Günstige Powerstation mit LiFePO4 Akkus! Die Powdeom EN700 im Test

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Powerstations sind oft etwas extrem Praktisches. Leider sind aber Powerstations aber oft sehr teuer! Preis von ca. 1€ pro Wh oder mehr sind nicht ungewöhnlich.

Hier sticht die Powdeom EN700 positiv hervor! So kostet diese Powerstation ca. 550$ bei einer Kapazität von 614Wh. Das klingt gut! Aber auch die weiteren Funktionen wirken vielversprechend.

So haben wir LiFePO4 Akku Zellen, einen 100W USB C Ausgang und ein integriertes Netzteil!

Aber wie sieht es in der Praxis aus? Kann hier die Powdeom EN700 überzeugen? Finden wir es im Test heraus!

An dieser Stelle vielen Dank an Powdeom für das Zurverfügungstellen der EN700 für diesen Test.

 

Die Powdeom EN700 im Test

Mit ca. 30,5 x 21 x 20 cm ist die Powdeom EN700 keine winzige Powerstation, aber auch kein extrem großer Brocken. Ich würde sagen, die Abmessungen sind für die Kapazität angemessen.

Die Powerstation besteht aus einem normalen schwarzen Kunststoff und wirkt soweit gut gebaut. Sie wirkt nicht ganz so hochwertig wie die Ecoflow Modelle.

Auf der Oberseite finden wir einen praktischen Tragegriff, welcher sich ausklappen lässt. Danke! Vor allem, dass die Oberseite ansonsten glatt ist, hilft beim platzsparenden Verstauen der Powerstation.

Die Anschlüsse der EN700 sind primär auf der Front angebracht, genau wie ein kleines Display. Lediglich der Anschluss für das Netzteil ist auf der Rückseite zu finden.

Mit im Lieferumfang der Powerstation findet sich nur ein Netzkabel, wie auch ein KFZ Ladekabel. Es ist leider kein Kabel für ein Solarpanel oder Ähnliches mit im Lieferumfang.

 

Die Anschlüsse der Powdeom EN700

Die EN700 besitzt fast all ihre Anschlüsse auf der Front. Hier finden wir folgende Ports:

  • 2x 230V Steckdosen 700W
  • 2x DC Ausgang 12V/10A
  • 1x “Zigarettenanzünder” Ausgang 12V/10A
  • 1x USB C 100W
  • 2x USB A 5V/2,4A

Dies ist eine ziemlich perfekte Anschlussausstattung. Die 700W Steckdosen sollten ausreichend für die meisten Anwendungen sein. Der 100W USB C Ausgang ist gerade für Notebooks praktisch und die DC Ports sind immer nett. Viel besser geht es für eine Powerstation dieser Klasse nicht.

Auf Seiten der Eingänge haben wir folgendes:

  • 1x DC Eingang 12-28V
  • 1x AC Eingang

In der Powdeom EN700 ist bereits ein Netzteil integriert! Du musst die Powerstation nur mit einem normalen Kabel mit dem Strom verbinden und schon lädt diese.

Ich finde dies immer beachtlich, wenn es Hersteller schaffen, noch ein AC Netzteil in ihren Power Stations zu integrieren. Dies finden wir ansonsten nur bei Ecoflow.

 

Das Display

Auf der Front der EN700 finden wir ein kleines Display, welches dir folgende Informationen anzeigt:

  • Akkustand in %
  • Verbliebene Lade/Entladezeit bei der aktuellen Leistung
  • Aktuelle Leistung in Watt

Damit ist das Display nicht übermäßig detailliert. Aber die wichtigen Angaben sind vorhanden.

 

Mit LiFePO4 Akkus! Warum sind LiFePO4 Akkus so gut?

In der EN700 sind LiFePO4 Akkuzellen verbaut. LiFePO4 ist die aus meiner Sicht beste Akkutechnologie für Power Stations und Puffer-Akkus. Aber warum?

LiFePO4 “Lithium-Eisenphosphat-Akkumulator” ist eine moderne und sehr stabile Zellen Chemie.

Zum Vergleich, Lithium Ionen Akkus sind auf die maximale Energiedichte getrimmt. Dies macht auch gerade in Geräten wie Smartphones absolut Sinn, da Lithium Ionen Akkus bei gleicher Größe ein Stück mehr Kapazität als LiFePO4 Akkus haben.

Allerdings sorgt die höhere Energiedichte auch für einen etwas schnelleren Verschleiß und macht diese anfälliger fürs Brennen oder explodieren.

LiFePO4 Akkus hingegen haben eine deutlich höhere Zyklenfestigkeit. Powdeom wirbt bei der EN700 mit 3000+ Zyklen, was bei LiFePO4 Akkus auch absolut möglich ist. Lithium Ionen Akkus kommen hingegen meist nur auf 500-1000 Zyklen.

