Bereits vor einigen Wochen haben wir uns die eufyCam 2 Überwachungskameras im Test angesehen, welche dort auch voll überzeugen konnten! Mit der eufyCam 2C bietet eufy aber ein weiteres sehr spannendes Modell an.

Dieses hat vor allem ein wichtiges Feature, einen Scheinwerfer! Diese kabellose Überwachungskamera dient hier also auch als eine Art Sicherheitslicht, praktisch gerade wenn diese etwas dunklere Ecken überwachen soll.

Eufycam 2c Im Test 7Dabei soll die Überwachungskamera dennoch eine Laufzeit von bis zu einem halben Jahr besitzen, diverse AI Feature und ohne Abogebühren auskommen. Dies zu einem Preis von 99€ pro Stück klingt doch gar nicht mal schlecht.

Aber wie sieht es in der Praxis aus? Wie gut ist hier die eufyCam 2C? Finden wir es im Test heraus!

Info, dieser Test wurde nicht von eufy gesponsert sondern ist aus eigener Tasche bezahlt worden. Wie Ihr Techtest.org für mehr unabhängige Tests unterstützen könnt erfahrt Ihr hier:

 

Die eufyCam 2C, kabellose Überwachungskamera mit Scheinwerfer im Test

Um die eufyCam 2C Überwachungskameras zu nutzen benötigt Ihr zwingend auch eine Basisstation. Diese Basisstation ist selbstverständlich im Basis-Set bereits enthalten und kann auch mehr als zwei Kameras ansteuern. Es handelt sich hier um die gleiche Basisstation wie bei der regulären eufyCam 2, Ihr könnt also auch eufyCams mixen.

Eufycam 2c Im Test 1Die Basis Station ist ein viereckiges, recht hohes Modul, welches etwas in die Richtung eines modernen WLAN Routers geht. Hierzu passen auch die Anschlüsse. Auf der Rückseite finden wir einen USB Port wie auch einen LAN Anschluss. Ihr könnt die Basis Station allerdings auch komplett kabellos via WLAN mit Eurem Router verbinden.

Im Betrieb (ohne USB Geräte) benötigt die HomeBase 2 rund 2,2W, was im Jahr ca. 5,4€ Stromkosten bei 0,28€ pro kWh entspricht. Dies ist wie ich finde völlig Okay.

Eufycam 2c Im Test 5Die eufyCam 2C selbst ist eine vergleichsweise kleine Überwachungskamera. Diese misst ca. 46 x 79 x 55mm und ist somit deutlich kompakter als die reguläre eufyCam 2. Allerdings hat dies auch einen Nachteil, so ist die Akkukapazität ein Stück kleiner. Laut eufy soll die Kamera aber dennoch satte 6 Monate durchhalten!

Grundsätzlich würde ich sagen, dass 6 Monate plausibel erscheinen. Wie lang die Lautzeit aber wirklich ist hängt von Eurer Nutzung ab. Gibt es viel Bewegung vor der Kamera? Wird der kleine Scheinwerfer auf der Front oft ausgelöst? Dann werdet Ihr vermutlich nicht auf 6 Monate kommen.

Eufycam 2c Im Test 2Geladen wird die Kamera ganz einfach über einen microUSB Port auf der Unterseite. Es ist also nicht ganz so schlimm sollte der Akku nur 4 Monate halten, Ihr müsst nur den Akku öfters laden.

Kommen wir noch auf den angesprochenen Scheinwerfer zu sprechen. Dieser findet sich auf der Front der Kamera unterhalb der Linse. Dieser Scheinwerfer besteht aus zwei LEDs, ist also nicht als super hell zu bezeichnen, aber kann bei völliger Dunkelheit schon für ein Stück weit Sicht sorgen.

Eufycam 2c Im Test 4Neben diesem LED Scheinwerfer sind natürlich auch klassische IR LEDs verbaut. Wenn Ihr wollt müsstet Ihr den Scheinwerfer also nicht für die Nachtsicht nutzen.

Montiert wird die eufyCam 2C über eine einfache Schraubhalterung. Passende Schrauben und Dübel sind mit im Lieferumfang. Etwas schade, dass Eufy hier nicht auf die Magnethalterung der eufyCam 2 setzt.

 

Einrichtung und App

Um die eufyCam Überwachungskameras zu nutzen müsst Ihr Euch zunächst ein Konto beim Hersteller anlegen. Dafür reicht aber eine eMail Adresse und ein Passwort bereits aus.

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Anschließend verbindet Ihr die HomeBase 2 mit dem Strom und Eurem Netzwerk. Letzteres zunächst via LAN, Ihr könnt aber später auf eine reine Nutzung via WLAN wechseln. Die Homebase wird anschließend von der App nach dem Scannen des QR Codes automatisch erkannt und eingebunden.

