Momentan macht das Kaufen von PC-Technik nicht besonders viel Spaß. In vielen Produktkategorien herrschen momentan dank KI Rekordpreise.
Allerdings, wenn es eine Produktkategorie gibt, in der wir dieses Jahr einen Preissturz erlebt haben, ist es bei Monitoren.
So sind OLED-PC-Monitore endlich bezahlbar geworden. Auch Dell mischt hier mit und bietet einen extrem spannenden Monitor für Gamer, Content Creator und Programmierer an, den S3225QC.
- Dell 32 Plus S3225QC
- 31,5 Zoll
- 120 Hz
- 3840×2160 (4K UHD)
Wir haben hier einen großen 31,5 Zoll 4K-OLED mit 120 Hz. Wirklich spannend wird es beim Blick auf den Preis. Denn mit 550–600 € ist dies einer der günstigsten 4K-OLEDs derzeit auf dem Markt.
Dabei bietet der Monitor auch einige Bonus-Funktionen wie besonders gute Lautsprecher, 90 W USB-C-Laden usw.
Wollen wir uns den Dell 32 Plus 4K QD-OLED Monitor einmal im Test ansehen!
An dieser Stelle vielen Dank an Dell für das Ausleihen des Monitors für diesen Test.
Der Dell 32 Plus 4K QD-OLED Monitor im Test
Bereits auf den ersten Blick wird klar, dass der Dell 32 Plus ein etwas außergewöhnlicherer Monitor ist.
Obwohl dieser sich preislich derzeit eher am unteren Ende platziert, haben wir hier keinen minimalistisch ausgestatteten Monitor.
So verfügt der Dell 32 Plus vor allem über eine integrierte Soundbar am unteren Rand. Dell hat hier 5 Lautsprecher mit einer Leistung von 25 W verbaut. Zum Klang später mehr, aber dies ist schon eine Ansage.
Allerdings führt diese Soundbar auch dazu, dass der Monitor vertikal etwas größer ist. Stört dies? In der Praxis vermutlich weniger. Horizontal ist der Monitor mit recht schmalen Rahmen ausgestattet, was ihm einen modernen Look gibt.
Mit 31,5 Zoll ist er aber schon ein kleiner „Koloss“ auf deinem Schreibtisch. So misst der S3225QC 719 x 504 x 223 mm.
Erfreulicherweise haben wir einen Standfuß, welcher auch noch eine Höhenverstellung erlaubt im Bereich von 11 cm / 110 mm.
Ein Hochkant-Stellen ist allerdings nicht möglich.
Bei dem Dell 32 Plus 4K QD-OLED handelt es sich um einen Monitor aus Dells Allround-Serie, entsprechend hat dieser ein eher freundliches und helles Design. Beispielsweise der Standfuß und die Rückseite sind aus weißem Kunststoff gefertigt.
Anschlüsse
Bei den Anschlüssen ist der Dell 32 Plus 4K QD-OLED Monitor S3225QC etwas minimalistischer ausgestattet.
- 1x HDMI 2.1 (4K 120Hz)
- 1x USB-C-Eingang (mit DP 1.4)
- 2x USB-C-Ausgänge mit 5 Gbit
Wir haben beim S3225QC lediglich 2 Monitoranschlüsse, 1x HDMI und 1x USB-C. In der Regel ausreichend, aber alles andere als großzügig.
Neben den Eingängen haben wir noch 2x USB-C-Ausgänge, welche für z. B. externe Speicher usw. gedacht sind.
Bis zu 90 W
Über den USB-C-Eingang kann der Monitor auch deinem Notebook bis zu 90 W bereitstellen.
Ausklappbarer USB-C-Port
Einer der USB-C-Ausgänge lässt sich ausklappen und ist so am unteren Rand auf der Front verfügbar.
Praktisch!
Ein gutes OSD
Ein kleiner Bonus-Punkt: Der S3225QC besitzt ein sehr gutes und umfangreiches OSD! Dieses lässt sich dank eines kleinen Joysticks auch gut steuern.
Das ist ein Punkt, wo oftmals die „A“-Hersteller verglichen mit den günstigeren/kleineren Herstellern die Nase vorne haben.
Lautsprecher und Klang
Im S3225QC sind 4 Lautsprecher + eine Kamera für 3D-Audio integriert. Entsprechend haben wir hier ein etwas aufwendigeres Audio-Setup.
