Test: Kingston XS1000, kleine und kompakte externe SSD mit guter Leistung

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Mit der XS1000 bietet Kingston eine neue Mittelklasse externe  SSD an. Diese setzt auf das typische USB C 3.2 Gen 2×1 Interface, über welches sie bis zu 1050 MB/s erreichen soll.

Dabei nutzt diese den SMI 2320 Controller. Viele gängige externe SSDs nutzen intern normale NVME SSDs, welche dann mit einem Adapter Chip USB fähig gemacht werden.

Die XS1000 hingegen nutzt einen Controller, der direkt das USB Interface mitbringt. Dies erlaubt vor allem eine super kompakte Bauform. So ist die XS1000 noch kleiner als selbst eine Samsung T7.

Aber wie gut ist die Kingston XS1000 in der Praxis und wie schlägt sie sich im Vergleich zu anderen externen SSDs?

Finden wir es im Test heraus. An dieser Stelle vielen Dank an Kingston für das Zurverfügungstellen der SSD für diesen Test.

 

Die Kingston XS1000 im Test

Sicherlich eins der Highlights an der XS1000 sind die Abmessungen. Mit 69 x 32 x 13,5 mm ist die XS1000 zwar etwas dicker als beispielsweise die Samsung T7, aber in allen anderen Abmessungen um einiges kleiner.

Auch ist die XS1000 mit 28 g sehr leicht!

Das Design würde ich dabei als recht einfach bezeichnen. So wirkt die SSD nicht übermäßig “wertig” oder edel. Spannenderweise besteht aber die Ober- und Unterseite der XS1000 aus Metall, auch wenn diese fast eher nach Kunststoff aussieht.

Auf Seiten der Anschlüsse haben wir genau einen USB C Port an der Seite. Hierbei handelt es sich um einen USB C 3.2 Gen 2×1 Port. Spannenderweise legt Kingston nur ein USB A auf USB C Kabel bei, was etwas ungewöhnlich ist.

Ansonsten besitzt die SSD nur eine kleine Status LED neben dem USB C Port.

 

Testsystem

Ich teste die Kingston XS1000 an folgendem System:

  • AMD Ryzen 5 7600X
  • ASUS ROG Strix X670E-E
  • 16GB DDR5 RAM
  • Windows 11 Pro 22H2

Um den Messwerten etwas mehr Kontext zu geben, vergleiche ich die XS1000 mit folgenden anderen externen SSDs:

  • Crucial X8 1TB
  • Samsung T5 1TB
  • Samsung T7 Shield 1TB
  • Lexar SL200 1TB

 

CrystalDiskMark, der erste Test

Schauen wir uns zunächst einmal die Spitzenleistung der XS1000 an.

Die ersten Werte der XS1000 sehen sehr gut aus! So kommen wir auf satte 1089 MB/s lesend und 1033 MB/s schreibend.

Damit ist die Kingston XS1000 so ziemlich am Limit der USB 10Gbit Verbindung. Lesend kommt die Crucial X8 wie auch die Samsung T7 Shield +- auf das gleiche Tempo.

Lesend kann die Crucial X8 die XS1000 minimal schlagen, aber die T7 Shield kann beispielsweise nicht mehr ganz mithalten.

 

PC Mark

PC Mark ist zwar ein „künstlicher” Test, welcher aber gemacht ist praktische Situationen nachzustellen.

Hier machen wir zwei Tests, den “Data Drive”  Test, welcher wie der Name schon sagt Datenlaufwerke sind und primär aus Kopier-Tests besteht, wie aber auch den “Full” Test.

Letzterer ist eigentlich für interne Laufwerke gedacht, aber vielleicht doch ganz spannend.

PC Mark bescheinigt der SSD ein gutes wenn nicht sogar sehr gutes Ergebnis! Diese kann zwar knapp von der Crucial X8 geschlagen werden, setzt sich aber vor die Samsung T7 Shield und die Samsung T5.

 

3D Mark SSD Test

Schauen wir uns auch einmal den neuen 3D Mark SSD Test an. Dieser ist eigentlich auch für interne SSDs gemacht, liefert und aber mit ein paar Vergleichswerten durchaus spannende Informationen über Reaktionszeit und Laderaten der externen SSDs.

Folgendes testet der 3D Mark SSD Test:

  • Loading Battlefield™ V from launch to the main menu.
  • Loading Call of Duty®: Black Ops 4 from launch to the main menu.
  • Loading Overwatch® from launch to the main menu.
  • Recording a 1080p gameplay video at 60 FPS with OBS (Open Broadcaster Software) while playing Overwatch®.
  • Installing The Outer Worlds® from the Epic Games Launcher.
  • Saving game progress in The Outer Worlds®.
  • Copying the Steam folder for Counter-Strike®: Global Offensive from an external SSD to the system drive.

