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Die PHOTOOLEX BB Pro im Test – Powerbank und Kamera-Akku-Ladegerät in einem, 16500mAh + 100W

Powerbanks gibt es wie Sand am Meer. Ein Gerät, das gleichzeitig eine vollwertige USB-C-Powerbank und ein Ladegerät für deine Kamera-Akkus ist, ist da schon deutlich seltener. Genau das verspricht die PHOTOOLEX BB Series „BB Pro“. In meinem Fall lädt sie Sony NP-FZ100-Akkus, die gleiche Baureihe steckt in fast jeder aktuellen Alpha, von der a7 IV über die a7R V bis zur a1.

Dabei ist auch der Powerbank-Teil auf dem Papier beachtlich! 16500 mAh und 100 W Ausgangsleistung.

Wollen wir einmal schauen, ob das Konzept auch in der Praxis überzeugt und ob die Messwerte halten, was der Hersteller verspricht, klären wir in diesem Test.

 

Für wen ist die BB Pro gedacht?

Ganz klar: für Fotografen und Videografen. PHOTOOLEX bewirbt die BB Pro als „All-in-one“-Lösung, die im Rucksack gleich mehrere Ladegeräte ersetzt.

So kann die Powerbank nicht nur dein Smartphone, Tablet und Notebook mit Energie versorgen, sondern auch im Notfall direkt deine Kamera. Die meisten aktuellen Kameras lassen sich einfach via USB C direkt mit Strom versorgen, beispielsweise bei längeren Video-Aufnahmen.

Laut PHOTOOLEX versorgt die interne Powerbank deine Kamera dabei so lange, wie es dem Äquivalent von drei vollen NP-FZ100-Akkus entspricht. Ob das stimmt, sehen wir uns weiter unten bei der Kapazität ganz genau an.

 

Die PHOTOOLEX BB Pro im Test

Die BB Pro bringt 433 g auf die Waage und misst 173 × 53,5 × 58 mm. Damit ist sie kein Leichtgewicht für die Hosentasche, aber für ein Gerät, das eine 48-Wh-Powerbank und ein Kamera-Akku-Dock in einem Gehäuse vereint, geht das absolut in Ordnung. Im Kamerarucksack fällt sie nicht weiter auf.

Die Verarbeitungsqualität und Haptik ist soweit OK, aber auch nicht außergewöhnlich. Die Powerbank ist komplett aus einem einfachen Kunststoff gefertigt und setzt auf den beliebten Säulen-Formfaktor.

Dabei gibt es auf der Unterseite ein Fach, in welchem die Kamera-Akkus zum Laden und für den Transport eingesetzt werden.

Ein netter Bonus des PHOTOOLEX-Ökosystems: Die passenden NP-FZ100-Pro-Akkus laden sich zusätzlich auch direkt per USB-C und haben ein kleines LCD, das dir den exakten Ladestand anzeigt, etwas, das Sonys eigene Akkus bis heute nicht bieten.

 

Integriertes USB C Kabel

Die PHOTOOLEX BB Pro besitzt ein integriertes USB C Kabel, welches auch als Handschlaufe dient.

An sich finde ich solch ein Kabel praktisch, allerdings zur Haltbarkeit kann ich (noch) nichts sagen.

 

Umfangreiches Display!

Überraschenderweise besitzt die PHOTOOLEX BB Pro ein sehr umfangreiches Display. Dieses zeigt dir folgende Infos an:

  • Akkustand in %
  • Ausgangsleistung in Watt
  • Eingangsleistung in Watt
  • Leistung pro Port
  • Temperatur NP-FZ100 Akku (nur unterstützte Modelle)
  • Gesundheit NP-FZ100 Akku (nur unterstützte Modelle)
  • Zyklenanzahl NP-FZ100 Akku (nur unterstützte Modelle)
  • Akkugesundheit Powerbank
  • Temperatur
  • Zyklenanzahl

Damit ist das Display und die angezeigten Informationen sehr umfangreich!

 

Anschlüsse

Die BB Pro setzt auf 2x USB C Anschlüsse wie auch 1x USB A. Für das Laden anderer Geräte bzw. deiner Kamera stehen dir folgende Profile zur Verfügung:

  • USB-C – 100 W PD – 5V/3A, 9V/3A, 12V/3A, 15V/3A, 20V/5A
  • USB-A – 18W QC 3.0 – 5V/3A, 9V/2A, 12V/1,5A

Beide USB C Anschlüsse unterstützen also den vollen USB-Power-Delivery-Standard bis 100 W.

Für eine Powerbank mit „lediglich“ 16500 mAh ist das sehr beachtlich! Damit ist die Powerbank in der Theorie nicht nur fürs Smartphone, Tablet und Kamera geeignet, sondern auch für größere Notebooks.

Hinzu kommt ein 18 W Quick Charge USB A Port.

 

PPS

Zu den 100W Leistung kommt noch eine sehr breite PPS-Range von 5 bis 21 V bei bis zu 5 A.

  • PPS – 5 – 21 V bei bis zu 5 A

Das ist eine perfekte PPS-Abdeckung, besser geht es kaum. Damit lädt die BB Pro nicht nur deine Kamera, sondern zur Not auch jedes aktuelle Samsung-, Google-Pixel- oder China-Smartphone mit vollem Tempo.

 

Konstant 100 W? Nur zu Beginn

Wie immer bei kompakten Powerbanks stellt sich die Frage: Kann das Gerät die volle Leistung auch konstant halten, oder drosselt es sich wegen der Temperatur relativ schnell herunter?

Die Antwort ist leider ja! 100 W konnten nur bis zu einer Restladung von 64 % geliefert werden, dann drosselte sich die Powerbank.

Das ist ein zweischneidiges Ergebnis. Im Vergleich zu reinrassigen Powerbanks wie der QOOVI Q-50000 (100 W bis 16 % Restladung) oder der sharge HyperTower 170 (100 W bis 20 %) drosselt die BB Pro also deutlich früher. Wer die volle Leistung über die gesamte Kapazität braucht, ist mit einer dedizierten Powerbank besser bedient.

Für den eigentlichen Einsatzzweck, das dauerhafte Versorgen einer Kamera, spielt die Drosselung ohnehin keine Rolle: Eine Kamera zieht im Betrieb meist deutlich weniger als 60 W.

 

Laden der NP-FZ100 Akkus

Du kannst in der PHOTOOLEX BB Pro zwei NP-FZ100 Akkus zeitgleich transportieren und laden.

Im besten Fall nutzt du hier die PHOTOOLEX eigenen NP-FZ100 Akkus, bei welchen die Powerbank auch Zyklenzahl usw. auslesen kann, aber generell lässt sich jeder NP-FZ100 Akku in der Powerbank laden.

Die Powerbank lädt die Akkus dabei mit jeweils maximal +- 10 W, was relativ schnell ist.

Und ja, es ist möglich, gleichzeitig die Powerbank zu laden und die Akkus im Inneren. Du kannst die PHOTOOLEX BB Pro also auch als „Akkuladegerät“ verwenden.

 

Wie hoch ist die echte Kapazität?

Kommen wir zum spannendsten Punkt. PHOTOOLEX verspricht die Kapazität von drei NP-FZ100-Akkus bzw. 16.500 mAh. Aber wie sieht es in der Praxis aus? Ich habe die Powerbank bei verschiedenen Laststufen vollständig entladen:

Wh mAh mAh@3,7V %
5V/1A 47,579 9313 12859 78%
9V/3A 49,844 5479 13471 82%
20V/1A 48,876 2420 13210 80%
20V/3A 46,453 2311 12555 76%
Im Schnitt 48,188 13024 79%

 

Im Mittel erreicht die BB Pro also 48,19 Wh bzw. rund 13.024 mAh @ 3,7 V. Das entspricht 79% der Herstellerangabe von 16500 mAh.

Das ist ein etwas niedriges Abschneiden. Normal sind hier 80 bis 90 % echte Kapazität.

Verglichen mit der Angabe „3x NP-FZ100“ sieht es besser aus, 3x NP-FZ100 haben 49,2 Wh, gemessen habe ich im Schnitt 48,19 Wh, also rund 98% dieser Angabe.

 

Ladedauer & Ladekurve

Ist die BB Pro leer, wie lange dauert das Aufladen? Grundsätzlich lädt sie mit bis zu 100 W und diese Angabe kann ich bestätigen. In der Spitze zog sie am Messgerät 94,6 W, also praktisch die vollen 100 W.

Allerdings hält sie diese Spitzenleistung nur für die ersten rund fünf Minuten. Danach pendelt sie sich für den Großteil des Ladevorgangs bei etwa 40 W ein, bevor sie zum Ende hin in die typische CV-Phase übergeht und langsam austrudelt. Unterm Strich dauerte eine vollständige 0-%-auf-100-%-Ladung ca. 1:38 h, wobei rund 62 Wh in den Akku flossen.

Im Diagramm siehst du gut, wie sich die Ladeleistung (blau) nach der kurzen Spitze bei rund 40 W einpendelt, während die geladene Energie (grün) kontinuierlich auf die rund 62 Wh zusteuert.

Das ist ein solides, aber kein rekordverdächtiges Tempo. Für eine ~48-Wh-Powerbank hätte ich mir bei 100-W-Eingang eine etwas kürzere Ladezeit gewünscht, die kurze Spitze und die anschließenden 40 W lassen hier etwas Potenzial liegen. Für den Praxiseinsatz ist eineinhalb Stunden aber völlig in Ordnung.

Rechnet man die aufgenommenen 62 Wh gegen die im Schnitt entnommenen 48 Wh, ergibt sich eine Round-Trip-Effizienz von rund 78 %. Das ist ein guter, normaler Wert für eine Powerbank dieser Klasse.

 

Fazit

Du bist Fotograf oder Videograf und suchst eine Stromlösung, die deine Kamera über Stunden am Leben hält und gleichzeitig als vollwertige USB-C-Powerbank taugt? Dann ist die PHOTOOLEX BB Pro einen genauen Blick wert.

Der größte Pluspunkt ist das durchdachte Konzept: Powerbank, Kamera-Akku-Dock und Dauerstromversorgung für die Kamera in einem Gehäuse. Dabei ist auch die Powerbank Seite sehr ordentlich gemacht! Wir haben eine perfekte PPS-Range von 5 – 21 V bei 5 A, ein überraschend starken 100-W-Ausgang, relativ flottes Laden und ein umfangreiches Display.

Perfekt ist die BB Pro aber natürlich nicht. Der 100-W-Ausgang drosselt sich schon bei 64 % Restladung, eine dedizierte Powerbank hält die volle Leistung länger und die Kapazität ist mit 13024 mAh im Schnitt nicht gigantisch.

Preislich liegt die BB Pro bei +- 90€. Es gibt sicherlich reine Powerbanks, die günstiger sind und mehr Leistung haben, aber für solch ein hoch spezialisiertes Modell ist das auch nicht zu teuer.

LiTime 12V 100Ah Group24 im Test – der kompakte Bluetooth-Akku für den Camper

LiTime gehört zu meinen Lieblings-Herstellern im Bereich der LiFePO4-Akkus. Die Modelle bieten in der Regel eine gute Leistung zu recht fairen Preisen und genau das wollte ich mir beim „LiTime 12V 100Ah Group24 Bluetooth“ noch einmal genauer ansehen.

Wie der Name schon verrät, haben wir hier einen 100-Ah-Akku im kompakten „Group 24“-Format, ausgestattet mit einem Bluetooth-BMS für App-Support. LiTime bewirbt den Akku ausdrücklich für den Einsatz im Wohnmobil und im Mini-Camper. Aber hält er auch, was er verspricht? Stimmt die Kapazität von 100 Ah? Finden wir es im Test heraus!

An dieser Stelle vielen Dank an LiTime für das Zurverfügungstellen des Akkus für diesen Test.

 

Der LiTime 12V 100Ah Group24 im Test

Der Akku setzt auf das „Group 24“-Format, einen vom „Battery Council International“ festgelegten Formfaktor, der ursprünglich aus der Welt der Blei-Säure-Starterbatterien stammt. Der Akku passt hierdurch in viele bestehende Batteriehalter und -fächer und ist dabei aber spürbar kompakter als ein klassischer 100-Ah-LiFePO4-Akku im „Autobatterie“-Format.

So misst der Akku rund 260 × 168 × 211 mm und bringt etwa 9,9 kg auf die Waage. Damit gehört er zu den handlicheren 100-Ah-Modellen und ist gerade für den Mini-Camper, den Kastenwagen oder enge Einbausituationen eine sehr interessante Option.

Das Gehäuse besteht aus stabilem schwarzem ABS-Kunststoff und ist laut LiTime nach IP65 gegen Staub und Strahlwasser geschützt. Auf der Oberseite findest du die beiden M8-Schraubkontakte für Plus und Minus. Passende Schrauben und auch ein Schraubenschlüssel liegen bei. Ein Display besitzt der Akku nicht, dafür gibt es aber das Bluetooth-BMS.

 

 

Technische Daten

LiTime 12V 100Ah Group24 Technische Daten
Zelltyp LiFePO4 (Grade-A, prismatisch)
Nennspannung 12,8 V
Nennkapazität 100 Ah / 1280 Wh
Formfaktor Group 24
Maße 260 × 168 × 211 mm
Gewicht ca. 9,9 kg
Gehäuse ABS-Kunststoff, IP65
Anschlüsse M8-Schrauben
BMS 100 A, über 20 Schutzfunktionen
Dauer-Lade-/Entladestrom 100 A (max. 1280 W Ausgang)
Spitzenentladestrom (1 s) 500 A
Ladespannung 14,4 V ± 0,2 V
Empf. Ladestrom 20 A (0,2 C)
Tieftemperaturschutz ja – Ladesperre unter 0 °C, Freigabe ab 5 °C
Erweiterbar bis 4P4S / max. 20,48 kWh
Zyklen (Herstellerangabe) 4.000 (100 % DoD) · 6.000 (80 %) · 15.000 (60 %)
Bluetooth 5.0 mit LiTime-App
Zertifizierungen CE, FCC, RoHS, UN38.3, nach UL-1973
Garantie 5 Jahre

Warum ein LiFePO4-Akku?

Falls du neu im Thema bist: LiFePO4-Akkus bieten eine ganze Reihe von Vorteilen gegenüber Blei-Gel- und herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus.

Der größte Pluspunkt ist die Langlebigkeit. LiFePO4-Akkus schaffen problemlos mehrere Tausend Ladezyklen, während Blei-Gel-Akkus bei tiefer Entladung oft schon nach unter 100 Zyklen deutlich an Leistung verlieren. Hinzu kommt die hohe Sicherheit: LiFePO4 ist chemisch sehr stabil und nicht anfällig für das gefürchtete thermische Durchgehen wie klassische Lithium-Ionen-Zellen.

Ein weiterer Vorteil ist das immer verbaute Battery Management System (BMS), das den Akku vor Über- und Unterspannung, Kurzschluss und Überlast schützt und das Laden und Entladen unkompliziert macht.

