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Hat das Huawei Mate 20 Pro ein Always On Display? Falls ja wie schalte ich dieses ein?

Ein Always on Display ist etwas sehr praktisches, was ich unter anderem bei diversen LG und Samsung Smartphones sehr zu schätzen gelernt habe.

Eine wichtige Voraussetzung für solch ein Always on Display ist ein OLED Display. Über genau so eins verfügt auch das neue Huawei Mate 20 Pro. Kann man bei diesem also auch ein Always On Display Einschalten?

Ja dies ist der Fall! Hier eine kurze Info wie Ihr dieses einschaltet und was es kann.

 

Das Einschalten des Always On Display beim Mate 20 Pro

Geht bei Eurem Mate 20 Pro in die Einstellungen und dort auf Anzeige. Hier findet sich ganz unten die Option „Anzeige stets aktiv“. Tippt diesen Text an und ihr landet in einem Menü welches Euch erlaubt ein Always On Display beim Mate 20 Pro zu aktivieren.

  1. Geht in die Einstellungen
  2. Anzeige
  3. „Anzeige stets aktiv“ antippen
  4. Den Schieber auf ein schalten

In diesem Menü könnt Ihr auch eine Zeit festlegen von wann bis wann das Always On Display nicht aktiv sein soll. Falls dieses Euch nachts beispielsweise stören würde, könnt Ihr dieses für diesen Zeitraum automatisch abschalten.

 

Was kann das Always On Display beim Huawei Mate 20 Pro?

Hier kommen wir leider zu einem etwas enttäuschenden Punkt, was kann eigentlich das Always On Display beim Mate 20 Pro?

Leider nicht viel ist die Antwort! Ihr habt weder die Möglichkeit hier irgendwelche Design Einstellungen zu verändern noch sonstige Optionen.

Folgende Informationen zeigt das Always On Display:

  • Datum
  • Uhrzeit
  • Akkustand
  • Verpasste Anrufe
  • SMS

Das Always On Display zeigt Euch nur Uhrzeit, Datum und Akkustand. App Benachrichtigungen werden abseits der integrierten Telefon und Nachrichten App nicht angezeigt.

Leider macht dies das Always On Display deutlich weniger nützlich! Technisch gibt es keinen Grund warum es nicht möglich sein sollte WhatsApp, Facebook usw. Benachrichtigungen anzuzeigen. Huawei hält dies einfach anscheinend nicht für nötig.

Im Normalfall würde ich hier auf ein Update hoffen das die Funktionalität erweitert, aber da auch schon das Mate 10 Pro selbiges Problem hatte glaube ich nicht mehr an solch ein Update.

Ihr könntet versuchen Huawei via Facebook usw. zu kontaktieren und einen Wunsch nach 3. Anbieter Benachrichtigungen zu äußern. Machen dies genug Nutzer hilft es vielleicht https://www.facebook.com/HuaweiMobileDE/

 

Der 360 S6 Staubsaugroboter im Test, die bessere alternative zum Xiaomi Mi Robot?

Der 360 S6 Staubsaugroboter könnte zum neuen Geheimtipp werden, wenn es um einen günstigen und guten Staubsaugroboter geht.

Meine bisherige Empfehlung, wenn Ihr die nicht teils horrenden Preise der westlichen Hersteller zahlen wollt, war bis jetzt der Xiaomi Mi Robot. Der neue 360 S6 versucht nun mit ähnlichen Qualitäten zu überzeugen.

Hierzu zählt neben der vergleichsweise hohen Saugleistung auch und vor allem die Laser-Navigation, was das Erkennungszeichen von guten Staubsaugrobotern ist.

Mit einem Preis von +-300€ ist der 360 S6 aber ein weiterhin sehr erschwinglicher Staubsaugroboter.

Wollen wir uns im Test einmal ansehen ob dieser überzeugen kann und es schafft den Xiaomi Mi Robot 2.Gen vom Thron zu stoßen.

 

Der 360 S6 Staubsaugroboter im Test

Auf den ersten Blick wird man dem 360 S6 Staubsaugroboter seinen günstigen Preis kaum ansehen können. Ihr erhaltet einen wohl verpackten Staubsaugroboter, in der üblichen runden Form. Es handelt sich also nicht um einen besonders schmalen oder kleinen Staubsaugroboter, was aber in den meisten Situationen nicht als negativ einzustufen ist.

Was das Design angeht ist der Hersteller kein Risiko eingegangen. Der 360 S6 besteht aus einem einfachen weißen Kunststoffgehäuse, welches recht „clean“ gehalten ist. Hierdurch besitzt der Staubsaugroboter eine recht unauffällige und moderne Optik.

Ich finde der 360 S6 strahlt eine gewisse Wertigkeit aus. Dies gilt aber nicht nur für die Optik. Auch haptisch macht der Staubsaugroboter einen guten Eindruck. Das Gehäuse und der Kunststoff fühlen sich ausreichend dick und wertig an. Auch sitzen alle Komponenten gut und fest zusammen.

Dies gilt ganz besonders für den sehr interessant gestalteten Schmutzauffangbehälter, dazu aber später mehr.

Beim grundsätzlichen Aufbau setzt 360 bei seinem S6 auf das klassische High End Design. Der runde Staubsaugroboter besitzt auf seiner Unterseite eine rotierende Bürste, die den Saugmotor bei der Schmutzaufnahme unterstützt, wie auch zwei „Wedel“ welche Schmutz aus Ecken herausfegen sollen.

Für die Navigation verfügt der 360 S6 über den üblichen Bumper, also eine eindrückbare Stoßstange, welche um das Gehäuse verläuft. Mit dieser kann der Staubsaugroboter erkennen, wenn er auf ein Objekt trifft und schont das Objekt zusätzlich beim Kontakt.

Auf der Front gibt es zudem unter einer schwarzen Abdeckung diverse Sensoren, um zu verhindern, dass der Staubsaugroboter überhaupt Kontakt mit Möbeln herstellt. Auf der Unterseite besitzt der Roboter zudem Fallsensoren, welche Treppen und andere Abgründe erkennen können.

Das wichtigste Element für die Navigation ist aber der Laser-Abstandsmesser, welcher sich in der runden Scheibe auf der Oberseite befindet.

Hier ist ein rotierender Laser versteckt, der im Hintergrund eine 2D Karte Eurer Wohnung anlegt. Hierdurch weiß der Staubsaugroboter immer wo er sich gerade befindet und vor allem wo er noch nicht war.

Dies ist ein extrem wichtiges Element, gerade für komplexere Wohnungen! Der 360 S6 kann hierdurch auch Räume und Durchgänge erkennen und gegebenenfalls gezielt an Stellen weitermachen.

Der Schmutzauffangbehälter ist auf der Oberseite des 360 S6 angebracht. Diese kleine Box wird durch das Drücken einer Taste entnommen. Wird die Taste gedrückt wird der Schmutzauffangbehälter nach oben herausgefahren und lässt sich entnehmen. Keine Sorge der Auffangbehälter verliert dabei keinen Schmutz.

Ihr könnt diesen einfach über einer Mülltonne aufklappen und entleeren. Wie üblich wird die Luft dabei durch einen Feinstaubfilter gesaugt. Hierdurch könnt Ihr Euch sicher sein, dass die Luft aus dem 360 S6 auch recht sauber ist.

Allerdings brauchen die Feinstaubfilter, gerade wenn diese innen liegend sind, recht viel Pflege. Ein regelmäßiges Ausklopfen ist Pflicht!

Neben der App Steuerung verfügt der 360 S6 auch über zwei Tasten zur Steuerung. Hierbei handelt es sich um eine Start/Stopp Taste und eine Taste um den Staubsaugroboter auf die Basis zurückzuschicken.

Die Basisstation ist wie üblich eine kleine Kunststoff-Box mit IR Strahlern um dem Roboter den Weg nach Hause zu zeigen und zwei Kontaktpads zum Aufladen des Roboters.

Dieser findet die Station im Übrigen aufgrund der sehr starken Navigation auch sehr zuverlässig.

 

Navigation und Intelligenz

Das Wichtigste an einem Staubsaugroboter ist? Richtig, die Intelligenz!

Ein Staubsaugroboter kann so gut saugen wie er will, wenn er sich nicht effizient in der Wohnung zurechtfindet, hilft das auch nicht. Hier kann man die auf dem Markt erhältlichen Modelle grob in zwei Gruppen unterscheiden.

Die „klassischen“ und die „modernen“ Staubsaugroboter. Die klassischen Staubsaugroboter hatten ganz blöd gesagt keinen Plan was um sie drum herum geschieht. Diese besaßen lediglich einen Stoßsensor und mit Glück einen Abstandssensor.

Die Logik war hier sehr einfach, losfahren bis man auf ein Hindernis trifft, in eine zufällige Richtung abdrehen, bis man ein Hindernis trifft usw. In der Theorie wird irgendwann jeder Fleck im Raum per Zufall getroffen. Allerdings wird diese Art der Navigation ab einer gewissen Raumgröße und vor allem Raumanzahl sehr ineffizient.

Ich würde ganz grob sagen, dass diese Roboter für komplexe Wohnungen nicht taugen.

Hier kommen nun die moderneren Modelle ins Spiel. Diese verfügen über eine Kamera oder einen anderen Sensor, welcher diesen erlaubt eine Karte von Eurem Haus/Wohnung zu erstellen, um so gezielt alle Bereiche und Räume abzufahren.

Dies braucht allerdings sehr viel Logik und auch erweiterte Elektronik. Daher ist diese komplexe Navigation eigentlich nur in Staubsaugroboter der 500€+ Preisklasse zu finden.

Der 360 S6 stellt hier eine der wenigen Ausnahmen dar. Dieser verfügt über einen Laser-Abstandsmesser auf der Oberseite.  Ganz grob erklärt, hierbei handelt es sich um einen rotierenden Laser-Pointer und einen Sensor welcher misst wie lange es dauert bis das Licht vom Laser-Pointer wieder beim Roboter ankommt. Hierdurch lässt sich der Abstand zwischen Roboter und einem Objekt messen, wodurch es möglich ist eine Karte zu erstellen.

Keine Sorge Ihr seht keine roten Punkte, der Laser-Pointer arbeitet im UV Bereich.

Dieser recht teure und komplexe Sensor erlaubt es dem 360 S6 sehr präzise und genau zu arbeiten. Der Roboter weiß also wo er bereits war, wo noch Durchgänge (Türen) sind und wo er noch hin muss.

Dies bestätigt sich auch in der Praxis! Der Roboter kann sich problemlos und effizient auch durch eine größere und komplexere Wohnung navigieren. Hindernisse werden dabei grundsätzlich gut umfahren und der Roboter wirkt zielsicher, meist.

Verglichen mit den Xiaomi Mi Robot Staubsaugrobotern fällt allerdings durchaus etwas auf. Der 360 S6 wirkt etwas „träger“. Es wirkt so als würde der Roboter mehr Bedenkzeit benötigen um eine Route festzulegen.

Auch ist der 360 S6 etwas vergesslicher. Hindernisse wie Tischbeide merken sich die Modelle von Xiaomi, der 360 S6 hingegen wirkt jedes Mal überrascht wenn er wieder auf solch ein Hindernis trifft.

Dennoch kann ich die Logik und Intelligenz des 360 S6 nur loben, hier ist kaum noch Luft nach oben!

 

Fahrverhalten

Grundsätzlich verhält sich der 360 S6 immer sehr ähnlich. Er fährt los, sucht sich eine Wand, fährt diese ein Stück entlang, dreht ab usw. bis eine Bereich „eingezäunt“ wurde.

Dieser Bereich wird dann im Inneren in geraden Linien effizient abgefahren, fertig.

Einfaches aber effizientes Konzept. Dies in Kombination mit der robusten Navigation funktioniert ausgezeichnet!

Auch Hindernisse oder Stuhlbeine sind kein großes Problem. Wo der 360 S6 hinein kommt, kommt dieser auch wieder hinaus. Probleme mit dem Festhängen oder Ähnlichem hatte ich keine.

Auf Kabel muss man wie üblich etwas aufpassen, aber diese werden nicht „aufgesaugt“. Der Roboter zieht etwas an diesen beim Weiterfahren, und befreit sich dann selbst.

Der Hersteller gibt die maximale Steighöhe mit 1,5cm an, was ich auch so bestätigen kann. Mit höheren Teppichkanten hat der 360 S6 keine Probleme. Für sehr hohe Türschwellen gibt es allerdings durchaus bessere Modelle.

 

Saugleistung

Wie steht es aber um die Saugleistung? Die Saugleistung bei Staubsaugrobotern ist immer so eine Sache. Diese kann nicht mit einem regulären Staubsauger mithalten!

Klar in so einem Roboter ist ein kleiner Akku verbaut mit dem man keinen 2000W Motor betreiben kann.

Dennoch bin ich bei den modernen Staubsaugrobotern immer wieder überrascht wie effizient und gut diese saugen. Dies gilt auch und gerade für den 360 S6! Dieser verfügt ganz klar über einen überdurchschnittlich starken Saugmotor, was man auch an dem hohen Luftausstoß erkennt.

Hinzu kommt die rotierende Bürste, welche auch einen großen Teil der Arbeit übernimmt. Diese kompensiert gerade verglichen mit klassischen Staubsaugern sehr viel der fehlenden Rohleistung. Auch ein Vorteil ist, dass der Motor einfach dicht am Boden sitzt.

Hierdurch ist die Reinigungsleistung auf glattem Boden ziemlich perfekt! Egal ob feiner oder grober Schmutz, alles wird effizient entfernt.

Ähnliches gilt auch für Teppiche, auch wenn es hier keine „Saugleistung bis in die Fasertiefe“ gibt. Oberflächlich sichtbarer Schmutz, auch bei höheren Teppichen, ist keinerlei Problem.

Hier hat der 360 S6 auch eine sehr praktische Teppich- Erkennung. Erkennt dieser einen Teppich wird der Motor eine Stufe hochgeschaltet.

Wo ich die Saugleistung lediglich als „mäßig“ einstufen würde, ist an Teppich-Kanten. Hier hat der 360 S6 je nach Anfahrtswinkel eindeutig Probleme 100% des Schutzes, sofern sich dort welcher befindet, zu entfernen.

An Kanten hingegen wird gerade auf glatten Böden dank der „Fühler“ Staub gut entfernt. Auf Teppichböden kann es hier aber ganz am Rand einen kleinen toten Winkel geben, gerade wenn der Staub gut am Teppich klebt.

Der größte Vorteil eines Staubsaugroboters ist aber das generelle Staublevel. Ich bin niemand der gerne viel saugt, daher habe ich dies nur unregelmäßig gemacht. Den Staubsaugroboter schicke ich hingegen jeden Tag auf die Arbeit. Hierdurch kann sich einfach nicht so viel Schmutz ansammeln und die Wohnung ist einfach sauberer, trotz der theoretisch geringeren Saugleistung.

Aufgefangen wird der Schmutz in einem annehmbar großen Auffangbehälter, welcher auf der Oberseite angebracht ist.

In diesem Behälter befindet sich auch ein Feinstaubfilter, welcher glücklicherweise unter diversen anderen Filtern versteckt ist, sodass der grobe Schmutz nicht in diesem landet.

Das Entleeren dieses Behälters funktioniert problemlos.

 

Die App

Der 360 S6 ist natürlich ein vernetzter Staubsaugroboter. Der Hersteller bietet für diesen eine App an, über welche Ihr den Roboter programmieren und generell steuern könnt.

Auch ist es über die App möglich den Raum zu sehen den der Roboter vermessen und gereinigt hat. Hier könnt Ihr dann auch virtuelle Barrieren anlegen.  Wollt Ihr also nicht, dass der Roboter heute das Wohnzimmer saugt, dann könnt Ihr diesem dies über die App mitteilen.