Bei 3D Mark gibt es das +- gleiche Bild. Auch hier setzt sich die XS1000 zwischen die Crucial X8 und die Samsung T7 Shield.

 

Praktische Tests

Natürlich müssen wir auch ein paar praktische Tests durchführen. Hierbei kopiere ich 3 Datenpakete auf und von der SSD.

  • Test 1 – 1x Datei mit 49 GB
  • Test 2 – 1x Datei mit 215 GB
  • Test 3 – 378x Dateien mit einer Gesamtgröße von 49 GB (Spiele Installation)

Im Praxis-Test wird es nun spannend! Denn hier zieht die Samsung T7 Shield plötzlich vorbei!

Lesend setzt diese sich knapp vor die Kingston XS1000 mit 921 MB/s zu 915 MB/s (im Schnitt).

Schreibend wird es etwas wilder. So sehen wir bei der Kingston XS1000 wie auch der Crucial X8 bei Test-Paket 2 einen extremen Einbruch der Datenraten. Dies liegt an einem sehr aggressiven Schreibcache bei diesen SSDs, dazu später mehr.

Bei den kleineren Datei-Paketen schneidet die XS1000 aber sehr gut ab, nur beim extra großen Dateipaket sieht es etwas trauriger aus.

 

SSD Cache

Fast alle moderne SSDs besitzen einen Cache. Selbst moderner NAND schafft nicht mehr als 1000-2000 MB/s in der spitze und hierbei handelt es schon um den besten vom besten NAND.

Einfacher TLC NAND oder QLC NAND kann auch bei +- 100-500 MB/s sein Limit haben.

Aber wie kommen wir dann auch bei internen SSDs auf diese super hohen Datenraten? TLC NAND wie in der XS1000 kann pro Zelle 3 Bits speichern. QLC NAND schafft 4 Bits pro Zelle.

Allerdings umso mehr Bits wir pro Zelle speichern, umso komplexer wird der Schreibvorgang für den Controller, was in niedrigeren Datenraten resultiert. Gerade QLC Speicher ist hier extrem langsam.

Um nun hohe Datenraten zu erreichen, nutzten die SSD Hersteller einen sogenannten SLC Cache. Hierbei wird beispielsweise der TLC Speicher nicht direkt mit 3 Bits beschrieben, sondern nur mit einem Bit, weshalb der Speichervorgang um einiges schneller geht. Allerdings kann der Cache nicht die ganze SSD umfassen, irgendwann müssen mehr Bits pro Zelle geschrieben werden bzw. es müssen die Daten im Hintergrund zusammengefasst werden, ehe wieder etwas schneller Cache zur Verfügung steht.

Wie steht es hier um die Kingston XS1000? Ich habe diese mit H2TestW komplett gefüllt und dabei die Datenrate mitgeloggt.

Und hier gibt es leider eine negative überraschung. Auch die XS1000 setzt auf einen Cache. Dieser ist bei der 1TB Version ca. 60-70GB groß.

Nach dem Cache erreicht die SSD nur noch +- 150 MB/s! Das klingt jetzt im ersten Moment schon recht schwach, ist auch absolut nicht optimal, aber auch nicht völlig unnormal.

Hier ein paar andere SSDs im Vergleich:

Beispielsweise die Crucial X8 bricht nach dem Cache auf 80MB/s ein! Die Samsung SSDs bleiben tendenziell etwas konstanter, sind hier aber eher die Ausnahme als die Regel.

Dies kannst Du auch bei der durchschnittlichen Schreibrate in H2TestW beim vollständigen Beschreiben der SSD sehen.

 

Fazit

Die Kingston XS1000 ist eine interessante externe SSD. Wie sehr ich diese empfehlen kann hängt aber letztendlich etwas vom Preis und deiner Nutzung ab.

So ist die Kingston XS1000 prinzipiell eine sehr schnelle externe SSD. So erreichte diese mit 1089 MB/s lesend und 1033 MB/s absolute Spitzenwerte für eine USB C 3.2 10Gbit SSD!

Damit übertrifft sie sogar die Samsung T7 Serie. Klasse!

Allerdings in der Praxis ist es dann nicht ganz so einfach. So setzt die XS1000 wie die meisten SSDs auf einen Schreibcache. Nach dem Schreibcache ist die SSD mit ca. 150 MB/s recht langsam. Nicht so langsam wie die Crucial X8, welche nur noch +- 80 MB/s schafft, aber klar langsamer als die Samsung T7 Serie (gerade die Shield), welche eine niedrigere Spitzenleistung aber dafür eine konstante Leistung liefern.

Kopierst Du also große Datenmengen auf einmal von A nach B, dann gibt es bessere SSDs als die Kingston XS1000. Allerdings wenn die SSD nicht zu teuer ist und du suchst einen einfachen kleinen Datenspeicher mit hoher “Top-Speed”, dann ist das eine absolut empfehlenswerte SSD.

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Michael Barton
Michael Barton
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