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USB-C auf DC Kabel im Test: 140 W, einstellbare Spannung (5–28 V) & PD 3.1 für 6 €

Immer mehr Geräte nutzen USB C für die Stromversorgung. Aber viele ältere oder „klassischere“ Geräte nutzen noch einen DC Rundstecker.

Bei Aliexpress bin ich über einen schönen Adapter gestolpert, welcher USB C auf einen DC Rundstecker „übersetzt“. Dabei unterstützt dieser bis zu 140 W und USB PD 3.1.

Ebenfalls in dem Adapter ist eine kleine Steuerungseinheit und ein Display integriert.

Kostenpunkt? Rund 6€ aus China. Schauen wir uns den Adapter einmal in einem kleinen Artikel an!

 

USB C zu DC Kabel mit bis zu 140 W im Test

Das USB C zu DC Kabel besitzt eine Länge von +- 1 Meter. Dabei haben wir am einen Ende einen USB C Stecker und am anderen Ende einen 5,5 X 2,5 mm DC Rundstecker.

Je nach Set Zusammenstellung liegen diverse Adapter auf andere DC Stecker mit im Lieferumfang.

Das Kabel/der Adapter macht auf den ersten Blick einen erfreulich guten und hochwertigen Eindruck. So ist das Kabel Textil ummantelt und fasst sich generell gut an.

 

Steuerungseinheit und Spannung

Eine Besonderheit dieses Kabels ist die Möglichkeit, die ausgegebene Spannung in verschiedenen Stufen zu steuern.

  • 5 V
  • 9 V
  • 12 V
  • 15 V
  • 20 V
  • 28 V

Um die von dir gewünschte Spannung einzustellen, gibt es eine kleine „Box“, die im Kabel integriert ist. Diese verfügt über ein Display wie auch 3 Tasten. Auf dem Display wird die eingestellte Spannung angezeigt. Es gibt eine Rauf- und Runter-Taste, wie auch eine „Lock“-Taste. Diese muss zunächst betätigt werden, ehe du dann die Spannung verstellen kannst.

Dies soll ein versehentliches Verstellen verhindern.

 

Kein Spannungswandler!

Wichtig, dieses Kabel beinhaltet keinen Spannungswandler! Es werden bei diesem Kabel einfach die USB Power Delivery Spannungsstufen „durchgeschliffen“. Das heißt, es stehen immer nur die Spannungsstufen und Leistung bereit, die das USB C Netzteil liefern kann.

Entsprechend produziert das Kabel aber auch keine großen Leistungsverluste. Selbst bei konstanter Last wird das Kabel höchstens lau warm.

 

Umfangreiches Display

Das Display des Kabels zeigt dir nicht nur die Spannung, die du eingestellt hast, an, sondern bei aktiver Nutzung auch die Leistung in Watt und den Strom in Ampere. Nett!

 

Kein Gedächtnis!

Kommen wir zum dicksten Kritikpunkt: Leider hat das Kabel kein „Gedächtnis“. Es merkt sich beim Ein-/Ausstecken nicht, welche Spannung du zuvor eingestellt hast. Es wird immer bei 5V gestartet. Nervig…

 

Ansonsten Problemlos!

Abseits davon ist das Kabel aber in der Praxis problemlos! So funktionierte das Kabel zuverlässig und konnte auch zuverlässig alle USB Power Delivery Stufen sauber bei verschiedenen Ladegeräten triggern. Auch bei Dauerlast zeigten sich keinerlei Probleme.

 

Fazit

Das Fazit zum USB C zu DC Stromverstärker-Kabel fällt erfreulich positiv aus! Für rund 6€ aus China bekommst du hier ein überraschend durchdachtes Kabel, das genau eine Lücke schließt: Du verbindest moderne USB-C-Netzteile mit klassischen Geräten, die noch auf einen DC-Rundstecker setzen.

Dabei macht das Kabel haptisch einen richtig guten Eindruck. Die Textilummantelung fühlt sich hochwertig an, und die kleine Steuereinheit mit Display und Lock-Taste ist clever gelöst. Praktisch ist auch, dass dir das Display nicht nur die eingestellte Spannung, sondern bei aktiver Nutzung gleich Watt und Ampere mit anzeigt. Nett!

Wichtig zu verstehen: Hier steckt kein Spannungswandler drin. Das Kabel schleift einfach die USB-Power-Delivery-Stufen durch. Heißt für dich: Es stehen immer nur die Spannungen und die Leistung bereit, die dein USB-C-Netzteil auch liefern kann. Der Vorteil davon ist, dass das Kabel kaum Verluste produziert und selbst unter Dauerlast höchstens lau warm wird.

Einen großen Kritikpunkt gibt es aber leider dennoch. Das Kabel hat kein „Gedächtnis“. Nach jedem Ein- und Ausstecken startet es wieder bei 5V, deine zuvor eingestellte Spannung merkt es sich nicht. Das nervt im Alltag und sollte unbedingt verbessert werden.

Abseits davon arbeitet das Kabel in der Praxis aber völlig problemlos. Alle PD-Stufen wurden bei verschiedenen Ladegeräten sauber getriggert, und auch bei Dauerlast gab es keinerlei Probleme.

Für 6€ könnte das Kabel also durchaus interessant sein!

MINISFORUM BD895i SE im Test: ITX-Mainboard mit Ryzen 9 8945HX und Desktop-Power

MINISFORUM ist für seine Mini-PCs bekannt. Allerdings bieten diese mittlerweile eine recht große Produktpalette, inklusive einiger exotischerer Dinge.

So bieten diese mit dem BD895i SE ein ITX Mainboard an. Genau genommen ist das BD895i SE nicht nur ein Mainboard, sondern eine Kombination aus Mainboard und CPU.

So verfügt das BD895i SE über einen integrierten AMD Ryzen 9 8945HX mit 16 Kernen. Das Schwestermodell (BD775i SE) setzt auf den AMD Ryzen 7 7745HX.

Dies sind vergleichsweise mächtige CPUs und der „Standard“ ITX Formfaktor macht die Mainboards für einen DIY Mini-PC durchaus interessant.

Auch preislich wirkt die Kombination auf den ersten Blick durchaus attraktiv.

  • BD775i SE mit AMD Ryzen 7 7745HX = ca. 310€
  • BD895i SE mit AMD Ryzen 9 8945HX = ca. 440€

Aber wie sieht es in der Praxis aus? Wie gut sind diese Mainboards? Wie leistungsstark die CPUs und wie hoch ist die Leistungsaufnahme?

Finden wir dies im Test heraus!

 

Das MINISFORUM BD895i SE im Test

Das MINISFORUM BD895i SE hält sich an den ITX Formfaktor. Entsprechend kann dieses Mainboard in jedem handelsüblichen PC Gehäuse verbaut werden.

Dabei wirkt das Mainboard durchaus schick und hochwertig gemacht! MINISFORUM setzt auf ein komplett schwarzes PCB und Design. Der erste Eindruck ist durchaus positiv! Alles ist sauber verarbeitet und gut gemacht.

Wichtig, behalte im Hinterkopf, dass wir hier zwar ein Desktop-PC Mainboard haben, allerdings der verbaute 8945HX / 7745HX sind Notebook CPUs.

 

IO-Anschlüsse des BD895i SE

Auf der Rückseite besitzt das BD895i SE folgende Anschlüsse:

  • 2x USB A 3.2 Gen 1 (5Gbit)
  • 2x USB A 2.0
  • 1x USB C 3.2 Gen 2 (10 Gbit)
  • 1x HDMI 2.1
  • 1x DisplayPort 1.4
  • 3x 3,5 mm Audio-Anschlüsse
  • 1x 2,5 Gbit LAN

Das ist jetzt keine extrem großzügige Port-Ausstattung, aber passend und in der Regel ausreichend.

Intern haben wir als Header noch folgende Anschlüsse:

  • 1x USB 3.2 Gen 1 Header
  • 3x 4-PIN Lüfter-Anschlüsse
  • 1x Front-Audio
  • 1x Front-Panel Anschluss

Mit CPU Kühler

Es gibt aber eine weitere Besonderheit aufgrund der integrierten CPU. So besitzt das Mainboard einen integrierten CPU Kühler, welcher vorinstalliert ist.

Was allerdings nicht vorinstalliert ist, ist ein Lüfter. Wir haben hier lediglich den „nackten“ Kühlkörper inklusive einer Halterung für 120 mm Lüfter.

Den 120 mm Lüfter musst du selbst besorgen. Erneut lässt sich hier jeder handelsübliche 120 mm Lüfter mit 3 oder 4 Pin Anschluss verbauen. So hast du auch komplette Kontrolle über das Lautstärke-Profil.

So habe ich einen Noctua NF-F12 PWM chromax.black verbaut.

 

ITX + ATX Netzteil

Das Mainboard setzt grundsätzlich auf den normalen ITX Formfaktor und lässt sich über ein normales PC Netzteil betreiben.

Wir haben hier den typischen 24 PIN + 8 PIN CPU Stromanschluss. In meinem Test habe ich ein Corsair SF450 genutzt.

 

SO-DIMM DDR5

Das BD895i SE nutzt keinen normalen DDR5 RAM, sondern SO-DIMM Module, also „Notebook“ Arbeitsspeicher.

Hier besitzt das Mainboard 2x Slots.

 

Kein SATA, 2x NVME

Zwar bewirbt MINISFORUM das BD895i SE auch etwas als „NAS“ Mainboard, allerdings besitzt dieses keine OnBoard SATA Ports.

Für Speicherlaufwerke haben wir lediglich 2x M.2 PCIe 4.0 Slots.

Diese sind am oberen Rand des Mainboards angebracht und werden teilweise vom 120 mm CPU Kühler abgedeckt. Daher ist hier die Kühlung der NVME SSDs kein Problem.

 

Kein WLAN, aber nachrüstbar

Von Haus aus ist beim BD895i SE keine WLAN Karte verbaut. Allerdings haben wir einen Slot für eine Notebook-WLAN Karte und mit im Lieferumfang liegen passende Antennen.

Du kannst also eine WLAN/Bluetooth Karte vergleichsweise einfach nachrüsten.

 

PCIe 5.0 x16 für GPU

Das MINISFORUM BD895i SE besitzt einen vollwertigen PCIe 5.0 x16 Slot. Dieser könnte natürlich auch für einen SATA Controller oder ähnliches genutzt werden, ist aber primär für eine GPU gedacht.

Mit einer entsprechenden gesonderten Grafikkarte kann das BD895i SE ein durchaus mächtiger Gaming-PC werden.

 

Der AMD Ryzen 9 8945HX

Das dicke Ding beim BD895i SE ist die verbaute CPU. So haben wir hier den AMD Ryzen 9 8945HX.

Beim Schwestermodell, dem BD775i SE, kommt der AMD Ryzen 7 7745HX zum Einsatz.

Merkmal AMD Ryzen 9 8945HX AMD Ryzen 7 7745HX
Architektur Zen 4 Zen 4
Codename Dragon Range (Refresh) Dragon Range
Kerne / Threads 16 / 32 8 / 16
Basistakt 2,5 GHz 3,6 GHz
Boost-Takt bis 5,4 GHz bis 5,1 GHz
L2-Cache 16 MB 8 MB
L3-Cache 64 MB 32 MB
TDP (Standard) 55 W 55 W
cTDP-Bereich 55–75 W 45–75 W
iGPU Radeon 610M (RDNA 2, 2 CU) Radeon 610M (RDNA 2, 2 CU)
Fertigung 5 nm (CCD) / 6 nm (I/O) 5 nm (CCD) / 6 nm (I/O)
Speicher DDR5-5200 DDR5-5200
PCIe PCIe 5.0 (28 Lanes) PCIe 5.0 (28 Lanes)
Sockel FL1 FL1
Marktstart April 2025 Januar 2023

Der AMD Ryzen 9 8945HX ist eine echte Hausnummer und stammt aus AMDs „Dragon Range“-Reihe, genauer gesagt aus dem Refresh dieser Serie, der im April 2025 debütierte. Trotz der „8000er“-Bezeichnung handelt es sich hier nicht um einen brandneuen Chip. Im Kern ist der Ryzen 9 8945HX im Grunde ein umbenannter Ryzen 9 7945HX.

Du bekommst 16 Kerne und 32 Threads auf Basis der Zen-4-Architektur, die mit einem Basistakt von 2,5 GHz arbeiten und per Boost bis auf 5,4 GHz hochtakten. Dazu kommen 16 MB L2- und satte 64 MB L3-Cache. Der Chip setzt sich dabei aus drei Dies zusammen, die auf zwei unterschiedlichen Fertigungsprozessen gebaut werden, 5 nm für die CPU-Kerne, 6 nm für den Rest.

 

Benchmarks, TDP, Temperatur

Aber wie sieht es in der Praxis aus? Wie viel Leistung liefert der AMD Ryzen 9 8945HX? Klären wir zunächst eine wichtige Frage, wie viel Leistung bekommt die CPU? Denn je nachdem, welche TDP / Leistung der CPU gefüttert wird, umso mehr Power hat diese.

Von Haus aus gibt das BD895i SE dem AMD Ryzen 9 8945HX bei konstanter Last 100 W! Diese 100 W werden der CPU auch konstant geliefert.

Erfreulicherweise ist der Kühler bei mir mit dem Noctua NF-F12 PWM chromax.black vollkommen ausreichend, die CPU Temperaturen unter Kontrolle zu halten.

