Wie gut ist der Windmesser und Regemesser des TFA Weatherhub Systems?

Bereits vor einigen Wochen haben wir uns einmal das TFA Weatherhub System in einem ersten Test angesehen. Allerdings dies nur in einer recht kleinen Ausbaustufe, mit Temperatur, Luftfeuchtigkeits-Sensoren.

Allerdings hat das Weatherhub System noch viel mehr zu bieten. Besonders interessant sind hier natürlich gerade die etwas erweiterten Sensoren, wie der Wind und Regenmesser.

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Um diese beiden Module soll es auch im heutigen Test gehen. Wollen wir uns mal ansehen wie gut und vor allem genau der TFA Weatherhub Windmesser und Regenmesser in der Praxis sind! Neugierig?

An dieser Stelle vielen Dank an TFA für das Zurverfügungstellen der beiden Sensoren für diesen Test.

 

Das TFA Weatherhub System

Starten wir mit den Basics, was ist das TFA Weatherhub System? Bei dem TFA Weatherhub System handelt es sich um eine Art vernetzte Wetterstation, welche allerdings sehr modular aufgebaut ist.

Anstelle eines vordefinierten Sets könnt Ihr Module miteinander verknüpfen wie Ihr dies benötigt.

Das Herz des Systems stellt dabei aber immer das Gateway dar. Bei dem Gateway handelt es sich um eine kleine Box welche sozusagen die Verbindung zwischen den einzelnen Modulen und dem Internet herstellt. Das Gateway ist also Pflicht im Weatherhub System.

Abseits dieser Funktionalität kann das Gateway alleine allerdings nichts weiter. Ihr müsst Module „Sender“ hinzufügen um eine Funktionalität zu erhalten. Hier seid Ihr extrem flexibel. Ein Gateway kann bis zu 50 Module verwalten, hier spielt es auch keine Rolle welche Weatherhub Module Ihr verbindet. Ihr könntet fünfzig Regenmesser nutzen, wenn Ihr dies wollt, auch wenn dies natürlich weniger Sinn macht.

Aktuell bietet TFA folgende Module an:

  • Temperatur-Sender
  • Temperatursender mit wasserfestem Kabelfühler
  • Solar-Funk-Windmesser
  • Funk-Regenmesser
  • Thermo-Hygro-Sender mit Profi-Temperatur-Kabelfühler
  • Thermo-Hygro-Sender
  • Funk-Wetterstation CONNECT
  • Funk-Wetterstation SPHERE
  • Digitales Thermo-Hygrometer COSY RADAR
  • Fenster- und Türen-Kontakt-Sensoren WEATHERHUB
  • Thermo-Hygro-Sender mit Poolsender WEATHERHUB
  • Funk-Thermo-Hygrometer mit 3 Sendern KLIMA@HOME

Erfreulicherweise sind die Module für das TFA Weatherhub System recht günstig. TFA scheint hier weitestgehend auf normale Wetterstations-Module zu setzen, die nicht zwingend für eine vernetzte Verbindung gedacht waren. Ich vermute das Gateway nutzt die Funktechnik einer normalen Wetterstation mit Display und wandelt die dort normalerweise angezeigten Daten einfach in ein digitales Signal um, das auf Eurem Smartphone landet.

Wie auch immer, das Weatherhub System funktioniert und ist günstig in der Anschaffung, was will man mehr?

 

Der Wind und Regemesser

Schauen wir uns die beiden großen Sensoren einmal im Detail an, starten wir mit dem Regemesser. Der Regenmesser hat mich primär aufgrund seiner doch recht großen Größe überrascht.

Dieser besitzt einen Durchmesser von 11,5 und eine Höhe von 18,5 cm. Damit entspricht er der Größe eines mittel großen Blumentopfs und ist der so ziemlich größte Regemesser der mir bisher begegnet ist.

Aus reiner Sicht der Messwerte ist aber sicherlich ein großer Regenmesser bzw. Auffangbehälter ein Vorteil.

Wie die meisten Regenmesser setzt auch das Modell von TFA auf das Wippen-Prinzip. 80% des Regenmessers ist nur ein Auffangbehälter, welcher das Wasser durch eine kleine Öffnung auf der Unterseite auf eine Art Wippe tropft, welche dann hin und her schlägt.

Dieses hin und her schlagen wird von der Elektronik gemessen und daraus die Regenmenge ermittelt. Ein ähnliches Prinzip nutzen 99% aller elektronischen Regemesser.

