Vor einiger Zeit hatte ich die tka ZX-3652-675 im Test, also die AA-Lithium-Akkus von Pearl mit integriertem USB-C-Port. Die haben mich damals positiv überrascht, weil sie ihre Herstellerangabe von 3000 mWh in der Praxis fast punktgenau getroffen haben. Und das trotz Ladeport im Akku.
Jetzt liegt das Schwestermodell vor mir: die tka ZX-3873-675. Gleiches Design, gleicher Aufdruck, gleiche 3000 mWh auf der Verpackung. Nur der USB-C-Port fehlt.
Die Rechnung wäre eigentlich simpel: Kein Ladeport im Akku bedeutet mehr Platz für die eigentliche Zelle, also mehr Kapazität. Das war zumindest meine Erwartung, als ich das Set ausgepackt habe.
Die Praxis sieht anders aus. Und zwar deutlich anders.
Finden wir es im Test heraus!
An dieser Stelle vielen Dank an Pearl für das Zurverfügungstellen der Akkus für diesen Test.
Die tka ZX-3873-675 im Test
Geliefert werden die Akkus als 4er-Set in einer kleinen Kunststoffbox. Das ist eine reine Aufbewahrungsbox, kein Ladegerät. Ein passendes Ladegerät musst du also mitbestellen oder schon zu Hause haben.
Ansonsten halten sich die Akkus natürlich an das AA-Format, der Formfaktor ist hier ja vorgegeben. Entsprechend kannst du sie in jedem Gerät einsetzen, das AA-Batterien akzeptiert.
Optisch sind die ZX-3873-675 kaum von den ZX-3652-675 zu unterscheiden. Gleiche Farbgebung, gleicher Aufdruck, gleiche Machart. Nur an der Seite, wo beim Schwestermodell der USB-C-Port sitzt, ist hier eben nichts.
Und auch hier gilt wieder meine persönliche Meinung von damals: Der Aufdruck wirkt etwas weniger hochwertig als bei einigen Konkurrenten. Auf die Leistung hat das natürlich keinen Einfluss.
Ohne USB-C-Port brauchst du ein passendes Ladegerät
Der fehlende USB-C-Port hat eine Konsequenz, die beim Kauf gerne untergeht: Du brauchst ein Ladegerät, das mit 1,5-V-Lithium-Akkus umgehen kann.
Ein normales NiMH-Ladegerät ist hier die falsche Wahl. NiMH-Ladegeräte erkennen das Ladeende über Verfahren wie Delta-Peak, und die funktionieren bei einem Lithium-Akku mit integrierter Elektronik schlicht nicht. Du brauchst eine der typischen Ladeboxen für Lithium-AA-Akkus, wie sie beispielsweise tka selbst separat im Programm hat.
Rechne diese Kosten also mit ein, wenn du noch keine solche Box besitzt. PS: Diese Akkus sind zu den üblichen „Lithium-Akku-Ladeboxen“ anscheinend kompatibel. Offiziell solltest du aber besser ein originales tka-Ladegerät nutzen.
Vor- und Nachteile von Lithium-AA-Akkus
Bevor wir in die Messwerte einsteigen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Technik dahinter. Lithium-AA-Akkus sind nämlich nicht einfach „bessere NiMH-Akkus“.
In einem Lithium-AA-Akku steckt eine kleine Lithium-Zelle mit rund 3,7 V plus ein Spannungswandler, der daraus die 1,5 V macht, die dein Gerät erwartet. Genau dieser Wandler ist der Grund für die typischen Stärken, wie den Schutz gegen das Tiefenentladen, höhere Leistung und bessere Kompatibilität.
Auf der anderen Seite arbeitet der Wandler bei sehr niedrigen Lasten, also etwa in Fernbedienungen oder Wanduhren, weniger effizient. Und die reine Kapazität liegt oft unter der eines guten NiMH-Akkus.
Du kaufst bei dieser Akku-Gattung also nicht primär Kapazität. Mehr zu den Vor- und Nachteilen liest du in meinem Artikel Was sind die Vorteile von Lithium-AA-Akkus?.
Kapazitätsangaben verstehen: mWh vs. mAh
Beim Stöbern nach AA-Akkus stolperst du unweigerlich über zwei Angaben: mAh und mWh. Der Unterschied ist schnell erklärt.
mAh (Milliamperestunden) sagt dir, wie viel Ladung ein Akku speichert und wie lange er bei einer bestimmten Stromstärke durchhält. Die Spannung spielt dabei keine Rolle.
mWh (Milliwattstunden) beschreibt dagegen die tatsächlich nutzbare Energie, also das, was am Ende wirklich bei deinem Gerät ankommt. Die Formel ist simpel: mAh × Spannung = mWh.
