Eufy gehört aktuell zu den besten und empfehlenswertesten Herstellern für Smart Home Überwachungskameras. Dies liegt sowohl an der starken Hardware und Software, wie aber auch an dem Verzicht auf Abo-Gebühren, wie sie Ring und Nest verlangen.
Das spannendste Modell in Eufys Lineup war klar die eufyCam 2, eine komplett kabellose Überwachungskamera mit 1 Jahr Akkulaufzeit! Die eufyCam 2 hat aber nun eine Pro Version erhalten, welche vor allem mit einem neuen 2K Sensor punkten soll.

Das upgrade von Full HD auf 2K mag im ersten Moment vielleicht nicht so imposant klingen, ist es aber! Der Sprung von Full HD auf 2K entspricht einer Verdopplung der Pixel! Dabei soll die eufyCam 2 Pro weiterhin mit einem Jahr Akkulaufzeit punkten. Klingt doch spannend! Aber wie sieht es in der Praxis aus? Kann hier die eufyCam 2 Pro überzeugen? Finden wir es im Test heraus!
Die Eufy eufyCam 2 Pro im Test
Um die eufyCam 2 Pro nutzen zu können, benötigt Ihr neben der Überwachungskamera selbst auch die Eufy HomeBase 2, als Basisstation. Die eufyCam 2 Pro wird wie auch die normale Version nicht direkt mit dem WLAN verbunden, sondern über die HomeBase 2.
Habt Ihr bereits die HomeBase 2 von anderen Eufy Überwachungskameras, dann könnt Ihr diese weiter nutzen, die eufyCam 2 Pro ist mit den bekannten HomeBase 2 Basisstationen voll kompatibel. Habt Ihr noch keine HomeBase 2, müsst Ihr zunächst das Basis-Set kaufen. In diesem sind zwei eufyCam 2 Pro, Montagematerial und die HomeBase 2 enthalten.
Die HomeBase 2 ist eine kleine Kunststoff Box, welche etwas die Anmutung eines WLAN Routers besitzt. Diese Basis-Station kann entweder via LAN oder WLAN mit Eurem Netzwerk verbunden werden. Die einzelnen Kameras kommunizieren ebenfalls kabellos mit der HomeBase 2. Die Reichweite liegt laut Hersteller bei bis zu 300 Meter, das aber nur auf freiem Feld. In der Praxis rechnet mit +- 50 Metern mit einer Hauswand in der Mitte. Neben den Funkmodulen ist in der HomeBase 2 auch ein Lautsprecher verbaut, welche für einen Alarm und andere Signaltöne genutzt wird, wie auch 16 GB Speicher für die Videoaufnahmen.
Die eufyCam 2 Pro sieht auf dem ersten und auch zweiten Blick der regulären eufyCam 2 zum Verwechseln ähnlich. Beide Kameras nutzen offensichtlich das gleiche Gehäuse. Dieses ist länglich aufgebaut. Dies liegt an den vier 18650 Akkuzellen im inneren die die Laufzeit von einem Jahr ermöglichen. Grundsätzlich sind bei der eufyCam 2 Pro ein Jahr Laufzeit möglich, in der Praxis wird die Laufzeit aber darunter liegen. Es kommt hier darauf an wie oft die Kamera auslöst. Reden wir von hunderten Auslösungen pro Tag, aufgrund von vorbeifahrenden Autos usw. dann wird die Kamera nur +- 4 Monate laufen. Bei einer normalen Haustür Nutzung komme ich auf 8-10 Monate. Würde ich die Kamera etwas tiefer im Garten anbringen wären auch sicherlich die 12 Monate möglich.
Geladen wird die eufyCam 2 Pro über einen microUSB Port auf der Rückseite. Dieser Port ist natürlich wassergeschützt! Die Kamera bringt ein IP 67 Rating mit, also Regen ist kein Problem. Auch spezifiziert Eufy einen Temperatur-Bereich von -20 bis +50 Grad, was für unsere Bereiche ausreichen sollte.
Montiert wird die Kamera entweder über eine Magnethalterung, wie wir diese auch von den Netgear Arlo Kameras kennen oder über einen Drehverschluss. Beide Halterungstypen liegen bereits mit im Lieferumfang.
App und Feature
Die eufyCam 2 Pro nutzt die Eufy Security App, welche für IOS und Android verfügbar ist. Prinzipiell ist die Eufy App zwar nichts „neues“ und recht klassisch aufgebaut, wirkt aber dennoch sehr wertig und gut gemacht. Es handelt sich hier nicht um eine 0815 China Überwachungskamera App, sondern es ist klar ersichtlich das Eufy etwas höhere Ansprüche hat.
Schritt 1 ist aber das Hinzufügen der Kamera und der Basisstation in die App. hierfür benötigt Ihr zunächst ein Konto beim Hersteller. Anschließend verbindet zunächst die HomeBase 2 mit Strom und Eurem Netzwerk. Ich würde Euch empfehlen die HomeBase 2 zunächst kabelgebunden einzurichten und dann gegebenenfalls auf die WLAN Nutzung zu wechseln, so ist die Einrichtung einfacher. Während der Einrichtung müsst Ihr einfach nur den QR Code auf der Unterseite der HomeBase 2 scannen und einmal die Taste zur Bestätigung betätigen, fertig.