Um die Kameras zu verbinden müsst Ihr diese in die Nähe der HomeBase 2 legen und die Sync-Taste gedrückt halt bis Sie angehen. Die HomeBase 2 spielt eine Art Akustischen Code welcher von der Kamera aufgezeichnet wird und für die Verbindung genutzt wird.

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Erfreulicherweise funktionierte dies bei mir tadellos! Kurzum volle Punktzahl für die Einrichtung, welche bei mir überdurchschnittlich problemlos verlief.

Ebenfalls sehr gut gefällt mir die eufySecurity App! Diese ist zwar was den Aufbau angeht sehr klassisch, aber durchaus als wertig zu bezeichnen. Es ist offensichtlich, dass diese keine schnell zusammengeschusterte App ist, sondern durchaus mit Verstand und Zeit entwickelt wurde.

Auf der Startseite findet Ihr eine Übersicht mit allen verbundenen Geräten. Neben den Kameras wird hier auch die HomeBase, Tür/Fenster Sensoren usw. angezeigt (falls vorhanden).

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Tippt Ihr das Vorschaubild an landet Ihr in der Live Ansicht. Diese benötigt bei guter Signalqualität rund 4-5 Sekunden zu laden. Die Verzögerung des Live Streams liegt auch bei rund 3-5 Sekunden, was vergleichsweise hoch ist!

Komplett kabellose Überwachungskameras sind hier immer etwas träger, aber die moderneren Modelle sind eigentlich flotter. Dennoch 3-5 Sekunden sind okay.

Zumal die Bewegungserkennung etwas flotter agiert. Die Bewegungserkennung der eufyCam 2C reagiert in der Standardeinstellung nur auf Menschen und dies sind hier keine leeren Worte. Ihr könnt die Kamera durch die Gegend tragen und diese wird nicht ausgelöst, aber läuft ein Mensch durchs Bild startet die Aufzeichnung sofort.

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Dabei versucht die eufyCam 2C in den Aufnahmen auch das Gesicht der erkannten Person gesondert zu markieren, sodass Ihr sofort erkennen könnt wer auf der Aufnahme zu sehen ist. Ja diese Gesichtserkennung funktioniert, aber auch nicht zu 100%.

Dennoch beschleunigt dies das Durchsehen der Aufnahmen massiv! Aufnahmen werden grundsätzlich chronologisch sortiert, aber halt gegebenenfalls mit dem Gesicht der erkannten Person „markiert“.

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Die Bewegungserkennung lässt sich bei der Sensitivität anpassen. Ich würde die Bewegungserkennung als gut bis sehr gut einstufen! Sicherlich ist diese nicht perfekt (auf hohen Distanzen), aber signifikant besser als bei vielen kabellosen Modellen wie der Netgear Arlo 1 und Arlo 2, der Reolink Argus 2 usw.

Wird eine Person erkannt erhaltet Ihr eine Nachricht aufs Smartphone. Diese Benachrichtigungen könnt Ihr natürlich auch abschalten oder genauer konfigurieren. So könnt Ihr die Benachrichtigungen wahlweise nach Zeitplan, manuell oder via Geofencing steuern.

 

Die Aufnahme und Speicherung

Das eufy Security System ist ausgesprochen flexibel was die Speicherung der Aufnahmen angeht.

  • Lokal auf der Basisstation (16GB)
  • Auf einem angeschlossen USB Stick (maximal 128GB)
  • In der kostenpflichtigen eufy Cloud (29,99€ pro Kamera pro Jahr)
  • Speicherung auf einem Synology/QNAP/ASUSTOR NAS (RTSP)

In der Homebase 2 sind bereits 16GB Speicher integriert auf welchen per Default Aufnahmen gespeichert werden.

Wie alle komplett kabellosen Überwachungskameras nimmt auch die eufyCam 2C nur auf wenn diese eine Bewegung erkennt. Daher reichen die 16GB sehr lange!

Eufycam 2c Im Test 6Aus Sicht des Datenschutzes ist solch eine lokale Speicherung natürlich das Optimum. Allerdings hat diese auch einen Nachteil, klaut der Dieb die Basisstation sind auch alle Aufnahmen mit weg. Ob nun ein Dieb clever genug ist dies auch zu machen, kann ich Euch nicht sagen.

Wollt Ihr aber auf Nummer sicher gehen, bietet Euch Eufy auch einen Cloud Service an. In diesem Fall werden alle Videos auf einen Hersteller-Server hochgeladen und gesichert. Sollte also die Basisstation geklaut werden sind die Aufnahmen dennoch vorhanden. Pro Kamera werden allerdings 29,99€ bzw. 99,99€ für bis zu 10 Kameras pro Jahr fällig.

Preislich ist das soweit Okay. Was den Datenschutz angeht sieht eufy auf den ersten Blick auch gut aufgestellt aus, aber 100% Sicherheit gibt es bei einer Cloud Speicherung auch nie.