Zudem können LiFePO4 Akkus thermisch nicht durchgehen. Selbst bei einem Kurzschluss, überladen usw. gehen diese nicht in einem großen Feuerball auf wie es Lithium Ionen Akkus machen können.

Ja LiFePO4 Akkus können im extrem Fall auch sehr heiß werden, dampfen usw. aber die Gase können sich nicht selbst entzünden, was ein großer Sicherheitsfaktor ist.

Zusammengefasst:

  • Sehr hohe Zyklenfestigkeit 3000+ und lange Lebenserwartung
  • Sehr sicher, können nicht thermisch durchgehen
  • Können nicht bei Temperaturen unter 0 Grad geladen werden
  • Niedrigere Energiedichte = bei gleicher größe weniger Kapazität als Lithium Ionen Akkus

 

Die Kapazität der Powdeom EN700 Powerstation

Kommen wir zum spannendsten Punkt, der Kapazität. Powdeom verspricht 614,4Wh, folgendes konnte ich in diversen Lastsituationen messen.

Wh
AC 50W 460
AC 300W 461
USB C 100W 561,93
DC 12V/3A 541,05
DC 12V/8A 533,9

Im besten Fall konnte ich eine Kapazität von 561,93Wh messen, was 93% der Herstellerangabe entspricht. Dies ist ein sehr guter Wert!

Powerstations kommen nie auf 100% der Herstellerangabe. Wir haben hier zwar ziemlich sicher 614,4Wh Akkuzellen im Inneren, aber ihre Spannung muss gewandelt werden, das BMS benötigt etwas Energie, genau wie das Display.

Diese Wandlungsverluste sind natürlich gerade bei den AC 230V Ausgängen deutlich, wo die Powerstation auch “nur” auf 460 Wh kommt. Dies ist aber leider marktüblich.

 

Als USV nutzbar? (ja)

Es ist natürlich möglich, die Powdeom EN700 gleichzeitig zu nutzen und zu laden. Grundsätzlich ist es daher möglich, die EN700 als USV zu nutzen. Die Umschaltzeit beim Trennen vom Netz scheint dabei ok zu sein!

So habe ich unter anderem meinen PC getestet und dieser hatte keine Probleme an der Powerstation, auch wenn diese plötzlich vom Netz getrennt wird.

Powdeom wirbt mit einer Umschaltzeit von 20ms, was für die meisten Geräte ausreichend sein sollte!

Die Effizienz der USV funktion schwankt zwischen 64% und 95% bei 10W bis 100W Last.

Wenn wir uns die rohen Zahlen ansehen, dann fällt auf, dass immer 5W mehr aufgenommen wird als ausgegeben. 5W ist auch der Standby Verbrauch der Powerstation.

 

Steckdose und USB C Port

Ich habe die Steckdose der Powdeom EN700 in Kombination mit diversen Ladegeräten, unter anderem für Werkzeugakkus, wie auch PCs und einem Mini-Kühlschrank ausprobiert.

Diese Geräte bleiben in der Regel deutlich unter den maximalen 700W, entsprechend hatte die Powerstation keine Probleme mit den Geräten. Wobei gerade Kühlschränke (mit Kompressor) oftmals etwas problematisch sein können. Der von mir getestete Mini-Kühlschrank machte keine Probleme, aber hast du einen richtig dicken Kühlschrank, mit doppelten Türen usw., dann kann ich nicht für die Funktion garantieren (auch wenn es passen sollte).

Pluspunkte gibt es für den USB C Port, welcher neben 100W nach dem Power Delivery Standard auch PPS mit 3,3-21V bei 5A bietet.

Damit ist der Port auch für Notebooks wie auch für größere Smartphones wie das S23 Ultra sehr gut geeignet!

 

Mit Lüfter

Die meisten großen Powerstations besitzen einen integrierten Lüfter, so auch die Powdeom EN700. Der Lüfter ist temperaturgesteuert und springt ab ca. 90-100W an.

Der Lüfter hat eine mittlere Lautstärke. Er ist nicht dröhnend laut, aber ich hätte Ihn auch nicht gerne den ganzen Tag neben mir stehen.

 

Ladedauer

Du hast drei Möglichkeiten die Powdeom EN700 zu laden.

  1. Über das integrierte Netzteil an einer Steckdose.
  2. An einem KFZ “Stecker”.
  3. Via Solar

Über das integrierte Ladegerät soll die Powerstation laut Hersteller in 1,4 Stunden vollständig geladen sein!

