Wie zuverlässig sind Powerstations wirklich? 42 % Ausfallquote…..

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Ich teste für Techtest.org viele verschiedene Produktkategorien und habe x-tausende Produkte in den Fingern gehabt.

Hier ist es generell eine Seltenheit, dass etwas während oder kurz nach einem Test kaputtgeht. Es kann passieren, ist aber normalerweise die absolute Ausnahme.

powerstations im vergleich 5

Es gibt allerdings eine Produktkategorie, welche bei mir aufgrund ihrer Zuverlässigkeit etwas heraussticht: Das sind die Powerstations!

Keine Produktkategorie zeigt bei mir im Einsatz oder nach dem Test eine solch hohe Ausfallquote. Daher dachte ich mir, ich mache doch dazu einen kleinen Artikel und gehe näher darauf ein.

 

Wichtig: leichte Nutzung!

Jedes Gerät geht früher oder später kaputt, das ist leider so. Das Problem bei den Powerstations ist aber, dass ich diese nur leicht nutze! Ich habe einige Powerstations, und diese werden im Schnitt vielleicht 10–50 Zyklen haben. Das ist in der Theorie nichts.

Dennoch sind mir hier einfach auffällig viele Modelle ausgefallen, trotz der leichten Nutzung.

 

Auffällig viele Ausfälle

Aber lass uns versuchen, dieses Bauchgefühl etwas genauer zu fassen. Folgende Powerstations habe ich getestet, inklusive des Zustands.

Modell Zustand Anmerkung
AFERIY P210 Teils Zeigt komisches Verhalten beim Laden
ALLPOWERS R600 Funktioniert
ALLPOWERS S2000 Funktioniert
Anker SOLIX C300 Funktioniert
Anker SOLIX C300X DC Defekt Lässt sich nicht mehr laden
BLUETTI AC70 Funktioniert
CTECHi Tragbare Powerstation 518Wh/500W Defekt Lässt sich nicht mehr laden
DJI Power 1000 Mini Funktioniert
DJI Power 2000 Funktioniert
EBL MP500 500W Funktioniert
ECOFLOW Delta 2 Teils DC-KFZ-Ausgang kaputt
EcoFlow DELTA mini Teils Steckdosen gehen nicht mehr
ECOFLOW RIVER 2 MAX Funktioniert
EcoFlow RIVER mini Defekt Lässt sich nicht mehr laden
EcoFlow RIVER Pro Funktioniert, aber Kapazität massiv abgebaut
Egretech Sonic 1200 Funktioniert
FOSSiBOT F2400 Funktioniert
Jackery Explorer 2000 Pro Teils Verweigert teils das Laden (Relais hängen bei Kälte)
Jackery Powerstation Explorer 1000 Funktioniert
Jackery Powerstation Explorer 500 Defekt Lässt sich nicht mehr laden
LUBY Portable Power Station Funktioniert
Oscal PowerMax 300 Funktioniert
OSCAL PowerMax 6000 Funktioniert
Powdeom EN700 Teils Verhält sich teils etwas zickig
PowerOak AC200P Defekt
PowerQueen P300 Funktioniert
Swarey S2401 Defekt
UGREEN Powerroam 1200 Funktioniert
VOLTERO PS12 Defekt
VOLTERO PS18 Defekt
VOLTERO PS24 Funktioniert

 

Ich habe 31 Powerstations getestet, davon sind 13 teils oder komplett kaputt. Das ist eine Quote von rund 42 %.

Das ist wahnsinnig viel! Bei Powerbanks ist die Ausfallquote um einiges niedriger, und bei puren LiFePO4-Akkus liegt sie bei mir sogar bei 0 %.

 

Viele Hersteller betroffen

Dabei trifft es nicht nur einen Hersteller, der besonders unzuverlässig ist. Wie du sehen kannst, trifft es viele, teils auch respektierte, Hersteller.

Z.B. ist die Anker SOLIX C300X DC gerade erst im Test zwei Wochen später kaputtgegangen, während die Anker SOLIX C300 seit über 2 Jahren sauber läuft.

 

Powerstations sind komplex

Warum Powerstations so eine hohe Ausfallquote haben, wird vermutlich an der Komplexität liegen.

Wir haben hier die Akkuzellen, das Akku-BMS, die Elektronik für 230-V-Steckdosen, die Elektronik für das Laden via Steckdose, die DC-Elektronik mit Spannungswandlern, eventuell auch noch einen MPPT-Ladecontroller usw.

ecoflow delta mini test review 19

Hier gibt es einfach recht viel, was kaputt- oder schiefgehen kann.