Die vermutlich größte Besonderheit der eufyCam 2C ist die Unterstützung von RTSP. RTSP ist ein „offenes“ Protokoll, welches es 3. Anwendungen erlaubt auf die Daten von Überwachungskameras zuzugreifen. Habt Ihr beispielsweise ein Synology NAS könnt Ihr die eufyCam 2C in die Synology Surveillance Station einbinden und darüber steuern. Auch andere NAS Hersteller bieten eine ähnliche Software. Klasse!

 

Die Bildqualität

Die eufyCam 2C besitzt einen Full HD Sensor mit einem Blickwinkel von 135 Grad. Dies ist extrem weitwinklig! Ideal um Terrassen, Innenhöfe oder Innenräume zu überwachen, aber weniger gut um Objekte in der Distanz zu beobachten. Hierzu passt auch die Bewegungserkennung welche auf höhere Distanzen 5-8 und mehr langsam unzuverlässiger wird.

Screenshot 20200425 184835 EufysecurityDie Bildqualität der eufyCam 2C würde ich als gut einstufen! Aufnahmen sind klar und detailliert.

Auch bei Nacht ist noch ausreichend viel auf den Aufnahmen zu erkennen. Allerdings ist der Scheinwerfer hier fast eher ein Hindernis, wenn dieser aktiv ist, erkennt man weniger auf den Aufnahmen als wenn die IR LEDs genutzt werden.

 

Fazit

Wie auch schon die eufyCam 2 kann ich auch die eufyCam 2C voll empfehlen! Es handelt sich bei dieser um die so ziemlich besten komplett kabellosen Überwachungskameras die Ihr aktuell bekommen könnt.

Warum?

  • 6 Monate Akkulaufzeit
  • Eine sehr gute Bildqualität bei Tag und eine gute Bildqualität bei Nacht
  • Eine gute Bewegungserkennung, inklusive einer einfachen Gesichts- und Personen-Erkennung
  • 16GB integrierter Speicher
  • Wahlweise lokaler Speicher, Cloud Speicher oder das eigene NAS als Speicher für die Aufnahmen
  • Keine Abo-Gebühren!
  • Die Unterstützung von RTSP ist für eine komplett kabellose Überwachungskamera einmalig
  • Vereinfachte Auswertung der Aufnahmen aufgrund KI Features
  • LED Scheinwerfer

Damit ist die eufyCam 2C für fast alle Nutzer ideal. Gerade die Speicherungsoptionen sind sehr attraktiv. Ihr wollt die maximale Datensicherheit? Dann speichert Aufnahmen einfach lokal oder auf einem RTSP fähigen NAS. Ihr wollt die maximale Sicherheit? Dann nutzt das Cloud Angebot von Eufy.

Eufycam 2c Im Test 8Dabei bietet die eufyCam 2C mit bis zu 6 Monaten eine gute Akkulaufzeit, gerade wenn wir den praktischen LED Scheinwerfer bedenken. Dieser erlaubt es dunkle Ecken hinter dem Haus etwas zu beleuchten. Nein er ist nicht super hell, aber ausreichend.

Ebenfalls gut ist die Eufy App und der Funktionsumfang inklusive der AI Feature. Letztere sind nicht so ausgeprägt wie bei Netatmo, sind aber dennoch ein praktisches Hilfsmittel.

Gibt es aber auch Kritikpunkte? Wenige, vielleicht könnte die Reichweite der Basisstation etwas höher sein. Diese schafft durchaus 15 Meter, aber habt Ihr ein sehr großes Grundstück könnte es eng werden. Abseits davon habe ich nichts mehr Nennenswertes. Die Verfügbarkeit eines Solarpanels für ein automatisches Laden der Kameras wäre vielleicht noch nett, das wars aber schon.

Kurzum gerade zum Preis von rund 200€ für das Basis-Set mit zwei Kameras kann ich die eufyCam 2C Überwachungskameras nur empfehlen! Diese sind die so ziemlich besten Kameras aktuell auf dem Markt.

Eufycam 2c

1 KOMMENTAR

  1. „Ihr wollt die maximale Datensicherheit? Dann speichert Aufnahmen einfach lokal oder auf einem RTSP fähigen NAS. Ihr wollt die maximale Sicherheit? Dann nutzt das Cloud Angebot von Eufy.“
    Datensicherheit = Daten gegen Ausfall, Einbruch, Verlust, Hardware-Defekt absichern -> Technische Maßnahmen. Ist i.d.R. bei den meisten Leuten in der Cloud-Speicherung eher gegeben.
    Datenschutz = Daten gegen Zugriff von Dritten / Unbefugten schützen -> Konzept, welches bei einem Cloud-Provider prinzipiell nicht machbar ist.
    Datensicherheit =|= Datenschutz

    Danke für das Erwähnen des Registrierungszwangs einerseits und der erfreulichen RTSP-Unterstützung andererseits.

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