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Die KJ-1110 DIY Powerbank im Test – aus 21700er Zelle und ~6€ Gehäuse

Ich bin bei AliExpress über eine interessante kleine „Powerbank“ gestolpert. Genau genommen handelt es sich dabei nicht um eine vollständige Powerbank, sondern um ein Leergehäuse.

In dieses kannst du eine 21700er Akkuzelle einsetzen, um die Powerbank zu vervollständigen.

Das ist eine schöne Sache, wenn du noch eine 21700er Akkuzelle herumliegen hast und diese irgendwie sinnbringend nutzen möchtest.

Dabei kostet das „KJ-1110“ Gehäuse gerade einmal um die 6 € aus China.

Wollen wir uns dieses doch einmal in einem kleinen Artikel ansehen!

 

Die KJ-1110 DIY Powerbank im Test

Bei der KJ-1110 handelt es sich um ein Powerbank-Leergehäuse. In dieses kann eine Akkuzelle eingesetzt werden.

Das Gehäuse selbst misst dabei ca. 85 x 50 x 25 mm und bringt 40 g (leer) auf die Waage.

Die Verarbeitungsqualität und Haptik ist „OK“. Es ist recht einfacher Kunststoff, absolut nichts Besonderes, aber die Powerbank wirkt auch nicht furchtbar.

Neben den Anschlüssen besitzt die Powerbank eine 4-Segment-LED-Anzeige für den Akkustand und eine generelle Status-LED, welche beim Laden leuchtet.

 

„Schnellwechsel 21700er Zelle“

Um die Powerbank zu nutzen, musst du in diese selbst eine 21700er Akkuzelle einsetzen. Diese kannst du mit bis zu 6000 mAh bekommen, z. B. hier.

Ich habe für diese Powerbank allerdings keine neue 21700er Zelle gekauft, sondern eine genutzt, die ich noch auf „Lager“ hatte. Und ich denke, hierfür ist diese Powerbank ideal: Du hast irgendwoher noch eine lose 21700er Zelle und willst diese nutzbringend verwenden.

Dabei wird die Zelle einfach unter einem Deckel an der Seite der Powerbank eingeschoben. Theoretisch wäre ein Wechsel der Zelle damit recht schnell möglich.

 

Leistung

Die KJ-1110 verfügt über einen USB-A- und einen USB-C-Port.

  • USB C – 20 W USB Power Delivery – 5V/3A, 9V/2,22A, 12V/1,67A
  • USB A – 18 W Quick Charge, 22,5 W Super Charge

Wir haben hier eine Powerbank bzw. ein Gehäuse einer Powerbank der 20-W-Leistungsklasse. So bietet der USB-C-Port 20 W nach dem USB-Power-Delivery-Standard.

Nicht rekordverdächtig schnell, aber „akzeptabel“, gerade wenn wir bedenken, dass hier nur eine Akkuzelle verbaut ist.

Zusätzlich haben wir den USB-A-Port mit Quick Charge und 22,5 W „Super Charge“ (ein Standard, der kaum genutzt wird).

 

PPS

Der USB-C-Port unterstützt auch den PPS-Standard. Mehr Infos zu PPS findest du hier.

PPS 3,3 – 11 V bei bis zu 2 A

PPS ist bei einem 20-W-USB-C-Port nicht ganz so essenziell, hilft aber gerade in Kombination mit Samsung-Smartphones, das Maximum an Leistung herauszuholen.

Dabei ist 3,3 – 11 V bei bis zu 2 A eine ordentliche PPS-Stufe für eine 20-W-Powerbank; genau genommen haben wir hier maximal 22 W via PPS.

 

Weitere Ladestandards

Der USB-C-Port unterstützt neben USB Power Delivery und PPS weitere Ladestandards:

  • Quick Charge 3.0 18 W
  • FCP 18 W
  • SCP 25 W – 3,4 – 12 V bis zu 2,2 A
  • AFC 24 W

 

Wie hoch ist die Effizienz?

Die Kapazität der Powerbank hängt natürlich von der 21700er Zelle ab, die du eingesetzt hast.

Die maximale Kapazität für eine 21700er Zelle liegt im Bereich 5000 – 6000 mAh. Aber natürlich ist das Gehäuse auch nicht zu 100 % effizient!

Ich habe die Effizienz, also wie viel Energie in das Gehäuse hineingeht und wie viel Energie herauskommt, mithilfe einer elektronischen Last und eines Labor-Netzteils bei einer Eingangsspannung von 4 V gemessen.

Und die Effizienz schwankte zwischen 93 % und 84 %. Auffällig: Bei hoher Last sank die Effizienz ein gutes Stück ab.

 

Temperatur-Probleme

Leider hatte ich mit dem Gehäuse etwas Temperatur-Probleme. So konnte ich in meinem Test mit einer 4800-mAh-Zelle nicht konstant 20 W via USB C abrufen.

Das Gehäuse und auch die Zelle wurden so heiß, dass das Gehäuse das Entladen stoppte.

Natürlich kann dies an meiner 21700er Zelle liegen, welche zwar auf dem Papier locker die passende Leistung bieten sollte, aber in der Praxis kann das noch etwas anders aussehen.

Daher habe ich mein Labor-Netzteil ausgepackt und direkt an die Elektronik angeschlossen.

Radiometric Image

Und auch hier gab es eine negative Überraschung. Nach rund 40 Minuten Last erreichte die interne Elektronik eine Temperatur von 90 Grad+.

Kurzum, wir haben hier massive Temperatur-Probleme! Sowohl die Zelle wird sehr warm, aber auch die Elektronik erzeugt einiges an Wärme, was auch zu der gemessenen Effizienz passt.

Bei 18 W Last gingen in das Gehäuse 21,6 W hinein und 18,17 W heraus. Heißt, rund 3,5 W Energie werden als Wärme von der Elektronik abgeführt, was nicht wenig ist!

 

Ladedauer

Das KJ-1110-Gehäuse erreicht mit einer 4800-mAh-21700er-Zelle eine maximale Ladegeschwindigkeit von 18 – 19 W.

Dabei dauerte eine vollständige Ladung der Zelle 1:47 h.

 

Fazit

Das Fazit zur KJ-1110 DIY Powerbank fällt zwiespältig aus. Die Grundidee ist nämlich richtig charmant: Du hast irgendwo noch eine lose 21700er Zelle herumliegen und kannst diese für gerade einmal ~6 € in eine vollwertige kleine Powerbank verwandeln. Das ist nachhaltig, günstig und macht durchaus Spaß.

Auch auf dem Papier liest sich das Gehäuse gar nicht schlecht. So bekommst du einen 20-W-USB-C-Port nach dem USB-Power-Delivery-Standard, dazu PPS mit 3,3 – 11 V bei bis zu 2 A sowie eine ganze Reihe weiterer Ladestandards wie Quick Charge, FCP, SCP und AFC. Für eine Single-Cell-Lösung dieser Preisklasse ist das völlig in Ordnung.

Leider gibt es aber einen dicken Wermutstropfen, und der trübt das Gesamtbild erheblich: die Temperatur-Probleme. In meinem Test konnte ich mit einer 4800-mAh-Zelle nicht konstant 20 W via USB C abrufen, da das Gehäuse das Entladen aufgrund der Hitze schlicht gestoppt hat. Auch direkt an der Elektronik gemessen erreichte diese nach rund 40 Minuten Last über 90 Grad. Das passt zur eher mäßigen Effizienz, die unter hoher Last bis auf 84 % absank. Da werden einige Watt an Energie schlicht als Wärme verheizt.

Klar, ein Teil davon könnte an meiner konkreten 21700er Zelle liegen. Aber dass auch die Elektronik selbst so heiß wird, ist ein deutliches Warnsignal und kein reines Zellen-Problem.

Daher bin ich mit einer klaren Empfehlung vorsichtig. Wenn du das Gehäuse als gemütliche Bastellösung mit moderater Last (z. B. um die 10 W) nutzen möchtest, kann die KJ-1110 durchaus ihren Zweck erfüllen. Willst du aber dauerhaft die vollen 20 W abrufen, würde ich aufgrund der Hitzeentwicklung eher abraten.

Kurzum: Ein nettes Konzept zum kleinen Preis, das in der Praxis aber an seinen Temperatur-Problemen krankt.

Konkurenz fürs Neo, XPS 13 für 799 € angekündigt

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Das MacBook Neo ist eines der überraschendsten Apple-Produkte seit langem! Denn bei dem MacBook Neo handelt es sich um einen absoluten Preisbrecher. Für 699€ bekommst du hier ein qualitativ sehr hochwertiges Notebook, mit gutem Display, starkem Akku und ausreichend hoher Leistung.

Etwas, was zu diesem Preis ansonsten gar nicht so leicht zu finden ist, und das von Apple!

Das Neo hat aber die PC-Hersteller zur Reaktion gezwungen, so auch Dell, das gestern das neue XPS 13 vorgestellt hat.

 

Das neue XPS 13

XPS ist die „Premium“-Serie von Dell, in welcher diese nun etwas überraschend einen kleinen Preis-Leistungs-Hit ankündigt, welcher in vielen Punkten sogar das MacBook Neo übertreffen soll.

Das neue XPS 13 ist mit gerade einmal 12,7 mm Höhe und rund einem Kilogramm Gewicht das dünnste und leichteste XPS, das Dell je gebaut hat. Das Gehäuse ist aus CNC-gefrästem Aluminium gefertigt und folgt der typischen, cleanen XPS-Designsprache: nur vier Schrauben auf der Unterseite, minimale Spaltmaße und Lüftungsschlitze, die gleichzeitig als Lautsprecheröffnungen dienen. Aussuchen kannst du zwischen zwei Farben: Sky (hell) und Storm (dunkelgrau).

Kategorie Dell XPS 13 (DX13260) Apple MacBook Neo
Display 13,4″ 2,5K IPS-LCD (2560 × 1600), InfinityEdge 13″ Liquid-Retina-IPS-LCD (2408 × 1506, 219 ppi)
Touchscreen Ja (Standard) Nein
Helligkeit 500 Nits ca. 500 Nits
Bildwiederholrate 30–120 Hz (variabel, VRR) 60 Hz
Farbraum 100 % DCI-P3, HDR 400, Eyesafe sRGB, 10-Bit; ohne True Tone
Prozessor Intel Core 5 320 (6 Kerne) bis Core Ultra 7 355 (8 Kerne) Apple A18 Pro (6-Core-CPU, 5-Core-GPU), iPhone-16-Pro-Chip
Arbeitsspeicher 8 / 16 / 32 GB LPDDR5X 8 GB, fest verbaut, nicht erweiterbar
Speicher 256 GB / 512 GB / 1 TB PCIe-Gen4-SSD 256 GB oder 512 GB SSD
Akku 52 Wh 36,5 Wh
Akkulaufzeit (Streaming) bis zu 17 Std. (Zielwert) bis zu 16 Std. (Apple-Angabe)
Kühlung Dual-Lüfter lüfterlos (Apple Silicon)
Tastatur Beleuchtete Chiclet-Tastatur farblich abgestimmt, ohne Beleuchtung
Anschlüsse 2× USB-C (Core) bzw. 2× Thunderbolt 4 (Core Ultra), DisplayPort 2.1 2× USB-C (1× USB 3.2 Gen 2 mit DisplayPort 1.4, 1× nur USB 2.0), 3,5-mm-Klinke, kein Thunderbolt
WLAN / Bluetooth Wi-Fi 7 + Bluetooth 6.0 Wi-Fi 6E + Bluetooth 6
Webcam 2 MP/1080p + IR (Windows Hello) 1080p FaceTime-HD
Lautsprecher 4 Lautsprecher, 8 W, Dolby Atmos Stereo
Gehäuse CNC-Aluminium Aluminium-Unibody
Maße / Gewicht 12,7 mm, ab 1 kg 12,7 mm, 1,23 kg
Farben Sky, Storm Silber, Rosa, Zitrus, Indigo
Biometrie Windows Hello (Gesicht) Touch ID nur beim 512-GB-Modell
Betriebssystem Windows 11 Home/Pro macOS Tahoe
Preis ab 799 € (Back-to-School, Schüler/Studenten); regulärer Preis noch offen 699 € (256 GB) / 799 € (512 GB); Bildungspreis ab 599 €

 

Das Display ist der eigentliche Hingucker

Hier wird klar, wo Dell das MacBook Neo angreifen will: Das XPS 13 bekommt ein 2,5K-LCD-Touchdisplay (2560 × 1600) mit InfinityEdge-Rahmen, 100 % DCI-P3, 500 Nits, Eyesafe-Technik und einer variablen Bildwiederholrate von 30 bis 120 Hz. Heißt: butterweiches Scrollen, wenn du es brauchst, und Stromsparen, wenn nicht. Ein Touchscreen ist hier übrigens Standard, etwas, das du beim MacBook Neo so nicht bekommst.