Bei dauerhafter Last pendeln wir uns knapp über 80 Grad ein. Für eine „Notebook CPU“ ist das fast schon kalt.

Wir haben also eine konstant hohe Leistung und der genutzte Lüfter muss auch nicht zu extrem hochdrehen.

Verglichen mit Notebooks (wo ich einfach mehr Referenz-Geräte habe) und anderen Mini-PCs liefert das BD895i SE eine brachiale Multicore Leistung!

100W + 16 Zen 4 Kerne ist schon eine Ansage. Entsprechend schlägt der BD895i SE alle Notebooks, die ich bisher im Test hatte. Natürlich ist da etwas „Brute Force“ durch die 100W TDP, verglichen mit Notebooks, die oftmals nur eine TDP von 45 W haben.

Allerdings hierdurch ist der AMD Ryzen 9 8945HX eher auf dem Level einer Desktop-CPU.

CB20 Vergleich:

  • AMD Ryzen 9 8945HX @ 100W – 12924 / 762
  • AMD Ryzen 9 7950X @ 230W – 14293 / 765
  • AMD Ryzen 9 7950X @150W – 13514 / 768
  • AMD Ryzen 9 7950X @100W – 11633 / 768

Wir können hier sehen, dass der Desktop 16 Kern AMD Ryzen 9 7950X bei gleicher TDP sogar etwas weniger Leistung liefert als der AMD Ryzen 9 8945HX.

Single Core Leistung ist praktisch identisch und selbst bei 230 W ist der AMD Ryzen 9 7950X nur +- 10% schneller.

 

Unfähige GPU

Der AMD Ryzen 9 8945HX ist zwar ein sehr mächtiger Prozessor, allerdings die integrierte Grafikkarte ist leider sehr schwach.

Wir haben hier die AMD Radeon 610M. Ausreichend, um ein Bild auszugeben, Videos zu schauen, für Office und ähnliches. Aber für mehr, geschweige denn Gaming, ist die GPU absolut nicht geeignet!

Der AMD 8945HX ist für „große“ Notebooks gemacht und gedacht, die über eine gesonderte GPU verfügen. Die iGPU ist hier also primär für 2D Zwecke gemacht und gedacht.

 

Stromverbrauch

Was ist aber mit dem Stromverbrauch? Folgenden Verbrauch konnte ich mit dem Corsair SF450, einem 120 mm Lüfter, NVME SSD und 120 mm Lüfter, wie auch Monitor, Maus und Tastatur messen.

  • Leerlauf Windows ca. 14-18 W
  • Vollast ca. 133 W

Erfreulicherweise ist der Stromverbrauch im Leerlauf mit ca. 14-18 W relativ gering. Das passt! Auch unter Vollast die 133 W sind OK.

Eventuell könntest du mit ein paar Optimierungen den Leerlaufstromverbrauch noch etwas drücken, auch könnte die Nutzung eines PICO-PSU eine Möglichkeit sein, aber rechne im Leerlauf einfach mal mit +- 14 – 18 W.

 

Fazit

Das MINISFORUM BD895i SE ist eine richtig spannende Kiste! Im Kern bekommst du hier ein sauber verarbeitetes ITX-Mainboard mit fest verbautem AMD Ryzen 9 8945HX, und genau diese Kombination macht das Board so interessant.

Denn die Leistung ist eine echte Ansage. Mit konstanten 100 W gefüttert, liefert der 8945HX eine brachiale Multicore-Performance und spielt damit eher auf dem Level einer Desktop-CPU als einer Notebook-CPU. Im CB20 zieht er bei gleicher TDP sogar am Desktop-16-Kerner Ryzen 9 7950X vorbei, das muss man erst mal sacken lassen. Dazu bleibt das Ganze dank des großzügigen Kühlkörpers angenehm kühl. Mit meinem Noctua NF-F12 pendeln wir uns bei knapp über 80 Grad ein, für so viel Leistung fast schon kalt. Und auch der Stromverbrauch passt: ca. 14–18 W im Leerlauf und rund 133 W unter Vollast sind völlig in Ordnung.

Schön ist außerdem, dass MINISFORUM auf den normalen ITX-Formfaktor und ein klassisches ATX-Netzteil setzt. Du kannst das Board also in jedem handelsüblichen Gehäuse verbauen und musst dich nicht mit exotischen Lösungen herumärgern. Den 120-mm-Lüfter und eine WLAN-Karte musst du zwar selbst nachrüsten, dafür hast du aber auch die volle Kontrolle über dein Lautstärke-Profil.

Ein paar Punkte solltest du aber im Hinterkopf behalten. Zum einen ist die integrierte Radeon 610M extrem schwach. Für Office, Videos und die Bildausgabe reicht sie, für alles darüber hinaus, vor allem Gaming, brauchst du zwingend eine dedizierte Grafikkarte im PCIe-5.0-x16-Slot. Zum anderen bewirbt MINISFORUM das Board zwar gerne als „NAS“-Mainboard, dafür fehlen aber komplett die SATA-Ports. Mit lediglich 2x M.2 PCIe 4.0 bist du beim Speicher also eher eingeschränkt.

MINISFORUM BD895i SE Mini-ITX-Mainboard, AMD Ryzen 9 8945HX (16 C...

Pro ✓

  • Brachiale Multicore-Leistung auf Desktop-Niveau (16 Zen-4-Kerne, konstante 100 W)
  • Schicke, hochwertige Verarbeitung
  • Normaler ITX-Formfaktor + ATX-Netzteil
  • Sehr gute Temperaturen
  • niedriger Leerlaufverbrauch
  • Vollwertiger PCIe-5.0-x16-Slot für eine GPU
  • Attraktiver Preis für die gebotene Leistung

Kontra ✗

  • Sehr schwache iGPU (Radeon 610M), Gaming nur mit dedizierter GPU
  • Keine SATA-Ports
  • Lüfter und WLAN-Karte müssen selbst nachgerüstet werden

Unterm Strich ist das BD895i SE für rund 440 € eine klare Empfehlung, wenn du einen kompakten, leistungsstarken Mini-PC oder Gaming-PC selbst bauen möchtest und bereit bist, eine GPU dazuzustecken. Du bekommst hier Desktop-Niveau bei der CPU-Leistung in einem sympathisch kompakten Paket. Suchst du dagegen ein echtes NAS-Mainboard mit vielen SATA-Ports oder einen reinen Office-Rechner mit brauchbarer iGPU, ist das BD895i SE die falsche Wahl. Wer es etwas günstiger mag und mit 8 Kernen auskommt, sollte einen Blick auf das Schwestermodell BD775i SE für ca. 310 € werfen.

Wolfbox MF200 im Test: Das Mini-Gebläse, das in jeden Haushalt gehört

In den letzten Monaten ist eine komplett neue Produktkategorie auf den Markt gekommen, an der ich anfangs ehrlich gesagt vorbeigegangen bin: kleine Akku-Handgebläse. Oder, wie ich sie gerne nenne, Mini-Gebläse. Als ich diese Dinger das erste Mal gesehen habe, dachte ich nur „die taugen nichts“, ich hatte früher mal so einen akkubetriebenen Duster, und der war wirklich für die Tonne.

Mittlerweile sind diese Geräte aber so gut geworden, dass ich der Meinung bin: So ein Teil gehört in jeden Haushalt. Nicht nur zum Reinigen von HEPA-Filtern, sondern auch für eine ganze Reihe anderer Zwecke.

Das gute Stück, um das es heute geht, ist der Wolfbox MF200, quasi der Rolls-Royce unter den Handgebläsen. Ein etwas luxuriöseres Modell mit austauschbarem Akku, das preislich bei rund 80 bis 90 € liegt. Zum Vergleich hatte ich noch ein günstiges No-Name-Modell von AliExpress (rund 40 €) dabei.

Aber wie viel Power steckt wirklich in solch einem kleinen Gehäuse? Reicht das, um einen Filter ordentlich auszublasen, oder, wie in manchen Werbevideos, sogar als Mini-Laubbläser zu dienen? Finden wir es im Test heraus!

 

Der Wolfbox MF200 im Test

Der Wolfbox MF200 ist innerhalb dieser noch jungen Produktkategorie eines der hochwertigeren Modelle. Die Kategorie an sich wird derzeit noch stark von den No-Name-Herstellern aus China dominiert.

Wolfbox geht mit dem MF200 aber einen deutlichen Schritt weiter. Das Herzstück ist der austauschbare Akku: ein 6.000-mAh-Pack (22,2 Wh, 7,4 V) im Cartridge-Format, das du gegen einen geladenen Ersatzakku tauschen kannst, ganz ohne Ladepause. Geladen wird das Gerät per USB-C in rund 2,5 Stunden. Auf der niedrigsten Stufe soll eine Akkuladung für bis zu 100 Minuten reichen, wichtig auf der niedrigsten Stufe! Bei voller Leistung ist der MF200 in wenigen Minuten leer.

Gesteuert wird die Leistung in drei Leistungsstufen, mit denen du je nach Aufgabe von zartem Staub bis grobem Schmutz alles abdecken kannst.

Auch sonst merkt man, dass hier ein „echter“ Hersteller am Werk ist: Mit rund 380 g ist das MF200 angenehm leicht, und im Lieferumfang stecken vier verschiedene Aufsätze sowie eine kleine Aufbewahrungstasche.

Generell macht der MF200 einen sehr hochwertigen und guten Eindruck.

 

Wofür brauchst du überhaupt ein Mini-Gebläse?

Du wirst zu Hause mit ziemlicher Sicherheit einen Staubsauger in irgendeiner Form haben, egal ob klassischer Akkustaubsauger, Bodenstaubsauger, Saugroboter oder Waschsauger. Und was haben diese Sauger alle gemeinsam? HEPA- bzw. Feinstaubfilter.

Gerade bei Saugrobotern ist es essenziell, dass diese Filter regelmäßig gereinigt und getauscht werden. Es macht einen gewaltigen Unterschied! Ich sehe das vor allem bei meinen Eltern und im Freundeskreis ständig: „Mein Saugroboter saugt nicht mehr vernünftig!“ Schaue ich dann nach, ist der Filter mal wieder komplett zu.

Gerade jetzt, wo Modelle mit Absaugstation so populär sind, denke ich, dass sehr viele Leute diese Filter nicht so gut reinigen und nicht so oft tauschen, wie sie eigentlich sollten. Genau hier kommt ein Mini-Gebläse ins Spiel.

 

HEPA-Filter richtig reinigen

Wie reinigt man so einen Feinstaubfilter eigentlich vernünftig?

Ausklopfen ist natürlich immer eine Option und sicher besser als nichts. Gerade in einem Haushalt mit Tieren kommt da auch einiges raus. Aber so richtig sauber bekommst du den Filter damit nie.

Auswaschen geht auch, ist aber umständlich und bringt den Filter ebenfalls nicht zu 100 % sauber.

Kompressor / Druckluft war bisher die beste Methode. Nur: Wer von euch hat zu Hause einen Kompressor in der Garage stehen? Vermutlich die wenigsten. Und Druckluft-Sprays sind für ein Wegwerfprodukt relativ teuer.

Und genau diese Lücke füllt das Mini-Gebläse. Du bekommst die Druckluft-Reinigung, ohne einen sperrigen Kompressor besitzen zu müssen.

 

Austauschbarer Akku und Leistungsstufen

Ein großer Vorteil des MF200 gegenüber den ganz günstigen Modellen ist der austauschbare Akku. Das ist gerade dann praktisch, wenn du das Gebläse viel im Einsatz hast und nicht jedes Mal auf das Aufladen warten möchtest und hilft auch bei der Haltbarkeit.

Dazu kommen 3 Leistungsstufen, sodass du die Power je nach Einsatzzweck anpassen kannst. Leider haben wir hier nur 3 Stufen. Das reicht aus, aber viele günstigere Modelle haben beispielsweise einen Drehknopf für eine stufenlose Steuerung.

 

Wie viel Power hat das MF200 wirklich?

Jetzt zur spannendsten Frage: Wie viel Leistung kommt aus so einem kleinen Gebläse wirklich raus? Vielleicht bist du da skeptisch, ich war es anfangs auch.

Die Antwort: Diese Viecher haben eine wirklich beeindruckende Leistung!

Zum Messen habe ich ein kleines Testsetup gebaut, mit einem Luftgeschwindigkeitsmessgerät.

In der absoluten Spitze habe ich beim Wolfbox MF200 eine Windgeschwindigkeit von rund 17 bis 18 Meter pro Sekunde gemessen. Das ist ein ordentlicher Wert, und ich glaube ehrlich gesagt, viel mehr lässt sich in einen so kleinen Durchmesser auch gar nicht reinpacken. Irgendwann müsstest du die Leistung ver-x-fachen, um überhaupt noch eine nennenswerte Steigerung zu erreichen.

 

Zum Vergleich: MF200 vs. No-Name vs. Tischventilator

Damit du die Werte einordnen kannst, hier der direkte Vergleich, alle bei voller Leistung und rund 20 cm Abstand gemessen:

  • Wolfbox MF200: ca. 17–18 m/s
  • No-Name-Gebläse (AliExpress, ~40 €): ca. 12–14 m/s
  • Normaler Tischventilator: ca. 3,5–4 m/s

Das MF200 hat also noch einmal ein gutes Stück mehr Power als das günstige Modell. Und beide Gebläse pusten den Tischventilator regelrecht weg. Das zeigt ganz gut, mit was für einem winzigen, aber extrem schnell drehenden Motor wir es hier zu tun haben.

