Test: Dell U3423WE, Ultra Wide mit IPS Black!

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Mit dem U3423WE bietet Dell einen interessanten 21:9 Monitor an. Die größte Besonderheit an diesem, das Panel. Denn Dell setzt bei ihm auf ein Panel mit der so genannten IPS Black Technologie.

IPS Black? IPS Black soll die Bildqualität und vor allem den Kontrast des Panels deutlich erhöhen. So wirbt Dell hier mit einem Kontrast von 1:2000, was für einen IPS Monitor extrem stark wäre.

Wenn du so willst vereint IPS Black die Vorteile des IPS Panels mit dem höheren Kontrast der VA Panel Technologie.

Zudem haben wir natürlich eine hohe Auflösung von 3440×1440 Pixeln, 10 Bit Farbe und einer integrierten Docking-Station.

Klingt doch interessant! Wollen wir uns den Dell U3423WE einmal näher im Test ansehen.

An dieser Stelle vielen Dank an Dell für das Ausleihen des U3423WE für diesen Test.

 

Test: Dell U3423WE

Der Dell U3423WE ist ein Business / Content Creator Monitor. Entsprechend ist dieser etwas schlichter und eleganter gestaltet.

So ist die Rückseite und der Standfuß in einer schlichten silbernen Optik gehalten. Dabei wirkt der Standfuß auch wunderbar massiv und stabil. Dieser bietet die gängigen Ergonomie-Optionen, Höhenverstellbarkeit, wie auch ein “zur Seite drehen”. Ein hochkant Stellen ist wie bei den meisten 21:9 Monitoren nicht möglich.

Sehr spannend sind beim Dell U3423WE die Anschlüsse. So besitzt der Monitor einen kleinen Hub integriert.

  • 1x Netzanschluss
  • 2x HDMI 2.1
  • 1x DisplayPort 1.4
  • 1x USB C mit Display + Daten Signal
  • 1x USB C nur Daten Signal
  • 1x 3,5mm Audio Ausgang
  • 5x USB 3.1 Gen 2 10 Gbit
  • 1x USB C Ausgang 10 Gbit
  • 1x Gbit LAN

Du kannst den Monitor zunächst ganz klassisch via HDMI oder DisplayPort mit deinem PC verbinden. Machst du dies, kannst du über ein zusätzliches USB Kabel auch den USB Hub bzw. den LAN Port nutzen.

Verbindest du aber den Monitor direkt via USB C, dann wird über diese Verbindung das Bildsignal, wie auch das USB Signal übertragen. Ideal für Notebooks.

Dabei kann der Monitor dein Notebook auch noch mit bis zu 90W über das USB C Kabel versorgen, zusätzlich zur Daten/Display Übertragung.

 

Das Panel

Werfen wir zunächst einen Blick auf das Panel des U3423WE.

  • 34,14″/​86,7cm
  • IPS Panel
  • 3440×1440 Pixel Auflösung
  • 60 Hz
  • 21:9 Format mit 1900R/​1,9m Krümmung
  • 300cd/​m²
  • 000:1 Kontrast

Wir haben hier zunächst einen recht klassischen 21:9 Monitor mit 34 Zoll und 3440×1440 Pixeln Auflösung. Auch haben wir nur 60 Hz.

Das Besondere ist aber das IPS Panel mit der “IPS Black” Technologie. Hier erst einmal was Dell dazu sagt “Die IPS Black-Technologie von LG Display ist eine neu entwickelte Technologie, die sich ideal für Professionelle eignet. Sie unterstützt einen breiteren Betrachtungswinkel, eine verbesserte Farbgenauigkeit, einen detaillierteren Ausdruck in dunklen Szenen und schnellere Reaktionszeiten.”.

LG? Ja das Panel im U3423WE stammt von LG. Ich vermute es handelt sich hier um das LM340UW8-SSA1, was ich aber auch nicht zu 100% genau weiß.

Auf dem Papier ist der größte Vorteil von IPS Black vor allem der Kontrast. Normalerweise kommen IPS Panels auf 1:1000. Höhere Kontraste sind normalerweise nur mit VA oder OLED Panels möglich.

IPS Black erreicht aber laut Hersteller einen Kontrast von 1:2000, was eher auf dem Level eines VA Panels ist. Dabei bleiben aber die Vorteile von IPS Panels bestehen, wie die bessere Reaktionszeit.