 

Genug Leistung für den Alltag

Unter der Haube arbeiten wahlweise Prozessoren der Intel Core Series 3 oder der stärkeren Intel Core Ultra Series 3, kombiniert mit bis zu 32 GB LPDDR5X-RAM und bis zu 1 TB SSD. Ein Dual-Lüfter-Kühlsystem soll das Gerät auch unter Last kühl halten. Dazu kommen Wi-Fi 7, vier Lautsprecher mit Dolby Atmos und beim Akku wird’s interessant: bis zu 17 Stunden Streaming. Das ist solide, aber kein Spitzenwert, und Dell schreibt selbst „targeting up to“, also abwarten, bis unabhängige Tests da sind.

Allerdings besitzt das Startmodell „lediglich“ 8 GB RAM und eine 256 GB SSD, wie das MacBook Neo.

 

Und jetzt der Preis

In den USA startet das MacBook Neo ab 699$ bzw. 599$ für Schüler und Studenten, was ein hervorragender Preis ist!

In seiner Pressemitteilung spricht Dell von einem Marktstart im Herbst und einem Preis für Schüler und Studenten von 799€. Das wäre etwas schade, denn wenn es dem US-Preismuster folgt, wäre es ein regulärer Preis von 899€.

Welche Konfiguration wir dafür bekommen, steht allerdings noch in den Sternen, teils neigte Dell dazu, in Deutschland die „ultra Low End“-Konfigurationen nicht anzubieten, was den höheren Preis erklären würde.

Ich hoffe aber auf eine 899-€-Version mit 16 GB RAM und 512-GB-Version, falls ja, könnte das XPS 13 ein sehr beliebtes Notebook werden!

Baseus Bowie MC2 im Test: Wie gut klingen offene Ohrhörer für 60 €?

Es gibt einen neuen Trend bei Bluetooth-Ohrhörern: ein offenes Design. Immer mehr Hersteller bieten offene Bluetooth-Ohrhörer an.

Bei diesen werden deine Ohren nicht versiegelt, was gerade in der Öffentlichkeit, beim Joggen oder Radfahren ein großes Plus an Sicherheit mitbringt. Du bekommst noch alles von der Umgebung mit, kannst aber dennoch etwas Musik genießen.

Auch der Smartphone-Zubehör-Hersteller Baseus bietet nun solche Ohrhörer mit den Bowie MC2 an.

Diese sollen durch einen besonders guten Tragekomfort sowie „AI-powered SuperBass 2.0“ überzeugen.

Wollen wir uns im Test einmal ansehen bzw. anhören, wie gut die Baseus Bowie MC2 sind und wie sie sich z. B. im Vergleich zu den EarFun Clip 2 schlagen.

An dieser Stelle vielen Dank an Baseus für das Zur-Verfügung-Stellen der Bowie MC2 für diesen Test.

 

Die Baseus Bowie MC2 im Test

Wie die meisten komplett kabellosen Bluetooth-Ohrhörer werden auch die MC2 in einer Lade-/Transport-Box geliefert und verstaut.

Diese setzt auf ein ovales Design und fühlt sich sehr hochwertig an. Baseus hat hier einen guten Job gemacht! Für die 60-€-Preisklasse ist die Ladebox überdurchschnittlich.

Dabei kann die Ladebox die Ohrhörer ca. 3,x-mal unterwegs laden. Mit jeder Ladung halten die Ohrhörer rund 8 Stunden.

Die MC2 setzen auf ein sehr exotisches Design. Statt eines klassischen In-Ear-Stöpsels oder eines Stiels wie bei den AirPods bekommst du hier einen flachen, C-förmigen Ohrhörer, der locker in deiner Ohrmuschel sitzt.

Der eigentliche Lautsprecher liegt dabei vor deinem Gehörgang, ohne diesen zu verschließen.

Das sieht erst einmal ungewohnt aus. Dieses offene Konzept sorgt dafür, dass deine Ohren frei bleiben und du deine Umgebung vollständig mitbekommst.

Verarbeitungstechnisch macht Baseus auch hier einen guten Job. Die MC2 wirken wertig und nicht billig, was man in dieser Preisklasse leider nicht immer findet.

 

Tragekomfort

Hier können die MC2 voll punkten. Da nichts in deinem Gehörgang steckt, gibt es auch keinen Druck und kein unangenehmes Gefühl, selbst nach Stunden nicht.

Die Ohrhörer werden „an dein Ohr geklemmt“, sodass der eine Teil in deinem Ohr ist und der andere hinter dem Ohr hängt.

Wer empfindliche Ohren hat oder klassische In-Ears generell nicht mag, wird das offene Konzept lieben.

Auch beim Sport sitzen die MC2 erstaunlich sicher. Beim normalen Joggen wackelt nichts, und durch die offene Bauweise schwitzt du im Ohr deutlich weniger als mit klassischen Stöpseln.

Ich finde das Tragen der MC2 extrem angenehm.

 

App-Support

Du kannst dir optional die Baseus-App für dein Smartphone installieren.

In der Baseus-App kannst du vor allem den Klang der Ohrhörer etwas nach deinen Wünschen anpassen – wahlweise über diverse Presets oder über einen eigenen EQ.

 

Ein offener Klang

Beginnen wir zunächst mit einem extrem wichtigen Punkt: Erwarte klanglich keine Wunder von offenen Bluetooth-Ohrhörern! Selbst die besten offenen Bluetooth-Ohrhörer für 200 €+ können klanglich nicht mit soliden normalen In-Ears mithalten!

Normale In-Ears, die deine Ohren versiegeln, haben es bauartbedingt viel einfacher, einen guten und direkten Klang zu erzeugen.

Das soll aber nicht heißen, dass die MC2 schlecht klingen – offene Ohrhörer wie diese haben einfach eine völlig andere Klangsignatur und Charakteristik.

So bekommst du zunächst deine Umgebung wirklich weiter vollständig mit. Es gibt effektiv keine Dämpfung von Umgebungsgeräuschen. Du kannst normal mit Menschen reden, hörst Klingeln, Autos, Vögel zwitschern usw. Natürlich hängt es etwas von der Lautstärke der Musik ab, aber grundsätzlich verschlechtern die MC2 dein Gehör nicht oder höchstens absolut minimal.

Selbst der extrem gute Transparenz-Modus der Apple AirPods Pro kommt da nicht mit!

Klanglich sind somit die Baseus Bowie MC2 eher mit zwei kleinen Lautsprechern vergleichbar, die du auf der Schulter mit dir herumträgst.

 

Klang der Baseus Bowie MC2

Was bedeutet das aber nun für den Klang? Dieser ist weniger „direkt“ und druckvoll als bei normalen In-Ears.

Grundsätzlich haben die Bowie MC2 einen sehr ähnlichen Klang zu den EarFun Clip 2, mit einem Hauch mehr Bass.

Wenn wir das, was ich zuvor geschrieben habe, im Hinterkopf behalten, würde ich den Klang der MC2 als gut bezeichnen!

So liefern die Bowie MC2 einen klaren und sauberen Klang. Die Höhen sind brillant, leicht und luftig. Auch Stimmen klingen im Allgemeinen sehr natürlich, wozu sicherlich auch der offene Aufbau beiträgt. Gerade für Podcasts und Hörbücher sind die MC2 dadurch eine echte Empfehlung.

Der Bass profitiert von der „AI-powered SuperBass 2.0“ und ist in den Standard-Einstellungen gut. Dieser ist knackig und „rund“ und bringt sogar einen Hauch mehr Druck mit als die EarFun Clip 2. Dennoch hörst du hier am stärksten den Unterschied zu regulären In-Ear-Ohrhörern. So ist der Bass weniger direkt und druckvoll.

Auch die Openrun Pro 2 brachten minimal mehr „Punch“ im Bass. Dennoch würde ich den Bass der MC2 als gut – für offene Ohrhörer – bezeichnen.

Klanglich entsprechen die MC2 eher zwei kleinen Lautsprechern, die du auf den Schultern mit dir herumträgst.

Du hast eine sehr leichte und offene Soundstage und nicht diesen direkten, harten Klang von normalen In-Ears. Es fühlt sich halt so an, als würdest du Musik über Notebook- oder Smartphone-Lautsprecher hören und nicht über Ohrhörer.

 

Fazit

Das Fazit zu den Baseus Bowie MC2 fällt überwiegend positiv aus – vorausgesetzt, du weißt, worauf du dich einlässt.

Baseus liefert hier ein durchdachtes Gesamtpaket. Die Verarbeitung ist für die 60-€-Preisklasse überdurchschnittlich, die ovale Ladebox fühlt sich wertig an und auch die Ohrhörer selbst wirken alles andere als billig. Wo die MC2 aber wirklich glänzen, ist der Tragekomfort. Da nichts in deinem Gehörgang steckt, gibt es keinen Druck und kein unangenehmes Gefühl, selbst nach Stunden nicht. Wer empfindliche Ohren hat oder klassische In-Ears generell nicht mag, wird das offene Konzept lieben. Auch beim Sport sitzen sie erstaunlich sicher, und du schwitzt deutlich weniger im Ohr als mit klassischen Stöpseln.

Und genau hier müssen wir aber ehrlich sein: Das offene Design ist Segen und Fluch zugleich. Erwarte klanglich keine Wunder! Bauartbedingt können selbst die besten offenen Ohrhörer nicht mit soliden normalen In-Ears mithalten. Der Klang ist weniger direkt und druckvoll, und gerade im Bass hörst du den Unterschied am stärksten. Es fühlt sich eher so an, als würdest du zwei kleine Lautsprecher auf den Schultern mit dir herumtragen, als dass du Musik klassisch „im Ohr“ hast. Hinzu kommt: Eine Dämpfung von Umgebungsgeräuschen gibt es effektiv nicht, was aber auch ein großer Vorteil dieses Designs sein kann, gerade wenn du noch etwas von deiner Umgebung mitbekommen möchtest.

Behält man das im Hinterkopf, machen die MC2 ihre Sache aber richtig gut. Der Klang ist klar und sauber, die Höhen brillant und luftig, und Stimmen klingen sehr natürlich. Gerade für Podcasts und Hörbücher sind die Bowie MC2 dadurch eine echte Empfehlung. Der Bass profitiert spürbar von der „AI-powered SuperBass 2.0“ und bringt sogar einen Hauch mehr Druck mit als bei den EarFun Clip 2.

Angebot
Baseus Bowie MC2 Open Ear Kopfhörer, Clip-On Earbuds

Pro

  • Sehr hoher, druckfreier Tragekomfort – auch über Stunden angenehm
  • Überdurchschnittliche Verarbeitung und wertige, ovale Ladebox für die 60€-Klasse
  • Ohren bleiben frei – du bekommst deine Umgebung vollständig mit 
  • Sicherer Sitz beim Sport
  • Klarer, sauberer Klang mit brillanten, luftigen Höhen und natürlichen Stimmen
  • Ideal für Podcasts und Hörbücher
  • Solider Bass
  • Rund 8 Stunden Laufzeit, ca. 3,x-mal Nachladen über das Case

Kontra

  • Bauartbedingt kein so direkter und druckvoller Klang wie bei normalen In-Ears
  • Bass weniger direkt 

Unterm Strich musst du also für dich entscheiden: Suchst du den maximal druckvollen, satten Klang und Abschottung von der Außenwelt, dann greif zu normalen In-Ears. Willst du hingegen deine Umgebung jederzeit mitbekommen, einen langen, druckfreien Tragekomfort genießen und dabei trotzdem soliden Klang bekommen, dann sind die Baseus Bowie MC2 für 60 € eine klare Empfehlung in ihrer Kategorie.

Grantie bei Crucial 2026: Wie läuft das nach dem Aus der Marke?

Der Speichermarkt ist absolut verrückt im Jahr 2026. Allerdings, eine der verrücktesten Entscheidungen hat bereits 2025 stattgefunden. So hat Micron verkündet, seine Endkundenmarke Crucial einzustellen.

Crucial, einer der größten Hersteller von RAM und SSDs, ist von heute auf morgen vom Markt verschwunden.

Das nicht, weil die Geschäfte schlecht liefen, sondern weil Micron einfach mit KI und Geschäftskunden noch mehr Geld machen konnte.

Crucial hatte damals auf seine Produkte meist zwischen 5 und 10 Jahre Garantie gegeben.

Micron hatte aber versprochen, dass man sich weiter um die Garantie auf Crucial-Produkte kümmern wird.

Mir ist nun eine Crucial X10 Pro 4 TB externe SSD kaputt gegangen und ich hatte eine „Erfahrung“ mit dem Crucial Support und der Garantieabwicklung im Jahr 2026.

Mehr dazu in diesem Artikel.

 

Der Fehler

Mir ist eine Crucial X10 Pro mit 4 TB kaputt gegangen. Diese wurde am 2. Dezember 2024 für 279 € bei Amazon gekauft.

Die SSD wird nicht mehr erkannt bzw. bringt den Windows Explorer zum Hängen.

Kurzum, ich habe Crucial angeschrieben und der Support hat sich innerhalb von 48 Stunden gemeldet und recht schnell einem Garantieaustausch zugestimmt.

 

Nach Ungarn

Für den Garantiefall sollte ich die SSD nach Ungarn schicken, natürlich auf meine eigenen Kosten.

