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tka ZX-3873-675 im Test: Lithium-AA-Akku ohne USB-C-Port – schwächer als das Schwestermodell?

Vor einiger Zeit hatte ich die tka ZX-3652-675 im Test, also die AA-Lithium-Akkus von Pearl mit integriertem USB-C-Port. Die haben mich damals positiv überrascht, weil sie ihre Herstellerangabe von 3000 mWh in der Praxis fast punktgenau getroffen haben. Und das trotz Ladeport im Akku.

Jetzt liegt das Schwestermodell vor mir: die tka ZX-3873-675. Gleiches Design, gleicher Aufdruck, gleiche 3000 mWh auf der Verpackung. Nur der USB-C-Port fehlt.

Die Rechnung wäre eigentlich simpel: Kein Ladeport im Akku bedeutet mehr Platz für die eigentliche Zelle, also mehr Kapazität. Das war zumindest meine Erwartung, als ich das Set ausgepackt habe.

Die Praxis sieht anders aus. Und zwar deutlich anders.

Finden wir es im Test heraus!

An dieser Stelle vielen Dank an Pearl für das Zurverfügungstellen der Akkus für diesen Test.

 

Die tka ZX-3873-675 im Test

Geliefert werden die Akkus als 4er-Set in einer kleinen Kunststoffbox. Das ist eine reine Aufbewahrungsbox, kein Ladegerät. Ein passendes Ladegerät musst du also mitbestellen oder schon zu Hause haben.

Ansonsten halten sich die Akkus natürlich an das AA-Format, der Formfaktor ist hier ja vorgegeben. Entsprechend kannst du sie in jedem Gerät einsetzen, das AA-Batterien akzeptiert.

Optisch sind die ZX-3873-675 kaum von den ZX-3652-675 zu unterscheiden. Gleiche Farbgebung, gleicher Aufdruck, gleiche Machart. Nur an der Seite, wo beim Schwestermodell der USB-C-Port sitzt, ist hier eben nichts.

Und auch hier gilt wieder meine persönliche Meinung von damals: Der Aufdruck wirkt etwas weniger hochwertig als bei einigen Konkurrenten. Auf die Leistung hat das natürlich keinen Einfluss.

 

Ohne USB-C-Port brauchst du ein passendes Ladegerät

Der fehlende USB-C-Port hat eine Konsequenz, die beim Kauf gerne untergeht: Du brauchst ein Ladegerät, das mit 1,5-V-Lithium-Akkus umgehen kann.

Ein normales NiMH-Ladegerät ist hier die falsche Wahl. NiMH-Ladegeräte erkennen das Ladeende über Verfahren wie Delta-Peak, und die funktionieren bei einem Lithium-Akku mit integrierter Elektronik schlicht nicht. Du brauchst eine der typischen Ladeboxen für Lithium-AA-Akkus, wie sie beispielsweise tka selbst separat im Programm hat.

Rechne diese Kosten also mit ein, wenn du noch keine solche Box besitzt. PS: Diese Akkus sind zu den üblichen „Lithium-Akku-Ladeboxen“ anscheinend kompatibel. Offiziell solltest du aber besser ein originales tka-Ladegerät nutzen.

 

Vor- und Nachteile von Lithium-AA-Akkus

Bevor wir in die Messwerte einsteigen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Technik dahinter. Lithium-AA-Akkus sind nämlich nicht einfach „bessere NiMH-Akkus“.

In einem Lithium-AA-Akku steckt eine kleine Lithium-Zelle mit rund 3,7 V plus ein Spannungswandler, der daraus die 1,5 V macht, die dein Gerät erwartet. Genau dieser Wandler ist der Grund für die typischen Stärken, wie den Schutz gegen das Tiefenentladen, höhere Leistung und bessere Kompatibilität.

Auf der anderen Seite arbeitet der Wandler bei sehr niedrigen Lasten, also etwa in Fernbedienungen oder Wanduhren, weniger effizient. Und die reine Kapazität liegt oft unter der eines guten NiMH-Akkus.

Du kaufst bei dieser Akku-Gattung also nicht primär Kapazität. Mehr zu den Vor- und Nachteilen liest du in meinem Artikel Was sind die Vorteile von Lithium-AA-Akkus?.

 

Kapazitätsangaben verstehen: mWh vs. mAh

Beim Stöbern nach AA-Akkus stolperst du unweigerlich über zwei Angaben: mAh und mWh. Der Unterschied ist schnell erklärt.

mAh (Milliamperestunden) sagt dir, wie viel Ladung ein Akku speichert und wie lange er bei einer bestimmten Stromstärke durchhält. Die Spannung spielt dabei keine Rolle.

mWh (Milliwattstunden) beschreibt dagegen die tatsächlich nutzbare Energie, also das, was am Ende wirklich bei deinem Gerät ankommt. Die Formel ist simpel: mAh × Spannung = mWh.

Ein NiMH-Akku arbeitet mit einer Nennspannung von 1,2 V, ein Lithium-AA-Akku mit 1,5 V. Ein NiMH-Akku mit 2500 mAh liefert dir also rund 3000 mWh, ein Lithium-Akku mit denselben 2500 mAh dagegen etwa 3750 mWh.

 

Wie hoch ist die Kapazität?

Getestet habe ich wie immer mit dem SkyRC MC3000. Entladen wurde bei 0,1 A, 0,4 A und 1 A, und zwar jeweils für alle vier Akkus aus dem Set, damit du auch die übliche Serienstreuung siehst.

Laut tka sollen die Akkus 3000 mWh bzw. 2000 mAh liefern. Das habe ich gemessen:

Kapazität in mWh 0,1 A 0,4 A 1 A Im Schnitt
Akku 1 2716 2573 2328 2539
Akku 2 2685 2535 2596 2605
Akku 3 2672 2522 2293 2496
Akku 4 2750 2599 2387 2579
Im Schnitt 2706 2557 2401 2555

 

Bei 0,1 A Last kam ich im Schnitt auf 2706 mWh bzw. 1977 mAh. Bei 0,4 A waren es 2557 mWh bzw. 1909 mAh, bei 1 A noch 2401 mWh bzw. 1842 mAh.

Damit liegen die Akkus je nach Last knapp 10 bis 20 % unter der Herstellerangabe. Für sich genommen ist das nicht ungewöhnlich, die meisten Akkus dieser Klasse schaffen ihre Angabe nicht.

Ungewöhnlich wird es erst im direkten Vergleich mit dem Schwestermodell. Die ZX-3652-675 mit USB-C-Port kamen bei mir auf 2997 mWh, 2903 mWh und 2637 mWh.

Das Modell mit USB-C-Port, das durch den Ladeport Platz für die Zelle verliert, liefert rund 10 % mehr Energie als das Modell ohne Port. Das ist genau das Gegenteil von dem, was man erwarten würde.

 

Im Vergleich

Wo landen die tka-Akkus im Feld der bisher von mir getesteten Lithium-AA-Akkus? Eine noch größere Übersicht findest du in meinem Artikel 15x Lithium-AA-Akkus im Vergleich.

Akku (Angaben in mWh) 0,1 A 0,4 A 1 A Im Schnitt
Delyeepow USB-C AA Akkus 1803 1732 1607 1714
EBL Lithium AA Akku mit USB 2327 2222 2044 2197
PUJIMAX AA Li-Ion 4255 mWh 2407 2299 2058 2255
ANSMANN Premium Rechargeable AA 2387 2436 2198 2340
tka ZX-3873-675, 3000 mWh (dieser Test) 2706 2557 2401 2555
MAOMAOCON 3000 mWh 2715 2743 2415 2624
Zepath AA Akkus mit 3000 mWh 2748 2756 2470 2658
Linogy 3600 mWh 2898 2885 2609 2797
Hixon AA Akkus 3500 mWh (Rot) 2761 2946 2777 2828
Dracutum 3600 mWh 2942 2876 2675 2831
EBL Lithium AA 3600 mWh 2979 2919 2623 2840
tka ZX-3652-675, 3000 mWh + USB-C 2997 2903 2637 2846
EBL Lithium Akkus 3000 mWh 3183 3166 2472 2940
Zepath AA Akkus mit 3600 mWh 3108 3169 2832 3036
BATZONE Lithium AA 3600 mWh 3135 3212 3018 3122
UseNiy 3600 mWh 3160 3254 3072 3162
Hixon AA Akkus 3500 mWh (Blau) 3368 3456 3194 3339
XTAR AA Lithium 4150 mWh / 2500 mAh 3381 3583 3297 3420

 

Kurz gesagt: im unteren Drittel. Die ZX-3873-675 schlagen zwar sauber alle Modelle mit integriertem USB-Ladeport, die ich bisher hatte, liegen aber unter praktisch allem, was ohne Port antritt. Etwas, das ich nicht ganz verstehen kann.

 

Die Spannung

Gut, ein paar Prozent weniger Kapazität, damit kann man leben. Der spannendste Unterschied steckt aber woanders.

Es gibt zwei Typen von Lithium-AA-Akkus. Die einen liefern konstant rund 1,5 V, praktisch bis zum Schluss. Die anderen bilden absichtlich den langsam fallenden Spannungsverlauf einer normalen Batterie nach.

Das Schwestermodell mit USB-C-Port gehört eindeutig zur ersten Gruppe. Die ZX-3873-675 gehören zur zweiten.

So sah der Spannungsverlauf bei einer Entladung mit 0,1 A aus:

Entladene Kapazität Spannung
Start 1,53 V
nach 10 % 1,48 V
nach 25 % 1,43 V
nach 50 % 1,36 V
nach 75 % 1,33 V
nach 90 % 1,29 V
nach 97 % 1,24 V
Ende 1,10 V

 

Die Akkus starten bei rund 1,53 V, sind nach der Hälfte der Laufzeit bei 1,36 V und pendeln sich dann langsam Richtung 1,30 V ein. Erst auf den letzten Prozenten fällt die Spannung auf 1,10 V ab.

Das ist kein Defekt und kein Ausreißer, das ist so gewollt. Aber es ändert den Charakter des Akkus komplett.

 

Was bedeutet das für dich in der Praxis?

Erstens erklärt es den Kapazitätsunterschied fast vollständig. Schau dir noch einmal die mAh-Werte an. Bei 0,1 A liefern die ZX-3873-675 1977 mAh, das Schwestermodell mit USB-C-Port 2011 mAh. Das ist praktisch identisch, der Unterschied liegt im Bereich der Serienstreuung.

Die Zelle im Inneren dürfte also die gleiche oder zumindest eine sehr ähnliche sein. Der Unterschied entsteht über die Spannung. Die ZX-3873-675 liefern im Mittel rund 1,37 V, das Schwestermodell rund 1,49 V. Gleiche Ladung bei niedrigerer Spannung bedeutet weniger Energie, also weniger mWh. Mehr steckt nicht dahinter.