Nachteile gibt es natürlich auch: Bei gleicher Kapazität sind LiFePO4-Akkus etwas größer und schwerer als reine Lithium-Ionen-Akkus. Und: Sie dürfen bei Temperaturen unter 0 °C nicht geladen werden. Das Entladen ist bei Kälte hingegen unproblematisch. Genau hier punktet dieser LiTime-Akku, denn er bringt einen Tieftemperatur-Ladeschutz mit – dazu gleich mehr.

Mit Bluetooth-BMS und LiTime-App

Ein zentrales Feature dieses Akkus ist das Bluetooth-BMS. Du kannst dir also die kostenlose LiTime-App laden, den Akku per QR-Code bzw. Barcode koppeln und bekommst anschließend alle wichtigen Werte in Echtzeit auf dein Smartphone.

Die App zeigt dir unter anderem:

  • Ladestand (SOC) in %
  • verbleibende Kapazität in Ah
  • aktuelle Spannung, Strom und Leistung
  • Lade- bzw. Entladedauer bei aktueller Last
  • Temperatur
  • Zyklenzahl und Systemstatus

Gerade bei LiFePO4-Akkus ist das ein echter Mehrwert, denn wegen des sehr flachen Spannungsverlaufs lässt sich der Ladestand über die Spannung allein kaum sinnvoll abschätzen. Das Bluetooth-BMS liefert dir hier eine zuverlässige Auskunft.

Über die App kannst du den Akku bei Bedarf zudem komplett ein- und ausschalten. Was mir fehlt, ist einzig die Anzeige der einzelnen Zellspannungen. Wer das Balancing im Blick behalten möchte, hat Pech gehabt. Für die allermeisten Nutzer ist das aber verschmerzbar.

Umfangreiches BMS mit Tieftemperaturschutz

LiTime verbaut hier ein 100-A-BMS mit nach eigenen Angaben über 20 Schutz- und Warnfunktionen – darunter Überspannungs-, Unterspannungs-, Überstrom-, Übertemperatur-, Kurzschluss- und Überlastschutz, jeweils mit automatischer Wiederherstellung.

Besonders wichtig finde ich den Tieftemperatur-Ladeschutz: Fällt die Temperatur unter 0 °C, unterbindet das BMS das Laden automatisch und gibt es erst ab etwa 5 °C wieder frei. Das schützt die Zellen vor Schäden und nimmt dir im Winterbetrieb eine echte Sorge ab. Entladen ist übrigens bis −20 °C möglich.

 

Wie testet Techtest.org die Kapazität?

Für die Messung der Kapazität von LiFePO4-Akkus setze ich bei Techtest.org auf eine elektronische Last. Dieses Gerät wandelt die Energie in Wärme um und zeichnet dabei genau auf, wie viel Energie aus dem Akku entnommen wurde.

Zum Einsatz kamen dabei der Atorch DL24MP sowie der Atorch DL24EW – Letzteren nutze ich, um die Werte des ersten Geräts gegenzuprüfen. Zusätzlich habe ich den Akku vorübergehend an eine Offgrid-Solaranlage in meinem Büro angeschlossen, um realitätsnahe Bedingungen zu simulieren.

 

Wie hoch ist die echte Kapazität?

Kommen wir zum wichtigsten Punkt: Wie steht es um die Kapazität? Haben wir wirklich 100 Ah? LiTime gibt 100 Ah bzw. 1280 Wh an. Das habe ich gemessen:

Entladestrom Ah Wh
30 A – 1 103,33 1319
30 A – 2 102,96 1314
30 A – 3 102,62 1309
40 A – 1 100,92 1279

 

Erfreulicherweise übertrifft der Akku die Herstellerangabe. Bei 30 A Entladestrom erreichte er bei mir konstant um die 103 Ah bzw. rund 1310 Wh. Selbst bei der höheren Belastung von 40 A lag er noch bei knapp 101 Ah. Für einen 100-Ah-Akku im Neuzustand ist das ein gutes Ergebnis.

Nach meiner Erfahrung sinkt die Kapazität von LiFePO4-Akkus in den ersten rund 50 Zyklen noch ein klein wenig, ehe sie sich dann für Hunderte von Zyklen stabilisiert. Ich gehe davon aus, dass sich der Akku praktisch bei sehr soliden, glatten 100 Ah einpendeln wird.

Im Vergleich zu den anderen von mir getesteten LiFePO4-Akkus ist das ein solides, leicht überdurchschnittliches Abschneiden. Der Akku reiht sich damit im oberen Mittelfeld ein.

 

 

Unterspannungsabschaltung

Das integrierte BMS schützt die Zellen vor Tiefentladung. Bei meinen Messungen zog es bei etwa 10,3 bis 10,4 V die Reißleine und schaltete den Akku ab. Ein typischer und sinnvoller Wert.

 

Spannungsverlauf

Werfen wir noch einen Blick auf den Spannungsverlauf. Wie bei den meisten LiFePO4-Akkus ist dieser sehr flach, die Spannung schwankt beim Entladen also nur wenig.

Voll geladen liegt der Akku im Leerlauf bei rund 13,7 V. Unter Last pendelt sich die Spannung flott auf etwa 13,15 V ein. Rund 90 % der Kapazität spielen sich anschließend im engen Bereich zwischen 13,1 V und 12,5 V ab. Wird eine Spannung von etwa 12,5 V unterschritten, fällt die Kurve rapide ab, der Akku ist dann praktisch leer. Genau dieses Verhalten macht das Bluetooth-BMS so wertvoll, denn über die Spannung allein wäre der Ladestand kaum ablesbar.

 

 

Fazit

Der LiTime 12V 100Ah Group24 Bluetooth-Akku hinterlässt im Test einen rundum positiven Eindruck. Du bekommst hier einen kompakten LiFePO4-Akku im praktischen Group-24-Format, der sich dank seiner handlichen Maße ideal für den Mini-Camper, den Kastenwagen oder enge Einbauorte eignet.

Die gemessene Kapazität liegt mit rund 103 Ah leicht über der Herstellerangabe. Dazu kommen das zuverlässige Bluetooth-BMS mit gut nutzbarer App, der serienmäßige Tieftemperatur-Ladeschutz und ein IP65-Gehäuse. Auch die 5 Jahre Garantie können sich sehen lassen.

Wie immer gilt aber: Die Preise für LiFePO4-Akkus schwanken teils deutlich. Mein klarer Tipp an dich ist daher, vor dem Kauf unbedingt die aktuellen Tagespreise zu vergleichen. Triffst du dabei auf ein gutes Angebot, bekommst du mit diesem Group-24-Modell einen sehr soliden, langlebigen und dank Bluetooth angenehm smarten Energiespeicher, gerade wenn es im Fahrzeug kompakt zugehen muss.

UGREEN Nexode Air Slim 65W im Test: Das ultraflache 3-Port-Ladegerät für unterwegs

UGREEN hat mit dem Nexode Air Slim 65W ein neues Ladegerät in einem etwas exotischen Formfaktor auf den Markt gebracht.

So ist das Nexode Air Slim 65W ein extrem dünnes 3 Port USB C Ladegerät, welches zudem über einen einklappbaren Stecker verfügt.

Hierdurch ist dieses ideal für Rucksäcke, Reisen und Wanderungen, zumindest in der Theorie. Aber wie sieht es in der Praxis aus? Wie gut ist das UGREEN Nexode Air Slim 65W? Finden wir dies im Test heraus!

An dieser Stelle vielen Dank UGREEN für das Zurverfügungstellen des Nexode Air Slim 65W für diesen Test.

 

Das Nexode Air Slim 65W im Test

Das Wichtigste bei diesem Ladegerät ist der Formfaktor. So ist das Nexode Air Slim 65W extrem flach, aber im Gegenzug etwas breiter und länger gebaut.

Der Formfaktor erinnert mich etwas an eine Visitenkarte.

Dabei misst das Nexode Air Slim 65W 53 x 88 x 14,4 mm und bringt 112 g auf die Waage.

Gewicht Volumen in cm³
Rollingsquare Supertiny 65W 72 46
Voltero C65 65W GaN PD Power 86 63
ISY IWC 4065 65W 93 59
Hama GaN 210592 65W 108 62
UGREEN Nexode Air Slim 65W 112 67
CUKTECH GaN Charger 65W 119 80
Anker Nano II 65W 120 65
Anker PowerPort III 65W Pod 124 92
INIU AI-624 65W 125 85
Anker 335 Charger (67W) 155 96
Anker Prime 67W GaN 159 75
Verbatim Mini GaN Charger 65W 160 0
LDNIO A4808Q 65W 161 200
Ikea SJÖSS 65 W 166 96
UGREEN X605 201 156
Baseus CCDK65E 65W 240 104

 

Verglichen mit anderen Ladegeräten der 65 W Klasse zählt das Air Slim damit tatsächlich zu den leichteren und kleineren Modellen. Gerade wenn wir bedenken, dass dieses über 3 USB Ports verfügt.

Weitere Pluspunkte gibt es für den einklappbaren Stecker, welcher das Verstauen in einem Rucksack oder einer Tasche noch etwas leichter macht.

Auch qualitativ gibt es am Ladegerät nichts zu bemängeln.

 

Anschlüsse

Das Nexode Air Slim 65W verfügt über 3 USB Ports, 2x USB C und 1x USB A.

  • USB C 1 – 65 W PD – 5V/3A, 9V/3A, 15V/3A, 30V/3,25A
  • USB C 2 – 30 W PD – 5V/3A, 9V/3A, 12V/2,5A, 15V/2A, 20V/1,5A
  • USB A – 18 W Quick Charge, 22,5 W Super Charge – 5V/3A, 9V/2A, 12V/1,5A, 10V/2,25A

Der primäre USB C Port (der äußere) bietet eine ordentliche Leistung von bis zu 65 W nach dem USB PD Standard. Damit ist das Ladegerät sehr gut für kleinere bis mittelgroße Geräte wie Smartphones und Tablets geeignet.

Hinzu kommt ein zweiter USB C Port mit bis zu 30 W und der obligatorische USB A Port mit 18 W Quick Charge bzw. 22,5 W „Super Charge“.

Wichtig, nutzt du mehrere Ports gleichzeitig, drosselt sich das Ladegerät herunter! Nutzt du beispielsweise die beiden USB C Ports gleichzeitig, haben wir folgende Leistungsverteilung:

  • 45 + 20 W

Umfangreicher PPS Support

Erfreulicherweise unterstützen beide USB C Ports den wichtigen PPS Standard.

USB C 1:

  • 5 – 11 V bei bis zu 4,5 A
  • 5 – 21 V bei bis zu 3 A

USB C 2:

  • 5 – 11 V bei bis zu 2,75 A

Gerade der primäre USB C Port hat mit seinen zwei PPS Stufen eine sehr gute und umfangreiche Abdeckung. Diese erlaubt es dem Ladegerät, alle Samsung und Google Pixel Smartphones mit dem vollen Tempo zu laden.

Sehr gut und nicht selbstverständlich bei einem Ladegerät der 65 W Klasse.

 

Konstante Leistung?

Bei besonders kompakten Ladegeräten müssen wir uns immer die Frage stellen, können diese konstant die vom Hersteller angegebene Leistung liefern.

Leider konnte das Nexode Air Slim 65W bei mir im Test nicht konstant 65 W liefern! Nach ziemlich genau 30 Minuten drosselte dieses sich auf 50 W herunter.

Nicht optimal, aber auch keine besonders harte Drosselung. Gerade bei Smartphones oder Tablets sollte dies in der Praxis keine Rolle spielen.

50 W können dann konstant geliefert werden.

 

Effizienz

Wie steht es aber um die Effizienz?

Und hier gibt es leider eine negative Überraschung. Die Effizienz schwankt zwischen 76,8 % und 90,7 %. Im Schnitt kam ich auf solide 85,8 %.

Das ist jetzt nicht furchtbar, aber auch absolut nicht fantastisch für ein Netzteil im Jahr 2026.

Verglichen mit anderen 65 W USB Ladegeräten landet das Nexode Air Slim 65W eher im unteren Bereich.

 

Spannungsstabilität

Werfen wir auch noch einen kleinen Blick auf die Spannungsstabilität. Diese ist zwar nicht mehr ganz so wichtig für ein USB C Ladegerät, kann aber ein Hinweis auf die Qualität sein.

Last 5 V Maximal Minimal
0 A 5,105 V 5,5 V 4,75 V
1 A 5,131 V 5,5 V 4,75 V
2 A 5,178 V 5,5 V 4,75 V
3 A 5,227 V 5,5 V 4,75 V

 

Last 9 V Maximal Minimal
0 A 9,014 V 9,45 V 8,55 V
1 A 8,985 V 9,45 V 8,55 V
2 A 8,955 V 9,45 V 8,55 V
3 A 8,926 V 9,45 V 8,55 V

 

Last 20 V Maximal Minimal
0 A 20,13 V 21 V 19 V
1 A 20,10 V 21 V 19 V
2 A 20,07 V 21 V 19 V
3 A 20,04 V 21 V 19 V

 

Alle drei gemessenen Spannungsebenen – 5 V, 9 V und 20 V – bleiben weit innerhalb der erlaubten Toleranzgrenzen und zeigen dabei nur minimale Schwankungen unter Last. Besonders beeindruckend ist die 20-V-Schiene: Diese bewegt sich zwischen 20,13 V im Leerlauf und 20,04 V bei 3 A – eine Variation von gerade einmal 90 mV. Das ist sehr sauber.

Auch bei 9 V gibt es nichts zu meckern. Der typische, leichte Spannungsabfall unter Last ist hier mit knapp 90 mV kaum der Rede wert.

Etwas ungewöhnlich, wenn auch nicht problematisch: Die 5-V-Schiene zeigt einen leichten Anstieg unter Last, von 5,105 V auf 5,227 V bei 3 A. Das ist eine leichte Besonderheit, aber problemlos innerhalb der Spezifikation und in der Praxis völlig irrelevant.

Insgesamt: Beim Thema Spannungsstabilität zeigt das Nexode Air Slim 65W eine sehr gute Leistung. Schade, dass die Effizienz nicht mithalten kann.

 

Fazit

Ist das Nexode Air Slim 65W das beste 65 W Ladegerät am Markt? Nein, das ist es nicht!

Dieses macht zwar sehr viel richtig, vor allem die sehr gute PPS Abdeckung, welche das Ladegerät ideal für Apple, Samsung und Google Pixel Nutzer macht, aber beispielsweise, dass dieses nicht konstant 65 W liefern kann, ist ein Kritikpunkt. Genau wie die leicht unterdurchschnittliche Effizienz.

Dennoch kann das UGREEN Nexode Air Slim 65W Sinn machen! Und zwar dann, wenn dich der dünne Formfaktor und der einklappbare Stecker interessieren.

Das Ladegerät ist ideal für Smartphones und Tablets. Sagt dir der Formfaktor zu, dann kann ich dir das Nexode Air Slim 65W empfehlen. Ist dir der Formfaktor egal, dann gibt es in der 65 W Klasse Besseres.

 

Der Einhell Akku PXC 5-8 Ah Multi-Ah Power X-Change Plus im Test

Einhell bietet eins der umfangreichsten und interessantesten Akku Systeme im Handel. Wie bei solchen Akkusystemen für Werkzeug üblich, bietet Einhell Akkus in verschiedenen Kapazitätsstufen an.

