte das Ladegerät „nur“ 2x 100 W ca. 1,5 Stunden, danach drosselte sich das Ladegerät. 100–150 W schafft das Gerät praktisch aber dauerhaft. Ich denke, in der Praxis ist dies aber auch kein Drama.

Du siehst, das Anker Prime Ladegerät mit 200 W ist nicht ganz perfekt. Dennoch denke ich, dass dies ein gutes Ladegerät ist. Anker ist einfach eine vertrauenswürdige Marke, und auch der Preis von rund 80 € (Stand 23.07.24) ist soweit fair für das Gebotene.

Alternativen

Alternativ schau dir auch einmal das ACEFAST Z4 an. Dieses hat ähnlich viel Leistung, kostet ähnlich viel und bietet eine größere PPS-Stufe, ein Display und verschiedene Modi zur Leistungsverteilung, hat aber zwei Ports weniger.

Anker Prime 200W Ladegerät
Positiv
Hohe Leistung: Bietet bis zu 200W Gesamtleistung und 100W pro USB-C-Port
Viele Anschlüsse: Vier USB-C- und zwei USB-A-Ports
Hervorragende Effizienz
Ideal für Apple, Samsung & Google: Unterstützt USB PD und PPS optimal für Geräte dieser Hersteller
Negativ
Keine 12V-Stufe
Begrenzte PPS-Stufe: Die PPS-Spannung geht nur bis 16V
Nicht konstant 200W: Bei Volllast drosselt das Ladegerät nach einiger Zeit die Leistung pro Port.
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A ADDTOP Powerbank 26800 mAh im Test: Finger weg von diesem Modell!

Die A ADDTOP Power Bank mit 26800 mAh zählt zu den meistverkauften Modellen bei Amazon mit über 5000 verkauften Stück allein im letzten Monat.

Es ist auch verständlich, warum. Wir haben eine Powerbank mit angeblich sehr hoher Kapazität von 26800 mAh, 22,5 W Ausgangsleistung, zu einem Preis von lediglich um die 26 € (Stand 17.07.2024).

Aber um ehrlich zu sein, bin ich bei dieser Powerbank sehr misstrauisch. Es gibt einige Powerbanks mit „Fake“-Kapazität im Handel, welche gewisse Parallelen zur A ADDTOP zeigen:

  • Ein etwas kryptischer Herstellername
  • Ein generisches Design ohne Herstellerlogo auf der Vorderseite
  • Eine angeblich sehr hohe Kapazität von 26800/27000 mAh
  • Ein Preis im Bereich 25-35 €

Kurzum, ich habe mir die A ADDTOP Power Bank 26800 mAh einfach bestellt. Wollen wir mal schauen, ob die Powerbank wirklich die beworbene Leistung liefert!

 

A ADDTOP Power Bank B02P 26800 mAh, 22,5 W Powerbank im Test

Die A ADDTOP Power Bank sieht auf den ersten Blick sehr generisch aus. Wir haben ein einfaches schwarzes Kunststoffgehäuse, welches soweit okay ist, aber auch wirklich nichts Besonderes.

Dabei misst die Powerbank 149 x 74 x 24 mm und bringt 378 g auf die Waage. Damit ist die Powerbank verdächtig leicht für die angebliche Kapazität von 26800 mAh. Hier einfach mal ein paar Vergleichswerte:

Die A ADDTOP Power Bank passt beim Gewicht eher in die 20.000-mAh-Klasse.

Bonuspunkte gibt es für das kleine LC-Display, welches den Akkustand in % anzeigt.

 

Anschlüsse

Die A ADDTOP Power Bank besitzt 3x USB-A und 1x USB-C, was auf den ersten Blick sehr gut ist!

  • USB-C: 20 W Power Delivery – 5 V/3 A, 9 V/2,22 A, 12 V/1,67 A
  • USB-A 1: 18 W Quick Charge und 22,5 W Super Charge – 4,5 V/5 A, 5 V/4,5 A, 9 V/2 A, 12 V/1,5 A
  • USB-A 2/3: 5 V/2,4 A

Wir haben hier recht klassische Werte für eine „Einsteiger-Powerbank“. So bietet der USB-C-Port eine Leistung von bis zu 20 W nach dem USB-Power-Delivery-Standard.

Zudem haben wir einen 22,5-W-Super-Charge- wie auch 18-W-Quick-Charge-Port, sowie zwei normale USB-A-Ausgänge.

Der USB-C-Port wird dabei auch genutzt, um die Powerbank zu laden.

Damit ist die Powerbank für Smartphones an sich erst einmal gut geeignet.