Deine Taschenlampe wird mit diesen Akkus also wieder langsam dunkler, statt bis kurz vor Schluss mit voller Helligkeit zu leuchten. Ein Aufsteckblitz lädt gegen Ende spürbar langsamer nach, ein Motor läuft langsamer. Das kennst du so von NiMH-Akkus und Alkaline-Batterien.

Es gibt aber auch eine Seite, die dafür spricht. Geräte, die den Ladestand über die Spannung schätzen, kommen mit so einem Verlauf besser klar. Bei einem Akku mit konstanten 1,5 V zeigt dir dein Gerät bis kurz vor Schluss volle Batterien an und geht dann quasi ohne Vorwarnung aus. Hier bekommst du dagegen eine echte, langsam fallende Anzeige.

Wenn dich also vor allem die Wiederaufladbarkeit interessiert und du eine halbwegs brauchbare Batterieanzeige haben möchtest, ist dieses Verhalten kein Nachteil, sondern sogar ein kleiner Vorteil.

Der eingebaute Schutz vor Tiefentladung ist übrigens auch bei diesem Modell vorhanden. Die Akkus schalten am Ende sauber ab, statt sich langsam zu ruinieren. Das bleibt ein Pluspunkt gegenüber NiMH.

 

Fazit

Die tka ZX-3873-675 sind für mich vor allem ein gutes Beispiel dafür, warum man Akkus messen sollte, statt sich auf die Verpackung zu verlassen.

Von außen sind sie dasselbe Produkt wie die ZX-3652-675, nur ohne USB-C-Port, mit demselben Kapazitätsversprechen und derselben Spannungsangabe. In der Praxis sind es zwei verschiedene Akkus mit unterschiedlichem Verhalten.

Das Modell mit USB-C-Port trifft seine 3000 mWh fast punktgenau und liefert konstante 1,5 V. Das Modell ohne Port liegt rund 10 % darunter und bildet stattdessen den Spannungsverlauf einer Batterie nach. Ausgerechnet die Variante, die durch den fehlenden Ladeport eigentlich mehr Platz für die Zelle hätte, ist damit die schwächere.

Schlecht sind die ZX-3873-675 deswegen nicht. Die gemessene Kapazität geht für einen 3000-mWh-Akku in Ordnung, der Tiefentladungsschutz ist da, und in Geräten mit Batterieanzeige verhalten sie sich sogar angenehmer als die konstanten Modelle.

Meine Empfehlung fällt daher klar aus: Wenn dich diese Akku-Gattung reizt, greif zum Schwestermodell mit USB-C-Port, der tka ZX-3652-675. Du bekommst mehr Energie, konstante 1,5 V und sparst dir das separate Ladegerät.

Wie zuverlässig sind Powerstations wirklich? 42 % Ausfallquote…..

Ich teste für Techtest.org viele verschiedene Produktkategorien und habe x-tausende Produkte in den Fingern gehabt.

Hier ist es generell eine Seltenheit, dass etwas während oder kurz nach einem Test kaputtgeht. Es kann passieren, ist aber normalerweise die absolute Ausnahme.

powerstations im vergleich 5

Es gibt allerdings eine Produktkategorie, welche bei mir aufgrund ihrer Zuverlässigkeit etwas heraussticht: Das sind die Powerstations!

Keine Produktkategorie zeigt bei mir im Einsatz oder nach dem Test eine solch hohe Ausfallquote. Daher dachte ich mir, ich mache doch dazu einen kleinen Artikel und gehe näher darauf ein.

 

Wichtig: leichte Nutzung!

Jedes Gerät geht früher oder später kaputt, das ist leider so. Das Problem bei den Powerstations ist aber, dass ich diese nur leicht nutze! Ich habe einige Powerstations, und diese werden im Schnitt vielleicht 10–50 Zyklen haben. Das ist in der Theorie nichts.

Dennoch sind mir hier einfach auffällig viele Modelle ausgefallen, trotz der leichten Nutzung.

 

Auffällig viele Ausfälle

Aber lass uns versuchen, dieses Bauchgefühl etwas genauer zu fassen. Folgende Powerstations habe ich getestet, inklusive des Zustands.

Modell Zustand Anmerkung
AFERIY P210 Teils Zeigt komisches Verhalten beim Laden
ALLPOWERS R600 Funktioniert
ALLPOWERS S2000 Funktioniert
Anker SOLIX C300 Funktioniert
Anker SOLIX C300X DC Defekt Lässt sich nicht mehr laden
BLUETTI AC70 Funktioniert
CTECHi Tragbare Powerstation 518Wh/500W Defekt Lässt sich nicht mehr laden
DJI Power 1000 Mini Funktioniert
DJI Power 2000 Funktioniert
EBL MP500 500W Funktioniert
ECOFLOW Delta 2 Teils DC-KFZ-Ausgang kaputt
EcoFlow DELTA mini Teils Steckdosen gehen nicht mehr
ECOFLOW RIVER 2 MAX Funktioniert
EcoFlow RIVER mini Defekt Lässt sich nicht mehr laden
EcoFlow RIVER Pro Funktioniert, aber Kapazität massiv abgebaut
Egretech Sonic 1200 Funktioniert
FOSSiBOT F2400 Funktioniert
Jackery Explorer 2000 Pro Teils Verweigert teils das Laden (Relais hängen bei Kälte)
Jackery Powerstation Explorer 1000 Funktioniert
Jackery Powerstation Explorer 500 Defekt Lässt sich nicht mehr laden
LUBY Portable Power Station Funktioniert
Oscal PowerMax 300 Funktioniert
OSCAL PowerMax 6000 Funktioniert
Powdeom EN700 Teils Verhält sich teils etwas zickig
PowerOak AC200P Defekt
PowerQueen P300 Funktioniert
Swarey S2401 Defekt
UGREEN Powerroam 1200 Funktioniert
VOLTERO PS12 Defekt
VOLTERO PS18 Defekt
VOLTERO PS24 Funktioniert

 

Ich habe 31 Powerstations getestet, davon sind 13 teils oder komplett kaputt. Das ist eine Quote von rund 42 %.

Das ist wahnsinnig viel! Bei Powerbanks ist die Ausfallquote um einiges niedriger, und bei puren LiFePO4-Akkus liegt sie bei mir sogar bei 0 %.

 

Viele Hersteller betroffen

Dabei trifft es nicht nur einen Hersteller, der besonders unzuverlässig ist. Wie du sehen kannst, trifft es viele, teils auch respektierte, Hersteller.

Z.B. ist die Anker SOLIX C300X DC gerade erst im Test zwei Wochen später kaputtgegangen, während die Anker SOLIX C300 seit über 2 Jahren sauber läuft.

 

Powerstations sind komplex

Warum Powerstations so eine hohe Ausfallquote haben, wird vermutlich an der Komplexität liegen.

Wir haben hier die Akkuzellen, das Akku-BMS, die Elektronik für 230-V-Steckdosen, die Elektronik für das Laden via Steckdose, die DC-Elektronik mit Spannungswandlern, eventuell auch noch einen MPPT-Ladecontroller usw.

ecoflow delta mini test review 19

Hier gibt es einfach recht viel, was kaputt- oder schiefgehen kann.

 

Das Hauptproblem: Tiefenentladung!

Ich denke, das Hauptproblem bei Powerbanks ist das zu tiefe Entladen. Normalerweise sollte das BMS hier schützen, aber ich habe die Erfahrung, dass dies nicht immer der Fall ist.

Es ist mir bei mehreren Modellen passiert, dass ich diese an Tag 1 entlade, ganz normal über die Steckdose, und an Tag 2 laden will und es schon nicht mehr klappt.

Z.B. hing an der EcoFlow RIVER mini eine Kühlbox beim Grillen, am nächsten Tag ließ sie sich nicht mehr laden (hängt bei 0 %).

An der Anker SOLIX C300X DC hing über Nacht ein Notebook, am nächsten Tag wollte sie nicht mehr laden und hing bei 0 %.

Entweder funktioniert hier das Balancieren der Akkuzellen gar nicht und eine Zelle tanzt aus der Reihe, oder die Zellen werden einfach zu tief entladen und das BMS blockiert dann.

Ein weiteres Beispiel: die PowerOak AC200P. Auch hier hat der Schutz nicht richtig gegriffen. Ich habe die Powerstation zerlegt und manuell die Zellen „nachgeladen“ (sollte man aus Sicherheitsgründen nicht machen) und die Powerstation ging wieder.

Immerhin zeigt die Tendenz, dass die neueren Modelle etwas haltbarer zu sein scheinen.

 

Fazit

Powerstations sind für mich eine echte Wundertüte, und leider im negativen Sinne. Eine Ausfallquote von rund 42 % ist bei so einer geringen Nutzung wirklich erschreckend, und in keiner anderen Produktkategorie sehe ich so etwas. Zum Vergleich: Bei reinen LiFePO4-Akkus liege ich bei einer Ausfallquote von 0 %.

power oak ac200p test review 12

Es trifft dabei nicht nur die billigen No-Name-Modelle, sondern quer durch die Bank auch etablierte und teure Hersteller. Du kannst also selbst bei einem namhaften Modell nicht davon ausgehen, dass es „schon halten wird“.

Was solltest du also mitnehmen? Gerade bei Powerstations würde ich auf einen seriösen Händler mit guter Garantie-Abwicklung Wert legen.

Die gute Nachricht zum Schluss: Die Tendenz zeigt, dass die neueren Modelle etwas robuster geworden sind. Ich hoffe sehr, dass sich dieser Trend fortsetzt, denn die Technik an sich ist super, nur an der Zuverlässigkeit hakt es aktuell noch deutlich zu oft.

ACHTUNG! UGREEN Nexode Air 65W Mini: Es gibt drei Versionen – mit massiven Unterschieden

Ich habe dir vor wenigen Tagen das UGREEN Nexode Air 65W Mini im Test gezeigt. Und das Ladegerät hat bei mir absolut überragend abgeschnitten. So gut, dass ich sogar gesagt habe: „Das ist derzeit das beste 65-W-USB-Ladegerät am Markt, wenn dir ein einzelner USB-C-Port reicht“.

Nach der Veröffentlichung hat sich dann Jan bei mir gemeldet, der im Charging-Sheet-Umfeld auf Reddit unterwegs ist. Er hatte dasselbe Ladegerät ebenfalls im Test, mit sehr ähnlichem Messequipment, und war über meine Ergebnisse ziemlich verwundert. Denn bei ihm schnitt das Nexode Air 65W Mini deutlich schlechter ab. So viel schlechter, dass man glatt meinen könnte, wir hätten zwei völlig unterschiedliche Modelle vor uns.

Wir haben dann etwas herumprobiert und verglichen. Es gibt aktuell offenbar drei Versionen dieses Ladegerätes. Alle laufen unter demselben Modellnamen, derselben Modellnummer, und äußerlich sind sie nicht zu unterscheiden.

 

Die drei Versionen im Vergleich

Version 1 ist anscheinend die älteste und technisch die langweiligste. 65 W liefert sie zwar, aber die PPS-Range ist stark eingeschränkt, AVS und USB PD 3.2 fehlen komplett, und die vollen 65 W kann sie nicht konstant halten.