Theoretisch zu mindestens! Praktisch kann ich Euch leider dies nicht bestätigen. Es passiert nicht oft, aber die 360 App hat mich geschlagen. Alleine das Finden der „360Smart“ App war nicht ganz einfach. Diese ist zwar im Play Store, aber so wirklich Informationen wie die App nun genau heißt, sind etwas versteckt.

In der App müsst Ihr Euch registrieren, wie für China üblich mit Eurer Handy Nummer! Nach einigen Fehlermeldungen, welche natürlich alle nicht auf Englisch übersetzt wurden sondern Chinesisch sind, gelang es mir meinen Verifizierungscode, welchen man per SMS erhält, einzugeben.

Daraufhin wurde ich aus der App mit einer „Netzwerk überlastet versuchen sie es später, Meldung geworfen. Beim Versuch mich erneut anzumelden erhalte ich die Meldung, dass meine Nummer bereits angemeldet ist, diese Meldung natürlich auf Chinesisch.

Aber ich kann mich nicht mit meiner Nummer einloggen! Egal ob mit +49 davor, mit einer 0 davor usw. Es kommt immer die Meldung unbekannte Telefonnummer…… Bei jedem Versuch muss man dann noch einen scheiß Captcha Code eingeben.

Ob es hier einen generellen Bug mit deutschen Telefonnummern gibt oder es daran lag, dass meine Registrierung abbrach und daher nicht vollständig ist, kann ich Euch leider nicht sagen.

Aber man kann den Roboter auch ohne App im Basis Modus nutzen.

 

Lautstärke

Der 360 S6 ist ein vergleichsweise leiser Staubsaugroboter. Dies liegt vor allem an der Teppich- Erkennung.

Der 360 S6 schaltet, wenn er einen Teppich erkennt, eine Leistungsstufe hoch und wenn er auf glattem Boden ist eine Stufe runter. Daher ist dieser auf normalem Boden immer vergleichsweise leise. Er ist nicht „silent“, aber leiser als ein Handstaubsauger oder die meisten anderen Modellen.

Auf Teppichen dreht der Saugmotor merkbar hoch. Hierbei wird dieser zwar nicht laut, entwickelt aber ein recht hochfrequentes Pfeifen. Dieses kann etwas stören, ist aber nicht kritisch laut.

Die Modelle von Xiaomi zum Beispiel sind ein gutes Stück lauter, aber weniger hochfrequent.

Unterm Strich würde ich die Lautstärke als befriedigend bis gut einstufen.

 

Fazit

Das Fazit zum 360 S6 ist ein sehr schwieriges. An sich kann ich den Staubsaugroboter voll empfehlen! Die Navigation ist gut bis sehr gut und auch die Saugleistung passt völlig.

Größere Schwächen oder Probleme konnte ich nicht ausmachen. Das Testfazit ist also sehr gut!

Auch der Preis von +.300€ ist mehr als fair, verglichen mit den klassischen Modellen die man auf Amazon und Co. Findet, ist der 360 S6 einfach aufgrund seiner Navigation deutlich überlegen.

Man muss bei den großen Herstellern schon 500€+ ausgeben um was Vergleichbares zu bekommen.

Aber wo ist dann das Problem? Xiaomi! Xiaomi hat aktuell zwei sehr gute Staubsaugroboter, vor allem der etwas ältere Xiaomi Mi Robot Vacuum. Dieser ist auch 2018 immer noch absolut empfehlenswert, bietet eine noch bessere Navigation und eine vergleichbare Saugleistung, zu einem nochmals niedrigeren Preis.Wenn man den 360 S6 aus Asien bestellt, kann man auch gleich den Xiaomi nehmen, dies ist aktuell zumindest meine Meinung.

Schlecht ist der 360 S6 auf keinen Fall, aber solange der Xiaomi Mi Robot Vacuum nochmals günstiger ist, würde ich diesen vorziehen.

 

Positiv

  • Gute Verarbeitung
  • Gute Navigation auch in komplexeren Wohnungen
  • Sehr gute Saugleistung
  • Vergleichsweise leise

Negativ

  • Reinigungsleistung an hohen Teppichkanten suboptimal
  • Problematische App

Die Xiaomi Mijia Honeywell Rauchmelder im Test

Smarte Rauchmelder sind ein absolutes Sicherheitsplus über welches jeder Mensch nachdenken sollte. Unterwegs benachrichtigt zu werden, wenn Zuhause irgendwas nicht stimmt, ist einfach klasse. Allerdings sind smarte Rauchmelder teils sehr teuer. 150€ pro Stück sind hier keine Seltenheit, siehe das zugegeben sehr gute Bosch Twinguard System.

Ich kann hier vollkommen verstehen, wenn dies für einige Nutzer zu teuer ist, gerade wenn man ein komplettes Haus damit ausstatten will.

An welchen Hersteller könnte man sich bloß wenden, wenn es um gute aber günstige Elektronik geht? Richtig Xiaomi! Xiaomi bietet auch für sein Smart Home System Rauchmelder an, die Xiaomi Mijia Honeywell Fire Alarm Detector.

Im Gegensatz zu den Konkurrenten kosten diese Rauchmelder um die 28€ pro Stück! So viel zahlt man ja fast für einen normalen Rauchmelder, ohne Smart Funktionalität.

Aber was können die Xiaomi Mijia Honeywell Rauchmelder? Finden wir dies im Test heraus!

 

Die Xiaomi Mijia Honeywell Rauchmelder im Test

Die Xiaomi Mijia Honeywell Rauchmelder gehören zu Xiaomis Smart Home System. Das bedeutet um diese wirklich „smart“ nutzen zu können, benötigt Ihr das Xiaomi Gateway, was aber kein Drama ist.

Das Gateway kostet nur knapp über 20€ und bietet natürlich noch diverse andere Möglichkeiten als nur die Rauchmelder. Beispielsweise könnt Ihr Temperatur Sensoren, Bewegungsmelder, smarte Steckdosen, Tür/Fenster Sensoren usw. für dieses System bekommen.

In diesem Bericht konzentrieren wir uns aber primär auf die smarten Rauchmelder von Xiaomi.

Die Mijia Honeywell Rauchmelder sind für smarte Rauchmelder erfreulich klein und kompakt! Mit einem Durchmesser von 90mm und einer Höhe von 36mm sind diese signifikant kleiner als vergleichbare Modelle der Konkurrenz.

Rein vom Design sind diese durchaus etwas moderner gestaltet, wirken aber auch nicht übermäßig futuristisch. Das Gehäuse besteht natürlich aus einem rein weißen Kunststoff und ist gut gemacht.

Der Mijia Honeywell Rauchmelder fühlt sich nicht billig an, was für das Vertrauen in ein Produkt sehr wichtig ist.

Bei der Montage setzt Xiaomi wie üblich auf eine abdrehbare Grundplatte welche Ihr einfach an der Decke verschrauben könnt, passende Schrauben liegen bei.

Im Gegensatz zu vielen anderen smarten Rauchmeldern setzt Xiaomi bei seinen Rauchmeldern auf eine austauschbare Batterie. Die hier verwendete CR123A (bei Amazon) soll laut Xiaomi bis zu 5 Jahre halten, was ich verständlicherweise nicht nachprüfen kann.

 

Feature und Funktionen

Schritt NR. 1 ist natürlich das Koppeln des Rauchmelders mit dem Xiaomi Smart Home Gateway. Ich gehe einfach mal davon aus, dass Ihr dieses bereits vollständig eingerichtet habt. In der Mi Home App geht einfach auf das Hinzufügen eines neuen Produkts und wählt den Rauchmelder aus.

Drückt die Taste am Rauchmelder dreimal und fertig. Der Rauchmelder ist in der MI Home App eingebunden und funktionsfähig.

Was kann aber nun der Xiaomi Mijia Honeywell Rauchmelder so besonderes? Das Wichtigste ist natürlich im Falle eines Brands einen akustischen Alarm abzugeben.

Aber was ist wenn niemand Zuhause ist und keine direkten Nachbarn vorhanden sind die den Feuermelder hören könnten? Feuermelder reagieren oftmals sehr sensibel auf Rauch, so auch der Mijia Honeywell Rauchmelder.

Bei einer rechtzeitgien Erkennung des Brands könnten eventuell noch Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Daher ein smarter Rauchmelder! Neben dem akustischen Alarm erhaltet Ihr eine Benachrichtigung auf Euer Smartphone, dass der Rauchmelder etwas erkannt hat.

Ihr habt also die Möglichkeit die Feuerwehr zu benachrichtigen oder im Zweifel auch vielleicht einen Nachbarn der mal nach dem Rechten schaut. Gerade für Besitzer von Haustieren sicherlich sehr beruhigend.

Neben dem Alarm des Rauchmelders kann auch die Sirene des Gateways genutzt werden um im Falle des Falls Alarm zu schlagen.

Ein sehr interessantes Feature ist die Möglichkeit die Empfindlichkeit des Xiaomi Mijia Honeywell Rauchmelders zu verstellen. Nutzt Ihr einen in der Küche, könnt Ihr beispielsweise die Empfindlichkeit etwas herunter drehen.

Nutzt Ihr einen in einem Raum wo nicht geraucht oder Kerzen angezündet werden, könnt Ihr die Empfindlichkeit auch noch etwas hochdrehen.

Habt Ihr andere Xiaomi Smarthome Geräte ist es möglich Verknüpfungen anzulegen. Beispielsweise erkennt ein Rauchmelder Rauch, sollen alle Lampen im Haus eingeschaltet werden, was vielleicht sogar sinnvoll ist als zusätzliches visuelles Zeichen.

 

Wichtig!

An dieser Stelle eine wichtige Info. Der Xiaomi Mijia Honeywell Rauchmelder ist nicht in Deutschland zugelassen, sofern ich dies richtig sehe!

Das bedeutet zwar nicht, dass Ihr diesen nicht nutzen dürft, aber ich würde nicht empfehlen diesen in einem „Pflicht Raum“ einzusetzen. Pflicht Räume sind Schlafzimmer und alle Räume/Flure zwischen den Schlafzimmern und dem nächsten Ausgang.

Hier müsst Ihr mittlerweile in allen Bundesländern Feuermelder haben, alleine schon aus versicherungstechnischen Gründen. Hier würde ich genau deshalb nur einen Feuermelder nutzen welcher regulär in Deutschland zugelassen ist.

Ich habe keinen Zweifel, dass der Xiaomi Mijia Honeywell Rauchmelder nicht genauso, wenn nicht sogar besser arbeitet als die meisten normalen Feuermelder. Allerdings drücken sich Versicherungen im Zweifel sehr gerne und hier würde ich diesen keinen Raum geben nach dem Motto „sie hatten keinen zugelassen Feuermelder, egal ob das verwendete Modell funktioniert hat oder nicht“ zu argumentieren.

Sollte wirklich ein dickes Feuer ausbrechen und die Feuermelder haben funktioniert, wird zwar vermutlich sich niemand darum kümmern was das denn nun für Feuermelder waren, aber man weiß ja nie.

Daher meine Empfehlung nutzt die Xiaomi Mijia Honeywell Feuermelder wenn nur zusätzlich oder in optionalen Räumen wo es aktuell keine Pflicht ist einen Feuermelder zu nutzen. Ein gutes Beispiel wäre die Küche, der Keller, der Dachboden usw.

 

Fazit

Grundsätzlich kann man die Xiaomi Mijia Honeywell Feuermelder nur voll empfehlen! Für einen Kaufpreis von 26€ sind diese ein großes Sicherheitsplus, gerade in Räumen die man ansonsten nicht mit teuren smarten Rauchmeldern versorgen würde.

Zwar sind diese nicht ganz so „überzüchtet“ wie die Modelle von Bosch oder Nest, aber die Basics stimmen und beispielsweise die Möglichkeit das Rauchlevel anzupassen ab wann die Feuermelder losgehen ist für Raucher oder die Küche perfekt.

Der größte Minuspunkt ist sicherlich die fehlende „Zertifizierung“ in Deutschland, was natürlich nicht bedeutet, dass diese nicht gut funktionieren, sie sind nur nicht für den deutschen Markt gedacht.

Sucht Ihr aber Feuermelder für den Keller, Speicher, Küche und andere nicht verpflichtende Räume kann ich die Xiaomi Mijia Honeywell Feuermelder nur voll empfehlen!

Huawei Mate 20 Pro, Ladeanalyse und Ladeverhalten. Welche Ladestandards unterstützt das Mate 20 Pro?

Huawei Smartphones sind berühmt für ihr vergleichsweise hohes Ladetempo. Mit dem Mate 20 Pro will Huawei jetzt aber nochmals einen Rekord aufstellen. Dieses wird mit einem 40W Ladegerät ausgeliefert, welches das Smartphone in nur einer halben Stunde auf 70% Ladung bringen soll. Beeindruckend!

Aber wie funktioniert das Ganze? Funktioniert es wirklich so schnell und problemlos wie beworben?

Wie steht es um alternative Ladestandards, abseits von Huaweis Super Charge? Unterstützt das Mate 20 pro auch Quick Charge und USB Power Delivery?

Alle diese Fragen versuche ich mit Euch in diesem kleinen Test zu klären. Welche Ladestandards unterstützt das Huawei Mate 20 Pro und wie steht es um das generelle Ladeverhalten?

Wie funktioniert Huaweis Super Charge?

Starten wir diesen Bericht mit einer kurzen Erklärung wie Huaweis Schnellladetechnologie „Super Charge“ funktioniert und was diese von Quick Charge und USB Power Delivery unterscheidet.

Wenn wir über Elektrizität reden gibt es zwei wichtige Einheiten, Spannung und Strom. Spannung und Strom sind gleichwertig zu behandeln. Also ein 5V 2A Ladegerät würde die gleiche Leistung liefern wie ein 2V 5A Ladegerät. 5 * 2 = 10 genau wie 2 * 5.

Ein normaler USB Port hat eine Spannung von 5V und in der Regel maximal 2A bzw. 3A bei USB C. Verfahren wie USB Power Delivery oder Quick Charge erlauben nun das Erhöhen der Spannung von 5V auf 9V, 12V, 15V oder sogar 20V. Der Strom bleibt dabei in der Regel bei maximal 2A bzw. 3A.

Huawei dreht das Spiel bei seinem Super Charge um. Anstelle die Spannung zu erhöhen wird einfach der Strom weiter erhöht auf bis zu 5A.

Klingt im ersten Moment natürlich sinnvoll, belassen wir einfach die Spannung bei den typischen 5V und erhöhen den Strom. In der Praxis ist dies allerdings nicht so einfach! Ein höherer Strom braucht ab einem gewissen Punkt deutlich dickere Leiter und Kontakte.

Aus diesem Grund nutzt vermutlich Quick Charge und USB Power Delivery auch eine höhere Spannung, welche leichter zu transportieren ist, zumindest in den Niederspannungsbereichen in welchen wir uns hier bewegen.

Für den normalen Strom werden ja auch Hochspannungsleitungen genutzt und keine Hochstromleitungen.

Aber der Akku Eures Smartphones hat in der Regel eine Spannung von 3,7/3,8V. Wird bei Quick Charge nun 9V in Euer Smartphone gepumpt, muss diese Spannung erst auf 4,2V abgesenkt werden, was die Ladespannung von Lithium Ionen Akkus ist.

Das Absenken von 9V auf 4,2V ist komplexer als das Absenken von 5/4,5V auf 4,2V. Hierdurch produzieren Quick Charge Smartphones oftmals mehr Abwärme beim Laden, was die potenzielle Ladegeschwindigkeit reduziert.

Um nun das Problem mit dem Leitungsquerschnitt etwas zu entkräften, nutzt Huawei bei seinen Ladekabel meist zwei stromführende Leiter, welche den Widerstand des Kabels ein gutes Stück reduzieren.

So war das Ganze zu mindestens bisher! Mit dem Mate 20 Pro wurde anscheinend eine völlig neue Art des „Super Charge“ eingeführt.