Im oberen Segment haben wir die „Multi-Ah“ Akkus. Multi-Ah Akkus?

Einhell bietet hier Akkus an, bei welchen du zwischen zwei Kapazitäten hin und her schalten kannst. Beispielsweise hier im Test haben wir den PXC 5-8 Ah Multi-Ah Power X-Change Plus.

Bei diesem kannst du zwischen zwei Kapazitäten wählen, 5 Ah und 8 Ah. Aber warum?! Warum solltest du einen 8 Ah Akku kaufen und diesen künstlich auf 5 Ah limitieren?

Hat der Akku überhaupt 8 Ah? Wie funktioniert diese Limitierung und warum?

All diese Fragen versuchen wir doch einmal in einem kleinen Artikel zu klären!

 

Der Einhell Akku PXC 5-8 Ah Multi-Ah Power X-Change Plus im Test

Der PXC Plus 5-8 Ah ist derzeit der größte Akku, den Einhell anbietet. Dieser setzt auf 21700er Zellen wie auch ein zweireihiges Design.

Entsprechend haben wir hier einen „großen“ Akku. Dieser bringt auch 1019 g auf die Waage und ist erfreulich hochwertig gemacht. So wirkt der Akku sehr robust und ist an den Kanten gummiert.

Von allen Einhell Akkus, die ich bisher in den Fingern hatte, ist dies klar der beste, was das Gehäuse betrifft.

Eine Besonderheit verglichen mit den kleineren Einhell Akkus ist das Display. So haben wir ein LC Display auf der Front des Akkus, welches dir in % anzeigt, wie voll oder leer der Akku ist.

Dieses Display wird auch genutzt zum Umschalten der Kapazität.

 

Warum zwei Kapazitätsstufen? (Offiziell)

Aber warum solltest du einen Akku mit 8 Ah kaufen und diesen künstlich auf 5 Ah limitieren?

Offiziell, um die Haltbarkeit des Akkus zu verbessern. Umso tiefer wir einen Akku entladen, umso stärker ist die Abnutzung. Ebenso erhöht sich die Gefahr des Tiefenentladens, wenn du den Akku längere Zeit bei „0%“ Ladung lagerst.

Also ja, theoretisch kann das künstliche Limitieren der Kapazität die Haltbarkeit eines Lithium Akkus um Faktor 2-4x verbessern, hier hat Einhell recht.

Allerdings ist hier streitbar, ob dies in der Praxis so sinnvoll ist. Warum? Ein Lithium Akku schafft normalerweise 500 Zyklen, schlechtere Zellen 300, bessere 1000. Dies bei 100% Zyklen.

Wie oft lädst du realistisch betrachtet deinen Akku? Sofern du kein Handwerker bist, lädst du im Sommer vielleicht 1-2x die Woche. Heißt, selbst bei Nutzung der vollen Kapazität kommen wir im Jahr auf 52-104 Zyklen = 5-10 Jahre würde ein Akku voraussichtlich bei solch einer Belastung halten.

Schalten wir nun runter auf 5 Ah, wird sich realistisch betrachtet die Lebenserwartung verdreifachen.

Theoretisch würde der Akku also 10 – 30 Jahre halten. Allerdings musst du aufgrund der niedrigeren nutzbaren Kapazität auch öfter laden und es stellt sich die Frage nach der physischen Abnutzung und einfach der Alterung der Zellen durch das Alter.

Kurzum, für Heim Nutzer glaube ich, dass es effektiv wenig Sinn macht, den Akku herunterzuschalten. Lediglich wenn du intensiv Nutzer bist, den Akku täglich lädst, dann kann dies vielleicht wirklich in der Praxis Sinn machen und die Haltbarkeit merklich verlängern.

 

Alternativer Grund (für Einhell)

Für dieses Multi Ah System könnte es aber noch einen alternativen Grund geben. Dies ist hier eine reine Vermutung meinerseits!

Achtung, Spekulation!

Mir ist aufgefallen, dass auf dem „offiziellen Typenschild“ des Akkus die Kapazität mit 5 Ah angegeben ist und nicht mit 8 Ah. Aber warum sollte das ein Hersteller machen? Will man da nicht die bestmögliche Kapazität angeben?

5 Ah * 18 V = 90 Wh

8 Ah * 18 V = 144 Wh

Wenn wir von einer Kapazität von 5 Ah ausgehen, bleibt der Akku unter der „magischen“ 100 Wh Grenze, die bei Flugreisen gilt. Teils wird diese 100 Wh Grenze auch von Transporteuren genutzt, um zu bestimmen, ob etwas Gefahrengut ist.

Mit 8 Ah würden wir diese 144 Wh Grenze reißen.

Daher meine Annahme, Einhell nutzt dieses Multi Ah System möglicherweise auch, um etwas diese Grenzwerte zu umgehen.

 

1350 W Leistung!

Ein wichtiger Punkt, die Leistung des Akkus, also wie kraftvoll deine Geräte arbeiten, ist unabhängig von der eingestellten Kapazität.

Laut Einhell haben wir hier eine Leistung von bis zu 1350 W, die ein Akku bereitstellen kann. Dies ist das höchste in Einhells aktuellem Lineup.

Zum Vergleich:

max Leistung in Watt
PXC+ 5-8 Ah 1350
PXC 5,2 Ah 1260
PXC 4,0 Ah 900
PXC+ 3,0 Ah 900
PXC 2,5 Ah 720
PXC 2,0 Ah 450

 

Ist das in der Praxis zu merken? Ja, durchaus! Ich habe noch ein paar alte 3 Ah Akkus und im Rasenmäher ist durchaus zu merken, dass dieser etwas mehr Power mit den 2x PXC+ 5-8 Ah Akkus hat als mit 2x 3 Ah oder auch 2x 4 Ah.

Verglichen mit 2x 5,2 Ah merke ich subjektiv keinen Unterschied.

 

Wie hoch ist die Kapazität?

Was ist aber nun mit der Kapazität des Akkus? Hat dieser wirklich 8 Ah und im 5 Ah Modus genau 5 Ah?

Um dies zu testen, habe ich eine elektronische Last genutzt, um den Akku in beiden Modi mit 5 A und 20 A Last zu entladen. Ich habe die Akkus bis zu einer Spannung von 15 V entladen, das sind 3 V pro Zelle. Eventuell könnte ich noch einen Hauch tiefer gehen, aber 3 V pro Zelle ist ein sicherer minimaler Ladestand.

Im Test konnte der Akku nicht ganz die Herstellerangabe von 8 Ah erreichen. Bei 5 A Last konnte ich 7,445 Ah messen. Nicht ganz die Herstellerangabe, aber die Tendenz stimmt.

Bei 20 A Last fiel die Kapazität mit 7,016 Ah etwas niedriger aus, was zu erwarten ist.

Aber was ist mit dem 5 Ah Modus? Dieser funktioniert wie vom Hersteller versprochen. In diesem Modus lag die Kapazität bei ziemlich genau 5 Ah, um exakt zu sein, bei 5,217 Ah bzw. 5,038 Ah.

Wichtig ist dabei allerdings der Umschaltzeitpunkt. Lädst du den Akku im 8 Ah Modus und schaltest dann um auf 5 Ah, liegt die Kapazität im nächsten Zyklus bei +- 7 Ah, erst wenn du dann den Akku erneut lädst, landet dieser wirklich bei +- 5 Ah.

Kurzum, nach dem Umschalten braucht es einen Lade/Entlade-Zyklus, damit sich die Kapazität anpasst.

 

Spannungsverhalten

Aber wie genau funktioniert nun dieses Umschalten der Kapazität? Hierfür werfen wir einen Blick auf den Spannungsverlauf bei 5 A Last.

Und diese eine Grafik verrät eigentlich das ganze Geheimnis der Multi-Ah-Technologie. Schauen wir sie uns mal genau an.

Die beiden Modi starten gar nicht beim gleichen Wert. Frisch geladen legt der Akku im 8-Ah-Modus bei rund 20,7 V los, im 5-Ah-Modus dagegen nur bei etwa 19,9 V. Wir haben hier fünf Zellen in Reihe, macht also pro Zelle rund 4,14 V gegenüber 3,99 V.

Genau das ist bereits der Kern des Tricks. Im 5-Ah-Modus lädt der Akku seine Zellen schlicht nicht komplett voll. Statt bis an die üblichen +-4,2 V pro Zelle heranzugehen, macht das BMS deutlich früher Schluss. Und eine niedrigere Ladeschlussspannung ist eine der wirkungsvollsten Methoden überhaupt, um die Lebensdauer einer Lithium-Zelle zu verlängern. Einhell schont die Zellen hier also schon beim Laden, nicht erst beim Entladen.

Am anderen Ende passiert etwas Ähnliches: Der 5-Ah-Modus macht früher zu. Während der 8-Ah-Modus bei 5 A Last bereitwillig rund 94 Minuten durchhält und bis knapp unter 15 V weiterläuft, zieht das BMS im 5-Ah-Modus schon nach etwa 63 Minuten bei rund 15,5 V den Stecker. Der Akku bewegt sich also nur noch im oberen, „gesunden“ Mittelfeld der Zelle und meidet beide Extreme, die kritisch hohe Ladespannung genauso wie die tiefe Entladung.

Damit haben wir das komplette Bild: Der 5-Ah-Modus quetscht das nutzbare Spannungsfenster von oben zusammen (niedrigere Ladeschlussspannung) und schaltet unten früher ab.

 

Fazit

Der PXC 5-8 Ah Multi-Ah Power X-Change Plus ist aus meiner Sicht der beste Akku, den Einhell aktuell im Programm hat. Das Gehäuse ist das hochwertigste, das ich bisher von einem Einhell-Akku in den Fingern hatte – robust, gummiert, dazu das praktische LC-Display. Auch bei der Leistung führt er mit 1350 W das komplette Lineup an, was du gegenüber älteren 3- oder 4-Ah-Akkus durchaus merkst.

Bei der Kapazität erreicht er im 8-Ah-Modus zwar nicht ganz die Herstellerangabe (rund 7,4 Ah), aber die Tendenz stimmt. Der 5-Ah-Modus wiederum funktioniert genau wie versprochen.

Bleibt die Frage nach dem Multi-Ah-System: Technisch ist das clever gelöst, denn Einhell schont die Zellen schon beim Laden über eine niedrigere Ladeschlussspannung. Für den typischen Heimanwender macht die Limitierung meiner Meinung nach aber wenig Sinn – der Akku hält ohnehin viele Jahre. Richtig sinnvoll wird der 5-Ah-Modus erst, wenn du Intensivnutzer bist und den Akku täglich lädst.

Unterm Strich: Auch ohne den Multi-Ah-Modus wäre das ein toller Akku, bestes Gehäuse, meiste Power, ordentliche Kapazität. Suchst du den größten und besten Einhell-Akku, greif zu.

Anker 737 Powerbank im Test 2026: Auch heute noch top?

Die Anker 737 war im Jahr 2022 eine absolut revolutionäre Powerbank! Diese war die erste Powerbank mit einem 140 W USB C Eingang und Ausgang! Dies zu einer Zeit, als es noch kein 140 W Gerät gab.

Dabei bleibt diese bis heute eine sehr interessante Powerbank. 140 W ist immer noch eine hervorragende Leistung, 24000 mAh eine gute Kapazität, hinzu kommt der weiter recht kompakte Formfaktor usw.

Allerdings ist die Anker 737 2026 weiterhin voll empfehlenswert oder gibt es mittlerweile einfach bessere Modelle? Ist die „2026“ Anker 737 das gleiche Modell wie 2022 oder hat Anker hier heimlich eine neue Revision auf den Markt gebracht?

Um dies herauszufinden, habe ich mir eine neue Anker 737 gekauft und in den Testparcours geschickt, auch verglichen mit der „alten“ Anker 737 aus dem Jahr 2022.

 

Die Anker 737 2026 im Test

Die Anker 737 war eine der ersten Powerbanks, welche auf den aktuell so beliebten Säulen-Formfaktor setzt.

So misst die 737 156 x 54,6 x 49,3 mm und bringt 641 g auf die Waage.

Damit ist die Powerbank durchschnittlich kompakt für eine Powerbank mit diesen technischen Daten im Jahr 2026 und etwas auf der schweren Seite.

Allerdings unterm Strich ist alles noch im Rahmen.

Dabei ist die Verarbeitungsqualität tadellos. Die 737 fühlt sich massiv und stabil gebaut an.

 

Mit Display

Die Anker 737 besitzt auf der Front ein kleines LCD Farbdisplay. Dieses zeigt dir einige interessante Infos an:

  • Akkustand in %
  • Leistung pro Port in Watt
  • Restdauer
  • Temperatur
  • Batteriezustand in %
  • Zyklen
  • Gesamt Energie Eingang in Wh
  • Gesamt Energie Ausgang in Wh

Damit ist das Display erfreulich umfangreich und informativ!

 

Anschlüsse

Die Anker 737 besitzt 2x USB C Ports und 1x USB A

  • USB C – 140 W USB PD – 5V/3A, 9V/3A, 15V/3A, 20V/5A, 28V/5A
  • USB A – Quick Charge 3.0 – 5V/3A, 9V/2A, 12V/1,5A

Beide USB C Ports der Powerbank bieten eine Leistung von bis zu 140 W nach dem USB Power Delivery Standard. Damit ist die Anker 737 ideal für kleine wie auch große Geräte.

Gerade für Notebooks ist die Powerbank sehr interessant!

Zusätzlich zu den beiden USB C Ports haben wir noch einen USB A Port mit 18W Quick Charge.

 

70 + 70

Die Anker 737 kann maximal 140 W liefern, aber wir haben 2x 140 W Ports?! Nutzt du mehrere Ports, drosselt sich die Powerbank herunter.

Z.B. Nutzt du einen USB C Port + USB A, haben wir 100 W + 18 W maximale Leistung. Nutzt du beide USB C Ports, haben wir 2x 70 W.

 

Neue Revision?

Offiziell gab es nach meinem Wissen keine „V2.0“ Version der Anker 737. Theoretisch handelt es sich um 1 zu 1 die gleiche Version, welche auch 2022 schon verkauft wurde.

So trägt sowohl meine Anker 737 aus dem Jahr 2022 wie auch das 2026er Modell die Modellnummer A1289.

Auch die technischen Daten sind identisch.

Allerdings gab es wohl doch ein „geheimes“ Update, vermutlich ein Firmware Update.

So funktioniert die 28V USB PD Stufe (140W) der 2022er Anker 737 nicht mit meinem Framework 16! Das Framework 16 kann nicht an der 2022er Anker 737 laden (außer über Tricks).

An der 2026er Version der Anker 737 hat mein Framework 16 KEIN Problem!

Auch bei der PPS Stufe gibt es eine leichte Änderung:

  • 2022er Modell – 3,3 – 21 V bei bis zu 5 A
  • 2026er Modell – 4,5 – 21 V bei bis zu 5 A

Das ist kein relevanter Unterschied, zeigt aber, dass wir hier nicht 1 zu 1 die gleiche Powerbank vor uns haben und es unter der Haube schon eine „v1.1“ Version der Anker 737 gab.