Version 2 ist ein leichtes Upgrade. Hier sind AVS und USB PD 3.2 an Bord, die PPS-Range bleibt aber begrenzt. Und auch diese Version liefert nach Jans Messungen die 65 W nicht dauerhaft.

Version 3 ist die Variante, die ich hier im Test hatte, aus meiner Sicht die richtig gute. Große PPS-Range inklusive 21-V-Stufe, AVS, USB PD 3.2 und konstante Volllast über den gesamten Belastungstest. Vermutlich ist bei dieser Version auch die Effizienz ein gutes Stück besser.

Version 1 Version 2 Version 3
Leistung 65 W 65 W 65 W
PPS 5 – 11 V bis 4,5 A bis 5 A bis 5 A
PPS 5 – 21 V bis 3,25 A
AVS / USB PD 3.2
Konstant 65 W
Gewicht ca. 82 g ca. 82 g 76 g

 

Und das sind keine Detailunterschiede auf dem Papier. Version 1 kann beispielsweise ein Google Pixel nicht mit vollem Tempo laden. Version 3 kann es.

 

Wie erkennst du, welche Version du bekommst?

Leider ist äußerlich nicht zu erkennen, welche Version du hast bzw. bekommst. Gleiche Modellnummer, gleicher Aufdruck, gleiches Gehäuse.

Der einzige messbare Hinweis ist das Gewicht. Version 3 ist erstaunlicherweise einen Hauch leichter, Jan und ich kamen beide auf 76 g, die ältere Version liegt bei rund 82 g. Sechs Gramm.

Was sich aber abzeichnet, ist ein Muster über die Farbvarianten:

  • Honkai: Star Rail Edition – hier bekommst du derzeit mit hoher Wahrscheinlichkeit Version 3. Ich hatte diese Edition rein zufällig gekauft, weil mir das Design gefallen hat. Sie kam als Letzte auf den Markt und hat entsprechend die neueste Technik.
  • Orange – scheint mittlerweile ebenfalls Version 3 zu sein (da hier anscheinend bei Amazon eine neue Charge gekommen ist).
  • Schwarz und Silber – hier ist es momentan Glückssache. Die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, dass du noch Altbestand erwischst (Ende Juli). Beide Farben sind aktuell im Angebot, was den Verdacht nahelegt, dass UGREEN die Restbestände abverkauft.

Davon auszugehen ist, dass UGREEN nach und nach alle Farbvarianten auf die neue Technik umstellt. Aktuell ist der alte Bestand aber eben noch im Umlauf.

Ich habe mir zur Sicherheit noch ein zweites Exemplar in Orange bestellt, um das gegenzuprüfen. Und ja, auch das Orangene war Version 3.

 

Leider kein Einzelfall

Man könnte jetzt auf UGREEN schimpfen. Und ja, das verdient auch Kritik, so massive technische Unterschiede gehören nicht unter dieselbe Modellnummer.

Fairerweise muss man aber sagen, das ist bei Powerbanks und Ladegeräten inzwischen leider Trend. Anker bietet die Anker 737 ebenfalls in mehreren technisch unterschiedlichen Versionen unter gleicher Modellnummer an. Und INIU ist ein absoluter Großmeister darin, Powerbanks und Ladegeräte im Laufe der Zeit still und leise zu verändern, dort allerdings meist in Richtung Downgrade. Bei UGREEN und Anker sind es in diesen Fällen wenigstens Upgrades.

Trotzdem, wenn du keine Messgeräte im Schrank stehen hast, weißt du schlicht nicht, was du da gekauft hast. Und das ist ein Zustand, der so nicht sein müsste.

 

Fazit

Meine Empfehlung für das UGREEN Nexode Air 65W Mini steht weiterhin, das Ladegerät, das ich getestet habe, ist überragend. Es ist das kompakteste und effizienteste 65-W-Ladegerät, das ich bisher gemessen habe, mit toller PPS-Range und AVS/USB-PD-3.2-Support.

Aber der Zusatz lautet: „Greif Stand Ende Juli 2026 zur Honkai: Star Rail Edition oder zur orangen Variante“. Bei Schwarz und Silber ist die Chance groß, dass du eine technisch deutlich schwächere Version bekommst als die, die hier im Test lag.

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  • Power, die kühl bleibt: Dank selbst entwickelter GaNInfinity...
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Das ist eine unbefriedigende Situation, aber ich denke, in den nächsten paar Wochen/Monaten ist das Thema gegessen und alle verkauften Air 65W sind die bessere Version.

Ein dickes Dankeschön an Jan, der das überhaupt erst ins Rollen gebracht hat. Ohne seine Gegenmessung wäre das komplett unter dem Radar geblieben.

Wenn du es aktuell kaufen willst, würde ich zur orangen oder zur „Honkai: Star Rail“-Version raten.

Samsung SmartThings nicht mehr empfehlenswert …SmartThings API wird kostenpflichtig: 4,99 $ im Monat für Home Assistant & Co.

Ich war durchaus ein kleiner Fan des Samsung-SmartThings-Ökosystems und vor allem des Aeotec Smart Home Hub.

So ist das SmartThings-Ökosystem extrem flexibel und bietet eine wunderbar breite Unterstützung für viele Endgeräte. Dies auch, da der Aeotec Smart Home Hub Zigbee, Matter, Thread und Z-Wave in einer relativ günstigen Box unterstützt.

Ich bin allerdings auch ein sehr großer Fan des Home Assistants, einer offenen, nicht herstellergebundenen Smart-Home-Plattform.

Bislang waren dies zwei Dinge, die sich nicht ausschlossen. Es war problemlos möglich, SmartThings mit dem Home Assistant zu verbinden und somit die Geräte, welche z. B. mit dem Aeotec Smart Home Hub verbunden waren, auch über den Home Assistant zu steuern.

Warum solltest du dies wollen?

Es war hierdurch möglich, den Aeotec Smart Home Hub mehr oder weniger als Zigbee-/Matter-/Thread-/Z-Wave-„Gateway“ für den Home Assistant zu nutzen. Dies habe ich auch gemacht, da vor allem der Thread- und Matter-Support in SmartThings stabiler ist als über den Home Assistant direkt.

Aber nun hat sich Samsung entschieden, die SmartThings-Erfahrung zu „verbessern“.

 

Enhanced SmartThings API Experience = kostenpflichtig

Samsung hat Ende Juni 2026 in einem Blog-Artikel „A New Enhanced SmartThings API Experience“ bekannt gegeben, wie sie die API „verbessern“ wollen.

https://community.smartthings.com/t/a-new-enhanced-smartthings-api-experience/309947

  • Verbessern = kostenpflichtig machen

„In the upcoming months, we will introduce dedicated, paid commercial API tiers as well as a $4.99 a month plan for non-commercial, individual developers.“

Kurz gesagt: Willst du in Zukunft den Home Assistant oder andere Drittanbieter-Dienste via API mit Samsung SmartThings verbinden, musst du 4,99 $ (also vermutlich 4,99 €) im Monat zahlen.

Natürlich gilt dies nicht nur für neue Kunden, sondern diese tolle neue Verbesserung wird für alle Kunden im Nachhinein eingeführt.

 

Maximal unsympathisch

Natürlich ist es Samsungs Recht (das haben diese sich über die AGB eingeholt), solch eine Änderung durchzuführen.

Und wenn du eh nur die SmartThings-App nutzt, ändert sich für dich erst mal nichts.

Erst einmal! Dies ist natürlich ein Schritt in eine unschöne Richtung und zeigt, dass bei Samsung die Versuchung sehr groß ist, Features auch für Endkunden kostenpflichtig einzuführen – „Abos“.

Wir sehen hier halt einen Trend Richtung Abos, den ich so nicht gutheißen möchte. Vor allem, wie auch Samsung dies kommuniziert: „Enhanced Experience“ ……

Und nein, ich denke nicht, dass die Serverkosten, die eine API-Nutzung eines Endkunden verursacht, ansatzweise bei 4,99 $ im Monat liegen.

Daher wäre ich derzeit mit der Empfehlung des SmartThings-Ökosystems sehr zurückhaltend, solche Entwicklungen sind nie ein positives Zeichen.

LiFePO4-Akku Vergleich 2026: Welcher Hersteller ist wirklich der Beste?

Wir haben uns auf Techtest schon einige LiFePO4-Akkus im Test angesehen. Auch privat nutze ich seit vielen Jahren verschiedene LiFePO4-Akkus in diversen Off-Grid-Solaranlagen.

Daher habe ich einige Erfahrungen mit diesem Typ Akku sammeln können.

Ich wurde nun schon des Öfteren gefragt, „welcher ist der beste LiFePO4-Akku“ oder „welcher ist der beste Hersteller für LiFePO4-Akkus“.

In diesem Artikel wollen wir doch einmal versuchen, diese Fragen zu klären.

 

Die LiFePO4-Akkus im Test

Folgende LiFePO4-Akkus hatte ich in der letzten Zeit für Techtest.org im Test:

Wie du sehen kannst, habe ich in letzter Zeit einige Akkus für Techtest.org getestet. Primär Akkus in der 100-Ah-Klasse, aber auch einige größere Modelle.

 

Warum ich immer zu einem Akku mit Bluetooth-BMS rate

Wenn du mich fragst, welches Feature ich bei einem LiFePO4-Akku für nahezu unverzichtbar halte, dann ist es das Bluetooth-BMS. Der Grund dafür liegt in einer Eigenheit dieses Akku-Typs: dem sehr flachen Spannungsverlauf.

Während du bei einem klassischen Blei-Gel-Akku noch relativ gut anhand der Spannung abschätzen kannst, wie voll oder leer er ist, funktioniert das bei LiFePO4-Akkus kaum noch. Die Spannung schwankt beim Entladen nämlich nur minimal. In meinen Tests spielt sich regelmäßig rund 90 % der nutzbaren Kapazität in einem winzigen Fenster von etwa 13,1 V bis 12,6 V ab. Fällt die Spannung dann unter etwa 12,5 V, ist der Akku praktisch schlagartig leer.

Das Problem: Mit einem externen Messgerät kannst du in diesem engen Bereich kaum zuverlässig ablesen, ob dein Akku noch zu 80 % oder nur noch zu 20 % gefüllt ist. Und genau hier kommt das Bluetooth-BMS ins Spiel. Es misst den tatsächlichen Lade- und Entladestrom mit und rechnet dir daraus zuverlässig den echten Ladestand in Prozent aus, den du dir bequem in der jeweiligen App anzeigen lassen kannst. Gerade in einer Off-Grid-Solaranlage, wo du wissen willst, wie viel Reserve dir noch bleibt, ist das aus meiner Sicht ein enormer Mehrwert. Für die vergleichsweise geringen Mehrkosten bekommst du hier ein Feature, das dir im Alltag echte Sicherheit gibt. Deshalb lautet meine klare Empfehlung: Wenn möglich, greife immer zum Modell mit Bluetooth-BMS.

