Die Logitech Craft Tastatur im Test

Ich bin ein großer Fan der Logitech MX Master Mäuse und habe mittlerweile davon mehrere, zu Hause und im Büro. Daher habe ich schon länger ein Auge auf die Logitech Craft Tastatur geworfen, welche mehr oder weniger das Tastatur äquivalent zur MX Master ist.

Bei dieser handelt es sich um eine „premium“ Tastatur mit einem besonderen Fokus auf die Content Creator. Neben schönen Low Profile Tasten hat Logitech hierfür ein spezielles Drehrad integriert welches direkt mit Anwendungen wie Lightroom und Photoshop verzahnt ist.

Klingt doch spannend, bis man den Preis von ursprünglich 199€ hört. Dieser hatte mich etwas abgeschreckt, nun habe ich nach einem kleinen Preisfall auf rund 140€ doch zugegriffen.

War dies eine gute Entscheidung? Finden wir dies im Test der Logitech Craft heraus!

 

Die Logitech Craft Tastatur im Test

Auf den ersten Blick sieht die Logitech Craft unheimlich massiv und wertig gearbeitet aus. Dies wird auch vom erstaunlich hohen Gewicht unterstrichen.

Allerdings ist die Tastatur selbst nur aus Kunststoff gefertigt. Lediglich der obere „Balken“ besteht aus Aluminium und macht gefühlt 80% des Gewichts der Tastatur aus. Allerdings nutzt hier Logitech einen sehr wertigen Kunststoff, wo ich mir anfangs zugegeben nichtmal sicher war ob dies nicht sogar Aluminium ist, welches nur stark lackiert wurde.

Wie auch immer, optisch hat Logitech einen wirklich klasse Job gemacht! Die Craft wirkt sehr wertig und modern. Selbst auf einem komplett durchgestylten Apple Schreibtisch würde die Tastatur in keiner Weise unpassend wirken.

Hier passt die Craft wunderbar zu den Mäusen der MX Master Serie.

Betrachten wir den Aufbau der Craft, fällt auf, dass die Tastatur zweigeteilt gebaut ist. Die eigentliche Tastatureinheit ist sehr unspektakulär aus grauem Kunststoff. Bei den Tasten setzt Logitech Low Profile Schalter und ein volles QWERTZ Layout inklusive Nummern-Pad.

Das spannende an der Logitech Craft ist der obere Aluminium Streifen welcher ein großes Drehrad beheimatet. Dieses Drehrad lässt sich zum einen drehen, aber auch drücken und kann somit viele Funktionen auch in Anwendungen wie Photoshop übernehmen. Dieses Drehrad wirkt ausgesprochen gut und wertig gebaut.

Die Logitech Craft ist natürlich eine kabellose Tastatur. Diese kann entweder via Bluetooth oder über einen beiliegenden Funk Adapter genutzt werden. Bluetooth ist natürlich flexibler, kann aber je nach Endgerät etwas zickiger sein. Der Funkadapter hingegen arbeitet unter so ziemlich allen Umständen zuverlässig und mit einer geringen Verzögerung.

Nein die Logitech Craft ist keine Gaming-Tastatur, aber könnte durchaus für leichtes Gaming in der Freizeit genutzt werden. Die Craft besitzt drei integrierte Profile in welche Ihr jeweils ein Gerät programmieren könnt, um schneller und komfortabler hin und her zu schalten.

Geladen wird die Logitech Craft über einen USB C Port auf der Rückseite, lob dafür an Logitech. Die Akkulaufzeit mit Beleuchtung liegt bei +- 1 Woche und ohne Beleuchtung im Bereich +- 1-2 Monate wenn Ihr täglich auf der Tastatur arbeitet.

 

Tippgefühl

Logitech setzt bei der Craft auf Rubberdome Schalter im Low Profile Style. Hierdurch geht das Tippgefühl auf der Craft ein wenig in die Notebook Richtung. Allerdings wirkt das Tippen auf der Tastatur etwas wertiger und massiver als auf 99% aller Notebooks.

Alle Tasten haben einen sehr festen Anschlag und wirken schön stabil. Man merkt, dass hier durchaus wertigere Schalter zum Einsatz kommen, auch wenn es sich nur um Rubberdome handelt.

Den derartig festen und massiven Anschlag kann ich mir nur durch eine Aluminium Platte im inneren erklären, auf welcher die Schalter aufliegen.

Was die Drucktiefe der Tasten angeht, konnte ich gute 1,4mm messen, was fürs Schreiben wie ich finde angehen ist.