 

PPS Range

Die Anker 737 unterstützt auch den PPS Standard.

  • 4,5 – 21 V bei bis zu 5 A

Das ist eine perfekte PPS Range! Damit ist die Powerbank ideal für Samsung, Google Pixel und Apple Smartphones. Alle mir bekannten Smartphones dieser 3 Hersteller können mit dem vollen Tempo an der Powerbank laden.

 

Wie hoch ist die Kapazität?

Laut Anker besitzt die 737 eine Kapazität von 24.000 mAh. Aber wie sieht es in der Praxis aus?

5V/2A 70,306 13808 19002 79%
9V/2A 73,966 8162 19991 83%
20V/1A 76,365 3802 20639 86%
20V/3A 77,962 3900 21071 88%
20V/5A 76,027 3823 20548 86%
28V/5A 73,133 2632 19766 82%
Im Schnitt 74,6265 20169 84%

 

Im Schnitt erreichte die Powerbank bei mir gute 20.169 mAh bzw. 74,63 Wh. Dies entspricht 84% der Herstellerangabe. Hier gibt es nichts zu bemängeln!

80 – 90 % echte Kapazität ist ein gutes normales Abschneiden für eine Powerbank.

Aber vergleichen wir einmal die Kapazität der 2026er Anker 737 mit dem, was ich damals im Test 2022 gemessen hatte.

Erfreulicherweise bot die 2026er Anker 737 sogar eine minimal höhere Kapazität. Im Schnitt schaffte diese 589 mAh mehr. Kein gewaltiger Unterschied, aber mehr Kapazität ist immer gut.

 

Extrem schnelles Laden!

Ein Highlight der Anker 737 ist die Ladedauer der Powerbank selbst. So kann die Powerbank mit bis zu 140 W an einem entsprechenden 140 W Ladegerät laden.

So dauerte bei mir im Test eine Ladung gerade einmal 55 Minuten!

Eine 0% auf 100% Ladung in 55 Minuten ist extrem beeindruckend! Nur sehr wenige Powerbanks am Markt schaffen eine vollständige Ladung in unter einer Stunde.

 

Fazit, auch im Jahr 2026 top!

Die Anker 737 ist auch im Jahr 2026 voll empfehlenswert! Wir haben hier eine absolute High End Powerbank, die in vielen Punkten weiter besser ist als 80% aller neueren 140 W Modelle.

  • Konstante Leistung von 140 W ohne Temperatur-Probleme
  • 0% auf 100% Laden in weniger als 1 h
  • Perfekte PPS Range
  • Umfangreiches Display
  • Gute Kapazität von 20169 im Schnitt

Gerade dass die Anker 737 konstant 140 W liefern kann und in unter 1 Stunde lädt, ist außergewöhnlich. Das schaffen nur die wenigsten aktuellen 140 W Powerbanks.

Unter der Haube scheint es zudem bei der aktuellen 2026er Version ein paar Firmware Optimierungen zu geben, welche die Kompatibilität zu neueren Geräten verbessern.

Zu guter Letzt der Preis, du bekommst die Anker 737 regelmäßig für unter 100€. Gerade wenn dir die konstante Leistung und das schnelle Laden wichtig sind, gibt es hier kaum etwas Besseres am Markt in dieser Preisklasse!

Keine Produkte gefunden.

Ente Auth im Test: Die beste 2FA-App und echte 2FAS-Alternative?

Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) ist heute unverzichtbar, um unsere digitalen Konten abzusichern. Lange Zeit waren hierfür die Apps von Google und Microsoft die beliebteste und einfachste Wahl. Allerdings steht hinter diesen Apps „Big Tech“ und funktional sind diese eher einfach.

In letzter Zeit hat sich 2FAS als der Goldstandard für viele etabliert. So habe ich auch lange Zeit 2FAS genutzt. Allerdings ist hier die Synchronisierung zwischen Android und iOS nicht möglich und in letzter Zeit hatte ich Probleme unter iOS.

Daher war ich auf der Suche nach einer Alternative, und ich bin fündig geworden: Ente Auth

 

Was macht Ente Auth so besonders?

Während viele 2FA-Authentifikatoren entweder auf eine rein lokale Nutzung setzen oder auf eine sehr spezifische Cloud-Integration (wie iCloud/Google Drive), bietet Ente Auth einen eigenen kostenfreien Cloud-Speicher.

Hierdurch ist eine Synchronisation zwischen verschiedenen Systemen problemlos möglich. Du legst dir einen Account bei Ente Auth an und fertig!

Dabei werden deine 2FA-Tokens mit deinen privaten Schlüsseln verschlüsselt, bevor sie das Gerät verlassen. So haben weder die Entwickler noch Dritte zu irgendeinem Zeitpunkt Zugriff auf deine Codes.

Wir haben hier also eine echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung!

Hinzu kommt, dass Ente Auth Open Source ist, daher wissen wir auch, dass diese Verschlüsselung sauber ist.

Zusammengefasst:

  • Echte Cross-Plattform-Synchronisierung
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE)
  • Open Source

Großer Funktionsumfang

Dabei ist Ente Auth auch generell als 2FA-Authentifikator extrem gut!

Die Benutzeroberfläche ist sauber und aufgeräumt, es gibt eine Suchfunktion, passende Icons zu populären Diensten, benutzerdefinierte Reihenfolgen, Tags usw.

Auch sehr cool: Neben dem aktuellen 2FA-Code zeigt dir Ente Auth auch bereits den nächsten Code an. Sind auf dem aktuellen Code nur noch ein paar Sekunden, kannst du also bereits den nächsten eintippen und absenden, wenn er aktiv ist.

 

Keine Werbung, Tracker oder Kosten

In Ente Auth gibt es weder Werbung noch Tracker noch irgendwelche In-App-Käufe. Ente Auth ist komplett kostenfrei!

 

Für Android, iOS, Windows, Linux und Mac

Ente Auth ist nicht nur für Smartphones verfügbar, sondern auch für Windows, macOS und Linux-Systeme!

https://ente.com/auth/#download-auth

Hinzu kommt die Möglichkeit, die Codes über die Webseite aufzurufen, komplett ohne App.

 

Fazit

Für mich ist Ente Auth die beste 2FA-App für meine Bedürfnisse und vielleicht für die einiger Power-User. 2FAS bleibt zwar eine großartige App, aber Ente Auth löst das Synchronisationsproblem zwischen verschiedenen Plattformen einfach perfekt!

Dass eine App einen eigenen, Ende-zu-Ende-verschlüsselten Cloud-Sync anbietet, komplett Open Source ist und dabei auch noch vollständig auf Werbung, Tracker und In-App-Käufe verzichtet, ist heutzutage eine absolute Seltenheit.

Die Entwickler haben hier ein mächtiges, sicheres und zugleich extrem nutzerfreundliches Werkzeug geschaffen. Smarte Features, wie die Vorschau auf den nächsten Token oder die vollwertigen Desktop-Apps, runden das Gesamtpaket perfekt ab.

Kurzum: Wenn du nach einer 2FA-App suchst, schau dir mal Ente Auth an!

Der beste universelle Kartenleser? Der llano Kartenleser im Test

Ich bin ein großer Fotografie-Freak und habe einige Kameras, mit SD, CFexpress Typ A und Typ B Speicherkarten. Zudem muss ich ab und an auch microSD Speicherkarten lesen.

Das Notebook meiner Wahl, das Dell XPS 16, hat leider keinen integrierten Kartenleser und selbst wenn wäre es nur SD oder microSD.

Daher muss ich immer einen gesonderten Kartenleser nutzen. Aber hier ein Modell finden, das mit allen Speicherkarten umgehen kann, vor allem auch den exotischeren CFexpress Speicherkarten ist gar nicht so einfach.

Nun bin ich aber über den llano CFexpress Typ A/B Kartenleser gestolpert. Für unter 50€ bietet dieser Support für

  • SD
  • microSD
  • CFexpress Typ A
  • CFexpress Typ B

Dabei werden keine Adapter oder ähnliches benötigt!

Wollen wir uns einmal den llano CFexpress Typ A/B Kartenleser im Test ansehen und schauen, ob dieser der beste Kartenleser für Fotografen ist.

 

Der llano CFexpress Typ A/B Kartenleser im Test

Der llano Kartenleser ist mit 114 x 59 x 15 mm etwas größer gebaut als typische Kartenleser. Dieser hat eher die Abmessungen eines kleinen USB C Docks.

Dies liegt aber natürlich an den recht vielen Slots, die der Kartenleser mitbringt.

  • SD
  • microSD
  • CFexpress Typ A
  • CFexpress Typ B

Hinzu kommen gleich zwei USB C Ports. Der eine USB C Port ist ein Uplink, also für die Verbindung zu deinem PC. Der zweite USB C Port ist für eine zusätzliche Stromversorgung. Dies war bei mir allerdings zu keinem Zeitpunkt nötig.

Mit im Lieferumfang liegt ein passendes USB C auf USB C/A Kabel, du kannst aber praktisch jedes x-beliebige Datenkabel nutzen.

Etwas unnötig ist die RGB Beleuchtung am Ende des Kartenlesers…

 

USB C 3.2 Verbindung

Genau genommen ist der llano CFexpress Typ A/B Kartenleser nicht das schnellste Modell auf dem Markt, aufgrund der USB Verbindung.

So nutzt der llano Kartenleser eine USB C 3.2 Gen 2 10 Gbit Verbindung zu deinem PC. Daher ist die maximale Datenrate auf 10 Gbit hart limitiert. Praktisch sind dies meist um die 1000 MB/s.

Es gibt CFexpress Typ A und Typ B Kartenleser, die auf Thunderbolt oder USB 4 setzen. Diese haben entsprechend nicht dieses fixe 1000 MB/s Limit, sind dafür aber nicht so universell einsetzbar und nach meiner Erfahrung gerne auch mal etwas zickiger.

 

Mehrere Speicherkarten auf einmal

Erfreulicherweise kannst du beim llano mehrere Speicherkarten auf einmal auslesen! So ist es möglich, gleichzeitig eine SD, microSD und CFexpress Speicherkarte auszulesen.

Lediglich die beiden CFexpress Slots lassen sich nicht gleichzeitig verwenden. Dennoch ist es für mich eine positive Überraschung, vor allem dass intern sich der SD und microSD Slot nicht eine Verbindung teilen.

 

UHS-I Speicherkarten mit mehr als 105 MB/s

Theoretisch können Speicherkarten nach dem UHS-I Standard maximal 105 MB/s erreichen. Für Geschwindigkeiten darüber hinaus muss der UHS-II Standard genutzt werden.

Allerdings bietet gerade SanDisk einige SD und microSD Speicherkarten mit mehr als 105 MB/s an, die aber nur UHS-I-fähig sind. Das ist ein proprietärer Standard, der nicht von allen Endgeräten oder Kartenlesern unterstützt wird.

Erfreulicherweise unterstützt der llano Kartenleser allerdings diesen proprietären Standard und kann auch diese Speicherkarten mit voller Geschwindigkeit lesen, sowohl im microSD wie auch SD Karten Slot.

 

Leistungsvergleich

Um die Leistung des llano Kartenlesers zu bewerten, habe ich mir mehrere Speicherkarten und Kartenleser geschnappt.

Folgende Speicherkarten habe ich genutzt:

Neben dem Kartenleser von llano habe ich folgende Modelle ebenfalls in den Vergleich geschickt:

Die Leistungswerte habe ich mit CrystalDiskMark ermittelt und ich nehme hier die für Speicherkarten relevanten SEQ1MQ1T1 Werte.

Lesend:

SD CFexpress A CFexpress B microSD
llano 298,31 616,51 758,73 190,55
Sony MRW-G2 273,76 538,88
PGYTECH 298,3 623,71
ProGrade 252,72 513,06
PERGEAR 591,52 727,48

Schreibend:

SD CFexpress A CFexpress B microSD
llano 290,3 627,69 858,71 95,62
Sony MRW-G2 266,44 549,89
PGYTECH 290,37 629,9
ProGrade 270,72 648,23
PERGEAR 677,11 819,15

 

Was sagen uns diese Werte?

Was die Tabellen direkt zeigen: Der llano spielt durchweg in der Spitzengruppe mit.

Beim SD-Slot liegt der llano mit 298,31 MB/s lesend praktisch gleichauf mit dem PGYTECH (298,3 MB/s) und damit klar vor dem Sony MRW-G2 und dem ProGrade. Schreibend ergibt sich dasselbe Bild, llano und PGYTECH trennt mit 290,3 zu 290,37 MB/s quasi nichts, beide setzen sich vom Rest ab. Hier holst du also faktisch das Maximum aus deiner SD-Karte heraus.

Bei CFexpress Typ A wird das Feld enger. Lesend muss sich der llano mit 616,51 MB/s nur dem PGYTECH (623,71 MB/s) ganz knapp geschlagen geben, schreibend liegen llano (627,69 MB/s), PGYTECH, ProGrade und PERGEAR alle in einem schmalen Band beieinander. Diese Unterschiede liegen im Bereich der Messtoleranz, im Alltag wirst du davon nichts spüren.

Richtig interessant wird es bei CFexpress Typ B, denn hier treten nur der llano und der PERGEAR gegeneinander an. Und der llano gewinnt dieses Duell deutlich: 758,73 zu 727,48 MB/s lesend und 858,71 zu 819,15 MB/s schreibend. Wer also vor allem auf CFexpress Typ B setzt, bekommt beim llano die schnellere Wahl.

Bleibt noch der microSD-Slot. Die 190,55 MB/s lesend sind hier der eigentlich spannende Wert: Er beweist, dass der llano den proprietären SanDisk-Standard über 105 MB/s tatsächlich umsetzt. An einem Kartenleser ohne diese Unterstützung würdest du hier bei rund 105 MB/s hängenbleiben. Die 95,62 MB/s schreibend sind übrigens kein Manko des Lesers, sondern schlicht das Limit der Karte selbst.

Was in keiner Tabelle steht, du aber im Hinterkopf behalten solltest: Das 10-Gbit-Limit der USB-Verbindung bremst hier nichts aus. Keine der getesteten Karten kommt auch nur in die Nähe der rund 1000 MB/s, der Flaschenhals ist also die Speicherkarte, nicht der llano (mit Ausnahme der CFexpress Typ B Speicherkarten).

 

Fazit

Für unter 50€ macht der llano CFexpress Typ A/B Kartenleser erstaunlich wenig falsch. Er liest SD, microSD, CFexpress Typ A und Typ B ohne Adapter, lässt dich mehrere Karten gleichzeitig auslesen und unterstützt sogar die proprietären schnellen UHS-I-Karten von SanDisk. Leistungsmäßig spielt er durchweg in der Spitzengruppe mit und gewinnt bei CFexpress Typ B sogar das direkte Duell.

Ja, mit Thunderbolt- oder USB-4-Lesern lässt sich das 10-Gbit-Limit theoretisch knacken. In der Praxis bremst dieses Limit aber nur sehr selten aus, wenn dann nur bei CFexpress Typ B Speicherkarten, dafür ist der llano universeller einsetzbar und im Alltag deutlich unkomplizierter.

Wenn du also, wie ich, einen Kartenleser suchst, der wirklich mit allem umgehen kann, dann bist du hier richtig!