Mit dem Huawei Mate 20 Pro hat Huawei den Ladestrom auf bis zu 40W erhöht! Bei einer 5V Spannung wären 40W satte 8A, was vermutlich für den USB Stecker einfach zu viel wäre.

Daher hat Huawei beim Mate 20 Pro auch die Spannung erhöhen müssen, ähnlich wie bei Quick Charge. So wird das neue Mate 20 Pro mit 10V und 4A geladen.

Huawei nutzt also hohe Spannung + hohen Strom. Hier wird es in der Praxis interessant zu sehen sein wie gut das Ganze funktioniert, denn in der Theorie sollte es beim Mate 20 Pro damit deutlich mehr Abwärme geben als bei früheren Modellen.

 

Das neue Huawei Super Charge Ladegerät

Bisher hatten Huawei Super Charge Ladegeräte eine Leistung von maximal 22,5W. Das neue Huawei Super Charge Ladegerät hingegen bietet 40W.

Dabei sind die angegeben Spannungsbereiche der beiden Super Charge Ladegeräte völlig anders!

Das alte Ladegerät brachte 5V 4,5A Spitzenleistung, das neue Ladegerät bietet bei 5V maximal 2A!

Damit ist die 5V Leistung von 22,5W auf 10W gefallen! Die 40W Spitzenleistung hingegen werden bei 10V 4A erreicht.

Dies ist sehr merkwürdig, denn somit wird es nicht möglich ältere Huawei Flaggschiff Smartphones wie das Mate 10 Pro mit dem neuen Huawei Super Charge Ladegerät mit vollem Tempo zu laden.

Allerdings scheint hier einfach die Beschriftung des neuen Huawei Super Charge Ladegerätes nicht zu stimmen!

An einem Huawei Mate 10 Pro oder auch der Huawei Super Charge Powerbank angeschlossen liefert auch das neue Ladegerät 5V 4,4xA.

Damit ist es auch möglich ältere Huawei Smartphones mit dem neuen Super Charge Netzteil mit vollem Tempo zu laden, auch wenn die Leistungsangabe auf dem Netzteil anderes vermuten lässt.

Umgekehrt könnt Ihr natürlich nicht das volle Ladetempo erreichen. Das alte Super Charge Ladegerät kann das Mate 20 pro nicht mit vollem Tempo laden.

 

Das Ladetempo des Huawei Mate 20 Pro

Schauen wir uns einmal das Ladetempo das Huawei Mate 20 Pro an, an diversen Quelle. Beginnen wir mit der langsamsten Methode wie Ihr das Smartphone aufladen könnt, dies wäre an einem normalen USB Port eines PCs.

Hier ist das Ladetempo des Mate 20 Pro auf ca. 0,48A bzw. 2,5W limitiert. Schneller geht’s wenn Euer PC über einen Thunderbolt 3 USB C Port verfügt. Hier werden 1,72A bzw. rund 8,5W erreicht.

Ein ähnliches Tempo schafft auch ein normaler USB Port eines klassischen 5V 2,4A Ladegeräts. Je nach Güte dieses Standard Ladegerätes erreicht das Mate 20 Pro zwischen 1,5A und 1,85A, maximal also 9,xW.

Normales Aufladen

Quick Charge 3.0 ist so eine Sache! An einem normalen Quick Charge 3.0 Ladegerät erreicht das Huawei Mate 20 Pro nur seine Standard Ladegeschwindigkeit von 9,xW. Allerdings gibt es ein paar Quick Charge Ladegeräte welche über irgendwelche speziellen Optimierungen verfügen, hier werden 1,48A bei 9V erreicht, also rund 14W!

QC 3.0 an einer Omars Powerbank
QC3.0 an einer Anker Powerbank

Leider ist es hier schwer ersichtlich welche Quick Charge Ladegeräte diese spezielle Optimierung besitzen. Modelle der großen Hersteller wie Anker, RAVPower oder AUKEY scheinen diese NICHT zu besitzen. Aktuell konnte ich diese nur bei zwei Powerbanks von Omars nachweisen, habe es aber auch schon früher bei anderen Modellen vereinzelt gesehen.

Rechnet im Normalfall damit dass das Mate 20 Pro NICHT von Quick Charge 3.0 profitiert!

Was hier zuverlässiger funktioniert ist der USB Power Delivery Standard. Wie auch das Mate 10 Pro, P10 usw. unterstützt das Mate 20 Pro auch USB Power Delivery für ein schnelllade ähnliches Tempo.

An einem USB PD Ladegerät erreicht das Mate 20 Pro ca. 1,5-1,8A bei 9V, also rund 14-16W. Verglichen mit einem Note 9 von Samsung wäre dies schon ein rasantes Ladetempo, dieses schafft maximal 14W. Allerdings verglichen mit Huaweis eigenen Super Charge ist dies noch recht langsam.

An einem USB PD Ladegerät

An einem alten Super Charge Ladegerät oder Huaweis eigenen Super Charge Powerbanks erreicht das Mate 20 Pro 4,74V bei 4,82A, also 22,8W Ladestrom.

An dem neuen Super Charge Ladegerät, welches beiliegt, konnte ich hingegen 9,264V und 3,4A messen, also rund 32W. Dies ist natürlich noch etwas unter Huaweis Angabe, aber dennoch der mit Abstand höchste Ladestrom den ich bei einem Smartphone bisher gesehen habe!

Am neuen Super Charge Ladegerät
Am alten Super Charge Ladegerät

 

Ladetempo

Huawei gibt uns zwei Angaben bezüglich des Ladetempos. Zum einen soll dies bis zu 40W sein, zum anderen soll das Smartphone 0-70% in 30 Minuten schaffen. Stimmt dies?

Beginnen wir mit dem ersten Punkt, nein das Huawei Mate 20 Pro lädt nicht mit 40W! Das normale Maximum während des Ladevorgangs liegt bei knapp über 30W!

Allerdings die Angabe 0-70% in 30 Minuten stimmt und das auf die Minute genau. Daher scheint es kein Fehler zu sein, dass das Mate 20 Pro bei mir „nur“ mit 30-31W in der Spitze lädt.

Warum gibt Huawei einen 0-70% Wert an? Das Ladetempo des Mate 20 Pros ist sehr konstant. Ihr könnt wirklich sagen von 0-70% wird das volle Ladetempo erreicht, aber ab genau 70% fällt das Ladetempo des Smartphones ein gutes Stück ab, auf ca. 16W.

Ab der 84% Marke, die nach rund 43 Minuten erreicht wird, sinkt der Ladestrom kontinuierlich ab, bis er 0 erreicht.

Während die ersten 0-70% nur 30 Minuten brauchen, brauchen die restlichen 70-100% knapp 60 Minuten!

Grundsätzlich ist es völlig normal, dass das Ladetempo zum Ende des Ladevorgangs massiv abfällt, aber beim Huawei Mate 20 Pro wirkt dies aufgrund der sehr hohen Basis-Ladegeschwindigkeit sehr krass.

Zum Vergleich das iPhone XS Max schafft in 30 Minuten rund 50% und benötigt für den vollen Ladevorang knappe 2 Stunden. Das Note 9 erreicht nach 30 Minuten rund 38% und ist voll nach 2 Stunden und 20 Minuten.

Wenn wir davon ausgehen, dass der Akku des Mate 20 Pro 16,044Wh hat (4200mAh bei 3,82V) liegt die Super Charge Ladeeffizienz bei rund 85%. Ihr müsst also 18.9578Wh bzw. rund 5000mAh in das Smartphone „pumpen“ um dieses einmal komplett zu füllen.

 

Alternative Ladegeräte für das Huawei Mate 20 Pro

Wollt Ihr das volle Schnellladetempo gibt es leider keine 3. Anbieterlösung. Dann müsst Ihr das Huawei eigene Super Charge Ladegerät nutzen.

Das nächst beste wäre ein Ladegerät mit USB Power Delivery. Via USB Power Delivery erreicht das Mate 20 Pro 14-16W Ladestrom. Verglichen mit den 9W beim normalen Laden ist dies schon eine gute Steigerung, aber natürlich nicht ansatzweise so gut wie Super Charge.

Seid Ihr aber dennoch bereit zugunsten von 3. Anbieter Lösungen, gegebenenfalls mit mehreren Ladeports usw., etwas Ladetempo zu opfern, greift zu einem Modell mit USB Power Delivery und mindestens 18W Leistung auf dem Power Delivery Port.

Hier würde ich folgende Modelle empfehlen:

 

Powerbanks für das Mate 20 Pro

Ähnliches Spiel wie bei den Ladegeräten. Wollt Ihr das volle Ladetempo, dann habt Ihr aktuell sogar komplett Pech gehabt. Allerdings gibt es von Huawei ein paar Powerbanks welche den alten Super Charge Standard mit 22,5W unterstützen.

Dies wäre aktuell die:

Beide Powerbanks können das Mate 20 Pro sehr schnell aufladen und auch selbst sehr schnell via Super Charge laden. Grundsätzlich sind beide Modelle sehr solide, aber mit 50+€ auch sehr teuer für ihre vergleichsweise geringe Kapazität.

Günstiger, aber auch langsamer geht’s erneut mit einer USB Power Delivery Powerbank. Für das Mate 20 Pro würde ich hier aktuell folgende Modelle empfehlen:

 

Fazit

Zusammengefasst was können wir diesem Bericht entnehmen?

  1. Das neue Super Charge Ladegerät und das Mate 20 Pro nutzen eine höhere Spannung als zuvor (bis zu 10V)
  2. Das neue Super Charge Ladegerät ist voll mit alten Huawei Smartphone kompatibel, trotz anderslautender Beschriftung
  3. Das Huawei Mate 20 Pro erreicht ein maximales Ladetempo von rund 30-32W
  4. Das Huawei Mate 20 Pro benötigt für 0-70% wie beworben 30 Minuten. Für die restlichen 30% sind aber knapp 60 Minuten nötig.
  5. Das Huawei Mate 20 Pro unterstützt USB Power Delivery mit bis zu 16W

Ich denke so können wir alle wichtigen Infos kompakt zusammenfassen.

Das Huawei Mate 20 Pro ist das schnellst ladende Smartphone aktuell auf dem Markt, gerade wenn man sich die Sprint Geschwindigkeit ansieht. 0 auf 70% ist mit 30 Minuten extrem schnell. Ein iPhone Xs Max schafft in der gleichen Zeit nur 50% und ein Note 9 nicht mal 40%.

Die restlichen 30% um das Smartphone voll zu machen dauern aber beim Mate 20 Pro sehr lange! Hierdurch dauert ein vollständiger Ladevorgang ziemlich genau eine Stunde und 30 Minuten.

Das neue Ladegerät bietet dabei eine höhere Spannung als bisher. Bisher erreichten die Huawei Super Charge Ladegeräte ihre maximale Leistung von 22,5W bei einer Spannung von 5V. Beim neuen Ladegerät sind es 10V bei welchen die 40W erreicht werden.

Laut Beschriftung schafft das neue Super Charge Ladegerät allerdings nur 10W bei 5V Spannung, was aber falsch ist! Das neue Super Charge Ladegerät kann bei 5V auch die 22,5W Liefern wie das alte Ladegerät und ist somit voll mit allen Huawei Geräten kompatibel.

Wollt Ihr eine Powerbank für unterwegs oder ein alternatives Ladegerät bleibt Euch nur original Huawei Zubehör oder Ihr müsst auf etwas Ladetempo verzichten.

Mit einer USB Power Delivery Powerbank oder Ladegerät erreicht das Mate 20 Pro immerhin rund 16W. An einem normalen Ladegerät hingegen nur 9W.

Ich hoffe dieser kleine Artikel konnte Euch weiterhelfen!

Haben Powerbanks ihre volle Kapazität von Anfang an?

Bei einer Powerbank die ich vor Kurzem zum Test erhalten habe, lag ein kleiner Flyer bei, welcher besagte, dass die Powerbank erst nach mehreren Ladezyklen ihre volle Kapazität entfalten würde.

Dies ist eine sehr interessante Aussage, welche ich so noch nie gehört oder bedacht habe. Meiner Erfahrung nach haben Powerbanks eigentlich spätestens ab dem zweiten Zyklus die volle Leistung, überprüft habe ich diese Theorie aber nie.

Bisher zumindest noch nicht! Wollen wir uns doch einmal anschauen ob es stimmt, dass eine Powerbank mehrere Zyklen benötigt ehe diese die volle Kapazität entfaltet!

 

Die Fragen

Dieser kleine Test soll gleich zwei Fragen klären.

  1. „Die Powerbank verfügt über einen Lithium Ionen Akku, der seine volle Leistung erst nach mehrmaligem vollständigen Be- und Entladen erreicht.“ Stimmt dies?
  2. Wie konstant ist die Kapazität einer Powerbank über mehrere Zyklen? Gibt es jedes Mal die gleiche Leistung oder können Schwankungen auftreten?

 

Der Versuchsaufbau

Die Powerbank bei welcher der Flyer beilag, der diesen Test ausgelöst hat, war die RealPower PB-10000C. Daher habe ich mir auch diese Powerbank für diesen Versuch geschnappt. Der Versuchsaufbau ist einfach, die Powerbank wird vollständig geladen (bis kein Ladestrom mehr anliegt), dann wird die Powerbank entladen bis diese von alleine ausgeht.

Der Entladestrom liegt bei konstanten 1A über alle Versuche hinweg. Als Messgerät kommt der PortaPow premium USB + DC Power Monitor (bei Amazon) zum Einsatz.

 

Der Test

Kommen wir damit auch gleich zu den Ergebnissen.

Ich denke das Ergebnis der RealPower PB-10000C ist recht eindeutig. Es gibt keine Steigerung der Kapazität nach ein paar anfänglichen Zyklen.

Ganz im Gegenteil der erste Zyklus war in diesem Fall der „Leistungsstärkste“. Ich denke damit ist der Hinweis welcher bei der Powerbank beilag als überflüssig zu bezeichnen. Es gibt keine nennenswerte Kapazitätsschwankung über die ersten Lade/Entladezyklen.

Ganz im Gegenteil ich war sehr überrascht wir konstant die Kapazität über die ersten Ladezyklen ist! Zyklus 2 und 4 boten beispielsweise bis auf die dritte Nachkommastelle genau die gleiche Leistung, was erstaunlich ist.

 

Fazit

Zwar war dies nur eine kleine Stichprobe, aber nach aktuellem Stand gehe ich davon aus, dass eine neue Powerbank ab dem ersten Zyklus ihre volle Kapazität zur Verfügung hat.

Auch die Zyklen danach bleibt die Kapazität eine lange Zeit ohne größere Schwankungen, ehe dann nach 200+ Zyklen so langsam die Alterung der Powerbank einsetzt.

In meinem Test war die Kapazität auf +-3% bei jedem Lade/Entladezyklus gleich, was ich als sehr positiv werte!

Das UMIDIGI Z2 Pro im Test, wunderschön und gut?

Das UMIDIGI Z2 Pro ist ohne Frage eins der etwas spannenderen „China“ Smartphones, die man aktuell so finden kann. Dies liegt natürlich größtenteils an der wirklich tollen Optik und der starken technischen Daten.

6GB RAM, 128GB Speicher, eine 16 Megapixel Kamera mit F1.7 Blende und ein vollflächiges Display für 300€ klingt schon interessant.

Aber spiegeln sich diese starken Daten auch in der Praxis wieder? Dies gilt es im Test herauszufinden! Neugierig?

 

Das UMIDIGI Z2 Pro im Test

UMIDIGI setzt beim Z2 Pro auf die aktuell übliche „High End“ Haptik und Materialwahl. Das Smartphone verfügt also über einen Aluminiumrahmen und eine Glasfront/Rückseite.

Hierbei besitzt der Rahmen eine leicht polierte Oberfläche, was fast den Eindruck vermittelt, dass es keinen Übergang zwischen Glas und Rahmen gäbe, da beide „glatt“ sind. UMIDIGI hat hier wirklich einen vortrefflichen Job gemacht.

