Das Homematic IP Starter Set Sicherheit im Test, die perfekte smarte Alarmanlage?

In den letzten Jahren sind die Einbruchszahlen in Deutschland deutlich gestiegen. Ich vermute die Meisten werden jemanden kennen den es in der näheren Vergangenheit erwischt hat.

Tatsächlich wurde, während ich an diesem Test arbeite, bei mir im Familienkreis eingebrochen, leider war dort weder eine Alarmanlage noch eine Überwachungskamera vorhanden.

Hier hätte eine Alarmanlage vielleicht den Einbrecher abgeschreckt oder zumindest meine Eltern rechtzeitig über das Problem informiert.

Während vor wenigen Jahren noch Alarmanlagen teuer, kompliziert und nur vom Fachmann zu installieren waren, hat sich dieses Bild deutlich gewandelt.

Es gibt mittlerweile einige Unternehmen, die  Smarte Alarmanlagen anbieten. Eins dieser Unternehmen ist eQ-3, welche mit Ihrem Homematic IP eins der interessantesten Smart Home Systeme, was Sicherheit und Raumklima angeht, anbieten.

Zudem sind die Preise hier ausgesprochen fair. Für gerade mal 120€ bekommt man bereits das Basis Set, das man auch ohne irgendwelche monatlichen Gebühren nutzen kann.

Aber kann das Homematic IP Starter Set Sicherheit im Test überzeugen? Finden wir es heraus!

 

Set und Erweiterungsmöglichkeiten

Das Homematic IP System lässt sich ausgesprochen gut erweitern.

Beginnen wir aber am Anfang, Ihr benötigt zwingend für die Nutzung des Homematic IP Systems den „Access Point“. Hierbei handelt es sich um die Basis Station mit welcher die ganzen einzelnen Module kommunizieren.

In der Regel wird man aber sicherlich nicht nur den Access Point haben wollen, hier bietet sich eins der Homematic IP Starter Sets an.

Hier steht das Themen Gebiet „Heizung und Klima“, „Licht“ und „Sicherheit und Überwachung“ zur Auswahl.

Jedes Set hat den Access Point wie auch eine Handvoll passende Module mit im Lieferumfang.

Zusätzlich lässt sich jedes Set mit folgenden Modulen erweitern:

  • Alarmsirene
  • Wandtaster 2-fach
  • Wandtaster 6-fach
  • Fenstergriffsensor
  • Bewegungsmelder innen
  • Bewegungsmelder außen
  • Fernbedienung
  • Rauchwarnmelder
  • Dimmaktor für Markenschalter
  • Schalt Mess Aktor
  • Schaltsteckdose
  • Heizkörperthermostat
  • Wandthermostat
  • Fenster und Tür Kontakt
  • Fußbodenheizungsaktor

Wie man sieht, handelt es sich beim Homematic IP Smart Home System um ein semi-professionelles System. An sich sind auf den ersten Blick alle wichtigen Sensoren und Module vorhanden die man sich wünschen kann.

Lediglich ein Temperaturmessungsmodul würde mir vielleicht noch fehlen.

An dieser Stelle vielen Dank an eQ-3/Homematic, welche mir dieses System für einen Test zur Verfügung gestellt haben.

 

Das Homematic IP Starter Set Sicherheit im Test

Das Starter Set Sicherheit umfasst insgesamt drei Module. Die Basis Station, ein Fenster/Tür Kontakt und ein Bewegungsmelder.

Die Basis Station bzw. der Access Point ist hierbei das zentrale Element, welches die einzelnen Funkmodule mit dem Netzwerk verknüpft.

Hierbei ist diese Basis Station ungefähr so groß wie Eure Handfläche und wird lediglich mit dem Strom und Netzwerk verbunden.

WLAN ist leider nicht mit an Bord, lediglich ein LAN Anschluss.

Beim Stromverbrauch zeigt sich die Basis Station bzw. der Access Point mit 1,1W sehr genügsam.

Der Bewegungsmelder ist eine kleine weiße Box mit einem „Auge“ auf der Front und einer Taste.

Zusätzlich ist eine LED verbaut welche beim Erkennen einer Bewegung kurz leuchtet.

Der Tür/Fenster Sensor hingegen ist etwas ungewöhnlich. Meist besteht solch ein Sensor aus zwei Teilen welche über Magnete „Kontakt halten“.

Im Falle des Homematic IP Systems ist dies etwas anders, hier gibt es nur ein Modul, das über einen seitlich angebrachten Bewegungsmelder verfügt, der beim Öffnen eines Fensters Alarm auslöst.

Ich muss allerdings sagen, dass ich das klassische System mit den Magneten bevorzuge, auch wenn das hier verwendete System tadellos funktionierte.

 

Einrichtung und Installation

Die Installation beginnt mit dem Herunterladen der Homematic IP App. Diese ist für IOS und Android verfügbar.