  • MG Cargo
  • C/O Micron Europe Limited/RMA
  • Aerozone Business Park
  • HUNGARY

Der Versand mit DHL und Versicherung hatte 14,49 € gekostet. Ärgerlich, dass hier kein Paketschein zur Verfügung gestellt wurde.

Das Paket ist auch am 10.04. laut DHL angekommen.

 

Paket verloren

Laut DHL wurde das Paket korrekt am 10.04. zugestellt. Als ich am 22.04. noch nichts bezüglich der Abwicklung gehört hatte, habe ich nachgefragt und mir wurde durch die Blume mitgeteilt, dass mein Paket intern irgendwie verschollen ist.

„Wir bitten Sie um etwas Geduld bis zum 27. April. Sollten Sie bis dahin keine Informationen zur Ersatzlieferung erhalten haben, werden wir den Fall zur internen Überprüfung an unser Team weiterleiten.“

Das hat die Sache etwas verzögert, aber am Ende keine weiteren Probleme bereitet.

 

Kein Ersatz verfügbar …

Leider gab es eine weitere böse Überraschung: Die X10 Pro 4 TB gibt es nicht mehr. Heißt, wenn du auch solch eine externe SSD hast, wirst du diese nicht mehr getauscht bekommen.

Zeigt aber auch, dass Crucial bzw. Micron offensichtlich keinen Bestand angelegt hat.

Was wurde mir nun angeboten?

  • Option A – Ein Check über den Kaufpreis
  • Option B – Eine X9 Pro
  • Option C – Eine interne T710

Option A ist natürlich lächerlich! SSDs kosten derzeit mehr als das Doppelte. Den Kaufpreis von damals wieder zu bekommen ist da der schlechtest mögliche Deal.

Wenn mir so etwas ein Hersteller wie Kingston, Corsair usw. angeboten hätte, OK. Nicht super, aber verständlich, da diese auch gebeutelt sind von der Speicherkrise.

Aber Crucial gehört Micron, Micron ist eins der Unternehmen, das sich derzeit ganz massiv die Taschen voll macht!

Option B wurde mir vom Support so verkauft:

„Sie erhalten die CT4000X9PROMACSSD9B als Ersatz. Dies ist das aktuelle, gleichwertige Produkt und bietet die gleiche oder sogar eine bessere Leistung.“

Nein, eine X9 Pro ist nicht gleichwertig oder besser als die X10 Pro. Das ist schlicht und ergreifend gelogen.

Option C habe ich am Ende gewählt. Es handelt sich zwar um eine interne SSD, aber immerhin ein High-End-Modell, welches ich als halbwegs fairen Tausch betrachte.

Aber das Bedenkliche ist, dass mir Option B und C nur angeboten wurden, weil diese Produkte noch auf Lager waren! Ich fürchte, diese werden irgendwann auch nicht mehr auf Lager sein und dann gibt es nur noch die Erstattung des ursprünglichen Kaufpreises, was derzeit absolut keine befriedigende Lösung ist!

 

Geld zurück = keine gute Lösung

Ich habe meine X10 Pro 4 TB Ende 2025 bei Amazon für 279 € gekauft. Hätte ich nun die Option angenommen, das Geld erstattet zu bekommen, was hätte ich im Mai 2026 dafür bekommen?

Keine 4 TB, das ist klar. Die X10 Pro (Restbestände) werden derzeit für rund 450 € gehandelt:

https://geizhals.de/crucial-x10-pro-portable-ssd-4tb-ct4000x10prossd9-a2991722.html?hloc=at&hloc=de

Andere vergleichbare „High-End“ externe 4-TB-SSDs mit 20 Gbit (wie die X10 Pro) liegen teils noch deutlich höher.

Die vergleichbare Samsung T9 liegt bei rund 600 €!

https://geizhals.de/samsung-portable-ssd-t9-schwarz-4tb-mu-pg4t0b-a3025807.html?hloc=at&hloc=de

Geld zurück bekommen ist für dich als Kunden derzeit also echt kein guter Deal.

 

Erhalt des Austausches

Am 22.05. habe ich nun ein Paket von Micron erhalten mit der von mir gewählten T710.

Meine „Rücksendung“ ist bei Crucial/Micron am 10.04. eingetroffen. Das Ganze hat also gut über einen Monat gedauert, bis ich irgendeinen Ersatz erhalten habe.

 

Fazit

Die Crucial-Garantieabwicklung im Jahr 2026 ist ehrlich gesagt bedenklich, und das ist noch freundlich ausgedrückt.

Klar, der Support hat sich zeitnah gemeldet und am Ende kam auch ein Ersatz an. Aber was dazwischen passiert ist, sollte dir zu denken geben: ein anscheinend intern verlorenes Paket, über einen Monat Wartezeit, und vor allem kein passender Ersatz verfügbar.

Das eigentliche Problem ist aber ein anderes. Crucial ist weg, die Produktlinie läuft aus, und der Lagerbestand schmilzt. Was passiert, wenn auch die T710 und die X9 Pro irgendwann vergriffen sind? Dann bleibt dir nur noch Option A, der ursprüngliche Kaufpreis. Und wie wir gesehen haben, bekommst du dafür im Jahr 2026 schlicht keine vergleichbare SSD mehr.

Ähnliches wird auch für RAM gelten. Ich weiß nicht, wie groß da die Restbestände sind, aber nach meinen Erfahrungen bin ich da nicht sonderlich hoffnungsvoll, dass du in 1–2 Jahren noch Ersatz bekommst und nicht nur den originalen Kaufpreis zurück.

Micron verdient derzeit prächtig am KI-Boom und mit Geschäftskunden. Dass man gleichzeitig Endkunden mit einer Erstattung von 279 € abspeist, für eine SSD, die heute 450 € oder mehr kostet, ist schwer zu akzeptieren – und das ausgerechnet von einem Unternehmen, das sich die Taschen gerade so richtig voll macht.

Mein Rat: Wenn du noch eine Crucial-SSD mit laufender Garantie besitzt, hoffe, dass sie nicht kaputt geht. Und falls du eine externe High-End-SSD kaufen willst, schau dir Hersteller an, die noch aktiv im Endkundengeschäft sind und ihren Garantieversprechen auch langfristig nachkommen können.

OZMO ROLLER 3.0 und 30.000 Pa – der ECOVACS DEEBOT T90 PRO OMNI im Test

Flaggschiff-Saugroboter mit allen aktuellen Features sind leider ein sehr teurer Spaß. Du kannst hier locker 1000 € oder mehr ausgeben, für das jeweilige Flaggschiff-Modell.

Allerdings ist oftmals der Blick eine Klasse unter die Flaggschiff-Modelle viel attraktiver. So bekommst du in der gehobenen Mittelklasse / unteren Oberklasse alle wichtigen Funktionen der High-End-Modelle zu einem deutlich niedrigeren Preis.

Beispielsweise der ECOVACS DEEBOT T90 PRO OMNI bietet auf den ersten Blick alle Funktionen der Flaggschiff-Modelle, wie eine Navigation mit KI-Support, eine Wischwalze, 30.000 Pa Saugleistung usw.

Dabei bietet der DEEBOT T90 PRO OMNI eine UVP von 699 €. Immer noch eine Stange Geld, aber bezahlbarer.

Wie sieht es in der Praxis aus? Was kann der DEEBOT T90 PRO OMNI und vor allem wie gut kann er es?

 

All-in-One-Reinigungsstation

Wie die meisten High-End-Saugroboter verfügt auch der DEEBOT T90 PRO OMNI über eine „All-In-One“-Lade-/Reinigungsstation.

In dieser Station finden sich zwei Wassertanks, ein Staubsaugbeutel und ein Tank für Reinigungsmittel.

Mithilfe der Wassertanks (ein Frischwasser- und ein Schmutzwasser-Tank) wird der Saugroboter automatisch gereinigt und betankt. So findet sich im Roboter auch ein kleiner Frischwassertank, welcher von der Station automatisch befüllt wird.

Passend dazu haben wir einen kleinen Zusatztank für Reinigungsmittel. In diesen kannst du frei Reinigungsmittel deiner Wahl einfüllen, welches entsprechend automatisiert beigemischt wird.

Staub und Schmutz wiederum werden automatisch in einen Beutel in der Station abgesaugt.

Entsprechend haben wir hier eine vollautomatische Lade-/Reinigungsstation, welche je nach Putzaufwand mehrere Tage komplett autark arbeiten kann.

 

Der DEEBOT T90 PRO OMNI im Test

Der DEEBOT T90 PRO OMNI setzt auf den ersten Blick auf ein recht vertrautes Design. Wir haben hier einen typischen runden Roboter mit zwei motorisierten Rädern.

Worauf allerdings ECOVACS verzichtet, ist der LIDAR-Turm, der eigentlich viele Jahre Standard war. Anstelle dessen nutzt der Roboter ausschließlich Kameras und statische Sensoren auf der Front.

Ein Vorteil dieses Verzichts ist die Bauhöhe, welche hierdurch bei ca. 9,5 cm liegt. Das ist relativ flach für ein High-End-Modell.

Der Schmutzauffangbehälter des T90 PRO OMNI ist auf der Oberseite unter einer magnetischen Abdeckung versteckt. In der Praxis solltest du allerdings an diesen Behälter nicht oft ran müssen, aufgrund der Absaugstation.

Du musst lediglich regelmäßig den auch hier verbauten Feinstaubfilter prüfen / reinigen.

 

App-Funktionen

Auch der DEEBOT T90 PRO OMNI setzt auf die bekannte ECOVACS-App. Diese ist seit vielen Jahren erprobt und läuft entsprechend zuverlässig. Beim Funktionsumfang bleibt hier kaum ein Wunsch offen:

  • Raumunterteilung/-verwaltung
  • Automatikmodus sowie manuelle Einstellung von Saugkraft und Wassermenge
  • Zimmerreinigung
  • Festlegbare Reihenfolge der Zimmerreinigung
  • Bereichsreinigung
  • Festlegen des Sicherheitsabstands zu Hindernissen
  • Haustiermodus
  • Teppicherkennung und -verwaltung
  • Funktion als fahrbare Überwachungskamera
  • Mehrgeschoss-Karten

Kurzum: An Funktionsumfang und Bedienbarkeit der App gibt es nichts auszusetzen.

 

Navigation ohne LIDAR, dafür mit Kamera

Spannend ist, dass ECOVACS auch beim DEEBOT T90 PRO OMNI auf das sonst übliche und bewährte LIDAR-System verzichtet. LIDAR erlaubt es einem Saugroboter normalerweise, eine sehr präzise Karte deiner Wohnung zu erstellen.

Stattdessen setzt ECOVACS hier auf Kameras und Sensoren an der Front des Roboters, das Ganze nennen sie „AIVI 3D 4.0“. So legt der T90 PRO OMNI natürlich trotzdem eine Karte deiner Wohnung an und arbeitet diese geordnet ab. Der Sauger weiß jederzeit, wo er ist, wo er schon war und wo er noch hinmuss.

Im Detail wirkt die Navigation per Kamera nicht ganz so mm-präzise wie ein klassisches LIDAR-System, was man auch an der Karte in der App erkennen kann. Das ist allerdings Meckern auf sehr hohem Niveau: Die Navigation des T90 PRO OMNI ist unheimlich zuverlässig und er fährt deine Wohnung nach einem logischen System ab. Praktisch ist hier kaum ein Unterschied zu einem High-End-LIDAR-System zu erkennen. Die Navigation nur mit Kameras und Front-Sensoren ist mit AIVI 3D 4.0 ausgereift und kein Kritikpunkt.

Auch mit kleineren Veränderungen, verrückten Möbeln oder herumstehenden Gegenständen kommt der Sauger gut klar. Die Zimmerreinigung funktioniert ebenfalls zuverlässig.

Unterm Strich gibt es bei der Navigation nichts zu bemängeln.

 

Sehr gute Hindernisvermeidung

Was ebenfalls tadellos klappt, ist die Hindernisvermeidung. Die Frontkameras werden zugleich für eine lokale Objekterkennung genutzt.

So weicht der DEEBOT T90 PRO OMNI zuverlässig Kabeln, Socken und Co. aus. Auch herumliegendes Spielzeug ist kein Problem. Die Hindernisvermeidung bewegt sich damit auf absolutem Top-Niveau, perfekt ist sie aber nicht. In sehr seltenen Fällen kann es passieren, dass sich der Roboter irgendwo verfängt. Das kommt aber wirklich kaum vor.

Du kannst in der App auch den „Sicherheitsabstand“ zu Hindernissen anpassen, was bei extrem chaotischen Wohnungen helfen kann.

Insgesamt kommt der T90 PRO OMNI auch mit chaotischeren Wohnungen sehr gut zurecht.

 

Einseitig gelagerte Bürste „ZeroTangle 4.0“

Der T90 PRO OMNI besitzt auf der Unterseite eine sehr gute rotierende Bürste, welche tadellos auf glatten Böden und Teppich funktioniert.

ECOVACS verzichtet auch auf ein Doppel-Bürsten-Design, was ich begrüße (ich fand, dass dieses praktisch nie viel gebracht hat, eher im Gegenteil).