 

Das Hauptproblem: Tiefenentladung!

Ich denke, das Hauptproblem bei Powerbanks ist das zu tiefe Entladen. Normalerweise sollte das BMS hier schützen, aber ich habe die Erfahrung, dass dies nicht immer der Fall ist.

Es ist mir bei mehreren Modellen passiert, dass ich diese an Tag 1 entlade, ganz normal über die Steckdose, und an Tag 2 laden will und es schon nicht mehr klappt.

Z.B. hing an der EcoFlow RIVER mini eine Kühlbox beim Grillen, am nächsten Tag ließ sie sich nicht mehr laden (hängt bei 0 %).

An der Anker SOLIX C300X DC hing über Nacht ein Notebook, am nächsten Tag wollte sie nicht mehr laden und hing bei 0 %.

Entweder funktioniert hier das Balancieren der Akkuzellen gar nicht und eine Zelle tanzt aus der Reihe, oder die Zellen werden einfach zu tief entladen und das BMS blockiert dann.

Ein weiteres Beispiel: die PowerOak AC200P. Auch hier hat der Schutz nicht richtig gegriffen. Ich habe die Powerstation zerlegt und manuell die Zellen „nachgeladen“ (sollte man aus Sicherheitsgründen nicht machen) und die Powerstation ging wieder.

Immerhin zeigt die Tendenz, dass die neueren Modelle etwas haltbarer zu sein scheinen.

 

Fazit

Powerstations sind für mich eine echte Wundertüte, und leider im negativen Sinne. Eine Ausfallquote von rund 42 % ist bei so einer geringen Nutzung wirklich erschreckend, und in keiner anderen Produktkategorie sehe ich so etwas. Zum Vergleich: Bei reinen LiFePO4-Akkus liege ich bei einer Ausfallquote von 0 %.

power oak ac200p test review 12

Es trifft dabei nicht nur die billigen No-Name-Modelle, sondern quer durch die Bank auch etablierte und teure Hersteller. Du kannst also selbst bei einem namhaften Modell nicht davon ausgehen, dass es „schon halten wird“.

Was solltest du also mitnehmen? Gerade bei Powerstations würde ich auf einen seriösen Händler mit guter Garantie-Abwicklung Wert legen.

Die gute Nachricht zum Schluss: Die Tendenz zeigt, dass die neueren Modelle etwas robuster geworden sind. Ich hoffe sehr, dass sich dieser Trend fortsetzt, denn die Technik an sich ist super, nur an der Zuverlässigkeit hakt es aktuell noch deutlich zu oft.

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Michael Barton
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3 Kommentare

  1. Das ist ja gruselig!

    Ausgerechnet Produkte die einem vielleicht auch mal im Notfall Strom liefern sollen fallen so viel aus dass man meint das ist gewollte Sabotage aus dem Herstellerland.

  2. Ich kann die Erfahrungen leider bestätigen.

    Zwei kleine Ctechis, wenig gebraucht, nie tiefentladen, immer bei 80-90% gelagert, ausgefallen jeweils nach weniger als einem Jahr (kein Laden mehr möglich). Für die erste habe ich sogar noch ein Austauschgerät vom (chinesischen) Hersteller ergattern können (welches aber auch nach kurzer Zeit kaputt ging), beim zweiten Gerät gab es aber keine Reaktion mehr vom Hersteller (hier hatte sich wohl schon eine große Welle von Reklamationen aufgebaut).

    Hingegen zwei Fossibot: Eine F2400, anfangs als USV über ein Jahr im Dauergebrauch, jetzt noch als „strategische Reserve“, eine F1200, seit Anschaffung vor mehr als einem Jahr als USV im Dauergebrauch, beide einwandfrei.

  3. ich habe ebenfalls 2 defekte ctechis. Ladeeinheit defekt aber wenn man per USB-C anschließt laden die noch mit 18 Watt. Dauert dann zwar einen Tag bis die voll sind aber eh sie zum Elektroschrott werden doch noch irgendwie zu etwas nütze. Die Wandler funktionieren ja noch. Versuch mal einer Größere Li-Ion oder LiFePO4 zu entsorgen. Keine Chance wenn der Hersteller in China sitzt. Weder Schrottplatz noch Schadstoffannahme nehmen die.

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