Test: Seagate FireCuda 520 SSD, günstige und schnelle PCIe 4.0 SSD, mit aggressiven SLC Cache

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Seagate bietet mit der FireCuda 520 eine günstige NVME SSD der gehobenen Leistungsklasse an. So setzt die FireCuda 520 auf eine PCIe 4.0 Verbindung und soll Datenraten von bis zu 5000 MB/s erreichen. Mehr als ordentlich!

Dabei ist die SSD aber mit 120€ für 1TB preislich sehr attraktiv und eins der günstigsten Modelle mit PCIe 4.0.

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Wollen wir uns die FireCuda 520 doch einmal näher im Test ansehen! Kann diese überzeugen?

 

Die Seagate FireCuda 520 im Test

Seagate setzt bei der FireCuda 520 auf den üblichen M.2 2280 Formfaktor ohne einen gesonderten Kühlkörper oder Ähnliches.

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Allerdings was das generelle Design angeht hat Seagate alles richtig gemacht! So nutzt Seagate ein schwarzes PCB und einen durchaus schicken Aufkleber. Sollte die SSD nicht zu tief in deinem System versteckt sein, macht diese durchaus einen guten optischen Eindruck.

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Bei Notebooks aber Achtung, die SSD ist zumindest bei mir beidseitig bestückt. Dies ist bei den meisten Notebooks kein Problem, es gibt aber Modelle mit denen nur einseitig bestückte SSDs kompatibel sind.

 

Die Technik

Die Seagate FireCuda 520 setzt auf den Phison PS5016-E16 Controller. Bei diesem handelt es sich um einen Mittelklasse PCIe 4.0 Controller mit 8 Kanälen, welcher auch bei SSDs wie der Corsair MP600 oder der Sabrent Rocket zum Einsatz kommt.

Der Phison PS5016-E16 unterstützt auch einen DRAM Cache, der auch bei der FireCuda 520 zum Einsatz kommt. Hier sind zwei SK Hynix H5AN4G8NBJR DRAM DDR4 Chips verbaut. Beide Chips bieten 512 MB Kapazität, wir haben also 1GB insgesamt.

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Auf Seiten des Speichers kommen bei meiner 1TB Version vier NAND Chips aus dem Hause KIOXIA zum Einsatz. Bei dem TABBG65AWV handelt es sich um TLC NAND aus KIOXIAs BiCS4 Serie.

Die Versprochene Geschwindigkeit der SSD schwankt etwas je nach gewählter Kapazität.

Laut Seagate ist die 1TB und 2TB Version der FireCuda 520 gleich schnell mit 5000MB/s lesend und 4400MB/s schreibend. Auch die kleine 500GB Version soll 5000MB/s lesend erreichen, aber nur 2500MB/s schreibend.

 

Garantie und Rescue

Die Seagate FireCuda 520 verfügt über eine Garantie von 5 Jahren, welche aber vorzeitig beendet werden kann, wenn du den TBW Wert überschreitest.

tbw

Allerdings ist der TBW Wert bei der FireCuda 520 extrem hoch angesetzt! Seagate verspricht bereits, dass du auf die 1TB Version 1,8PB Daten schreiben kannst, ehe das “Mindesthaltbarkeitsdatum” abgelaufen ist.

Dies ist mehr als das Doppelte was du bei Konkurrenten erwarten kannst!

Zusätzlich unterstützt werden diese guten Haltbarkeits-Werte von Seagates Rescue Dienst. Sollte deine SSD doch mal ausfallen, dann kannst du über Seagate deine SSD von einem professionellen Datenwiederherstellungs-Labor untersuchen lassen. Nach eigenen Angaben gelingt es in 95% der Fälle die Daten auch wirklich wieder herzustellen.

Dieser Dienst ist in den ersten 3 Jahren kostenfrei!

 

Das Testsystem

Folgendes Testsystem kommt für den SSD Test zum Einsatz:

  • AMD Ryzen 5 3600X
  • ASUS Prime X570-P
  • 16GB RAM
  • Corsair HX Series HX850 Netzteil
  • Windows 11

Wichtig, bei Windows 11 handelt es sich um einen etwas älteren Update-Stand der über alle SSD-Tests konstant gehalten wird, um vergleichbare Werte zu erhalten.