Die Bürste wird dabei nur einseitig gelagert, auf der anderen Seite ist diese frei schwebend. ECOVACS nennt dies ZeroTangle 4.0. Ein ähnliches Design kenne ich von Narwal.

Warum wird das gemacht? Lange Haare werden hier zur Seite hin weg abgestreift und so wird das Verwickeln reduziert bzw. komplett vermieden.

Und ja, dieses Design funktioniert gut! Hast du jemanden Langhaarigen im Haushalt, kann sowas den Wartungsaufwand deutlich reduzieren.

 

bis zu 30.000 Pa?!

Ein Punkt, der mich sehr überrascht hatte, war die Saugleistung. So wirbt ECOVACS mit einer Saugleistung von bis zu 30.000 Pa. Das ist ein extrem hoher Wert und sogar rund 10.000 Pa höher als beim DEEBOT X11 OmniCyclone, der eigentlich eine Klasse höher spielt.

In der Praxis spielt es meist keine große Rolle, ob nun ein Saugroboter 20.000 oder 30.000 Pa hat. Das ist grundsätzlich kein Punkt, dem ich praktisch eine zu große Beachtung schenke.

Allerdings ganz grundsätzlich bin ich mit der Saugleistung des T90 PRO OMNI sehr zufrieden! Auf Teppichen mit Tierhaaren sehe ich ein nahezu perfektes Reinigungsbild, wenn du die Saugleistung etwas hochdrehst.

Dabei ist der T90 PRO OMNI sogar minimal besser als der DEEBOT X11 OmniCyclone.

Der T90 PRO OMNI spielt hier in einer Liga mit dem Narwal Freo Z Ultra und dem Dreame Aqua10 Ultra Roller. Diese zeigten bei mir im Test gerade mit Hundehaaren die so ziemlich beste Leistung.

 

Keine ausfahrbare Seitenbürste

Erstaunlicherweise besitzt der T90 PRO OMNI keine ausfahrbare Seitenbürste. Dies ist etwas überraschend, da das mittlerweile ein beliebtes Feature ist.

Hierdurch kann der T90 Ecken nicht ganz so gut erreichen. Allerdings ist dies auch wieder Meckern auf einem sehr hohen Level.

 

OZMO ROLLER 3.0 mit TruEdge-Technologie

Eines der vermutlich größten Highlights am DEEBOT T90 PRO OMNI ist der „OZMO ROLLER 3.0“.

So besitzt der Roboter, ähnlich wie Trocken-/Feucht-Waschsauger, eine rotierende Walze auf der Unterseite, welche Schmutz aufnimmt. Diese Walze rotiert gegen die Fahrtrichtung und wird vom Roboter aktiv gegen den Boden gedrückt, was eine besonders hohe „Schrubbleistung“ ermöglichen soll.

Der entscheidende Punkt: Die Walze wird dabei kontinuierlich über 32 Düsen mit frischem Wasser besprüht und so laufend befeuchtet und gereinigt. Es wird also nicht mit bereits verschmutztem Wasser gewischt. Ein Schaber nimmt das Schmutzwasser anschließend wieder von der Walze ab, sodass kein Dreckwasser auf dem Boden landet.

Und ja, ich kann bestätigen: Der DEEBOT T90 PRO OMNI hebt die Feuchtreinigung auf das nächste Level und schließt die Lücke zum Dreame Aqua10 Ultra Roller. Die Reinigung von kleineren Flecken, Fußabdrücken und Co. ist hier nicht nur kräftiger, sondern vor allem auch gleichmäßiger als bei Modellen mit reinem Putztuch oder rotierenden Pads.

Modelle mit rotierenden Pads neigen dazu, so kleine „Wolken“ auf dem Boden zu hinterlassen. Dieses Problem gibt es hier nicht. Es werden gleichmäßige Bahnen gefahren.

In regelmäßigen Intervallen fährt der Roboter zudem zurück auf seine Station, um die Walze zu reinigen und Frischwasser nachzutanken.

Stark eingetrocknete, dicke Flecken sind weiterhin zu viel, auch für den T90 PRO OMNI. Aber Fußabdrücke, Schlammspritzer, Schlamm-Pfotenabdrücke, kleinere Soßenspritzer und Ähnliches werden zuverlässig entfernt.

Davon abgesehen bekommt ein Boden einfach einen anderen Glanz, wenn er feucht gereinigt wurde. Mit Streifen oder Ähnlichem hatte ich hier deutlich weniger Probleme als bei Modellen mit rotierenden Pads, wenig verwunderlich, da die Walze gleichmäßig arbeitet.

 

Walze ausfahrbar

Um auch am Rand möglichst gut zu reinigen, kann der T90 PRO OMNI diese Walze seitlich ausfahren. Dafür ist seitlich ein Sensor verbaut, der erkennt, wenn der Roboter parallel zu einer Wand steht.

Zwar bleibt nach wie vor ein etwa daumenbreiter Bereich ungeputzt, dieser wird so aber deutlich minimiert.

 

Starker Akku!

Pluspunkte gibt es für die Akkulaufzeit des T90 PRO OMNI! So schaffte dieser meine komplette Wohnung in einem Durchgang. Das ist absolut nicht selbstverständlich!

Rangliste der zuletzt getesteten Saugroboter nach Akkulaufzeit:

  1. ECOVACS DEEBOT X11 OmniCyclone
  2. ECOVACS DEEBOT T90 PRO OMNI
  3. DJI ROMO
  4. Narwal FLOW 2
  5. Narwal FLOW
  6. Dreame Aqua10 Ultra Roller

Fazit

Der ECOVACS DEEBOT T90 PRO OMNI ist aus meiner Sicht ein hervorragender Saugroboter, der nahezu alles bietet, was man von einem Flaggschiff-Modell erwartet, und das zu einem deutlich attraktiveren Preis.

So liefert der T90 PRO OMNI eine herausragende Saugleistung, welche es problemlos mit dem Narwal Freo Z Ultra und dem Dreame Aqua10 Ultra Roller aufnehmen kann. Gerade auf Teppichen mit Tierhaaren sehe ich ein nahezu perfektes Reinigungsbild.

Das absolute Highlight ist allerdings der OZMO ROLLER 3.0 mit TruEdge-Technologie. Die rotierende Walze in Kombination mit kontinuierlich zugeführtem Frischwasser hebt die Feuchtreinigung wirklich auf das nächste Level. Fußabdrücke, Schlamm-Pfotenabdrücke und kleinere Spritzer werden hier deutlich gleichmäßiger und kräftiger entfernt als bei Modellen mit klassischen rotierenden Pads.

Auch die Navigation per Kamera (AIVI 3D 4.0) funktioniert in der Praxis tadellos. Klar, ein LIDAR-System ist auf dem Papier präziser, im Alltag wirst du davon allerdings kaum etwas merken. Der Sauger arbeitet deine Wohnung zuverlässig und nach einem logischen System ab, und auch die Hindernisvermeidung ist absolut top.

Pluspunkte gibt es zudem für die einseitig gelagerte ZeroTangle 4.0 Bürste (super, wenn du jemanden Langhaarigen im Haushalt hast), den starken Akku und natürlich die vollautomatische All-In-One-Reinigungsstation.

Kleinere Kritikpunkte? Eine ausfahrbare Seitenbürste fehlt, weshalb der T90 PRO OMNI Ecken nicht ganz so gründlich erreicht wie manch ein Konkurrent. Das ist allerdings Meckern auf sehr hohem Niveau.

Preislich liegt die UVP zwar bei 699 €, aktuell bekommst du den DEEBOT T90 PRO OMNI allerdings schon ab 649 €. Das ist für die gebotene Leistung ein wirklich guter Deal! Du bekommst hier praktisch alle Features der aktuellen Flaggschiff-Modelle ohne den heftigen Aufpreis von teils weit über 1000 €.

Klare Empfehlung meinerseits!

ECOVACS DEEBOT T90 PRO OMNI
95

Der günstigste große 4K OLED! (und der ist gut) Dell 32 Plus S3225QC im Test

Momentan macht das Kaufen von PC-Technik nicht besonders viel Spaß. In vielen Produktkategorien herrschen momentan dank KI Rekordpreise.

Allerdings, wenn es eine Produktkategorie gibt, in der wir dieses Jahr einen Preissturz erlebt haben, ist es bei Monitoren.

So sind OLED-PC-Monitore endlich bezahlbar geworden. Auch Dell mischt hier mit und bietet einen extrem spannenden Monitor für Gamer, Content Creator und Programmierer an, den S3225QC.

  • Dell 32 Plus S3225QC
  • 31,5 Zoll
  • 120 Hz
  • 3840×2160 (4K UHD)

Wir haben hier einen großen 31,5 Zoll 4K-OLED mit 120 Hz. Wirklich spannend wird es beim Blick auf den Preis. Denn mit 550–600 € ist dies einer der günstigsten 4K-OLEDs derzeit auf dem Markt.

Dabei bietet der Monitor auch einige Bonus-Funktionen wie besonders gute Lautsprecher, 90 W USB-C-Laden usw.

Wollen wir uns den Dell 32 Plus 4K QD-OLED Monitor einmal im Test ansehen!

An dieser Stelle vielen Dank an Dell für das Ausleihen des Monitors für diesen Test.

 

Der Dell 32 Plus 4K QD-OLED Monitor im Test

Bereits auf den ersten Blick wird klar, dass der Dell 32 Plus ein etwas außergewöhnlicherer Monitor ist.

Obwohl dieser sich preislich derzeit eher am unteren Ende platziert, haben wir hier keinen minimalistisch ausgestatteten Monitor.

So verfügt der Dell 32 Plus vor allem über eine integrierte Soundbar am unteren Rand. Dell hat hier 5 Lautsprecher mit einer Leistung von 25 W verbaut. Zum Klang später mehr, aber dies ist schon eine Ansage.

Allerdings führt diese Soundbar auch dazu, dass der Monitor vertikal etwas größer ist. Stört dies? In der Praxis vermutlich weniger. Horizontal ist der Monitor mit recht schmalen Rahmen ausgestattet, was ihm einen modernen Look gibt.

Mit 31,5 Zoll ist er aber schon ein kleiner „Koloss“ auf deinem Schreibtisch. So misst der S3225QC 719 x 504 x 223 mm.

Erfreulicherweise haben wir einen Standfuß, welcher auch noch eine Höhenverstellung erlaubt im Bereich von 11 cm / 110 mm.

Ein Hochkant-Stellen ist allerdings nicht möglich.

Bei dem Dell 32 Plus 4K QD-OLED handelt es sich um einen Monitor aus Dells Allround-Serie, entsprechend hat dieser ein eher freundliches und helles Design. Beispielsweise der Standfuß und die Rückseite sind aus weißem Kunststoff gefertigt.

 

Anschlüsse

Bei den Anschlüssen ist der Dell 32 Plus 4K QD-OLED Monitor S3225QC etwas minimalistischer ausgestattet.

  • 1x HDMI 2.1 (4K 120Hz)
  • 1x USB-C-Eingang (mit DP 1.4)
  • 2x USB-C-Ausgänge mit 5 Gbit

Wir haben beim S3225QC lediglich 2 Monitoranschlüsse, 1x HDMI und 1x USB-C. In der Regel ausreichend, aber alles andere als großzügig.

Neben den Eingängen haben wir noch 2x USB-C-Ausgänge, welche für z. B. externe Speicher usw. gedacht sind.

 

Bis zu 90 W

Über den USB-C-Eingang kann der Monitor auch deinem Notebook bis zu 90 W bereitstellen.

 

Ausklappbarer USB-C-Port

Einer der USB-C-Ausgänge lässt sich ausklappen und ist so am unteren Rand auf der Front verfügbar.

Praktisch!

 

Ein gutes OSD

Ein kleiner Bonus-Punkt: Der S3225QC besitzt ein sehr gutes und umfangreiches OSD! Dieses lässt sich dank eines kleinen Joysticks auch gut steuern.

Das ist ein Punkt, wo oftmals die „A“-Hersteller verglichen mit den günstigeren/kleineren Herstellern die Nase vorne haben.

 

Lautsprecher und Klang

Im S3225QC sind 4 Lautsprecher + eine Kamera für 3D-Audio integriert. Entsprechend haben wir hier ein etwas aufwendigeres Audio-Setup.

Und in der Praxis kann ich mit gutem Gewissen sagen, dies sind die besten Lautsprecher, die ich bisher in einem Monitor integriert gehört habe.

So schafft der S3225QC einen erfreulich breiten und auch recht „vollen“ Klang. Aber wir dürfen hier auch nicht Wunder erwarten, ein gutes gesondertes 2.1- oder Stereo-System übertrifft den Monitor natürlich.

So fehlt bei diesem etwas die Dynamik und der Druck im Tiefgang.

Dennoch, willst du ein minimalistisches Setup, ohne gesonderte Lautsprecher, dann ist der S3225QC mit seinen integrierten Lautsprechern eine hervorragende Wahl.