Denn Spaltmaße sind zum einen beim Z2 Pro sehr konstant, zum anderen sehr klein. Es ist zwar eine leichte Kante zu spüren, aber hätte man mir gesagt dies ist ein 500€ Smartphone hätte ich es vermutlich geglaubt.

Auch was die Massivität und das Gefühl in der Hand angeht ist das Z2 Pro einfach top, gerade für seine Preisklasse!

Ebenfalls sehr gut gefällt mir die Optik. Auf der Front setzt UMIDIGI auf ein vollflächiges 6,2 Zoll Display, mit Notch. Die Rahmen sind gerade seitlich und oben angenehm klein gehalten. Unten gibt es ein kleines „Kinn“, welches aber nicht stört oder unpassend aussieht.

Unter diesem Kinn befindet sich im Übrigen die Elektronik für die Steuerung des LCD Panels, daher ist dieses fast bei allen Smartphones zu finden.

Optisch die größte Besonderheit ist aber die Farbe. Neben einer ganz klassischen schwarzen Version ist das Z2 Pro auch in „Twilight“ erhältlich.

Twilight ist ein Farbverlauf von einem dunklen Lila/Blau in ein helles Grün/Türkis, welcher im Licht einfach nur imposant aussieht. Mögt Ihr es etwas auffälliger ist dies die Farbe für Euch!

Ich würde mich privat auch für diese Farbversion entscheiden. Ist sie Euch für den Alltag zu auffällig, kein Problem, UMIDIGI legt beim Z2 Pro nicht nur eine Displayschutzfolie bei, sondern auch eine einfache, aber brauchbare schwarze Gummihülle.

Gehen wir einmal um das Smartphone herum. Auf der Front finden wir neben dem 6,2 Zoll Display auch eine Front Dual Kamera mit 16 + 8 Megapixeln und die Ohrmuschel.

Ein/Ausschalter sind wie üblich an der rechten Seite gemeinsam mit der Lautstärke-Wippe zu finden.

Lautsprecher und USB C Ladeport sind wie üblich unten angebracht. Einen Kopfhöreranschluss sucht Ihr beim UMIDIGI Z2 Pro leider vergebens. Ein Adapter liegt allerdings bei.

Auf der Rückseite ist zu guter Letzt die 16 + 8 Megapixel Dual Hauptkamera, wie auch der LED Blitz und ein Fingerabdruckscanner.

 

Software

UMIDIGI setzt beim Z2 Pro auf Android 8.1. Hierbei handelt es sich im Gegensatz zu den Smartphones von Xiaomi und Huawei um ein nah stock Android.

Es gibt also wenige visuelle Anpassungen. Ihr habt beispielsweise den aktuellen Android Launcher, welcher nur minimal von UMIDIGI verbessert wurde.

Es gibt beispielsweise rote Punkte an Apps die Euch eine Benachrichtigung gesendet haben, was so in Stock Android nicht der Fall ist. Auch gibt es einige Smart Feature, wie das Display welches sich beim Anheben des Smartphones automatisch einschaltet, diverse Wischgesten usw.

Auf 3. Anbieter Apps hat UMIDIGI komplett verzichtet. Es gibt lediglich die Standard Android und Google Apps.

Daher fällt der freie Speicher bei meiner 128GB Version mit 116,6GB auch angenehm groß aus.

 

Display

Das UMIDIGI Z2 Pro verfügt über ein 6,2 Zoll Display mit 2246 x 1080 Pixeln Auflösung. Hierbei handelt es sich natürlich um ein IPS Panel.

Dieses sieht auch subjektiv gut aus! Farben sind klar und ausreichend kräftig, Kontraste gut und auch die Schärfe passt.

Ich nehme mittlerweile einfach an, dass es keine richtig schlechten IPS Panels mit Notch und randlosem Design auf dem Weltmarkt gibt.

Wo es doch recht große Unterschiede gibt, ist bei der Helligkeit des Displays. Diese ist beim Z2 Pro in Ordnung. Man liegt hier ein Stück über dem Xiaomi Pocophone F1, ist aber auch nicht ganz in der Spitzenklasse.

Die Ablesbarkeit im Freien ist Okay, sofern Ihr nicht direkt in der Sonne steht.

 

Lautsprecher

Die Lautsprecher bei „China“ Smartphones sind oftmals ein großer Schwachpunkt. Gilt dies auch für das UMIDIGI Z2 Pro?

Jein, auch das UMIDIGI Z2 Pro verfügt nicht über den besten Lautsprecher. Dieser befindet sich auf der unteren rechten Seite, also kein Dual Lautsprecher Set-up wie dieses aktuell in ist.

Der vorhandene Lautsprecher klingt akzeptabel. Bis ca. 70-80% Lautstärke klingt dieser ausreichend klar, wenn auch etwas dünn. Ab 80% merkt man das dieser unsauber wird und zum Verzerren neigt.

Für System-Sounds reicht das ganze völlig, genau für mal nen Youtube Video im Bett, aber legt Ihr einen großen Wert auf den Lautsprecher ist das Z2 Pro nur bedingt optimal für Euch.

 

Kamera

Das UMIDIGI Z2 Pro verfügt über ein 16 + 8 Megapixel Kamera Set-up. Die sekundäre 8 Megapixel Kamera wird dabei nur für den Porträt Modus genutzt.

Ja…. Ihr wisst wie ich darüber denke. Die sekundäre Kamera ist reines Marketing! Ja das Z2 Pro verfügt über einen Porträt Modus, dieser ist aber nicht gut. Selbst absolute Spitzen Smartphones haben damit Probleme, ich bin fast geneigt zu sagen, dass lediglich die iPhones dies 100%ig hinbekommen.

Selbst die High End Samsung und Google Smartphones produzieren nicht immer perfekte Porträts.

Leider ist der Porträt Modus beim Z2 Pro nicht gut! Es gibt regelmäßig Fehler beim Ausschneiden, welche auch deutlich sichtbar sind. Das Ganze ist nur ein Gimmick um behaupten zu können „wir haben zwei Kameras“, lasst Euch davon nicht ködern.

Aber wie steht es um die Hauptkamera? Das Z2 Pro verfügt hier über den Samsung S5K2P7 Sensor, welcher mit einer Blende von f1.7 versehen ist.

Damit hat das UMIDIGI Z2 Pro die auf dem Papier gleiche Kamera wie das Samsung Galaxy S7!

Aber wie sieht es in der Praxis aus?

Kommen wir damit zu den Testbildern. Diese sind wie üblich im Automatik Modus gemacht mit Auto HDR aktiv. Die Bilder werden nicht von mir nachbearbeitet und unkomprimiert 1 zu 1 hier hochgeladen.

Mobile Nutzer also aufgepasst! Die Bilder werden beim Anklicken in voller Größe geladen.

Ehe ich etwas zu den Aufnahmen sage, möchte ich das UMIDIGI Z2 Pro für die Performance loben! Ich habe selten ein Smartphone in dieser Preisklasse gesehen dessen Kamera sich derartig „flott“ anfühlt, was auslösen und speichern der Aufnahmen angeht.

Ich bin von den Bildern etwas hin und her gerissen. Wir sehen hier das typische China Smartphone Problem. Aufnahmen wirken sehr schwer und Farben neigen dazu etwas ins bräunliche abzudriften. Zudem ist die Dynamik eher mäßig.

Nein wir sind hier nicht qualitativ auf dem Level des Samsung Galaxy S7. Hat UMIDIGI also mit der Kamera Hardware gelogen? Vermutlich nicht, dies ist ein Post Processing Problem.

Das Post Processing wird in der Regel von einem Chip im SoC übernommen und hier setzt UMIDIGI auf Mediatek. Verdächtigerweise sehe ich diese Kamera Probleme oft bei Smartphones mit Mediatek SoC, daher vermute ich hier einen Zusammenhang.

Allerdings sind die Fotos des UMIDIGI Z2 Pro auch nicht furchtbar. Die Schärfe und auch Farben passen, gerade bei günstigen Lichtverhältnissen.

Ich konnte einige wirklich wunderschöne Bilder mit dem Z2 Pro machen!

Auch im Low Light zeigt das Z2 Pro seinen guten Sensor und große Blende. Ab einem gewissen Punkt werden die Bilder zwar etwas weich, aber im Großen und Ganzen geht die Low Light Performance für ein 300€ Smartphone völlig in Ordnung.

Ein wenig gestört hat mich der Autofokus. Zwar ist die Kamera super schnell und reaktionsfreudig, aber der AF braucht teilweise recht lange zum scharf stellen oder ist zickig.

Unterm Strich ist die Kamera des UMIDIGI Z2 Pro okay, aber auch sicherlich nicht der Glanzpunkt dieses Smartphones.

 

Leistung und Benchmarks

UMIDIGI setzt beim Z2 Pro auf den Mediatek MT6771 Helio P60 SoC. Der Helio P60 ist ein noch recht neuer und somit aktueller SoC aus dem Hause Mediatek.

Dieser setzt wie üblich auf ein 4+4 Design, also vier schnelle Cortex A73 Kerne und vier etwas langsamere Cortex A53 Kerne. Alle Kerne takten allerdings auf 2GHz. Gefertigt wird der Helio P60 im 12nm Prozess.

Schauen wir uns ein paar Benchmarks an um die Leistung einschätzen zu können.

Leider ließ sich der Geekbench Benchmark auf dem Z2 Pro aufgrund eines Fehlers nicht starten, auch nach einigem herumprobieren.

Daher müssen wir uns auf die anderen Benchmarks konzentrieren. Im Antutu Benchmark setzt sich das UMIDIGI Z2 Pro zwischen das Xiaomi MI A2 und das Nokia 7 Plus, beides Smartphones mit dem Qualcomm Snapdragon 660.

Dies ist ein sehr respektables Ergebnis! Der Snapdragon 660 ist ein sehr mächtiger SoC und dass hier der Helio P60 mithalten kann, ist beeindruckend!

Noch besser wird es im PC Mark 2.0 Test, in welchem das UMIDIGI Z2 Pro sogar an Smartphones wie dem Google Pixel 2 XL vorbeiziehen kann. Dementsprechend wird hier das MI A2 und Nokia 7 Plus deutlich geschlagen.

Im PCMark 2.0 Test kommt es sehr stark auf eine hohe Alltags-Performance und Softwareoptimierung an. Anscheinend hat hier UMIDIGI einen guten Job gemacht.

 

Die Leistung im Alltag

Aber wie sieht es im Alltag aus? Sehr gut!

Die Benutzeroberfläche des UMIDIGI Z2 Pro lief in meinem Test perfekt, keine Ruckler oder stottern. Auch Animationen liefen schnell und flüssig. Dies ist aber auch nicht verwunderlich, die Benutzeroberfläche des Z2 Pro ist recht schlank und die Hardware leistungsstark.

Lediglich einmal gab es einen Bug, welcher verhinderte, dass ich Apps installieren konnte. App Downloads blieben auf „Download ausstehend“ hängen. Ein einfacher Neustart behob dieses Problem jedoch.

Einmal installiert zeigten sich 3. Anbieter Apps erfreulich reaktionsfreudig und schnellstartend. Selbst wenn größere Datenmengen geladen werden mussten, traten keine Ruckler auf.

Das verbaute WLAN Modul ist im übrigen okay. Dieses schafft 433Mbit/s und natürlich das 5GHz Band.

Damit lassen sich sehr beachtliche Datenraten erreichen, lediglich scheint die Reichweite gerade auf dem 5GHz Band etwas mäßig zu sein. Erstaunlich, denn die LTE Performance und auch Reichweite ist tadellos!

Auf dem Papier schafft das UMIDIGI Z2 Pro allerdings „nur“ 300Mbit auf dem LTE Band. Braucht man mehr? Vermutlich nicht, ich wünschte mein Dorf LTE würde dies ansatzweise schaffen.

Wie stehts um die Gaming Performance?

Die Mediatek Helio Chips sind nicht unbedingt für ihre gigantische Gaming Leistung bekannt. Allerdings performt das UMIDIGI Z2 Pro sehr respektabel!

Alle Spiele die ich finden konnte, liefen auch problemlos. Die meisten auch in voller Qualität. Allerdings gibt es auch durchaus Spiele die die Qualität etwas herunterschrauben.

Das UMIDIGI Z2 Pro ist also durchaus fürs Gaming zu gebrauchen!

 

Akkulaufzeit

Das Z2 Pro verfügt über einen 3550mAh starken Akku, was für ein Smartphone dieser klasse eine sehr solide Kapazität ist.

Allerdings ist meist die reine Kapazität gar nicht so wichtig, ob nun 3200mAh oder 3550mAh macht beispielsweise den Braten nicht fett. Oftmals viel wichtiger sind die Software Optimierungen und wie sparsam die Hardware ist.

Wie stehts hier um das UMIDIGI Z2 Pro? Mäßig gut.

In meinem Standard Test hielt das Z2 Pro lediglich 5 Stunden durch. Heißt Normalnutzer werden gut durch den Tag kommen, Intensivnutzer hingegen nur knapp.

Wobei dies nur die halbe Geschichte ist, denn die Standby Zeit des Z2 Pro ist erstaunlich gut! Selbst nach einigen Tagen, an denen keine Nutzung statt fand, hatte das Smartphone noch Saft.

Bonus Punkte bekommt das Z2 Pro für das Nutzen von kabellosem Laden!

 

Fazit

Das UMIDIGI Z2 Pro ist ganz klar ein Exot, welcher auch wirklich primär Nutzern zu empfehlen ist, die auf der Suche sind nach einem etwas ungewöhnlicheren Smartphone.

Starten wir aber beim positivem des Z2 Pro. Dies wäre für mich primär die Optik und Haptik. Die Twilight Färbung sieht einfach nur toll aus, gerade im Sonnenschein! Hinzu kommt eine hochwertige Verarbeitung.

Ebenfalls sehr stark ist das große vollflächige Display und die Leistung. Der Helio P60 in Kombination mit 6GB RAM ist im Alltag eine sehr starke Mischung, welche es problemlos mit dem Snapdragon 660 aufnehmen kann. Selbst in Spielen macht das UMIDIGI Z2 Pro einen guten Job!

Auch sehr solide ist die Akkulaufzeit, WLAN, LTE und der Fingerabdruckscanner/die Gesichtserkennung.

Der größte Kritikpunkt am Z2 Pro, neben dem sehr mittelmäßigen Lautsprecher, ist die Kamera. Diese ist nicht schlecht! Allerdings ist die Dynamik nicht gut und viele Aufnahmen sehen etwas träge und schwer aus.

Hier gibt es ganz klar Smartphones in der 300€ Preisklasse welche ein gutes Stück besser abliefern als das UMIDIGI Z2 Pro!

Abseits davon ist das Z2 Pro aber ein klasse Smartphone, welches ich Nutzern, die ein etwas exotischeres und sicherlich auch spannenderes Modell suchen und nicht extrem viel Wert auf die Kamera legen, empfehlen würde.

Alle anderen sollen sich aber lieber das Xiaomi Pocophone F1, BQ Aquaris X2 oder Nokia 7 Plus ansehen.

Positiv

  • Tolle Optik
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Gutes Display
  • Hohe Leistung
  • Kabelloses Laden

Neutral

  • Kein Kopfhöreranschluss
  • Solide Kamera….

Negativ

  • …. aber schlechte Dynamik und Autofokus

25% dünner und dabei noch besser? Die Corsair K70 RGB MK.2 Low Profile im Test!

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Corsair ist DER Hersteller wenn es um mechanische Gaming Tastaturen geht. Diese waren einer der ersten Hersteller die überhaupt eine auf den Markt brachten und haben nun vielen Jahre investiert ihr Design nahezu zu perfektionieren!

Gefühlt gab es auf dem Markt für Mechanische Gaming Tastaturen in den letzten Jahren allerdings kaum Neuerungen. Es kam der RGB Trend und das wars. Die meisten guten Tastaturen setzten nach wie vor auf Cherry MX Red Schalter, oder irgendwelche Kopien davon.