Und in der Praxis kann ich mit gutem Gewissen sagen, dies sind die besten Lautsprecher, die ich bisher in einem Monitor integriert gehört habe.
So schafft der S3225QC einen erfreulich breiten und auch recht „vollen“ Klang. Aber wir dürfen hier auch nicht Wunder erwarten, ein gutes gesondertes 2.1- oder Stereo-System übertrifft den Monitor natürlich.
So fehlt bei diesem etwas die Dynamik und der Druck im Tiefgang.
Dennoch, willst du ein minimalistisches Setup, ohne gesonderte Lautsprecher, dann ist der S3225QC mit seinen integrierten Lautsprechern eine hervorragende Wahl.
QD-OLED der 3. Gen
Das Herzstück des Dell 32 Plus 4K S3225QC stellt ein 31,5 Zoll QD-OLED-Panel dar.
- Dell S3225QC
- 31,5 Zoll
- QD-OLED 3. Generation
- 3840×2160
- 120 Hz
- 250 cd/m²
- 10 Bit
Im Dell 32 Plus S3225QC steckt ein QD-OLED-Panel der 3. Generation von Samsung Display. Es gibt inzwischen schon neuere Panel-Generationen, die in Sachen Spitzenhelligkeit nochmal eine Schippe drauflegen.
Heißt das, der S3225QC ist veraltet? Ganz klar nein.
Denn QD-OLED hat schon mit der 2. und vor allem der 3. Generation den Punkt erreicht, an dem die Technik einfach „rund“ ist. Die wirklich großen Sprünge, sattere Farben, höhere Helligkeit, weniger Textsäume, liegen größtenteils hinter uns. Was danach kam, sind eher Feinschliff und etwas mehr Helligkeit, keine Revolutionen mehr.
Konkret bekommst du mit dieser 3. Generation:
- Den typisch hervorragenden QD-OLED-Farbraum (siehe Messung weiter unten)
- Perfektes Schwarz und praktisch unendlichen Kontrast dank Selbstleuchter
- Sehr gute Blickwinkel ohne den bei manchen OLEDs sichtbaren Farbstich
- Eine bereits spürbar verbesserte Textdarstellung gegenüber den ersten QD-OLEDs
Was du nicht bekommst, ist die maximale Spitzenhelligkeit der allerneuesten Panels. Für den Preis von rund 550–600 € ist das aus meiner Sicht aber absolut verschmerzbar. Ein vergleichbares Modell mit 240 Hz und höherer Helligkeit findest du z. B. im Test des ASUS ProArt OLED PA32UCDM.
Auflösung und Textschärfe
Kommen wir zu dem Punkt, der bei QD-OLEDs am meisten diskutiert wird: der Textschärfe.
Der Hintergrund: QD-OLED-Panels nutzen keine klassische RGB-Streifen-Anordnung der Subpixel, sondern eine dreieckige Anordnung (Rot und Grün nebeneinander, Blau darunter). Windows und sein ClearType sind aber auf die klassische RGB-Streifen-Anordnung optimiert.
Das Ergebnis kennst du vielleicht aus älteren QD-OLED-Tests: An den Kanten von Text, besonders bei schwarzer Schrift auf weißem Grund, können leichte farbige Säume (meist rötlich oder grünlich) auftreten. Die Schrift wirkt dann nicht ganz so „knackig“ wie auf einem vergleichbaren LCD.
Erfreulicherweise entschärft der S3225QC dieses Problem auf gleich zwei Arten.
- Hohe Pixeldichte: Mit 4K auf 31,5 Zoll kommen wir auf rund 140 PPI. Das ist deutlich mehr als bei den verbreiteten 27- oder 32-Zoll-QD-OLEDs mit nur 1440p (ca. 93–110 PPI). Je höher die Pixeldichte, desto kleiner und unauffälliger werden die Farbsäume.
- 3. Generation QD-OLED: Samsung Display hat die Subpixel-Struktur über die Generationen weiter verfeinert, was dem Effekt zusätzlich entgegenwirkt.