 

QD-OLED der 3. Gen

Das Herzstück des Dell 32 Plus 4K S3225QC stellt ein 31,5 Zoll QD-OLED-Panel dar.

  • Dell S3225QC
  • 31,5 Zoll
  • QD-OLED 3. Generation
  • 3840×2160
  • 120 Hz
  • 250 cd/m²
  • 10 Bit

Im Dell 32 Plus S3225QC steckt ein QD-OLED-Panel der 3. Generation von Samsung Display. Es gibt inzwischen schon neuere Panel-Generationen, die in Sachen Spitzenhelligkeit nochmal eine Schippe drauflegen.

Heißt das, der S3225QC ist veraltet? Ganz klar nein.

Denn QD-OLED hat schon mit der 2. und vor allem der 3. Generation den Punkt erreicht, an dem die Technik einfach „rund“ ist. Die wirklich großen Sprünge, sattere Farben, höhere Helligkeit, weniger Textsäume, liegen größtenteils hinter uns. Was danach kam, sind eher Feinschliff und etwas mehr Helligkeit, keine Revolutionen mehr.

Konkret bekommst du mit dieser 3. Generation:

  • Den typisch hervorragenden QD-OLED-Farbraum (siehe Messung weiter unten)
  • Perfektes Schwarz und praktisch unendlichen Kontrast dank Selbstleuchter
  • Sehr gute Blickwinkel ohne den bei manchen OLEDs sichtbaren Farbstich
  • Eine bereits spürbar verbesserte Textdarstellung gegenüber den ersten QD-OLEDs

Was du nicht bekommst, ist die maximale Spitzenhelligkeit der allerneuesten Panels. Für den Preis von rund 550–600 € ist das aus meiner Sicht aber absolut verschmerzbar. Ein vergleichbares Modell mit 240 Hz und höherer Helligkeit findest du z. B. im Test des ASUS ProArt OLED PA32UCDM.

 

Auflösung und Textschärfe

Kommen wir zu dem Punkt, der bei QD-OLEDs am meisten diskutiert wird: der Textschärfe.

Der Hintergrund: QD-OLED-Panels nutzen keine klassische RGB-Streifen-Anordnung der Subpixel, sondern eine dreieckige Anordnung (Rot und Grün nebeneinander, Blau darunter). Windows und sein ClearType sind aber auf die klassische RGB-Streifen-Anordnung optimiert.

Das Ergebnis kennst du vielleicht aus älteren QD-OLED-Tests: An den Kanten von Text, besonders bei schwarzer Schrift auf weißem Grund, können leichte farbige Säume (meist rötlich oder grünlich) auftreten. Die Schrift wirkt dann nicht ganz so „knackig“ wie auf einem vergleichbaren LCD.

Erfreulicherweise entschärft der S3225QC dieses Problem auf gleich zwei Arten.

  1. Hohe Pixeldichte: Mit 4K auf 31,5 Zoll kommen wir auf rund 140 PPI. Das ist deutlich mehr als bei den verbreiteten 27- oder 32-Zoll-QD-OLEDs mit nur 1440p (ca. 93–110 PPI). Je höher die Pixeldichte, desto kleiner und unauffälliger werden die Farbsäume.
  2. 3. Generation QD-OLED: Samsung Display hat die Subpixel-Struktur über die Generationen weiter verfeinert, was dem Effekt zusätzlich entgegenwirkt.

In der Praxis bedeutet das: Ja, wenn du ganz genau hinschaust und dunkle Schrift auf weißem Grund mit der Nase am Bildschirm absuchst, kannst du die Säume noch erahnen. Im normalen Arbeitsabstand sind sie aber kaum noch ein Thema. Für Office, Programmieren und langes Lesen finde ich den S3225QC dank der 140 PPI absolut alltagstauglich, ein klarer Vorteil gegenüber den günstigeren 1440p-QD-OLEDs. Bei diesen können Farbsäume noch mehr und deutlicher sichtbar sein. Wie sich ein günstiger 1440p-QD-OLED in der Praxis schlägt, siehst du im Test des AOC AGON PRO AG276QZD2.

 

Farbraum

Beim Farbraum wirbt Dell mit einer 99 % Abdeckung des DCI-P3 Farbraums, was durchaus beachtlich wäre.

In meinem Test konnte ich 100 % sRGB, 98 % DCI-P3 und 94 % AdobeRGB Farbraum-Abdeckung messen.

Zwar liegt der DCI-P3-Wert in meinem Test 1 % unter Dells Angabe, aber das kann einfach Messungenauigkeit sein.

sRGB AdobeRGB P3
ASUS ProArt PA32UCR-K 100% 100% 95%
Philips 27E1N8900 100% 99% 98%
Philips 27B1U7903 100% 98% 98%
LC-Power LC-M27-QHD-165  100% 96% 94%
Dell 32 Plus S3225QC 100% 94% 98%
ASUS ProArt PA32UCDM 100% 94% 98%
LC-Power LC-M16-4K-UHD-P-OLED 100% 94% 100%
LC-Power LC-M27-4K-UHD-144 100% 94% 93%
AOC Q27G3XMN 100% 93% 95%
BenQ MOBIUZ EX271UZ 100% 92% 98%
LG UltraGear 34GK950F 100% 89%
Alienware AW3420DW 100% 89%
KTC H27T22 100% 87% 95%
ASUS ProArt PA27UCGE 100% 86% 92%
HUAWEI MateView 28 Zoll 100% 86% 94%
LC-Power LC-M27-4K-UHD-144-V2  100% 87% 93%
LC-Power LC-M34-UWQHD-144-C-K 100% 84% 90%
LC-Power LC-M27-QHD-240-C-K 100% 83% 91%
HUAWEI MateView SE 23,8 Zoll 100% 82% 91%
LC-Power LC-M34-Q-C-PRO 100% 82% 87%
Samsung C34F791 100% 82%
Dell P3421W 100% 80% 86%
ASUS ROG Strix XG35VQ 100% 78%
BenQ EX3501R 100% 78%
HP X27q 99% 77% 84%
BenQ MOBIUZ EX2710 98% 77%
ASUS MX38VC 99% 75%
LG 34UC99-W 98% 76%
Alienware AW2521HFL 97% 76% 73%
Dell U3419W 98% 73%
LC-Power LC-M34-UWQHD-100-C 92% 71%
LC-Power LC-M34-UWQHD-100-C-V2 92% 71% 72%

Generell ist die Farbraum-Abdeckung des Monitors hervorragend, wie es auch von einem QD-OLED zu erwarten ist. Damit ist der Monitor von seiner Farbdarstellung grundsätzlich sogar für professionelle Foto- und Video-Bearbeitung voll geeignet.

 

Kalibrierung

Allerdings, damit der Monitor auch in der Praxis für Foto- und Video-Bearbeitung geeignet ist, muss die Kalibrierung stimmen.

Das ist bei OLEDs besonders wichtig, denn das nachträgliche Kalibrieren dieser über Geräte wie z. B. den Datacolor Spyder ist teils nicht ganz so gut zu machen.

Allerdings ist der Dell 32 Plus 4K QD-OLED erfreulicherweise schon ab Werk gut, wenn nicht sogar sehr gut kalibriert.

Dieser erreicht ein Delta E von 0,68 im Schnitt und 1,15 im Maximum. Damit ist der Monitor absolut für professionelle Nutzer brauchbar! Hier gilt im Allgemeinen: Ein Delta E von unter 2 ist ein guter Wert, der ausreichend farbgenau ist.

 

Helligkeit, das OLED-Problem

Die Helligkeit ist leider der große Grund, warum vielleicht für dich ein OLED nicht optimal ist. So müssen wir hier zwischen zwei Werten unterscheiden: SDR- und HDR-Helligkeit.

OLEDs bieten meist eine eher schlechte SDR-Helligkeit, aber eine fantastische HDR-Helligkeit.

Dies ist auch hier der Fall. Dell wirbt bei der SDR-Helligkeit mit 250 cd/m² und bei HDR mit 1000 cd/m².

In der Realität spielt sich allerdings 99 % deines Alltags im SDR-Bereich ab, und hier sind 250 cd/m² ausreichend, aber gerade in hellen Räumen alles andere als großzügig.

Warum ist die HDR-Helligkeit so viel höher? Diese ist dynamisch, umso mehr helle Pixel es gibt, umso dunkler wird der Monitor. Hast du z. B. nur 1 % helle Pixel, dann erreichen wir 1000 cd/m². Sind alle Pixel hell, dann 250 cd/m².

Im normalen Desktop-Betrieb oder beim Bearbeiten von Videos, Fotos usw. sind wir aber in der Regel ausschließlich im SDR-Modus unterwegs.

Was konnte ich hier nun praktisch beim S3225QC messen?

Das ist eine ziemliche Punktlandung auf der Herstellerangabe mit 252 cd/m².

In der Regel sind 252 cd/m² ausreichend, gerade wenn der Raum, in dem du sitzt, nicht extrem hell ist oder du ein Fenster im Rücken hast.

Bist du in einem besonders hellen Raum oder magst „strahlend helle“ Monitore, dann würde ich keinen OLED wählen, sondern ein Modell mit Mini-LED-Backlight. Eine spannende Mini-LED-Alternative findest du z. B. im Test des ASUS ProArt PA32UCR-K oder beim Philips 27B1U7903.

Vorteil von OLED: Du brauchst dir bezüglich der Ausleuchtung keine Sorgen machen. Zwar sind OLEDs am Rand oftmals auch minimal dunkler, aber an sich ist die Ausleuchtung signifikant gleichmäßiger als bei IPS- oder VA-Panels.

 

Kontrast

Zum Kontrast brauche ich eigentlich nicht viel zu sagen, wir haben hier einen OLED-Monitor. OLED-Monitore können einzelne Pixel komplett abschalten und sorgen somit für einen theoretisch perfekten Kontrast.

Das ist der größte Vorteil von OLED-Monitoren: Schwarz ist schwarz.

Bzw. Schwarz ist Schwarz, solange es kein Umgebungslicht gibt. Bei QD-OLEDs hat der Monitor bei externer Sonneneinstrahlung einen leichten Rotstich. Das ist ein Problem dieser Technik, welches erst jetzt langsam bei ersten Modellen behoben wird.

In der Praxis aber realistisch betrachtet kein Problem, wenn du Sonne auf deinem Monitor stehen hast, ist ein OLED eh nichts für dich.

 

Auch fürs Gaming?

Grundsätzlich ist der S3225QC kein „Gamer“-Monitor. Dieser richtet sich eher an Allround-Nutzer, Content Creator, Fotografen, Programmierer usw.

Allerdings bietet der S3225QC 120 Hz und AMD FreeSync Premium Pro. Zudem sind generell OLED-Monitore hervorragend fürs Gaming, aufgrund der extrem guten Pixel-Reaktionszeiten.

Daher ist auch der Dell 32 Plus 4K QD-OLED durchaus für Gamer geeignet. Klar, wenn Gaming für dich die Priorität 1 ist, würde ich eher zu einem anderen OLED-Monitor greifen, mit weniger Auflösung und dafür mehr Bildwiederholungsrate, aber willst du nebenbei etwas zocken, auch schnellere Spiele, macht der S3225QC eine gute Figur.

Mal ’ne Runde Overwatch oder vor allem ein „cinematisches“ Single-Player-Spiel ist absolut möglich und diese Titel sehen auf dem Monitor fantastisch aus! OLEDs sind, was die Bildqualität angeht, einfach etwas Tolles!

 

Fazit

Der Dell 32 Plus 4K QD-OLED S3225QC ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie sehr sich der OLED-Markt in diesem Jahr zu unseren Gunsten gedreht hat. Ein 31,5 Zoll großer 4K QD-OLED mit 120 Hz für rund 550–600 € wäre vor nicht allzu langer Zeit schlicht undenkbar gewesen.

Das Panel ist über jeden Zweifel erhaben. Du bekommst den typisch perfekten OLED-Kontrast, einen hervorragenden Farbraum und eine ab Werk wirklich sehr gute Kalibrierung mit einem Delta E von 0,68 im Schnitt. Damit ist der S3225QC auch für professionelle Foto- und Videobearbeitung voll geeignet. Dank der 140 PPI ist zudem die bei QD-OLEDs oft kritisierte Textschärfe hier kaum noch ein Thema.

Dazu kommen Extras, die man in dieser Preisklasse nicht erwartet: die mit Abstand besten Lautsprecher, die ich bisher in einem Monitor gehört habe, ein sehr gutes OSD mit Joystick, USB-C-Laden und der praktische ausklappbare USB-C-Port.

Perfekt ist aber auch der S3225QC nicht. Die Anschlussausstattung mit nur zwei Eingängen ist eher minimalistisch, ein Hochkant-Stellen ist nicht möglich, und wie bei jedem OLED bleibt die SDR-Helligkeit mit 250 cd/m² ausreichend, aber nicht großzügig. Wer in einem sehr hellen Raum oder mit einem Fenster im Rücken sitzt, ist mit einem Mini-LED-Modell besser bedient.

Für wen lohnt sich der S3225QC?