Wie schnell kann das Apple MacBook Air laden? Welches Ladegerät für das MacBook Air?

Alle reden derzeit über das MacBook Neo. Allerdings, das vermutlich größte Highlight in Apples Lineup ist das MacBook Air M5. Dieses ist für +- 1000€ zu bekommen.

Wie aber derzeit alle Apple Notebooks hat auch das Air kein Ladegerät/Netzteil mit im Lieferumfang. Dieses musst du separat kaufen.

Aber welches Ladegerät fürs MacBook Air kaufen? Wie schnell kann dieses laden und welche Anforderungen stellt es an das Ladegerät? Muss es von Apple sein?

Finden wir all dies im Test heraus!

 

Das Air nutzt USB Power Delivery

Auch das Apple MacBook Air M5 setzt auf den „normalen“ USB Power Delivery Standard, wie er von der EU vor allem für Smartphones vorgeschrieben ist.

Das heißt, du musst nicht zwingend eins der originalen Apple Ladegeräte nutzen!

Grundsätzlich kann jedes USB Power Delivery Ladegerät das MacBook Air M5 laden. Es gibt keine Fehlermeldungen oder Ähnliches, wenn du ein 3. Anbieter Ladegerät nutzt.

 

Wie viel Leistung kann das MacBook Air M5 aufnehmen?

Allerdings gibt es USB Power Delivery Ladegeräte in vielen Leistungsstufen, von 15 W bis 240 W.

Was ist die maximale Leistung, die das MacBook Air M5 aufnehmen kann? Hierfür habe ich das Notebook auf +- 15 % entladen und verschiedene Ladegeräte mit unterschiedlichen Leistungsstufen ausprobiert. Dabei habe ich mit einem PowerZ Messgerät überwacht, wie viel Watt das Notebook aufnahm.

Wie die meisten Apple Geräte ist auch das Air M5 recht unproblematisch, was das gewählte Ladegerät angeht.

Grundsätzlich kann dieses mit maximal +- 69-70 W in der Spitze laden. Hast du also ein 70W+ USB-C-Ladegerät, lädt das M5 bereits mit dem vollen Tempo.

Ein größeres Netzteil schadet nicht, bringt aber auch kein schnelleres Laden.

Wichtig, auch kleinere Ladegeräte werden ohne Probleme akzeptiert. So kannst du das Air M5 auch z.B. an einem 20 W Ladegerät laden. Das Laden dauert hier natürlich um einiges länger, aber es geht.

Dabei spielt es auch keine Rolle, ob du nun den MagSafe-Anschluss oder die USB-C-Ports direkt nutzt.

Theoretisch ist sogar ein Laden über einen USB-A-Port mit einem entsprechenden USB-A-auf-C-Kabel möglich. Hier liegt die Leistungsaufnahme aber nur bei 2,5 W, ist also extrem gering, sodass effektiv keine Ladung stattfindet.

 

Wie lange dauert das Laden des MacBook Air M5?

Aber wie lange dauert nun das Laden des M5? Um diese Frage zu klären, habe ich das Notebook auf 5 % entladen und dann im Standby an einem 100 W Ladegerät geladen und die Werte mitgeloggt.

Schauen wir uns das Ergebnis einmal genauer an. Im Diagramm siehst du zwei Kurven: Die grüne Linie zeigt die Leistung in Watt, die das Air zu jedem Zeitpunkt aufnimmt. Die orange Linie zeigt die insgesamt aufgenommene Energie in Wattstunden.

Direkt nach dem Anstecken zieht das MacBook Air M5 für rund 18 Minuten konstant die vollen +- 69 – 70 W. Hier wird also mit dem maximalen Tempo geladen.

Danach geht die Leistung in mehreren Stufen nach unten. Erst auf +- 60 W, dann auf +- 42 – 45 W und ab etwa der 45. Minute pendelt sich das Air bei rund 28 W ein. Gegen Ende, ab ca. 1:10, sinkt die Leistung dann weiter und tröpfelt zum Schluss nur noch mit wenigen Watt vor sich hin.

Das ist völlig normal! Lithium-Akkus werden immer nach diesem Muster geladen. Am Anfang darf es schnell gehen, je voller der Akku wird, desto vorsichtiger und langsamer lädt das System, um die Zellen zu schonen.

Genau das siehst du auch an der orangen Energiekurve: Diese steigt am Anfang steil an und flacht zum Ende hin immer weiter ab.

In Zahlen heißt das:

  • Nach rund 1 Stunde sind bereits ca. 84 % der Energie im Akku.
  • Die letzten +- 16 % bis 100 % dauern danach aber fast genauso lange.

Insgesamt dauert das MacBook Air M5 rund 2 Stunden, wenn du es nicht parallel nutzt, und zieht rund 58,7 Wh aus dem Ladegerät/Powerbank, bis es vollständig geladen ist.

Ladegerät und Powerbank Empfehlungen

Grundsätzlich ist das MacBook Air M5 sehr unproblematisch, was das akzeptierte Ladegerät/Powerbank angeht. Hier geht praktisch eigentlich alles, angefangen bei 15 W.

Allerdings solltest du im Optimalfall ein Ladegerät mit 65 W oder mehr nach USB Power Delivery wählen.

Mehr Leistung als 65 W ist kein Problem, das MacBook wird nicht überladen oder so, aber es bringt halt auch keine höhere Ladegeschwindigkeit.

Welche Ladegeräte würde ich konkret empfehlen?

Meine erste Wahl für das MacBook Air M5 wäre tatsächlich das Anker A121A Nano 70W. Dieses ist ein kompaktes und gutes Ladegerät zu einem fairen Preis.

Suchst du das günstigste Ladegerät, das gut taugt, dann würde ich das Ikea SJÖSS empfehlen. Mit 13€ ist dieses für die Leistung von 65 W sehr gut und günstig.

Wie steht es um Powerbanks? Auch hier gilt, 65 W oder mehr Leistung ist „optimal“ und bei der Kapazität brauchen wir ca. 58,7 Wh bzw. rund 16.000 mAh für eine vollständige Ladung, wenn du die Powerbank nicht parallel nutzt.

Fazit

Das MacBook Air M5 macht es dir beim Laden erfreulich einfach. Dank des normalen USB Power Delivery Standards bist du nicht auf ein originales Apple Netzteil angewiesen, praktisch jedes USB-C-Ladegerät funktioniert problemlos.

In der Spitze lädt das Air mit rund 69 – 70 W. Daher ist ein Ladegerät mit 65 W oder mehr die optimale Wahl. Mehr Leistung schadet nicht, bringt dir aber auch kein schnelleres Laden. Kleinere Netzteile bis runter zu 15 W gehen ebenfalls, dauern dann aber entsprechend länger.

Eine vollständige Ladung dauert ca. 2 Stunden und zieht rund 58,7 Wh. Den größten Teil bekommst du dabei aber bereits in der ersten Stunde, hier sind schon +- 84 % im Akku. Für ein schnelles Zwischenladen reichen also oft schon 20 – 30 Minuten.

Meine Empfehlung: Für die meisten ist das Anker A121A Nano 70W (ca. 30€) die beste Wahl, kompakt, gut und fair im Preis. Wer sparen will, greift zum Ikea SJÖSS 65 W für nur ca. 13€. Möchtest du unterwegs laden, sollte deine Powerbank ebenfalls 65 W+ liefern und für eine volle Ladung rund 16.000 mAh mitbringen.

NAS statt Google Fotos: Synology BeeStation Plus, QNAP TS-264 und UGREEN DH2300 im Einsteiger-Vergleich

Google Fotos kostet, iCloud kostet, Dropbox kostet. Und je mehr Bilder dein Smartphone sammelt, desto teurer wird das Abo. Dazu kommt der ungute Beigeschmack, dass deine persönlichen Erinnerungen irgendwo auf den Servern eines US-Konzerns liegen, der genau weiß, wann du wo warst und wen du wann fotografiert hast.

Die naheliegende Alternative? Deine Bilder einfach bei dir zu Hause speichern. Auf einem eigenen kleinen Gerät, das genau das macht, was Google Fotos auch macht, nur eben in deinem Wohnzimmer und ohne monatliche Gebühren. So ein Gerät nennt sich NAS, und in den letzten Jahren hat sich in diesem Segment einiges getan.

Drei NAS-Systeme als lokale Alternative zu Google Fotos im Vergleich

So gibt es hier neue Spieler auf dem Markt und es hat sich ein gewisser Fokus auf die „Foto-Apps“ herauskristallisiert.

  • Die Synology BeeStation Plus, das wohl einfachste NAS-System auf dem Markt
  • Das UGREEN NASync DH2300, der günstige Newcomer mit der besten Foto-App
  • Das QNAP TS-264, ein klassisches NAS, das deutlich mehr kann, dafür aber auch deutlich komplexer ist

Für Eilige – die Kurzfassung

Du willst… → Das passt
…es so einfach wie irgend möglich Synology BeeStation Plus
…die beste Foto-App zum besten Preis-Leistungs-Verhältnis UGREEN NASync DH2300 (mein Favorit)
…maximales Potenzial und langfristig basteln & erweitern QNAP TS-264

Aber welches dieser drei Systeme ist nun das richtige für dich? Schauen wir uns das im Detail an.

 

Warum überhaupt ein NAS für Fotos?

Bevor wir in den Vergleich einsteigen, kurz für die, die mit dem Begriff NAS nichts anfangen können.

Ein NAS ist im Grunde nichts anderes als eine kleine Box mit einer oder mehreren Festplatten, die du zu Hause ans WLAN bzw. an den Router anschließt. Über eine App auf dem Smartphone oder eine Webseite kannst du von überall darauf zugreifen, ähnlich wie bei Google Drive oder iCloud, nur dass die Daten eben bei dir liegen.

Für die meisten ist die Foto-Funktion der eigentliche Grund, sich überhaupt ein NAS zuzulegen. Du installierst die App des Herstellers auf dem Smartphone, aktivierst den automatischen Upload und ab diesem Moment werden alle neuen Bilder und Videos im Hintergrund auf dein NAS gesichert. Genauso wie bei Google Fotos, nur eben lokal.

Der Vorteil: Keine monatlichen Kosten, deine Daten bleiben bei dir, und du hast meist deutlich mehr Speicher als bei den klassischen Cloud-Abos.

Der Nachteil: Ein NAS kostet erst mal Geld, und du musst dich zumindest minimal damit auseinandersetzen. Wie viel, das hängt stark vom gewählten Modell ab, und genau hier kommen unsere drei Kandidaten ins Spiel.

 

Die drei Kandidaten

Synology BeeStation Plus

Die BeeStation Plus ist Synologys Versuch, ein NAS für absolute Einsteiger zu bauen. Das Konzept: Du packst sie aus, steckst sie an, gibst die Seriennummer in der App ein und das war es. Keine Festplatten kaufen, keine RAID-Konfiguration, keine Benutzerverwaltung. Eine 8-TB-Festplatte ist von Haus aus bereits verbaut.

Synology BeeStation Plus NAS im Test

Synology BeeStation Plus Gehäuse von vorne Synology BeeStation Plus Anschlüsse auf der Rückseite Synology BeeStation Plus seitliche Ansicht Synology BeeStation Plus Detailaufnahme

Der Haken: Synology hat hier extrem stark vereinfacht. Du bekommst keine zweite Festplatte und damit keine Möglichkeit einer Datenspiegelung. Geht die HDD kaputt, sind alle Daten weg. Auch sonst ist die BeeStation Plus in ihren Funktionen recht eingeschränkt, denn es gibt keinen App-Store, kein Docker und nur sehr wenige Backup-Optionen. Mit rund 450 € (inkl. 8-TB-HDD) ist sie zudem auch nicht günstig, dafür ist aber alles dabei.

UGREEN NASync DH2300

UGREEN hat sich in den letzten Jahren rasant ins NAS-Geschäft gearbeitet, und das DH2300 ist deren günstigstes Modell. Für rund 200 € (ohne Festplatten) bekommst du hier ein vollwertiges 2-Bay-NAS, in das du bis zu zwei 3,5-Zoll-HDDs deiner Wahl einbauen kannst.

UGREEN NASync DH2300 NAS im Test

UGREEN NASync DH2300 Gehäuse von vorne UGREEN NASync DH2300 Festplatten-Schlitten UGREEN NASync DH2300 Anschlüsse auf der Rückseite UGREEN NASync DH2300 Detailaufnahme

Wie auch bei den größeren UGREEN-NAS-Systemen läuft hier das UGREEN OS, das deutlich auf die „Generation Smartphone“ zugeschnitten ist. Die komplette Einrichtung läuft über die Smartphone-App, ohne dass du jemals einen PC anfassen musst. Highlight ist aber ganz klar die Foto-App von UGREEN, die aus meiner Sicht das beste KI-Feature-Paket im Vergleich bietet.

Eine 8 TB HDD kostet derzeit rund 280 €, willst du also die gleiche Kapazität wie bei der BeeStation Plus, liegst du bei ca. 480 €.

QNAP TS-264

Das TS-264 ist der „klassischste“ Vertreter in diesem Vergleich. QNAP ist seit Jahren neben Synology einer der großen Player im NAS-Markt, und das TS-264 ist ein gehobenes Einsteiger-NAS mit zwei Festplatten-Bays, einer x86-CPU (Intel Celeron N5095), 2,5-Gbit-LAN und sogar einem PCIe-Slot.

QNAP TS-264 NAS im Test

QNAP TS-264 Gehäuse von vorne QNAP TS-264 Festplatten-Bays QNAP TS-264 Anschlüsse auf der Rückseite QNAP TS-264 Detailaufnahme

Damit ist das TS-264 in diesem Vergleich das mit Abstand mächtigste und auch zukunftssicherste Modell. Der Preis dafür: Mit rund 500 € (ohne HDDs) ist es das teuerste Modell und auch das mit der steilsten Lernkurve. Die Foto-App ist solide, aber bei der KI-Erkennung der schwächste Teilnehmer in diesem Vergleich.

Das QNAP TS-264 ist im Kern ein professionelles System, das auch im geschäftlichen Umfeld nutzbar ist.

Mit 8 TB HDD liegen wir hier bei ca. 780 €.

 

Die drei NAS-Systeme im direkten Vergleich

Synology BeeStation Plus UGREEN NASync DH2300 QNAP TS-264
Preis (Stand 2026) ca. 450 € (mit 8 TB HDD) ca. 200 € (ohne HDDs) ca. 500 € (ohne HDDs)
Festplatten 1x 8 TB vorinstalliert 2x frei wählbar 2x frei wählbar (+ 2x NVMe)
Datenspiegelung (RAID 1) Nein, nur eine HDD Ja, optional Ja, optional
CPU Intel Celeron J4125 Rockchip RK3576 (ARM) Intel Celeron N5095
Netzwerk 1 Gbit LAN 1 Gbit LAN 2x 2,5 Gbit LAN
Foto-App BeePhotos (gut) UGREEN Fotos (sehr gut) QuMagie (solide)
KI-Erkennung Personen + Objekte Personen, Objekte, Text Personen + Objekte (schwächer)
Komplexität Sehr einfach Einfach Fortgeschritten
Docker / Erweiterbar Nein Eingeschränkt Voll (x86)

 

Einfache Bedienung und Einrichtung

Für Einsteiger ist die Bedienung mit das wichtigste Kriterium. Was bringt dir das mächtigste NAS, wenn du es nach zwei Stunden frustriert wieder zurückschickst? Richtig, nichts!