Ein NiMH-Akku arbeitet mit einer Nennspannung von 1,2 V, ein Lithium-AA-Akku mit 1,5 V. Ein NiMH-Akku mit 2500 mAh liefert dir also rund 3000 mWh, ein Lithium-Akku mit denselben 2500 mAh dagegen etwa 3750 mWh.
Wie hoch ist die Kapazität?
Getestet habe ich wie immer mit dem SkyRC MC3000. Entladen wurde bei 0,1 A, 0,4 A und 1 A, und zwar jeweils für alle vier Akkus aus dem Set, damit du auch die übliche Serienstreuung siehst.
Laut tka sollen die Akkus 3000 mWh bzw. 2000 mAh liefern. Das habe ich gemessen:
| Kapazität in mWh | 0,1 A | 0,4 A | 1 A | Im Schnitt |
| Akku 1 | 2716 | 2573 | 2328 | 2539 |
| Akku 2 | 2685 | 2535 | 2596 | 2605 |
| Akku 3 | 2672 | 2522 | 2293 | 2496 |
| Akku 4 | 2750 | 2599 | 2387 | 2579 |
| Im Schnitt | 2706 | 2557 | 2401 | 2555 |
Bei 0,1 A Last kam ich im Schnitt auf 2706 mWh bzw. 1977 mAh. Bei 0,4 A waren es 2557 mWh bzw. 1909 mAh, bei 1 A noch 2401 mWh bzw. 1842 mAh.
Damit liegen die Akkus je nach Last knapp 10 bis 20 % unter der Herstellerangabe. Für sich genommen ist das nicht ungewöhnlich, die meisten Akkus dieser Klasse schaffen ihre Angabe nicht.
Ungewöhnlich wird es erst im direkten Vergleich mit dem Schwestermodell. Die ZX-3652-675 mit USB-C-Port kamen bei mir auf 2997 mWh, 2903 mWh und 2637 mWh.
Das Modell mit USB-C-Port, das durch den Ladeport Platz für die Zelle verliert, liefert rund 10 % mehr Energie als das Modell ohne Port. Das ist genau das Gegenteil von dem, was man erwarten würde.
Im Vergleich
Wo landen die tka-Akkus im Feld der bisher von mir getesteten Lithium-AA-Akkus? Eine noch größere Übersicht findest du in meinem Artikel 15x Lithium-AA-Akkus im Vergleich.
| Akku (Angaben in mWh) | 0,1 A | 0,4 A | 1 A | Im Schnitt |
| Delyeepow USB-C AA Akkus | 1803 | 1732 | 1607 | 1714 |
| EBL Lithium AA Akku mit USB | 2327 | 2222 | 2044 | 2197 |
| PUJIMAX AA Li-Ion 4255 mWh | 2407 | 2299 | 2058 | 2255 |
| ANSMANN Premium Rechargeable AA | 2387 | 2436 | 2198 | 2340 |
| tka ZX-3873-675, 3000 mWh (dieser Test) | 2706 | 2557 | 2401 | 2555 |
| MAOMAOCON 3000 mWh | 2715 | 2743 | 2415 | 2624 |
| Zepath AA Akkus mit 3000 mWh | 2748 | 2756 | 2470 | 2658 |
| Linogy 3600 mWh | 2898 | 2885 | 2609 | 2797 |
| Hixon AA Akkus 3500 mWh (Rot) | 2761 | 2946 | 2777 | 2828 |
| Dracutum 3600 mWh | 2942 | 2876 | 2675 | 2831 |
| EBL Lithium AA 3600 mWh | 2979 | 2919 | 2623 | 2840 |
| tka ZX-3652-675, 3000 mWh + USB-C | 2997 | 2903 | 2637 | 2846 |
| EBL Lithium Akkus 3000 mWh | 3183 | 3166 | 2472 | 2940 |
| Zepath AA Akkus mit 3600 mWh | 3108 | 3169 | 2832 | 3036 |
| BATZONE Lithium AA 3600 mWh | 3135 | 3212 | 3018 | 3122 |
| UseNiy 3600 mWh | 3160 | 3254 | 3072 | 3162 |
| Hixon AA Akkus 3500 mWh (Blau) | 3368 | 3456 | 3194 | 3339 |
| XTAR AA Lithium 4150 mWh / 2500 mAh | 3381 | 3583 | 3297 | 3420 |
Kurz gesagt: im unteren Drittel. Die ZX-3873-675 schlagen zwar sauber alle Modelle mit integriertem USB-Ladeport, die ich bisher hatte, liegen aber unter praktisch allem, was ohne Port antritt. Etwas, das ich nicht ganz verstehen kann.
Die Spannung
Gut, ein paar Prozent weniger Kapazität, damit kann man leben. Der spannendste Unterschied steckt aber woanders.