Allerdings gibt es anscheinend einen neuen Trend, besonders flache Low Profile Tastaturen. Diese sollen gleich mehrere Vorteile mitbringen. Unter anderem eine höhere Reaktionszeit aufgrund einer schnelleren Auslösung, ein ermüdungsfreieres Arbeiten und natürlich ein etwas dezenteres Design.

Auch ich bevorzuge etwas flachere Tastaturen, ich finde diese einfach angenehmer.

Corsair hat nun genau solch eine mit der K70 RGB MK.2 Low Profile vorgestellt! Dabei ist dies auch die erste Tastatur mit Cherrys neuen MX Low Profile Schaltern.

Wollen wir uns die Tastatur doch einmal im Test ansehen. Kann die K70 RGB MK.2 Low Profile mit MX Low Profile Schaltern überzeugen?

An dieser Stelle vielen Dank an Corsair für das zur Verfügung stellen der Tastatur für diesen Test.

 

Die Corsair K70 RGB MK.2 Low Profile im Test

Corsair setzt bei der neuen K70 RGB MK.2 Low Profile auf das bekannte und vertraute Design, welches Corsair nun seit einigen Jahren begleitet, mit einer kleinen Ausnahme.

Wie schon im Namen steht handelt es sich hier um eine „Low Profile“ Tastatur. Diese Art der Tastaturen ist gerade in den letzten Jahren stark in die Mode gekommen. Jedoch ist die Kombination mechanisch + Low Profile anscheinend sehr schwer umzusetzen, da es hier bisher sehr wenige Modelle gibt.

Die K70 RGB MK.2 Low Profile ist auch Corsairs erste mechanische Low Profile Tastatur. Wer nun aber eine super flache „Notebook-Tastatur“ erwartet könnte enttäuscht werden.

Zwar ist die Corsair K70 RGB MK.2 LP ein gutes Stück flacher als eine normale mechanische Tastatur, aber als super dünn ist diese auch nicht zu bezeichnen.

In der Mitte misst das Gehäuse 12,69mm + 10,26mm für die Tastenkappe und den Schalter. Die Tastatur ist also insgesamt 22,05mm in der Mitte hoch (auf Höhe der TAB Taste).+

Zum Vergleich die normale Corsair K70 RGB MK.2 misst 31,94mm, die LP Version ist also rund 1/3 flacher. Klingt nicht viel, ist es aber durchaus. Die Tastatur wirkt doch ein gutes Stück flacher und fühlt sich auch so an, dazu aber später mehr.

Was das Design angeht, setzt Corsair wie üblich auf eine etwas schlichtere Optik. Die Corsair K70 RGB MK.2 LP ist beim besten Willen keine minimalistische Tastatur, aber auch nicht zu auffällig wie es einige „Gaming“ Tastaturen oft sind.

Geprägt wird das Design von einer schwarzen Aluminium Rückenplatte in gebürsteter Optik auf welcher die Tasten „schweben“. Diese Rückenplatte verleiht der K70 auch ihre sehr hohe Verwindungssteifigkeit. Es handelt sich bei dieser Platte nicht um eine dünne Schicht, sondern wirklich im eine massive Aluminium Scheibe. Der untere Gehäuseteil ist allerdings wiederum aus Kunststoff gefertigt, welcher aber auch einen höherwertigen Eindruck verbreitet.

Generell wirkt die K70 RGB MK.2 Low Profile sehr gut und hochwertig gemacht! Man merkt, dass es sich hier um ein höherpreisiges Modell handelt.

Die Rechtfertigung dafür liegt aber auch in eigenen kleineren Details, die man erst auf den zweiten Blick sieht, wie beispielsweise die Standfüße. Wie üblich ist es möglich die Tastatur leicht anzuwinkeln. Die dafür verbauten Standfüße werden allerdings seitlich geklappt, wodurch diese sich beim Zurückschieben der Tastatur auf dem Schreibtisch nicht einklappen. Dies hat mich bei einigen anderen Tastaturen schon genervt, die es nicht so machen.

Auch verfügt die K70 RGB MK.2 LP über einen zusätzlichen USB Port, für beispielsweise Eure Maus oder einen Funkempfänger. Hierfür verfügt das USB Kabel, welches sehr dick und textilummantelt ist, aber auch über zwei Stecker.

Weitere Bonuspunkte gibt es für das reichhaltige Angebot an gesonderten Multimedia Tasten, wie auch das wirklich sehr schöne Drehrad zum Verstellen der Lautstärke.

Neben der Tastatur legt Corsair noch einige alternative Tastenkappen mit in den Lieferumfang, wie auch eine große gummierte Handballenauflage.

Die alternativen Tastenkappen sind für Spieler von FPS und MOBAs gedacht um einige Tasten mit einer anderen Textur zu kennzeichnen, so dass diese schneller zu finden sind.

 

Layout

Corsair setzt bei der K70 RGB MK.2 LP erfreulicherweise auf das normale Deutsche qwertz Layout. Es wurden hier keinerlei Modifikationen vorgenommen.

Selbst der Tastenabstand entspricht dem einer gängigen mechanischen Tastatur, wobei dies auch nicht ganz richtig ist. Die Tastenkappen von normalen mechanischen Tastaturen sind meist konisch zulaufend, die der K70 LP sind hier etwas „zusammengedrückt“. Mehr dazu aber später.

Corsair verzichtet bei der K70 RGB MK.2 LP sogar auf eine FN Taste, welche mittlerweile bei den meisten Tastaturen zu finden ist.

Die F-Tasten dieser Tastatur sind also nicht mit irgendwelchen Multimedia Funktionen doppelt belegt. Dies ist auch nicht nötig, da es eine gesonderte Stopp, Play/Pause, Vor, Zurück, Mute Taste gibt.

Diese Tasten sind oberhalb des Nummernpads angebracht. Hier findet sich auch ein metallenes Drehrad über welches sich die Lautstärke regeln lässt. Dieses Drehrad gehört im Übrigen zu meinen Lieblings Features der High End Corsair Tastaturen!

Es ist irgendwie befriedigender und schneller ein Drehrad für das Einstellen der Lautstärke zu nutzen als eine Kombination aus „FN“ + „F2“ zu hämmern.

Neben den Multimedia Tasten besitzt die K70 LP auch noch drei Sondertasten zum Einstellen der Helligkeit, des aktuellen Profils und um die Windows Tasten abzuschalten. Diese drei Tasten sind oberhalb von F2-F4 zu finden.

 

Die Schalter

Corsair ist ein treuer Nutzer der Cherry MX Schalter. Viele andere Hersteller sind von den Cherry MX Modellen auf günstigere China Kopien gewechselt, welche zugegeben auch einen guten Job machen.

Allerdings aufgrund dieser Treue und vermutlich hohen Abnahmemengen scheint Corsair immer einen sehr frühen Zugriff auf die Neuentwicklungen von Cherry zu haben. Solch eine Neuentwicklung kommt auch in der K70 RGB MK.2 LP zum Einsatz.

Corsair nutzt hier erstmals die „MX Low Profile“ Schalter, welche in zwei Versionen verfügbar sind. MX Low Profile RGB Red und MX Low Profile RGB Speed.

Beide Schalter weisen sehr ähnliche Charakteristiken wie die großen Cherry MX Reds auf, sind nur 35% flacher.

Hieraus resultiert natürlich eine deutlich niedrigere Aktivierungsdistanz und Betätigungsweg.

Ein normaler Cherry MX Red wird nach 2mm ausgelöst und erreicht nach 4mm den Anschlag. Ein Cherry MX Low Profile Red wird nach 1,2mm ausgelöst und erreicht nach 3,2mm den Anschlag.

Der neue Schalter wird also ein gutes Stück früher aktiviert, besitzt aber dennoch mit 3,2mm einen recht hohen Hubweg.

Die Cherry MX Low Profile Speed Version ist hier nochmals etwas „schärfer“. Diese aktiviert bereits nach 1mm.

Was die benötigte Kraft für die Aktivierung angeht, liegen die Low Profile Versionen mit der normalen Version gleich auf. Beide benötigen 45g Druck.

Auch stimmt die Charakteristik überein. Die MX Low Profile sowohl in der Red wie auch Speed Version sind lineare Schalter. Nach dem anfänglichen Widerstand verlaufen die Schalter „flüssig“ bis Ihr das Ende erreicht.

Es gibt also keine Kennzeichnung wann der Schalter ausgelöst hat, weder durch ein Klack noch durch ein haptisches Feedback.

 

Wie tippt es sich auf der Corsair K70 RGB MK.2 Low Profile?

Kommen wir zum wichtigsten Punkt, wie fühlt sich die Corsair K70 RGB MK.2 Low Profile in der Praxis an?

Wenig überraschend sehr gut! Als jemand der sowohl Notebook Tastaturen wie auch mechanische Tastaturen gewohnt ist, gab es kaum bis keine Eingewöhnungszeit auf der K70 LP.

Ganz im Gegenteil! Der flachere Aufbau der Tastatur hat mein Schreibtempo merkbar positiv beeinflusst. Es geht durch die etwas flacheren Tasten schneller zwischen diesen zu wechseln und der kürzere Hub beschleunigt das generelle Arbeitstempo sowieso.

Für Viel-Tipper kann ich diese Tastatur voll empfehlen!

Was etwas Eingewöhnung bzw. „Optimierung“ bedarf, ist der vergleichsweise frühe Aktivierungspunkt. Es ist nicht nötig die Tasten sonderlich weit durchzudrücken. Wenn Ihr es schafft Euch ein etwas „leichtfüßigeres“ Tippen anzugewöhnen, denke ich, dass es möglich ist auf der Corsair K70 RGB MK.2 LP sehr schnell zu schreiben!

Dieser frühe Aktivierungspunkt, gerade bei der Speed Version, ist auch das was die Tastatur für Gamer interessant macht.

Drückt Ihr eine Taste wird der Befehl bereits umgesetzt bevor die Taste den Anschlag erreicht. Dies kann die Millisekunde bringen die zwischen Sieg und Niederlage entscheidet. Ich würde diesen zeitlichen Vorteil zwar nicht als zu groß einstufen, aber er ist vorhanden, gerade verglichen mit nicht mechanischen Tastaturen.

Was die Qualität der Tasten angeht, bin ich grundsätzlich zufrieden. Die einzelnen Tasten besitzen seitlich so gut wie kein Spiel und auch die großen Tasten sind sauber stabilisiert. Damit vermeidet die Corsair K70 LP den Fehler der Tesoro gram XS, welche aufgrund des noch flacheren Aufbaus recht steife große Tasten besitzt.

Egal wo Ihr bei der Corsair die Leertaste, Enter usw. drückt, es wird immer der gleiche Druck benötigt.

Aufgrund der metallenen Basisplatte ist zudem der Anschlag der Tasten sehr schön feste und präzise. Selbst bei einem hohen Druck biegt sich nichts durch. Die K70 RGB MK.2 Low Profile wirkt unheimlich stabil und wertig in diesem Belang.

Trotz des Low Profile Aufbaus müsst Ihr bei der K70 LP keine Kompromisse eingehen. Dies liegt auch sicherlich daran, dass der gesamte Hub mit 3,2mm immer noch recht lang ist, gerade verglichen mit Notebooks usw.

3,2mm ist aber eine sehr schöne Länge, normale mechanische Tastaturen wirken oftmals etwas sehr ermüdend mit ihren vollen 4mm. Dieser leicht verkürzte Hub wurde von mir ganz klar positiv aufgenommen!

Sind also die neuen MX Low Profile „perfekt“? Eine Kleinigkeit ist mir doch negativ aufgefallen. Normale MX Red sind sehr schön flüssig und sanft, bei den neuen MX Low Profile meine ich im direkten Vergleich ein ganz klein wenig mehr Reibung zu spüren. Dies ist kein No Go und wird vermutlich kaum auffallen ohne direkten Vergleich.

Auch wirken die MX Low Profile auf mich etwas „fester“ als die normalen MX Red. Hier bin ich mir allerdings nicht sicher ob es sich nicht vielleicht um Einbildung handelt, da beide Schalter laut Hersteller 45g Widerstand haben.

Allerdings sollte mein Eindruck mich nicht täuschen, wäre dies nicht mal negativ! Gerade beim Gaming hatte ich anfangs bei den MX Red einige Tastendrücke ausversehen gemacht, da ich einfach nur meine Finger auf den Tasten abgelegt habe. Dies passiert bei der neuen K70 RGB MK.2 Low Profile nicht so schnell.

 

Software

Corsair nutzt bei der K70 RGB MK.2 Low Profile seine ICUE Software zur Steuerung. ICUE erlaubt dabei nicht nur eine Steuerung der Tastatur, sondern auch von anderen Corsair Produkten.

Beispielsweise könnt Ihr die Beleuchtung Eurer Tastatur mit der Euerer Gehäuse Lüfter Synchronisieren, sofern Ihr hier natürlich auch auf Corsair RGB Lüfter setzt.

ICUE ist ganz klar eine der umfangreicheren Steuerungsprogramme, die man so finden kann. Ihr könnt jede Taste Eurer Tastatur um Belegen oder teils sehr komplexe Makros erstellen.

Auch bzw. gerade was die Beleuchtung angeht bietet Euch ICUE unzählige Möglichkeiten! Ich würde  sogar sagen die meisten Möglichkeiten, mehr als bei Tesoro, Razer und Co. Im Gegenzug ist allerdings ICUE auch durchaus etwas „komplexer“ zu bedienen.

Profile und Makros lassen sich im Übrigen direkt auf der Tastatur speichern! Bei einer Windows Neuinstallation sind also nicht alle Einstellungen einfach weg.

 

Beleuchtung

Die Corsair K70 RGB MK.2 Low Profile verfügt wie bereits im Namen steht über eine RGB Beleuchtung. Hierbei besitzt jede Taste der Tastatur auch wirklich eine eigene RGB LED.

Diese LEDs lassen sich individuell via Software programmieren oder Ihr könnt eins der Standard Profile nutzen, wie Regenbogen, Farbwechsel usw.

Ist Euch das Ganze etwas zu bunt könnt Ihr auch einfach die Beleuchtung abschalten oder eine einzelne Farbe wählen. Das ist das Schöne an RGB LEDs, Ihr könnt hier alles machen was Ihr wollt.

Die LED Qualität ist bei der K70 LP absolut tadellos! Sämtliche Farben werden gut und satt dargestellt.

Auch die Helligkeit fällt normal bis sogar leicht überdurchschnittlich aus. Das schwarze Gehäuse der K70 frisst natürlich etwas die Helligkeit. Eine weiße Tastatur kann selbstverständlich bei gleicher LED Qualität heller Strahlen als ein schwarzes Modell.

Dennoch ist wie bei Corsair üblich die Beleuchtung klasse!

 

Fazit

Corsairs erste mechanische Low Profile Tastatur ist ein Erfolg! Anders kann man es nicht sagen.

Corsair hat es mit der K70 RGB MK.2 Low Profile geschafft alle positiven Punkte der normalen K70 in einen schmaleren Formfaktor zu übernehmen. Neben der tollen Beleuchtung wäre dies natürlich primär das sehr robuste und massive Gehäuse, inklusive Rückenplatte aus Aluminium.

Dabei gefällt mir der Low Profile Formfaktor sogar ein Stück besser als der einer normalen mechanischen Tastatur. Die flacheren Tasten sind wie ich finde etwas ermüdungsfreier und erlauben mir sogar eine leicht höhere Schreibgeschwindigkeit.

Gamern hingegen wird der schnellere Aktivierungspunkt gut gefallen, gerade bei der „Speed“ Version.

Hier muss man natürlich auch Cherry für ihre gelungenen MX Low Profile Schalter loben, welche einen tadellosen Job machen! Zwar sind normale Cherry MX Reds noch etwas sauberer und flüssiger, aber im Allgemeinen ist die Low Profile Version qualitativ nicht nennenswert schlechter!