 

Farbraum und Kalibrierung

Dell wirbt beim U3423WE mit einer 100% sRGB, 98% DCI-P3 und 100% Rec 709 Farbraum Abdeckung. Folgendes konnte ich messen:

In meinem Test kam der U3423WE wie beworben auf 100% sRGB, aber “nur” auf 95% DCI-P3 und 90% AdobeRGB.

Das “nur” muss ich hier aber klar in Klammern setzen, denn 95% DCI-P3 und 90% AdobeRGB sind top Werte! Damit ist der Monitor prinzipiell für Foto und Video-Bearbeitung gut geeignet, zumindest wenn es um die Farbdarstellung geht.

Kalibrierung Dell U3423WE
Kalibrierung Dell U3423WE – Standard Modus

 

Kalibrierung Dell U3423WE DCI Modus
Kalibrierung Dell U3423WE DCI Modus

Die Kalibrierung von Haus aus ist allerdings weniger gut als ich es erwartet hätte. Im Standardmodus kam ich auf einen Delta E von 2,87 im Schnitt und 5,52 im Maximum. Das geht noch in Ordnung für die Foto- und Video-Bearbeitung, aber ist auch nicht optimal.

Im DCI Modus wird die Kalibrierung etwas besser aber über ein Delta E von 1,9 im Schnitt kommen wir nicht hinaus.

Für professionelle Nutzer wäre also ein Kalibrierungstool vielleicht empfehlenswert, aber auch nicht Pflicht.

 

Helligkeit und Kontrast

Laut Dell soll der U3423WE eine maximale Helligkeit von 300 cd/m² bieten. Hier gibt es aber direkt eine Anomalie!

In meinem ersten Testdurchlauf kam der Monitor nur auf 266 cd/m². Dabei war mir aber aufgefallen, dass es praktisch zwischen 75% und 100% eingestellter Helligkeit keinen Unterschied gab.

Es gibt bei modernen Monitoren immer eine Warnmeldung wegen eines erhöhten Stromverbrauchs, wenn du die Helligkeit über 75% drehst. Diese habe ich auch akzeptiert.

Dennoch schien es keinen Unterschied zu machen und ich dachte schon “ok ist so”. Allerdings ist mir später etwas aufgefallen.

Im “Farbraum” Profil (ob sRGB oder Display P3 Profil) ist der Monitor ein gutes Stück heller. Dies ist auch kein Messfehler, denn der Stromverbrauch steigt in diesen Profilen, was für eine höhere Helligkeit spricht.

Plötzlich kommen wir auf gute 369,5 cd/m²! Willst du also die maximale Helligkeit, musst du in das Farbraum sRGB oder DCI Profil wechseln. Merkwürdig.

Wie steht es aber um den Kontrast? Hier sollten wir dank IPS Black ja fantastische Werte sehen?

Im Maximum konnte ich einen Kontrast von 1:1480 messen. Für einen IPS Monitor ein fantastischer Wert! Allerdings auch ein gutes Stück weniger als versprochen.

Dennoch ist dies kein schlechter Wert, ganz im Gegenteil. Auch rein subjektiv wirkt der Kontrast des Monitors sehr gut und merklich etwas besser als bei einem 08/15 IPS Panel.

 

Das 21:9 Format und praktische Einschätzung

Falls du bisher einen normalen Monitor genutzt hast, wird vor allem das 21:9 Format des U3423WE für dich ungewohnt sein. Hierdurch ist der Monitor ein gutes Stück breiter, was in sehr vielen Situationen nützlich ist.

Zum einen macht gerade das Gaming auf einem 21:9 Monitor sehr viel Spaß und ist ein komplett anderes Erlebnis. Aber auch viele Produktiv-Anwendungen profitieren vom 21:9 Formfaktor, wie Foto/Video-Bearbeitung.

Zugegeben, fürs Gaming ist der U3423WE eher semi-gut geeignet. Prinzipiell sind die Reaktionszeiten des Monitors “unauffällig” gut, aber wir haben nur 60Hz. Als primären Gaming Monitor kann ich diesen also nicht empfehlen, aber für ab und an mal ein Spiel nebenbei geht er völlig in Ordnung.

Wirklich Sinn macht der Dell U3423WE primär für Anwendungen wie Foto-Bearbeitung oder Video-Bearbeitung. Gerade bei letzterer ist das 21:9 Format super, da du einfach mehr Elemente aufs Bild bekommst.

Bei Text/Tabellenbearbeitung bin ich von 21:9 nicht ganz so überzeugt. Theoretisch kannst du zwei Fenster problemlos im großen Format nebeneinander geöffnet haben, aber ich mag meine Fenster gerne zentriert. Aber das kann auch in die Kategorie persönliche Präferenz fallen.

Die Docking Funktion ist wieder extrem gut. Hast du ein Notebook das via USB C geladen werden kann (und dem 90W reichen) kannst du dieses einfach via USB C an den Monitor anschließen und mit einem Kabel hast du auf Wunsch alles verbunden, den Monitor, das Laden und auch die diversen USB Ports wie auch den LAN Port.

Im Monitor sind sogar Lautsprecher verbaut, welche aber schlechter sind als die der meisten Notebooks.

Dennoch ist diese Ein-Kabel-Lösung unheimlich praktisch.

 

Stromverbrauch

Werfen wir einen Blick auf den Stromverbrauch, im Standard Profil und im sRGB Profil (welches etwas heller ist).

Wichtig, der Stromverbrauch steigt natürlich massiv, wenn du USB Geräte oder das Laden via USB C nutzt.

Dies hier sind die reinen Basiswerte des Displays via HDMI oder DisplayPort. Dabei ist der Monitor mit maximal 30W bzw. 36,6W sogar recht sparsam für die Größe!

 

Fazit

Der Dell U3423WE ist, wie zu erwarten war, ein guter bis sehr guter Monitor, welcher aber auch nicht perfekt ist!

Zunächst ist die Zielgruppe des Monitors klar, dieser richtet sich an Office / Content Creator / Notebook Nutzer. Zwar ist er auch für leichtes Gaming einsetzbar, wo auch der 21:9 Formfaktor durchaus Spaß macht, aber gerade die 60 Hz sind hier schon ein limitierender Faktor und es gibt in dieser Preisklasse klar bessere Gaming Monitore.

In der Medien-Bearbeitung fühlt sich der Dell U3423WE wohler. So haben wir ein kontraststarkes Bild mit sehr guten Farben!

  • 100% sRGB
  • 95% DCI-P3
  • 90% AdobeRGB

Dies sind super Werte! Die Kalibrierung des Monitors war bei mir von Haus aus zwar nicht übermäßig akkurat, das habe ich schon besser gesehen, diese ist aber gut genug.

Daher ja, arbeitest du mit Foto und Video- Bearbeitungsprogrammen kann ich den U3423WE mit gutem Gewissen empfehlen, gerade wenn du dafür primär ein Notebook nutzt!

Denn eine weitere große Stärke ist der integrierte USB Hub mit 6x USB Ausgängen, Audioausgang und LAN Port. Zudem kann der Monitor dein Notebook mit bis zu 90W laden. Hast du also z.B. ein Dell XPS 13 oder MacBook reicht ein Kabel und das Notebook wird geladen, es wird Bild angezeigt und die diversen Anschlüsse sind verbunden.

Was sind die Schwächen des U3423WE? Eine höhere Bildfrequenz als 60 Hz wären schön gewesen und dass die maximale Helligkeit nicht im Standard Profil zur Verfügung steht, ist merkwürdig.

Ebenso ist die IPS Black Technologie so eine Sache. Wir haben einen sehr guten Kontrast für einen Monitor mit IPS Technologie, aber dieser kommt in meinem Test nicht ganz auf die beworbenen 1:2000, sondern auf knapp unter 1:1500, was weiterhin sehr gut ist, aber unter der Herstellerangabe liegt. Wir haben hier durchaus ein kontrastreicheres Bild als bei üblichen IPS Monitoren, aber die IPS Black Technologie ist auch keine Revolution.

Und ich denke das passt ganz gut zum Fazit, der Dell U3423WE ist ein guter Monitor für produktive Tätigkeiten und Notebook Besitzer, er ist aber auch nicht revolutionär.

Dell U3423WE
Gute Farbraum-Abdeckung
Gute Helligkeit (369,5 cd/m²)
Hoher Kontrast für einen IPS Monitor
Viele Anschlüsse inklusive USB C Hub
Kalibrierung im Standard Modus mäßig
Nur 60 Hz
86

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Michael Barton
Michael Barton
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