Die Seagate FireCuda 510 im Test

Von den großen Herstellern hat Seagate als letztes den Einstieg in den Consumer SSD Markt gewagt. Die FireCuda 510 stellt hier Seagates Flaggschiff Modell dar, welches in direkter Konkurrenz zur Samsung 970 PRO und der WD Black SN750 steht.

Dementsprechend sehen die technischen Daten auch durchaus beeindruckend aus! Lesend wie auch schreibend sollen 3000MB/s+ möglich sein und auch über 600K IOPS wirken durchaus imposant. Allerdings entspricht auch der Preis diesem High End Anspruch.

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Stellt sich nur die Frage ob denn die Seagate FireCuda 510 auch diesem Anspruch wirklich gerecht wird und eine Chance gegen die Samsung und Western Digital SSDs hat.

Finden wir genau dies im Test heraus!

 

Die Seagate FireCuda 510 im Test

Um ehrlich zu sein hat mich der Anblick der Seagate FireCuda 510 etwas enttäuscht. Seagate versucht bei seinen Produkten mittlerweile so sehr über die Design- und Marketingschiene zu gehen, das es etwas enttäusch ein grünes PCB bei dieser SSD zu sehen.

Klar was die Leistung angeht spielt es 0 rolle ob das PCB einer SSD nun grün oder schwarz ist, aber für mich wirken SSDs mit einem schwarzen PCB immer „Luxuriöser“. Grüne SSDs haben so ein wenig OEM Flair für mich.

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Schade, denn offensichtlich hat sich Seagate Mühe gegeben den Aufkleber und die Verpackung der SSD aufwendig zu gestallten. Beides vermittelt den Eindruck eine wahre High End SSD vor sich zu haben.

Was die SSD im generellen angeht gibt es aber nichts Ungewöhnliches zu bemerken. Wir haben eine klassische NVME M.2 SSD vor uns, ohne gesonderten Kühler, RGB LEDs oder andere Besonderheiten.

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Seagate erwartet also anscheinend keine Temperaturprobleme oder Ähnliches.

Die FireCuda 510 ist in meinem Fall doppelseitig mit Bausteinen bestückt. Dies kann aber auch daran liegen das ich die 2TB Version vor mir habe. Die FireCuda 510 gibt es allerdings auch nur in zwei Versionen, 1TB und 2TB.

Beide Versionen werden von Seagate mit dem gleichen Tempo beworben.

Datenrate ( R )Datenrate ( W )IOPS ( R )IOPS ( W )
1TB34503200620K600K
2TB34503200485K600K

Lesend wie auch schreibend sollen 3450MB/s bzw. 3200MB/s möglich sein. Wo es einen Unterschied zwischen der 1TB und 2TB Version gibt ist bei den IOPS. Hier ist die 1TB Version lesen mit 620K schneller als die 2TB Version mit 485K. Schreibend gibt es aber interessanterweise keinen Unterschied.

Mit diesen Daten ist die FireCuda 510 klar eine absolute High End SSD! Hierzu passt auch der verwendete Phison PS5012-E12 Controller.

Der PS5012-E12 ist ein absoluter High End Controller, welcher von Phison auch für Flaggschiff SSDs vorgesehen ist. Dieser Acht-Kanal-Controller mit NVME 1.3 support soll laut Phison mit einer besonders starken Random Read und Write Performance (IOPS) punkten. Dies gilt gerade im Vergleich mit dem konkurrierenden SMI SM2262EN.

Beim Speicher sehen wir den klassischen 3D-NAND TLC NAND aus dem Hause Toshiba. Was hier aber auffällt ist das vergleichsweise hohe TBW Rating. Die 1TB Version soll satte 1,3PB aushalten und die 2TB Version 2,6PB.

Tbw

Damit ist die Seagate FireCuda 510 in der Theorie eine der haltbarsten SSDs auf dem Markt! Unterstützt wird dies mit der typischen 5 Jahre Garantie.

 

Theoretische Benchmarks

Starten wir mit den synthetischen Benchmarks. Hier ist Crystaldiskmark klar der mit Abstand wichtigste Benchmark, mit welchem wir auch beginnen.

Lesen Schreiben

Die Seagate FireCuda 510 schlägt sich erfreulich gut! Lesend kann diese sich im oberen Drittel des Testfelds positionieren. Hier ist diese zwar nicht ganz Spitzenklasse, aber ist in Schlagdistanz zu Samsung und Co.