Hier unterscheidet sich die K70 MK.2 Low Profile etwas von der auch sehr guten Tesoro Gram XS. Letztere ist noch etwas flacher, aber hier merkt man, dass Kompromisse eigegangen wurden, um diesen flachen Formfaktor zu erzielen, primär wenn es um die Stabilisierung der größeren Tasten geht.

Die K70 RGB MK.2 Low Profile ist trotz des flacheren Aufbaus kompromisslos gut! Daher fällt es mir auch nicht schwer eine Kaufempfehlung auszusprechen.

Ich würde sogar soweit gehen und die Low Profile Version der normalen Version der K70 vorzuziehen! Aber dies ist natürlich etwas Geschmacksache.

Positiv

  • Hochwertiges Gehäuse
  • Tolle RGB Beleuchtung
  • Low Profile Formfaktor
  • Gesonderte Multimedia Tasten inklusive Drehrad für die Lautstärke
  • Umfangreiche Software
  • USB Ausgang für Maus/Headset
  • Hohe Schalter Qualität der MX Low Profile ….

 

Neutral

  • ….. aber etwas niedriger als bei den normalen MX Reds
  • Hoher Preis

Das XT-XINTE NVMe PCIE USB3.1 SSD-Gehäuse im Test, endlich NVME SSDs extern nutzen!

Endlich ist es möglich PCIe basierte NVME SSDs in einem externen USB Gehäuse zu betreiben! Möglich macht dies der neue Jmicron JMS583 Controller.

Bisher waren so ziemlich sämtliche SSDs, die man auf dem Markt finden konnte, immer intern via SATA angebunden und daher auf um die 500MB/s limitiert. Selbst die „Fertig“ SSDs von Samsung, SanDisk usw. besaßen diesen Flaschenhals.

Im Juni 2018 hat JMicron als erster Hersteller mit dem JMS583 einen Controller vorgestellt welcher NVME/PCIe auf USB brückt. Es hatte nun noch rund drei Monate gedauert bis die ersten für den Endkunden fertigen Gehäuse den Markt erreichten.

Eins der ersten externen NVME Gehäuse ist das XT-XINTE NVMe PCIE USB3.1 SSD-Gehäuse. Dieses ist für gerade einmal 35€ auf Amazon erhältlich und erlaubt es theoretisch eine beliebige m.2 NVME SSD extern mit einem Computer zu verbinden.

Aber welche Geschwindigkeiten sind zu erreichen? Funktioniert das Ganze schon gut? Wie steht es um die Kompatibilität? All diese Fragen versuchen wir im Test des XT-XINTE NVMe PCIE USB3.1 SSD-Gehäuse zu klären!

 

Das XT-XINTE NVMe PCIE USB3.1 SSD-Gehäuse im Test

Wie es sich für solche China Hersteller gehört, wird das NVME Gehäuse in einer einfachen braunen Box ohne weitere Dokumentation geliefert.

Neben dem Gehäuse selbst befindet sich auch ein kurzes USB C auf USB A Kabel, ein Schraubendreher und ein paar Wärmeleitpads mit im Lieferumfang.

Das XT-XINTE Gehäuse ist äußerlich komplett aus einem schwarzen oder silbernen Aluminium gefertigt. Mit 40 x 125 x 10mmist dieses nur minimal größer als eine typische NVME PCIe SSD. Ihr erhaltet also eine wirklich kompakte kleine SSD.

Das Gehäuse ist hierbei nicht spektakulär, aber solide verarbeitet. Selbst wenn ich wollte wäre es mir vermutlich nicht möglich dieses mit bloßen Händen durchzubrechen. Robust wirkt das Ganze also.

Neben dem Herstelleraufdruck findet sich erst einmal nur ein USB C Port am Gehäuse.

 

Montage

Das XT-XINTE NVMe PCIE USB3.1 SSD-Gehäuse wird einfach durch das entfernen der beiden Schrauben auf der Seite des USB C Ports geöffnet.

Das Innenleben des Gehäuses lässt sich daraufhin einfach herausziehen. Das NVME Gehäuse bietet Platz für SSDs im M.2 2280 Format, oder kleiner.

Neben dem Jmicron JMS583 Controller und einer kleinen LED, welche vom Gehäuse verdeckt wird, gibt es erst einmal nichts weiter groß zu bestaunen.

 

Kompatibilität und Performance

An dieser Stelle WICHTIG, das Gehäuse ist NUR zu PCIe NVME SSDs kompatibel und nicht zu SATA basierten m.2 SSDs!

Bei einigen der auf dem Jmicron JMS583 Contorller basierenden Gehäuse konnte ich etwas von einer angeblich problematischen Kompatibilität zu Samsung SSDs lesen.

Ist die Kompatibilität zu SSDs also wirklich ein Problem? Für diesen Test habe ich mir folgende vier SSDs geschnappt:

  • Corsair Force Series MP500
  • Toshiba OCZ RD400
  • Samsung 960 EVO
  • Intel 600p

Dies ist eine bunte Mischung an aktuell verfügbaren SSDs.

Machen wir es kurz, alle vier getesteten SSDs funktionierten problemlos im externen Gehäuse!

Wie stehts aber ums Tempo? Dieses war bei allen SSDs (außer der Intel) ebenfalls ziemlich identisch. Ihr könnt mit dem XT-XINTE NVMe PCIE USB3.1 SSD-Gehäuse rund 900MB/s lesend wie auch schreibend erreichen.

Teilweise scheinen auch etwas über 900MB/s oder unter 900MB/s möglich zu sein, aber dies ist anscheinend von Eurem USB Controller abhängig. Beispielsweise der Thunderbolt 3 Controller meines Dell XPS 13 9370 schafft anscheinend genau 900MB/s, während der USB 3.1 Controller in meinem Desktop 850MB/s im Maximum.

Samsung 960 Evo 1TB

Diese Werte gelten natürlich nur dann, wenn Ihr auch eine USB 3.1 bzw. USB 3.1 Gen 2 oder Thunderbolt 3 Verbindung nutzt! Über einen normalen USB 3.0 bzw. USB 3.1 Gen 1 Port erreicht das Gehäuse gute 430MB/s.

An einem USB 3.0 5Gbit Port

Die USB Verbindung ist hier ganz klar der limitierende Faktor, selbst wenn Ihr einen neueren USB 3.1 Gen 2 10Gbit Port nutzt.

Ein starkes Ergebnis! Ebenfalls positiv scheint die Zuverlässigkeit zu sein. Es gab keine plötzlichen Trennungen des Gehäuses, selbst unter Dauerlast.

 

Software und Temperatur

Wer schon einmal eine NVME SSD verbaut hat wird wissen das diese im Betrieb teils an die 90 Grad heiß werden können, was oftmals ein Problem ist. Eine gute Kühlung ist bei NVME SSDs also Pflicht!

Wie sieht es im XT-XINTE NVMe PCIE USB3.1 SSD-Gehäuse aus?

Hier haben wir leider ein kleines Problem. Es ist nicht möglich die Temperatur durch das Gehäuse auszulesen. Die SSD wird von vielen Tools gar nicht erkannt, andere melden diese nur als JMICRON Tech SCSI Disk Device, ohne weitere Daten.

Ihr könnt also auch keine Hersteller Tools nutzen um den Zustand der SSD auszulesen, blöd.

Die externe SSD wird nur als JMicron Tech SCSI Disk Device erkannt, die 970 ist eine interne SSD

Für das Messen der Temperatur im Gehäuse habe ich also zu einem Temperatur Messgerät greifen müssen. Die Werte sind natürlich nicht ganz so akkurat, da auf der SSD gemessen, sollten aber ausreichen für eine grobe Einschätzung.

Als SSD für diesen Test nutze ich die Corsair MP500, welche die heißeste SSD ist die ich aktuell kenne und habe.

Und ja auch im XT-XINTE Gehäuse wird diese flauschig warm, ich konnte im Inneren bis zu 62 Grad messen. Allerdings mag zwar 62 Grad viel klingen, gerade wenn man bedenkt, dass die SSD im Inneren nochmal ein Stück wärmer ist, aber die SSD hat nicht gethrottelt!

Heißt diese hat nicht überhitzt, selbst bei konstanter 100% Last.

Vermutlich da das Tempo auf rund 900MB/s limitiert ist, ist die SSD ja nicht zu 100% am Limit = auch nicht die volle Hitzeentwicklung.

Bei den beiliegenden Wärme/Klebepads weiß ich um ehrlich zu sein nicht welche Aufgabe diese erfüllen?! Diese sind zu flach um Kontakt zwischen Gehäuse und SSD herzustellen.

Anscheinend handelt es sich hier nur eine zusätzliche Fixierung zwischen SSD und PCB?! Warum auch immer diese nötig wäre.

Das Gehäuse wird im Übrigen auch außen recht warm (bis zu 52Grad), aber dies ist normal und gewollt.

Kurzum ja die SSDs werden heiß, man könnte hier mit dickeren Wärmeleitpads experimentieren, aber anscheinend nicht kritisch heiß.

 

Fazit

Ihr wollt Euch die schnellste aktuell verfügbare externe SSD bauen oder eine alte NVME SSD, die Ihr beispielsweise von dem Upgrade eines Notebooks übrig habt, sinnvoll weiter nutzen?

Dann ist das XT-XINTE NVMe PCIE USB3.1 SSD-Gehäuse eine klasse Option! Für 35€ erhaltet Ihr hier ein solides Gehäuse für das externe Nutzen eines m.2 NVME SSD.

Praktisch könnt Ihr rund 900MB/s über dieses Gehäuse erhalten, wobei hier die USB 3.1 Gen 2 Verbindung sogar der limitierende Faktor ist. Habt Ihr nur einen normalen USB 3.0 Port sind immerhin gute 420MB/s möglich.

Schneller geht’s aktuell via USB einfach nicht! Daumen hoch dafür. Auch abseits des reinen Tempos sind mir keine negativen Auffälligkeiten in der Praxis aufgefallen, außer vielleicht, dass es nicht möglich ist Haltbarkeit, Temperatur usw. der verbauten SSD auszulesen.

Die Temperatur von NVME SSDs ist immer etwas problematisch, allerdings selbst mit sehr heißen SSDs konnte ich im XT-XINTE NVMe PCIE USB3.1 SSD-Gehäuse kein throtteln erreichen, auch wenn sich das Gehäuse schon ordentlich erwärmte.

Dennoch unterm Strich kann ich das XT-XINTE NVMe PCIE USB3.1 SSD-Gehäuse ohne Probleme empfehlen! Um ehrlich zu sein, gibt es auch aktuell nicht viele Alternativen, alle vergleichbaren Gehäuse basieren auf dem gleichen JMicron Controller.

Lohnt es sich Speicherkarten aus China zu bestellen? Die MIXZA TOHAOLL Speicherkarten im Test!

Speicherkarten werden überall im Alltag benötigt. Zwar sind mittlerweile auch große Speicherkarten günstig zu bekommen, aber sicherlich wird sich schon jeder einmal gefragt haben ob es nicht noch günstiger geht.

Wenn man günstige Elektronik will, gibt es einen Ort an dem man immer suchen kann, China. Auf Plattformen wie Gearbest, Aliexpress usw. gibt es duzende teils auch recht günstige Speicherkarten.

Hier gibt es natürlich auch schwarze Schafe die einem „Fake“ Speicherkarten verkaufen, aber viele Modelle sind auch seriös. Um solche seriösen Speicherkarten aus China soll es auch in diesem Bericht gehen, nämlich um die MIXZA TOHAOLL Serie.

Diese microSD Speicherkarten sind am unteren Ende des Preisbereiches angesiedelt. Wollen wir doch einmal klären ob es sich lohnt Speicherkarten wie die MIXZA TOHAOLL aus China zu bestellen und wie gut die Speicherkarten sind.

Neugierig?

 

Lohnt es sich Speicherkarten aus China zu bestellen?

Starten wir mit der wichtigsten Frage, warum sollte man Speicherkarten überhaupt aus Asien bestellen?

Die Antwort ist simpel, der Preis! Wir in Deutschland zahlen recht hohe Aufschläge auf Speicherkarten, beispielsweise Urheberabgaben usw. Auch ist gerade bei Speicherkarten in der 8-32GB Größenordnung das Porto ein Problem, welches oft höher ist als der Preis der Speicherkarte.

Gehen wir einmal die Preise durch. Wie üblich können diese sich gerade bei asiatischen Produkten sehr schnell ändern, daher gehe ich von den Preisen aus die ich Anfang September bezahlt habe!

MIXZA Samsung SanDisk
8GB             4.25 €
16GB             4.44 €          11.99 €             7.17 €
32GB             5.21 €          12.33 €             9.80 €
64GB          13.61 €          15.94 €          17.61 €
128GB          27.87 €          35.56 €          29.00 €

(Ungefähre Preise)

Wir sehen ein zu erwartendes Bild. Die China Speicherkarten sind günstiger als die Samsung/SanDisk Modelle.

Allerdings sehen wir auch, dass der Preisunterschied bei den größeren Modellen immer weiter zusammenschrumpft.

Rein vom Preis lohnt es sich also besonders Speicherkarten aus Asien zu bestellen wenn Ihr kleine Speicherkarten sucht, beispielsweise für ältere Geräte die keine Speicherkarten über 16/32GB akzeptieren.

 

Die MIXZA TOHAOLL Speicherkarten im Test

MIXZA ist ein Speicherkarten Hersteller welcher hier in Europa völlig unbekannt ist, aber in Asien anscheinend recht weit verbreitet ist. Diese bieten mehrere Speicherkartenserien an. Eine ist die TOHAOLL Serie, um welche es heute geht.

Speicherkarten in der MIXZA TOHAOLL Serie sind in 8GB, 16GB, 32GB, 128GB und auch 256GB verfügbar. Es wird also die komplette Bandbreite abgedeckt. Ich habe mir alle Speicherkarten außer die 256GB Version für diesen Test aus China bestellt.

Das Erste was an den Speicherkarten auffällt, ist die Bedruckung. Dies ist mir auch bei meiner Recherche aufgefallen, viele asiatische Speicherkarten sind deutlich bunter und kunstvoller bedruckt als die hier verfügbaren Modelle.

So ist auf jeder Speicherkarte bei den MIXZA TOHAOLL ein Comic Hai in einer anderen Farbe und Form abgebildet. Sicherlich etwas verspielt, aber ich finde es witzig und auch irgendwie interessanter als eine einfach schwarze Speicherkarte.

Auch die Verpackung macht einen guten Eindruck! Diese könnte so in einem Elektro-Fachmarkt hängen und würde nicht negativ auffallen.

Beim Lieferumfang gibt es allerdings einen Unterschied zu den gängigen Speicherkarten. MIXZA verzichtet auf den eigentlich ansonsten oft typischen microSD auf SD Adapter.

Ansonsten gibt es keine sofortigen negativen Auffälligkeiten.

 

Leistung der MIXZA Speicherkarten

Kommen wir zu dem vermutlich interessantesten Punkt, wie schnell sind die Speicherkarten und ist die Kapazität echt?

Für diesen Test nutze ich den Kingston FCR-HS4 Speicherkartenleser. Wichtig der Speicherkartenleser hat einen großen Einfluss auf das Tempo, solltet Ihr also einen anderen nutzen können Eure Werte abweichen.

Starten wir einfach mal mit der Kapazität.

Alle Speicherkarten besitzen ihre angegebene Kapazität +- der üblichen Schwankungen durch Umrechnungen der Einheiten, Formatierung usw. Es gibt allerdings keine Auffälligkeiten in diesem Punkt. Die kleineren Speicherkarten, 8, 16 und 32GB sind Fat32 vorformatiert, die größeren 64GB und 128GB sind exFat vorformatiert.

Auch bestätigt H2testw das alle Speicherkarten „Echt“ sind. Diese sind also sorglos im Alltag zu nutzen.

