Synology vs. QNAP, welches NAS ist 2021 besser?

Wenn du dir ein NAS kaufen möchtest gibt es zwei Hersteller die im Premium Segment besonders hervorstechen. Dies ist natürlich Synology und QNAP.

synology vs. qnap

Beide bieten ähnliche Preise und haben einen ähnlichen Funktionsumfang. Gibt es hier einen “besseren” Hersteller? Und was macht Synology besser als QNAP und umgekehrt?

Genau dieser Frage wollen wir einmal im Test nachgehen!

 

Wichtig

In diesem Artikel möchte ich keine NAS Systeme direkt miteinander vergleichen. Es geht nicht darum ob nun Modell XYZ von QNAP besser ist als Modell XYZ von Synology.

Es geht hier primär um die Software und ein paar generelle Punkte. Sowohl QNAP wie auch Synology nutzen auf all ihren NAS Systemen +- die gleiche Software! Punkte die also für ein Low End Modell gelten haben auch Bedeutung für ein High End Modell.

 

Wer hat die bessere Hardware?

Dies ist natürlich ein Punkt wo es auf das spezifische Modell ankommt. Im Allgemeinem kann man aber sagen, dass QNAP für vergleichbares Geld etwas bessere Hardware anbietet, aus Sicht der technischen Daten.

So hat Synology aktuell 56 NAS Systeme im Sortiment (laut Geizhals), wovon nur 2 Modelle LAN Ports mit mehr als 1Gbit besitzen. Zwar bietet Synology viele größere Modelle mit PCIe Erweiterungsslots an, aber gerade die Einsteiger und Mittelklasse NAS Modelle sind dankt Gbit LAN auf 120 MB/s limitiert.

synology hardware

Dies halte ich auch für die größte Schwäche von Synology, der unbegreifbare Verzicht bei sehr vielen Modellen auf schnelle LAN Ports.

QNAP hat aktuell schlanke 170 Systeme bei Geizhals gelistet, wovon über 70 Modelle 2,5 Gbit oder 10 Gbit LAN besitzen.

qnap hardware

Eine besonders gute CPU bringt meist nichts bei einem NAS, wenn die LAN Ports dich limitieren. Hier steht QNAP deutlich besser da.

Auch hat QNAP allgemein etwas mehr Vielfalt wenn es um Ausstattung geht. So gibt es QNAP NAS Systeme mit Thunderbolt und ähnlichen Spielchen.

Zwar orientieren sich beide Hersteller bei ihren Modellen schon etwas aneinander, aber tendenziell wirst du mehr Hardware pro € bei QNAP finden.

 

DSM vs. QTS

Auf den NAS Systemen von QNAP und Synology laufen erstaunlich fortschrittliche Betriebssysteme. Rufst du die Benutzeroberfläche beider Systeme auf, dann hast du ein Betriebssystem im Webbrowser, inklusive Fenstermanager, Multitasking usw.

Bei Synology nennt sich das Betriebssystem DSM.

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Bei QNAP nennt sich das Betriebssystem QTS.

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Beide Systeme sind grundsätzlich ähnlich aufgebaut. Allerdings gibt es durchaus Unterschiede beim Design. Synologys DSM ist deutlich “freundlicher” und leichter gestaltet.

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Alle ICONs sind groß und schick. Die Beschriftungen sind sehr einsteigerfreundlich und die Benutzerführung ist sehr übersichtlich.

QNAPs QTS ist grundsätzlich auch sehr benutzerfreundlich, gerade verglichen mit Systemen wie TrueNAS, aber ICONs usw. Sind deutlich kleiner und die Benutzerführung ist nicht ganz so selbstverständlich wie bei Synology.

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QNAP bietet dir dafür etwas mehr Optionen und Feineinstellungen, auf die Synology verzichtet.

Dies wird gerade in der Festplattenverwaltung klar.

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Bei Synology ist der Speicher-Manager super aufgeräumt und schlicht. Hier brauchst du kein Vorwissen, das NAS macht alles mehr oder weniger selbst.

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QNAP hingegen flutet dich mit Informationen und Optionen. Dies ist für einen Neuling sicherlich etwas komplizierter, aber es gibt hier durchaus Möglichkeiten die Synology nicht hat.

So ist das SSD Caching bei QNAP deutlich besser. Auch kannst du z.B. bei QNAP SSDs und HDDs in einem Volume mischen und das NAS wird versuchen aktiv häufig benutze Daten auf den SSDs zu halten. Im Gegensatz zum SSD Caching wird hierbei aber der Speicherplatz der SSDs dem Volume angerechnet. Hinzukommen viele Detaileinstellungen die du anpassen kannst.

Neben den diversen Basis-Funktionen eines NAS lassen sich beide Systeme aber auch noch erweitern. So besitzen beide NAS Systeme eine Art App Store, in dem sich hunderte Erweiterungen befinden.

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Hier tun sich beide Systeme nicht viel was die Apps angeht. QNAP hat mehr Apps, Synology hat mehr “hochwertige” Eigenentwicklungen.