Fazit

Wenn du einen Akkustaubsauger, einen Saugroboter oder Ähnliches besitzt und keinen Kompressor zu Hause hast, ist so ein Mini-Gebläse aus meiner Sicht ein absolutes Pflichtteil. Die Geräte sparen dir sogar Geld, weil du die Filter seltener tauschen musst und sie deutlich effizienter sauber bekommst als nur durch Ausklopfen.

Der Wolfbox MF200 ist aus meiner Sicht ein richtig gutes, fast schon luxuriöses Mini-Gebläse und für mich der derzeitige Goldstandard in dieser noch jungen Produktkategorie. Mit dem austauschbaren Akku und der starken Spitzenleistung von 17 bis 18 m/s macht das Gerät einfach Spaß und erledigt seine Aufgaben zuverlässig.

Ob es dir die 80 bis 90 € wert ist, hängt davon ab, wie oft du so ein Gebläse einsetzt. Brauchst du es primär ab und zu zum Filterreinigen, tut es auch ein günstigeres Modell. Wer aber das beste Gesamtpaket möchte und Wert auf den Wechselakku legt, macht mit dem MF200 nichts falsch.

Angebot
WOLFBOX MF200 Staubgebläse, Abnehmbarer Akku, 87.5 m/s Kabellos...

Pro ✓

  • Beeindruckende Leistung für die Baugröße (17–18 m/s in der Spitze)
  • Austauschbarer Akku 
  • Mehrere Leistungsstufen für unterschiedliche Einsatzzwecke
  • Kompakt verstaubar – passt im Gegensatz zum Kompressor in jede Schublade
  • Vielseitig einsetzbar – HEPA-Filter, schwer erreichbare Ecken, loser Schmutz

Kontra ✗

  • Höherer Preis (80–90 €) als bei günstigen No-Name-Modellen mit ähnlichem Grundnutzen

Unterm Strich gilt für die ganze Kategorie: So ein Mini-Gebläse ist ein echter Haushaltshelfer, und du wirst dich wundern, in wie vielen Situationen du es plötzlich einsetzt.

NPU unter Windows: nutzlos? (ja) Meine Meinung zur KI-Einheit

Ein großer Marketing-Punkt bei modernen Prozessoren ist die sogenannte NPU. Eine NPU ist eine spezielle Einheit in deinem Prozessor, welche für die Berechnung von KI-Funktionen genutzt werden kann.

CPU-Hersteller wie Intel, AMD, Qualcomm usw. überbieten sich, wie viel „TOPS“ die NPU liefern kann. Teilweise werden die gleichen Prozessoren 2x auf den Markt gebracht, einmal in einer „AI“-Version mit besserer NPU.

Aber was bringt eine NPU überhaupt? Die Antwort wird dich schocken! Unter Windows nicht viel … Vor allem, wenn wir das massive Marketing darum bedenken.

 

Welche Anwendungen können die NPU nutzen?

Wenn wir uns ansehen, wie sehr die NPU beworben wird, könnten wir meinen, ohne NPU ist mittlerweile ein PC nutzlos, da diese ununterbrochen genutzt wird.

Allerdings, Anwendungen zu finden, welche die NPU konkret nutzen, ist gar nicht so leicht!

Kurzum, ich habe KI „Windows Copilot“ befragt, denn wer kann mir besser sagen, was die NPU nutzt?

  • Windows Studio Effects (Hintergrundunschärfe, Augenkontakt, Auto-Framing, Voice Focus) in Video-Chat-Anwendungen
  • Cocreator in Paint
  • Live-Untertitel (Live Captions)
  • Windows Fotos (Objektradierung)
  • Windows Recall
  • OBS Studio (Hintergrundentfernung)
  • Adobe Photoshop (Generative Fill, intelligente Auswahl, Retusche)
  • Adobe Lightroom (Classic & CC) – KI-Rauschreduzierung, Maskierung, Objekterkennung
  • Videobearbeitungstools
  • Adobe Photoshop (Generative Fill, Intelligente Auswahl)
  • Adobe Lightroom (KI-Rauschreduzierung, Maskierung, Objekterkennung)
  • Affinity Photo 2
  • Luminar Neo (Supersharp AI, Upscale AI)
  • DaVinci Resolve Studio (Gesichtserkennung, Objektverfolgung oder Smart Masking)

Probleme mit dieser Liste

Allerdings habe ich einige Probleme mit dieser Liste. Beispielsweise die Objektradierung in Windows Fotos erzeugte bei mir laut Taskmanager keinerlei NPU-Last.

Auch in Adobe Lightroom konnte ich bei der Objekterkennung 0 Ausschlag bei der NPU beobachten.

Entweder funktioniert diese Anzeige im Task Manager nicht oder es wird hier nicht die NPU genutzt. Ich glaube Letzteres, denn anstelle eines Ausschlags bei der NPU sehe ich einen Ausschlag bei der CPU.

Selbiges Spiel in Photoshop, auch hier wird für die Objektauswahl „Intelligente Auswahl“ lieber die iGPU oder CPU genutzt. Fürs „KI“-Retuschieren wird die Cloud genutzt.

Entweder ist bei mir also etwas „kaputt“ bei meinem Copilot+ PC oder es bestätigt meine Einschätzung, dass eine NPU unter Windows ziemlich nutzlos ist.

 

Cloud > GPU > NPU

Die meisten „nützlichen“ KI-Funktionen laufen über die Cloud oder nach meiner Erfahrung einfach über die GPU.

Die GPU ist in 99 % aller Systeme einfach viel mächtiger als die NPU und vor allem softwareseitig viel einfacher zu nutzen.

Z.B. in DaVinci Resolve Studio habe ich auch noch nie eine NPU-Nutzung gesehen, aber bei KI-Features eine exzessive GPU-Nutzung.

Ich will nicht sagen, dass eine NPU generell „unnütz“ ist, aber nach meiner Erfahrung hat diese unter Windows praktisch keinen Wert, außer du willst unbedingt „Windows Recall“.

 

Andere Erfahrung?

Vielleicht läuft auch einfach etwas bei mir falsch?! Ich habe 2x Systeme, die eine 50 TOPS+ NPU haben, und bei beiden habe ich noch nie gesehen, dass die NPU aktiv genutzt wird.

KI-Features, die ich im Alltag sehe, nutzen entweder die GPU oder die Cloud.

Hast du andere Erfahrungen gemacht? Funktioniert die NPU bei dir unter Windows bei „nützlichen Anwendungen“? Schreib es in die Kommentare, denn meine Erfahrungen sehen momentan ganz anders aus.

Luckfox PicoKVM im Test: Günstige IP-KVM-Lösung fürs Homelab

Es gibt viele Situationen, in denen eine IP-KVM-Lösung extrem praktisch sein kann. IP-KVM = die Möglichkeit, einen Computer/Server über das Netzwerk komplett zu steuern, mit Bildschirm, Maus und Tastatureingaben, als würdest du direkt vor dem PC sitzen.

Hardware-KVM-Lösungen waren lange Zeit etwas rein Professionelles für Datencenter und entsprechend auch sehr teuer.

Mittlerweile gibt es aber auch einige günstigere Lösungen, wie z. B. den Sipeed NanoKVM, welchen wir uns bereits im Test angesehen hatten.

In diesem Artikel soll es um eine andere Hardware-KVM-Lösung gehen, den Luckfox PicoKVM. Je nach Version kostet dieser zwischen 50 und 80 € aus China (Aliexpress).

Wollen wir uns im Test einmal ansehen, was der Luckfox PicoKVM alles kann.

 

Der Luckfox PicoKVM im Test

Den Luckfox PicoKVM gibt es in zwei Versionen:

  1. Der vollständigen Version mit Gehäuse und Display
  2. Der Base Version, welche nur das PCB ist, ohne Gehäuse und Display

Ich habe mir für diesen Test die vollständige Version gekauft. Diese verfügt über ein erfreulich hochwertiges Metallgehäuse und einen kleinen Touchscreen auf der Oberseite.

Grundsätzlich besitzt der Luckfox PicoKVM 4 Anschlüsse:

  • 1x LAN
  • 1x USB-C
  • 1x HDMI-Eingang
  • 1x I/O-Pinout

Zusätzlich an der Seite haben wir noch 2x Tasten wie auch einen microSD-Karten-Slot.

Etwas enttäuscht hat mich der Lieferumfang. Denn in diesem liegt nur ein USB-C-Splitter-Kabel.

Splitter-Kabel? Ja, das beiliegende USB-C-Splitter-Kabel erlaubt es, den Luckfox PicoKVM mit einem PC eine Datenverbindung herzustellen und über eine andere Stromquelle versorgt zu werden.

Etwas schade finde ich, dass kein kurzes HDMI- oder USB-C-Kabel beiliegt und vor allem, dass für das IO-Pinout kein Adapter mit im Lieferumfang ist, um dieses zu nutzen.

 

Das Grundprinzip

Bei dem Luckfox PicoKVM handelt es sich im Kern um einen ARM-„Mini-PC“. So ist das Herzstück der RV1106G3 SoC.

Verbindest du den PicoKVM nun via LAN mit deinem Netzwerk wie auch mit dem Strom, erstellt dieser einen lokalen Webserver.

Verbindest du nun einen Server/PC via HDMI, wird das Bildsignal abgegriffen und entsprechend in der WebUI angezeigt. Via USB-Verbindung lassen sich dann Maus- und Tastatureingaben senden.

Dabei erlaubt der PicoKVM auch beispielsweise die Steuerung des BIOS oder das Installieren eines Betriebssystems. Der verbundene PC hat keine Ahnung, dass er gerade über das Netzwerk gesteuert wird.

 

Das Display

Auf dem Display des Luckfox PicoKVM werden dir wichtige Basis-Infos angezeigt, beispielsweise ob ein Display-Signal anliegt, die IP-Adresse usw.

Das Display ist sicherlich nicht essenziell, aber nützlich.

 

Offene Firmware

Falls du nun einem „random“ IP-KVM aus China nicht vertraust, kann ich das gut verstehen.

Allerdings ist grundsätzlich die Firmware des Luckfox PicoKVM Open Source.

https://github.com/LuckfoxTECH/kvm

Es handelt sich hierbei um einen Fork der JetKVM-Firmware.

Die Möglichkeit, sich den Quellcode selbst anzusehen (und im Zweifel auch manuell hochzuladen), macht den Luckfox PicoKVM ein gutes Stück vertrauenswürdiger.

 

Die WebUI

Wie üblich kannst du die WebUI des Luckfox PicoKVM durch die Eingabe der IP-Adresse des KVM in deinem Webbrowser aufrufen.

Von Haus aus ist diese nicht über ein Passwort gesichert, aber auch nur aus dem lokalen Netzwerk erreichbar. Es ist klar zu empfehlen, ein Passwort zu setzen (was natürlich möglich ist).

Was ich ebenfalls empfehle, ist, gleich die Firmware zu aktualisieren. Diese war bei mir sehr veraltet.

Die grundsätzliche WebUI des Luckfox PicoKVM ist sehr clean, minimalistisch und übersichtlich.

In der Mitte hast du groß die „Remote-Desktop“-Anzeige, welche du einfach mit einem „Mausover“ steuern kannst. Auch Tastatureingaben werden direkt abgegriffen und an den „Server“ gesendet.

Es ist auch möglich, Text-Informationen aus der Zwischenablage zu übertragen. Diese läuft allerdings nicht einfach über STRG C und V, sondern über eine kleine UI.

Über eine optionale Bildschirmtastatur kannst du auch diverse Tastenkombinationen und vor allem auch die F-Tasten übertragen, um z. B. ins BIOS zu kommen.

 

Bildschirmqualität und Verzögerung

In der Theorie kann der Luckfox PicoKVM bis zu 1920 x 1080 Pixel und 60 Hz „übertragen“ / verarbeiten.

Praktisch ist dies auch der Fall, allerdings fügt der PicoKVM für die Netzwerkübertragung eine recht deutliche Kompression hinzu. Was es natürlich auch gibt, ist eine Verzögerung.

So hängt der Mauszeiger immer ein kleines Stück hinterher.

In der Regel ist diese Verzögerung aber gering genug, dass eine Konfiguration / Steuerung des verbundenen Computers problemlos möglich ist. Allerdings ist die Verzögerung bei einem regulären Software-Remote-Desktop geringer!

Gaming oder eine direkte Produktivnutzung des angeschlossenen Computers über den Luckfox PicoKVM ist nicht möglich.

Der Luckfox PicoKVM ist lediglich für Konfigurations-Zwecke. Hast du z. B. einen Server oder Computer, wo du regelmäßig direkten Hardware-Zugriff brauchst, falls sich hier das Betriebssystem aufhängt oder Ähnliches, dann ist der Luckfox PicoKVM super.

Es ist von der Verzögerung kein Problem, beispielsweise eine Windows- oder Linux-Neuinstallation und Basis-Konfiguration über den Luckfox PicoKVM auszuführen. Die Verzögerung des Luckfox PicoKVM ist ähnlich der des Sipeed NanoKVM.

 

Remote-Zugriff

Von Haus aus ist der Luckfox PicoKVM nur aus deinem lokalen Netzwerk zu erreichen.

Allerdings sind Möglichkeiten integriert, auch optional über das Internet auf den PicoKVM zuzugreifen:

  • Tailscale
  • ZeroTier
  • WireGuard
  • EasyTier
  • Vnt
  • Cloudflare
  • Frp

Gerade Tailscale ist eine recht sichere Lösung für einen Zugriff über das Internet.

 

PC starten via IO

Grundsätzlich kann der Luckfox PicoKVM auch einen PC aus der Ferne starten, dies über die IO-Pins.

Leider liegt hierfür aber kein passendes Adapterkabel bei.

 

Fazit

Du suchst eine günstige Hardware-KVM-Lösung für deinen Heimserver oder ein kleines Homelab? Dann ist der Luckfox PicoKVM eine echte Empfehlung!

Hardware und Software gefallen mir beim Luckfox PicoKVM besser als beim Sipeed NanoKVM. Das hochwertige Metallgehäuse, das praktische Display und die cleane WebUI hinterlassen einen insgesamt runderen Eindruck. Dazu kommt die Open-Source-Firmware – ein wichtiger Vertrauensfaktor bei einem Gerät aus China, das dauerhaft in deinem Netzwerk hängt.

Was mich dagegen etwas ärgert: Der Lieferumfang ist dünn. Kein HDMI-Kabel, kein kurzes USB-C-Kabel und vor allem kein Adapter für das IO-Pinout – obwohl der PicoKVM genau darüber einen PC aus der Ferne starten kann. Das muss Luckfox besser machen.

Der Sipeed NanoKVM bleibt funktional eine valide Alternative, ist minimal günstiger und kommt mit besserem Lieferumfang. Wer aber Wert auf bessere Verarbeitung und Software legt, greift zum Luckfox PicoKVM.

Tribit StormBox Micro 3 im Test: Mini-Bluetooth-Lautsprecher mit großem Klang für unter 60 €

Tribit gehört bei den Bluetooth-Lautsprechern zu meinen absoluten Favoriten, was günstige Bluetooth-Lautsprecher angeht. So bieten diese einige spannende und für den Preis auch extrem gut klingende Modelle an.

Nun hat Tribit mit der StormBox Micro 3 die neuste Generation seines kompakten Bluetooth-Lautsprechers auf den Markt gebracht.

Dieser soll sich vor allem für die Outdoor-Nutzung eignen, beim Wandern, Campen und Fahrradfahren. Entsprechend ist dieser natürlich etwas robuster gebaut, ausreichend kompakt, aber dabei (laut Hersteller) klangstark.

Wollen wir uns einmal die Tribit StormBox Micro 3 im Test ansehen und schauen, ob diese überzeugen kann!

An dieser Stelle vielen Dank an Tribit für das Zurverfügungstellen des Bluetooth-Lautsprechers für diesen Test.

 

Die Tribit StormBox Micro 3 im Test

Bei der Tribit StormBox Micro 3 handelt es sich um einen Mini-Bluetooth-Lautsprecher. Dieser misst 102 x 102 x 44 mm und bringt 332 g auf die Waage.

Wir haben also einen sehr kompakten und flachen Bluetooth-Lautsprecher. Dabei ist der Lautsprecher-Treiber zur Oberseite hin ausgerichtet. Wir haben also ein „360 Grad“-Design.

Auf der Unterseite findet sich eine Gummilasche, welche das Befestigen an einem Rucksackgurt, Fahrradlenker usw. erlaubt.

Der Lautsprecher selbst besteht aus einer Mischung aus gummiertem Kunststoff und einem Leinenstoff auf der Oberseite. Dabei ist die StormBox Micro 3 IP68 wassergeschützt. Ein Regenschauer oder sogar ein versehentliches Untertauchen ist also kein Problem.

Entsprechend ist auch der USB-C-Ladeport an der Seite des Lautsprechers unter einer dicken Klappe geschützt. Der USB-C-Port sitzt recht tief im Gehäuse des Lautsprechers, entsprechend funktionieren hier nur Ladekabel mit schlankem Stecker.

Die Akkulaufzeit liegt laut Tribit bei satten 24 Stunden! Diese „Tendenz“ kann ich auch bestätigen.

 

Mit App-Support

Wie es sich für einen Bluetooth-Lautsprecher im Jahr 2026 gehört, besitzt auch der Tribit StormBox Micro 3 einen App-Support.

So kannst du über die Tribit-App vor allem den EQ einstellen und somit den Klang anpassen. Auch das Einspielen von Firmware-Updates ist theoretisch möglich.

 

Klang, beeindruckend gut!

Zunächst müssen wir die Erwartungshaltung etwas zurechtrücken. Klingt die StormBox Micro 3 besser als ein aktueller „großer“ Bluetooth-Lautsprecher für 150 €+? Nein! Dies ist ein Mini-Bluetooth-Lautsprecher und das müssen wir im Hinterkopf behalten.

Allerdings für einen Mini-Bluetooth-Lautsprecher klingt die StormBox Micro 3 herausragend! Es ist hier klar eine massive Evolution zu beobachten, gerade verglichen mit älteren (und größeren) Modellen à la den frühen Anker-Soundcore-Modellen.

So liefert der Lautsprecher einen erstaunlich dynamischen und vollen Klang für die kompakte Bauform.

So haben wir sehr brillante und saubere Höhen. Diese würde ich glatt als perfekt einstufen. Stimmen werden wunderbar klar dargestellt und heben sich auch gut vom restlichen Klang ab.

Dabei sind die Bässe erstaunlich ordentlich. Der Kleine bringt einen überraschenden Tiefgang und durchaus einen guten „Punch“. Musik klingt voll und dynamisch.

Gerade bei normaler Zimmerlautstärke macht der StormBox Micro 3 richtig Spaß. Der Lautsprecher kann auch durchaus sehr laut werden und hält auch bei hoher Lautstärke eine gute Klangqualität, aber über ca. 70 % Lautstärke werden primär die Höhen lauter und der Bass hat ein Limit erreicht. Entsprechend übersteuert dieser aber auch nicht.

In dieser Größenklasse ist mir noch kein Bluetooth-Lautsprecher begegnet, der besser klingt! Beachtlich!

 

Fazit

Die Tribit StormBox Micro 3 macht genau das, was ein guter Mini-Bluetooth-Lautsprecher machen soll: Sie überzeugt mit einem Klang, der ihre kompakte Bauform regelrecht vergessen lässt. Klar, ein „großer“ Lautsprecher für 150 €+ klingt nochmal nach einer anderen Liga, aber das ist auch nicht der Anspruch. In ihrer Größenklasse ist mir bisher kein Bluetooth-Lautsprecher begegnet, der besser klingt!

Dazu kommt das robuste, outdoor-taugliche Paket: IP68-Wasserschutz, eine praktische Gummilasche zum Befestigen am Rucksack oder Lenker und eine satte Akkulaufzeit von rund 24 Stunden. Mit App-Support inklusive EQ ist die StormBox Micro 3 auch im Jahr 2026 zeitgemäß ausgestattet.

Kurzum: Für knapp über 50 € bekommst du hier einen herausragend klingenden, kompakten und robusten Begleiter für Wanderung, Camping oder die Fahrradtour. Suchst du genau das, ist die Tribit StormBox Micro 3 eine volle Empfehlung meinerseits!

Mit Ryzen Embedded R2514 und 10 Gbit LAN, das UGREEN DXP2800 GT im Test

UGREEN hat etwas überraschend zwei neue NAS Systeme auf den Markt gebracht, das DXP4800 GT und DXP2800 GT.

Die GT Modelle setzen sich dabei über die normalen DXP Modelle. So nutzen diese AMD Ryzen Embedded R2514 CPUs, verfügen über 10 Gbit LAN und akzeptieren sogar optional U.2 SSD!

Gerade der Ryzen Embedded R2514 ist eine sehr interessante Hardware Plattform, welche sogar ECC RAM unterstützt. Wollen wir uns in diesem Test einmal das 2 Bay Modell das UGREEN DXP2800 GT im Test ansehen!

An dieser Stelle vielen Dank an UGREEN für das zur Verfügung stellen des DXP2800 GT für diesen Test.

 

Das UGREEN DXP2800 GT im Test

Bei dem DXP2800 GT handelt es sich um das 2-Bay Modell der neuen GT Serie von UGREEN. Dieses setzt auf ein etwas „aggressiveres“ Design als die früheren Modelle.

So nutzt diese ein Bronze/Gold-Schwarzes Design. Der generelle Aufbau ist aber klassisch für ein NAS.

So haben wir auf der Front zwei Einschübe, welche 3,5 Zoll, 2,5 Zoll und U.2 Laufwerke fassen können. Zudem haben wir auf der Front weiße Status-LEDs, den Einschalter und zwei Anschlüsse.

Auf der Rückseite finden sich die weiteren Anschlüsse des NAS, wie auch der DC Port für das externe Netzteil und der Lüfter.

 

Anschlüsse

Aber was für Anschlüsse besitzt das DXP2800 GT?

  • 1x USB C 3.2 Gen 2 (10 Gbit)
  • 2x USB A 3.1 Gen 1 (5 Gbit)
  • 2x USB A 2.0
  • 1x 10 Gbit LAN
  • 1x HDMI

Das ist eine IO, die für ein NAS wenig zu wünschen übrig lässt!

 

3,5 Zoll, 2,5 Zoll, U.2 und NVME!

Was die akzeptierten Laufwerke angeht ist das DXP2800 GT extrem flexibel.

So haben wir zunächst die beiden Hot Swap Schächte. Diese akzeptieren 3,5 Zoll oder 2,5 Zoll SATA HDDs bzw. SSDs.

Allerdings kannst du hier auch U.2 SSDs verbauen! Ja, das DXP2800 GT hat eine SATA/U.2 fähige Backplane. In professionellen Server Systemen sieht man so etwas ab und an, aber in einem „Consumer“ NAS ist es das erste Mal, dass mir so etwas begegnet.

Neben diesen beiden Schächten haben wir aber auch noch 2x NVME SSD Slots!

Insgesamt kann also das „kleine“ DXP2800 GT bis zu 4 Laufwerke intern fassen.

 

RAM erweiterbar

Von Haus aus hat das DXP2800 GT solide 8 GB RAM. Allerdings wenn du viele Docker Container oder Virtuelle Maschinen nutzen willst, können 8 GB knapp sein.

Kein Problem, auf der Unterseite des NAS findet sich eine Klappe, unter der 2x SO-DIMM DDR4 Slots sind. So kannst du den Arbeitsspeicher frei erweitern.

Kleine Anmerkung, RAM wird bei NAS Systemen wie dem DXP2800 GT auch als Cache genutzt. Mehr RAM kann also auch Datenraten usw. leicht beschleunigen.

 

Umgekehrter Lüfter

99% aller NAS Systeme nutzen die „Server“ Standard Lüfterrichtung. Also vorne Luft ansaugen, hinten ausblasen.

UGREEN hat dies bei seinen NAS Systemen umgekehrt, was clever ist!

So saugt das DXP2800 GT von hinten die Luft über einen 80 mm Lüfter ein und bläst diese nach vorne durch die Laufwerke heraus. Dieses Design erlaubt es UGREEN, einen Staubfilter effektiv zu nutzen.

Bei anderen NAS Systemen ist dies in der Regel nicht möglich, da diese die Luft durch die Festplatten Schächte ansaugen, wo sich dann der Staub ablagert.

Hat dieses „umgekehrte“ Design auch Nachteile? In der Regel nur, wenn du das NAS in einem Rack nutzen würdest mit einem fest definierten Airflow. Da es sich bei dem DXP2800 GT aber um ein Desktop-NAS handelt, denke ich, ist das eher unwahrscheinlich.

 

Einrichtung

Wie bei praktisch allen UGREEN-NAS-Systemen kommt auch beim DXP2800 GT das gleiche Betriebssystem sowie die gleiche App zum Einsatz.

Generell hast du drei Wege, das NAS zu verwalten: über die WebUI im Browser, über die Smartphone-App oder über die Desktop-App für Windows.

Grundsätzlich würde ich sagen, von allen NAS Systemen auf dem Markt sind die UGREEN Modelle am meisten „auf die Generation Smartphone“ zugeschnitten.

Du kannst das DXP2800 GT also komplett nur via Smartphone nutzen, genauso gut funktioniert aber auch der umgekehrte Weg, du kannst es auch komplett über einen PC steuern.

Ich habe die komplette Erstinbetriebnahme über das Smartphone abgewickelt, was via UGREEN-App angenehm zügig und auch für Einsteiger machbar ist. Selbst Themen wie RAID-Level werden ordentlich erklärt. An manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Benutzerführung gewünscht, beispielsweise eine klare Empfehlung für das passende RAID-Level (bei einem 2-Bay-NAS wie dem DXP2800 GT in der Regel RAID 1). Im Großen und Ganzen aber eine der einsteigerfreundlichsten Einrichtungs-Erfahrungen, die du im NAS-Segment aktuell bekommst.

 

App

UGREEN geht bei seinen Apps einen anderen Weg als beispielsweise Synology oder QNAP. Statt einer ganzen Armada spezialisierter Apps gibt es hier nur eine einzige, die dafür aber alles abdeckt.

Über diese eine App kannst du das DXP2800 GT komplett verwalten, auf Daten zugreifen, Up- und Downloads starten, Bilder sortieren samt Auto-Upload und vieles mehr.