Aber stimmt auch das Tempo? MIXZA gibt für alle Speicherkarte hier eine grobe Angabe:

  • 8GB bis zu 18MB/s schreiben
  • 16GB bis zu 80MB/s lesen
  • 32GB bis zu 80MB/s lesen
  • 64GB bis zu 80MB/s lesen
  • 128GB bis zu 80MB/s lesen

Schauen wir uns einmal die Werte in der Praxis an.

[spoiler title=’Details‘ style=’default‘ collapse_link=’true‘]

8GB
16GB
32GB
64GB
128GB

[/spoiler]

Keine großen Überraschungen hier außer, dass die Geschwindigkeiten gerade beim Lesen sehr ordentlich sind! Die ganz klar langsamste Speicherkarte ist die 8GB Version, welche mit 23/13MB/s eher mäßig schnell ist.

Allerdings ist dies normal! Gerade sehr kleine Speicherkarten erreichen nur sehr selten höhere Geschwindigkeiten.

Ab der 16GB Kapazität nimmt die Lese Geschwindigkeit aller Speicherkarten massiv zu. Die versprochenen 80MB/s werden hier locker geschafft.

Die 32,64 und 128GB Karten schaffen sogar fast 100MB/s was das absolute Maximum ist was so eine Speicherkarte erreichen kann.

Schreibend sind die Speicherkarten eher etwas schwächer, aber auch nicht katastrophal schlecht. Alle Speicherkarten wären in einer Action Cam oder Smartphone zu gebrauchen, gerade die größeren Modelle.

Ich würde auch sagen, dass sich die größten Modelle für Konsolen wie die Nintendo Switch oder auch Smartphones/Tablet eignen.

Wie steht es eigentlich um die Haltbarkeit solcher China Speicherkarten? Schwer zu sagen, dies kann ich leider nicht testen. Allerdings nehme ich nicht an, dass es hier einen großen Unterschied zu den klassischen Herstellern gibt.

Es gibt nicht so viele Flash Produzenten und auch gibt es immer weniger „schlechte“ Module auf dem Weltmarkt und es sehr wahrscheinlich ist, dass MIXZA hier einen vergleichbaren NAND nutzt wie Kingston und Co.

 

Fazit

Lohnt es sich Speicherkarten aus China zu bestellen? Grundsätzlich kann ich hier mit Jein antworten. Die MIXZA TOHAOLL Speicherkarten aus diesem Test sind als gut zu bezeichnen! Gerade lesend sind diese nicht schlechter als Modelle von Samsung und Co.

Von daher ja, gute Speicherkarten zu einem fairen Preis. Dennoch würde ich Euch vermutlich nur die Modelle bis 32/64GB empfehlen.

Gerade die 32GB Größe ist aus Asien unheimlich günstig zu bekommen. 32GB für unter 6€ inklusive Porto ist ein klasse Deal!

Die größeren Karten 64GB+ würde ich eher bei Amazon, MediaMarkt, Saturn usw. kaufen. Der Preisunterschied schrumpft bei höherer Kapazität und auch wenn die MIXZA TOHAOLL Speicherkarten gut sind, würde ich doch ein Modell von Samsung oder Sandisk bevorzugen, wenn der Preisunterschied lediglich bei ein paar € liegt.

Sucht Ihr aber eine Speicherkarte für ein Messgerät, eine ältere Kamera, Überwachungskamera usw. wo keine riesigen Kapazität benötigt werden, kann ich Euch eine China Speicherkarte wie die MIXZA TOHAOLL problemlos empfehlen!

FreeNAS Build 2018, 2x 10Gbit LAN, ECC Speicher, Intel Xeon, NAS Gehäuse, Workstation Hardware so günstig wie möglich

FreeNAS ist das Betriebssystem der Wahl wenn es um das Selbstbauen eines NAS Systems geht. Allerdings hat FreeNAS durchaus ein paar besondere Vorlieben was die Hardware angeht.

Ich hatte nun den Plan gefasst ein Neues NAS zu bauen, das Ziel, gute und hochwertige Komponenten, ECC RAM und vor allem 10Gbit LAN. Das Ganze dann am besten in einem richtigen NAS Formfaktor.

All dies unter einen Hut zu bekommen ist gar nicht so einfach wie zunächst gedacht. Dabei entstand dann dieser kleine Artikel, welcher Euch vielleicht auch hilft das optimale FreeNAS System für Euch zu bauen!

Das Ziel

Beginnen wir mit der Frage was das Ziel mit diesem „NAS“ ist, dann erklärt sich meine Hardware Wahl auch besser.

Grob gesagt ist das Ziel ein zuverlässiges NAS für die Nutzung mit FreeNAS zu bauen, welches 10Gbit LAN wie auch ECC RAM und einen NAS Form Faktor besitzt.

Ein weiteres Ziel ist es dies mit möglichst kleinem Budget zu machen. Dies ist natürlich relativ bei einem System das am Ende 700€+ kostet, aber für ein Workstation Grade 10Gbit FreeNAS System ist dies schon am unteren Ende des Preisspektrums.

Das System soll für vier oder acht HDDs + 2 SSDs (als Cache) Platz bieten.

 

Was für Hardware benötigt FreeNAS?

Grundsätzlich sind die Hardware Anforderungen von FreeNAS sehr zahm. Im Optimalfall braucht FreeNAS recht viel RAM (8GB+), aber ansonsten kann an sich jede Hardware genutzt werden, die man aktuell so findet.

Die Hardware muss aber FreeBSD kompatibel sein! Bei Prozessoren, Mainboards usw. ist das Ganze Recht unproblematisch. Bei LAN Karten sieht dies leider etwas anders aus. Die günstigen 10Gbit LAN Karten mit Aquantia AQtion Chipsatz funktionieren beispielsweise aktuell noch nicht unter FreeBSD also auch nicht unter FreeNAS.

Für 10Gbit LAN sollte man am besten auf LAN Karten mit Intel Chipsatz setzen.

 

ZFS und ECC

Die Besonderheit warum FreeNAS als das sicherste Speichersystem gilt, ist das ZFS Dateisystem. ZFS „Zettabyte File System“ ist das fortschrittlichste und sicherste Dateisystem, welches auch eine Software Raid Funktionalität mitbringt.

Ihr braucht also keine teuren Raid Karten, sondern könnt die Festplatten sicherer als bei jeder Hardware Raid-Karte in der Software „zusammenschnallen“ für eine höhere Ausfallsicherheit.

ZFS besitzt hierfür sehr ausgeklügelte Software Algorithmen um zu bestimmen ob Eure Daten auch wirklich sicher gespeichert sind und wenn Ihr diese wieder abruft auch nicht korrumpieren können.

ZFS arbeitet hier nach einem einfachen Motto, dieses vertraut den Daten auf Euren Festplatten nicht! Jede Datei wird bei jedem Abruf und Schreibvorgang teils mehrfach überprüft.

Es werden beispielsweise Checksummen erstellt. Stimmt eine Checksumme mit der Datei auf der HDD nicht überein wird diese repariert. Damit dies funktioniert muss ZFS aber sichergehen können, dass die anderen Komponenten in Eurem System okay sind. Ist Euer RAM beispielsweise fehlerhaft und es wird eine falsche Checksumme berechnet, kann dies zu Problemen führen.

In diesem Fall würde ZFS versuchen eine richtige Datei auf Euren Festplatten zu reparieren.

Normaler Arbeitsspeicher ist nicht gegen solche Fehler geschützt. Diese sollten nicht auftreten, können es aber. Unter Windows würde dies einfach zu einem Programmabsturz führen und das war es meist schon. Bei FreeNAS kann dies allerdings größere Dateischäden anrichten.

Server und Workstation PCs nutzen daher ECC RAM. ECC RAM besitzt eine integrierte Fehlerkorrektur. Man kann sich also zu 100% sicher sein, dass alle Daten die im RAM sind auch wirklich richtig sind.

Daher empfehlen die Macher von FreeNAS das Nutzen von ECC RAM. Dies ist aber keine Pflicht! Damit es selbst bei einem fehlerhaften RAM Moduls zu Datenverlust kommt, müssen schon viele unglückliche Umstände zusammenkommen.

Bei der ersten Berechnung der Checksumme muss sich ein Fehler einschleichen, wenn dies passiert wird FreeNAS versuchen die Datei zu reparieren. Bei dieser Reparatur muss dann wieder ein Fehler auftreten damit FreeNAS Probleme bekommt. In diesem Fall könnte es zu Datenverlust kommen, was aber praktisch sehr unwahrscheinlich ist.

Dennoch mit ECC RAM ist man auf der sicheren Seite!

 

RAM

FreeNAS braucht viel RAM, hier findet man im Internet oftmals die Angabe 1GB RAM für 1TB Speicher. Dies ist aber nicht richtig.

Wenn möglich packt so viel RAM wie es geht in Euer NAS, wenn dies aufgrund der aktuellen RAM Preise nicht möglich ist, ist dies aber auch nicht schlimm.

RAM wird bei FreeNAS grob gesagt für drei Dinge genutzt, für einen Index, für duplizierte Dateien und als Cache.

FreeNAS hält im RAM eine Art Index wo sich auf Euren Festplatten welche Daten befinden. Dieser Index ist in der Regel nicht sonderlich groß. Überschreitet allerdings der Index, weil Ihr 60TB Daten und nur 8GB RAM habt, die Größe des freien Platzes muss der Index auf die HDDs ausgelagert werden.

Hierdurch wird das NAS gerade bei Durchsuchen von Freigaben deutlich langsamer. 16GB reichen aber für locker 32TB+. Schaltet Ihr allerdings das Feature der duplizierten Daten Erkennung ein, steigt der RAM verbrauch extrem!

Habt Ihr dieses Feature aktiv und kopiert zweimal die gleiche Datei auf das NAS, erkennt dieses dies und speichert nur eine Datei unter zwei Orten, was Speicherplatz spart. Habt Ihr nicht tonnenweise RAM, lasst dieses Feature aber aus.

Zu guter Letzt wird freier RAM als Cache genutzt. Schreibt Ihr Daten auf das NAS werden diese zunächst im Arbeitsspeicher gesammelt und dann auf die HDDs geschrieben, was gerade bei vielen kleinen Dateien massiv das Tempo erhöht.

Auch verbleiben Daten im RAM, dass wenn Ihr diese wieder abruft, dieser Prozess deutlich schneller geht. Habt Ihr 8GB RAM frei, können 8GB auch als Cache genutzt werden. Rein theoretisch braucht Ihr gar keinen RAM Cache, aber dieser ist „Nice to Have“.

 

Laufwerk für FreeNAS

FreeNAS wird nicht wie andere Betriebssysteme auf Eure Festplatten installiert, sondern läuft in der Regel von einem USB Stick.

Dabei wird FreeNAS nur beim Start einmal vom USB Stick geladen und bleibt dann im RAM. Rein theoretisch könntet Ihr im Betrieb den USB Stick sogar abziehen und alles würde zunächst weiterlaufen, bis zum nächsten Neustart.

Ihr braucht hier keinen besonderen USB Stick, 16GB sollten völlig ausreichen.

 

Die Hardware

Kommen wir zu der Hardware für diesen 2018er FreeNAS Build.

Die Kernkomponente ist ein Supermicro Mainboard mit integrierter CPU! Supermicro ist ein Server Hersteller, welcher wirklich ausschließlich Server oder Workstation Hardware herstellt.

Ich habe hier für meinen Server das Supermicro X10SDV-4C-TLN2F gewählt mit integriertem Intel Xeon D-1521 wie auch zwei 10Gbit LAN Ports!

Allerdings war diese Wahl ein Fehler! Ich würde Euch zum Supermicro X10SDV-4C+-TLN4F raten! Meine Version besitzt lediglich einen passiven Kühlkörper, welcher die CPU ohne einen recht hohen Luftstrom nicht ausreichend kühlen kann.

Ein ausreichender Luftstrom ist aber in kleinen ITX Gehäusen so eine Sache. Das Supermicro X10SDV-4C+-TLN4F verfügt hingegen über einen kleinen aktiven Lüfter und eine etwas kleinere CPU (200Mhz weniger Takt).

Beginnen wir aber am Anfang der Hardware Wahl. Wir wollen ein NAS Bauen, daher habe ich mich auch für ein „NAS like“ Gehäuse mit Front- Festplatten- Einschüben entschieden.

Hier sehe ich zwei gute Optionen, das Inter-Tech IPC SC-4004 falls Ihr mit 4 Bays auskommt, oder das etwas teurere SilverStone SST-DS380 falls Ihr 8 Bays wollt.

Es gibt auch andere Gehäuse mit HotSwap Schächten, aber diese haben alle eins gemeinsam, es passen nur Mini-ITX Mainboards in diese.

Dies war die größte Herausforderung an diesem PC, ein Mini-ITX Mainboard mit ECC Support. Die aktuellen Intel Desktop „i“ CPUs unterstützen alle samt kein ECC! Dies macht Intel damit professionelle Nutzer Xeon CPUs kaufen müssen.

Erstaunlicherweise unterstützen die Intel Pentium CPUs ECC RAM, ein Intel Pentium Gold G5500 wäre für unsere Zwecke völlig ausreichend. Allerdings unterstützen Intels B360, H310, H370, Q370, Z370, Z390 Mainboards alle samt kein ECC……

Man müsste also auf ein Mainboard mit Intel C246 Chipsatz (ein „Workstation Chipsatz“) setzen, welche aber a. teuer und b. nicht im Mini-ITX Format zu bekommen sind.

Die Lösung wäre AMD Ryzen, genau genommen der AMD Ryzen 3 2200G aufgrund der integrierten GPU, welche bei den anderen Ryzen fehlt. AMDs Ryzen CPUs unterstützen ECC genau wie die meisten AMD Mainboards.

Aber AMDs Mini-ITX Mainboards haben alle nur 4 SATA Slots, was zwar für vier HDDs reicht, aber nicht für zusätzliche SATA SSDs oder spätere Upgrades. Auch ist natürlich nur ein PCIe Slot vorhanden, welcher für die 10Gbit LAN Karte belegt wird.

Das Supermicro X10SDV-4C+-TLN4F bietet im Gegensatz dazu vier RAM Bänke, zwei integrierte 10Gbit LAN Ports und 6x SATA. Auch habt Ihr noch einen PCIe Slot frei um beispielsweise noch einen SATA Controller zu verbauten um mehr HDDs ansteuern zu können.

Aufgrund der zwei 10Gbit LAN Ports geht auch der Preis von rund 500€ für das Board „Okay“.

Beim RAM nutze ich 16GB, was für den Start ausreicht. Aufgrund der vier RAM Slots könnte man auch noch auf bis zu 64GB problemlos upgraden. Ich habe hier einfach den günstigsten ECC RAM Genomen den ich finden konnte. Das Crucial Modul funktioniert auch 1a auf dem Supermicro Board.

Beim SilverStone SST-DS380 wäre noch ein einfacherer PICe zu SATA Controller empfehlenswert um auch wirklich alle Schächte nutzen zu können. Der InLine 76617E, 4x SATA, PCIe 2.0 x1 würde hier taugen und erlaubt es Euch insgesamt 10 Laufwerke in der Box zu verbauen.

IX Systems bietet im Übrigen ein sehr ähnliches System wie wir hier bauen an. IX Systems ist der „Hersteller“ von FreeNAS.

https://www.amazon.com/FreeNAS-Mini-XL-Diskless-Attached/dp/B01CKN76OW

Dieses kostet 1350$ und bietet einen ähnlichen Formfaktor und Leistung (4 Kern CPU, ECC RAM usw.), aber keine 10Gbit LAN Ports (diese sind nur nachrüstbar). Von daher sind wir mit 700-900€ je nach Konfiguration ein gutes Stück günstiger.