Auch das Einrichten der Kamera ist sehr einfach. Ihr müsst in der App das Hinzufügen auswählen, die Sync-Taste kurz auf der Kamera gedrückt halten und fertig.
Auf der Startseite der Eufy Security App findet Ihr eine Übersicht aller verbundenen Überwachungskameras inklusive eines Vorschaubilds. Dieses Vorschaubild ist aber nicht einfach nur statisch, sondern zeigt ein Bild der letzten Aufnahme bzw. der letzten Aktivität.
Tippt Ihr dieses Bild an landet Ihr in der Live-Ansicht. Das Laden dieser dauert je nach Signalstärke usw. ca. 2-4 Sekunden, was für eine komplett kabellose Überwachungskamera völlig okay ist. Die live Ansicht selbst ist recht verzögerungsfrei. In dieser könnt Ihr neben dem Nutzen der 2 Wege Kommunikation auch manuell Videos und Fotos machen.
Neben der Live-Ansicht könnt Ihr natürlich auch gemachte Aufnahmen in der App betrachten und verschiedene Sicherheitsmodi wählen. Das Betrachten der Aufnahmen erfolgt in einer einfachen chronologischen Ansicht inklusive Vorschau.
Bewegungserkennung und Speicherung der Aufnahmen
Wie alle komplett kabellosen Überwachungskameras filmt die eufyCam 2 Pro nicht konstant, sondern nur beim Erkennen einer Bewegung. Die Bewegungserkennung lässt sich dabei in diversen Stufen Steuern und kann auf Wunsch auch aktiv zwischen Menschen und anderen Objekten unterscheiden. Letzteres ist wirklich eine aktive Unterscheidung zwischen Mensch und „sonstigem“ welche durch eine „KI“ gesteuert wird. Diese funktioniert auch wirklich fast zu 100% und filtert erfreulich gut Fehlauslösungen heraus.
Generell funktioniert die Bewegungserkennung auf kurzen bis mittelhohen Distanzen überdurchschnittlich gut für eine komplett kabellose Überwachungskamera. Erst ab ca. 8-10 Metern beginnt die Zuverlässigkeit der Bewegungserkennung zu sinken, was ein sehr gutes Ergebnis ist!
Aufnahmen der Kameras können
- Lokal auf den 16GB internen Speicher
- In der kostenpflichtigen Cloud (optional)
- Auf einem NAS (Synology Surveillance Station)
gesichert werden. Sofern Ihr die lokale Speicherung wählt, gibt es natürlich abseits des Stromverbrauchs der HomeBase 2 keine Folgekosten (ca. 2,2W). Auch ist die lokale Sicherung aus Sicht des Datenschutzes ideal, zumal hier auch die Gefahr reduziert ist, dass ein Einbrecher einfach die Kamera mitgehen lässt und somit die Aufnahmen weg sind. Letzteres könnte passieren wenn die Kameraaufnahmen auf einer internen SD Karte sichert.
Datenschutz bei Eufy?
Die Beurteilung des Datenschutzes bei einer Überwachungskamera ist immer sehr schwer! Es ist hier für mich und auch 99,9% aller anderen Tester unmöglich einen Blick hinter die Kulisse zu werfen um potenzielle Schwächen zu erkennen. In der Theorie sieht es mit dem Datenschutz bei Eufy ganz gut aus.
Positiv:
- Aufnahmen werden primär lokal gespeichert
- 2-Faktor Authentifizierung möglich
- Deutsches Rechenzentrum
- Optionale Cloud Speicherung auch auf einem deutschen Rechenzentrum
- Die App wirkt hochwertig gemacht und Eufy betont sehr oft wie wichtig ihnen der Datenschutz ist
- Speicherung auch auf einem lokalen NAS möglich
Negativ
- Ihr müsst einen Account beim Hersteller anlegen
Das Einzige was aus Sicht des Datenschutzes gegen Eufy spricht ist, dass Ihr einen Account beim Hersteller anlegen müsst. Dies ist natürlich nicht unnormal und macht aus Sicht des Komforts auch völlig Sinn. Allerdings ist ein Account immer ein Angriffspunkt. Hier müsst IHR zunächst auf ein sicheres Passwort und im besten Fall auch auf eine 2-Faktor Authentifizierung setzen, letztere wird auch von Eufy angeboten.
Das Nächste ist die Frage ob Ihr Eufy vertraut und falls ja wie viel. Es ist bei einem Accountsystem immer möglich das Support Mitarbeiter usw. potenziell Zugriff auf Euren Account bekommen könnten. Hier hilft es dann auch nicht, dass die Aufnahmen lokal gesichert werden, da diese über die App dennoch von der ganzen Welt aus abrufbar sind. Hier müssen wir darauf vertrauen, dass die Zugriffsrechte seitens Eufy gut geregelt sind. Da Eufy sehr mit dem Datenschutz wirbt habe ich die Hoffnung, das sich hier auch jemand diesbezüglich Gedanken gemacht hat.