In der Praxis bedeutet das: Ja, wenn du ganz genau hinschaust und dunkle Schrift auf weißem Grund mit der Nase am Bildschirm absuchst, kannst du die Säume noch erahnen. Im normalen Arbeitsabstand sind sie aber kaum noch ein Thema. Für Office, Programmieren und langes Lesen finde ich den S3225QC dank der 140 PPI absolut alltagstauglich, ein klarer Vorteil gegenüber den günstigeren 1440p-QD-OLEDs. Bei diesen können Farbsäume noch mehr und deutlicher sichtbar sein. Wie sich ein günstiger 1440p-QD-OLED in der Praxis schlägt, siehst du im Test des AOC AGON PRO AG276QZD2.
Farbraum
Beim Farbraum wirbt Dell mit einer 99 % Abdeckung des DCI-P3 Farbraums, was durchaus beachtlich wäre.
In meinem Test konnte ich 100 % sRGB, 98 % DCI-P3 und 94 % AdobeRGB Farbraum-Abdeckung messen.
Zwar liegt der DCI-P3-Wert in meinem Test 1 % unter Dells Angabe, aber das kann einfach Messungenauigkeit sein.
Generell ist die Farbraum-Abdeckung des Monitors hervorragend, wie es auch von einem QD-OLED zu erwarten ist. Damit ist der Monitor von seiner Farbdarstellung grundsätzlich sogar für professionelle Foto- und Video-Bearbeitung voll geeignet.
Kalibrierung
Allerdings, damit der Monitor auch in der Praxis für Foto- und Video-Bearbeitung geeignet ist, muss die Kalibrierung stimmen.
Das ist bei OLEDs besonders wichtig, denn das nachträgliche Kalibrieren dieser über Geräte wie z. B. den Datacolor Spyder ist teils nicht ganz so gut zu machen.
Allerdings ist der Dell 32 Plus 4K QD-OLED erfreulicherweise schon ab Werk gut, wenn nicht sogar sehr gut kalibriert.
Dieser erreicht ein Delta E von 0,68 im Schnitt und 1,15 im Maximum. Damit ist der Monitor absolut für professionelle Nutzer brauchbar! Hier gilt im Allgemeinen: Ein Delta E von unter 2 ist ein guter Wert, der ausreichend farbgenau ist.
Helligkeit, das OLED-Problem
Die Helligkeit ist leider der große Grund, warum vielleicht für dich ein OLED nicht optimal ist. So müssen wir hier zwischen zwei Werten unterscheiden: SDR- und HDR-Helligkeit.
OLEDs bieten meist eine eher schlechte SDR-Helligkeit, aber eine fantastische HDR-Helligkeit.
Dies ist auch hier der Fall. Dell wirbt bei der SDR-Helligkeit mit 250 cd/m² und bei HDR mit 1000 cd/m².
In der Realität spielt sich allerdings 99 % deines Alltags im SDR-Bereich ab, und hier sind 250 cd/m² ausreichend, aber gerade in hellen Räumen alles andere als großzügig.
Warum ist die HDR-Helligkeit so viel höher? Diese ist dynamisch, umso mehr helle Pixel es gibt, umso dunkler wird der Monitor. Hast du z. B. nur 1 % helle Pixel, dann erreichen wir 1000 cd/m². Sind alle Pixel hell, dann 250 cd/m².
Im normalen Desktop-Betrieb oder beim Bearbeiten von Videos, Fotos usw. sind wir aber in der Regel ausschließlich im SDR-Modus unterwegs.
Was konnte ich hier nun praktisch beim S3225QC messen?
Das ist eine ziemliche Punktlandung auf der Herstellerangabe mit 252 cd/m².
In der Regel sind 252 cd/m² ausreichend, gerade wenn der Raum, in dem du sitzt, nicht extrem hell ist oder du ein Fenster im Rücken hast.
Bist du in einem besonders hellen Raum oder magst „strahlend helle“ Monitore, dann würde ich keinen OLED wählen, sondern ein Modell mit Mini-LED-Backlight. Eine spannende Mini-LED-Alternative findest du z. B. im Test des ASUS ProArt PA32UCR-K oder beim Philips 27B1U7903.
Vorteil von OLED: Du brauchst dir bezüglich der Ausleuchtung keine Sorgen machen. Zwar sind OLEDs am Rand oftmals auch minimal dunkler, aber an sich ist die Ausleuchtung signifikant gleichmäßiger als bei IPS- oder VA-Panels.