Synology BeeStation Plus – der Plug-and-Play-König

Synology hat die BeeStation Plus radikal auf Einfachheit getrimmt. Festplatte ist drin, du steckst das NAS ein, lädst die Synology-App, scannst die Seriennummer und drückst einmal kurz die Taste auf der Rückseite zur Bestätigung. Das war es.

Synology BeeStation Plus Einrichtung über die Smartphone-App

Im Anschluss hast du Zugriff auf zwei Apps: BeeFiles, das wie ein Google Drive funktioniert, und BeePhotos für deine Bilder. Mehr gibt es nicht. Verglichen mit den anderen Modellen ein sehr kleiner Funktionsumfang, aber aus Einsteigersicht möglicherweise auch ein Vorteil: Du kannst dich nicht verirren, weil es nichts gibt, in dem du dich verirren könntest.

Synology BeeStation Plus App-Übersicht mit BeeFiles und BeePhotos

Allerdings hat das auch eine Schattenseite, denn die BeeStation Plus läuft de facto über Synologys Server. Ohne Internet kannst du die Hauptfunktionen nur eingeschränkt nutzen, und der Zugriff von außen läuft über Synologys eigene URLs. In gewisser Weise hast du also wieder eine „Cloud“, nur eben mit deinen Daten zu Hause.

 

UGREEN NASync DH2300 – die smartphone-zentrierte Einrichtung

Das DH2300 verkauft dir UGREEN nackt, du musst dir also zunächst eine oder besser zwei Festplatten besorgen und einbauen. Klingt schlimmer, als es ist, denn die Festplatten werden einfach in zwei Hot-Swap-Schlitten gesetzt.

UGREEN App – Einrichtungsassistent des NASync DH2300

Die eigentliche Einrichtung läuft komplett über die UGREEN-App auf dem Smartphone. Du wirst Schritt für Schritt durch die Konfiguration geführt, inklusive der Frage, ob du die Daten lieber spiegeln willst (RAID 1, Datenspiegelung für mehr Sicherheit) oder lieber den vollen Speicher beider HDDs nutzen möchtest (JBOD).

UGREEN App – Speicher- und RAID-Konfiguration Schritt 1 UGREEN App – Speicher- und RAID-Konfiguration Schritt 2 UGREEN App – Speicher- und RAID-Konfiguration Schritt 3 UGREEN App – Speicher- und RAID-Konfiguration Schritt 4

Was mir hier gut gefällt: UGREEN erklärt direkt in der App, was die Optionen bedeuten. Du musst also nicht erst eine Stunde googeln, was JBOD oder RAID 1 ist. Trotzdem ist es einen Tick komplexer als bei der BeeStation, weil du ein paar mehr Entscheidungen treffen musst. Dafür hast du am Ende ein echtes NAS, das du voll kontrollierst, und nicht nur die abgespeckte Synology-Variante.

 

QNAP TS-264 – das vollwertige NAS-Betriebssystem

Auch beim QNAP TS-264 musst du dir zunächst Festplatten besorgen und einbauen. Das funktioniert wie auch beim DH2300 unkompliziert über zwei Festplatten-Schlitten, in die du deine HDDs einschraubst, und das war es im Grunde auch schon mit dem Hardware-Teil.

QNAP TS-264 Festplatteneinbau und Einrichtung

Spannender wird es bei der Einrichtung selbst, denn hier geht QNAP einen anderen Weg als Synology und UGREEN. Während die BeeStation Plus und das DH2300 quasi vollständig über die Smartphone-App eingerichtet werden, ist der vorgesehene Hauptweg beim TS-264 ein klassischer: PC oder Notebook und Webbrowser. Du verbindest das NAS per LAN-Kabel mit deinem Router, rufst es über die Weboberfläche auf und wirst dort durch die Einrichtung geführt. Theoretisch gibt es zwar auch eine Qmanager-App für die Smartphone-Einrichtung, in der Praxis ist die Bedienung über den Browser am PC aber deutlich angenehmer und auch das, worauf QNAP klar optimiert hat.

QNAP QTS Weboberfläche während der Einrichtung

Was dich nach der Einrichtung erwartet, hast du so von einem NAS vermutlich nicht erwartet: ein vollwertiger Desktop, fast wie unter Windows oder macOS, nur eben im Webbrowser. Wir haben hier einen Fenstermanager, einen Dateimanager, eine Systemsteuerung und einen App Store. Das ist mächtig, aber auch deutlich komplexer als die BeeStation oder das DH2300 (das UGREEN bietet optional auch solch eine Benutzeroberfläche). Du wirst dich am Anfang erst mal durchklicken müssen, um zu verstehen, wo welche Funktion liegt. Für jemanden, der einfach nur seine Fotos sichern will, ist das im ersten Moment fast etwas „too much“.

QNAP QTS Desktop-Oberfläche im Browser, Ansicht 1 QNAP QTS Desktop-Oberfläche im Browser, Ansicht 2 QNAP QTS Desktop-Oberfläche im Browser, Ansicht 3 QNAP QTS Desktop-Oberfläche im Browser, Ansicht 4

Auf der Smartphone-Seite musst du dir bei QNAP zudem mehrere Apps installieren. Qfile für Dateien, QuMagie für Fotos und gegebenenfalls noch Qmusic, Qvideo usw. Im Vergleich zum „Eine-App-für-alles“-Ansatz von UGREEN ist das deutlich kleinteiliger. Wenn dein Fokus also wirklich auf der Smartphone-Nutzung liegt, ist das TS-264 von den drei Modellen das, das am wenigsten konsequent dafür gebaut wurde.

Kurz gesagt: Am schnellsten startklar bist du mit der BeeStation, am flexibelsten mit dem QNAP. Das UGREEN DH2300 liegt komfortabel dazwischen – ein echtes NAS, aber ohne dich gleich zu überfordern.

 

Die Smartphone-Apps im Vergleich

Da wir hier von NAS-Systemen für die „Smartphone-Generation“ sprechen, ist die Qualität der Smartphone-Apps quasi der wichtigste Punkt überhaupt.

UGREEN – eine App für alles

UGREEN setzt auf einen anderen Ansatz als Synology und QNAP: Es gibt nur eine einzige App, die aber wirklich alles kann. Über diese verwaltest du das NAS, lädst Dateien hoch und herunter, sortierst Bilder, prüfst den Systemstatus und vieles mehr.

Der große Vorteil: Du musst nicht zwischen mehreren Apps wechseln. Der kleine Nachteil: Die App ist entsprechend „voll“ und kann am Anfang etwas überfordern. UGREEN hat aber einen ordentlichen Job gemacht, was die Übersichtlichkeit angeht.

Synology – zwei klar getrennte Apps

Synology trennt bei der BeeStation Plus relativ sauber zwischen BeeFiles (für Dateien) und BeePhotos (für Bilder). Beide Apps sind sehr aufgeräumt und konzentrieren sich aufs Wesentliche. Wer nur seine Bilder sichern und ab und zu mal eine Datei auf das NAS legen will, wird hiermit prima zurechtkommen.

Was etwas nervt: Beide Apps brauchen für den vollen Funktionsumfang eine Internetverbindung, selbst wenn dein Smartphone und das NAS im gleichen WLAN hängen. Lokaler Zugriff geht zwar, ist aber funktional eingeschränkt.

QNAP – ein App-Zoo

QNAP geht den entgegengesetzten Weg und bietet für so ziemlich jede Funktion eine eigene App. Qfile, QuMagie, Qmusic, Qvideo, Qsync usw. Das ist im Detail durchaus durchdacht, jede App macht eine Sache und macht diese gut. In der Summe ist es aber deutlich kleinteiliger als bei der Konkurrenz.

Für einen Einsteiger, der primär seine Fotos sichern will, ist das eigentlich nur ein theoretisches Problem. Du installierst dir QuMagie und gut. Für Power-User ist die Modularität dagegen ein Vorteil.

Allerdings wirken die QNAP-Apps etwas weniger poliert als die Apps der Konkurrenten.

Kurz gesagt: UGREEN bündelt alles in einer aufgeräumten App, Synology trennt sauber in zwei, QNAP setzt auf viele Spezial-Apps. Fürs reine Foto-Sichern reicht bei allen dreien eine einzige App.

 

Die Foto-Apps – das Herzstück dieses Vergleichs

Kommen wir zum eigentlichen Grund, warum du dir wahrscheinlich überhaupt ein NAS holen willst: der Foto-App.

Alle drei Systeme bieten eine Google-Fotos-ähnliche App mit Auto-Upload, Timeline-Ansicht, Alben, KI-Erkennung und Teilen-Funktion. Die Unterschiede stecken im Detail, und die sind teils deutlich.

 

UGREEN Fotos – die beste Foto-App im Vergleich

Fangen wir mit meinem Favoriten an, denn UGREEN hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet. Die Foto-App bietet dir:

  • Timeline-Ansicht aller Bilder
  • Alben (auch passwortgeschützt teilbar)
  • Karten-Ansicht nach GPS-Daten
  • KI-Gesichtserkennung mit automatischen Personen-Alben
  • KI-Objekterkennung
  • Texterkennung in Bildern (!)
  • Automatischer Smartphone-Upload

Vor allem die Texterkennung ist ein echter Knaller. Du kannst zum Beispiel nach „Blumen“ suchen und die App zeigt dir Bilder von Blumen, Bilder, auf denen das Wort „Blumen“ zu lesen ist (z. B. auf einem Schild) und auch Bilder, die du an einem Ort mit dem Namen „Blumenhof“ gemacht hast.

UGREEN Fotos – Suchergebnis mit Texterkennung in Bildern

Auch die Objekterkennung ist erstaunlich gut. Nein, Google Fotos ist hier weiterhin besser, kein Wunder bei deren Datencenter-Power im Hintergrund. Aber einfachere Motive wie Hunde, Blumen, Pferde oder Strandfotos werden zuverlässig und schnell erkannt. Damit ist die UGREEN-Foto-App die ernstzunehmendste Google-Fotos-Alternative in diesem Vergleich.

UGREEN Fotos – KI-Objekterkennung, Ansicht 1 UGREEN Fotos – KI-Objekterkennung, Ansicht 2 UGREEN Fotos – KI-Objekterkennung, Ansicht 3 UGREEN Fotos – KI-Objekterkennung, Ansicht 4

Mein einziger Kritikpunkt: Du musst immer den Umweg über die zentrale UGREEN-NAS-App gehen, eine eigenständige Foto-App auf dem Smartphone gibt es nicht.

 

BeePhotos – solide und stark vereinfacht

BeePhotos ist die einfachste und übersichtlichste Foto-App der hier getesteten Modelle. Du bekommst eine chronologische Timeline, Alben, Personenerkennung und eine KI-basierte Objekterkennung. Auch der Auto-Upload vom Smartphone funktioniert problemlos.

Das Design der App ist sehr aufgeräumt und einsteigerfreundlich.

Synology BeePhotos – chronologische Timeline-Ansicht

Die Personenerkennung läuft solide, die Objekterkennung ist brauchbar, erreicht aber nicht das Niveau der UGREEN-App. Eine Texterkennung in Bildern gibt es theoretisch, aber diese ist entweder wirklich nicht gut oder hat bei mir nicht funktioniert.

Was mich richtig stört, ist der Aufbau der Freigabelinks. Wenn du jemandem ein Album schicken willst, sieht der Link in etwa so aus: tcyr1px3mjsadsus0uv1ce22fbke6tl4.quickconnect.to/mo/sharing/… Wenn du das einer Tante oder einem Freund schickst, wird der das im Leben nicht anklicken, weil es nach Spam aussieht.

Synology BeePhotos – Alben-Ansicht 1 Synology BeePhotos – Alben-Ansicht 2 Synology BeePhotos – Freigabe-Ansicht Synology BeePhotos – Detailansicht

Trotzdem ist BeePhotos eine richtig gute Foto-App, gerade für die Zielgruppe Einsteiger. Du machst nichts falsch, sie ist nur funktional einen Tick hinter UGREEN Fotos.

 

QuMagie – funktional, bei der KI aber hinten

QuMagie ist QNAPs Antwort auf Google Fotos. Auch hier bekommst du eine optisch sehr schöne Timeline, Alben, eine Karten-Ansicht und einen Auto-Upload. Selbst eine KI-Erkennung des Bildinhalts ist mit an Bord.

QNAP QuMagie – Timeline-Ansicht der Fotos

Allerdings reicht die KI-Erkennung in QuMagie nicht ganz an das heran, was UGREEN bietet.

In der Praxis macht sich das vor allem bei der Erkennungsqualität bemerkbar. Gesichter werden zuverlässig erkannt, bei Objekten wird es aber schon etwas hakeliger. Auch die Texterkennung (welche noch in der Beta ist) ist solide, aber weniger „perfekt“ als vor allem bei UGREEN.

QNAP QuMagie – KI-Erkennung, Ansicht 1 QNAP QuMagie – KI-Erkennung, Ansicht 2 QNAP QuMagie – Alben-Ansicht QNAP QuMagie – Detailansicht

QuMagie müsste nochmals etwas „aufpoliert“ werden, nach meiner Meinung. Auch optisch ist die App etwas hinter den Konkurrenten.

Trotzdem: QuMagie ist alles andere als schlecht. Gerade wenn dir der KI-Kram nicht so wichtig ist, macht QuMagie einen guten Job.

Kurz gesagt: Bei der Foto-App führt UGREEN klar, BeePhotos folgt knapp dahinter und QuMagie ist solide, hängt bei der KI-Erkennung aber etwas hinterher.

 

Datensicherheit – ein extrem wichtiger Punkt

Hier kommen wir zu einem Punkt, den viele Einsteiger gerne übersehen, der aber absolut entscheidend ist. Die Frage: Was passiert, wenn die Festplatte in deinem NAS ausfällt?

Eine HDD ist ein mechanisches Bauteil mit beweglichen Teilen. Sie wird irgendwann ausfallen. Die Frage ist nur wann. Und wenn sie ausfällt, sind alle Daten darauf weg, es sei denn, du hast vorgesorgt.

Synology BeeStation Plus – nur eine Festplatte!

Hier hat die BeeStation Plus ein konzeptbedingtes Problem: Sie hat nur eine einzige Festplatte. Fällt diese aus, sind alle deine Daten weg. Punkt.

Daher ist es bei der BeeStation Plus absolute Pflicht, ein zusätzliches Backup einzurichten. Synology bietet dir hierfür zwei Wege: Du kannst die Daten auf eine externe USB-Festplatte sichern oder du nutzt Synology BeeStation Protect, einen Cloud-Backup-Dienst für rund 150 € pro Jahr. Backups auf Google Drive, Dropbox oder andere Dienste sind nicht möglich, was ich persönlich ziemlich nervig finde, denn das ist eine künstliche Einschränkung.