Eine ähnliche Vertrauensfrage gibt es auch bei Nest, Ring, Blink, Netgear Arlo und Co. Bei diesen ist es aber nochmals eine Stufe „extremer“ da diese nur auf eine Cloud Speicherung setzen. Heißt es gibt auf dem Hersteller-Server irgendwo einen Ordner mit Eurem Namen/Account ID wo alle Eure Aufnahmen laden. Sind diese nicht ausreichend verschlüsselt oder die Schlüssel sind einfach abrufbar, dann könnten jetzt gerade irgendwelche technischen Mitarbeiter durch Eure Aufnahmen Scrollen. Dieses Risiko ist aufgrund der lokalen Speicherung Eurer Aufnahmen bei Eufy deutlich reduziert.
Unterm Strich würde ich Eufy sogar als einen der aus Sicht des Datenschutzes bessern Hersteller einstufen! Ich sehe hier Eufy vor Ring, Nest, Netgear Alro usw. Ich selbst nutze auch Eufy Kameras privat, von daher zeige ich hier durchaus etwas vertrauen. Aber eine 100%ige Sicherheit gibt es nur bei komplett lokalen Systemen.
Bildqualität (vs. eufyCam 2)
Ein wichtiger Punkt der eufyCam 2 Pro ist der neue 2K Kamera-Sensor. Dieser besitzt eine Auflösung von 2304 x 1296 Pixeln, was 2,98 Megapixeln entspricht. Zum Vergleich Full HD entspricht 2,07 Megapixeln. Der 2K Sensor bietet also schon gut 1/3 mehr Auflösung.
Generell ist die Bildqualität der eufyCam 2 Pro als sehr gut zu bezeichnen! Das Bild ist scharf und klar mit einer guten Dynamik. Auch die Nachtsicht ist erstaunlich stark für eine komplett kabellose Überwachungskamera.
Verglichen mit der normalen eufyCam 2 fällt aber auch auf das der Sprung an Bildqualität überschaubar ist.


Wirkliche Unterschiede bei der Bildschärfe könnte ich nicht erkennen. Vielleicht ist die Pro minimal schärfer.
Fazit
Mit 399€ (zum Zeitpunkt des Tests) ist ein doppel-Set der eufyCam 2 Pro natürlich ein teurer Spaß, welcher sich aber absolut lohnen kann! Die eufyCam 2 Pro gehört zu den besten komplett kabellosen Überwachungskameras bzw. ist sogar die beste. Warum?
- Keine erzwungene (kostenpflichtige) Cloud Speicherung
- Lokale Speicherung der Aufnahmen
- Sehr lange Akkulaufzeit von bis zu einem Jahr (praktisch eher 8-10 Monate)
- Sehr hohe Bildqualität
- Zuverlässige Bewegungserkennung mit Personenerkennung
- Sehr gute App mit Support für diverse Sprachassistenten und Apple HomeKit
Gerade die Kombination aus zuverlässiger Bewegungserkennung, keiner Folgekosten und der Akkulaufzeit von einem Jahr ist fast schon einmalig. Dabei ist die eufyCam 2 Pro kein 08/15 billiges China Produkt! Ganz im Gegenteil, es ist eindeutig, das Eufy versucht ganz oben mitzuspielen, was auch gelingt.
Stellt sich die Frage, was spricht gegen die eufyCam 2 Pro? Abseits des hohen Preises recht wenig! Die Bewegungserkennung könnt auf sehr hoher Distanz (10 Meter+) noch einen hauch besser sein, aber das ist ein gängiges Problem von komplett kabellosen Überwachungskameras. Auch bietet die eufyCam 2 Pro keine Luxus Feature wie eine Tier/Auto-Erkennung oder eine Gesichtserkennung. Ist dies ein Must Have? Vermutlich eher weniger.
Kurzum die eufyCam 2 Pro ist ein sehr gute und zu 100% empfehlenswerte komplett kabellose Überwachungskamera! Müsst Ich mir aktuell ein Modell kaufen, dann diese bzw. die normale eufyCam 2. Der Unterschied zwischen der normalen Version und der Pro Version ist derartig gering das Ihr Euch hier vielleicht sogar die 50€ Aufpreis sparen könnt.
- Gute Bildqualität, wenn auch nicht viel besser als bei der nicht Pro
- Sehr gute und zuverlässige Bewegungserkennung
- Lokale Speicherung, keine Folgekosten
- Extrem hohe Akkulaufzeit
- Pro Version bietet keine deutlich bessere Bildqualität, verglichen mit der normalen eufyCam 2























































































































