Das hat natürlich zur Folge, dass die App ziemlich „prall gefüllt“ daher kommt. UGREEN hat es zwar geschafft, eine gewisse Übersicht zu bewahren, beim ersten Öffnen kann das aber durchaus erschlagend wirken.

Trotzdem bleibe ich dabei, dass UGREEN-NAS-Systeme die beste Wahl sind, wenn dir die Bedienung per Smartphone-App besonders wichtig ist.

 

WebUI

Neben der App bietet das DXP2800 GT natürlich auch eine vollwertige WebUI. Wobei der Begriff WebUI fast schon untertrieben ist, denn was hier im Browser läuft, kommt eher einem eigenständigen Betriebssystem gleich.

Du bekommst eine Art Desktop inklusive Fenstermanagement geboten, auf dem Anwendungen parallel in separaten Fenstern laufen können. Mit an Bord sind unter anderem ein Dateimanager, ein Speichermanager, die Systemsteuerung und ein App Store.

Letzterer ist besonders relevant, denn über ihn lässt sich das NAS um weitere spannende Anwendungen erweitern. Vor allem die Foto-App ist hier einen genaueren Blick wert.

In der Systemsteuerung legst du Benutzerkonten an, konfigurierst die Netzwerk-Einstellungen oder regelst die Energieoptionen. Alles passiert über eine grafische Oberfläche mit Icons und Menüs. Im Vergleich zu Lösungen wie Unraid oder TrueNAS ist die Bedienung deutlich intuitiver.

Ganz so schick wie das DSM von Synology ist die Oberfläche zwar nicht, funktional gibt es aber nichts zu kritisieren. Wobei UGREEN hier in den letzten Monaten viel Feinschliff betrieben hat.

Nach Anlegen deines Benutzerkontos empfiehlt es sich, direkt in den Speichermanager zu wechseln, um die verbauten Festplatten oder SSDs zu einem RAID zu verschalten. Auch das geht dank grafischer Oberfläche ohne Vorkenntnisse von der Hand.

Im Wesentlichen wählst du nur das gewünschte RAID-Level und das Dateisystem (ext4 oder btrfs).

 

Welche Dienste werden unterstützt?

Folgende Dateidienste und Protokolle unterstützt das DXP2800 GT:

  • SMB (Windows File Share)
  • FTP (FTPS)
  • NFS
  • Rsync
  • WebDAV
  • Bonjour
  • wsdd2
  • UPnP
  • Telnet
  • SSH

Damit deckt das NAS alle relevanten Dienste ab.

 

UGREEN Fotos

Die Foto-App von UGREEN versteht sich im Kern als Alternative zu Cloud-Diensten wie Google Fotos. Hochgeladene Bilder landen in deinem persönlichen Bereich auf dem NAS und werden in der App als Timeline aufbereitet.

Daneben kannst du Bilder in Alben organisieren, teilen (optional mit Passwortschutz), auf einer Karte anzeigen und vieles mehr. Sogar eine Personen- und Objekterkennung ist mit dabei. Erkannte Gesichter werden auf Wunsch automatisch in entsprechenden Alben gruppiert.

Die Erkennung ist zwar nicht ganz auf dem Level von Cloud Diensten wie Google Fotos, aber tendenziell die stärkste aller „Consumer NAS Modelle“, die ich ansonsten kenne (Synology, QNAP usw.).

Auf UGREEN Fotos greifst du sowohl über die WebUI als auch über die Smartphone-App zu.

Letztere ermöglicht zudem das automatische Hochladen frisch geschossener Bilder im Hintergrund.

Damit ist die UGREEN-Foto-App aus meiner Sicht eine der wertvollsten Anwendungen im gesamten Software-Paket.

Ich würde mir lediglich wünschen, dass es eine Möglichkeit gäbe, einen Shortcut zu der Foto-App zu erhalten. Derzeit musst du, um an deine Fotos zu kommen, immer über die UGREEN NAS App gehen und dort dann in die Foto-App.

 

Mit Docker und Virtualisierung

Auch das DXP2800 GT unterstützt selbstverständlich Docker. Du kannst also beliebige Docker-Container auf dem NAS laufen lassen.

Im Gegensatz zu den günstigeren ARM-Modellen wie dem DH4300 Plus haben wir hier mit dem Ryzen Embedded R2514 jedoch eine vollwertige x86-CPU mit 4 Kernen und 8 Threads. Das macht in der Praxis einen großen Unterschied.

Container, die unter ARM nur eingeschränkt oder gar nicht laufen, sind hier kein Thema. Auch anspruchsvollere Anwendungen wie Jellyfin mit Transcoding, größere Datenbanken oder mehrere parallele Container sind problemlos drin.

Als reines Virtualisierungs-Monster würde ich das DXP2800 GT zwar nicht bezeichnen, für den typischen Heimanwender und auch ambitioniertere Home-Lab-Setups reicht die Leistung aber dicke aus.

Du kannst sogar komplette Betriebssysteme (Linux, Windows usw.) virtualisieren. Aber hier gilt auch, nicht übertreiben. Der R2514 hat zwar ausreichend Power, aber um gleich X Windows Systeme zu virtualisieren ist es doch nicht genug.

 

Ryzen Embedded R2514 ?

Das Herzstück des NAS stellt der Ryzen Embedded R2514 dar.

Feature AMD Ryzen Embedded R2514 Intel Processor N100
Architektur Zen+ (Picasso) Alder Lake-N (Gracemont E-Kerne)
Fertigung 12 nm 10 nm (Intel 7)
Kerne / Threads 4 Kerne / 8 Threads 4 Kerne / 4 Threads
Basistakt 2,1 GHz 1,0 GHz
Boost-Takt Bis zu 3,7 GHz Bis zu 3,4 GHz
L3-Cache 4 MB 6 MB
TDP (Stromverbrauch) 15 Watt (12–35 W konfigurierbar) 6 Watt
Arbeitsspeicher DDR4-2666 (Dual-Channel) DDR4, DDR5, LPDDR5 (Nur Single-Channel)
Integrierte Grafik AMD Radeon Vega 8 Intel UHD Graphics (24 EUs)
Erscheinungsjahr Ende 2022 Anfang 2023

 

Hier wird es nun etwas schwierig, denn grundsätzlich ist der Ryzen Embedded R2514 keine ganz frische CPU mehr! Diese basiert auf der Zen+ Architektur (Ryzen 2000).

Allerdings ist dieser Teil der Ryzen Embedded Serie, welche von AMD genau für solche Einsatzzwecke vorgesehen ist und auch langfristig unterstützt wird. Zudem bietet die CPU sogar optional ECC Support.

Leistungstechnisch setzt der Ryzen Embedded R2514 sich klar vor den Intel N100, muss sich aber dem Intel Core i3-1315U geschlagen geben, welcher z.B. im DXP4800 Pro steckt.

Müsste ich die CPUs, die UGREEN aktuell bei seinen NAS Systemen nutzt, ranken, wäre es wie folgt:

  • Intel Core i3-1315U – DXP4800 Pro
  • Intel Pentium Gold 8505 – DXP4800 Plus = Ryzen Embedded R2514 – DXP2800 GT
  • Intel N100 – DXP4800

Verglichen mit dem Intel Pentium Gold 8505 im DXP4800 Plus ist davon auszugehen, dass der Ryzen eine etwas bessere Multi Core Leistung hat, aber weniger Single Core Power.

Grundsätzlich ist der Ryzen Embedded R2514 also eine fähige CPU, welche auch problemlos mit einer Handvoll Docker Container klar kommt. Allerdings aufgrund des „Alters“ ist diese auch nicht mehr die Speerspitze der Leistung.

Fun Fakt, Synology nutzt in seinen High End NAS Systemen noch den Vorgänger des Ryzen Embedded R2514, den AMD Ryzen Embedded V1500B (in der 1200€ Synology DiskStation DS1825+).

 

Datenraten

Welche Datenraten kannst du nun vom UGREEN DXP2800 GT erwarten? Natürlich hängen diese ein gutes Stück von den verbauten Laufwerken ab. Hast du nur HDDs verbaut, limitieren diese bei einer 10 Gbit Verbindung deutlich. Bei NVME SSD sieht das besser aus, diese sind anscheinend mit PCIe 3.0 x2 angebunden, was einer theoretischen Bandbreite von 1,969 GB/s entspricht.

Folgende Datenraten konnte ich mit einer NVME SSD erreichen.

CrystalDiskMark spricht von 1137 MB/s lesend und maximal 789 MB/s schreibend. Lesend wären wir hier also am Limit der 10 Gbit LAN Verbindung, schreibend haben wir mit 789 MB/s eine sehr gute Datenrate, aber hier scheint etwas anderes der limitierende Faktor zu sein.

In der Praxis unter Windows konnte ich lesend um die 900 MB/s erreichen und schreibend um die 700 MB/s.

Gute Werte! Aber das NAS schafft nicht ganz bei mir im Test die vollen 10 Gbit.

Hast du nur ein 5 Gbit, 2,5 Gbit oder 1 Gbit Netzwerk, sieht es natürlich anders aus, dies schafft das NAS dann entsprechend voll.

 

Stromverbrauch

Ähnlich wie die Datenraten hängt auch der Stromverbrauch des UGREEN DXP2800 GT stark von den verbauten Laufwerken ab. Eine HDD benötigt 5 – 10 W, diese hätte also einen großen Einfluss auf den Stromverbrauch.

Schauen wir uns daher den Verbrauch nur mit einer NVME SSD an, welcher +- dem reinen „nackten“ Verbrauch des NAS entspricht.

So benötigt das UGREEN DXP2800 GT rund 8,9 W im Leerlauf. Bei Netzwerklast steigt der Verbrauch auf knapp über 10 W an.

Vergleichen wir dies mit anderen NAS Systemen:

Stromverbrauch mit 1x SSD
UGREEN NASync DH2300 2,9
UGREEN NASync DH4300 Plus 5
UGREEN DXP2800 GT 8,9
QNAP TS-253E 12
LincStation N2 13
QNAP TS-264 13,5
UGREEN NASync DXP4800 15,2
AOOSTAR WTR MAX 8845 23
UGREEN NASync iDX6011 Pro 24
UGREEN NASync DXP6800 Pro 26

 

Damit zählt das UGREEN DXP2800 GT zu den sparsamsten NAS Systemen, die ich bisher im Test hatte.

Fazit

Mit dem DXP2800 GT hat UGREEN ein erfreulich durchdachtes 2-Bay-NAS abgeliefert, das vor allem durch seine enorme Flexibilität auffällt. Wo sonst bekommst du in einem „Consumer“-NAS eine SATA/U.2-fähige Backplane? Nicht, dass ich glaube, viele von Euch eine U.2 SSD in dem NAS nutzen werden, aber dennoch „nice to have“.

Dazu kommt der 10-Gbit-LAN-Port und die starke IO (inkl. USB-C mit 10 Gbit und HDMI), die in dieser Klasse wenig Wünsche offenlässt.

Das Herzstück, der AMD Ryzen Embedded R2514, ist zwar keine taufrische CPU mehr und basiert auf der Zen+-Architektur. Trotzdem ist es eine vollwertige x86-Plattform mit 4 Kernen und 8 Threads, optionalem ECC-Support und langfristiger Unterstützung durch AMD. In der Praxis bedeutet das: Docker-Container, Jellyfin mit Transcoding und sogar Virtualisierung sind problemlos drin. Als reines „Virtualisierungs-Monster“ würde ich das DXP2800 GT zwar nicht bezeichnen, für den typischen Heimanwender und auch ambitioniertere Home-Lab-Setups reicht die Leistung aber aus.

Software-seitig setzt UGREEN wie gewohnt auf sein durchdachtes UGREEN OS samt der starken Foto-App, die für mich nach wie vor das wertvollste Feature im gesamten Ökosystem ist. Mit KI-Gesichts- und Objekterkennung bekommst du hier eine der besten Google-Fotos-Alternativen unter allen Consumer-NAS-Systemen.

Auch der Stromverbrauch von nur rund 8,9 W im Leerlauf (ohne HDDs) ist klasse und macht das DXP2800 GT zu einem der sparsamsten NAS mit dieser Ausstattung, das ich bisher in den Fingern hatte. Beim Durchsatz erreichte es bei mir lesend um die 900 MB/s und schreibend um die 700 MB/s, gute Werte, auch wenn die vollen 10 Gbit im Test nicht ganz erreicht wurden.

Kleinere Kritikpunkte gibt es aber auch: Die CPU ist altersbedingt nicht mehr die Speerspitze der Leistung, und ein direkter Shortcut zur Foto-App, ohne den Umweg über die NAS-App, wäre weiterhin praktisch.

Unterm Strich ist das UGREEN DXP2800 GT eine klare Empfehlung, wenn du ein maximal flexibles, sparsames 2-Bay-NAS mit x86-CPU, 10-Gbit-LAN und exzellenter Software suchst. Brauchst du etwas mehr Single-Core-Power oder vier Bays, dann schau dir die größeren DXP4800-Modelle an.

Beyerdynamic AMIRON ZERO SPORT im Test: Die aktuell besten offenen Ohrhörer? (Ja)

Offene Bluetooth Ohrhörer liegen voll im Trend! Es gibt im Alltag oder beim Sport einfach viele Situationen, in denen es schön ist, etwas Musik auf den Ohren zu haben, aber du vielleicht dennoch etwas von deiner Umgebung mitbekommen möchtest oder musst.

