Wie werden die Fotos auf Techtest.org gemacht?

Ich denke, die Produktfotos auf Techtest sind eins der größten Alleinstellungsmerkmale gegenüber anderen Medien, welche oft nur die Produktfotos der Hersteller verwenden.

Allerdings ist es oftmals leichter gesagt als getan selbst Fotos zu machen. Gerade bei größeren Objekten ist das Fotografieren nicht immer ganz leicht.

Mittlerweile hat sich mein „Fotoaufbau“ doch ein gutes Stück verändert, im Vergleich zu den Anfangszeiten.

Ich dachte mir hier, dass es vielleicht für den ein oder anderen ganz interessant wäre wie genau denn die Fotos entstehen, welche Beleuchtung, welche Kameras usw. zum Einsatz kommt.

Daher hier eine kleine Übersicht:

 

Kameras

Beginnen wir bei den Kameras. Ich habe den Luxus zwei Kameras für meine Fotos nutzen zu können. Eine Kamera für die Innen-Aufnahmen und eine Kamera für die Außen-Aufnahmen.

Für die Innen Aufnahmen nutze ich die Nikon D5500 in Kombination mit der Nikon AF-S Micro 60mm 2.8G ED Makro Linse.

  • Nikon D5500
  • 24MP
  • 3.93µm Pixelgröße
  • APS-C
  • 3,2 Zoll Touchscreen
  • Nikon AF-S Micro 60mm 2.8G ED

Hier mal ein Lob für die Nikon D5500! Für rund 700€ eine klasse Kamera! Gerade der Touch Autofokus ist ein tolles Feature, welches ich sehr schätze und nicht so recht verstehe warum nicht alle aktuellen Kameras dies haben.

Die Low Light Leistung der Kamera ist okay, aber sicherlich auch nicht „perfekt“. Die D5500 wird bei mir allerdings mehr oder weniger ausschließlich auf einem Stativ genutzt, von daher ist mir die Low Light Leistung nicht so wichtig.

Die Bildqualität in normalen ISO Bereichen ist in Kombination mit der Nikon AF-S Micro 60mm 2.8G ED Linse absolut erstklassisch!

Für meine Outdoor Fotos verwende ich hingegen eine Sony A7RII, eine 42 Megapixel Vollformat Kamera. Eine viel bessere Bildqualität als von dieser kann man aktuell nur kaum bekommen, zumal ich die A7RII mit der Sony FE 90mm 2.8 G OSS Makro Linse koppele, welche ebenfalls hervorragend ist.

  • Sony A7RII
  • 42MP
  • 4.51µm Pixelgröße
  • Vollformat
  • Sony FE 90mm 2.8 G OSS Makro

Die A7RII bietet eine hervorragende Dynamik und für die vergleichsweise höhe Auflösung eine gute bis sehr gute Low Light Leistung. Ein Nachteil sind natürlich die recht hohen Datenmengen, welche die A7RII produziert, zumal die hohe Auflösung an sich nicht benötigt wird.

 

Beleuchtung/Studio

Ich bevorzuge meine Fotos draußen zu machen, da ich den Kontrast Natur und Technik sehr interessant finde und mittlerweile auch zu einem Erkennungszeichen von Techtest wurde. Anfangs war dies zugegeben etwas aus einem Platzmangel entstanden.

Allerdings ist es nicht immer möglich Fotos draußen zu machen, gerade im Winter. Daher setzte ich für Innenaufnahmen auf zwei Sets, ein Set mit weißem Hintergrund und ein Schreibtisch Set-up.

Für das Set mit weißem Hintergrund nutze ich ein Fotostudio von HAVOX. Seit Anfang des Jahres nun das HAVOX – Fotostudio HPB-80XD.

HAVOX – Fotostudio HPB-80XD

  • 80x80x80cm
  • 5500k
  • 26000 Lumen (in meiner Version mit zusätzlichen LEDs)
  • CRI 93

Das „Fotostudio“ ist ein Würfel, welcher im Inneren bereits mit LEDs ausgestattet ist. Das Fotostudio ist mit 80x80x80cm ausreichend groß für die meisten meiner Testprodukten und die Helligkeit ist mit satten 26000 Lumen gigantisch. Zum Vergleich eine normale Glühbirne liefert 800 Lumen.

Das Fotostudio bietet eine hervorragend gleichmäßige Ausleuchtung und dank hochwertiger LEDs, mit einem CRI Wert von 93, eine tolle Lichtqualität.

Ganz ehrlich das HAVOX Fotostudio war eine der besten Anschaffungen, die ich jemals für Techtest gemacht habe! Nicht mit Lampen herumexperimentieren, kein Verrücken oder Verstellen nötig usw.

 

Einfach das Fotostudio einschalten und alles ist richtig eingestellt.

 

Wie steht es um mein zweites Set? Dieses habe ich Anfang des Jahres umgebaut um besser größere Produkte fotografieren zu können.

Vermutlich hier ist die Beleuchtung das Interessanteste. Da mir Dinge wie Softboxen einfach zu groß und zu sperrig sind, arbeite ich mit LED Streifen, welche oberhalb des Schreibtischs angebracht sind.

Ich verwende hier allerdings keine 08/15 LED Streifen, sondern einen „Spezial“ LED Streifen von Mextronic. Normale LED Streifen, gerade die 08/15 China RGB LED Streifen, bieten oftmals ein eher suboptimales Licht. Zumindest wenn man dieses aus Sicht der Farbdarstellung betrachtet.

Vielleicht ist Euch schon einmal die CRI Angabe bei LEDs aufgefallen. Der CRI Wert gibt die Farbabbildung (Farbwiedergabeindex) an. Wird beispielsweise eine rote Tomate von LEDs mit einem CRI Wert von 60 angestrahlt, wird diese weniger kräftig Rot aussehen, also bei einer LED mit einem CRI Wert von 90.

Ein CRI Wert von 100 würde dem Sonnenlicht entsprechen, allerdings ist mir aktuell keine LED bekannt, welche einen perfekten 100er Wert erreicht. Normale LED Glühbirnen haben einen Farbwiedergabeindex von 60-80. Der Mextronic LED Streifen erreicht gute 92, ist super hell und allgemein qualitativ top. Dafür aber auch vergleichsweise teuer.

Solltet Ihr ähnliche Projekte wie ich betreiben oder in der Gastronomie tätig sein, achtet auf LEDs mit einem guten Farbwiedergabeindex.

 

Computer

Natürlich sind gute Aufnahmen etwas Feines, aber die Nachbearbeitung ist dennoch extrem wichtig. Softwareseitig setzte ich hier primär auf Adobe Lightroom.

Adobe Lightroom ist zwar eine Hass-liebe, aber bisher das beste Tool für die Fotoverwaltung und leichte Bearbeitung, das ich kenne. Zudem habe ich alle meine bearbeiteten Aufnahmen in meiner Lightroom Bibliothek, daher würde der Umstieg eh schwer fallen.

Zusätzlich bearbeite ich Fotos, sollte es mal mit Lightroom nicht ausreichen, mit Adobe Photoshop oder Affinity Photo. Beide Fotobearbeitungsprogramme sind ähnlich gut, von daher verwende ich mal das eine und mal das andere.

Generell versuche ich aber den Bearbeitungsaufwand der Fotos recht gering zu halten. Meistens werden diese nur in Helligkeit, Kontrast usw. angepasst. Filter oder Ähnliches verwende ich nicht.

Exportiert werden die Aufnahmen letztendlich in Full HD Auflösung und der 60er Qualitätsstufe in Lightroom. Ich würde Euch gerne mehr Auflösung und Qualität bieten, allerdings nehmen dann auch die Datenmengen zu. Was schlecht für die Webseiten Performance ist und auch für Nutzer im Mobilfunknetz.

Abseits der Software ist natürlich auch der Computer selbst nicht ganz unwichtig. Hier ist der Monitor besonders hervorzuheben.

Seit einer Weile nutze ich nun den BenQ SW271. Einen absoluten Top Monitor, welcher sich auch an professionelle Nutzer richtet.

Zwar ist ein 1200€ Monitor für einen Blogger kein Must Have, aber dennoch hat der BenQ meine Arbeit positiv beeinflusst. Es ist deutlich einfacher Fehler in Schattierungen und Beleuchtung zu erkennen, als bei meinem alten „normalen“ Monitor.

Auch die 100% sRGB und 99% AdobeRGB Farbraum Abdeckung haben, in einem gewissen Rahmen, meine Aufnahmen verbessert, bzw. ich kann beim Bearbeiten akkurater die Farben einschätzen.

Es muss zwar nicht zwingend ein 1200€ Monitor sein, aber ein guter Monitor ist Gold wert! Ich kann den BenQ SW271 nur empfehlen!

Mein PC ist Marke Eigenbau, also nichts „besonderes“.

  • AMD Ryzen 7 1800x
  • 32GB DDR4 RAM
  • Nvidia GTX980
  • NZXT Source S340 Elite

Wobei ich meinen PC mit der NZXT HUE+ Beleuchtung recht schick finde. Allerdings für meinen „Job“ ist der PC eigentlich nicht die beste Wahl. Adobe Lightroom ist nur mäßig gut, darin viele Kerne auszulasten, daher sind hier eigentlich Prozessoren im Vorteil, welche über eine hohe Einzelkern- Leistung verfügen.

Gespeichert werden meine Fotos nicht auf diesem PC, sondern auf einem bzw. zwei NAS Systemen. Mein primäres NAS ist das Synology DS1817+, welches mit 49TB Speicher ausgestattet ist.

Als sekundäres Back-up NAS (alle Daten werden immer in zwei Orten aufbewahrt), ist ein ASUSTOR AS6404T mit 32TB Speicher.

Falls ihr euch nun denkt „wozu brauchst du so viel Speicher“ dann ist dies eine berechtigte Frage. Allerdings habe ich aktuell rund 25TB Fotos! Fast alle für Techtest.org.

Hinzukommen die üblichen Media Dateien, ein paar Videos, Testfotos usw. Da ich alle Daten doppelt aufbewahre (aus Sicherheitsgründen), werden selbst die 49TB/32TB langsam eng.

 

Fazit

Ich hoffe dieser kleine Artikel war vielleicht ganz interessant, welches Equipment ich für meine Fotos verwende. Falls nein, findet ihr ab morgen hier wieder ein paar Tests und Berichte.

Michael Barton

Vielen Dank fürs Lesen! Sollte mein Bericht euch geholfen haben würde ich mich über einen erneuten Besuch meiner Webseite und/oder dem Folgen meines Twitter freuen! Vielen Dank!

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2 Comments
Konstantin

Schön mal zu sehen wie “professionelle” Blogger Fotos machen. Gerade das mit dem Tisch finde ich einen super Einfall. Vorallem was die Holzwandverkleidung betrifft. Ich mache Fotos für meine Seiten derzeit mit meinem iPhone X. Ansich macht das iPhone bei optimalen Lichtverhältnissen ausreichend gute Fotos. Werde das mit der Holzverkleidung mal selber für mich in Zukunft in Betracht ziehen.

Gruß Konstantin

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