Etwas anders sieht es schreibend aus. Hier kann die FireCuda 510 sich sogar glatt an die Spitze des Testfelds setzen! Beim sequenziellen Schreiben ist diese mit 3027MB/s die schnellste bisher getestete SSD. Aber auch bei kleineren Dateigrößen kann sich die Seagate behaupten. Klasse!

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Hier sei aber auch dazugesagt, dass die FireCuda 510 einen Schreibcache nutzt, welcher +- 25GB groß zu sein scheint. Schreibt Ihr also eine 50GB Datei auf die SSD verlaufen die ersten 25GB mit 3000MB/s, die restlichen 25GB mit rund 1000MB/s.

Ist der Dateitransfer beendet, dauert es einige Sekunden, dann stehen wieder die vollen 3000MB/s zur Verfügung.

Praktisch ist das Ganze in der Regel recht problemlos. Habt Ihr natürlich in Eurer Arbeit regelmäßig mit vielen großen Dateien zu tun, die von A nach B geschoben werden müssen, dann ist dieses Verhalten für Euch natürlich nicht optimal.

Allerdings arbeiten mittlerweile 90% aller SSDs mit solch einem Schreibcache.

Schauen wir uns auch noch die Daten von AS SSD an.

As Ssd Bench Seagate Firecuda 10.07.2019 15 03 16

Es ist bei AS SSD normal, dass eine SSD beim sequenziellen Schreiben etwas langsamer ist als bei Crystaldiskmark.

Das Interessante sind hier eher die Zugriffszeiten. Diese sind bei der Seagate FireCuda 510 wie zu erwarten ist solide, aber auch nicht ganz Spitzenklasse.

 

Praktische Tests

Kommen wir von der Theorie zur Praxis. Wie gut schlägt sich hie die Seagate FireCuda 510?

Starten wir hier mit einem WinRAR Test. Für diesen Test wurde auf Seagate FireCuda 510 zwei .rar Archiv kopiert, mit einmal 41GB und 47.000 Dateien und einmal mit 25GB und 2.000 Dateien. Bei Archiv NR.1 handelt es sich um meine gepackte Lightroom Bibliothek, bei Archiv NR.2 um Bioshock Infinite.

Test-Paket 1 hat sehr viele kleine Daten, Paket 2 ist etwas gemixter. Es wurde die Zeit gestoppt, bis der Entpackvorgang komplett abgeschlossen war.

Entpacken

Ja die Seagate FireCuda 510 ist schnell, sehr schnell! Vermutlich aufgrund der sehr hohen Schreibraten ist die FireCuda SSD auf Platz 1 in diesem Test, vor der Samsung 970 PRO und der ADATA SX8200 Pro.

Das Entpacken eines Archivs ist ein recht schreibintensiver Vorgang, wie sieht es aber bei einem leseintensiven Einsatz aus? Beispielsweise bei einem AV-Scanner? Für diesen Test habe ich mithilfe des Windows Defenders den zuvor entpackten Lightroom Ordner gescannt und die Zeit gestoppt.

Av

Hier erneut ein starkes Abschneiden der FireCuda 510. Diese platziert sich auf dem 3. Platz, hinter der WD Black SN750 und ADATA SX8200 Pro und vor der Samsung 970 PRO.

Zwar ist eine Neuinstallation von Windows 10 nichts Alltägliches, aber durchaus ein interessanter Test. Für diesen habe ich Windows 10 von einem originalen Windows 10 USB Stick auf dem Test-PC neu installiert. Hierbei habe ich die Zeit vom Weiterklicken in den Partitionseinstellungen bis hin zur ersten erzwungenen Nutzerinteraktion gestoppt.

Installation

Aufgrund der starken Schreibgeschwindigkeit der FireCuda 510 sollte es nicht überraschen, dass wir hier erneut eine Top Platzierung sehen.

Die FireCuda 510 ist gerade einmal eine Sekunde langsamer als die Samsung 970 EVO und gute 10 Sekunden schneller als die Samsung 970 PRO auf Platz 3.

Kein SSD Test wäre aber komplett ohne ein Windows Start Test. Bei diesem stoppe ich die Zeit die Windows 10 vom Betätigen des Einschalters bis zum Öffnen einer TXT Datei (welche im Autostart liegt) benötigt. Um Fehler gering zu halten, wird dies dreimal wiederholt und daraus der Durchschnitt genommen.

Zusätzlich gibt es einen „zweiten Durchlauf“ bei welchem der VLC Play, Libre Office, FireFox und Avira installiert und im Autostart liegen.

Start + Start

Das Starten von Windows geht mit allen NVME SSDs sehr schnell und die Ergebnisse sind so dicht beieinander das man glatt sagen kann die Unterschiede spielen keine Rolle.

