Test: reMarkable 2, das unnötigste Gimmick das ich mir jemals gekauft habe oder wirklich nützlich?

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Ein Tablet das nur für handschriftliche Notizen ist, sonst nicht mehr kann und 400€ kostet? Puh hier haben wir ein Produkt das sicherlich nichts für jeden ist!

Dennoch war ich schon länger am reMarkable Tablet interessiert, hatte mir aber einen Kauf verkniffen. Als nun das reMarkable 2 auf den Markt kam hat mich aber dann doch die Unvernunft ergriffen und ich habe mir das Tablet von meinem eigenen Geld gekauft.

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Wollen wir uns einmal im Test ansehen ob das reMarkable 2 nun doch das beste seit geschnitten Brot ist, oder ein unnötiger Impulsivkauf!

 

Das reMarkable 2 im Test

Mit 400€ kostet das reMarkable 2 so viel wie ein einfaches iPad. Hier muss also die Qualität und Verarbeitung stimmen! Erfreulicherweise ist dies auch der Fall.

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Das reMarkable 2 fühlt sich unheimlich wertig und gut gebaut an! So ist die Basis des Tablets aus Aluminium gefertigt, Front und Rückseite bestehen aber aus einem matten Glas. Neben den wertigen Materialien fällt vor allem die Dicke des Tablets auf. Dieses misst gerade einmal 4,7mm in der Dicke und ist somit nochmals ein gutes Stück dünner als ein iPad.

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Die restlichen Abmessungen entsprechen ungefähr einem 9-10 Zoll regulärem Tablet. Dies liegt auch an den vergleichsweise dünnen Rahmen. Das Display des reMarkable 2 misst 10,3 Zoll und setzt auf die e-Ink Technologie.

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Auf Seiten der Tasten haben wir lediglich einen Ein/Ausschalter. Auf Seiten der Anschlüsse einen USB C Port, welcher kaum dünner ist als das Gehäuse selbst.

Auf der Rückseite besitzt das reMarkable 2 Gummifüße, die das Verrutschen verhindern.

 

Ein dünner Lieferumfang und Stift

Wenn Ihr das reMarkable 2 kauft, bekommt Ihr abseits eines USB A zu USB C Ladekabel NICHTS weiter im Lieferumfang! Der im Grunde essenzielle Stift ist nicht im Lieferumfang des reMarkable 2 und muss extra gekauft werden.

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Hier bietet reMarkable zwei Stifte an, einen normalen „Marker“ und den Marker Plus. Der Marker Plus kostet 99€ und bietet verglichen mit dem normalen Marker (49€) einen zusätzlichen „Radierer“ am Ende. Ja dies sind extreme Preise!

Für den Marker gibt es keine Halterung im Tablet. Der Stift kann aber mithilfe von Magneten am Gehäuse haften. Ich werde diesen so früher oder später verlieren.

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Immerhin fühlt sich der Marker ordentlich an! Dieser besteht aus einem rauen Kunststoff, welcher ein wenig das Gefühl eines Bleistiftes imitieren soll, was auch gelingt. Der Marker besitzt keine Batterie und muss somit auch nicht geladen werden.

Wollt Ihr noch eine Hülle dazu, dann müsst Ihr nochmals 79-149€ drauflegen. reMarkable hat damit nicht nur die Haptik eines Apple Produktes, sondern auch seine Preise. Ich habe mir das „Polymer Weave“ aufklappbare Cover gekauft.

Dieses haftet ähnlich wie der Stift magnetisch am Tablet, was auch wirklich gut funktioniert.

 

Das Display und das Schreibgefühl

Das reMarkable 2 setzt auf ein 10,3 Zoll monochrones E-Ink Display mit einer Auflösung von 1872 x 1404.

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Das E-Ink Display ist hier natürlich das Besondere. Wenn Ihr schon einmal einen eBook Reader vor Euch hattet, dann wisst Ihr auch ungefähr was Euch erwartet. Das Display des reMarkable 2 ist dabei als durchaus wertig zu bezeichnen! Dieses ist auf dem Level der größeren Amazon Kindle Modellen, wenn nicht sogar leicht drüber. Allerdings hat das reMarkable 2 keine Hintergrundbeleuchtung.

E-Ink Displays sind wie üblich bei allen Lichtsituationen, außer kompletter Dunkelheit, sehr gut ablesbar und muten wirklich wie Papier an. Im Falle des reMarkable 2 ist das Display zudem von einem rauen Glas überzogen, welches ein wenig die Textur von Papier hat.

Dies ist auch das wichtigste Verkaufsmerkmal! Ich kann nicht auf dem iPad schreiben. Der glatte Stift auf glattem Glas ist einfach furchtbar! Dies macht reMarkable 2 Welten besser!

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So ähnelt das Schreiben auf dem Tablet wirklich dem Schreiben auf Papier. Ich würde sogar sagen es ist hier angenehmer. Ich neige lediglich dazu groß zu schreiben, aber das kommt hoffentlich mit der Zeit.

Der Stift gleitet gut auf dem Display, aber auch nicht ungehindert. Der Stift rutscht also nicht unkontrolliert, wodurch das Schreiben oder Zeichnen unpräzise wird. Dabei reagiert das E-Ink Display erstaunlich schnell, was eigentlich bei E-Ink Display ungewöhnlich ist. Dennoch ist die Reaktionszeit bei einem iPad klar niedriger, auch wenn mich diese beim reMarkable 2 nie gestört hat.

Kurzum ja das Schreibgefühl ist wirklich so gut wie von reMarkable beworben! Es ist um einiges besser als beim iPad.

 

Was kann das reMarkable 2?

Was kann nun das reMarkable 2? Notizen schreiben! Im Grunde dreht sich das Tablet nur um handschriftliche Notizen, die ähnlich wie bei einem Kindle die Bücher sortiert werden.

So habt Ihr auf der Startseite eine Übersicht über alle Notizen und könnt auch neue erstellen. In diesen Notizen könnt Ihr frei Schreiben und Zeichnen. Dabei bietet das Tablet diverse Stift-Stärken und Formen an. Die Ganze UI ist beim reMarkable 2 aber sehr minimalistisch gehalten.

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Das reMarkable 2 reagiert beim Schreiben prinzipiell nur auf seinen Stift, besitzt aber eine Touch Screen. Menüelemente usw. lassen sich auch mit dem Finger bedienen. Auch das Umblätter usw. geschieht über eine Wischgeste.

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Notizen können auf Wunsch mit der Cloud synchronisiert werden. reMarkable bietet hier eine Desktop-Anwendung an, wo dann Eure Notizen auftauchen. Ihr könnt diese zwar hier nicht bearbeiten, aber als PDF, PNG oder SVG exportieren.

Notizen lassen sich auch auf dem reMarkable 2 direkt in Text umwandeln. Erstaunlicherweise scheint es nicht möglich zu sein diese Texte dann einfach „in der Cloud“ zu speichern! Ihr könnt diese lediglich via Mail versenden.

Auch in der reMarkable Desktop Anwendung ist es nicht möglich Notizen in Texte umzuwandeln. Hierdurch ist die Kombination aus handschriftlichen Texten und am Computer geschriebenen Texten unnötig kompliziert. Ihr müsst Euch im Grunde alles via Mail zusenden und dann weiter nutzen.

Solche umgewandelten Notizen lassen sich nicht mal auf dem Tablet speichern, sondern nur auf Wunsch kurzzeitig anzeigen. Hier ist noch super viel potenzial nach oben!

Dies ist doppelt schade denn die Handschrift Erkennung des reMarkable 2 ist sehr gut! Selbst bei meiner furchtbaren Schrift erkennt das Tablet den Text zuverlässig.

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Hier und da gibt es mal einen Fehler, gerade bei Abkürzungen wie bzw. usw., Ihr solltet Texte also nicht unkorrigiert weitersenden, aber im generellen war ich schwer beeindruckt wie gut diese Erkennung ist. Interessanterweise kennt das reMarkable 2 das Wort ReMarkable nicht.

Umgekehrt könnt Ihr PDFs und eBooks (epub) auch auf das Tablet hochladen und dort Lesen oder bearbeiten! Ja Ihr könnt beispielsweise Rechnungen und Verträge auf das Tablet kopieren und dort Unterschreiben.

Allerdings ist die Auflösung der Unterschrift vergleichsweise gering.

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An dieser Stelle aber noch ein paar Worte zur Desktop Anwendung. Was den Aufbau angeht mag diese Okay sein, aber ich habe in meinem Leben noch nie eine derartig träge Anwendung erlebt! Als würde hier irgendein Emulator im Hintergrund laufen.

 

Fazit

Ganz klar gesagt das Schreiben auf dem reMarkable 2 funktioniert wirklich gut und fühlt sich auch gut an! Hier kann selbst ein iPad Pro mit Apple Pencil nicht ansatzweise mithalten.

Die Kombination aus rauer Displayoberfläche, E-Ink Display und der deutlich besseren Haptik des Stifts kann das iPad nicht schlagen. Seid Ihr also wirklich bereit fast 500€ für ein „Digitales Handschriftliches Notizbuch“ auszugeben, dann ja was Besseres als das reMarkable 2 findet Ihr nicht. Das Schreibgefühl ist hier unübertroffen.

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Zudem ist die Benutzeroberfläche soweit Okay, der Akku ordentlich und die Haptik Weltklasse. Auch die Umwandlung von Handschrift in Text funktioniert besser als von mir erwartet und die Funktion zum Bearbeiten/Unterschreiben von PDFs ist nützlich.

Hier endet es dann aber auch an Pluspunkten. So ist vor allem die Software verbesserungswürdig. Warum kann ich in Text umgewandelte Notizen nur via Mail versenden und nicht in der vorhandenen Cloud speichern? Warum ist die Auflösung von Notizen in PDFs vergleichsweise gering? Warum ist die Desktopanwendung derartig langsam. Warum ist der essenzielle Stift nicht im Preis des Tablets enthalten?

So könnte ich noch etwas weiter machen. Ich kann zwar verstehen warum im Gehäuse des Tablets kein Platz zum Integrieren des Stifts ist, aber warum ist an der Hülle nicht ein Fach für diesen? Das magnetische Anheften des Stifts am Tablet ist zwar cool, der Stift wird aber in jeder Tasche irgendwann abfallen und vielleicht sogar verschwinden. Dann sind 49€ oder 99€ fällig.

Ehrlich gesagt, 99% von Euch sind mit einem iPad mit Apple Pencil besser beraten. Wollt Ihr beispielsweise ein PDF auf dem reMarkable 2 haben, dann müsst Ihr dieses über die Desktop App hochladen. Ihr braucht also für alle erweiterten Feature immer zweites Gerät.

Wenn Ihr auch Probleme habt auf dem iPad vernünftig zu schreiben, dann versucht mal Paperlike 2, eine Displayschutzfolie fürs iPad das die Oberfläche etwas „anraut“. Nein auf dem reMarkable 2 schreibt es sich immer noch um Welten besser, aber für die Masse ist dies die bessere Alternative.

Seid Ihr natürlich bereit 500€ auszugeben, für die Möglichkeit perfekte digitale handschriftliche Notizen zu erstellen, dann kauft das reMarkable 2. Dieses Kern-Feature und vor allem die Hardware ist schon perfekt umgesetzt.

Michael Barton
Vielen Dank fürs Lesen! Sollte mein Bericht euch geholfen haben würde ich mich über einen erneuten Besuch meiner Webseite und/oder dem Folgen meines Twitter freuen! Vielen Dank!

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3 KOMMENTARE

  1. Schade, könnte der Schlüssel zum papierlosen Büro sein, wovon viele seit 20 Jahren träumen. Fehlt nur ne Kamera zum scannen und eine leistungsfähige Cloud/NAS/Sync Funktion – dann wär’s perfekt…

  2. Ich verfolge das Thema E-Ink gerade für Geräte mit Input schon seit einigen Jahren interessiert und habe mir das Remarkable 2 auch gekauft.
    Tatsächlich war es bisher kaum möglich einen E-Ink Bildschirm ohne sichtbaren Refresh wirklich „interaktiv“ zu benutzen, ohne Augenkrebs zu bekommen. Das passiert alles ganz flüssig, keine merkliche Verzögerung und auch die Nachbilder auf dem Screen sind in der praktischen Nutzung kaum zu erkennen. Als jemand, der ohnehin schon stundenlang am PC an Texten arbeitet, ist das Remarkable für mich eine ideale Abwechslung, um augenschonend und direkt vom Hirn in die Hand (diverse Forschungsarbeiten zeigen, dass man hier besser kreativ sein kann und das Hirn besser eingebunden wird) Gedanken festzuhalten, Skizzen anzufertigen, Konzepte vorzuformulieren.
    Die Texterkennung ist ausreichend, um am PC dann den Feinschliff vornehmen zu können.

    Für mich genau das passende Stück im Workflow, um nicht mehr seitenweise aus meinen handschriftlichen Notizen abtippen zu müssen (und fangt mir nicht mit Schreiben auf dem iPad an, alles schon probiert). Dafür mögen 400€ viel erscheinen, wer wie ich täglich einige Seiten Text produziert, dem ist es das wert.

  3. Netter Testbericht, für mich eher ein „Spielzeug“. Schade das die vom iPad gewohnten Features nicht funktionieren…

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