Nun hat der deutsche Hersteller Beyerdynamic seine ersten offenen Bluetooth Ohrhörer im „Clip-Design“ auf den Markt gebracht, die AMIRON ZERO SPORT.

Diese sollen dabei neben dem offenen und luftigen Design auch mit einem hohen Tragekomfort und vor allem einem guten Klang überzeugen. Gerade Letzteres ist bei offenen Ohrhörern gar nicht so einfach!

Wollen wir uns die Beyerdynamic AMIRON ZERO SPORT einmal im Test ansehen und schauen, ob diese Modellen wie den EarFun Clip 2 oder Baseus MC2 wirklich überlegen sind!

An dieser Stelle vielen Dank an Beyerdynamic für das Zur-Verfügung-Stellen der AMIRON ZERO SPORT für diesen Test.

 

Die Beyerdynamic AMIRON ZERO SPORT

Die AMIRON ZERO SPORT setzen auf ein recht ungewöhnliches und „neues“ Design, das wir bei offenen Ohrhörern zunehmend mehr sehen. So besitzen die Ohrhörer eine „C“-Form. Der Lautsprecher ist von der restlichen Elektronik durch einen Bügel getrennt.

Dabei sind die Ohrhörer qualitativ sehr hochwertig und, wie ich finde, auch schick designt. Vor allem die Schwarz/Orange Version finde ich ziemlich cool.

Wie bei True Wireless Ohrhörern üblich, werden auch die AMIRON ZERO SPORT in einer Lade-/Transport-Box geliefert. Diese ist aber verglichen mit den Ohrhörern etwas einfacher gestaltet. So besteht diese einfach aus einem schwarzen Soft-Touch-Kunststoff.

Mit einer Ladung halten die AMIRON ZERO SPORT ca. 6 Stunden laut Beyerdynamic durch, was ich +- bestätigen kann. Die Ladebox kann die Ohrhörer dabei rund 2x unterwegs aufladen, ehe diese dann selbst via USB-C geladen werden muss.

 

Tragekomfort

Im ersten Moment mag die Trageart der AMIRON ZERO SPORT etwas ungewöhnlich wirken. Diese werden an deine Ohrmuschel „angeheftet“, so dass der eine Teil in deine Ohren zeigt und der andere hinter deinem Ohr hängt.

Hält das? Ja! Erstaunlicherweise funktioniert dieses Prinzip sehr gut und selbst beim Joggen und Laufen halten die AMIRON ZERO SPORT problemlos und sicher.

Dabei ist das Tragegefühl auch sehr angenehm! Im Allgemeinen fühlen sich die Ohrhörer sehr schön luftig an. Du hast nicht dieses Gefühl, permanent etwas in den Ohren stecken zu haben.

Allerdings sind die AMIRON ZERO SPORT z.B. etwas größer und „fester“ sitzend als die Baseus Bowie MC2, welche entsprechend noch etwas entspannter sind beim Tragekomfort.

Das ist aber schon Meckern auf einem sehr hohen Level! Ich würde den Tragekomfort der AMIRON ZERO SPORT mit einer 2+ bis 1- bewerten.

 

Mit App Support

Die AMIRON ZERO SPORT bringen auch eine Unterstützung für die Beyerdynamic App mit. Die Beyerdynamic App ist sehr gut gelungen! Ich mag die App sehr gerne.

Über diese kannst du vor allem den EQ ein Stück weit anpassen (Anpassungen wirken sich hier aber nicht so extrem aus), die Trageerkennung ein-/ausschalten, Firmware-Updates einspielen usw.

 

Ein offener Klang

Eines vorweg, und das ist wirklich wichtig! Wenn du dir von offenen Bluetooth Ohrhörern den ganz großen klanglichen Wurf erhoffst, muss ich dich an dieser Stelle etwas bremsen.

Selbst Modelle jenseits der 200€ sind klanglich nicht mit normalen in-Ears vergleichbar, und auch die AMIRON ZERO SPORT sind hier keine Ausnahme. So klingen z.B. die Beyerdynamic AMIRON 100 „besser“.

Der Grund ist simpel: in-Ears verschließen deinen Gehörgang und haben es dadurch von Natur aus deutlich leichter, einen druckvollen und direkten Klang abzuliefern.

Das heißt aber nicht, dass die AMIRON ZERO SPORT schwach klingen, ganz im Gegenteil (dazu gleich mehr). Offene Ohrhörer dieser Art folgen schlicht einer ganz anderen Klangphilosophie.

Der große Vorteil: Du bleibst voll mit deiner Umgebung verbunden. Eine echte Dämpfung von Außengeräuschen gibt es nicht. Unterhaltungen, eine klingelnde Türklingel, vorbeifahrende Autos oder zwitschernde Vögel, all das nimmst du weiter ganz natürlich wahr. Je nach Musiklautstärke variiert das natürlich ein wenig, aber dein Gehör für die Umgebung bleibt praktisch unangetastet.

Das schafft in dieser Form nicht mal der ohnehin schon hervorragende Transparenz-Modus der Apple AirPods Pro.

Am ehesten kannst du dir den Klang der Beyerdynamic AMIRON ZERO SPORT so vorstellen, als hättest du zwei kleine Lautsprecher direkt auf den Schultern sitzen, die in deine Ohren spielen.

Klanglich weniger direkt und „druckvoll“, aber offener, freier und natürlicher.

 

Klanglich die besten bisher!

Behalten wir die ganze offene Ohrhörer vs. geschlossene Ohrhörer Geschichte im Hinterkopf, aber konzentrieren wir uns auf den Klang und wie gut dieser für offene Ohrhörer ist.

In den letzten Wochen hatte ich bereits folgende offene Ohrhörer getestet:

Und im direkten Vergleich kann ich klar sagen, die Beyerdynamic AMIRON ZERO SPORT sind die besten offenen Ohrhörer, die ich bisher im Test hatte, was den Klang betrifft!

So haben die AMIRON ZERO SPORT den „direktesten“ Klang. Das wirkt sich vor allem auf den Bass aus. So haben die Ohrhörer einen vergleichsweise kräftigen und vor allem voluminösen Bass. Natürlich ist er nicht mit normalen in-Ears vergleichbar, aber es ist klar zu hören, dass die Ohrhörer recht viel „Volumen“ haben. Im Bass steckt eine gewisse Masse.

Hinzu kommt, dass die Ohrhörer von Haus aus eine etwas wärmere Klangsignatur mitbringen.

Die Höhen sind grundsätzlich gut, aber etwas weniger brillant und scharf als z.B. bei den Baseus oder EarFun. Hier lässt sich aber problemlos über die Beyerdynamic App nachhelfen, solltest du etwas mehr Schärfe in den Höhen bevorzugen.

Stimmen, sowohl bei Gesang als auch in Videos, Hörbüchern und Podcasts, werden sehr natürlich dargestellt! Das ist bei dieser Art Ohrhörer ein absolutes Highlight.

Wenn du ein Hörbuch hörst, klingt es nicht so, als wäre der Sprecher in deinem Ohr, sondern als würde er neben dir stehen. Ich finde dies sehr angenehm.

Daher machen mir die AMIRON ZERO SPORT auch gerade für Podcasts und Hörbücher sehr viel Freude.

Unterm Strich lässt sich aber klar festhalten: Das Highlight an den Beyerdynamic AMIRON ZERO SPORT ist der vergleichsweise kräftige und volle Bass, für die offene Bauform.

Kleiner Kritikpunkt: Bei maximaler Lautstärke wird der Bass hörbar reduziert bzw. ab 75%+ Lautstärke wird der Tiefbass nicht weiter lauter. Entsprechend erreichen die AMIRON ZERO SPORT ihren „besten“ Klang auch bei +- 75% Lautstärke. Positiv wiederum: Für offene Ohrhörer sind diese auch etwas überdurchschnittlich laut.

75% entsprechen hier +- der maximalen Lautstärke der anderen Modelle.

 

Fazit

Das Fazit zu den Beyerdynamic AMIRON ZERO SPORT fällt mir leicht: Wenn du offene Bluetooth Ohrhörer suchst, die klanglich an der Spitze ihrer Gattung mitspielen, dann führt aktuell kaum ein Weg an ihnen vorbei.

Beyerdynamic gelingt hier ein richtig starker Einstand. Die Verarbeitung ist hochwertig, das „C“-Design schick (vor allem in Schwarz/Orange) und der Tragekomfort top. Die Ohrhörer sitzen selbst beim Joggen sicher und fühlen sich dabei angenehm luftig an, ohne dieses typische „Fremdkörpergefühl“ im Ohr.

Das eigentliche Highlight ist aber der Klang. Im direkten Vergleich zu den Shokz Openrun Pro 2, EarFun Clip 2 und Baseus Bowie MC2 sind die AMIRON ZERO SPORT klar die besten offenen Ohrhörer, die ich bisher im Test hatte. Der vergleichsweise kräftige und voluminöse Bass, die warme Klangsignatur und die sehr natürliche Stimmwiedergabe machen sie gerade für Podcasts und Hörbücher zu einem echten Genuss.

Wichtig bleibt aber im Hinterkopf: Offene Ohrhörer sind und bleiben eine eigene Klangphilosophie. Du bekommst hier keinen druckvollen in-Ear-Sound, sondern einen offenen, freien und natürlichen Klang, bei dem du voll mit deiner Umgebung verbunden bleibst. Genau das ist ja der Sinn der Sache. Kleinere Kritikpunkte gibt es bei der etwas reduzierten Bass-Leistung an der oberen Lautstärkegrenze und den von Haus aus etwas weniger brillanten Höhen; Letzteres lässt sich aber bequem über die wirklich gut gelungene Beyerdynamic App nachjustieren.

Suchst du also offene Ohrhörer mit dem aktuell besten Klang und legst Wert auf einen kräftigen Bass und natürliche Stimmen? Dann greif zu! Volle Empfehlung meinerseits für die Beyerdynamic AMIRON ZERO SPORT.

Magst du es beim Tragekomfort noch eine Spur entspannter und „lockerer“, lohnt alternativ ein Blick auf die Baseus Bowie MC2, welche aber ein stück schlechter klingen.

Beyerdynamic AMIRON ZERO SPORT
Positiv
Bester Klang seiner Klasse im bisherigen Test
Kräftiger und voluminöser Bass (für die offene Bauform)
Sehr natürliche Stimmwiedergabe (ideal für Podcasts & Hörbücher)
Hochwertige Verarbeitung und schickes Design
Sicherer Halt auch beim Sport
Angenehm luftiger Tragekomfort
Sehr gute Beyerdynamic App mit EQ-Anpassung
Negativ
Klang nicht mit klassischen in-Ears vergleichbar (bauartbedingt)
Bass wird ab +- 75 % Lautstärke nicht weiter kräftiger
90

sharge HyperTower 170 im Test: 25.000 mAh, 170 W und 120 W Xiaomi Hypercharge

Sharge bietet mit seinem HyperTower 170 eine Alternative zur beliebten Anker A1695 25.000 mAh Powerbank mit 165 W und der UGREEN PB728 Nexode Pro (200 W) an.

So bietet der HyperTower ein sehr ähnliches Design, ebenfalls 25.000 mAh und 2x praktische integrierte Ladekabel. Leistungstechnisch setzt sich dieser mit 170 W zwischen die Anker und die UGREEN.

Aber wie sieht es in der Praxis aus? Gibt es vielleicht versteckt doch ein paar Unterschiede?

Welche ist die derzeit beste 25.000 mAh Powerbank mit integrierten Ladekabeln?

Finden wir dies im Test der sharge HyperTower 170 heraus!

 

Die sharge HyperTower 170 im Test

Sharge setzt bei seinem HyperTower 170 auf das derzeit so beliebte Säulen-Design. Dabei misst dieser 159 x 53 x 52,5 mm und bringt 688 g auf die Waage.

Verglichen mit der Anker und UGREEN 25.000 mAh Powerbank ist dieser damit allerdings die größte und schwerste.

  • Sharge – 159 x 53 x 52,5 mm (442 cm³) – 688 g
  • Anker – 158 x 54 x 49 mm (418 cm³) – 591 g
  • UGREEN – 157 x 54 x 52 mm (441 cm³) – 631 g

In der Praxis ist allerdings der sharge HyperTower 170 und vor allem die UGREEN Nexode Pro vom Formfaktor sehr dicht beieinander.

Die Optik ist natürlich Geschmackssache, gerade in der weiß/crème-farbenen Version, die ich habe. Allerdings bei der Haptik gibt es nichts zu bemängeln. Die Powerbank ist stabil und gut gebaut.

 

Zwei integrierte Kabel

Eins der Highlights, zumindest für mich, sind die integrierten Ladekabel. Ja, integrierte Ladekabel sind ein strittiger Punkt, da diese eine weitere potenzielle Fehlerstelle sind.

Allerdings finde ich diese im Alltag einfach nützlich! Gerade wenn die Kabel wie hier umgesetzt sind.

So haben wir zunächst ein ca. 25 cm USB-C-Kabel, welches eine Doppelfunktion als Handschlaufe hat. Aber wir haben auch ein ausziehbares Ladekabel. Dieses ist auf der Oberseite und lässt sich auf Wunsch auf bis zu 65 cm ausziehen.