In der App folgt einfach den Anweisungen. Hierbei muss der QR Code auf der Unterseite des Access Point gescannt werden und zur Bestätigung einmal der Knopf auf der Oberseite gedrückt werden.

Fertig ist die Basis Einrichtung.

Die einzelnen Module müssen nochmals per Hand am Access Point registriert werden. Hierbei einfach die Batterie in diesem einlegen, in der Software auf Gerät anlernen gehen und kurz warten.

Zur Bestätigung muss noch ein Code eingegeben werden, der auf dem jeweiligen Modul steht.

Jedes Modul kann einem Raum zugeordnet werden um besser nachvollziehen zu können wo ein Alarm ausgelöst wurde.

Solltet Ihr die Smarte Alarmanlage von mehreren Smartphones steuern wollen ist das natürlich kein Problem. Einfach die App auf den anderen Geräten Installieren und den Einrichtungsprozess erneut durchlaufen (die einzelnen Module müssen selbstverständlich nicht neu registriert werden).

 

Alarm

Grundsätzlich gibt es drei „Zustände“ welche Eure Alarmanlage haben kann, Unscharf, Hüllenschutz und Vollschutz.

Unscharf sollte klar sein, in diesem Fall ist keiner der Sensoren aktiv bzw. es wird kein Alarm ausgelöst.

Beim Hüllenschutz sind nur Fenster- und Türsensoren aktiv, Ihr könnt Euch also nachts in Eurem Haus frei bewegen ohne Alarm auszulösen.

Beim Vollschutz hingegen sind alle Sensoren die vorhanden sind auch aktiv. Dies ist dafür gedacht, wenn Ihr außer Haus seid.

Was passiert nun bei einem Alarm? Mit dem Starter Set Sicherheit nicht viel, Ihr bekommt eine Nachricht auf Euer Smartphone.

Das ist natürlich etwas unspektakulär, allerdings bietet eQ-3 auch passende Sirenen an bzw. im Plus Set ist auch eine enthalten.

Auch solltet Ihr einen Homematic IP Feuermelder haben, kann dieser ausgelöst werden.

Mit diesen Sirenen wird dann natürlich neben der Benachrichtigung auf Eurem Smartphone auch ein akustischer und gegeben falls optischer Alarm (über Lichter an der Sirene) ausgelöst.

 

In der Praxis

In der Praxis läuft die Nutzung wie folgt ab. Im Optimalfall bringt Ihr den Fenster/Tür Sensor dort an wo es am wahrscheinlichsten ist, dass ein Einbrecher zuschlägt.

Solltet Ihr in der ersten/zweiten Etage wohnen ist es unwahrscheinlich, dass ein Einbrecher durchs Fenster kommt, umgekehrt sollte Eure Haustür gut sichtbar zur Straße zeigen, ist vermutlich die Terrassentür mehr gefährdet.

Vielleicht solltet Ihr auch über die Anschaffung weiterer Fenster/Tür Sensoren nachdenken, wenn das System Euch gefällt.

Angebracht werden diese Sensoren entweder über Schrauben oder doppelseitigem Klebeband.

Der Bewegungsmelder sollte im größten offenen Raum positioniert werden. Ich würde empfehlen ihn so weit wie möglich oben anzubringen.

Testet vielleicht etwas hier rum, sollte dieser z.B. ca. 2,5-3 Meter über dem Boden angebracht werden, wird dieser auch nicht von Hund, Katze, Maus ausgelöst.

Solltet Ihr allerdings einen Bernhardiner haben oder eine andere große Hunderasse kann es durchaus passieren, dass der Bewegungsmelder diese erkennt.

Die Basis Station bzw. der Access Point sollte so zentral wie möglich angebracht werden. Allerdings ist die Reichweite der Module recht hoch. Bei einer mittigen Positionierung kann das Alarm System so ohne Probleme 150m² abdecken, gegebenenfalls sogar mehrere Etagen.

Beim Verlassen Eures Haus/Wohnung zückt Ihr Euer Smartphone und schaltet den Vollschutz ein. Hierbei kann man auch einstellen, dass die Smarte Alarmanlage verzögert eingeschaltet wird, so könnt Ihr noch von innen den Schutz aktivieren und müsst nicht in der Kälte stehen.

Komfortabler geht das Ganze mit der optionalen Fernbedienung welche einfach an Euren Schlüsselbund kommt.

Sollte nun jemand unbefugt Euer Haus betreten, erhaltet Ihr eine Nachricht auf Euerem Smartphone und könnt gegebenenfalls geeignete Schritte einleiten.

Solltet Ihr eine Sirene haben, ertönt diese selbstverständlich auch mit Ihren 110db. Diese alleine wird vermutlich schon eine abschreckende Wirkung haben und selbst wenn der Einbrecher dreist genug ist dennoch einzusteigen wird dies sicherlich dazu führen, dass dieser sich vielleicht nicht ganz so gründlich umsieht.