Bei den DC Eingängen, also KFZ Stecker oder Solar, sollen 12-28V bei maximal 5A bzw. 120W möglich sein.

An der Steckdose kann die Powerstation mit bis zu 505W laden, was beachtlich ist! Die EN700 kann so in gerade einmal 1:24h von 0% auf 100% gebracht werden, was extrem schnell ist!

Beim Laden an einer DC Quelle sind wir auf maximal 5A limitiert! Heißt an einer 12V Quelle sind maximal +- 60W möglich. In meinem Test an einer “Autobatterie” lud die Powerstation mit rund 66W, in ca. 11:20h von 0% auf 100%.

Dieses 5A Limit ist natürlich nicht ganz optimal. Hierdurch wäre auch das Laden an einem Solarpanel etwas eingeschränkt. Du solltest hier vermutlich ein 18V Panel wählen.

 

Ladeeffizienz

Werfen wir zum Abschluss noch einen Blick auf die Ladeeffizienz. Hierbei schaue ich mir das Verhältnis der benötigten Energie für eine 100% Ladung im Verhältnis zur Energie, die Du am Ende nutzen kannst, an.

Folgende Leistung benötigte die Powerstation im Test um von 0% auf 100% geladen zu werden:

  • AC – 703 Wh
  • DC – 730 Wh

Das etwas schlechtere DC Ergebnis ist durch die fast 10x höhere Ladedauer zu erklären. Da beispielsweise das Display während dieser Zeit konstant aktiv ist, wird mehr Energie von der Powerstation selbst verbraucht, was die Effizienz verschlechtert.

Im besten Fall Im schlechtesten Fall
AC 80% 65%
DC 77% 63%

Die Effizienz der Powerstation schwankt zwischen 80% (was sehr gut ist) und 63%. Dies sind solide und unauffällige Ergebnisse.

 

Fazit

Die Powdeom EN700 ist sicherlich eine etwas Preis/Leistungs-orientierte Power Station. Es gibt ohne Frage bessere Modelle, aber für 550€ zum Zeitpunkt des Tests ist mir nichts Besseres bekannt!

550€ für 614Wh, 700W Steckdosen, 100W USB C Port und super schnellem Laden ist mehr als fair! Dies ist ein richtig gutes Angebot!

Zumal wir hier die sicheren und haltbaren LiFePO4 Akku Zellen haben, wie auch ein integriertes Netzteil, das die Powerstation in 1:24h von 0% auf 100% bringt! Auch die Steckdosen funktionierten im Test problemlos und sogar die USV Funktion konnte überzeugen. Hinzu kommt der 100W USB C Port mit PPS und das praktische Display.

Die Powerstation zeigte sich im Test auch nicht zickig oder problematisch.

Etwas schade ist lediglich das Fehlen eines Adapter-Kabels für Solarpanels und die Limitierung auf maximal 5A / 120W via DC Eingang.

Abseits davon ist dies eine absolut tadellose Powerstation in der “mittleren” größen Klasse.

Powdeom EN700
POSITIV
LiFePO4 Akkuzellen
Bis zu 561,93Wh echte Kapazität
Fairer Preis
100W USB C Port mit PPS
Praktisches Display
700W Steckdosen
Leistungsstarkes integriertes Netzteil
In 1:24h von 0% auf 100% geladen
NEGATIV
Kein Solar-Ladekabel mit im Lieferumfang
Via DC maximal 5A / 120W
89

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Michael Barton
Michael Barton
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3 Kommentare

  1. Zwei Angaben fehlen immer hartnäckig ;-): Gewicht und Lautstärke.

    Ziemlich interesantes Teil, besonders im Hinblick auf Preis / Leistung und USV!
    Das eingebaute 220V-Netzteil ist eher nachteilig, das braucht man ja nur im Heimbereich und da ist es Wurst ob eingebaut oder nicht. Unterwegs ist dies eher überflüssig und erhöht das Gewicht (geringfügig?).

    Unverständlichist die Begrenzung auf 60W Ladeleistung an 12V. Damit ist das Teil leider für den mobilen Fahrzeugeinsatz (aufladen während der Fahrt) völlig unbrauchbar, sehr schade!

    • Hi,

      ja mit dem Gewicht hast du recht, mir mangelt es um ehrlich zu sein an einer Waage, welche über 5KG schafft (meine Personen-Waage geht bei unter 10KG nicht zuverlässig).

      • Tip: (Digitale) Kofferwaagen gibt´s bei ebay für <10€ (auf guten Griff achten) Sind ziemlich genau (+/- 15g), mehrfach verglichen. Wenn ich eine Postanschrift hätte würde ich eine spendieren 😉
        Standwaagen sind eher unpraktisch da meist die Anzeige verdeckt wird.

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