Kontrast
Zum Kontrast brauche ich eigentlich nicht viel zu sagen, wir haben hier einen OLED-Monitor. OLED-Monitore können einzelne Pixel komplett abschalten und sorgen somit für einen theoretisch perfekten Kontrast.
Das ist der größte Vorteil von OLED-Monitoren: Schwarz ist schwarz.
Bzw. Schwarz ist Schwarz, solange es kein Umgebungslicht gibt. Bei QD-OLEDs hat der Monitor bei externer Sonneneinstrahlung einen leichten Rotstich. Das ist ein Problem dieser Technik, welches erst jetzt langsam bei ersten Modellen behoben wird.
In der Praxis aber realistisch betrachtet kein Problem, wenn du Sonne auf deinem Monitor stehen hast, ist ein OLED eh nichts für dich.
Auch fürs Gaming?
Grundsätzlich ist der S3225QC kein „Gamer“-Monitor. Dieser richtet sich eher an Allround-Nutzer, Content Creator, Fotografen, Programmierer usw.
Allerdings bietet der S3225QC 120 Hz und AMD FreeSync Premium Pro. Zudem sind generell OLED-Monitore hervorragend fürs Gaming, aufgrund der extrem guten Pixel-Reaktionszeiten.
Daher ist auch der Dell 32 Plus 4K QD-OLED durchaus für Gamer geeignet. Klar, wenn Gaming für dich die Priorität 1 ist, würde ich eher zu einem anderen OLED-Monitor greifen, mit weniger Auflösung und dafür mehr Bildwiederholungsrate, aber willst du nebenbei etwas zocken, auch schnellere Spiele, macht der S3225QC eine gute Figur.
Mal ’ne Runde Overwatch oder vor allem ein „cinematisches“ Single-Player-Spiel ist absolut möglich und diese Titel sehen auf dem Monitor fantastisch aus! OLEDs sind, was die Bildqualität angeht, einfach etwas Tolles!
Fazit
Der Dell 32 Plus 4K QD-OLED S3225QC ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie sehr sich der OLED-Markt in diesem Jahr zu unseren Gunsten gedreht hat. Ein 31,5 Zoll großer 4K QD-OLED mit 120 Hz für rund 550–600 € wäre vor nicht allzu langer Zeit schlicht undenkbar gewesen.
Das Panel ist über jeden Zweifel erhaben. Du bekommst den typisch perfekten OLED-Kontrast, einen hervorragenden Farbraum und eine ab Werk wirklich sehr gute Kalibrierung mit einem Delta E von 0,68 im Schnitt. Damit ist der S3225QC auch für professionelle Foto- und Videobearbeitung voll geeignet. Dank der 140 PPI ist zudem die bei QD-OLEDs oft kritisierte Textschärfe hier kaum noch ein Thema.
Dazu kommen Extras, die man in dieser Preisklasse nicht erwartet: die mit Abstand besten Lautsprecher, die ich bisher in einem Monitor gehört habe, ein sehr gutes OSD mit Joystick, USB-C-Laden und der praktische ausklappbare USB-C-Port.
Perfekt ist aber auch der S3225QC nicht. Die Anschlussausstattung mit nur zwei Eingängen ist eher minimalistisch, ein Hochkant-Stellen ist nicht möglich, und wie bei jedem OLED bleibt die SDR-Helligkeit mit 250 cd/m² ausreichend, aber nicht großzügig. Wer in einem sehr hellen Raum oder mit einem Fenster im Rücken sitzt, ist mit einem Mini-LED-Modell besser bedient.
Für wen lohnt sich der S3225QC?
Für so ziemlich jeden, der einen Allrounder mit Top-Bildqualität sucht und nicht gerade in einem lichtdurchfluteten Raum arbeitet. Content Creator, Fotografen, Programmierer und alle, die nebenbei auch mal zocken (120 Hz + FreeSync Premium Pro sei Dank), bekommen hier ein rundes Gesamtpaket.
Unterm Strich: Der Dell 32 Plus 4K QD-OLED S3225QC ist einer der spannendsten Monitore des Jahres und für mich eine klare Empfehlung. Wer einen bezahlbaren 4K-OLED sucht, der im Alltag, in der Bildbearbeitung und beim Gaming gleichermaßen überzeugt, kommt an diesem Dell aktuell kaum vorbei.




