In der Benachrichtigung wird Euch auch angezeigt welcher Sensor den Alarm ausgelöst hat. In meinem Test benötigte das System ca. 2 Sekunden von Auslösen des Sensors bis zum Ankommen der Benachrichtigung.

Aber das System bietet auch eine schützende Wirkung, wenn Ihr noch im Haus seid. Wenn Ihr Euch sicher seid, dass Ihr die Wohnung/Haus nicht mehr verlassen werdet, schaltet den Hüllenschutz ein.

In diesem Fall werden lediglich die Fenster/Tür Sensoren aktiviert (man kann in der App genau auswählen welche Sensoren gehen und welche nicht).

Daher könnt Ihr Euch weiterhin frei bewegen, sollte aber in der Nacht jemand versuchen einzusteigen, werdet Ihr benachrichtigt. Hier macht natürlich eine Sirene besonders Sinn welche Euch auch aus dem Schlaf holen kann.

Daher mein Tipp plant eine Sirene und eine Fernbedienung fest ein. Zwar ist die App gut bedienbar aber trotzdem einfach eine Taste drücken ist schon noch schneller.

 

Fazit

Das Homematic IP Starter Set Sicherheit ist eins der besten Smart Home Sicherheits Systeme was mir bisher begegnet ist.

Grundsätzlich würde ich dieses auch als besser einstufen als das iSmartAlarm System, das ich HIER getestet habe.

Den einzigen größeren Kritikpunkt den ich habe, ist die Set Zusammenstellung. Klar man will das Basis Set seitens eQ-3/ Homematic IP möglichst günstig halten um die Hemmschwelle beim Kaufen möglichst klein zu halten aber mit dem Starter Set Sicherheit kommt man nicht weit.

Man sollte mindestens eine Sirene, eine Fernbedienung (um nicht jedes Mal die App nutzen zu müssen, wenn man das Haus verlässt) und vielleicht ein paar zusätzliche Tür/Fenster Sensoren einplanen.

Inklusive Basis Set wird man für ein System welches ich als alltagstauglich einstufen würde ca. 220-250€ auf den Tisch legen müssen.

An sich ist dies aber immer noch ein fairer Preis, zumal Homematic IP sehr gut funktioniert!

Es ist immer das eine ein auf dem Papier gutes System zu haben und das andere eins zu haben was auch wirklich im Alltag gut nutzbar ist.

Das Homematic IP System gehört ganz klar zu denen, die im Alltag neben einer guten Sicherheit auch eine problemlose Bedienung bieten.

Es hilft nicht wenn das Haus Fort Nox ist aber das Einschalten der Alarm Anlage nicht flüssig mit dem Alltag zu verbinden ist, was hier allerdings kein Problem ist, spätestens nach dem Anschaffen der Fernbedienung. Letzteres war beispielsweise mein Problem mit dem Sicherheitssystem von Speedlink, ein gutes System aber der Komfort im Alltag eher gering.

Zwar gibt es auch noch kleinere Kritikpunkte wie, dass das System ohne Internet die Funktion verweigert oder das Fehlen der Möglichkeit Homematic IP mit anderen Diensten zu vernetzen, Apple Homekit, Amazon Echo oder eine Integration mit IFTTT wäre sicherlich interessant.

Aber unterm Strich kann ich Euch das Homematic IP System ohne Bauchschmerzen empfehlen!

Eine gute deutsche App, schnelle und unkomplizierte Bedienung/Einrichtung und eine hohe Sicherheitsleistung, man kann hier wirklich nicht meckern was eQ-3 auf die Beine gestellt hat.

 

 

 

Michael Barton

Vielen Dank fürs Lesen! Sollte mein Bericht euch geholfen haben würde ich mich über einen erneuten Besuch meiner Webseite und/oder dem Folgen meines Twitter freuen! Vielen Dank!

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1 Comment
ErgoFan

Ich habe die Homematic Anlage für die Heizung bei mir aktiv in Benutzung. Eigentlich recht nett. Der AP scheint identisch zu sein. Dieser hat eine Macke, die es unter Umständen Einbrechern sehr leicht macht den Schutz zu umgehen. Unter bestimmten Bedingungen verliert der AP die Verbindung zum Router und kann diese auch nicht von alleine wieder herstellen. Dazu gibt es leider zumindest in der Android App aktuell keine Push Benachrichtigung. Erst wenn man die App öffnet, sieht man eine entsprechende Meldung.

Das könnte sich jemand natürlich zu Nutze machen. Den AP offline nehmen und anschließend in das Haus eindringen. Wenn ich das richtig sehe, funktioniert der Schutz dann entweder nur noch eingeschränkt (keine Benachrichtigung in der App) oder aber gar nicht mehr, da evtl. auch Sirene und Co nicht ausgelöst werden.

Bei der Heizung ist das nicht weiter dramatisch, bei einer Sicherheitslösung aber schon.

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