Für so ziemlich jeden, der einen Allrounder mit Top-Bildqualität sucht und nicht gerade in einem lichtdurchfluteten Raum arbeitet. Content Creator, Fotografen, Programmierer und alle, die nebenbei auch mal zocken (120 Hz + FreeSync Premium Pro sei Dank), bekommen hier ein rundes Gesamtpaket.

Unterm Strich: Der Dell 32 Plus 4K QD-OLED S3225QC ist einer der spannendsten Monitore des Jahres und für mich eine klare Empfehlung. Wer einen bezahlbaren 4K-OLED sucht, der im Alltag, in der Bildbearbeitung und beim Gaming gleichermaßen überzeugt, kommt an diesem Dell aktuell kaum vorbei.

Dell 32 Plus 4K QD-OLED S3225QC
Positiv
Hervorragendes QD-OLED-Panel, perfekter Kontrast
Exzellenter Farbraum (100 % sRGB, 98 % DCI-P3, 94 % AdobeRGB)
Sehr gute Werkskalibrierung (Delta E 0,68)
Hohe Pixeldichte (140 PPI), kaum Textsäume
Top-Lautsprecher für einen Monitor
Sehr gutes OSD mit Joystick
USB-C-Laden + ausklappbarer USB-C-Port
120 Hz + FreeSync Premium Pro
Starke Preis-Leistung (ca. 550–600 €)
Negativ
Wenige Anschlüsse (nur 2 Eingänge)
SDR-Helligkeit nur 252 cd/m²
Vertikal etwas größer durch Soundbar
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Dell XPS 14 / 16 2026 + Linux?

Mittlerweile nutze ich auf sehr vielen meiner PCs und Notebooks Linux als Betriebssystem. Vermutlich würde ich sogar mit allen meinen Systemen auf Linux wechseln, wären da nicht die Adobe-Anwendungen.

Ich habe mir nun vor Kurzem das Dell XPS 16 DA16260 gekauft.

Zwar bietet Dell normalerweise einen recht guten Linux-Support, dies sogar sehr oft offiziell. Leider gilt das aber nicht für die 2026er XPS-Modelle, welche laut Dell kein Linux unterstützen.

Aber das ist nur die offizielle Aussage. Wie sieht es in der Praxis aus? Gibt es hier Probleme oder laufen die bekannten Distributionen alle problemlos?

 

Exotische Hardware

Ich habe die meisten meiner Tests am XPS 16 DA16260 durchgeführt. Allerdings ist das XPS 14 DA14260 sehr ähnlich, so ähnlich, dass ich davon ausgehe, dass viele meiner Schlüsse 1 zu 1 auf dieses angewendet werden können.

Beide XPS-Modelle nutzen in vielen Punkten etwas „exotischere“ Hardware. Zum einen sind die Intel Panther Lake CPUs noch recht neu, zum anderen haben wir gerade beim Trackpad und den Lautsprechern ein etwas exotischeres Setup.

Und wenn es um Linux-Support geht, ist „Standard-Hardware“ meist das Beste und Einfachste.

 

Live-Test

Ich habe mir folgende Linux-Distros im „Live“-Modus angesehen, um zu schauen, ob passende Treiber von Haus aus mitgebracht werden:

Ubuntu 26.04 LTS, sieht gut aus!

Erfreulicherweise kann ich berichten, dass Ubuntu 26.04 LTS und die XPS-Modelle soweit weitestgehend funktionieren.

  • WLAN funktioniert
  • Trackpad funktioniert
  • Lautsprecher funktionieren
  • Webcam funktioniert nicht

Zunächst ließ sich Ubuntu problemlos starten und alle wichtigen „Basis-Treiber“ sind da. Heißt, Display, Trackpad, Tastatur, WLAN usw. funktionieren „out of the Box“.

Auch die Lautsprecher und das Audio-Setup funktionierten grundsätzlich. Es scheinen alle 4 Lautsprecher zu laufen und auch die Lautstärke ist voll da.

Allerdings ist der Klang weniger gut als unter Windows. Ich nehme an, dass unter Windows automatisch ein EQ und andere Sound-Verbesserer angewendet werden. Das ist unter Linux nicht der Fall.

Ich halte es allerdings für möglich, dass du mit einem manuellen EQ über diverse Apps den Klang +- auf das Windows-Level bekommen kannst. Die Hardware wird anscheinend korrekt angesprochen.

Auffällig war allerdings, dass das Trackpad nicht ganz so weich (von der Zeiger-Animation) läuft, aber das halte ich für kein Drama.

Das Einzige, was gar nicht „Out of the Box“ wollte, war die Webcam. Diese wurde von Ubuntu 26.04 LTS nicht erkannt.

Abseits von der Webcam halte ich Ubuntu 26.04 in Kombination mit dem XPS 14 und 16 2026 für nutzbar.

Fedora 43

Das 2026 Dell XPS 14 oder 16 und Fedora 43 ist keine gute Idee. Hier haben wir einige Baustellen.

  • WLAN funktioniert nicht
  • Trackpad funktioniert nicht
  • Lautsprecher funktionieren nicht
  • Webcam funktioniert nicht

Vielleicht lassen sich einige dieser Punkte fixen, aber das erfordert einiges an Arbeit, um das XPS nutzbar mit Fedora 43 zu machen.

Fedora 44 (Beta 1)

Fedora 44 ist schon etwas besser als Fedora 43.

  • WLAN funktioniert
  • Trackpad funktioniert
  • Lautsprecher funktionieren nicht
  • Webcam funktioniert nicht

So funktionieren hier die Basis-Features, WLAN, Eingabegeräte usw. Allerdings funktionieren die Lautsprecher und die Webcam nicht.

Manjaro (Ende April)

Bei Manjaro sehen wir ein sehr ähnliches Bild wie bei Fedora 44.

  • WLAN funktioniert
  • Trackpad funktioniert
  • Lautsprecher funktionieren nicht
  • Webcam funktioniert nicht

Die „Basis-Hardware“ läuft, aber Lautsprecher und Webcam werden nicht erkannt.

In der Praxis mit Ubuntu

Nach den ersten Tests mit Live-„Installationen“ habe ich mich klar für Ubuntu 26.04 LTS entschieden. Wie läuft dieses in der Praxis mit den neuesten Updates (Anfang Mai)?

Hier gibt es Licht und Schatten. Grundsätzlich läuft Ubuntu 26.04 LTS auf dem XPS 16, aber es gibt kleinere Kinderkrankheiten.

So wird die Webcam weiter nicht erkannt und ich habe jetzt keine Möglichkeit gefunden, diese zum Laufen zu bringen. Für mich ist das jetzt aber nicht soo tragisch.

Abseits davon läuft Ubuntu 26.04 LTS erst einmal problemlos. Ich konnte keine Abstürze oder Ähnliches beobachten, mit einer Ausnahme, dem Standby-Modus.

Der Standby-Modus funktioniert an sich auch, aber nach diesem kann es passieren, dass das Notebook „unsauber“ läuft, als würde das Display des XPS auf 20 Hz hängen bleiben.

Ich habe die OLED-Version des XPS 16, welche ein OLED mit variabler Bildrate zwischen 20 und 120 Hz mitbringt. Nach dem Standby laufen Animationen und der Mauszeiger einfach „ruckeliger“, als wäre das Display auf 20 Hz eingefroren.

Ähnliches gibt es auch in den Live-Starts von den USB-Sticks, aber das Problem war nach einem Update/Upgrade eigentlich verschwunden.

Ich habe die Vermutung, dass dies eventuell mit der Intel Arc GPU zusammenhängt, welche ja noch sehr neu ist. Ich bin da also recht zuversichtlich, dass dieses Problem verschwindet mit zukünftigen Updates.

Denn abseits davon (und der Webcam) läuft es gut unter Ubuntu.

 

Fazit

Die 2026er Dell XPS-Modelle, also das XPS 14 DA14260 und das XPS 16 DA16260, sind nicht optimal für Linux. Das ist die ehrliche Wahrheit, und das sagt Dell selbst auch so. Offiziell gibt es für diese Generation keinen Linux-Support, und das spürt man in der Praxis auch.

Allerdings ist die Situation längst nicht hoffnungslos. Mit Ubuntu 26.04 LTS hast du eine Distribution, die auf den XPS-Modellen schon heute weitgehend nutzbar ist. WLAN, Trackpad, Tastatur und sogar die Lautsprecher laufen out of the Box. Das ist mehr, als man bei so neuer und teils exotischer Hardware erwarten durfte.

Klar, es gibt Baustellen: Die Webcam funktioniert bisher nicht, und der Standby-Modus kann nach dem Aufwachen für ruckeliges Display-Verhalten sorgen. Wer auf Fedora 43 oder Manjaro setzt, hat deutlich mehr Probleme zu lösen. Das ist nichts für Linux-Einsteiger.

Aber der entscheidende Punkt ist dieser: Die Hardware ist neu, die Treiber-Entwicklung läuft, und gerade bei Ubuntu 26.04 LTS sieht man, dass die Community schnell reagiert. Es ist gut möglich, ich würde sogar sagen: wahrscheinlich, dass viele der aktuellen Probleme in den nächsten Monaten durch Updates verschwinden werden.

Wenn du also unbedingt ein XPS 14 oder 16 aus dem Jahr 2026 mit Linux betreiben willst, dann wähle Ubuntu 26.04 LTS, bring etwas Geduld mit, und halte das System aktuell. Dann bekommst du ein sehr leistungsfähiges Notebook mit einem gut nutzbaren Linux, auch wenn es noch kein absolut reibungsloses Erlebnis ist.

Sonnenrepublik PowerBooster im Test – der perfekte Puffer für dein USB Solarpanel

USB Solarpanels sind extrem beliebt! Allerdings sind diese in der Praxis meist weniger einfach, als die meisten denken.

Je nach Sonneneinstrahlung, Schattenwurf usw. schwankt die Leistung von USB Solarpanels extrem! In der Regel haben diese auch keine effektive Elektronik, um solche Leistungsschwankungen zu filtern. Mehr dazu in unserem Überblick: Taugen USB Solarladegeräte von Anker, AUKEY, RAVPower und Co. etwas?

Viele Geräte kommen damit einfach nicht gut zurecht, wenn die Spannung und Leistung plötzlich extrem schwanken. Nicht überraschend – Smartphones sind dafür gemacht, an Steckdosenladegeräten geladen zu werden, wo solche extremen Schwankungen wie an Solarpanels einfach nicht vorkommen.

Daher habe ich immer empfohlen, eine Powerbank als Puffer zwischen Solarpanel und Smartphone zu schalten.

Allerdings eignet sich nicht jede Powerbank hierfür – genau genommen tun das sogar die wenigsten Modelle.

Der deutsche Hersteller Sonnenrepublik bietet genau hierfür den PowerBooster an.

Beim PowerBooster handelt es sich um ein kleines „Modul“ mit einem Pufferspeicher. Schauen wir uns den PowerBooster doch einmal im Test an!

 

Der Sonnenrepublik PowerBooster im Test

Bei dem Sonnenrepublik PowerBooster handelt es sich um eine ca. 31 × 19,5 × 9 mm große Box mit einem ca. 30 cm langen USB-A-Kabel. Das Ganze wiegt 51 g.

Dabei ist der PowerBooster an sich extrem einfach gestaltet. Wir haben ein wirklich sehr simples Gehäuse aus weißem Kunststoff.

An einem Ende findet sich das fest integrierte USB-A-Kabel und am anderen Ende der USB-A-Ausgang für dein Smartphone.

Zudem haben wir eine kleine Taschenlampe sowie eine Taste zum Aktivieren dieser.

 

Maximal 1,5 A (laut Hersteller)

Der PowerBooster besitzt eine maximale Leistung von 1,5 A, also rund 7,5 W. Klingt wenig, ist in der Praxis für Solarpanels bis ca. 20 W aber völlig ausreichend.

Allerdings schaffte der Adapter bei mir in der Praxis eher 1,3–1,4 A am Ausgang.

Bei höherer Last sinkt die Spannung auf dem USB-Port (zu stark) ab.

 

Interner Puffer

Im Sonnenrepublik PowerBooster ist ein kleiner „Puffer-Akku“ verbaut. Dieser soll sicherstellen, dass bei kurzer Schattierung das Laden deines Smartphones weitergeht.

In meinem Test bot der PowerBooster eine Kapazität von 637 mAh bzw. 3,213 Wh. Nicht viel, aber als Puffer ausreichend.

 

Effizienz

Ein wichtiger Punkt ist die Effizienz. Natürlich verlieren wir etwas Energie durch den PowerBooster.

In meinem Test habe ich bei einer Last von 1 A eine Effizienz von 69,9 % messen können.

Wir verlieren also leider ca. 30 % Energie. Allerdings ist eine Effizienz von ±70 % für eine Powerbank normal.

Also von daher passen diese Werte.

 

Made in Germany

Kleine Anmerkung: Der Sonnenrepublik PowerBooster ist Made in Germany.

 

Fazit

Du nutzt oder planst ein USB Solarpanel? Dann ist ein Puffer-Speicher zwischen Panel und Smartphone kein Nice-to-have, sondern ein Muss!