Und das ist eine ganz angenehme Länge und auch ein Grund, warum ich z. B. die Anker Powerbank im Alltag sehr viel nutze.

 

Umfangreiches Display

Auf der Front der Powerbank finden wir ein recht großes LCD-Farbdisplay. Dieses liefert dir folgende Informationen:

  • Kapazität in %
  • Verbleibende Laufzeit / Ladezeit
  • Aktive Anschlüsse
  • Eingangs-/Ausgangsleistung in Watt
  • Leistung in Watt pro Port
  • Spannung pro Port
  • Strom in Ampere pro Port
  • Zyklen
  • Temperatur
  • Insgesamt ausgegebene Leistung in Wh
  • Insgesamt aufgenommene Leistung in Wh

Damit ist dies eins der umfangreichsten Displays, die ich bisher in einer Powerbank gesehen habe!

So zeigt dieses praktisch alles Erdenkliche an und ist damit auch im Alltag ein Pluspunkt. Neben dem Akkustand in % ist hier vor allem die Eingangs- und Ausgangsleistung interessant und relevant.

 

Anschlüsse des HyperTower 170

Neben den beiden integrierten USB-C-Kabeln besitzt die Powerbank auch einen zusätzlichen USB-C- und USB-A-Port.

  • USB-C – 100 W PD – 5V/3A, 9V/3A, 12V/3A, 15V/3A, 20V/5A
  • USB-A – 30 W Quick Charge – 5V/3A, 9V/3A, 12V/2,5A, 20V/1,5A

Alle USB-C-Anschlüsse der Powerbank bieten eine maximale Leistung von 100 W nach dem USB Power Delivery Standard.

Es ist zwar schade, dass wir hier keine 140 W haben, aber 100 W ist bereits eine sehr ordentliche Leistung, die für 99 % aller Geräte gut ausreicht, inklusive Notebooks.

Insgesamt hat die Powerbank eine maximale Ausgangsleistung von 170 W, wenn du mehrere Anschlüsse gleichzeitig nutzt.

 

PPS-Stufen

Alle USB-C-Anschlüsse des HyperTower 170 bieten die gleiche Unterstützung für den PPS-Standard.

  • 5–21 V bei bis zu 5 A

Das ist ein perfekter PPS-Support! Besser geht es nicht. Somit kann die Powerbank problemlos alle aktuellen Samsung-, Apple-, Google-Pixel- und auch sehr viele chinesische Smartphones mit dem vollen Tempo laden.

 

3x sehr ähnliche Powerbanks

Wir hatten uns bereits die Anker A1695 25.000 mAh Powerbank mit 165 W und die UGREEN PB728 Nexode Pro 25.000 mAh 200 W im Test und Vergleich angesehen.

Diese beiden Powerbanks sind sich extrem ähnlich! So ähnlich, dass es mich nicht verwundern würde, wenn sie aus der gleichen Fabrik kommen.

Und selbiges denke ich auch über den sharge HyperTower 170. Auch dieser ist in vielen Belangen verdächtig ähnlich. Es gibt Unterschiede im Detail, aber mich würde es nicht wundern, wenn alle drei Modelle vom gleichen Fertiger stammen.

 

Xiaomi Hypercharge 120 W

Spannenderweise unterstützt die sharge HyperTower 170 den proprietären Xiaomi Hypercharge Standard und dies mit bis zu 120 W!

  • Hyper Charge – 5–11 V bei bis zu 6,1 A, 5–20 V bei bis zu 6 A

Die Anker 25.000 mAh Powerbank unterstützt gar kein Hypercharge und die UGREEN „nur“ bis 90 W. Mit 120 W Hypercharge ist die HyperTower 170 für Xiaomi-Nutzer sehr spannend!

 

Konstant 100 W?

Sehr viele High-Power-Powerbanks können nicht konstant die vom Hersteller beworbene Leistung liefern, sondern drosseln sich irgendwann aufgrund der Temperatur herunter.

Dies gilt auch für die 25.000 mAh Modelle von Anker und UGREEN.

Was ist mit der HyperTower 170?

Auch diese kann weder konstant 170 W noch 100 W liefern. So konnte diese ca. 38 Minuten lang bzw. bis zu einer Restladung von 20 % 100 W bereitstellen.

Danach haben wir eine Drosselung auf 60 W. Verglichen mit den anderen 25.000 mAh Modellen von Anker und UGREEN ist das leicht das beste Abschneiden. Die beiden anderen drosseln noch schneller.

 

Wie hoch ist die echte Kapazität?

Laut Sharge soll der HyperTower 170 eine ordentliche Kapazität von 25.000 mAh mitbringen. Aber wie sieht es in der Praxis aus? Hier ist es in einem gewissen Rahmen normal, dass die echte nutzbare Kapazität etwas unter der Herstellerangabe liegt.

  Wh mAh mAh @3,7V %
5V/2A 78,12 15051 21113 84 %
9V/1A 78,69 8617 21268 85 %
9V/3A 71,10 7854 19217 77 %
20V/1A 80,88 4016 21859 87 %
20V/3A 75,71 3776 20463 82 %
Im Schnitt 76,90   20784 83 %

 

Im Schnitt konnte die HyperTower 170 bei mir eine Kapazität von 20.784 mAh bzw. 76,9 Wh erreichen.

Das sind 83 % der Herstellerangabe, was ein solides Abschneiden ist.

Damit liegt die HyperTower 170 leicht über den 25.000 mAh Modellen Anker und UGREEN.

  • Anker A1695: 20.065 mAh bzw. 74,24 Wh im Schnitt – ca. 80 % der Herstellerangabe
  • UGREEN PB728: 20.546 mAh bzw. 76,02 Wh im Schnitt – ca. 82 % der Herstellerangabe

Allerdings sind alle drei Modelle so dicht beieinander, dass dies in der Praxis kaum einen bemerkenswerten Unterschied machen wird.

 

Ladedauer

Ist nun die Powerbank leer, wie lange dauert das Laden? Grundsätzlich kann der sharge HyperTower 170 mit bis zu ca. 100 W laden.

Im Test dauerte eine 0 %- auf 100 %-Ladung der HyperTower 170 ca. 1:17 h. Und das ist ein auffälliges Ergebnis, welches ich aber reproduzieren kann!

So ist dies deutlich schneller als die Ladegeschwindigkeit der 25.000 mAh Powerbanks von Anker und UGREEN. Diese brauchen um die 2 Stunden.

Generell lädt damit die HyperTower 170 erfreulich flott!

 

Fazit

Die sharge HyperTower 170 gefällt mir! Und das sage ich nicht leichtfertig, denn mit der Anker A1695 und der UGREEN Nexode Pro stehen zwei starke Konkurrenten im Raum, die ich bereits ausführlich getestet habe.

Aber fangen wir von vorne an: Klar, die HyperTower 170 ist die größte und schwerste der drei 25.000 mAh Powerbanks. Das ist ein Punkt, den du im Hinterkopf behalten solltest. Wer es möglichst kompakt und leicht mag, greift zur Anker.

In allen anderen Belangen kann sich die sharge HyperTower 170 aber sehr gut behaupten – und in einigen Punkten sogar leicht absetzen.

Das fängt beim Wärmemanagement an. Alle drei Modelle drosseln sich bei längerem Betrieb herunter, das ist keine Überraschung. Aber die HyperTower 170 schlägt sich hier am besten. Knapp 38 Minuten auf 100 W, bevor die Drosselung auf 60 W einsetzt – das ist mehr als Anker und UGREEN liefern. Im Alltag macht das einen Unterschied, wenn du z. B. ein Notebook über längere Zeit laden möchtest.

Hinzu kommt die Ladegeschwindigkeit der Powerbank selbst: Rund 77 Minuten von 0 auf 100 % ist schlicht beeindruckend und deutlich schneller als die rund 2 Stunden bei Anker und UGREEN.

Und dann ist da noch der Xiaomi Hypercharge mit bis zu 120 W. Die UGREEN kommt hier auf 90 W, die Anker unterstützt ihn gar nicht. Bist du Xiaomi-Nutzer, ist die Entscheidung eigentlich klar.

sharge Laptop Powerbank 170W, HyperTower 170 Schnellladegerät...

Pro

  • Ordentliche Kapazität
  • Sehr umfangreiches Farbdisplay
  • Schnelles Laden in 77 Minuten
  • 120 W Xiaomi Hypercharge Support
  • Perfekter PPS-Support (5–21 V / bis zu 5 A)
  • Praktische integrierte Kabel inkl. ausziehbares 65-cm-Kabel
  • Besseres Wärmemanagement als Anker und UGREEN

Kontra

  • Größer und schwerer als die Anker und UGREEN 25.000 mAh 
  • Kein 140 W USB-C-Ausgang
  • Nicht konstant 100 W

Das Display ist eines der umfangreichsten, die ich in einer Powerbank gesehen habe – hier bekommst du wirklich alle Informationen, die du dir wünschen kannst.

Unterm Strich: Der sharge HyperTower 170 ist mein aktueller Favorit unter den 25.000 mAh Powerbanks mit integrierten Kabeln. Die Unterschiede zur Anker und UGREEN sind nicht riesig, aber sie sind spürbar – und der HyperTower 170 liegt in den entscheidenden Disziplinen leicht vorne.

Das UGREEN NASync DH2300 im Test – 2-Bay-NAS mit RK3576 und KI-Foto-Erkennung für 200 €

Wenn du nach einem möglichst günstigen, aber umfangreichen NAS-System suchst, wirst du vermutlich über UGREEN stolpern. Dieses bietet mittlerweile ein recht umfangreiches NAS-Lineup an. Das kleinste und vor allem auch günstigste Modell in diesem Lineup ist das DH2300, der kleine Bruder des DH4300 Plus.

So bekommst du dieses NAS für rund 200 €, wie üblich aber ohne Festplatten.

Für ein Marken-NAS mit einem umfangreichen Betriebssystem und einigen KI-Funktionen ein Kampfpreis!

Aber wie sieht es in der Praxis aus? Ist das UGREEN NASync DH2300 eine gute Wahl für jemanden, der ein einfaches NAS für die Sicherung seiner Smartphone-Bilder und Daten sucht?

Finden wir es im Test heraus!

An dieser Stelle vielen Dank an UGREEN für das Zurverfügungstellen des DH2300 für diesen Test.

 

Das UGREEN NASync DH2300 im Test

Bei dem DH2300 handelt es sich um ein 2-Bay-NAS-System. Dieses kann also bis zu 2 Festplatten fassen. Diese werden über einen Deckel auf der Oberseite eingesetzt und definieren auch so etwas den Formfaktor des NAS.

So misst dieses 210 x 98 x 151 mm und ist somit nur etwas größer als 2x 3,5 Zoll HDDs nebeneinander.

Dabei besteht das NAS komplett aus Kunststoff, sieht aber mit seinem Grau recht professionell und schick aus.

Die 3,5-/2,5-Zoll-Laufwerke sitzen jeweils in Hot-Swap-Rahmen.

Anschlüsse

Auf den ersten Blick bietet das DH2300 eine recht umfangreiche Ausstattung an Anschlüssen

  • 1x Gbit LAN
  • 1x USB-C 5 Gbit
  • 2x USB-A 5 Gbit
  • 1x HDMI
  • 1x DC-Eingang

Nur Gbit LAN

Leider verfügt das DH2300 nur über einen Gbit-LAN-Port. Was bedeutet das? In der Praxis liegt die maximale Datenrate zum NAS bei rechnerisch 120 MB/s.

Zum Vergleich, das DH4300 Plus hat 2,5 Gbit LAN und kann somit über 250 MB/s bewältigen.

Normalerweise würde ich im Jahr 2026 über einen Gbit-LAN-Port bei einem NAS meckern, allerdings richtet sich das DH2300 an eine Zielgruppe, die vermutlich eh primär über WLAN und das Smartphone auf das NAS zugreift. Hier ist Gbit LAN in der Praxis meist nicht mal der Flaschenhals.

Gehörst du also auch zu den Nutzern, die das NAS einfach als „Backup-System“ für Smartphone-Fotos usw. nutzen wollen, dann ist der Gbit-LAN-Port für dich keine Einschränkung.

Willst du allerdings die maximale Datenrate von z. B. einem Desktop-System aus, dann würde ich eher zu einem der anderen UGREEN-Modelle greifen.

 

2x Festplatten

Das DH2300 fasst bis zu 2x Festplatten (oder 2,5-Zoll-SSDs).

Wichtig: Für die Nutzung musst du mindestens eine HDD verbauen, allerdings wäre es besser, wenn du zwei verbaust. Warum?

Wenn du nur eine Festplatte (HDD) verbaust und diese ausfällt, sind alle Daten weg. Verbaust du nun zwei, hast du die Wahl.

Option A: Du kannst einstellen, dass erst die eine HDD beschrieben wird und dann die andere (JBOD). Hast du z. B. 2x 4 TB verbaut, hast du so 8 TB nutzbare Kapazität.

Option B: Du kannst Daten spiegeln. So werden alle Daten immer auf beide HDDs geschrieben, fällt eine aus, sind deine Daten noch da. Allerdings halbiert das die nutzbare Kapazität, hast du 2x 4 TB HDDs, dann hast du nur 4 TB nutzbare Kapazität, aber eine erhöhte Datensicherheit.