In diesem Test findet sich die 1TB Version der Seagate FireCuda 520.

 

Theoretische Tests

Starten wir in den Test mit einem absoluten Klassiker, CrystalDiskMark.

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crystaldiskmark 8 schreibend crystaldiskmark 8 lesend

Seagate verspricht bei der 520 eine lesend Datenrate von 5000MB/s und schreibend von 4400MB/s. Beide Werte werden im Test auch fast spot on erreicht. Lesend kommen wir auf 4994 MB/s und schreibend auf 4456 MB/s.

Damit ist die Seagate FireCuda 520 eine sehr schnelle SSD, spielt aber eine Stufe unter den absoluten High End Modellen wie der Corsair MP600 Pro oder ADATA S70 Blade.

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Dies ist aber auch nicht überraschend, denn die FireCuda 520 ist auch als eine Art “Vernünftige” Übergangs SSD zwischen PCIe 3.0 und PCIe 4.0 gedacht.

Auffällig sind aber die starken Schreibraten.

atto schreibend atto lesend

Dies zeigt sich auch im ATTO Benchmark, wo die FireCuda 520 vor allem beim Schreiben stark abschneidet. Abseits davon gibt es im ATTO Benchmark bei keiner der Dateigrößen irgendwelche “Besonderheiten”.

as ssd

Bei AS SSD gibt es erneut ein erstaunlich starkes Abschneiden der Seagate FireCuda 520. AS SSD ist wirklich kein guter Benchmark für moderne SSDs, aber dieser sieht die FireCuda sogar vor der WD Balck SN850 und der ADATA S70 Blade.

 

PC Mark

PC-Mark versucht in seinem Speicher-Benchmark alltägliche Anwendungen, wie Office Anwendungen, Spiele usw. zu simulieren.

Hier gibt es zwei Tests, die „Quick“ und die „volle“ Version. Die „volle“ Version nutzt größere Dateigrößen, entsprechend schneiden hier SSDs mit schlechterer Schreibgeschwindigkeit oder aggressivem Scheibcache schlechter ab.

pc mark

In PC-Mark sehen wir bei der FireCuda 520 einen sehr großen Unterschied zwischen “Quick” und dem vollen Benchmark!

Beim vollen Benchmark setzt sich die FireCuda zwischen die Kingston KC2500 und die PNY XLR8, welche beides gute SSDs sind, aber lediglich PCIe 3.0 Modelle.

PCIe 4.0 SSDs wie die Samsung 980 Pro oder Crucial P5 Plus haben einen deutlichen Abstand zur FireCuda 520.

Im Quick Benchmark hingegen kann sich die FireCuda sogar für die Samsung 980 Pro setzen!

 

3D Mark SSD Test

Schauen wir uns auch einmal den neuen 3D Mark SSD Test an. Im Gegensatz zu anderen Tests misst dieser nicht nur einfach die Datenraten usw., sondern dieser simuliert das Laden echter Spiele (mit deren Spiele-Daten usw).

Folgendes testet der 3D Mark SSD Test:

  • Loading Battlefield™ V from launch to the main menu.
  • Loading Call of Duty®: Black Ops 4 from launch to the main menu.
  • Loading Overwatch® from launch to the main menu.
  • Recording a 1080p gameplay video at 60 FPS with OBS (Open Broadcaster Software) while playing Overwatch®.
  • Installing The Outer Worlds® from the Epic Games Launcher.
  • Saving game progress in The Outer Worlds®.
  • Copying the Steam folder for Counter-Strike®: Global Offensive from an external SSD to the system drive.

3d mark

Die FireCuda 520 landet hier zwischen der Kingston KC2500 und der Crucial P5 Plus im Mittelfeld des Testfelds.

 

H2TestW, ein aggressiver SLC Schreibcache!

Aber warum dieser starke Unterschied bei der FireCuda 520 zwischen dem Quick und voll Benchmark bei PC-Mark? Um dies herauszufinden, werfen wir einmal H2TestW an.