 

Mit PPS, aber nicht 5 V/3 A

Der USB-C-Port der Powerbank bietet auch Unterstützung für den PPS-Standard:

  • 3,3-11 V bei bis zu 2 A

Dies ist keine riesige PPS-Stufe, aber passt zur Leistung von 20/22 W.

Aber spannenderweise bietet der USB-C-Port auf der 5-V-Stufe „nur“ 2,4 A nach dem USB-PD-Standard.

 

Hat die A ADDTOP Power Bank wirklich 26800 mAh Kapazität?

Laut Hersteller hat die A ADDTOP Power Bank eine Kapazität von 26800 mAh bzw. 99 Wh. Ich messe die Kapazität von Powerbanks mithilfe einer sogenannten elektronischen Last, wie auch einem gesonderten Messgerät.

Hierbei handelt es sich um die ATORCH DL24 und bei dem Messgerät um das WITRN C4 Pro. Diese erlauben es mir, die Powerbank konstant mit einer gewissen Last zu entladen und die entladene Kapazität mitzuschreiben.

Folgende Kapazitätswerte konnte ich so bei der A ADDTOP Power Bank messen:

Wh mAh %
5V/1A 60,067 16234 61%
9V/1A 60,923 16466 61%
9V/2A 57,812 15625 58%

 

Die A ADDTOP Power Bank konnte bei mir im Test nicht mal ansatzweise 26800 mAh Kapazität bzw. 99 Wh erreichen.

Die Powerbank erreichte im Schnitt 16108 mAh bzw. 59,6 Wh. Dies entspricht 60 % der Herstellerangabe!

Es ist für Powerbanks normal, dass diese nicht 100 % der Herstellerangabe erreichen. Normal sind aber über 80 %. Nur ganz selten unterschreitet mal eine Powerbank die 80-%-Marke.

Warum ist dies normal? Die Herstellerangabe bezieht sich auf die Kapazität der im Inneren verbauten Akkuzellen und nicht auf die nutzbare Kapazität, die ich hier messe. Diese fällt durch diverse interne Wandlungsprozesse niedriger aus.

Aber lediglich 60 % der Herstellerangabe lassen sich damit nicht erklären!

 

Die Kapazität im Vergleich

Vergleichen wir doch einmal die echte Kapazität der A ADDTOP Power Bank B02P 26800 mAh mit anderen Powerbanks der 20000-mAh- bis 30000-mAh-Klasse.

(durchschnittliche Kapazität)

Hier können wir sehen, wie schlecht die A ADDTOP Power Bank in der Praxis abschneidet, verglichen mit anderen Modellen.

So bietet die Powerbank weniger Kapazität als die Baseus PPAP20K 20000 mAh oder INIU BI-B5 20000 mAh.

 

Ladedauer der A ADDTOP Power Bank

Laut Hersteller soll die A ADDTOP Power Bank mit 20 W laden können. Aber wie sieht es in der Praxis aus?

Hier konnte die Powerbank kurz mit bis zu 20 W laden und dann hat sich das Ladetempo bei +- 18 W eingependelt.

Dies passt +- soweit. So dauerte eine vollständige Ladung rund 5:16 h. Knapp über 5 Stunden Ladedauer ist okay.

 

Fazit

NICHT KAUFEN! So lautet mein Fazit zur A ADDTOP Power Bank B02P 26800 mAh. Die Powerbank bietet einfach nicht ansatzweise die versprochene Kapazität von 26800 mAh bzw. 99 Wh.

Im Test erreichte diese im Schnitt 16108 mAh bzw. 59,6 Wh, was selbst für eine Powerbank der 20.000-mAh-Klasse am unteren Ende der zu erwartenden praktischen Kapazität wäre.

Damit bietet die Powerbank weniger Kapazität als die Baseus PPAP20K 20000 mAh oder die INIU BI-B5 20000 mAh, was nicht der Fall sein dürfte.

Damit ist auch der Preis von 20-30 € (je nach Kaufzeitpunkt) nicht mehr so attraktiv, ganz im Gegenteil!

Auch abseits der schlechten Kapazität bietet die Powerbank nach meiner Einschätzung wenig Besonderes.

Ich würde dir daher ganz klar vom Kauf abraten! Greife lieber zur Baseus PPAP20K 20000 mAh oder INIU BI-B5 20000 mAh.

A ADDTOP Power Bank B02P 26800 mAh
POSITIV
Viele Anschlüsse
Unterstützt 20 W Power Delivery, 22,5 W Super Charge und 18 W Quick Charge
NEGATIV
Signifikant geringere Kapazität: Erreicht im Test nur 60 % der angegebenen Kapazität (16108 mAh statt 26800 mAh).
Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nicht: Angesichts der tatsächlichen Kapazität ist der Preis zu hoch.
Generisches Design: Wirkt wenig hochwertig und unscheinbar.
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