Ich würde dir grundsätzlich davon abraten, dein Smartphone direkt an ein USB Solarpanel anzuschließen. Die Leistungsschwankungen, die dabei auftreten, sind schlicht nicht das, wofür dein Gerät ausgelegt ist. Ein Puffer macht hier zu 100 % Sinn.

Der Sonnenrepublik PowerBooster ist für genau dieses Problem eine wirklich elegante Lösung. Kompakt, durchdacht und dazu noch Made in Germany – das hat schon was. Mit rund 50 € ist er allerdings auch kein Schnäppchen. Wer bereit ist, diesen Preis zu zahlen, bekommt eine sauber umgesetzte, speziell für diesen Zweck entwickelte Lösung.

Alternativ kannst du natürlich auch eine herkömmliche Powerbank als Puffer nutzen, allerdings mit einem wichtigen Hinweis: Nicht jede Powerbank eignet sich dafür! Viele Modelle schalten sich bei zu geringer Last einfach ab oder kommen selbst nicht mit den Leistungsschwankungen klar, was den ganzen Zweck zunichte macht. Hier musst du genau hinschauen, welches Modell du verwendest.

65W aus dem Discounter-Regal: Das Sitecom GaN3 vom Action im Test

Wenn es um besonders günstige Ladegeräte für Smartphone und Co. geht, gibt es zwei „Geheimtipps“, Ikea und der Action.

Gerade beim Action gibt es immer wieder extrem günstige USB C Ladegeräte, welche auf den ersten Blick gar nicht übel aussehen. Ein Freund hat mir nun genau solch ein Ladegerät mitgebracht, das ACH-1065RGR v1 001.

Hinter der Modellnummer „ACH-1065RGR v1 001“ verbirgt sich das „Sitecom Wandladegerät mit 2 Anschlüssen 65W GaN3“. Regulär gibt es dieses beim Action für 9,95€, aber im Angebot war es nun für 6,99€ verfügbar.

Unter 10€ für ein Ladegerät mit 65 W USB C Power?! Das ist doch ein starkes Angebot. Aber wie sieht es in der Praxis aus?

Finden wir heraus, wie gut das Sitecom 65 W Ladegerät wirklich ist.

 

Das Sitecom Wandladegerät mit 2 Anschlüssen GaN3 im Test

Rein optisch und auch haptisch ist das Sitecom 65 W Ladegerät wenig überraschend eher einfach gestaltet.

Wir haben ein einfaches schwarzes Ladegerät aus einem einfachen, aber grundsätzlich soliden Kunststoff. Es gibt hier optisch nichts Besonderes oder Auffälliges.

Ähnliches gilt für die Abmessungen von 48 x 30 x 47 mm und dem Gewicht von 92 g. Damit ist das Ladegerät weder besonders kompakt noch riesig.

 

Anschlüsse

Das Sitecom 65 W Ladegerät verfügt über einen USB C und einen USB A Port.

  • USB C – 65 W USB PD – 5V/3A, 9V/3A, 12V/3A, 15V/3A, 20V/3,25A
  • USB A – 18 W Quick Charge – 5V/3A, 9V/2A, 12V/1,5A

Das für uns Spannende ist der USB C Port, welcher über eine Leistung von satten 65 W verfügt. Dies nach dem allgemeinen USB Power Delivery Standard.

Damit ist das Ladegerät theoretisch nicht nur für Smartphones interessant, sondern auch für kleinere Notebooks, das Steam Deck usw.

Nutzt du beide Ports gleichzeitig, haben wir eine Drosselung auf 45 + 18 W.

 

Mit PPS

PPS ist ein sehr wichtiger „unter-Standard“ von USB Power Delivery. So wird eine große PPS Stufe für das Schnellladen von Samsung, Google Pixel und diversen chinesischen Smartphones benötigt.

  • PPS – 5 – 21 V bei bis zu 3 A

Das ist eine gute PPS Stufe! So ist diese für die neueren Samsung Galaxy Smartphones, wie auch die Google Pixel Modelle ideal.

Lediglich ältere Samsung Ultra Smartphones (S22 Ultra usw.) laden hier möglicherweise nicht mit den vollen 45 W. Diese benötigen bis zu 4,5 / 5 A bei der PPS Stufe.

Dennoch bin ich mit einer 5 – 21 V 3 A PPS Range mehr als zufrieden.

 

Belastungstest

Ich habe auch mit dem Sitecom Ladegerät einen Belastungstest durchgeführt. Dabei habe ich dieses für Zeitraum X mit 100% der vom Hersteller versprochenen Leistung belastet, um zu überprüfen, ob es vielleicht Ausfälle, Temperatur-Probleme oder Ähnliches gibt.

Und leider kann das Ladegerät NICHT 65 W konstant liefern. In meinem Test konnte es lediglich +- 45 Minuten 65 W liefern, danach drosselte es sich auf 45 W herunter.

45 W werden anscheinend dauerhaft gehalten. Dennoch ist dies ein eher schwaches Abschneiden.

 

Spannungsstabilität

5V-Stufe

Gemessen Maximal Minimal
0A 5,143 5,5 4,75
1A 5,187 5,5 4,75
2A 5,253 5,5 4,75
3A 5,314 5,5 4,75

9V-Stufe

Gemessen Maximal Minimal
0A 9,106 9,45 8,55
1A 8,988 9,45 8,55
2A 8,949 9,45 8,55
3A 8,91 9,45 8,55

20V-Stufe

Gemessen Maximal Minimal
0A 20,09 21 19
1A 20 21 19
2A 19,95 21 19
3A 19,91 21 19

Bei der Spannungsstabilität gibt es für ein knapp 10€ Ladegerät wenig zu meckern. Auf der 5V-Stufe steigt die Spannung unter Last sogar leicht an – von 5,14V auf 5,31V bei 3A – das ist ungewöhnlich, aber weit innerhalb der erlaubten Toleranzen. Auf der 9V-Stufe sehen wir das erwartete Bild: ein kleiner, sauberer Abfall von 9,11V auf 8,91V unter voller Last. Besonders stark schlägt sich das Sitecom auf der 20V-Stufe: Hier wandert die Spannung gerade einmal von 20,09V auf 19,91V – ein minimaler Einbruch von weniger als 0,2V über den gesamten Lastbereich. Alle Werte bleiben dabei komfortabel innerhalb der USB-PD-Spezifikation. Für einen Discounter-Preispunkt ist das eine ordentliche Leistung.

 

Leerlauf-Verbrauch

Im Leerlauf benötigt das Sitecom Wandladegerät 65 W rund 0,14 W. Das ist angenehm niedrig.

 

Effizienz

Kommen wir wie üblich zum Abschluss noch kurz auf die Effizienz zu sprechen.

Sitecom XLayer Power Saver Baseus 65W PD GaN III Pro LDNIO A4808Q NOVOO 67W USB C Ladegerät GaN Ⅲ Ikea SJÖSS 65W
5V 1A 83,9% 87,58% 75,30% 65,40% 80,40% 85,20%
5V 2A 86,1% 87,94% 81,30% 74,40% 83,30% 87,40%
5V 3A 86,9% 87,07% 82,60% 77,10% 84% 87%
9V 1A 87,1% 89,56% 81,40% 73,40% 84,20% 89,40%
9V 2A 89,4% 90,03% 85,60% 80,30% 87,30% 90,50%
9V 3A 90,2% 89,63% 86,50% 82,40% 88% 90,30%
15V 1A 88,4% 90,54% 85,20% 79,20% 86,10% 90,80%
15V 2A 91,1% 91,36% 88,10% 84,40% 89,10% 91,50%
15V 3A 91,6% 91,13% 89,30% 86,20% 89,70% 91,70%
20V 1A 89,4% 90,77% 86,90% 82,10% 86% 91%
20V 2A 91,7% 91,77% 89,70% 85,60% 89,60% 91,90%
20V 3A 92,3% 91,69% 90,30% 87,40% 90,40% 92,20%
Im Schnitt 89,0% 89,9% 85,2% 79,8% 86,5% 89,9%

Bei der Effizienz liefert das Sitecom eine echte Überraschung – und zwar eine positive. Mit einem Schnitt von 89,0% schlägt es sowohl das Baseus 65W GaN III Pro (85,2%) als auch das NOVOO 67W (86,5%) und lässt das LDNIO A4808Q (79,8%) weit hinter sich. Damit bewegt sich das Sitecom auf Augenhöhe mit dem XLayer Power Saver und dem Ikea SJÖSS 65W, die beide auf 89,9% kommen – und die kosten deutlich mehr.

Besonders stark zeigt sich das Sitecom unter hoher Last: Bei 20V und 3A erreicht es mit 92,3% sogar den höchsten Effizienzwert im gesamten Vergleichsfeld. Lediglich bei niedrigen Lasten auf der 5V-Stufe bleibt es mit 83,9% etwas hinter dem Ikea und XLayer zurück, das ist der einzige Punkt, an dem man noch etwas Luft nach oben sieht.

Unterm Strich: Für ein Ladegerät aus dem Discounter-Regal ist die Effizienz richtig gut. Hier wurde offensichtlich nicht am Wesentlichen gespart.

 

Fazit

Du suchst ein einfaches, günstiges Ladegerät für Smartphone, Steam Deck oder kleines Notebook – und willst dafür nicht viel Geld ausgeben?

Dann ist das Sitecom 65 W GaN3 für unter 10€ beim Action durchaus einen Blick wert.

Klar, das Ladegerät ist kein Alleskönner. Der Belastungstest zeigt, dass es die vollen 65 W nicht dauerhaft halten kann – nach rund 45 Minuten drosselt es auf 45 W. Wer das Ladegerät also dauerhaft unter Volllast betreiben will, etwa zum Schnellladen eines Notebooks über Stunden hinweg, wird hier auf Grenzen stoßen.

Aber mal ehrlich: Für Smartphones, Google Pixel, Samsung Galaxy oder das gelegentliche Laden eines Steam Decks spielst du diese Grenze im Alltag vermutlich gar nicht aus.

Was wirklich überrascht: die Effizienz. Mit durchschnittlich 89,0% schlägt das Sitecom teurere Konkurrenten wie das Baseus 65W GaN III Pro (85,2%) oder das NOVOO 67W (86,5%) klar und landet auf Augenhöhe mit dem Ikea SJÖSS 65W sowie dem XLayer Power Saver, die beide deutlich mehr kosten. Bei 20V und 3A erreicht das Sitecom sogar mit 92,3% den besten Wert im gesamten Vergleichsfeld. Auch die Spannungsstabilität ist für diesen Preispunkt mehr als solide.

Dazu kommt eine gut ausgelegte PPS-Stufe (5-21V bei 3A), die neuere Samsung- und Google-Pixel-Modelle sauber bedient, sowie ein erfreulich niedriger Leerlaufverbrauch von nur 0,14 W.

Für 6,99€ im Angebot ist das Sitecom 65W GaN3 ein ehrliches Ladegerät, das im Alltag zuverlässig funktioniert, solange du keine 65W-Dauerbelastung erwartest.

LiThink 12,8V 280Ah im Test: EVE LF280K-V3 Zellen, Bluetooth & Selbstheizung

Der Hersteller Lithink bietet einen neuen großen 280 Ah LiFePO4 Akku an. Das Spannende ist, dass LiThink hier offen mit den genutzten Akkuzellen umgeht. So kommen hier EVE-Zellen LF280K-V3 zum Einsatz.

Dies sind in der Theorie sehr gute und vor allem haltbare Zellen! Der Hersteller wirbt mit satten 8000 Zyklen bei 100% Entladetiefe! Normalerweise würde ich sagen solch ein Wert ist etwas „optimistisch“, aber in diesem Fall stammt die Aussage direkt vom Hersteller der Zellen.

Neben den theoretisch sehr guten Zellen haben wir noch ein Bluetooth BMS und sogar eine „Selbstheizung“. Klingt doch gar nicht übel oder?

Aber wie sieht es in der Praxis aus? Wie gut ist die Lithink 12V 280Ah Pro LiFePO4 Batterie mit EVE-Zellen?

An dieser Stelle vielen Dank an LiThink für das Zurverfügungstellen des Akkus für diesen Test.

 

Der Lithink 12V 280Ah Pro LiFePO4 Akku im Test

Mit einer Kapazität von 280 Ah ist der LiThink Akku natürlich schon ein etwas größerer Brocken. So misst der Akku 522 x 268 x 218 mm und bringt 28 kg auf die Waage.

Für einen Akku mit 3584 Wh Kapazität alles andere als zu groß oder schwer.

LiThink setzt dabei auf ein recht typisches Gehäuse aus schwarzem ABS Kunststoff. Dieses besitzt an den Seiten zwei Trageschlaufen für einen leichteren Transport.

 

Anschlüsse

Trotz der vergleichsweise hohen Leistung nutzt LiThink klassische M8 Schrauben bzw. Terminals für die Kontakte. In dieser Leistungsklasse kommen teilweise auch schon größere M10 Schrauben zum Einsatz.

M8 Schrauben sollten aber für 200A noch reichen und bieten im Allgemeinen die beste Kompatibilität.