Es gibt zwei Typen von Lithium-AA-Akkus. Die einen liefern konstant rund 1,5 V, praktisch bis zum Schluss. Die anderen bilden absichtlich den langsam fallenden Spannungsverlauf einer normalen Batterie nach.
Das Schwestermodell mit USB-C-Port gehört eindeutig zur ersten Gruppe. Die ZX-3873-675 gehören zur zweiten.
So sah der Spannungsverlauf bei einer Entladung mit 0,1 A aus:
| Entladene Kapazität | Spannung |
| Start | 1,53 V |
| nach 10 % | 1,48 V |
| nach 25 % | 1,43 V |
| nach 50 % | 1,36 V |
| nach 75 % | 1,33 V |
| nach 90 % | 1,29 V |
| nach 97 % | 1,24 V |
| Ende | 1,10 V |
Die Akkus starten bei rund 1,53 V, sind nach der Hälfte der Laufzeit bei 1,36 V und pendeln sich dann langsam Richtung 1,30 V ein. Erst auf den letzten Prozenten fällt die Spannung auf 1,10 V ab.
Das ist kein Defekt und kein Ausreißer, das ist so gewollt. Aber es ändert den Charakter des Akkus komplett.
Was bedeutet das für dich in der Praxis?
Erstens erklärt es den Kapazitätsunterschied fast vollständig. Schau dir noch einmal die mAh-Werte an. Bei 0,1 A liefern die ZX-3873-675 1977 mAh, das Schwestermodell mit USB-C-Port 2011 mAh. Das ist praktisch identisch, der Unterschied liegt im Bereich der Serienstreuung.
Die Zelle im Inneren dürfte also die gleiche oder zumindest eine sehr ähnliche sein. Der Unterschied entsteht über die Spannung. Die ZX-3873-675 liefern im Mittel rund 1,37 V, das Schwestermodell rund 1,49 V. Gleiche Ladung bei niedrigerer Spannung bedeutet weniger Energie, also weniger mWh. Mehr steckt nicht dahinter.
Deine Taschenlampe wird mit diesen Akkus also wieder langsam dunkler, statt bis kurz vor Schluss mit voller Helligkeit zu leuchten. Ein Aufsteckblitz lädt gegen Ende spürbar langsamer nach, ein Motor läuft langsamer. Das kennst du so von NiMH-Akkus und Alkaline-Batterien.
Es gibt aber auch eine Seite, die dafür spricht. Geräte, die den Ladestand über die Spannung schätzen, kommen mit so einem Verlauf besser klar. Bei einem Akku mit konstanten 1,5 V zeigt dir dein Gerät bis kurz vor Schluss volle Batterien an und geht dann quasi ohne Vorwarnung aus. Hier bekommst du dagegen eine echte, langsam fallende Anzeige.
Wenn dich also vor allem die Wiederaufladbarkeit interessiert und du eine halbwegs brauchbare Batterieanzeige haben möchtest, ist dieses Verhalten kein Nachteil, sondern sogar ein kleiner Vorteil.
Der eingebaute Schutz vor Tiefentladung ist übrigens auch bei diesem Modell vorhanden. Die Akkus schalten am Ende sauber ab, statt sich langsam zu ruinieren. Das bleibt ein Pluspunkt gegenüber NiMH.
Fazit
Die tka ZX-3873-675 sind für mich vor allem ein gutes Beispiel dafür, warum man Akkus messen sollte, statt sich auf die Verpackung zu verlassen.
Von außen sind sie dasselbe Produkt wie die ZX-3652-675, nur ohne USB-C-Port, mit demselben Kapazitätsversprechen und derselben Spannungsangabe. In der Praxis sind es zwei verschiedene Akkus mit unterschiedlichem Verhalten.
Das Modell mit USB-C-Port trifft seine 3000 mWh fast punktgenau und liefert konstante 1,5 V. Das Modell ohne Port liegt rund 10 % darunter und bildet stattdessen den Spannungsverlauf einer Batterie nach. Ausgerechnet die Variante, die durch den fehlenden Ladeport eigentlich mehr Platz für die Zelle hätte, ist damit die schwächere.
Schlecht sind die ZX-3873-675 deswegen nicht. Die gemessene Kapazität geht für einen 3000-mWh-Akku in Ordnung, der Tiefentladungsschutz ist da, und in Geräten mit Batterieanzeige verhalten sie sich sogar angenehmer als die konstanten Modelle.
Meine Empfehlung fällt daher klar aus: Wenn dich diese Akku-Gattung reizt, greif zum Schwestermodell mit USB-C-Port, der tka ZX-3652-675. Du bekommst mehr Energie, konstante 1,5 V und sparst dir das separate Ladegerät.