Ich denke du erkennst einen gewissen Trend. Synologys DSM ist auf Design und eine einfache Nutzung getrimmt. QNAP auf viele Einstellungsmöglichkeiten und Details, auch wenn im Gegenzug QTS gerade mal etwas verschachtelt ist.

Diese Entwicklung wird auch weiter gehen! Synology richtet sich gefühlt sehr stark auch an Heim-Nutzer, während QNAP eher die Profis versucht zu umwerben. Es gibt vom Funktionsumfang aber an sich wenig was der eine viel besser macht als der andere.

 

Besondere Anwendungen und Smartphone Apps

Sowohl Synology wie auch QNAP bringen diverse “besondere” und erweiterte Anwendungen mit, die du vielleicht nicht auf einem NAS erwarten würdest.

So bietet sowohl ein Synology wie auch ein QNAP NAS lokale Alternativen zu Google Foto, Musik Streaming, Evernote oder sogar einem Online Textbearbeitungsprogramm.

Letzteres ist eine der wenigen Anwendungen die Synology hat, aber QNAP nicht.

Allerdings kommt es nicht nur auf die Masse an, sondern auch auf die Klasse. Und hier gibt es einen gewissen Unterschied, gerade bei den mobilen Apps!

Synologys Apps sind alle als gut zu bezeichnen! Diese bieten alle ein Mindestmaß an Qualität und besitzen eine weitestgehend einheitliche moderne Designsprache.

QNAP Apps schwanken von der Qualität stark! Profi Anwendungen wie Docker oder die Überwachungskamera-Station sind top. Auch das überarbeitete QuMagie und Cinema28 sind völlig Okay, wenn nicht sogar gut. Viele Anwendungen wirken aber etwas mit der heißen Nadel gestrickt.

QuMagie ist an sich umfangreicher als Synology Foto, aber z.B. die AI Objekterkennung wirkt eher auf dem Level einer Alpha und in den Bewertungen der App ist auch von Problemen die Rede (welche ich nicht alle bestätigen kann). Synology Foto fehlt die Objekterkennung, aber läuft ansonsten rund und gut.

Gerade bei den Multimedia-Anwendungen sehe ich doch Synology ein Stück vorne! Synology legt meist auch vor was neue Anwendungen angeht und QNAP legt mit etwas Verspätung nach. QNAP ist zwar aktuell anscheinend seine Anwendungen im Multimedia Bereich auch am Überarbeiten, Synology bleibt aber nach meiner Meinung etwas runder hier.

 

Virtualisierung und andere erweiterte Funktionen

Wo QNAP aber etwas stärker unterwegs ist, ist bei “Profi-Anwendungen”. Docker und Virtualisierung ist eine große Stärke von QNAP, gerade der Funktion “Virtueller Switch”.

Hinzu kommen deutlich mehr Einstellungsmöglichkeiten und nach meiner Beobachtung etwas mehr Performance.

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QNAP

Ich habe sowohl die Synology DiskStation DS1821+ wie auch die QNAP Turbo Station TS-873A-8G. Beide verfügen über den AMD Ryzen Embedded V1500B.

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Synology

In der Praxis liefen Leistungshungrige Docker Instanzen auf dem QNAP System merklich besser. Z.B. ein Minecraft Server kommt auf dem Synology NAS kaum hinterher Chunks zu generieren, auf dem QNAP System hingegen läuft alles super.

Von daher gebe ich den Punkt bei Virtualisierung klar an QNAP.

 

Sicherheit und Software

Was den Softwaresupport angeht muss du dir weder bei QNAP noch bei Synology Sorgen machen! Beide Hersteller liefern sehr lange Updates und auch neue Betriebssysteme für ihre NAS Systeme.

  • Bei QNAP konnte ich auf die Schnelle 9-10 Jahre alte NAS Systeme finden die auf der aktuellen Betriebssystem-Version laufen.
  • Bei Synology haben 6-7 Jahre alte Modelle noch das Update auf DSM 7 bekommen.

Ein NAS von Synology oder QNAP ist also kein Wegwerfartikel.

Was die Sicherheit angeht war QNAP teils etwas negativ in die Presse geraten. NAS Systeme von QNAP waren Opfer von Verschlüsselungstrojanern geworden. Allerdings waren hier nach meinem Wissen auch nur Systeme betroffen die nicht die aktuelle Software/Updates hatten. Potenzielle Lücken wurden also auch von QNAP gefixt bevor diese ausgenutzt wurden.

Von daher ein leichter Vorteil für Synology NAS Systeme, welche bisher weniger angegriffen wurden. Dafür ist der Software Support bei QNAP etwas länger.

 

Fazit

Du machst weder mit einem QNAP noch Synology NAS etwas falsch. Allerdings haben beide Systeme ihre Stärken und Schwächen.

Synology – Synology hat das etwas bessere und freundlichere Softwaredesign. Auch sind Synologys Mobile Apps etwas besser und Synology ist schneller was neue Funktionen angeht.