Aus Sicht der Datensicherheit ist die BeeStation Plus also erst mal als riskant einzustufen. Du musst hier zwingend selbst aktiv werden, sonst spielst du mit deinen Daten russisches Roulette.

UGREEN DH2300 und QNAP TS-264 – beide mit Datenspiegelung

Beide Modelle bieten dir Platz für zwei Festplatten und damit die Möglichkeit, deine Daten zu spiegeln (RAID 1). Verbaust du zum Beispiel 2x 4 TB HDDs, hast du zwar nur 4 TB nutzbaren Speicher, dafür werden alle Daten parallel auf beide Platten geschrieben. Fällt eine HDD aus, sind deine Daten weiterhin auf der zweiten verfügbar.

Das ist deutlich entspannter als die Ein-HDD-Lösung der BeeStation. Wichtig zu wissen ist aber: RAID 1 ist KEIN Backup im klassischen Sinn. Wenn du eine Datei aus Versehen löschst, ist sie auch auf der zweiten Platte weg. Vor Datenverlust durch Hardware-Defekt schützt es dich aber weitestgehend.

Idealerweise kombinierst du das noch mit einem zusätzlichen Backup auf eine externe USB-HDD, dann bist du wirklich auf der sicheren Seite.

Cloud-Backups sind auch bei UGREEN und QNAP zusätzlich möglich, dies auch zu mehr Cloud-Anbietern.

Allerdings sind verschlüsselte Cloud-Backups nur bei QNAP möglich.

Kurz gesagt: UGREEN und QNAP fangen einen Plattenausfall dank RAID 1 ab, die BeeStation nicht – hier ist ein zusätzliches Backup absolute Pflicht. Und denk dran: RAID ersetzt niemals ein echtes Backup.

 

Was können die NAS sonst noch?

Klar, du willst primär deine Fotos sichern. Aber vielleicht stellst du in einem halben Jahr fest, dass du auch deinen Musik-Stream selber hosten willst, einen eigenen Plex-Server laufen lassen möchtest oder Home Assistant für dein Smart Home brauchst. Wie sieht es da bei den drei Modellen aus?

BeeStation Plus – maximal eingeschränkt

Bei der BeeStation Plus lautet die Antwort kurz: gar nichts. Du hast BeeFiles und BeePhotos, einen sehr einfachen Plex-Support und das war es. Keinen App Store, kein Docker, keine Möglichkeit, irgendetwas Drittanbieter-mäßiges zu installieren. Synology hat dich hier komplett in seinem Ökosystem „eingesperrt“.

Wenn du wirklich nur eine reine Foto- und Datei-Cloud willst, ist das in Ordnung. Wenn du aber irgendwann mal mehr willst, bist du verloren.

UGREEN DH2300 – grundsolide ausgestattet

Das DH2300 läuft mit dem gleichen UGREEN OS wie auch die größeren NAS-Systeme von UGREEN. Du hast also einen App Store, kannst Apps für File-Synchronisation, Media-Streaming usw. installieren. Was beim DH2300 leider fehlt, ist Docker. Damit fallen einige Anwendungen wie Home Assistant oder Pi-hole weg.

Leider ist hierdurch das DH2300 verglichen mit seinen größeren Brüdern etwas eingeschränkt.

Legst du auf die Erweiterbarkeit softwareseitig viel Wert, greif ganz klar lieber zum DH4300 Plus oder den anderen größeren UGREEN-Modellen.

QNAP TS-264 – flexibel

Und hier glänzt das TS-264. Dank der x86-CPU läuft praktisch alles, was du dir vorstellen kannst: Docker mit allen verfügbaren Containern, Plex mit Hardware-Transcoding (dank Intel Quick Sync), Home Assistant, Pi-hole, sogar vollwertige virtuelle Maschinen sind möglich.

Dazu kommt der wahrscheinlich umfangreichste App-Store unter den NAS-Herstellern, mit Anwendungen wie Surveillance Station für Überwachungskameras, einer Volltextsuche namens Qsirch oder einem VPN-Server. Wenn du das volle NAS-Potenzial nutzen willst und langfristig in das Thema einsteigen möchtest, ist das TS-264 hier deutlich vorn.

Ähnliches gilt auch für eine geschäftliche Nutzung.

Kurz gesagt: Willst du mehr als Fotos, ist das QNAP dank Docker und x86 die Spielwiese. UGREEN bietet eine solide Grundausstattung (ohne Docker), die BeeStation bleibt bewusst minimal.

 

Datenraten, Performance und Stromverbrauch

Ein Punkt, der für die Zielgruppe „Smartphone-Bilder sichern“ tatsächlich relativ unwichtig ist, aber dennoch erwähnt werden sollte: die Datenraten.

Anschlüsse und Netzwerk-Ports der drei NAS-Systeme

Sowohl die BeeStation Plus als auch das UGREEN DH2300 haben nur einen Gbit-LAN-Port. Das bedeutet eine theoretische maximale Datenrate von rund 100 MB/s. Wenn du also eine 100-GB-Foto-Bibliothek von deinem alten PC auf das NAS schieben willst, dauert das ein paar Stunden.

Zu erwartende maximale Datenraten:

  • Synology – +- 100 MB/s
  • UGREEN – +- 100 MB/s
  • QNAP – +- 250 MB/s

Das QNAP TS-264 hat dagegen 2x 2,5-Gbit-LAN, was bis zu rund 250 MB/s ermöglicht. Bei großen Datenübertragungen vom PC aus ist das TS-264 also klar im Vorteil.

Für den Alltagseinsatz „Smartphone-Bilder automatisch hochladen“ ist der Unterschied aber praktisch egal. Hier ist meist deine WLAN-Verbindung der Flaschenhals, nicht das NAS.

 

Stromverbrauch

Alle drei NAS sind durchaus sparsam. Die nackten Werte (ohne Festplatten):

  • UGREEN DH2300: ca. 3 – 5 W
  • Synology BeeStation Plus: ca. 3,4 W (Standby) bis 20 W (Last)
  • QNAP TS-264: ca. 10 – 20 W

Mit zwei eingebauten 3,5-Zoll-HDDs musst du jeweils ca. 8 – 16 W oben drauf rechnen. Das DH2300 und die BeeStation sind hier ganz klar die Sparmeister, das TS-264 mit seiner x86-CPU der Stromhungrigste. In Euro pro Jahr bewegen wir uns aber bei allen dreien im überschaubaren Rahmen, also kein Argument, das den Kauf wirklich entscheiden würde.

 

Fazit: Welches NAS ist das richtige für dich?

Wie so oft im Leben gibt es nicht die eine richtige Antwort. Alle drei Systeme haben ihre Berechtigung und richten sich an leicht unterschiedliche Nutzer.

Fazit – die drei NAS-Systeme im Vergleich

Du willst es so einfach wie irgend möglich? → Synology BeeStation Plus

Wenn dir der Gedanke, ein NAS einzurichten, an sich schon Bauchschmerzen bereitet, du dich aber trotzdem irgendwie von Google Fotos oder iCloud lösen willst, ist die BeeStation Plus das Richtige. Du steckst sie ein, installierst die App und sicherst deine Bilder. Mehr musst du wirklich nicht tun.

Du bezahlst diese Einfachheit aber mit Einschränkungen: Nur eine Festplatte (also zwingend ein Backup einrichten!), kaum Erweiterbarkeit und viele Funktionen nur mit Internetverbindung. Wenn du damit leben kannst, bekommst du das wohl einfachste NAS-System auf dem Markt.

Pro Contra
  • Echtes Plug-and-Play, einfacher geht es kaum
  • 8-TB-Festplatte ab Werk verbaut
  • Sehr aufgeräumte, einsteigerfreundliche Apps (BeeFiles & BeePhotos)
  • Solide Foto-App mit Personen- und Objekterkennung
  • Nur eine Festplatte, kein RAID 1 → zusätzliches Backup ist Pflicht
  • Kein App Store, kein Docker, kaum erweiterbar
  • Viele Funktionen laufen über Synologys Server / brauchen Internet
  • Cloud-Backup nur über Synology (~150 €/Jahr), kein Google Drive/Dropbox
  • Wenig vertrauenswürdig wirkende Freigabelinks

Du willst die beste Foto-App und maximale Flexibilität? → UGREEN NASync DH2300

Mein persönlicher Favorit in diesem Vergleich, gerade für die anvisierte Zielgruppe „Normalnutzer mit Smartphone-Fotos“. Für rund 200 € (plus zwei Festplatten deiner Wahl) bekommst du ein vollwertiges 2-Bay-NAS mit Datenspiegelung, die mit Abstand beste Foto-App im Vergleich und ein insgesamt sehr smartphone-freundliches Betriebssystem.

Auch wenn du später mal mehr willst, hast du mit dem UGREEN OS einen App Store und Möglichkeiten zur Erweiterung. Nur Docker fehlt leider, falls du also irgendwann Home Assistant oder Pi-hole laufen lassen willst, müsstest du auf ein größeres UGREEN-Modell wie das DH4300 Plus oder das DXP4800 Plus aufrüsten.

Für den Use Case „Google-Fotos-Alternative für Einsteiger“ ist das DH2300 aus meiner Sicht aber das Gesamtpaket mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Pro Contra
  • Beste Foto-App im Vergleich, inkl. echter Texterkennung in Bildern
  • Vollwertiges 2-Bay-NAS, RAID 1 (Datenspiegelung) möglich
  • Günstiger Einstieg ab ~200 € (ohne Festplatten)
  • Komplette, gut erklärte Einrichtung per Smartphone-App
  • Alles in einer App, sehr sparsam (~3–5 W)
  • Kein Docker → kein Home Assistant, Pi-hole & Co.
  • Nur 1-Gbit-LAN (~100 MB/s)
  • Foto-Funktion nur über die zentrale NAS-App, keine eigene Foto-App
  • Festplatten müssen separat gekauft werden

Du willst maximales NAS-Potenzial und planst langfristig? → QNAP TS-264

Wenn du schon weißt, dass du nicht nur deine Fotos sichern willst, sondern langfristig in das Thema NAS einsteigen möchtest, ist das TS-264 die richtige Wahl. Plex mit Hardware-Transcoding, Docker, vollwertige virtuelle Maschinen, ein üppiger App-Store, 2,5-Gbit-LAN, NVMe-Slots und sogar ein PCIe-Slot, hier bekommst du eine Spielwiese, an der du Jahre Freude haben wirst.

Der Preis dafür: Mit rund 500 € (ohne HDDs) ist das TS-264 das teuerste Modell, die Lernkurve ist deutlich steiler und die Foto-App ist der schwächste Teilnehmer in diesem Vergleich. Wenn die Foto-Funktion für dich das Wichtigste ist, würde ich eher zum DH2300 greifen. Wenn du dagegen weißt, dass du in einem Jahr auch Plex, Pi-hole und Home Assistant laufen lassen willst, dann ist das TS-264 das deutlich zukunftssicherere System.

Pro Contra
  • Mit Abstand mächtigstes und zukunftssicherstes System
  • x86-CPU: Docker, virtuelle Maschinen, Plex mit Hardware-Transcoding
  • Riesiger App Store, auch für den geschäftlichen Einsatz geeignet
  • 2x 2,5-Gbit-LAN (~250 MB/s), zusätzliche NVMe- und PCIe-Slots
  • RAID 1 sowie als einziges Modell verschlüsselte Cloud-Backups
  • Teuerstes Modell (~500 € ohne HDDs, ~780 € mit 8 TB)
  • Steilste Lernkurve, Einrichtung primär am PC/im Browser
  • Schwächste Foto-App und KI-Erkennung im Vergleich
  • Viele Einzel-Apps statt einer (App-Zoo)
  • Höchster Stromverbrauch (~10–20 W ohne HDDs)

 

Unterm Strich

Alle drei NAS-Systeme sind in ihrer jeweiligen Kategorie spannende Geräte und können Google Fotos durchaus den Rang ablaufen, zumindest für den privaten Gebrauch. Welches für dich das richtige ist, hängt vor allem davon ab, wie tief du in das Thema einsteigen willst.

Willst du eine echte Plug-and-Play-Lösung, ist die BeeStation Plus dein System. Willst du das beste Gesamtpaket aus einfacher Bedienung und starken Foto-Features, nimm das UGREEN DH2300. Und wenn du dir langfristig deinen eigenen kleinen Server bauen möchtest, der dir die nächsten 5 bis 10 Jahre alles bietet, was du dir vorstellen kannst, dann ist das QNAP TS-264 die richtige Wahl.

In jedem Fall: Du wirst deine Bilder nie wieder bei Google, Apple oder Microsoft zwischenparken müssen.

Solakon ONE im Test: Balkonkraftwerk, AC-Speicher & Off-Grid in einem Gerät (mit Effizienz-Messungen)

Wenn du nach einem Balkonkraftwerk oder Batteriespeicher suchst, wirst du vermutlich früher oder später über den deutschen Anbieter Solakon stolpern und seinen „Solakon ONE“.

Bei dem Solakon ONE handelt es sich um eine Mischung aus Wechselrichter für ein Balkonkraftwerk und einem Batteriespeicher, welcher auch universell einsetzbar ist.

So kannst du um den Solakon ONE ein neues Balkonkraftwerk aufbauen und/oder diesen als Batteriespeicher für eine bestehende Dach-Solaranlage nutzen.

Aber wie genau funktioniert der Solakon ONE? Was kann dieser und wie effizient ist der Speicher?

Finden wir das im Test heraus!

 

Der Solakon ONE im Test

Bei dem Solakon ONE handelt es sich um eine Mischung aus Batteriespeicher und Wechselrichter. Du kannst diesen also als „puren“ Batteriespeicher für andere Systeme nutzen oder als Balkonkraftwerk.

Dabei bietet die Basiseinheit des Solakon ONE eine Kapazität von 2,11 kWh und misst 420 x 285 x 255 mm. Das Gewicht liegt bei ca. 26,5 kg.

Qualitativ macht dieser einen sehr guten Eindruck! Der Speicher ist schlicht, aber schick gestaltet. Auf der Oberseite finden wir dabei den Einschalter wie auch ein kleines Display. Dieses zeigt dir nur wichtige Status-Infos bzw. den Ladestand an. Das Display ist sehr minimalistisch!

Da es sich bei diesem Batteriespeicher nicht nur um einen reinen Batteriespeicher handelt, besitzt dieser einige Anschlüsse.

So finden wir an der linken Seite gleich 8x MC4, die WLAN-Antenne und einen LAN-Port. Auf der rechten Seite haben wir eine Steckdose wie auch den Anschluss für das Netzkabel.

Alle Anschlüsse sind von Haus aus mit Klappen abgedeckt. Dies soll den IP65-Wasserschutz sicherstellen. Theoretisch kannst du den ONE einfach im „Freien“ aufstellen, dieser ist laut Hersteller wetterfest.

Allerdings würde ich diesen schon geschützt aufstellen, denn ob ich langfristig diesen Abdeckungen so zu 100 % trauen würde, lass ich mal dahingestellt. Bei mir ist der Solakon ONE unterm Carport gelandet.

 

Speicher erweiterbar

Neben der Basis-Einheit bietet Solakon auch „Erweiterungsspeicher“ an. Jedes dieser Module bietet auch eine Kapazität von 2,11 kWh und wird einfach unter der Haupteinheit positioniert.