Kurzum ich habe nichts am Tippgefühl zu bemängeln! Selbst die großen Tasten sind sauber stabilisiert. Auf Amazon liest man des Öfteren von Problemen mit quietschenden Tasten. Entweder wurde dieses Problem bei den 2019er Fertigung behoben, oder ich hatte Glück.

Lediglich der Tastenblock mit der Einfügen, Entfernen,… Tasten hatte auch bei meiner Craft ein etwas anderes Druckgefühl. Dieses ist ein stückweit weicher, aber nichts über was ich zu laut klagen würde. Der Unterschied ist minimal und wenn man diese Tasten im Alltag nutzt, fällt es kaum auf, da diese sich außerhalb des Hauptblocks befinden.

Dennoch habe auf der Craft schnell mein volles Schreibtempo erreicht! Ich bin es allerdings auch gewohnt auf Notebooks zu tippen, daher ist dies vermutlich auch kein Wunder. Ich finde das Tippgefühl auf flacheren Tasten generell ein gutes Stück angenehmer und weniger ermüdend als auf dicken mechanischen Tastaturen. Daher habe ich mir letztendlich auch die Craft für mein Büro gekauft.

Ein wenig anders sieht dies beim Gaming aus. Nein ich erwarte nicht, dass sich ein reinblütiger Gamer solch eine Tastatur kauft, aber viele von Euch betreiben vielleicht Foto/Videobearbeitung bei Tag und Gaming bei Nacht.

Grundsätzlich ist dies eine Rollenverteilung welche man mit der Craft durchziehen kann. Allerdings ist das „Gaming Gefühl“ auf der Craft doch sehr eingeschränkt. Hier würde ich klar entweder eine reguläre Tastatur oder eine Low Profile mechanische Tastatur vorziehen.

 

Das Layout

Was das Layout der Craft angeht, hat Logitech größtenteils einen guten Job gemacht. Größtenteils? Wir haben hier grundsätzlich ein klassisches QWERTZ Layout ohne große Modifikationen. Logitech hat hier ein paar optionale Beschriftungen hinzugefügt wie µ auf dem M oder { auf der 7.

Dies werte ich allerdings als klar positiv!

Etwas anders kann dies bei den F Tasten aussehen. Die F Tasten sind bei der Craft mit Multimedia Funktionen wie dem Verändern der Lautstärke, Displayhelligkeit (nur unter Mac) usw. doppelt belegt. Dies kennt man ja bereits von diversen Notebooks. Ihr könnt hier auch wählen welche Funktion Ihr primär und sekundär nutzen wollt.

Die Anordnung der F Tasten ist aber etwas merkwürdig. Die Esc Taste ist bei der Craft doppelt so lang wie normal, wodurch die F Tasten minimal nach rechts verschoben sind. Zudem gibt es hier keine Lücken zwischen den einzelnen Vierergruppen und es gibt eine „F13“ Taste welche dem Erhöhen der Lautstärke dient.

Für mich kein Deal-Breaker, aber arbeitet Ihr viel mit dem F Tasten ist dies möglicherweise eine Umgewöhnung.

Auch fehlten die Drucken, Rollen und Pause Taste oberhalb von Einfügen und Bild-Hoch. Hier sind dafür die drei Tasten zum Wählen des Profils.  Die eigentlichen Tasten dort sind teilweise über den Nummern-Block gewandert, gemeinsam mit einer Schnellstarttaste für den Taschenrechner.

Erneut möglicherweise eine Veränderung die den ein oder anderen stören könnte, aber vermutlich die Mehrheit der Nutzer kalt lässt.

 

Hintergrundbeleuchtung

Die Logitech Craft besitzt eine weiße Hintergrundbeleuchtung. Diese ist auch angehen hell und beleuchtet das Tastenfeld sehr gut.

Da wir hier natürlich eine akkubetriebene Tastatur haben ist die Hintergrundbeleuchtung nicht permanent aktiv. Logitech hat hier einen Näherungssensor integriert, welcher Eure Hände erkennt und erst dann das Licht einschaltet. Wichtig damit das Licht angeht müsst Ihr keine Taste drücken! Die Hintergrundbeleuchtung schaltet sich bereits ein wenn Eure Hände über der Tastatur schweben.

Dies funktioniert erstaunlicherweise zu 100% wie man sich dies wünscht! Ob hier Logitech mehrere solcher Sensoren verbaut hat oder wie genau Eure Hände erkannt werden, kann ich Euch allerdings auch nicht genau sagen. Egal wo Ihr mit der Hand über die Tastatur fahrt, das Licht geht an und bleibt nach dem Wegnehmen der Hand ca. 6 Sekunden noch aktiv.

 

Das Drehrad

Das Drehrad ist natürlich das Feature der Craft, welches sicherlich auch ein gutes Stück des Preises rechtfertigt.