Alternativ oder besser noch zusätzlich kann das NAS automatisch Daten auf eine externe USB-HDD sichern. Dies kannst du über die Benutzeroberfläche einstellen und bietet einen zusätzlichen Schutz für deine Daten.

 

Der Rockchip RK3576

Wie auch beim DH4300 Plus setzt UGREEN beim DH2300 auf einen Rockchip-SoC, in diesem Fall den RK3576. Hierbei handelt es sich quasi um den kleinen Bruder des RK3588C, der im DH4300 Plus zum Einsatz kommt.

Auch der RK3576 ist ein ARM-Chip mit 8 Kernen, allerdings setzt dieser auf etwas ältere und langsamere Kern-Generationen:

  • Rockchip RK3576
  • 8 Kerne (Octa-Core)
  • 4x ARM Cortex-A72 @ bis zu 2,2 GHz
  • 4x ARM Cortex-A53 @ bis zu 1,8 GHz
  • GPU – ARM Mali-G52 MC3
  • NPU – bis zu 6 TOPS
  • VPU – 8K@30fps H.265/HEVC Decoding

Im direkten Vergleich zum RK3588C nutzt der RK3576 die älteren Cortex-A72- und A53-Kerne anstelle der moderneren A76- und A55-Kerne. In der Praxis bedeutet das weniger CPU-Leistung pro Takt. Auch die GPU fällt mit der Mali-G52 MC3 kleiner aus als die Mali-G610 MP4 des RK3588C.

Erfreulich ist allerdings, dass UGREEN bei der NPU nicht gespart hat! Der RK3576 verfügt ebenfalls über eine 6 TOPS NPU, welche von UGREEN für die KI-Foto-Erkennung und Sortierung genutzt wird. Hier solltest du in der Praxis kaum einen Unterschied zum DH4300 Plus merken.

Unterm Strich ist der RK3576 eine logische Wahl für ein günstiges NAS wie das DH2300. Du verlierst theoretisch etwas CPU- und GPU-Leistung gegenüber dem RK3588C, was aber in der Praxis kaum auffallen sollte.

Selbst das Verarbeiten von Vorschaubildern usw. ist erstaunlich flott.

 

Das UGREEN OS

Beim Betriebssystem setzt UGREEN über das gesamte Lineup auf die gleiche Software. Das heißt, auch beim DH2300 bekommst du im Kern das gleiche UGREEN OS wie beim großen DXP4800 oder DH4300 Plus, ohne Abstriche bei den Funktionen.

Grundsätzlich hast du 3 Möglichkeiten, das NAS zu verwalten: über die WebUI im Browser, über die Smartphone-App oder über die Windows-App.

Wie bereits beim DH4300 Plus zu sehen war, ist das UGREEN OS deutlich auf die „Generation Smartphone“ optimiert. Du kannst das DH2300 komplett ohne PC einrichten und bedienen, was gerade bei einem Einstiegs-NAS wie diesem auch absolut Sinn ergibt.

Die WebUI erinnert dabei eher an ein vollwertiges Betriebssystem als an eine klassische NAS-Oberfläche. So gibt es einen Desktop mit Fenstermanager, einen App Store, einen Dateimanager und eine Systemsteuerung. Anwendungen laufen in separaten Fenstern parallel. Insgesamt ist das Ganze intuitiver aufgebaut als beispielsweise TrueNAS oder Unraid und für Einsteiger gut geeignet.

 

Die UGREEN App

UGREEN geht bei seinen Apps einen etwas anderen Weg als Synology und QNAP. So bietet UGREEN nur eine App an, welche allerdings „alles“ kann. Über diese eine App kannst du das DH2300 komplett verwalten, Daten abrufen, herunterladen, hochladen, Bilder sortieren inklusive Auto-Upload, den Systemstatus prüfen und vieles mehr.

Das hat einen großen Vorteil: Du musst dich nicht durch 5 verschiedene Apps wühlen, sondern hast alles an einem Ort. Gleichzeitig ist die App hierdurch natürlich „gut gefüllt“ und kann auf den ersten Blick etwas überfordern. UGREEN hat aber einen ordentlichen Job gemacht, die Übersichtlichkeit beizubehalten. Die wichtigsten Funktionen wie der Dateimanager, die Foto-App und die Systemkontrolle sind direkt auf der Startseite erreichbar.

Gerade beim DH2300 ist die App aus meiner Sicht der wichtigste Zugangsweg. Wie bereits erwähnt, richtet sich das NAS primär an die „Generation Smartphone“, und genau hier spielt die App ihre Stärken aus. Die komplette Einrichtung des NAS kannst du bequem über die App machen, ohne jemals einen PC anzufassen.

 

UGREEN Fotos

Die Foto-App von UGREEN soll im Kern eine Alternative zu Diensten wie Google Fotos darstellen. Und genau für diesen Einsatzzweck ist das DH2300 ja vermutlich für die meisten gedacht!

Bilder, die du hochlädst, landen in deinem persönlichen Ordner auf dem NAS und werden in der App in einer Art Timeline angezeigt. Sehr praktisch ist hierbei der automatische Upload vom Smartphone. Einmal eingerichtet, werden alle neuen Bilder automatisch im Hintergrund auf das NAS gesichert. Damit ersetzt das DH2300 in der Praxis Dienste wie Google Fotos oder iCloud.

Funktional bekommst du folgende Features:

  • Timeline-Ansicht aller Bilder
  • Alben (auch mit Passwort teilbar)
  • Karten-Ansicht nach GPS-Daten
  • KI-Gesichtserkennung mit Personen-Alben
  • KI-Objekterkennung
  • Automatischer Smartphone-Upload

Die KI-Gesichts- und Objekterkennung läuft über die NPU, was diese Prozesse deutlich beschleunigt und gleichzeitig energieeffizient hält. Die Gesichtserkennung funktioniert in meinen Tests sehr zuverlässig, genau wie die Texterkennung.

Beispielsweise kannst du nach „Blumen“ suchen, dann zeigt dir die App Bilder von Blumen an, Bilder, auf denen der Text Blumen zu sehen ist, und falls du mal Bilder an einem Ort mit dem Namen „BlumenXYZ“ (wie ich am „Blumenhof“) gemacht hast.

Gerade diese Textsuche kann sehr nützlich sein! Du hast ein Schild oder eine Karte abfotografiert und kannst dich noch an irgendwas davon erinnern? Dann kannst du einfach danach suchen.

Erfreulicherweise ist auch die Objekterkennung ordentlich! Nein, Google Foto ist hier besser mit den Google-Datencentern im Hintergrund, aber einfachere Objekte wie Hunde, Blumen, Pferde, Strand usw. werden erstaunlich gut und zuverlässig erkannt. Besser als bei den meisten NAS-Konkurrenten.

Damit ist die UGREEN-Foto-App aus meiner Sicht die „wertvollste“ App des DH2300 und auch der Hauptgrund, sich überhaupt für dieses NAS zu entscheiden.

Was ich mir allerdings wünschen würde, wäre ein schnellerer Zugangsweg zur UGREEN-Foto-App. Aktuell musst du immer über die UGREEN-NAS-App gehen. Eine gesonderte Foto-App oder die Möglichkeit, sich irgendwie einen Shortcut auf den Homescreen legen zu können, wäre toll.

 

Kein Docker!

Wichtig, das DH2300 unterstützt im Gegensatz zu allen anderen UGREEN NAS Systemen die ich kenne KEIN Docker.

 

Datenrate

Greifst du über den PC auf das NAS zu, liegt die maximale Datenrate bei ca. 100 MB/s in beide Richtungen, lesend wie auch schreibend.

Dies ist eine Limitierung der 1-Gbit-LAN-Verbindung. Viele größere NAS-Systeme verfügen mittlerweile über eine 2,5-Gbit-Verbindung. Entsprechend sind diese Modelle natürlich etwas schneller als das UGREEN DH2300.

Allerdings nutzt du z. B. eine WLAN-Verbindung von deinem Smartphone oder Notebook zum NAS, ist vermutlich diese WLAN-Verbindung der Flaschenhals und du würdest auch mit größeren NAS-Systemen keine höheren Datenraten erreichen.

 

Stromverbrauch

Der Stromverbrauch von einem NAS hängt sehr stark an den verbauten Festplatten. Eine Festplatte kann zwischen 4 und 10 W benötigen, je nach Modell.

Ich habe den Verbrauch des DH2300 in Kombination mit einer SSD getestet. SSDs benötigen gerade im Leerlauf fast keinen Strom.

Entsprechend habe ich hier nur die Verbrauchswerte des reinen NAS.

Im Leerlauf benötigte dieses ca. 2,9 – 3,5 W, was extrem wenig ist!

Und selbst unter Last stieg der Verbrauch auf maximal ca. 4 – 5 W.

Bedenke allerdings, dass in der Praxis natürlich der Verbrauch mit Festplatten etwas höher liegt, aber generell ist der Verbrauch des NAS sehr niedrig! Dies ist eins der sparsamsten Modelle, das ich bisher in den Fingern hatte.

 

Fazit

Mit dem NASync DH2300 hat UGREEN ein erfreulich konsequentes Einstiegs-NAS abgeliefert. Für rund 200 € bekommst du hier ein vollwertiges 2-Bay-NAS mit demselben UGREEN OS, wie es auch auf den größeren Modellen wie dem DH4300 Plus oder DXP4800 läuft.

Der Rockchip RK3576 ist eine gute Wahl für diese Preisklasse. Ja, gegenüber dem RK3588C im DH4300 Plus verlierst du etwas CPU- und GPU-Leistung, aber in der Praxis merkst du davon erstaunlich wenig. Vor allem ist UGREEN bei der NPU nicht knauserig geworden, die 6 TOPS für die KI-Foto-Erkennung sind weiterhin an Bord. Und genau das ist aus meiner Sicht auch das wertvollste Feature des DH2300.

Denn die UGREEN-Foto-App ist und bleibt das Highlight im UGREEN-Ökosystem. Mit Auto-Upload, KI-Gesichtserkennung, Objekterkennung und sogar Texterkennung in Bildern bekommst du hier eine ernstzunehmende Alternative zu Google Fotos oder iCloud, nur eben bei dir zu Hause und ohne Cloud-Abo. Für den typischen Anwendungsfall „Smartphone-Bilder sichern und durchsuchen“ ist das DH2300 damit perfekt aufgestellt.

Auch der Stromverbrauch von unter 5 W (ohne HDDs) ist vorbildlich und macht das DH2300 zu einem der sparsamsten NAS, das ich bisher in den Fingern hatte.

Kleinere Kritikpunkte gibt es aber auch: Der einzelne Gbit-LAN-Port ist 2026 nicht mehr ganz zeitgemäß und limitiert die Datenrate auf ca. 100 MB/s. Für die Zielgruppe „Smartphone-Generation“ ist das in der Praxis kein Problem, willst du aber regelmäßig große Datenmengen vom PC aus auf das NAS schieben, wäre 2,5 Gbit klar die bessere Wahl. Auch ein direkter Shortcut zur Foto-App, ohne den Umweg über die NAS-App, wäre praktisch und uns fehlt der Docker-Support.

Unterm Strich ist das UGREEN NASync DH2300 eine klare Empfehlung für Einsteiger, die ein günstiges, sparsames und smartphone-freundliches NAS suchen, um ihre Bilder und Daten zu sichern. Für rund 200 € bekommst du hier ein durchdachtes Gesamtpaket, das in der Praxis deutlich mehr bietet, als der Preis vermuten lässt.

Angebot
UGREEN NASync DH2300 2 Bay NAS für Einsteiger und Privatanwender...

Pro

  • Kampfpreis von rund 200 € für ein vollwertiges 2-Bay-NAS
  • Identisches UGREEN OS wie bei den großen Modellen, keine künstlichen Einschränkungen
  • Hervorragende UGREEN-Foto-App mit Gesichts-, Objekt- und Texterkennung
  • Automatischer Smartphone-Upload
  • Sehr niedriger Stromverbrauch (unter 5 W ohne HDDs)
  • Komplette Einrichtung und Bedienung ohne PC möglich
  • Intuitive, smartphone-freundliche Oberfläche
  • Werkzeuglose Hot-Swap-Rahmen für 3,5-/2,5-Zoll-Laufwerke
  • Professionelles, schlichtes Design

Kontra

  • Nur 1x Gbit-LAN
  • Datenrate am PC auf ca. 100 MB/s limitiert
  • Kein Docker-Support

Brauchst du allerdings mehr Speicher, höhere Datenraten am PC oder mehr Leistung für Jellyfin & Co., dann schau dir das DH4300 Plus an. Der Aufpreis ist nicht riesig, du bekommst dafür aber 4 Bays, 2,5 Gbit LAN und den stärkeren RK3588C.

UGREEN NASync DH2300
Positiv
Kampfpreis von rund 200 € für ein vollwertiges 2-Bay-NAS
Identisches UGREEN OS wie bei den großen Modellen, keine künstlichen Einschränkungen
Hervorragende UGREEN-Foto-App mit Gesichts-, Objekt- und Texterkennung
Sehr niedriger Stromverbrauch (unter 5 W ohne HDDs)
Intuitive, smartphone-freundliche Oberfläche
Werkzeuglose Hot-Swap-Rahmen für 3,5-/2,5-Zoll-Laufwerke
Professionelles, schlichtes Design
Negativ
Nur 1x Gbit-LAN - Datenrate am PC auf ca. 100 MB/s limitiert
Kein Docker-Support
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