Damit die Elektronik funktioniert, bedarf es natürlich an Strom. Hierfür setzt der TFA Regemesser auf zwei AA Batterien auf der Unterseite.

Der Regenmesser ist so konstruiert einfach irgendwo auf eine glatte Oberfläche gestellt zu werden, Balkon, Terrasse usw. Ihr könnt diesen aber auf Wunsch auch mit dem Untergrund verschrauben, um ein Davonfliegen bei Sturm zu verhindern.

Erfreulicherweise setzt TFA bei seinem Weatherhub Regenmesser auf einen recht massiven Kunststoff! Gerade die obere Haube ist ausgesprochen dick und dadurch auch verhältnismäßig schwer.

Der Windmesser ist hier glatt das krasse Gegenteil. Dieser ist ausgesprochen leicht und glatt ein Stück kleiner als ich dies anhand der Bilder erwartet hätte. Dieser besitzt zwei „Rotoren“, einmal auf der Unterseite, um die Windgeschwindigkeit zu messen und einmal auf der Oberseite eine Windfahne um die Windrichtung zu ermitteln.

Der Windmesser kann dabei über zwei beiliegende Halterungen entweder an einer Hauswand befestigt werden, oder auch an einem Mast.

Allerdings muss ich gestehen das Design nicht ganz optimal zu finden, denn es ist nicht ganz leicht den Windmesser so zu befestigen das dieser den Wind aus allen Richtungen zu 100% messen kann.

Eine Richtung wird entweder von einer Hauswand geblockt, oder zumindest etwas vom Mast.

Auch seid Ihr bei der Positionierung nicht ganz frei, sofern Ihr die Windrichtungen korrekt angezeigt haben wollt. Die Windrichtungen sind fest einprogrammiert. Die „Nase“ des Sensors muss nach Süden ausgerichtet werden.

Bonuspunkte gibt es für die Stromversorgung. So setzt der TFA Windmesser auf ein kleines Solarpanel in Kombination mit zwei AAA Akkus im Inneren um mehr oder weniger autark zu arbeiten.   Ideal wenn Ihr diesen recht hoch aufhängt und diesen nur bedingt gut erreicht.

 

Feature, Funktionen und die App

Die Messwerte der meisten Sensoren (mit Ausnahme der Profi Sensoren der Observer Serie und der Displayeinheiten) lassen sich leider nur in der TFA Weatherhub App betrachten.

Die Weatherhub App ist so eine Sache. Seid Ihr ein sehr funktionaler Mensch werdet Ihr die App klasse finden, legt Ihr allerdings wert auf Design, dann naja.

Leider ist die Weatherhub App optisch nicht state of the Art! Ich nehme an diese wurde zu Android 2.x Zeiten entwickelt und danach optisch nicht mehr aktualisiert. Die App wirkt also sehr altmodisch und schwer.

Hübsch ist klar was anderes! Funktional habe ich aber keine Einwände.

Der Aufbau der Weatherhub App ist recht simpel. Auf der Startseite findet Ihr eine Überschicht über alle verbundenen Sensoren. Diese werden hier mit einem von Euch vergebenen Namen und den aktuellen live Daten angezeigt.

Tippt Ihr einen Sensor an, erhaltet Ihr erweiterte Daten, wie auch Historische-Daten. Diese werden je nach Sensor unterschiedlich präsentiert. Einige Sensoren, wie Temperatur-Sensoren, haben hier nur eine einfache Listenansicht.

Allerdings Pro Sensoren, was der Windmesser und Regemesser sind, bieten Diagramme, für eine bessere Übersichtlichkeit.

Im Falle des Regensensors erhaltet Ihr eine Ansicht über den Niederschlag am heutigen Tag und in der letzten Stunde. Ihr könnt aber auf ein Balkendiagramm des Niederschlags der letzten Stunde, Tag, Woche, Monat oder sogar Jahr umschalten.

Letztere beiden Zeiträume werden allerdings gruppiert (Ihr seht die Angaben nicht tagesgenau). Dennoch sind dies schon sehr interessante und wertvolle Informationen.

Diese werden auch ausreichend übersichtlich präsentiert. Hinzu kommen Rekord Daten, wie der gesamte Regen, der regenreichste Tag aller Zeiten usw.