QNAP – QNAPs Software bietet in der Regel mehr Einstellungsmöglichkeiten und Optionen. Des Weiteren ist QNAPs Hardware fürs Geld tendenziell etwas besser und gerade Profianwendungen wie Virtualisierung und Speicher-Management sind hier besser ausgebaut.

qnap vs. synology

Ich habe hier fast das Gefühl Synology richtet sich primär an Privatnutzer und sekundär an professionelle Nutzer, während QNAP sich primär an professionelle Nutzer richtet und sekundär an Privatnutzer.

Suchst du also eher eine professionelle “Speicherbox” mit möglichst vielen Detaileinstellungen, guter Hardware und einer sehr guten Unterstützung für Virtualisierung und Ähnliches? Dann bist du vielleicht bei QNAP besser aufgehoben.

Mobile Apps usw. Sind bei QNAP auch gut, allerdings sind dir solche Anwendungen besonders wichtig, dann schau dir vielleicht eher Synology an, welche durch Design und Mobile Apps punkten können.

11 Kommentare

  1. Danke dir den Vergleich. Schwanke gerade aktuell zwischen der DS1821+ und der TS-873A-8G. Preislich nennen sich beide nichts.

    Wäre schon gewesen wenn du auch was von dem Abo Modell von Qnap was gesagt hättest, da man in den Foren lesen kann das Qnap für einige Apps bzw Einstellungen ein Abo voraussetzt, was bei Synology wohl nicht der Fall ist.
    Bei einer so teuren Anschaffung haben sicher die wenigsten Lust im Anschluss noch monatlich Geld für ein Abo abzudrücken um sein Nas im vollen Umfang nutzen zu können.

  2. Ich habe eine NAS von Synology. War bis dato aus sehr zufrieden. Leider wurde mit dem Update auf DSM 7 die DS Cloud abgeschafft. Für mich persönlich war dies das notwendigste an der gesammten NAS. Hat QNAP auch so eine App?

      • Das Problem liegt daran, dass ich oft auch bei Kunden im Keller oder iN bereichen ohne Internetempfang und somit die Dateien nicht öffnen kann. Deshalb habe ich mich damals für Synology entschieden, da eine Art Dropbox mit offline nutzbaren Dateien möglich ist.

          • Das ist nicht korrekt. Funktioniert natürlich in beide Richtungen – sogar mit Versionierung!

            Liebe Grüße

          • Bitte die Funktion benennen, weil der Drive Client kann das meines Wissens nicht mehr und könnte es unter 6.x extrem fehlerhaft mit unglaublich vielen Konflikten und der Sport informierte mich damals schon, dass das Feature ausgebaut wird.

  3. Ich hatte eine QNAP TS-451A. Bei diesem System viel nach ca. 3 Jahren die Backplane aus. Nach langem Hin und Her mit dem QNAP-Support habe ich mich dann für einen Neukauf des Gehäuses entschieden.
    Jetzt ist auch bei diesem System wieder ein Defekt auf der Backplane entstanden. In entsprechenden Foren berichten viele Anwender von dem gleichen Qualitätsproblem bei QNAP.
    Deshalb kann ich QNAP Produkte nicht mehr empfehlen.

  4. Kurz gesagt, benötigst du einen Box mit HDMI die IM Wohnzimmer steht mit etwas Geräuschpegel musst du Qnap nehmen, ansonsten würde ich niemals Qnap nehmen.

    15 Jahre Synology 0 Probleme. Dagegen kenne ich ein paar QANp user die genügend Probleme hatten. Von Kleinigkeiten bis mehrfach kompletttausch nach 2 JAhren.
    Wir nutzen auch Synology seit 4 Jahren in der Arbeit auch hier TOP.

  5. In Sachen Konfiguration gibts für mich einen trastischen unterschied bei der Firewall. QNAP hat dies sehr simpel gehalten. Wenn man da ins detail gehen möchte muss man über die CLI gehen. Bei Synology ist die Firewall sehr gut aufgebaut, zudem hat man die Möglichkeit auf IP, Port, Dienst und Applikaitions Basis separate Regeln zu definieren.
    So vielfältig die Einstellungen bei QNAP sind, bei der Firewall hören diese für mich leider auf.

  6. @ Anonym : Würde auch nicht wirklich die Firewall eines NAS nutzen. Es ist ein Network Storage, die Tatsache dass es eine integrierte Firewall hat, heisst aber nicht dass diese gut ist oder man diese nutzen soll. Wenn ich die Firewall auf dem NAS betrieben würde, dann eine VM mit PFSense oder sonst einer professionell in produktivem Betrieb eprobten Firewallappliance.
    Bezüglich CLI: Professioneller Einsatz eben, wie der Autor genannt hat. Windows Server (also Desktop Experience) auch Desktop und somit die Möglichkeit der GUI Nutzung, trotzdem wirst du in den allermeisten professionellen Bereitstellungen zu 99% non-Desktop Installationen finden und viele erweiterte Funktionen kannst du nur über Powershell/Cmd nutzen.

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