 

Bonus für den Lieferumfang

Bonuspunkte gibt es für den guten Lieferumfang inklusive sehr guter Anleitung und sogar einem kleinen Sticker-Bogen.

 

Technische Daten

  • LiThink 12V 280 Ah Pro Akku
  • 280 Ah Kapazität
  • 3584 Wh Energie
  • 12,8 V Spannung
  • 200 A maximale konstante Ausgangsleistung
  • Bis zu 1000 A für 1s Ausgangsleistung
  • 200 A maximale Eingangsleistung
  • 56 A empfohlene Ladeleistung
  • IP65 geschützt

Mit integrierter Heizung

Ein Nachteil von LiFePO4 Zellen ist, dass diese auf keinen Fall bei Temperaturen unter 0 Grad geladen werden dürfen. Entladen unter 0 Grad ist OK, laden nicht.

Hierfür bringt der LiThink Akku nicht nur einen automatischen Schutz mit, sondern auch eine Heizung!

Ist der Akku zu kalt wird der Ladestrom zunächst in eine Heizung geleitet. Diese bringt den Akku in der Theorie von z.B. -10 Grad in ca. 70-90 Minuten auf „Betriebstemperatur“.

Allerdings zwackt sich die Heizung hierfür bis zu 8 A ab. Hast du weniger als 8 A, dann dauert das Heizen länger oder der Akku kommt nie auf Temperatur und lädt entsprechend nicht.

 

Mit App und Bluetooth

Ein großer Pluspunkt ist der App-Support. Auf Wunsch kannst du den Akku mit der LiThink App verbinden und über die App diverse Statusinformationen sehen. Hierzu zählt folgendes:

  • Akkustand in %
  • Kapazität in Ah
  • Eingangsleistung/Ausgangsleistung in Ampere
  • Eingangsleistung/Ausgangsleistung in Watt
  • Spannung des Akkus in Volt
  • Spannung der einzelnen Zellen in Volt
  • Zyklen Anzahl
  • Usw.

Zudem kannst du über die App das Laden und auch das Entladen des Akkus blockieren.

Damit ist die App durchaus gelungen! Nervig ist nur, dass eine Registrierung für die Nutzung beim Hersteller Pflicht ist.

 

Warum LiFePO4-Akkus so überzeugen und warum die Zellen entscheidend sind

LiFePO4-Akkus (Lithium-Eisenphosphat) haben sich in den letzten Jahren zum klaren Standard für Wohnmobil, Boot und Solaranlage entwickelt, und das aus gutem Grund. Im Vergleich zu klassischen Lithium-Ionen-Akkus bieten sie zwar eine etwas geringere Energiedichte, dafür punkten sie aber mit einer deutlich höheren Sicherheit und einer um ein Vielfaches längeren Lebensdauer.

Während Blei-Gel-Akkus bei tiefer Entladung oft schon nach unter 100 Zyklen merklich an Kapazität verlieren und Lithium-Ionen-Akkus meist bei 500 bis 1000 Zyklen ihre Grenze erreichen, schaffen einfache LiFePO4-Modelle problemlos 2000 bis 3000 Zyklen. Gute Zellen können sogar deutlich mehr leisten.

 

Warum die Zellmarke wirklich einen Unterschied macht

Ein LiFePO4-Akku ist letztlich nur so gut wie die Zellen, die darin verbaut sind. Viele Hersteller schweigen sich darüber komplett aus, welche Zellen sie verwenden. LiThink geht hier offen mit der Information um und nennt explizit die genutzten EVE LF280K-V3 Zellen.

EVE Energy ist einer der weltweit führenden Hersteller von LiFePO4-Prismazellen und beliefert auch namhafte Marken in der Speicherbranche. Die LF280K-Serie gilt dabei als eine der besseren Wahlmöglichkeiten im 280-Ah-Bereich. Der Zellhersteller selbst spricht hier von bis zu 8000 Zyklen bei 100 % Entladetiefe, ein Wert, den du bei generischen No-Name-Zellen nie zu sehen bekommen würdest.

Solche Angaben sind also nicht reines Marketing der Akku-Marke, sondern stammen direkt vom Zellhersteller. Das macht einen großen Unterschied bei der Glaubwürdigkeit.

 

Die Nachteile

LiFePO4-Akkus sind allerdings nicht perfekt. Im Vergleich zu reinen Lithium-Ionen-Akkus sind sie bei gleicher Kapazität größer und schwerer, für mobile Geräte wie Smartphones also ungeeignet, für stationäre oder semi-mobile Anwendungen wie ein Wohnmobil aber völlig unproblematisch.

Der wichtigste Punkt: LiFePO4-Zellen dürfen nicht bei Temperaturen unter 0 °C geladen werden! Das Entladen unter dem Gefrierpunkt ist hingegen kein Problem. Genau deshalb ist die integrierte Selbstheizung des LiThink-Akkus ein echter Pluspunkt, sie sorgt dafür, dass du den Akku auch im Winter im Wohnmobil oder Boot ohne Risiko nachladen kannst.

 

Wie hoch ist die Kapazität?

Laut LiThink bietet der LiFePO4-Akku eine Kapazität von 280 Ah. Aber wie sieht es in der Praxis aus?

Im Schnitt konnte ich eine Kapazität von 308,254 Ah bzw. 3970 Wh messen. Das entspricht satten 110% der Herstellerangabe. Das ist ein richtig starkes Abschneiden, was erneut zeigt, dass hier wirklich sehr hochwertige Akkuzellen zum Einsatz kommen.

Akku %
Shentec LiFePO4 Akku mit 200 Ah und 200 A BMS 86,05%
EREL LiFePO4 12,8V 100Ah Akku mit Bluetooth 98,26%
Power Queen 12,8V 100Ah OTCB Smart LiFePO4 Batterie 98,40%
CREABEST VB046 LiFePO4 12V 175Ah 100,24%
Redodo LiFePO4 12V 200Ah 100,61%
LiTime Mini 100Ah 101,56%
ECO-Worthy LiFePO4 12V 100Ah 101,82%
Redodo 12V 165Ah LiFePO4 Batterie Mit Bluetooth 102,50%
LiTime 12V 100Ah LiFePO4 Akku für Trolling Motoren 102,67%
WattCycle 12V 100Ah Untersitz (Bluetooth) 102,74%
WattCycle 12V 100Ah Mini LiFePO4 Battery with Bluetooth 103,10%
Creabest LiFePO4 Akku 100Ah 12,8V mit Bluetooth 103,46%
Geleipu 25,6V 100Ah LiFePO4 Batterie 103,75%
Vatrer 12V 100AH ​​LiFePO4 mit APP und Selbsterwärmung 104,20%
Power Queen 12V 100Ah Gruppe 24 Smart LiFePO4 104,26%
Power Queen 12,8V 100Ah LiFePO4-Akku 105,23%
LiTime 12V 100Ah LiFePO4 Akku 106,06%
Supervolt LiFePO4 100Ah 12.8V Lithium Batterie 110,00%
LiThink 12,8V 280 Ah 110,09%

 

Wenn wir dies mit anderen LiFePO4 Akkus vergleichen, die ich bisher im Test hatte, ist dies der absolute Bestwert! Bislang konnte noch kein Akku mehr echte Kapazität im Verhältnis zur Herstellerangabe liefern. Sogar der „Premium“ Supervolt Akku wird geschlagen (wenn auch knapp).

Spannungsverlauf des LiThink 280Ah Akkus

LiFePO4-Akkus besitzen einen sehr flachen Spannungsverlauf und der LiThink-Akku ist hier ein echtes Musterbeispiel. Das heißt: Die Spannung schwankt beim Entladen über weite Strecken nur minimal, was zwar eine sehr stabile Energieabgabe an deine Verbraucher bedeutet, das genaue Ablesen des Ladestands über die reine Spannung jedoch praktisch unmöglich macht. Genau deshalb ist das Bluetooth-BMS hier so wertvoll.

Im vollständig geladenen Zustand startet der Akku bei einer Spannung von etwa 14,06 V. Sobald die 20 A Last anliegt, sackt die Spannung innerhalb der ersten Minute spürbar ab und pendelt sich nach rund fünf Minuten auf einem stabilen Plateau von etwa 13,2 V ein. Genau in diesem Bereich spielt sich der Großteil der nutzbaren Kapazität ab: Über mehr als fünf Stunden lang bewegt sich die Spannung kaum, bevor sie langsam und gleichmäßig weiter absinkt. Erst nach gut 9 Stunden unterschreitet sie die 13,0-V-Marke, nach rund 12,5 Stunden die 12,8 V.

Insgesamt liegen damit etwa 80 % der Kapazität in einem extrem schmalen Spannungsfenster zwischen 13,2 V und 12,7 V, ein typisches und gewünschtes Verhalten für hochwertige LiFePO4-Zellen wie die hier verbauten EVE LF280K-V3.

Unter die 12,6 V fällt die Spannung erst nach etwa 14,4 Stunden Dauerlast, danach sinkt sie deutlich schneller ab. Die Tiefentladeschutz-Abschaltung des BMS greift schließlich bei rund 11,05 V nach insgesamt 15:20 Stunden Laufzeit.

 

Blick ins Innere des LiThink 280Ah – Was steckt wirklich drin?

Natürlich wollte ich es genauer wissen und habe den Akku geöffnet. Was mich erwartet hat, war durchaus positiv.

Das BMS trägt eindeutig das LiThink-Label und ist als 4S 200A Smart Port Balance Heat ausgeführt – passt also exakt zu den Herstellerangaben. Auf dem Aufkleber ist zudem die Firmware-Version (LIFRPO4S.V1.8) sowie die Bluetooth-MAC-Adresse vermerkt. Die Bluetooth-Antenne ist separat herausgeführt und gut zugänglich verbaut. Das BMS selbst sitzt auf einem Aluminiumträger, der als Wärmeableitung dient – das ist sauber gemacht.

Gut erkennbar sind die Prismazellen. Die Zellen sitzen ordentlich und mit Schaumstoffpolsterung gesichert im Gehäuse, was Vibrationen beim Transport oder im Wohnmobil dämpft.

Auf den Zellen ist zudem eine handgeschriebene „4“ zu sehen – das deutet auf eine interne Qualitätskontrolle oder Chargenmarkierung beim Zellhersteller hin.

Die dicken roten Hauptkabel sind mit Geflechtschlauch geschützt und ordentlich verlegt. Die Zellenverbinder sind sauber verschraubt. Insgesamt macht das Innere einen aufgeräumten und durchdachten Eindruck – hier wurde nicht einfach irgendetwas zusammengesteckt.

Der Blick ins Innere bestätigt, was der Kapazitätstest bereits gezeigt hat: LiThink baut hier solide. Das BMS stimmt mit den Specs überein, die Zellen sehen aus wie angegeben und die Verarbeitung ist ordentlich. Keine bösen Überraschungen – im Gegenteil.

 

Fazit

Der LiThink 12,8V 280 Ah Pro LiFePO4 Akku ist aus meiner Sicht ein absoluter Volltreffer und einer der besten LiFePO4-Akkus, die ich bisher auf Techtest in den Händen hatte!

Das fängt schon bei der Transparenz an: LiThink nennt offen die verbauten EVE LF280K-V3 Zellen, was bei vielen Mitbewerbern leider noch immer eine Seltenheit ist. Und diese Offenheit wird durch die Praxis voll bestätigt, denn der Akku liefert mit gemessenen 308,25 Ah bzw. 3970 Wh sage und schreibe 110 % der Herstellerangabe. Damit setzt sich der LiThink an die Spitze aller bisher getesteten LiFePO4-Akkus und schlägt sogar Premium-Modelle wie den Supervolt knapp. Ein wirklich beeindruckendes Ergebnis, das die Qualität der EVE-Zellen eindrucksvoll bestätigt.

Auch sonst macht der Akku im Test eine sehr gute Figur. Das Bluetooth-BMS mit App-Unterstützung ist gerade beim flachen Spannungsverlauf von LiFePO4-Akkus ein echter Mehrwert und liefert dir alle relevanten Informationen direkt aufs Smartphone. Die integrierte Selbstheizung ist gerade für den Einsatz im Wohnmobil, Boot oder als Outdoor-Solarspeicher Gold wert, denn so kannst du den Akku auch bei Minusgraden bedenkenlos laden. Hinzu kommen 200 A Dauerleistung, IP65-Schutz und ein durchdachter Lieferumfang inklusive guter Anleitung.

Kritikpunkte gibt es nur wenige und sie sind eher Kleinigkeiten: Die Zwangsregistrierung für die LiThink-App ist nervig und die Heizung zwackt sich beim Aufwärmen bis zu 8 A vom Ladestrom ab. Wer den Akku im Winter über eine kleine Solaranlage laden will, sollte das im Hinterkopf behalten.

Unterm Strich liefert LiThink hier aber einen LiFePO4-Akku, bei dem einfach alles passt: Top-Zellen, Top-Kapazität, Bluetooth-BMS, Selbstheizung und solide Verarbeitung. Klare Empfehlung!