Der Solakon ONE hat auf der Unterseite Kontakte, durch welche eine Verbindung hergestellt wird. So kannst du bis zu 5x Speichererweiterungen „stapeln“ für eine Kapazität von bis zu 12,66 kWh.

 

Was kann der Solakon ONE?

Was kann der Solakon ONE nun alles und wie lässt er sich einsetzen?

  1. Als Wechselrichter für ein Balkonkraftwerk mit angebundenem Speicher.
  2. Als Batteriespeicher für eine bestehende Solaranlage (z. B. eine 10 kWh Dachanlage), Stichwort: AC-gekoppelter Batteriespeicher.
  3. Als Off-Grid-Solaranlage dank der integrierten Steckdose.

Als „Balkonkraftwerk“

Im Solakon ONE sind 4x separate MPPT-Ladecontroller verbaut.

  • 10 bis 60 V
  • 20 A Max. Eingangsstrom (pro Controller)
  • 2600 W gesamt Maximalleistung

In der Regel wird der Solakon ONE mit 4 x 500 W Solarpanels verkauft, also einer Solarleistung von 2000 W.

Diese bis zu 2000 W können dann auch komplett in den Speicher geladen werden. Ist der Speicher voll oder speist in dein Hausnetz ein, dann ist die maximale Ausgangsleistung aus dem Speicher auf die typischen maximalen 800 W limitiert.

Das Entladen des Speichers in dein Hausnetz kann dabei nach einem festen Zeitplan verlaufen, also speise von 18:00 bis 24:00 Uhr 800 W ein, oder basierend auf deinem echten Verbrauch (0 Einspeisung).

Bei Letzterem regelt der Solakon ONE aktiv seine Ausgangsleistung, je nachdem, was du verbrauchst. Verbrauchst du gerade 430 W, dann gibt der Speicher 430 W ab, sodass du von außen 0 W beziehst.

Das funktioniert bis 800 W, heißt, verbrauchst du 1200 W, müssen noch 400 W aus dem Netz kommen, der Rest wird vom Speicher zugefüttert.

 

Als „Batteriespeicher“

Neben dem direkten Laden über angeschlossene Solarpanels ist es auch möglich, den Speicher über das Netz zu laden (es ist auch beides zeitgleich möglich).

So hast du hier mehrere Optionen:

  1. Laden nach einem Zeitplan, nimm von XX bis XX bis zu 1200 W auf.
  2. Richte dich nach einem dynamischen Stromtarif
  3. Nimm nur so viel Energie auf, wie Überschuss vorhanden ist

Gerade Letzteres ist spannend! Du kannst einstellen, dass, wenn der Solakon ONE erkennt, dass du gerade Strom ins Netz gibst, also einspeist, der genau diese Leistung „abgreift“ und selbst speichert.

Hast du eine Dach-Solaranlage, die gerade einen Überschuss von 1200 W erzeugt, kann der Solakon ONE diese 1200 W aufnehmen, um sie später dann wieder abzugeben.

Dabei ist der Solakon ONE in diesem Betriebsmodus universell kompatibel, egal, was du für einen Wechselrichter hast.

Wichtig, der Solakon ONE kann über das Netz mit bis zu 1200 W laden, passt aber auch hier seinen Ladestrom dynamisch an. Hast du einen Überschuss von 721 W, dann nimmt der Speicher auch nur 721 W auf.

 

Smarter Zwischenzähler Pflicht!

Vielleicht fragst du dich nun „woher weiß der Solakon ONE, wie viel Energie er ins Netz geben muss oder nehmen kann?“ und das ist ein wichtiger Punkt, er weiß es nicht!

Es gibt für den Solakon ONE keine Möglichkeit zu wissen, wie viel Energie gerade bei dir benötigt wird, nicht ohne Hilfsmittel!

Um den ONE effektiv zu nutzen, brauchst du einen Zwischenzähler, der den Stromverbrauch / Einspeisung in deinem Haus überwacht und dem ONE übermittelt.

Alternativ kannst du auch einen IR-Lesekopf für deinen Stromzähler nutzen, was für die meisten Nutzer die einfachste Lösung ist.

So bietet Solakon selbst solch einen IR-Lesekopf an.

Alternativ geht auch der universelle everHome EcoTracker IR.

Am besten sind aber „interne“ Zähler wie z. B. der Shelly Pro 3EM. Hier ist die Reaktionszeit am besten, diese müssen aber von einem Elektriker installiert werden.

Aber erneut, ohne solch einen IR-Lesekopf oder einen gesonderten Zwischenzähler ist der Solakon ONE NICHT effektiv nutzbar!

 

Solakon App

Solakon ist ein deutscher Anbieter. Allerdings kommen natürlich die Speicher aus China. Ein Vorteil allerdings des deutschen Anbieters ist die „Netzwerkinfrastruktur“.

So brauchst du für die Steuerung des Solakon ONE die Solakon App. Diese App funkt allerdings nicht nach China, sondern Solakon hat seine eigenen Server in Deutschland.

Die Solakon App macht auch einen guten Eindruck! Diese ist übersichtlich gestaltet und bietet sehr viele Informationen.

Auch bei den Einstellungsmöglichkeiten gibt es nichts zu bemängeln. Neben den verschiedenen Modi kannst du z. B. auch den maximalen und minimalen Ladestand anpassen usw.

Bonuspunkte gibt es für den sehr guten Home-Assistant-Support!

 

Die echte Kapazität

Solakon wirbt beim ONE mit einer Kapazität von 2,11 kWh. Selbige Kapazität haben auch die optionalen zusätzlichen Speichermodule.

Allerdings gibt es hier ein paar Punkte zu beachten.

  1. Die 2,11-kWh-Angabe ist „Brutto“, heißt, dies ist die Kapazität der im Inneren verbauten Akkuzellen. Durch diverse Wandlungsprozesse, unter anderem auf 230 V AC, fällt die effektiv nutzbare Kapazität niedriger aus.
  2. Der Solakon ONE reserviert IMMER 10 % seiner Kapazität. Du kannst den Speicher nicht unter 10 % entladen. Diese 10 % Restladung, die immer im Speicher ist, schützt vor dem Tiefentladen und verbessert die Haltbarkeit. Das machen die meisten Batteriespeicher am Markt.

Aber welche „echte“ Kapazität haben wir nun wirklich? Hierfür habe ich den Speicher gezielt 3x vollständig geladen und dann am Stück vollständig entladen und mitgeloggt.

Im Schnitt lag die Kapazität bei 1,844 kWh. Das sind rund 87 % der beworbenen Kapazität. Gar nicht übel, wenn wir bedenken, dass hier 10 % noch im Speicher stecken.

Allerdings ist das etwas schlechter als z. B. beim Marstek Venus E Gen 3.0, welcher auf 96 % kam und auch 10 % reserviert.

Dennoch „passt“ die echte Kapazität des Solakon ONE. Du kannst davon ausgehen, dass wir sehr ähnliche Werte auch bei den Speichererweiterungen haben. Also, dass die effektiv nutzbare Kapazität sich bei einem Zusatzspeicher verdoppelt.

 

Effizienz (AC → DC → AC)

OK, nutzt du Solakon ONE als Batteriespeicher für andere Solaranlagen, wird dieser via 230 V geladen.

Intern muss hier also eine Wandlung stattfinden von AC zu DC für die Batteriezellen. Beim Entladen der Zellen muss dann wieder von DC zu AC gewandelt werden.

Jeder Wandlungsvorgang raubt Effizienz. Daher sind solche AC-gekoppelten Batteriespeicher auch etwas weniger effizient als DC-gekoppelte Speicher.

Ich habe nun erneut 3x Ladevorgänge mitgeloggt, die komplett über die Steckdose stattfanden. Heißt, es kam keine Energie von den Solarpanels. Dieses Szenario haben wir z. B., wenn du den Solakon ONE als Batteriespeicher für eine Dachanlage nutzt.

Im Schnitt brauchte der Solakon ONE 2,277 kWh für eine vollständige Ladung aus der Steckdose. Dies entspricht einer Effizienz von 81 % im Schnitt.

81 % ist ein solider Wert für einen AC-gekoppelten Batteriespeicher, welche in der Regel nach meiner Erfahrung im Bereich 80 bis 85 % liegen.

 

Kein Standbyverbrauch*

Interessanterweise hat der Solakon ONE keinen direkten Standby-Stromverbrauch. Ist der Speicher „leer“, mit dem Netz verbunden und dieser kann oder soll gerade nicht laden, wird wirklich 0,0 W aus der Steckdose gezogen.

Zum Vergleich, der Marstek Venus E Gen 3.0 gönnt sich konstant 6-8 W.

Allerdings hat der Solakon ONE auch einen Standby-Verbrauch, diesen nimmt sich der Speicher aber von den Reserve 10 %, die immer übrig bleiben. Nutzt du den Solakon ONE als Balkonkraftwerk, versorgt dieser sich komplett selbst.

 

Solarmodule

Im Lieferumfang des Solakon ONE stecken in der Regel 4x JA Solar JAM60D41-500/LB in der „Full Black“-Optik. Und das ist eine erfreuliche Nachricht, denn hier bekommst du keine No-Name-Ware, sondern Module eines der weltweit größten Hersteller.

Die technischen Eckdaten:

  • Leistung: 500 Wp (STC)
  • Zelltyp: N-Type TOPCon, bifazial (Deep Blue 4.0 Pro Serie)
  • Wirkungsgrad: 22,6 %
  • Aufbau: Glas-Glas (Double Glass) mit 120 Halbzellen (6×20)
  • Maße: 1953 × 1134 × 30 mm
  • Gewicht: 27,3 kg
  • Temperaturkoeffizient: −0,29 %/°C
  • Garantie: 12 Jahre Produkt, 30 Jahre lineare Leistung

Technisch sind das richtig ordentliche Module. N-Type TOPCon-Zellen haben einen niedrigeren Temperaturkoeffizienten als klassische PERC-Zellen, heißt, die Panels verlieren bei Hitze weniger Leistung, was im Sommer auf dem Dach oder am Carport viel wert ist. Auch der Wirkungsgrad von 22,6 % ist sehr ordentlich und der Glas-Glas-Aufbau sorgt für eine sehr lange Lebensdauer bei minimaler Degradation, ideal, wenn die Panels dauerhaft im Freien stehen. Die bifaziale Rückseite kann zusätzlich etwas Strom ernten, das bringt aber realistisch nur etwas, wenn hinter den Modulen ein heller, reflektierender Untergrund liegt oder sie an einem Solarzaun montiert sind.

Einziger Punkt, den du bedenken solltest: Mit knapp 2 m Länge und 27,3 kg pro Stück sind das vollwertige „große“ Module und keine kompakten Balkon-Panels.

 

Solarertrag, eine Einschätzung

Wie der Ertrag der Solarpanels in der Praxis aussieht, hängt ganz massiv von der Positionierung, dem Winkel und dem Wetter ab.

Ich habe die Solarpanels auf einem Carport liegen, flach, also nicht „optimal“. Zudem wird morgens und abends eins der Panels leicht beschattet.

Dennoch ein paar Richtwerte aus der Praxis. Der Spitzenwert lag bei mir bei rund 1200 – 1300 W.

An einem schönen Sommertag produzierten die Panels / der Solakon ONE zwischen 8 kWh und 9 kWh. Mit einer besseren Ausrichtung sind da sicherlich 10+ kWh möglich.

 

Fazit

Das Fazit zum Solakon ONE fällt mir leicht: Hier bekommst du einen der flexibelsten Speicher, die mir bisher untergekommen sind!

Der große Trumpf des Solakon ONE ist seine Vielseitigkeit. Du kannst um diesen ein komplett neues Balkonkraftwerk aufbauen, ihn als AC-gekoppelten Speicher an eine bestehende Dachanlage hängen oder ihn dank der integrierten Steckdose sogar als kleine Off-Grid-Lösung nutzen. Hinzu kommt die Erweiterbarkeit: Von 2,11 kWh bis hin zu 12,66 kWh mit fünf gestapelten Modulen ist hier alles drin, je nachdem, wie dein Bedarf wächst.

Auch qualitativ macht der Solakon ONE einen sehr guten Eindruck. Das Gehäuse ist schlicht, aber wertig, der IP65-Schutz ist da, und mit den mitgelieferten JA-Solar-Modulen bekommst du eben keine No-Name-Ware, sondern richtig ordentliche N-Type-TOPCon-Panels. Das ist im Lieferumfang absolut nicht selbstverständlich!

Bei den Messwerten gibt es nichts zu meckern. Die echte Kapazität lag im Schnitt bei 1,844 kWh, also rund 87 % der beworbenen 2,11 kWh, und das bei 10 % Dauerreserve. Das passt. Ein Marstek Venus E Gen 3.0 kommt hier mit 96 % zwar einen Tick besser weg, aber „schlecht“ ist der Wert beim Solakon ONE keineswegs. Die Effizienz von 81 % im AC-Betrieb ist für einen AC-gekoppelten Speicher ebenfalls solide und liegt genau im erwarteten Bereich. Richtig stark finde ich den faktisch nicht vorhandenen Standby-Verbrauch, denn die paar Watt zieht sich der Speicher aus seiner 10-%-Reserve, statt sie dauerhaft aus der Steckdose zu saugen. Da gönnt sich ein Marstek mit 6–8 W konstant deutlich mehr.

Ein Punkt, den du aber unbedingt auf dem Schirm haben musst: Ohne smarten Zwischenzähler oder IR-Lesekopf ist der Solakon ONE NICHT sinnvoll nutzbar. Der Speicher weiß von sich aus schlicht nicht, wie viel Energie gerade in deinem Haushalt gebraucht wird. Plane diese Zusatzkosten also von Anfang an mit ein, sonst läuft der ONE ins Leere.

Angebot
Solakon® ONE All-in-One Balkonkraftwerk Speicher mit 2,11 kWh...

Pro ✓

  • Extrem flexibel (Balkonkraftwerk, AC-Speicher, Off-Grid)
  • Bis 12,66 kWh erweiterbar (5 Module stapelbar)
  • Wertige Verarbeitung, IP65, minimalistisches Design
  • Faktisch kein Standby-Verbrauch (zieht aus der 10-%-Reserve)
  • Solide echte Kapazität (87 %) 
  • Solide Effizienz (81 % AC)
  • Dynamische Regelung (Nulleinspeisung, Überschussladen, dynamische Tarife)
  • Hochwertige JA-Solar-Module je nach Set im Lieferumfang
  • Guter Home Assistant Support
  • Gute Solakon App
  • Sehr gute Dokumentation und Hilfe Anleitungen

Kontra ✗

  • Zwingend ein Zwischenzähler/IR-Lesekopf nötig (Zusatzkosten)
  • 10% Kapazität werden zwingend reserviert

Unterm Strich: Suchst du einen flexiblen, erweiterbaren Speicher, der sich sowohl als Balkonkraftwerk als auch als Puffer für eine bestehende Solaranlage eignet, und bist bereit, einen Zwischenzähler dazuzunehmen, dann ist der Solakon ONE eine klare Empfehlung meinerseits!