Mit H2TestW schreiben wir die SSD einmal komplett voll. H2TestW macht dies nie mit dem höchsten Tempo, zeigt aber sehr gut an, wenn es einen besonders aggressiven Schreibcache gibt.

h2testw

Es dauerte rund 42 Minuten die FireCuda 520 einmal komplett voll zu schreiben. Dies ist relativ langsam! Die Corsair MP600 Pro XT braucht lediglich 9,48 Minuten oder die Crucial P5 Plus 21,27 Minuten.

Wir haben also bei der FireCuda 520 einen sehr aggressiven Schreibcache. Das heißt nur ein kleiner Teil des Speichers der SSD kann mit bis zu 4456MB/s beschrieben werden. Ist dieser Teil des Speichers voll, sinkt die Datenrate auf knapp 400 MB/s.

Dies ist aber nur beim Schreiben von sehr großen Datenmengen relevant, denn dieser wird im Leerlauf immer wieder freigeschaufelt und steht dir entsprechend erneut zur Verfügung.

 

Gaming (FINAL FANTASY XIV: Endwalker-Benchmark)

Moderne NVME SSDs spielen beim Gaming gar nicht so eine große Rolle. Hier ein kleiner Vergleich diverser SSDs in Spielen. Die Unterschiede selbst zwischen teuren und günstigen High End SSDs sind so gering, dass diese kaum mit einer Stoppuhr messbar sind.

Erfreulicherweise bringt der FINAL FANTASY XIV: Endwalker-Benchmark auch ein Messen der Ladezeiten mit. Schauen wir uns hier die Ergebnisse an.

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Hier landet die FireCuda 520 im guten Mittelfeld.

 

Hitzeentwicklung

Schauen wir uns zum Abschluss noch die Hitzeentwicklung an. NVME SSDs können sehr heiß laufen, wie sieht es hier bei der FireCuda 520 aus? Hierfür starte ich zwei Durchläufe von CrstalDiskMark mit 64GB Testgröße hintereinander.

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Laut Software wird die FireCuda 520 maximal 83 Grad heiß. Bei 83 Grad drosselt diese sich auch um ein Überhitzen zu verhindern.

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Dies ist auch eine gute Entscheidung, denn laut Wärmebild wird die SSD sogar 95 Grad an der heißtesten Stelle. Ein SSD Kühler ist also auch bei der FireCuda 520 absolut empfehlenswert.

 

Fazit

Die größte Stärke der FireCuda 520 ist neben der guten Leistung vor allem das sehr hohe Haltbarkeits-Rating seitens Seagate.

Bereits bei der 1TB Version der FireCuda 520 spricht Seagate von einem TBW Rating von 1,8 PB! Dies ist absolute Spitzenklassen. Untermauert wird dies von 5 Jahren Garantie und Seagates Rescure Service.

Aber auch abseits der potenziellen Haltbarkeit macht die SSD eine gute Figur.

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Die Seagate FireCuda 520 ist zwar keine absolute High End NVME SSD, diese ordnet sich aber klar im oberen Mittefeld über den High End PCIe 3.0 ein. Viel mehr “SSD” wirst du in der Praxis kaum brauchen.

Was du aber eventuell brauchen könntest wäre ein SSD Kühler, denn die FireCuda 520 läuft recht heiß. Ebenfalls ein Kritikpunkt ist der recht aggressive Schreibcache der FireCuda 520. Diese ist für das schnelle hin- und her Kopieren von großen Datenmengen trotz des sehr guten TBW Ratings nur bedingt geeignet.

Dennoch, unterm Strich ist die Seagate FireCuda 520 eine sehr gute und “vernünftige” SSD, zu einem fairen Preis!

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Seagate FireCuda 520
POSITIV
Hohe Lese-Datenrate (4994MB/s)
Hohe Schreibraten (4456MB/s)
PCIe 4.0 Anbindung
Sehr hohes TBW Rating
Lange Garantie und Rescue Service
Fairer Preis
NEGATIV
Hohe Hitzeentwicklung (Kühler empfohlen)
Schreibperformance nach SLC Cache bricht auf ca. 400MB/s ein
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Michael Barton
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