Ähnliche Daten gibt es auch für den Windsensor. Diese werden allerdings etwas anders präsentiert. Hier erhaltet Ihr ein „360 Grad“ Diagramm mit einer Anzeige der Windrichtung, wie auch der Windgeschwindigkeit, Böen Geschwindigkeit usw.

Unterhalb davon ist ein Graph mit der Windgeschwindigkeit der letzten 24 Stunden, 7 Tagen oder 30 Tagen. Wie auch schon beim Regenmesser gibt es auch eine Ansicht mit Rekorddaten.

Ein sehr interessantes Feature der Weatherhub App sind die Alarme. Ihr könnt für alle Sensoren und alle Werte Grenzwerte einstellen, werden diese erreicht oder unterschritten, erhaltet Ihr eine Push Benachrichtigung.

Ihr könntet also Einstellen, dass Ihr gewarnt werdet wenn der Wind beispielsweise 50km/h überschreitet, damit Ihr Gartenmöbel in Sicherheit bringen könnt. Dies gilt natürlich auch für Temperatur Werte usw.

Mehr dazu in diesem kleinen Artikel.

 

Messgenauigkeit

Ein wichtiger Punkt ist die Messgenauigkeit. Diese ist aber gerade bei Windmessern extrem schwer zu beurteilen!

Hier kann ich nur eine subjektive Einschätzung abgeben und diese mit anderen Wetterstationen die ich habe (aber nicht an der exakt gleich Position angebracht sind) abgleichen.

Beginnen wir aber mit der Windrichtung. Dies ist sehr simpel, denn sie passt zu 100%. Die Windfahne dreht sich ausreichend leicht, dass diese selbst bei wenig Wind die richtige Richtung anzeigt. Die „eingestellte“ Richtung wird auch in der App genau widergespiegelt.

Bei der Windgeschwindigkeit wird es schwer. Ich würde aber sagen der TFA Windmesser arbeitet ausreichend genau. Dieser neigt tendenziell zu höheren Geschwindigkeiten als beispielsweise meine Froggit WH3000SE Wetterstation und liegt mit dem Homematic IP Wettersensor und meiner Bresser Wetterstation auf einem ähnlichen Level.

Die Genauigkeit gerade bei niedrigen Windgeschwindigkeiten scheint allerdings überdurchschnittlich zu sein!

Beim Regemesser ist es etwas einfacher Daten zu vergleich. Hier einfach mal die Messwerte aller meiner Wetterstationen von drei verregneten Tagen.

Welcher wert davon der genauste ist kann ich Euch nicht sagen. Vermutlich wird die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegen.

Schauen wir uns zum Abschluss noch die Messgenauigkeit des Temperatur-Sensors an. Auch hier lasse ich Euch entscheiden wie die Beispielsmessung zu interpretieren ist.

 

Fazit

Das TFA Weatherhub System ist ein ausgesprochen interessantes System, welches aber durchaus etwas spezieller Natur ist.

Der größte Pluspunkt des TFA Weatherhub System ist klar die Vielfalt der Sensoren, welche sich auch beliebig mixen lassen. Wollt Ihr in jedem Raum Eures Hauses einen Temperatur-Sensor haben + im Garten zwei Windmesser und drei Regenmesser? Dann wäre dies genauso möglich wie eine etwas typischere Zusammenstellung.

Dabei sind die Sensoren Qualitativ sehr ordentlich und vor allem günstig. Ein komplettes Set, inklusive Gateway, Temperatur-Sensor, Windmesser und Regemesser kostet Euch „lediglich“ 129€. Für solch ein System ein sehr fairer Preis. Hierfür bekommt man bei Netatmo kaum den Windmesser.

Auch der Funktionsumfang und die Aufbereitung der Daten, gerade des Regenmessers und Windmessers ist gut.

Der größte negativ Punkt bleibt klar die App, welche visuell wirklich nicht das gelbe vom Ei ist. Hier würde ein Refresh dem Weatherhub System sehr guttun und dieses bei guter Umsetzung über Nacht zum so ziemlich besten vernetzten Wettersystem machen. Funktional gibt es allerdings nichts zu beklagen, gerade die Alarmfunktion kann ausgesprochen praktisch sein.

Michael Barton

Vielen Dank fürs Lesen! Sollte mein Bericht euch geholfen haben würde ich mich über einen erneuten Besuch meiner Webseite und/oder dem Folgen meines Twitter freuen! Vielen Dank!

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