Nicht ganz unwichtig sind auch die HDDs. Gerade bei einem 10Gbit NAS kommt es hier etwas auf die Performance an. Ich würde ganz klar zu 7200rpm HDDs raten! Die Preis/Leistungsstärksten HDDs wären hier vermutlich die Seagate Iron Wolf. Diese brauchen zwar etwas mehr Energie als die WD RED, sind aber meist günstiger und vor allem ein gutes Stück schneller.

Von letzterem profitieren wir ja bei einem 10Gbit NAS.

4-Bay Version

8-Bay Version

 

Der Zusammenbau

Der Zusammenbau ist aufgrund der recht geringen Anzahl an Komponenten an sich recht einfach und problemlos.

Es gibt allerdings durchaus ein paar Punkte welche nicht ganz einfach sind. Dies wäre primär das Kabelmanagement. Ihr habt bis zu 10 SATA Kabel, diverse Lüfterkabel usw. welche im SilverStone SST-DS380 vernünftig einen Platz finden müssen.

Hier eine kleine Übersicht über den Zusammenbau:

  1. Gehäuse auspacken und die beiden Festplattenkäfige entfernen.
  2. Mainboard auspacken und verschrauben (Blende nicht vergessen) .
  3. Netzteil einbauen und anschließen (zunächst nur den 24 Pin Netzteil Stecker und 4 Pin CPU Stecker).
  4. Lüfter und Einschalter, Reset Taste usw. mit dem Mainboard verbinden.
  5. Falls vorhanden die PCIe SATA Karte installieren.
  6. SATA Kabel mit Mainboard verbinden.
  7. Festplatten Käfig einbauen und mit Strom und SATA verbinden. Erfreulicherweise brauchen alle 8 HDDs im SilverStone SST-DS380 nur zwei Strom Stecker.
  8. Gehäuse schließen und Festplatten in die Schächte einsetzen.

Abseits des geringen Platzangebotes ein sehr problemloser Zusammenbau! Inkompatibilitäten oder Ähnliches sind mir nicht aufgefallen!

 

Grundsätzliches zur Hardware

Starten wir hier beim SilverStone SST-DS380, welches mich einerseits beeindruckt hat, aber andererseits auch etwas enttäuscht.

Grundsätzlich macht das Gehäuse einen sehr wertigen und durchdachten Eindruck. Es ist recht einfach im SilverStone SST-DS380 zu bauen, trotz des geringen Platzangebotes.

Auch das alle 8 HDDs nur mit zwei Stromsteckern versorgt werden ist sehr praktisch und angenehm! Es gibt sehr wenige SFX Netzteile mit so vielen HDD Anschlüssen und so spart man sich irgendwelche billigen Adapter, welche gerne Feuer fangen!

Auch dass es möglich ist beispielsweise den Einschalter von innen zu blockieren ist nett! So kann niemand das NAS im Vorbeigehen einfach mal abschalten, gerade in einem Haushalt mit kleineren Kindern praktisch.

Auf der anderen Seite gibt es aber Punkte wie die Festplatteneinschübe, welche wirklich recht billig anmuten. Vielleicht bin ich hier aber auch von den größeren Synology Systemen verwöhnt, aber ein wenig hochwertiger wäre sicherlich gegangen. Allerdings funktionieren die Festplatteneinschübe grundsätzlich gut.

Auch gut ist die Kühlung. Aufgrund der drei 120mm Lüfter ist der interne Luftstrom solide. Auch solide sind die beiliegenden Lüfter. Natürlich geht’s noch hochwertiger, aber Ihr könnt mit diesen problemlos arbeiten.

Bonus Punkte gibt es für die magnetischen Luftfilter über dem Netzteil in den beiden Lüftereinlässen.

Positiv möchte ich mich auch zum Supermicro Mainboard äußern. Dieses funktioniert sehr problemlos und zeigte sich auch nicht „zickig“. Es hat jedes Mal gepostet, wenn ich es eingeschaltet habe, auch bereits außerhalb des Gehäuses usw.

Lediglich dauert der Bootvorgang sehr lange! Was vermutlich am IPMI Feature liegt.

Etwas unglücklich ist leider die Position des 24 Pin Netzteilanschlusses in Kombination mit dem SilverStone SST-DS380. Man muss das Kabel über das halbe Mainboard führen.

Immerhin hat Corsair mitgedacht und die Kabel des Corsair SF450 Netzteils ausreichend lang, aber nicht zu lang für ein ITX Mainboard und Gehäuse gestaltet.

Im Leerlauf und ohne Festplatten ist das Corsair SF450 im Übrigen komplett leise, der Lüfter dreht gar nicht erst. Erst ab einer konstanten Last von ca. 50W springt dieser an.

Der InLine 7661E SATA Controller (Marvell 88SE9215) ist im übrigen Perfekt für FreeNAS geeignet! FreeNAS mag gar keine großen Raid Karten oder Ähnliches. Solche HBAs sind deutlich günstiger und meist problemloser.

 

Temperaturen

Wie bereits erwähnt ist die passiv gekühlte Version des Supermicro X10SDV-4C-TLN2F etwas problematisch. Diese ist gemacht in einem 1U Server zu sitzen und dort von dicken Server Lüftern gekühlt zu werden.

Mini ITX Gehäuse bieten in der Regel nicht so viel Luftstrom, gerade wenn Ihr eine normalere Lautstärke anpeilt.

Das SilverStone SST-DS380 geht in diesem Belang noch! Wir haben einen akzeptablen Luftstrom über das Mainboard.

Reicht der Luftstrom? Das kommt darauf an wie gefährlich Ihr leben wollt und könnt. Die CPU überhitzt, aber erst nach ca. 10 Minuten 100% konstanter Auslastung und selbst dann throttelt diese etwas und gut ist. Diese pendelt sich bei 98-100 Grad und 2GHz ein.

Nicht schön, allerdings sofern Ihr auf Eurer FreeNAS Maschine keine VMs oder irgendwelche Media Encoder laufen habt, ist dies kein Problem. Selbst bei 10Gbit Übertragungen wird die CPU lediglich zu 40-60% ausgelastet, was okay ist.

Bei einer reinen NAS Nutzung könntet Ihr also mit einer rein passiven Lösung klar kommen.

Ich würde aber empfehlen zur aktiven Version des Supermicro X10SDV-4C-TLN2F zu greifen, dem Supermicro X10SDV-4C+-TLN4F oder wie ich einfach einen 60mm Lüfter mit Kabelbindern auf die CPU zu schnallen (diese pendelt sich unter Volllast dann bei 68 Grad ein).

 

Die Installation von FreeNAS

FreeNAS wird von einem USB Stick auf einen USB Stick installiert. Zunächst benötigt Ihr das aktuelle FreeNAS Image http://www.freenas.org/download-freenas-release/ Für diesen Bericht habe ich FreeNAS 11.2 Beta gewählt.

Wollt Ihr auf Nummer sicher gehen, nehmt eine aktuelle „stabile“ Version, Beta Versionen können immer Fehler oder Bugs beinhalten.

Um den USB Stick bootbar zu machen, nutze ich gerne „YUMI“ https://www.pendrivelinux.com/yumi-multiboot-usb-creator/

Wählt einfach den USB Stick aus und das Image, fertig.

USB Stick bzw. Sticks an das NAS anschließen und starten. Beim Starten F11 drücken und den Stick auswählen mit dem Image. Die Installation von FreeNas dauert etwas, ist aber sehr einfach!

Nach der Installation und einem Neustart werdet Ihr auf dem Monitor des NAS nicht viel spannendes sehen, außer die IP Adresse des NAS.

Diese müsst Ihr für eine weitere Konfiguration in Eurem Webbrowser eingeben. Hier gilt es zunächst einen Pool und einen Benutzer anzulegen.

In einem „Pool“ werden alle Festplatten zusammengefasst und sofern mehr als eine auch mit einem Datenschutz versehen. Heißt wenn Ihr beispielsweise vier Festplatten habt, kann eine beliebige HDD ausfallen und alle Daten bleiben erhalten. Dafür geht aber auch ¼ der Kapazität verloren.

Erwartet ihr hier aber groß Erklärungen wie Ihr freigegebene Ordner usw. anlegt, seid Ihr bei FreeNAS falsch!

Erklärt wird hier nichts, Ihr müsst Euch alle Detail Informationen ergooglen oder herumprobieren bis alles geht.

 

Wie viel Leistung hat der Intel Xeon D-1521 bzw. Intel Xeon D-1518?

Der Intel Xeon D-1521 ist eine 4 Kern CPU mit 8 Threads die mit bis zu 2,8GHz taktet. Diese basiert noch auf der Intel Broadwell Architektur (5. Gen i CPUs), ist also nicht ganz die neuste Architektur von Intel.

Es gibt auch Boards mit neueren CPUs aber hier zahlt Ihr einen dicken Aufpreis, für kaum benötigte Mehrleistung. Schauen wir uns die Leistung zunächst unter Windows an.

Mit 544 Punkten im ChineBench R15 Benchmark ist der Intel Xeon D-1521 gar nicht mal eine schlechte CPU! Diese liegt ein gutes Stück über dem Intel Pentium Gold G5500 (ca. 414 Punkte) oder dem Intel Core i5-6400 (497 Punkte) und mit dem AMD Ryzen 3 1300X und Intel Core i3-8100 gleichauf.

 

Übertragungsraten

Welche Übertragungsraten Ihr maximal mit dem NAS erzielen werdet, hängt extrem von Euren Laufwerken ab und natürlich Eurem Netzwerk.

Nutzt Ihr nur eine 1Gbit LAN Verbindung werdet Ihr immer auf rund 100-120MB/s limitiert sein. Bei einer 10Gbit LAN Verbindung werden die Laufwerke der limitierende Faktor sein.

Folgende Netzwerk-Komponenten kamen abseits des NAS zum Einsatz:

  • ASUS XG-C100C LAN Karte (100€ Windows und Linux kompatibel)
  • ASUS XG-U2008 („günstiger“ 10Gbit LAN Switch)
  • SMB als Protokoll

Starten wir mit dem „Optimum“. Hierfür habe ich in das NAS eine NVME SSD (Toshiba RD400) eingebaut. Mit der NVME SSD ließen sich bis zu 910MB/s lesend und 992MB/s schreibend erreichen.

Ein sehr ordentliches Tempo, welches knapp am absoluten Maximum der 10Gbit Verbindung liegt.

Mit HDDs fällt das Tempo ein gutes Stück niedriger aus. Allerdings mit 4x6TB HDDs (Seagate Iron Wolf) konnte ich weiterhin gute 560MB/s lesend und 300MB/s schreibend erhalten.

Interessanterweise konnte ich mit einem SSD Cache keine nennenswerte Steigerung dieser Werte erzielen, egal ob in Benchmarks oder in der Praxis. Eventuell habe ich hier etwas nicht richtig konfiguriert?!

Mit 8xHDDs in einem Raid Z1 sank das Tempo leicht auf 540MB/s lesend und 280MB/s schreibend, was aber wohl an den langsameren HDDs liegt welche ich dem Speicher Pool hinzugefügt hatte.

Kurzum Ihr erhaltet ein sehr ordentliches Tempo!

 

Stromverbrauch

Der Stromverbrauch des NAS hängt von den verbauten HDDs und deren Anzahl ab. Grundsätzlich benötigt das System ohne HDDs/SSDs rund 32-36W im Normalbetrieb unter FreeNAS.

Unter CPU Volllast kann der Stromverbrauch aber auch auf bis zu 70W ansteigen, was aber so gut wie nie passiert, außer Ihr lasst VMs auf dem NAS laufen.

Pro HDD müsst Ihr ca. 6-10W hinzurechen. Das vollbestückte NAS (mit 8 HDDs) wird im Leerlauf ca. 90W fressen. Schaltet also gegebenenfalls den HDD Ruhezustand in FreeNAS ein, was die Energiekosten massiv senkt!

 

IPMI

Kommen wir zu guter letzt noch auf ein interessantes Feature des Supermicro Boards zu sprechen, IPMI.

Verbindet Ihr ein LAN Kabel mit dem 1Gbit Port wird das IPMI Feature aktiviert. Ihr könnt eine Art Webconsole aufrufen, über welche Ihr Low Level Server Feature Steuern könnt, wie beispielsweise diesen aus der Ferne ausschalten, einschalten, neustarten, CPU Temperatur, Systemstatur usw.

Hierbei spielt es auch keine Rolle ob sich das Betriebssystem aufgehängt hat oder Ähnliches, da IPMI eine Ebene tiefer agiert.

Sehr praktisch ist auch die Möglichkeit ISOs über dies Webinterface in einem virtuellem CD Laufwerk zu mounten.

 

Warum FreeNAS anstelle von Synology oder QNAP?

Aber warum so viel Geld für ein selbst zusammengebautes System ausgeben und nicht gleich eins von Synology, QNAP oder ASUSTOR kaufen?

Teils würdet Ihr bei diesen Herstellern wirklich ein 10Gbit NAS System günstiger bekommen! Die größeren 8Bay NAS Systeme sind allerdings meist auch im knapp unter 1000€ Preisbereich.

Grob zusammengefasst Pro und Contra fertig NAS:

  • + Teils günstiger in der Anschaffung
  • + Kein aufwendiger Zusammenbau nötig
  • + Benutzerfreundlichere Software
  • + Mehr Software Feature
    • – Hardware weniger leistungsfähig (gerade bei 10Gbit LAN)
    • – Bei defekten nach Garantie Zeitraum ist ein kompletter Neukauf angesagt
    • – Weniger flexibel was die Hardware angeht
    • – ZFS ist nur bei FreeNAS verfügbar (ZFS ist das sicherste Dateisystem)
    • – Bei der Software seid Ihr auf den Hersteller angewiesen

Ich denke, dass viele normal/einfachere Nutzer mit einem Synology, ASUSTOR oder QNAP NAS besser dran sind! FreeNAS ist cool und technisch ohne Frage das robusteste System, aber nun mal nicht für den Normalnutzer gemacht.

FreeNAS ist wirklich eher an die „Profis“ gerichtet. Damit will ich nicht sagen, dass es für den Normalnutzer unmöglich ist FreeNAS zu nutzen, aber das Ganze ist weniger benutzerfreundlicher und erfordert den Willen bei möglichen Problemen eine Weile zu googlen.

Auch was Multimedia Feature angeht, sind fertig NAS System Welten besser ausgestattet! Zumindest von Haus aus. Ihr könnt natürlich Dinge wie OwnCloud oder Plex nachträglich installieren. Dies ist aber im Gegensatz zu den fertig NAS System keine ein Klick Angelegenheit, sondern erfordert Konsolenbefehle.

Siehe beispielsweise hier: https://forums.freenas.org/index.php?threads/tutorial-how-to-install-plex-in-a-freenas-11-0-jail.19412/

Ich kann verstehen, dass sich nicht jeder damit herumschlagen will. Geht es aber um Datensicherheit, Robustheit und Sicherheit ist FreeNAS nun mal das absolute Spitzensystem.

 

Fazit

Ich hoffe ich konnte Euch mit diesem kleinen FreeNAS Build ein paar hilfreiche Tipps und Anregungen geben, welche Hardware man für ein etwas größeres NAS verwenden kann.

Das NAS läuft bei mir seit Bau absolut zuverlässig und stabil, was aber auch bei Workstation Hardware und ECC RAM nicht verwundern sollte.

Hier noch einmal die von mir empfohlenen und funktionierenden Komponenten:

Was die Performance angeht, gibt es keinen Grund zu klagen! Die passenden Laufwerke vorausgesetzt könnt Ihr mit diesem NAS problemlos die 10Gbit Marke erreichen. Ich konnte in der Spitze bis zu 1000MB/s über das Netzwerk erreichen, was schon extrem beeindruckend ist.

Dies gepaart mit der sehr hohen Zuverlässigkeit und Sicherheit von FreeNAS kann kaum von einem „Fertig NAS“ überboten werden.

Weitere Infos zu FreeNAS und ZFS: