Das Anker PowerPort 5-Port USB C Ladegerät im Test, günstiges Multiport Schnellladegerät fürs iPhone X

Ein gutes USB Ladegerät kann im Alltag ein Segen sein, gerade dann wenn dieses mehrere USB Ports besitzt. Dementsprechend gibt es auch auf dem Markt zahlreiche Multi Port USB Ladegeräte.

Anker gilt hier als einer der besten Hersteller, was 3. Anbieter USB Ladegeräte angeht. Dies auch durchaus zurecht. Nun hat Anker mit dem „PowerPort 5-Port USB C Ladegerät 60W“ ein neues, sehr interessantes USB Ladegerät auf den Markt gebracht.

Dieses unterstützt den noch recht neuen USB Power Delivery Standard. USB Power Delivery ist ein Schnelladestandard, welcher beispielsweise von Apple beim iPhone 8 und X genutzt wird, aber auch bei diversen Notebooks und Android Smartphones zum Einsatz kommt.

Wollen wir doch einmal im Test schauen ob das neue Anker PowerPort 5-Port USB C Ladegerät mit 60W überzeugen kann!

 

Das Anker PowerPort 5-Port USB C Ladegerät im Test

Anker setzt bei seinem neuen PowerPort 5 USB C Ladegerät auf das recht klassische Multiport Ladegerät Design.

Das bedeutet dieses ist ein rechteckiger und flacher Plastikblock etwa so groß wie eine Handfläche, welcher auf seiner Front diverse USB Ports besitzt.

Beim Gehäuse nutzt Anker ein recht robust anmutenden matten Kunststoff, welcher für den Alltagseinsatz absolut geeignet ist. Das Gehäuse fühlt sich überdurchschnittlich hochwertig und massiv an.

Man hat also nicht das Gefühl ein billiges China Ladegerät in der Hand zu halten.

Auf der Front des PowerPort 5-Port USB C Ladegeräts finden wir die Anschlüsse. Hierbei handelt es sich um vier normale USB Ports und einen USB C Port.

Die normalen USB Ports können jeweils 2,4A ausgeben und sind mit Ankers PowerIQ Technologie ausgestattet, die das angeschlossene Smartphone erkennen soll und dementsprechend den Ladevorgang optimiert.

Allerdings könnt ihr die USB Ports gemeinsam nur mit bis zu 6A belasten. Ist dies in der Praxis ein Problem? Eher nicht. Smartphones nutzen eh nicht diese 2,4A bis zum Limit. Beispielsweise ein Samsung Galaxy S7 kann maximal 1,77A aufnahmen. Ihr könntet also beispielsweise drei Samsung Galaxy S7 gleichzeitig laden und hättet noch Platz für ein Einsteiger Smartphone, welche meist mit maximal 1A laden.

Der USB C Port ist natürlich von dem 6A Limit ausgenommen und nutzt im Inneren eine gesonderte Anbindung.

Der USB C Port kann bis zu 30W liefern! Eine ausreichende Leistung selbst kleinere Notebooks aufzuladen. Hierbei ist das Ladegerät zu 5V/3A, 9V/3A, 15V/2A oder 20V/1,5A in der Lage.

Oberhalb der USB Ports ist zusätzlich eine kleine blaue Status LED integriert. Was macht sie? Richtig, blau leuchten, wenn das Ladegerät mit dem Strom verbunden ist. Allerdings ist die LED recht gut gedämpft, sollte also selbst auf einem Nachttisch nicht zu sehr stören.

Die Stromversorgung des Ladegerätes wird über ein normales Kleingerätekabel gelöst. Ein 1 Meter langes liegt bereits im Lieferumfang, wenn Ihr mehr Länge braucht ist dies aber auch kein Problem. Solche Kabel sind recht billig zu bekommen.

 

USB Power Delivery

Ich glaube es ist sinnvoll einmal kurz zu erklären was überhaupt USB Power Delivery ist. Quick Charge, Super Charge usw. wird sicherlich den meisten etwas sagen.

Es handelt sich hierbei um Schnellladetechnologien für Smartphones und Tablets, welche bereits vor einigen Jahren auf den Markt gekommen sind. Ebenfalls habe alle gemeinsam, dass es sich hier um proprietäre Technologien handelt.

Das heißt, jedes Schnellladeverfahren ist entweder mit Lizenzgebühren oder einen Hersteller verknüpft. Quick Charge gehört Qualcomm, Super Charge Huawei usw.

USB Power Delivery hingegen ist ein freier Standard. Jeder Hersteller kann diese Technik nutzen, wenn er dies möchte.

Hierdurch hat USB Power Delivery auch in der letzten Zeit deutlich an Verbreitung zugelegt. Gerade Apple ist USB Power Delivery aktuell in allen seinen Geräten am Verbauen.

Hier eine kleine nicht vollständige Liste mit mir bekannten Geräten welche USB Power Delivery zum Laden/Schnellladen unterstützen:

  • Google Pixel
  • Google Pixel XL
  • Google Pixel C
  • Google Pixel 2 (XL)
  • LG G6 (9V)
  • Samsung Galaxy S8 (5V 3A oder 9V)
  • Samsung Galaxy S8 Plus (5V 3A oder 9V)
  • Dell XPS 13 (20V)
  • Dell XPS 15 (20V)
  • Apple MacBook
  • Apple MacBook Pro (14,5V oder 20V)
  • Apple iPad Pro 10.5
  • Apple iPad Pro 12.2
  • Apple iPhone 8 (Plus)
  • Apple iPhone X
  • LG Gram 2017
  • Razer blade Stealth
  • Nintendo Switch (14,5V)
  • Huawei Mate 9 (9V)
  • Huawei P10 (9V)
  • Huawei P10 Plus (9V)
  • Huawei Mate 10 Pro

Wie man sieht, gibt es mittlerweile doch schon eine recht große Verbreitung dieses Standards.

Wie funktioniert USB Power Delivery? Der normale USB Port arbeitet mit einer festen Spannung von 5V und aktuell mit einem maximalem Strom von 2,4A (ursprünglich ist USB nur mit einer Leistung von 0,5A geplant).

Um nun höhere Ladegeschwindigkeiten zu erreichen, wird bei USB Power Delivery die Spannung von 5V auf 9V, 12V, 15V oder 20V angehoben. Dies geschieht nur in Rücksprache mit dem angeschlossenen Gerät! Ihr müsst also nichts auswählen oder sorgen haben, dass etwas kaputt geht.

Schließt Ihr ein nicht USB Power Delivery fähiges Smartphone an einen USB Power Delivery Ladegerät an, wird dieses Gerät ganz klassisch mit 5V versorgt. Daher könnt ihr auch am USB C Port des Anker Ladegerätes jedes Gerät mit USB C laden.

Erst nach einer Absprache zwischen Ladegerät und Smartphone/Tablet/Notebook wird die Spannung hochgeschaltet. Warum wird die Spannung erhöht und nicht einfach der Strom? Es ist leichter, eine hohe Spannung zu übertragen, als einen hohen Strom. Daher gibt es auch Hochspannungsleitungen und keine Hochstromleitungen. Ein hoher Strom von 3A+ würde deutlich dickere Kabel und nicht zuletzt Ports voraussetzen.

Leider ist aber USB Power Delivery nicht ganz so einfach. Es gibt beispielsweise einige Notebooks, welche eine Mindestleistung voraussetzen. Man kann also nicht jedes USB Power Delivery fähige Notebook an jedem USB Power Delivery Ladegerät laden.

Beispielsweise das Dell XPS 13/15 benötigt in der Regel mindestens 45W. Hat das Ladegerät diese nicht, wird das Laden verweigert.

Smartphones und Tablets sind hier etwas weniger problematisch. Aber dennoch wird es interessant sein zu sehen wie das Anker PowerPort 5-Port USB C Ladegerät mit beispielsweise Notebooks umgeht.

 

Messwerte des Anker PowerPort 5-Port USB C Ladegerät

Kommen wir zum eigentlichen Test des Anker PowerPort 5 USB C Ladegerätes.

Folgende Smartphones/Notebooks/Tablets habe ich am Ladegerät getestet:

  • Apple iPhone X
  • Apple iPad Pro 10.5
  • Apple MacBook Pro late 2016
  • Samsung Galaxy S8+
  • Google Pixel 2 XL
  • Huawei Mate 10 Pro

Beginnen wir mit dem Smartphones. Das Schnellladen über den USB C Port hat beim Apple iPhone X (über das Apple Lightning auf USB C Kabel), beim Google Pixel 2 XL und Huawei Mate 10 Pro problemlos funktioniert.

Das iPhone X erreichte am USB C Port 8,78V/1,73A also 15,19W Ladestrom. Am normalen USB Port hingegen „nur“ 7,85W (1,57A). Dies ist auch schon ein sehr gutes Ergebnis!

Gerade wenn man bedenkt, dass das originale Apple Ladegerät, welches beim iPhone X beiliegt, nur 5W schafft.

EDIT vom 01.06.18: Einige Nutzer haben sich beschwert dass das Schnellladen von Apple Geräten nicht am Ladegerät funktionieren würde. Dies kann ich nicht bestätigen! Hier nochmals zwei “Beweisbilder” das bei mit das ganze problemlos funktioniert. Ich kann mir dieses Phänomen nicht so recht erklären.

Das Google Pixel 2 XL erreichte am USB C Port ebenfalls seine gänige Schnellladegeschwindigkeit mit 8,44V/1,71A also 14,4W. An den normalen USB Ports werden ebenfalls gute 1,42A (7,1W) erreicht.

Das mag jetzt nicht so imposant klingen, aber mehr ist über einen normalen USB Port ohne USB Power Delivery für das Pixel 2 XL und auch das iPhone X nicht möglich. Besser bekommen das also auch andere Ladegeräte nicht hin.

Wie steht es um das Huawei Mate 10 Pro und das Samsung Galaxy S8+?

Sowohl das Huawei wie auch das Samsung nutzen eigentlich einen anderen Schnellladestandard (Fast Charge bzw. Quick Charge 2.0). Allerdings besitzen beide auch eine Unterstützung für den USB Power Delivery Standard (Google ist die Hersteller dazu am „Überreden“).

Gerade das Huawei Mate 10 Pro und auch das P10/P10 Plus machen dies vorbildlich. Das Mate 10 Pro erreicht 8,51V/1,84A also satte 15,7W Ladestrom. Ja dies ist etwas weniger als mit dem original Ladegerät, aber dennoch deutlich schneller als an einem normalen USB Port.

An einem der normalen USB Ports erreicht das Mate 10 Pro 1,82A bei 5V, also 9,1W.

Wie steht es um das Samsung Galaxy S8+ ? Das S8/S8+ besitzt einen etwas wankelmütigen Support für USB Power Delivery. An manchen Ladegeräten funktioniert das Laden schneller, an manchen langsamer.

Leider ist beim Anker PowerPort 5-Port USB C Ladegerät eher Letzteres der Fall. Das S8+ erreichte am USB C Port 4,71V 2,01A.

Ja es hat die Spannung nicht hochgeschaltet, aber dennoch ist die Ladegeschwindigkeit etwas höher als an einem normalen USB Port. An diesem erreicht das S8+ 1,76A.

Eigentlich sind allerdings via USB C Power Delivery beim Samsung Galaxy S8+ bis zu 3A @5V möglich. Warum lädt es dann am Anker Ladegerät nur mit 2A?

Der USB C Port des Anker PowerPort 5 besitzt ein recht niedriges Spannungslevel. Beispielsweise beim S8+ gibt der Port 4,71V anstelle von 5V aus, beim Google Pixel 8,44V anstelle von 9V usw.

Das ist nur bei der 5V Spannungsstufe schlimm, da man hier unter die Mindestspannung rutschen kann. 4,4V ist die Mindestspannung, wenn nun das Spannungslevel recht niedrig ist und beispielsweise der Wiederstand des Kabels hinzukommt, kann es problematisch werden und Smartphones davon abhalten höhere Ladegeschwindigkeiten zu erreichen. Bei den höheren Spannungsstufen, wie 9V/15V usw. ist das im großen und ganzen kein Problem, allerdings scheint die Spannungsregelung bei diesem Ladegerät ein wenig „schlechter“ zu funktionieren als dies sollte.

Alles ist aber noch im grünen Bereich!

Noch etwas abschließend zu den vier normalen USB Ports. Ja moderne Smartphones mit USB C Ports laden am USB Power Delivery Port schneller als an diesen normalen Ports. Aber die vier normalen USB Ports machen dennoch einen sehr guten Job! Im Gegensatz zum USB C Port sind diese hervorragend geregelt und liefern die absolut maximal mögliche Ladegeschwindigkeit, welche man über einen normalen USB Port erreichen kann, zu mindestens in Kombination mit meinen Testgeräten.

Kommen wir zu den Notebooks. Hier gab es eine Überraschung in Kombination mit meinem Dell XPS 13. Das XPS 13 benötigt mindestens 20V/1,6A oder mehr Leistung auf dem USB C Port, daher war ich eigentlich fest davon ausgegangen, dass dieses nicht am Anker PowerPort 5 lädt.

Auch an diversen Anker Powerbanks verweigert das XPS 13 das aufladen. Allerding ist das Anker PowerPort 5-Port USB C Ladegerät durchaus in der Lage das XPS 13 zu laden, und zwar mit 19,4V/1,78A, also 34,5W.

Fällt Euch etwas auf? Ja das sind rund 5W mehr als das Ladegerät eigentlich liefern sollte. Ein Problem? Anscheinend nicht. Ich habe das XPS 13 einige Stunden geladen und es gab keine Probleme. Auch wirkte die Hitzeentwicklung nicht übermäßig hoch. Es ist an sich nie gut, wenn etwas über die Hersteller -Spezifikationen läuft, allerdings in diesem Fall ist der Unterschied nur sehr gering, aber groß genug, dass auch das Dell XPS 13 geladen wird.

Beim Apple MacBook Pro 13“ passt wieder alles. Hier konnte ich 19,6V/1,52A messen, was ziemlich genau den beworbenen 30W entspricht.

30W reichen um das MacBook Pro mit einem vernünftigen Tempo zu laden, selbst bei einer gleichzeitigen Nutzung. Allerdings wenn Ihr gleichzeitig Videos schneidet, oder exportiert und das Notebook zu 100% ausgelastet ist, kann es passieren, dass sich das MacBook trotzdem langsam entlädt. Ein Office/Web Betrieb gleichzeitig ist aber kein Problem.

Kommen wir zu ein paar abschließenden Daten. Das Netzteil verbraucht im Leerlauf 0,2W Strom, was angenehm wenig ist. Die Effizienz der normalen USB Ports bei 86% und die des USB C Ports (beim Laden eines Notebooks) bei 90,5%. Beides gute wenn nicht sogar sehr gute Werte!

 

Fazit

Ist das Anker PowerPort 5-Port USB C Ladegerät zu empfehlen? Das kommt ein wenig darauf an wo Eure Prioritäten liegen.

Wenn es Euch primär um das Laden von Notebooks/MacBooks geht, dann gibt es bessere Ladegeräte. Beispielsweise die equinux tizi Tankstation.

Im Notfall oder als zweit Ladegerät für ein MacBook Pro oder vergleichbares Windows Ultrabook taugt natürlich auch dieses Ladegerät.

Allerdings würde ich das Anker PowerPort 5-Port USB C Ladegerät eher für kleinere Geräte empfehlen. Ihr sucht ein gutes Multi Port USB Ladegerät, welches Euer Apple iPhone X oder iPad Pro Schnellladen kann? Dann ist das PowerPort 5-Port USB C Ladegerät voll zu empfehlen!

Ähnliches gilt auch für Besitzer aktueller Huawei oder Google Flaggschiff Smartphones. Hier macht das Anker PowerPort 5-Port USB C Ladegerät für unter 40€ eine gute Figur, zumal auch die normalen USB Ports des Ladegeräts erste Klasse sind!

Anker PowerPort 5-Port USB C Ladegerät
Leistung60W
Preis EUR 35,99
Ports5
Strom Aufnahme Leerlauf0,2W
Last Test bestanden?Ja
SpulenfiepenNein
Effizienz (USB C)86% (90,5%)
Apple iPhone X++
Apple iPad Pro 10.5++
Apple MacBook Pro late 2016+
Samsung Galaxy S8++
Google Pixel 2 XL++
Huawei Mate 10 Pro++
Dell XPS 13+
Testergebnis★★★★★ 90%
Michael Barton

Vielen Dank fürs Lesen! Sollte mein Bericht euch geholfen haben würde ich mich über einen erneuten Besuch meiner Webseite und/oder dem Folgen meines Twitter freuen! Vielen Dank!

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3 Comments
Niklas

Was ist denn der Unterschied zum PowerPort+ 5 Premium bezüglich der technischen Daten?
Ist es nur das niedrige Spannungslevel beim USB C Port oder übersehe ich da etwas?

Reply
Carl Aron Carls

Mich würde es auch interessieren. Laut Youtube (technikfaultier) sind PowerPort 5 und Powerport+ 5 (jeweils mit USB PD) gleich, bis auf das Gehäuse

Reply
Michael Barton

Hi,

ja beide Ladegeräte sind extrem ähnlich. Das PowerPort+ 5 ist auf dem USB C Port etwas besser geregelt (spannung ist Stabiler), was aber in der Praxis keine große rolle spielt.

Nach aktuellem Stand würde ich mich auch eher für das PP 5 entscheiden aufgrund des günstigeren Preises.

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