Was kann nun das Drehrad? Grundsätzlich gibt es vier „Gesten“ die Ihr mit diesem ausführen könnt.

  • Drehen in beide Richtungen
  • Drücken
  • Drücken und drehen
  • Antippen

Auf der Oberseite des Drehrads befindet sich also auch eine Touch Oberfläche.

In der Logitech Software könnt Ihr diesen Gesten mehr oder weniger frei Funktionen zuordnen. Auf dem Windows Desktop regelt das Drehrad beispielsweise die Lautstärke, Drücken ist Play/Pause.

Ihr könntet aber auch mit dem Drehrad scrollen oder Ähnliches.

Das besondere sind aber die anwendungsspezifischen Profile. Die Logitech Options Software sucht nach kompatibler Software auf Eurem Computer und kann dafür das spezielle Profile installieren.

Bei mir wäre dies z.B. Adobe Lightroom, Adobe Photoshop, Google Chrome, Microsoft Office usw. Diese Profile sind dabei nicht nur simple Shortcuts, sondern greifen auf tiefere Programm Funktionen zurück.

So könnt Ihr für Adobe Lightroom in der Software diverse Bearbeitungsoptionen wählen, wie Helligkeit, Kontrast, Schwarz, Weiß, Belichtung, Weißabgleich usw. Geht Ihr nun in Lightroom und öffnet ein Foto und dreht das Drehrad wird die von Euch gewählte Option direkt eingestellt bzw. verändert.

Tippt Ihr das Drehrad an, wird zur nächsten Option gesprungen. So könntet Ihr in Lightroom theoretisch ein komplettes Bild nur über das Drehrad und dem Durchschalten der Funktionen bearbeiten!

Wie gut das in der Praxis ist, hängt natürlich stark von Eurem Workflow ab und natürlich ob Ihr auch bereit seid Euch an die Nutzung des Drehrads zu gewöhnen.

Potenziell kann dies allerdings ein sehr mächtiges Werkzeug sein, welches auch von Logitech sehr gut umgesetzt wurde.

 

Fazit

Die Logitech Craft ist eine sehr spezielle aber auch sehr spannende Tastatur. Seid Ihr ein Content Creator oder mögt Ihr einfach ein edles Design, dann ist die Logitech Craft glatt als einmalig einzustufen. Es ist mir kein Konkurrenz Produkt bekannt welches in eine ähnliche Nische schlägt.

Starten wir aber bei den Basics. Abseits der etwas verschobenen F Tasten ist die Craft eine hervorragende Tastatur, für Multimedia Anwendung oder auch das Schreiben. Klar man muss das Tippen auf einer „Notebook Tastatur“ mögen, aber dies betrachte ich als gegeben wenn Ihr Euch für die Craft interessiert.

Was den Tastenanschlag und das Tippgefühl angeht, hat Logitech einen hervorragenden Job gemacht! Die Craft fühlt sich massiv, fest und „knackig“ beim Schreiben an. Ich nutze diese sehr gerne und habe auch schon einige Tests auf dieser verfasst.

Auch die Beleuchtung sieht klasse aus und funktioniert tadellos!

Das Feature der Craft ist aber natürlich das Drehrad. Logitech hat dieses erstaunlich gut umgesetzt, sowohl was die Hardware wie aber auch die Software. Die Integration gerade in die Adobe Anwendungen ist sehr gut und flexibel. Wenn man sich darauf einlässt kann die Craft wirklich das Arbeiten mit diesen Anwendungen völlig verändern und auch beschleunigen.

Kommen wir damit zum Ende. Nein ich bereue den Kauf der Logitech Craft nicht und würde diese auch an Content Creator durchaus empfehlen. Es kommt hier aber natürlich etwas auf den persönlichen Workflow und Geschmack an. Mir gefällt die Craft sehr gut, auch wenn es um das reine Tippen geht.

Was mir nicht gefällt ist der Preis. Logitech wollte ursprünglich 199€ für die Craft. Wenn man bedenkt, dass es sich hier um ein einmaliges Produkt handelt, kann man so einen Preis durchaus verlangen, mir wäre dieser aber zu hoch. Aktuell bekommt man die Craft für +- 140€ was schon erträglicher ist im Anbetracht der Leistung, aber dennoch alles andere als günstig ist!

Michael Barton

Vielen Dank fürs Lesen! Sollte mein Bericht euch geholfen haben würde ich mich über einen erneuten Besuch meiner Webseite und/oder dem Folgen meines Twitter freuen! Vielen Dank!

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1 Comment
Jochen Eichler

Achtung Lightroom Klassic wird nicht mehr unterstützt, Stand Juli 2019. Logitech support kann nicht helfen.

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