 

Mehr Gutes als Schlechtes am Markt – ein Kapazitätsvergleich

Grundsätzlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass die meisten aktuell im Handel verfügbaren LiFePO4-Akkus ziemlich ok sind. Im Folgenden vergleichen wir einmal die von mir getesteten LiFePO4-Akkus, basierend auf der echten Kapazität, welche diese im Test liefern konnten, im Verhältnis zur Herstellerangabe.

Akku % Ah durchschnittlich gemessen Kapazität laut Hersteller
Shentec LiFePO4 Akku mit 200 Ah und 200 A BMS 86,05% 172,097 200
EREL LiFePO4 12,8V 100Ah Akku mit Bluetooth 98,26% 98,261 100
Power Queen 12,8V 100Ah OTCB Smart LiFePO4 Batterie 98,40% 98,399 100
CREABEST VB046 LiFePO4 12V 175Ah 100,24% 175,4128 175
Redodo LiFePO4 12V 200Ah 100,61% 201,221 200
LiTime Mini 100Ah 101,56% 101,556 100
ECO-Worthy LiFePO4 12V 100Ah 101,82% 101,8167 100
LiTime 12V 100Ah Group24 102,46% 102,458 100
Redodo 12V 165Ah LiFePO4 Batterie Mit Bluetooth 102,50% 169,13 165
LiTime 12V 100Ah LiFePO4 Akku für Trolling Motoren 102,67% 102,668 100
WattCycle 12V 100Ah Untersitz (Bluetooth) 102,74% 102,735 100
WattCycle 12V 100Ah Mini LiFePO4 Battery with Bluetooth 103,10% 103,0993 100
Creabest LiFePO4 Akku 100Ah 12,8V mit Bluetooth 103,46% 103,455 100
Geleipu 25,6V 100Ah LiFePO4 Batterie 103,75% 103,745 100
Vatrer 12V 100AH LiFePO4 mit APP und Selbsterwärmung 104,20% 104,2 100
Power Queen 12V 100Ah Gruppe 24 Smart LiFePO4 104,26% 104,2578 100
Power Queen 12,8V 100Ah LiFePO4-Akku 105,23% 105,23 100
LiTime 12V 100Ah LiFePO4 Akku 106,06% 106,06 100
Supervolt LiFePO4 100Ah 12.8V Lithium Batterie 110,00% 110 100
LiThink 12,8V 280 Ah 110,09% 308,254 280

 

Die allermeisten Akkus liefern nach meiner Erfahrung die versprochene Kapazität, viele übertreffen sie sogar leicht. Der Markt für LiFePO4-Akkus ist deutlich erwachsener geworden.

Dass ein Akku etwas mehr als 100 % erreicht, ist mittlerweile „normal“. Die meisten Hersteller geben ihre Kapazität eher konservativ an, sodass in der Praxis ein kleiner Puffer übrig bleibt. Ein Akku, der bei mir 103 oder 104 % erreicht, hat also schlicht seine Nennkapazität sauber erfüllt und noch eine Reserve obendrauf. Genau so soll es sein.

Interessanter sind für mich immer die Kandidaten am unteren Ende. Und hier sticht ein Modell klar heraus: Der Shentec LiFePO4 Akku mit 200 Ah landet mit rund 86 % deutlich unter der Herstellerangabe. Statt der versprochenen 200 Ah kamen im Schnitt nur etwa 172 Ah heraus. Das ist der einzige Akku im gesamten Testfeld, der die angegebene Kapazität spürbar verfehlt hat. Für mich ein gutes Beispiel dafür, dass man eben doch nicht blind zu jedem Angebot greifen sollte, auch wenn die große Mehrheit inzwischen wirklich ordentlich abschneidet.

Ein wichtiger Hinweis an dieser Stelle: Alle diese Werte habe ich an neuwertigen Akkus gemessen. Über die Jahre verliert jeder Akku etwas an Kapazität. Ein kleiner Puffer nach oben ist also durchaus willkommen, weil dir der Akku dann auch nach einigen Jahren und vielen Zyklen noch nah an der Nennkapazität dient.

 

Und welcher ist nun der beste Hersteller?

Kommen wir zurück zur eigentlichen Frage. Ich muss dich an dieser Stelle ein kleines Stück weit enttäuschen: Den einen besten LiFePO4-Akku gibt es meiner Meinung nach nicht. Zu unterschiedlich sind die Anforderungen, je nachdem, ob du eine feste Off-Grid-Solaranlage, ein Wohnmobil oder einen Trolling-Motor versorgen willst.

Es gibt aber einige Hersteller, zu denen ich nach all meinen Tests immer wieder gerne rate. So gibt es zunächst eine Gruppe chinesischer Hersteller, welche recht ähnliche Akkus anbieten und alle nach meiner Erfahrung ordentlich bis gut sind!

  • LiTime
  • Power Queen
  • Redodo
  • WattCycle

Ich habe bislang keine negativen Erfahrungen mit Akkus dieser Hersteller gemacht! Technisch sind diese sehr ähnlich, und bislang hat mich noch kein Akku dieser Hersteller enttäuscht!

  • Creabest
  • LiThink

LiFePO4-Akkus von Creabest hatte / habe ich selbst im Einsatz, auch hier kann ich nichts Negatives berichten, und ich würde Creabest mit gutem Gewissen empfehlen.

Von LiThink hatte ich bislang nur einen Akku im Test, den LiThink 12,8V 280 Ah, welcher allerdings der beste LiFePO4-Akku ist, den ich bislang im Test hatte.

Was ist aber mit „Premium“-Herstellern wie Supervolt?

Der Supervolt LiFePO4 100Ah 12,8V Akku hatte bei mir im Test zwar bemerkenswert gut abgeschnitten, aber aus Sicht der „Preis-Leistung“ sind diese Akkus schwieriger. Du zahlst hier ein gutes Stück einfach für den deutschen Hersteller/Support.

Da musst du wissen, ob dir das den Aufpreis wert ist.

 

Langzeiterfahrungen

Ich habe gleich zwei Off-Grid-Solaranlagen, welche ich seit Jahren betreibe. In diesen Jahren haben sich natürlich die Komponenten etwas gewandelt.

Derzeit nutze ich folgende Komponenten:

Offgrid 1

Offgrid 2

Daran, dass ich diese beiden Akkus in meinen Solaranlagen nutze, kannst du vermutlich schon erkennen, dass ich diese für recht gut halte.

Bislang haben diese Akkus (und auch andere Modelle, die ich hier genutzt habe) nie Probleme gemacht.

 

0 % Ausfallquote

Bislang ist mir im Test oder nach einem Test noch nie ein LiFePO4-Akku kaputtgegangen!

Das ist insofern überraschend, da beispielsweise Powerstations bei mir die Produktkategorie mit der mit Abstand höchsten Ausfallquote sind.

Von daher halte ich generell die LiFePO4-Akkus für zuverlässig.

 

Fazit

Der Markt für LiFePO4-Akkus ist erwachsen geworden. Die allermeisten Modelle, die ich in letzter Zeit für Techtest.org im Test hatte, liefern zuverlässig die versprochene Kapazität und machen im Alltag einfach ihren Job. Blind zu jedem Angebot greifen solltest du zwar nicht, wie das ein oder andere schwächere Ergebnis im Testfeld zeigt, aber die Wahrscheinlichkeit, einen guten Akku zu erwischen, ist heute deutlich höher als noch vor ein paar Jahren.

Wenn du mich aber nach einer konkreten Empfehlung fragst, dann rate ich dir zu einem Akku von LiTime, Power Queen, Redodo, WattCycle und Co.. Die Hersteller aus dieser Gruppe sind technisch sehr ähnlich und allesamt ordentlich: solide Verarbeitung, saubere Kapazität leicht über Herstellerangabe und ein zuverlässiges Bluetooth-BMS zum fairen Preis.

Suchst du dagegen nach dem absoluten Spitzenmodell, dann führt für mich kein Weg am LiThink 12,8V 280 Ah vorbei. Er ist schlicht der beste LiFePO4-Akku, den ich bislang im Test hatte, und läuft bei mir nicht ohne Grund fest in einer meiner Off-Grid-Solaranlagen. Wenn du viel Kapazität willst und dabei auf Nummer sicher gehen möchtest, ist das meine klare Empfehlung.

Wie immer gilt aber: Die Preise für LiFePO4-Akkus schwanken teils deutlich. Mein Tipp an dich ist daher, vor dem Kauf kurz die aktuellen Tagespreise zu vergleichen. Triffst du dabei auf ein gutes Angebot von einem der genannten Hersteller, bin ich positiv, dass du nichts falsch machst.

Thermal Master P3 im Test: Wärmebildkamera mit verstellbarem Fokus für 299 €

Wärmebildkameras waren viele Jahre lang eine sehr teure und professionelle Anschaffung. Entsprechend waren diese im Hobby- oder Heim-Umfeld kaum vertreten, auch wenn sie in vielen Bereichen durchaus Sinn machen, gerade für Bastler und Schrauber.

Selbst viele professionelle Nutzer haben auf diese verzichtet, selbst wenn sie im jeweiligen Umfeld, wie bei Elektrikern, Fensterbauern usw., durchaus Sinn machen würden.

Erfreulicherweise sind aber Wärmebildkameras deutlich günstiger geworden, vor allem als Ansteck-Module für Smartphones. Einer der treibenden Hersteller ist hier unter anderem Thermal Master.

Thermal Master hat mit der P3 nun ein neues Modell auf den Markt gebracht. So verfügt diese über eine maximale Auflösung von 512 x 384 Pixeln und ein Objektiv, das fokussierbar ist. Letzteres macht die P3 sowohl für kleine Objekte wie PCBs, wie aber auch für große Aufnahmen wie beim Bau interessant.

Dabei ist der Preis mit 299 € Liste auf den ersten Blick fair.

Aber wie gut ist die Thermal Master P3 in der Praxis? Finden wir es im Test heraus!

An dieser Stelle vielen Dank an Thermal Master für das Zurverfügungstellen der P3 für diesen Test.

 

Die Thermal Master P3 im Test

Bei der Thermal Master P3 handelt es sich um ein ca. 59 x 27 x 17 mm großes Modul. Dieses verfügt über einen USB-C-Stecker auf der Oberseite und wird so mit deinem Smartphone verbunden.

Zudem haben wir auf der Front eine recht große Linse, mit einem drehbaren „Ring“. Dieser erlaubt das manuelle Fokussieren auf 8 mm bis 30 m entfernte Objekte.

Abseits davon finden sich an der P3 keine weiteren Tasten, Anzeigen oder Displays.

Die Stromversorgung läuft auch über den USB-C-Stecker. Einen integrierten Akku gibt es nicht und braucht es auch nicht.

Mit im Lieferumfang liegt neben dem Modul eine kleine Tasche, ein 50 cm „Verlängerungskabel“ und ein Lightning-Adapter.

 

Für Windows, Android und iOS

Die Thermal Master P3 ist sowohl für Android- wie auch iOS-Smartphones geeignet. In meinem Test funktionierte diese problemlos an einem Xiaomi 17 Ultra, wie auch an einem iPhone 17 Pro Max.

Neben Smartphones ist aber auch eine Nutzung mit Windows-PCs möglich! Hier musst du dann die USB-C-Verlängerung nutzen.

 

Starke technische Daten

Werfen wir einen Blick auf die technischen Daten der Thermal Master P3. Diese hat hier nämlich einiges zu bieten!

So setzt die P3 auf einen VOx-Sensor mit einer nativen Auflösung von 256 x 192 Pixeln und einer Pixelgröße von 12 µm. Per X³ IR Upscaling werden daraus dann 512 x 384 Pixel. Das ist eine hervorragende Auflösung, gerade für eine Wärmebildkamera in dieser Preisklasse! Zum Vergleich: meine 1.250 € Bosch Professional GTC 400 C bietet hier „nur“ 160 x 120 Pixel, also deutlich weniger.

Bei dem Sensor handelt es sich übrigens um den klassischen 256 x 192 VOx-Sensor, wie er auch bei vielen anderen USB-C-Wärmebildkameras zum Einsatz kommt. So beispielsweise bei der Thermal Master P2, der HIKMICRO Mini2 V2 wie auch der HIKMICRO Mini2Plus V2. Sehr wahrscheinlich liefern alle diese Kameras auch das gleiche oder ein ähnliches Wärmebild.

Auch beim Temperaturbereich kann sich die P3 sehen lassen. So deckt diese den Bereich von -20 bis 600 Grad ab und das mit einer Genauigkeit von ±2 Grad bzw. ±2 %.

Besonders spannend ist aber die thermische Empfindlichkeit (NETD), welche der Hersteller mit unter 35 mK angibt. Damit liegt die P3 sogar leicht vor der P2 und den HIKMICRO Mini2 Modellen, welche jeweils mit ≤ 40 mK spezifiziert sind. Bei der P3 zahlt sich dies vor allem im Makro-Bereich, beispielsweise bei PCBs, aus. Hier soll die P3 sogar Leckströme ab 1 mA sichtbar machen können.

Die Bildrate liegt bei 25 Hz, was für ein flüssiges Live-Bild sorgt und auch bei bewegten Motiven keine unangenehme Slideshow-Optik erzeugt. Dazu gibt es ein 15-faches Digitalzoom und ein Sichtfeld von 40° x 30,2°.

Die Brennweite des Objektivs liegt bei 4,3 mm. Der manuell drehbare Fokusring deckt dabei einen Bereich von 8 mm bis 30 m ab, womit du sowohl winzige Bauteile als auch ganze Räume scharf bekommst. Damit positioniert sich die P3 ähnlich wie die HIKMICRO Mini2Plus V2, welche ebenfalls einen manuellen Fokus bietet. Die normale Mini2 V2 und die Thermal Master P2 setzen hingegen auf ein fest fokussiertes Objektiv.

Thermal Master P3
HIKMICRO Mini2 V2
Bosch GTC400

Beim Stromverbrauch gibt sich die P3 ebenfalls genügsam. Mit 0,32 W zieht diese kaum nennenswert am Akku deines Smartphones.

Auf dem Papier sind die Daten der Thermal Master P3 also durchaus beeindruckend, gerade für 299 €!

Spec Thermal Master P3 Thermal Master P2 Bosch GTC 400 C
Preis (Liste) 299 € ~250 € ~1.259 €
Sensor-Typ VOx, 12 µm VOx, 12 µm k. A.
Native Auflösung 256 x 192 Pixel 256 x 192 Pixel 160 x 120 Pixel
Upscaled Auflösung 512 x 384 (X³ IR) 512 x 384 (X³ IR)
NETD < 35 mK ≤ 40 mK < 50 mK
Bildrate 25 Hz 25 Hz ~9 Hz (nicht offiziell)
Temperaturbereich -20 bis 600 °C -20 bis 600 °C -10 bis 400 °C
Messgenauigkeit ±2 °C / ±2 % ±1,5 °C ±3,0 °C
FOV 40° x 30,2° 56° x 42,2° 53° x 43°
Fokus Manuell, 8 mm – 30 m Fix Fix, ab 0,3 m
Brennweite 4,3 mm
Digital-Zoom 15x 15x
Display Smartphone / PC Smartphone / PC 3,5″ integriert
Anschluss USB-C USB-C MicroUSB, WLAN
Stromversorgung über Smartphone (0,32 W) über Smartphone (0,3 W) 12 V Akku / 4x AA
Kompatibilität Android, iOS, Windows Android (iOS via Adapter) Standalone
Größe 59 x 27 x 17,2 mm 27 x 18 x 9,8 mm Handgerät
Gewicht ~26 g ~10 g 540 g
Schutzklasse IP53
Eigener Akku Nein Nein Ja

 

App

Zwar hat die Thermal Master App in den App Stores eher mäßig gute Bewertungen, aber bei mir funktionierte diese an sich problemlos.

Optisch könnte die App zwar etwas aufpoliert werden, funktional gibt es aber nichts zu meckern.

So bietet die App den üblichen Funktionsumfang. Wir haben ein Gelb/Lila-Wärmebild, auf welchem von Haus aus der wärmste, kälteste und Mittelpunkt mit der Temperatur markiert sind.

Du kannst auch weitere Flächen und Punkte für eine Temperatur-Messung hinzufügen.

Ebenso lässt sich das Farbschema und der Temperatur-Bereich anpassen.

Neben der Live-Ansicht kannst du Fotos wie aber auch Videos anfertigen. Angefertigte Fotos lassen sich auch im Nachhinein bearbeiten, beispielsweise kannst du weitere Messpunkte usw. zu bereits angefertigten Bildern hinzufügen.

 

Verstellbarer Fokus

Ein sehr wichtiger Punkt bei der Thermal Master P3 ist der verstellbare Fokus.

Dieser hebt die P3 stark von anderen Konkurrenten ab. So ist die P3 sowohl für feinere Elektronik, PCBs, wie auch für Wohnungen, Räume und bauliche Dinge nutzbar.

Hierdurch liefert die P3 generell ein sehr scharfes und klares Wärmebild! Dieses ist deutlich detaillierter und klarer als z. B. von der Bosch GTC 400 C.

 

Wie genau ist die Messung?

Um die Messgenauigkeit zu beurteilen, vergleiche ich die Thermal Master P3 mit der Bosch GTC 400 C und der HIKMICRO Mini2 V2.

Für diesen Test habe ich die Druckplatte meines BambuLab H2S auf 40 Grad, 60 Grad, 80 Grad und 100 Grad erwärmt.

Natürlich ist diese Einstellung auch nicht 100 % genau und, wie wir sehen werden, ist die Erwärmung auch alles andere als gleichmäßig, aber dies gibt uns eine gewisse Referenz.

📸 Alle Einzelbilder der Messung anzeigen
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Radiometric Image
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Radiometric Image
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Radiometric Image

Beachtet bei den Wärmebildern immer den Maximal-Wert. Der Punkt der höchsten Temperatur sollte bei allen 3 Kameras theoretisch identisch und somit nicht ganz so von meiner Ausrichtung abhängen.

Zunächst ist klar zu sehen, dass die HIKMICRO Mini2 V2 klar nach oben wegdriftet. Die Tendenz stimmt zwar, aber konstant misst die HIKMICRO Mini2 V2 die Temperatur merkbar über der eingestellten Temperatur und auch höher als die anderen Modelle.

Die Bosch GTC 400 C und die Thermal Master P3 liegen dichter beieinander. Die Bosch misst tendenziell etwas höher als die P3. Allerdings stimmen die gemessenen Werte am dichtesten mit der von mir eingestellten Temperatur überein.

Daher würde ich die Thermal Master P3 durchaus als sehr akkurat einschätzen. Allerdings sind Wärmebildkameras nie 100 % genau, aber nach dem, was ich hier sehe, passen die Messungen der Thermal Master P3 gut!

 

Fazit zur Thermal Master P3

Die Thermal Master P3 ist eine richtig starke kleine Wärmebildkamera. Für 299 € bekommst du hier ein Modul, das bei Auflösung, thermischer Empfindlichkeit und Funktionsumfang locker mit deutlich teureren Profi-Geräten mithält – und diese in einigen Punkten sogar überholt.

Das absolute Highlight ist für mich der verstellbare Fokus. Während viele Konkurrenten wie die HIKMICRO Mini2 V2 oder auch die Thermal Master P2 auf ein fest fokussiertes Objektiv setzen, deckst du mit der P3 alles von winzigen PCBs (ab 8 mm) bis hin zu ganzen Räumen und Gebäuden (bis 30 m) ab. Genau das macht die P3 so vielseitig und sorgt für ein wirklich scharfes, detailliertes Wärmebild – deutlich klarer als bei meiner Bosch GTC 400 C.

Auch bei der Messgenauigkeit muss sich die P3 nicht verstecken. Im Vergleich mit meiner 1.250 € Bosch Professional GTC 400 C und der HIKMICRO Mini2 V2 lag die P3 am dichtesten an meinen Referenztemperaturen. Klar, eine Wärmebildkamera misst nie zu 100 % exakt, aber die Werte der P3 passen für mich sehr gut.

Dass die App optisch etwas in die Jahre gekommen wirkt und in den Stores eher mäßige Bewertungen einfährt, ist verschmerzbar. In meinem Test lief sie problemlos und bietet den vollen Funktionsumfang, den du dir wünschst.

Du suchst eine kompakte Wärmebildkamera, die sowohl feine Elektronik als auch bauliche Dinge scharf abbildet, dabei eine hohe Auflösung liefert und genau misst? Dann ist die Thermal Master P3 ihr Geld absolut wert.

Volle Empfehlung meinerseits für die Thermal Master P3!

UGREEN Nexode Air 65W Mini im Test: Das kompakteste und effizienteste 65-W-Ladegerät

UGREEN bietet mit dem Nexode Air 65W Mini ein neues, ultrakompaktes Ladegerät an. Dieses ist eins, wenn nicht sogar das kompakteste 65 W Ladegerät derzeit auf dem Markt!

Es ist sogar noch etwas kompakter als das Super Tiny von Rollingsquare!

Beeindruckend, aber wie steht es um die Technik? Taugt das Ladegerät auch aus dieser Sicht? Finden wir es im Test heraus!

 

Honkai: Star Rail Edition

Kleine Info vorweg, falls du dich über das Design meines Ladegerätes wunderst. Dies ist die „Honkai: Star Rail Edition“.

Ich habe keine Ahnung, was Honkai: Star Rail für ein Spiel ist (wohl ein chinesisches), aber ich fand das Design witzig und habe es daher genommen. Natürlich gibt es das Nexode Air 65W Mini auch in klassischeren Farben.

 

Das UGREEN Nexode Air 65W Mini im Test

Das Highlight des Nexode Air 65W Mini sind die Abmessungen und das Gewicht. So misst das Ladegerät (ohne Stecker) 30,6 x 33 x 35,7 mm und bringt 76 g auf die Waage.

Modell Gewicht (g) Volumen in cm³
Baseus CCDK65E 65W 240 104
UGREEN X605 201 156
Ikea SJÖSS 65 W 166 96
LDNIO A4808Q 65W 161 200
Verbatim Mini GaN Charger 65W 160 104
Anker Prime 67W GaN 159 75
Anker 335 Charger (67W) 155 96
INIU AI-624 65W 125 85
Anker PowerPort III 65W Pod 124 92
Anker Nano II 65W 120 65
CUKTECH GaN Charger 65W 119 80
UGREEN Nexode Air Slim 65W 112 67
Hama GaN 210592 65W 108 62
ISY IWC 4065 65W 93 59
Voltero C65 65W GaN PD Power 86 63
Rollingsquare Supertiny 65W 72 46
UGREEN Nexode Air 65W Mini 76 36

 

Damit ist dies das kompakteste 65 W Ladegerät, das ich bisher im Test hatte! Mit 76 g ist es das 2. leichteste Modell. Dabei ist die Verarbeitungsqualität top! Das Ladegerät wirkt sehr schön massiv und stabil gebaut. Auch das generelle Design ist absolut gelungen.

 

Anschlüsse des UGREEN Nexode Air 65W Mini

Beim Nexode Air 65W Mini hält sich UGREEN kurz. Wir haben genau einen USB-C-Port.

  • USB-C – 65 W USB Power Delivery – 5V/3A, 9V/3A, 12V/3A, 15V/3A, 20V/3,25A

UGREEN spendiert dem Ladegerät die komplette Palette an PD-Stufen inklusive der 12-V-Stufe. Diese fehlt bei so manchem Konkurrenten (Anker lässt grüßen), auch wenn sie in der Praxis nur von wenigen Geräten genutzt wird. Hier hast du also das volle Programm.

Mit 65 W ist dieses kleine Ding erstaunlich vielseitig. Das reicht locker für Smartphones und Tablets, aber auch für viele 13-Zoll-Notebooks wie ein MacBook Air.

 

Umfangreiche PPS-Stufe

Trotz der Mini-Abmessungen unterstützt das Nexode Air 65W Mini den PPS-Standard, und zwar mit folgenden Ranges:

  • 5 – 11 V bei bis zu 5 A
  • 5 – 21 V bei bis zu 3,25 A

Wichtig ist hier vor allem die erste Stufe mit 5 A. Denn genau diese brauchst du, um Samsung-Smartphones mit den vollen 45 W zu laden. Und ja, das klappt hier problemlos.

 

AVS / USB PD 3.2 Support

Und jetzt kommt etwas, das ich so bisher bei kaum einem Ladegerät gesehen habe: Das Nexode Air 65W Mini unterstützt den AVS-Standard!

AVS steht für „Adjustable Voltage Supply“ und ist Teil des USB Power Delivery 3.2 Standards. Vereinfacht gesagt handelt es sich um eine flexibel einstellbare Spannungsversorgung, ähnlich wie bei PPS. Beim Nexode Air 65W Mini deckt AVS in der SPR (Standard Power Range) einen Bereich von 9 – 20 V bei bis zu 3 A ab.

AVS gerade in der SPR wird nur von extrem wenigen Ladegeräten derzeit unterstützt!

Der Standard wird zwar derzeit schlicht noch nicht aktiv von Endgeräten genutzt, könnte aber für die Zukunft sehr wichtig werden. Es deutet sich an, dass Apple vielleicht in Zukunft diesen Standard nutzen möchte.

 

Perfekt für Samsung, Apple und Google

Damit lädt das Nexode Air 65W Mini derzeit alle Smartphones von Apple, Samsung und Google mit vollem Tempo. Egal ob iPhone, Galaxy oder Pixel, das Ladegerät holt überall das Maximum raus.

 

Belastungstest

Natürlich habe ich auch das Nexode Air 65W Mini durch meinen Belastungstest geschickt. Hierbei habe ich das Ladegerät für 3 Stunden mit den vollen 65 W belastet, um zu sehen, wie es sich unter Dauerlast schlägt.

Und das Ergebnis? Bestanden! Das Ladegerät lieferte über die kompletten 3 Stunden konstant seine volle Leistung, ganz ohne Aussetzer oder Drosselung.

Laut Wärmebildkamera lag die maximale Temperatur bei etwa 75 Grad. Für ein Ladegerät dieser Größe ist das absolut in Ordnung. Klar, ganz kühl bleibt so ein Mini-Ladegerät bei Volllast nicht, bei diesem Formfaktor muss die Abwärme nun mal über eine sehr kleine Fläche abgegeben werden. Kritisch ist das aber keineswegs, und im Alltag wirst du das Ladegerät ohnehin selten dauerhaft am absoluten Limit betreiben.

 

Spannungsstabilität

Werfen wir einen Blick auf die Spannungen unter Last. Hier interessiert mich, ob das Ladegerät auch bei steigender Belastung sauber innerhalb der Grenzwerte bleibt.

Maximal Minimal
0A 5,155 5,5 4,75
1A 5,188 5,5 4,75
2A 5,201 5,5 4,75
3A 5,228 5,5 4,75

 

Maximal Minimal
0A 9,015 9,45 8,55
1A 8,986 9,45 8,55
2A 8,953 9,45 8,55
3A 8,929 9,45 8,55

 

Maximal Minimal
0A 19,996 21 19
1A 19,969 21 19
2A 19,940 21 19
3A 19,910 21 19

Und das tut es. Bei 5 V, 9 V und 20 V bleibt das Nexode Air 65W Mini in jeder Laststufe komfortabel innerhalb der zulässigen Grenzen. Die Spannungen sind dabei angenehm stabil, unter Last gibt es nur minimale Abweichungen, alles im grünen Bereich. Hier gibt es also nichts zu meckern.

 

Leerlaufverbrauch

Im Leerlauf gönnt sich das Nexode Air 65W Mini gerade einmal rund 0,1 W. Das ist ein hervorragender Wert und sogar noch etwas sparsamer als die meisten anderen Ladegeräte, die ich bisher gemessen habe. Top!

 

Effizienz

Kommen wir zum spannendsten Teil, der Effizienz. Also dem Verhältnis aus Eingangs- zu Ausgangsleistung.

Das Nexode Air 65W Mini liefert hier eine herausragende Vorstellung ab! Die Effizienz schwankte im Test zwischen 85,8 % (bei sehr niedriger Last) und 92,6 %. Im Schnitt landen wir bei starken 91,2 %.

Das ist nicht nur gut, das ist die beste durchschnittliche Effizienz, die ich bisher bei einem 65-W-Ladegerät messen konnte. Damit schiebt sich das Nexode Air 65W Mini in meinem Effizienz-Vergleich sogar an das Anker A121A Nano 70W (90,2 %) vorbei und thront ganz oben.

Wir haben hier das kompakteste 65-W-Ladegerät im Test und gleichzeitig das effizienteste. Diese Kombination ist alles andere als selbstverständlich.

 

Fazit

Du suchst das kleinstmögliche 65-W-Ladegerät für unterwegs, das technisch trotzdem keinerlei Kompromisse eingeht? Dann ist das UGREEN Nexode Air 65W Mini genau dein Ding!

UGREEN ist hier ein kleines Kunststück gelungen. Das Nexode Air 65W Mini ist das kompakteste 65-W-Ladegerät, das mir bisher untergekommen ist, und dabei auch noch das effizienteste. Hinzu kommen eine top Verarbeitung, ein vollständiges PD-Profil inklusive 12-V-Stufe, eine ausreichende PPS-Range für Samsung 45 W (und 65 W) und ein extrem niedriger Leerlaufverbrauch.

Angebot
UGREEN Nexode Air USB C Ladegerät 65W Mini, superkompakter Netzteil

Pro ✓

  • Kompktestes 65-W-Ladegerät im Test (30,6 x 33 x 35,7 mm)
  • Sehr leicht (76 g)
  • Beste gemessene Durchschnittseffizienz aller 65-W-Ladegeräte (91,2 %)
  • Vollständiges PD-Profil inklusive 12-V-Stufe
  • PPS-Range für Samsung 45 W, Google Pixel & Co.
  • AVS Support
  • Extrem niedriger Leerlaufverbrauch (ca. 0,1 W)
  • Stabile Spannungen innerhalb aller Grenzwerte

Kontra 

  • Nur ein einzelner USB-C-Port

Der einzige echte „Haken“ ist der einzelne Port. Aber genau der macht dieses Ladegerät ja erst so klein. Wer mehrere Geräte gleichzeitig laden will, greift zu einem größeren Modell, wer das kleinste und beste Reiseladegerät mit einem Port sucht, ist hier goldrichtig.

KeepLiNK 6-Port im Test: Günstiger 2,5 Gbit PoE Switch für Ubiquiti UniFi (4x PoE+ & 10 Gbit SFP+)

Moderne UniFi Access Points wie der U7 Pro oder U7 Pro Max wollen zwei Dinge: einen 2,5-Gbit-Uplink und PoE+ zur Stromversorgung. Das Problem: Passende 2,5-Gbit-PoE-Switche von Ubiquiti selbst sind ganz schön teuer.

Ubiquitis eigener USW-Flex-2.5G-8-PoE startet bei rund 200€, und das Netzteil für den vollen PoE-Betrieb kommt sogar noch separat obendrauf. Für viele, die einfach nur ein paar UniFi-APs mit 2,5 Gbit und Strom versorgen wollen, ist das ein ziemlicher Batzen Geld.

Also habe ich mir eine deutlich günstigere Alternative angeschaut: einen kleinen 2,5 Gbit PoE Switch von KeepLiNK, den ich für rund 60€ von AliExpress bestellt habe. Auf dem Papier bietet er alles, was man für ein UniFi-Setup braucht:

  • 4x 2,5 Gbit RJ45, alle mit PoE+
  • 2x SFP+ mit 10 Gbit als Uplink

Funktioniert so ein China-Switch wirklich sauber mit Ubiquiti-Equipment? Und wo ist der Haken? Schauen wir es uns an!

 

Der KeepLiNK 6-Port 2,5 Gbit PoE Switch im Test

Optisch ist der KeepLiNK ein klassischer, funktionaler Switch. Das Gehäuse besteht komplett aus Metall und misst 190 x 140 x 44 mm. Eine kompakte, unauffällige Größe, die problemlos ins Regal, in den Schrank oder an die Wand passt.

Die Verarbeitung geht für den Preis absolut in Ordnung. Nichts klappert, nichts biegt sich, das Metallgehäuse wirkt wertig genug.

Eine Rack-Montage wäre mit zusätzlichen Rackohren theoretisch möglich.

 

Anschlüsse: 4x 2,5 Gbit und 2x 10 Gbit SFP+

Kommen wir zum Herzstück, den Anschlüssen. Auf der Front findest du zunächst 4x RJ45 LAN Ports. Diese unterstützen:

  • 100 Mbit
  • 1000 Mbit
  • 2500 Mbit (2,5 Gbit)

Dazu gesellen sich 2x SFP+ Ports. Und diese können jeweils maximal 10 Gbit.

Die SFP+ Ports sind klassisch als Uplink gedacht. Hast du mehrere Switche im Netzwerk, ist es üblich, diese untereinander via SFP+ zu verbinden, oder eben einen schnellen 10-Gbit-Uplink zu deinem NAS oder Router herzustellen. Dass wir hier gleich zwei davon haben, ist in dieser Preisklasse durchaus bemerkenswert.

 

PoE+ für deine UniFi Access Points

Der spannendste Punkt bei diesem Switch ist der PoE Support in Kombination mit dem 2,5 Gbit LAN. Alle vier 2,5-Gbit-Ports beherrschen PoE. Der Hersteller gibt IEEE 802.3af/at mit maximal 30 W pro Port an.

Kurz zur Einordnung, weil das gerne für Verwirrung sorgt:

  • 802.3af = PoE, bis ca. 15 W pro Port
  • 802.3at = PoE+, bis ca. 30 W pro Port
  • 802.3bt = PoE++, bis 60–90 W pro Port

Mit 30 W pro Port bewegen wir uns also im PoE+ Bereich (802.3at). Kein PoE++. Für UniFi Access Points ist das aber passend. Sowohl der U7 Pro als auch der U7 Pro Max werden über PoE+ (802.3at) versorgt.

Die maximale Gesamtleistung liegt bei 72 W. Das ist ein geteiltes Budget über alle vier Ports. Du kannst also nicht vier Geräte mit je 30 W (also 120 W) gleichzeitig betreiben, sondern bist in Summe bei 72 W gedeckelt. Für zwei bis vier UniFi-APs oder ein paar Kameras reicht das aber.

 

Integriertes Netzteil

Ein Detail, das gerade im Vergleich mit Ubiquiti richtig gut gefällt, das Netzteil ist komplett im Switch integriert. Du schließt den KeepLiNK einfach über einen ganz normalen Kaltgerätestecker ans Stromnetz an. Kein externes Netzteil, kein Steckernetzteil, das irgendwo im Weg hängt.

 

Unmanaged, einfach einstecken

Der KeepLiNK ist ein „Unmanaged“ Switch. Er besitzt also keine WebUI, kein Management-Interface und keine VLAN-Konfiguration. Einstecken, läuft.

Das ist gleichzeitig der größte Unterschied zu einem echten UniFi-Switch: Du bekommst hier keine Integration in deinen UniFi Controller, keine Port-Statistiken und keine zentrale Verwaltung. Wer die volle UniFi-Erfahrung will, kommt um Ubiquiti nicht herum. Wer aber einfach nur schnelle, PoE-versorgte Ports zu einem Bruchteil des Preises braucht, für den ist ein Unmanaged-Modell völlig ausreichend.

 

Ohne Lüfter (und ein Blick ins Innere)

Der Switch ist komplett passiv gekühlt und arbeitet dadurch absolut lautlos. Es gibt im Inneren keinen Lüfter und keine beweglichen Teile, die Lärm erzeugen könnten. Für ein Gerät, das rund um die Uhr läuft, ist das ein großer Pluspunkt, falls du keinen „separaten Serverraum“ hast.

Ich habe den Switch natürlich auch aufgeschraubt. Im Inneren sieht alles schön sauber und aufgeräumt aus. Als Chipsatz kommt ein Realtek RTL8372N zum Einsatz, auf dem separaten PoE-Board findet sich zusätzlich ein RTL8238b.

Allerdings sind keine Kühlkörper verbaut! Die Chips geben ihre Wärme also direkt an die Luft und das Gehäuse ab. Bei dauerhaft voller Last, gerade wenn PoE ordentlich gefordert wird, mache ich mir da ehrlicherweise ein paar Gedanken um die Hitzeentwicklung. Ein kleiner Kühlkörper auf den Hauptchips hätte hier für ein besseres Gefühl gesorgt.

Bei meiner Nutzung gab es keine Temperatur-Probleme, aber bei „Markenmodellen“ wäre zumindest eine etwas aufwendigere passive Kühlung zu erwarten.

 

Einschätzung zum Realtek RTL8372N

Der RTL8372N ist ein alter Bekannter, wenn du dich mit günstigen 2,5-Gbit-Switchen aus China beschäftigst. Realtek bewirbt ihn als hochintegrierten 2,5G-und-10G-Switch-Chip.

Nativ bietet der RTL8372N 4x 2,5 Gbit plus 2x 10 Gbit an, also das Portlayout, das wir bei diesem KeepLiNK vorfinden.

Genau deshalb findest du diesen Controller in unzähligen günstigen Switchen verschiedenster Marken wieder, die sich am Ende technisch alle sehr ähneln. Das ist aber nichts Schlechtes! Der RTL8372N ist ein bewährter, ausgereifter Chip, der seit einigen Jahren am Markt ist und sich als absolut solide erwiesen hat.

Besonders spannend ist seine hohe Effizienz. Der Chip unterstützt IEEE 802.3az (Energy Efficient Ethernet) und ist von Haus aus auf einen niedrigen Stromverbrauch ausgelegt. Das erklärt auch, warum dieser Switch mit unter 1 W im Leerlauf so unglaublich sparsam ist.

 

In der Praxis mit Ubiquiti UniFi

Genug Theorie, wie schlägt sich der Switch im echten Betrieb mit Ubiquiti-Equipment?

Bei mir läuft der KeepLiNK mit zwei WLAN Access Points (per PoE) und einer Überwachungskamera. Konkret hängen an dem Switch ein Ubiquiti UniFi U7 Pro Max sowie ein UniFi U7 Pro.

Die APs bekommen so ihre volle 2,5-Gbit-Anbindung und werden gleichzeitig sauber über das LAN-Kabel mit Strom versorgt.

Und, um es kurz zu machen, bisher läuft das Setup komplett unauffällig. Keine Abstürze, keine Aussetzer, keine merkwürdigen Verhaltensweisen. Der Switch arbeitet komplett transparent und tut einfach, was er soll. Auch die beiden UniFi-APs zeigten zu keinem Zeitpunkt eine „Low Power“-Warnung oder Ähnliches, die PoE+ Versorgung passt also.

Die 2,5-Gbit-Leistung passt ebenfalls. Die vollen 2,5 Gbit lassen sich ohne Murren durch den Switch jagen.

 

Stromverbrauch

Der Stromverbrauch ist für mich immer ein ganz wichtiges Kriterium, gerade bei Geräten, die dauerhaft laufen. Und hier überrascht der kleine KeepLiNK positiv!

Im Leerlauf, also ganz ohne angeschlossene Geräte, genehmigt sich der Switch gerade einmal 0,9 W! Das ist ein hervorragender Wert.

Pro angeschlossenem RJ45-Gerät steigt der Verbrauch dann um rund 0,9 bis 1,3 W. Mit zwei aktiven Ports lag ich so bei etwa 3,1 W.

Wichtig: Das ist der Eigenverbrauch des Switches. Was deine per PoE versorgten UniFi-APs oder Kameras ziehen, kommt natürlich obendrauf, das ist aber logisch und liegt nicht am Switch selbst.

Unterm Strich ist der Grundverbrauch dieses Switches wirklich sparsam. Weniger als 1 W im Leerlauf sieht man auch bei deutlich teureren Modellen nicht immer.

 

Fazit: Günstiger 2,5 Gbit PoE Switch für Ubiquiti

Wenn du deine UniFi Access Points mit 2,5 Gbit und PoE versorgen willst, aber nicht rund 200€ für Ubiquitis eigenen Switch ausgeben möchtest, dann ist der KeepLiNK 6-Port für rund 60€ eine richtig spannende Alternative.

4x 2,5 Gbit LAN mit PoE+, dazu 2x SFP+ mit 10 Gbit und ein integriertes Netzteil, das ist ein starkes Gesamtpaket für den Preis. In meinem Alltagsbetrieb mit einem UniFi U7 Pro Max und einem U7 Pro lief der Switch bisher absolut zuverlässig und unauffällig. Die PoE+ Versorgung und die 2,5-Gbit-Anbindung der beiden WLAN-7-APs funktionierten einwandfrei.

Was du hier nicht bekommst, ist die Integration in dein UniFi-System und PoE++. Und den fehlenden Kühlkörper im Inneren solltest du im Hinterkopf behalten, wenn du dauerhaft die vollen 72 W abrufen willst.

Für den typischen Einsatz, also ein paar UniFi-APs oder Kameras per PoE+ und 2,5 Gbit anzubinden, ohne dafür tief in die Tasche zu greifen, ist dieser günstige China-Switch aber eine klare Empfehlung!

ZimaOS Test: Das beste NAS-Betriebssystem für dein DIY-NAS als Alternative zu TrueNAS und Unraid?

Ein Problem bei einem DIY-NAS ist die Wahl des Betriebssystems. Während die drei großen NAS-Hersteller derzeit, UGREEN, QNAP und Synology, extrem gute und nutzerfreundliche Betriebssysteme anbieten, stehen dir als DIY-Nutzer weniger nutzerfreundliche Optionen zur Verfügung.

Meist läuft es auf die Frage TrueNAS oder Unraid hinaus. TrueNAS ist extrem professionell, aber absolut nicht nutzerfreundlich. Unraid ist etwas nutzerfreundlicher und flexibler, aber auch mit einer steilen Lernkurve.

Allerdings gibt es eine weitere interessante Option: ZimaOS. ZimaOS war das „Haus-und-Hof“-Betriebssystem des Herstellers Zima, das dieser mit seiner Hardware auslieferte.

Quelle: https://www.zimaspace.com/de/zimaos

Zima bietet ZimaOS inzwischen aber auch für DIY-Nutzer und beliebige Hardware an, und das sogar in einer kostenfreien Version.

Ist ZimaOS eine spannende Alternative zu Unraid und TrueNAS? Schauen wir uns das Ganze einmal in einem Artikel an!

 

Zwei Lizenzen

ZimaOS gibt es in zwei „Versionen“.

  • ZimaOS „Free“ – bis zu 4 Speicherlaufwerke und 3 Nutzer
  • ZimaOS+ – 29 $ einmalig – unbegrenzte Speicherlaufwerke und Nutzer

Für einen ersten Test und kleinere NAS-Setups ist ZimaOS bereits in der kostenfreien Version ziemlich ideal! Abgesehen von der Begrenzung der Nutzer und der Speicherlaufwerke auf 4 gibt es hier keine weiteren Einschränkungen.

ZimaOS+ kostet einmalig 29 $ für eine „lebenslange“ Lizenz, dann kannst du beliebig viele Nutzer anlegen und beliebig viele Speicherlaufwerke nutzen. 29 $ ist hier ein extrem fairer Preis!

 

ZimaOS installieren

Die Installation von ZimaOS ist recht geradeaus. Du lädst dir das Abbild des Betriebssystems von der Herstellerwebseite herunter und kopierst dieses mit balenaEtcher auf einen USB-Stick.

Diesen schließt du nun an das System an und bootest vom Stick. Anschließend bekommst du eine ganz einfache UI, du wählst das Ziellaufwerk aus und bist fertig.

ZimaOS muss auf ein Laufwerk bzw. eine SSD installiert werden.

Es wird einmal neu gestartet, und nun kannst du die WebUI aufrufen.

In der WebUI, die du durch die Eingabe der IP-Adresse in deinem Webbrowser erreichst, gibt es einen einfachen Installationsassistenten. Dieser legt die Sprache fest und erstellt dein Admin-Konto.

Anschließend kommst du zum Dashboard.

 

Das Dashboard

ZimaOS hat ein recht schickes, aber einfaches Dashboard. So setzt das Dashboard auf eine Mischung aus Kacheln, Icons und Widgets.

Dabei sind die Einstellungsmöglichkeiten recht überschaubar. Im Kern konfigurierst du hier nur dein Festplatten-Setup und installierst Apps.

Es gibt hier natürlich ein paar Netzwerkeinstellungen usw., aber alles andere wird außerhalb des Dashboards innerhalb der Apps erledigt.

 

Speicher-Setup

Ein sehr wichtiger Punkt ist das Speicher-Setup. ZimaOS bietet hier alle gängigen Optionen, nicht mehr und nicht weniger.

So kannst du Festplatten und SSDs entweder einzeln einbinden oder innerhalb eines RAID-Verbunds.

  • RAID 0
  • RAID 1
  • RAID 5
  • RAID 6

Diese RAID-Level werden anscheinend intern via Btrfs realisiert, was auch das einzige Dateisystem ist, das derzeit für RAIDs unterstützt wird.

Btrfs ist vergleichbar mit ZFS, wenn auch im professionellen Umfeld nicht ganz so beliebt wie ZFS.

 

Die wichtigste App: Files

ZimaOS hat eine Handvoll Apps vorinstalliert, dazu zählt auch Files. Files ist, wie der Name vermuten lässt, eine App zum Verwalten von Daten.

Öffnest du diese, erhältst du im Webbrowser eine durchaus sehr schicke UI, in der du Ordner anlegen sowie Daten hoch- und herunterladen kannst.

Von hier aus kannst du auch via SMB freigegebene Ordner erstellen oder Ordner mit anderen Nutzern teilen.

Die Files-App ist sehr gut gelungen!

Lediglich das Freigeben von Ordnern via SMB könnte noch verbessert bzw. etwas deutlicher hervorgehoben werden.

 

Basic Nutzerverwaltung

Ein Punkt, der sehr einfach gehalten ist, ist die Benutzerverwaltung. Im Kern gibt es nur einen „richtigen“ Benutzer bei ZimaOS.

Du kannst aber in Files für die Dateifreigabe im Netzwerk via SMB weitere Benutzer anlegen. Diese Benutzer sind dann aber nur für die SMB-Freigaben relevant.

 

Verschlüsselte Ordner möglich!

Erfreulicherweise unterstützt die Files-App auch das Erstellen von AES256-verschlüsselten Ordnern. Das ist nicht selbstverständlich!

 

App Store

Ein extrem wichtiger Punkt an ZimaOS ist der App Store. Von Haus aus bringt ZimaOS nur die Basisfunktionen mit, willst du mehr, musst du dies über Apps realisieren.

Dabei wirkt der App Store auf den ersten Blick extrem gut gefüllt. Ein paar Highlights:

  • AdGuard Home
  • Immich
  • Duplicati
  • Home Assistant
  • Jellyfin
  • Nextcloud
  • Pi-hole
  • Plex
  • Syncthing
  • Tailscale
  • Vaultwarden
  • und vieles mehr!

Aber wie kann so ein „kleines“ OS so viele Apps haben? Die Antwort ist Docker! Es handelt sich hierbei nicht um spezielle Apps für ZimaOS, sondern um ausgewählte Docker-Anwendungen, die teils vorkonfiguriert sind.

Dies ist auch für ein OS wie ZimaOS die sinnvollste Lösung und wird z. B. von Unraid ähnlich gemacht.

 

App

Zima bietet auch eine passende App an. Diese erlaubt dir, den Status des NAS zu sehen, wie auch Daten hoch- und herunterzuladen.

Ebenso kannst du hier Daten bzw. Bilder synchronisieren oder automatisch hochladen.

Die App ist soweit okay, aber funktional noch recht „einfach“. Das wirklich Spannende ist hier, dass diese App auch den Remote-Zugriff erlaubt.

 

Remote-Zugriff?

Ja, ZimaOS hat die Möglichkeit für einen Remote-Zugriff integriert. Dies scheint über eine VPN-Verbindung zu laufen, die über die App automatisch hergestellt wird.

Hierfür gibt dir das OS zunächst eine ID, die du für die Verbindung brauchst. Diese gibst du in der App ein, und die App entscheidet, ob eine direkte Verbindung möglich ist oder nicht. Falls nicht, wird im Hintergrund eine VPN-Verbindung erstellt.

 

Features, die noch fehlen

Zwar macht ZimaOS bereits einen recht guten Eindruck und ist auch soweit voll im Alltag nutzbar, dennoch gibt es einige Punkte, die fehlen bzw. noch ausbaufähig wären. Dies vor allem im Bereich der Speicherverwaltung.

Hier ein paar Punkte, die mir aufgefallen sind. Falls doch einer dieser Punkte vorhanden ist und mir nur nicht aufgefallen ist, bitte ich das zu verzeihen.

  • Keine SSD-Caches möglich
  • Kein effizientes Mischen von Laufwerken mit unterschiedlicher Kapazität
  • Keine gesonderte Foto-App (lässt sich aber mit Immich lösen)
  • Benutzerverwaltung sehr basic
  • Keine erweiterten SMART-Daten sichtbar
  • Kein ZFS-Support
  • App-Auswahl ausbaufähig

Fazit

Wenn du nach einem einfachen NAS-Betriebssystem für dein DIY-NAS oder deinen Homeserver suchst, solltest du ZimaOS ganz klar auf dem Schirm haben!

Es ist zwar klar ersichtlich, dass ZimaOS noch „Work in Progress“ ist und noch nicht ganz den Status erreicht hat, den die Betriebssysteme von Synology, QNAP oder UGREEN bieten, aber es ist gut nutzbar!

Dabei ist ZimaOS definitiv nutzerfreundlicher als TrueNAS oder Unraid. Ja, Unraid hat noch einen deutlich höheren Funktionsumfang und vor allem beim Speichermanagement mehr Features, aber ich denke, ich könnte auf meinem NAS bereits mit dem „Ist“-Status von ZimaOS gut leben!

Schau es dir also mal als Alternative zu Unraid und TrueNAS an.

GEEKOM Geekbook M16 mit Linux: Fedora & Arch top, Ubuntu 26.04 mit Problemen

Wir hatten uns vor Kurzem das GEEKOM Geekbook M16 im Test angesehen, ein gutes Notebook zu einem fairen Preis.

Von Haus aus kommt das GEEKOM Geekbook M16 natürlich mit Windows, womit dieses auch grundsätzlich gut läuft.

Allerdings bin ich mittlerweile mit vielen Computern auf Linux umgestiegen und aktuell liegt Linux auch etwas im Trend.

Daher habe ich mir die Frage gestellt, wie gut läuft Linux auf dem Geekbook M16? Gibt es hier Kompatibilitätsprobleme?

 

An sich unproblematische Hardware

Grundsätzlich nutzt das Geekbook M16 „Standard“-Hardware.

  • Intel Core Ultra 5 125H bzw. Ultra 9 185H
  • 16 GB oder 32 GB LPDDR5 von Micron
  • WLAN – Mediatek MT7922
  • Audio – Realtek ALC269VC
  • Trackpad – PixArt I2C MSFT0001

Hier sind auf den ersten Blick keine exotischen Chipsätze oder Ähnliches verbaut, entsprechend sollte der Treiber-Support unter Linux nicht schlecht sein, im Gegensatz zum Dell XPS 16, das z. B. etwas exotischere Hardware nutzt.

 

Übersicht

  • Ubuntu 26.04 LTS – Bootet NICHT
  • Kubuntu 26.04 LTS – Bootet NICHT
  • CachyOS – ohne Probleme
  • Manjaro – ohne Probleme
  • Fedora 44 – ohne Probleme

Probleme mit Ubuntu?!

Stand 09.07.2026 scheint es eine Inkompatibilität zwischen dem Geekbook M16 und Ubuntu 26.04 zu geben. So verweigern Ubuntu 26.04 LTS und die alternativen Versionen wie Kubuntu das Booten.

Ich habe mehrere USB-Sticks, mehrere Tools zum Erstellen der Sticks (Ventoy und RUFUS) und auch Secure Boot Ein/Aus getestet. Ubuntu bleibt einfach auf dem „Boot“-Bildschirm mit dem Logo hängen und lädt sich tot.

Überraschend, denn normalerweise ist Ubuntu immer sehr gut, was die Kompatibilität angeht. Hier scheint es einen Bug zu geben.

Arch Linux läuft (Manjaro und CachyOS)

Erfreulicherweise gab es unter Manjaro und CachyOS keinerlei Probleme. Eventuell musst du Secure Boot ausschalten, aber abseits davon liefen diese beiden Distributionen bei mir sauber.

WLAN, Audio, Trackpad usw. laufen normal.

Offen gesagt habe ich diese beiden Distributionen nur kurz getestet, zur langfristigen Stabilität kann ich nichts sagen.

Fedora 44 läuft auch

Wie auch schon Manjaro und CachyOS ließ sich Fedora 44 ohne Probleme installieren, selbst mit Secure Boot.

Auch hier läuft die komplette Hardware „out of the Box“ sauber.

Ich nutze Fedora 44 auch primär auf dem GEEKOM Geekbook M16 und es scheint auch langfristig stabil. Lediglich dauert die initiale WLAN-Verbindung etwas länger, als ich es von anderen Systemen kenne. Aber an sich gibt es beim Herstellen oder der Geschwindigkeit keine Probleme.

 

Fazit

Planst du das GEEKOM Geekbook M16 zu kaufen und Linux zu installieren, musst du eventuell bei Ubuntu mit Problemen rechnen. Aus mir nicht erklärlichen Gründen wollten Ubuntu und Kubuntu 26.04 LTS bei mir einfach nicht booten.

Alle anderen Distributionen auf Arch- oder Fedora-Basis hingegen liefen out of the Box ziemlich perfekt.

Es ist also gut möglich, dass die Probleme mit Ubuntu einfach ein Bug sind, der irgendwann gefixt wird.

Ich selbst nutze Fedora 44 auf dem GEEKOM Geekbook M16 und bin mit dem Setup sehr zufrieden!

GEEKOM Geekbook M16 im Test: 16-Zoll-Notebook mit Core Ultra 9 für 850 €