So dauerte der Windows Start mit der Seagate FireCuda 510 (ohne zusätzliche Programme) 31,5s, mit der schnellsten SSD 30,81s und der langsamsten 34,31s.

Tendenziell ist aber natürlich die FireCuda weit vorne mit dabei.

 

Temperaturen und Throttling

Wie es fast bei einer SSD die FireCuda heißt zu erwarten wäre, ist die Seagate FireCuda 510 eine heiße Angelegenheit.

NVME SSDs laufen unter Volllast alle sehr heiß, dies ist in einem gewissen Rahmen normal. Aber wie sieht es bei der Seagate FireCuda 510 aus?

Temperatur

Leider ist diese Tabelle hier nur bedingt aussagekräftig. Zwar wird die SSD mit 69 Grad nicht übermäßig heiß, aber die FireCuda 510 beginnt bei dieser Temperatur bereits zu throtteln! Dies dabei sogar sehr aggressiv.

Ab ca. 70 Grad senkt die SSD ihr Tempo auf rund 1000MB/s lesend wie schreibend. Diese 70 Grad werden auch schnell erreicht. Ohne aktive Kühlung ist ein CrystalDiskmark Durchlauf mit einer 32GB Testgröße schon ausrechend die SSD ans Limit zu treiben.

Zwischenzeitlich konnte ich sogar einen Absturz der Datenraten auf 25MB/s schreibend beobachten.

 

Stromverbrauch

Für Notebook Besitzer ist der Energieverbrauch von SSDs durchaus relevant.

Leider ist das Messen der Leistungsaufnahme von NVME SSDs nicht ganz einfach. Daher muss ich mich hier einem Trick bedienen, ich nutze ein externes NVME SSD Gehäuse und messe die Leistungsaufnahme dieses inklusive der SSD.

Dies verfälscht natürlich die absoluten Werte etwas, aber 1. Das Gehäuse selbst benötigt kaum Energie, 2. Das Gehäuse benötigt bei allen SSDs immer gleich viel Energie. Auch wird das Schreibtempo der SSDs auf rund 1000MB/s „genormt“.

Achtet also weniger auf die absoluten Werte und viel mehr auf die Werte im Vergleich zu anderen SSDs.

Leistungsaufnahme

Der Stromverbrauch der Seagate FireCuda 510 ist erfreulich niedrig, zumindest im Standby und im Leerlauf. Hier gehört diese zu den sparsameren SSDs, gerade im Leerlauf.

Unter Last ist der Energieverbrauch etwas höher, was aber so bei einer High End SSD zu erwarten ist.

 

Fazit

Die FireCuda 510 von Seagate ist eine sehr gute SSD! Gerade schreibend ist diese eine der stärksten SSDs die ich bisher im Test gesehen habe. Die FireCuda 510 kann hier sogar problemlos mit einer Samsung 970 Pro mithalten, zu einem deutlich niedrigeren Preis. Allerdings arbeitet die FireCuda 510 mit einem Schreibcache, im Gegensatz zur 970 Pro.

Hierdurch ist diese bei sehr großen Schreibvorgängen etwas schwächer, hält aber immer noch ein klasse Tempo.

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Aber auch in praktischen Anwendungen kann die Seagate FireCuda 510 voll überzeugen! Ja ich würde sagen diese ist unterm Strich eine der schnellsten SSDs aktuell auf dem Markt.

Es gibt allerdings einen Kritikpunkt, dies wäre die Temperatur bzw. das Throttling. Die Seagate FireCuda 510 sollte wenn möglich mit einer Form von Kühler oder Ähnlichem ausgestattet werden, wenn Ihr diese intensiver nutzt. Ansonsten sinkt das Tempo der SSD schnell stark, obwohl diese im Verhältnis zu anderen Modellen auf dem Markt nicht mal so heiß wird.

Kurzum, Ihr sucht eine absolute High End SSD und seid dafür auch bereit einen Premiumpreis zu zahlen? Dann ist die Seagate FireCuda 510 genau die richtige SSD für Euch. Ich würde diese etwas unterhalb der Samsung 970 Pro, aber etwas oberhalb der WD Black SN750 einstufen. Lediglich aus Preis/Leistungssicht gibt es bessere SSDs.

Seagate Firecuda 510
Michael Barton

Vielen Dank fürs Lesen! Sollte mein Bericht euch geholfen haben würde ich mich über einen erneuten Besuch meiner Webseite und/oder dem Folgen meines Twitter freuen! Vielen Dank!

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