Das Huawei Mate 20 Pro im Test, DAS Smartphone 2018

Das Huawei Mate 20 Pro ist das meist gehypte Smartphone im Herbst/Winter 2018. Dabei bekommt dieses massenhaft Lob, es wäre das Innovativste und tollste Smartphone aller Zeiten.

Und ja auf dem Papier stimmt dies absolut! Hier kann das Mate 20 Pro die komplette Android Konkurrenz teils deutlich abhängen.

Aber die Praxis ist oftmals etwas völlig anderes! Alle positiven Reviews stammen von Huawei Partnern die das Smartphone vor dem offiziellen Verkaufsstart erhalten haben oder sogar auf Huaweis kosten zum Launch Event nach London geladen waren.

Hat sich hier Huawei die Gunst der Presse erkauft? Vielleicht, vielleicht ist aber das Huawei Mate 20 Pro auch einfach nur ein absolutes Top Smartphone!

Da ich nun endlich mein Mate 20 Pro zum offiziellen Marktstart erhalten habe (selbst gekauft), wollen wir dies doch einmal im Test herausfinden!

Wie gut ist das Huawei Mate 20 Pro wirklich?

 

Technische Daten

  • Huawei Mate 20 Pro
  • 6.39 Zoll AMOLED Display mit 3120×1440 Pixel
  • 40 Megapixel F1.8 Hauptkamera
  • 20 Megapixel F2.2 Weitwinkel Kamera
  • 8 Megapixel F2.4 Zoom Kamera
  • 24 Megapixel Front Kamera
  • HiSilicon Kirin 980
  • 6GB RAM
  • 128GB Speicher
  • 4200mh Akku

Das Huawei Mate 20 Pro im Test

Das Mate 20 Pro ist ein 2018er Flaggschiff Smartphone, also setzt Huawei natürlich auf viel Glas beim Äußeren, wie es aktuell alle Hersteller machen.

Allerdings hebt sich das Mate 20 Pro trotz seiner Glasrückseite und Metallrahmen ein gutes Stück von der Masse und auch früheren Huawei Smartphones ab. Hier gibt es drei wichtige Punkte.

Zum einen nutzt Huawei gebogenes Glas auf der Front und Rückseite. Mit gebogen meine ich nicht nur leicht abgerundet, wie es viele Hersteller machen, sondern wirklich um die Ecken gebogen.

Dies sieht natürlich extrem schick und auch edel aus, hat aber auch den Nachteil, dass es keine guten Displayschützer für das Mate 20 Pro gibt und das dieses recht empfindlich anmutet. Ein iPhone Xs Max oder auch ein Samsung Galaxy Note 9 machen doch noch einen etwas robusteren Eindruck als das Mate 20 Pro.

Zudem ist das Mate 20 Pro je nach Farbe recht rutschig. „Je nach Farbe?“ Das Mate 20 Pro ist in drei Farben verfügbar Schwarz, Blau und Twilight.

Twilight ist ein extrem cooler und auffälliger metallicblau zu schwarz Farbverlauf. Im Gegensatz zu Twilight setzten die beiden anderen Farben allerdings auf eine etwas mattere Glas Textur, welche den Gripp verbessert und Fingerabdrücke verbirgt.

Twilight hingegen ist ein Fingerabdruck- Magnet!

Ein weiteres wichtiges Designmerkmal des Mate 20 Pro ist das Kameramodul. Dieses viereckige Modul ist mittig auf der Rückseite angebracht und besteht aus vier Elementen. Drei Kameras und einem LED Blitz.

Daumen hoch dafür, dass Huawei hier etwas eigenes gemacht hat!

Was die Verarbeitung und Haptik angeht ist das Mate 20 Pro ganz klar auf einem spitzen Level! Hier steht Huawei mittlerweile Samsung oder Apple nichts nach. Das Mate 20 Pro sieht aus wie ein premium Smartphone und fühlt sich auch so an.

Gehen wir einmal um das Smartphone herum. Auf der Front finden wir das große 6,39 Zoll Display, eine Kamera und eine Ohrmuschel. Das Display verfügt wie aktuell üblich über eine Notch, welche mich allerdings im Alltag 0 gestört hat.

Der Einschalter ist gemeinsam mit der Lautstärkewippe auf der üblichen rechten Position angebracht. Einen Kopfhöreranschluss sucht Ihr leider am Mate 20 Pro vergebens, genau wie einen Haupt-Lautsprecher. Letzterer ist allerdings nur versteckt und nutzt den USB C Port auf der Unterseite als Auslass.

Auf der Rückseite findet sich nur das große Kameramodul mit seinen drei Sensoren und LED Blitz. Der Fingerabdruckscanner ist beim Mate 20 Pro unter dem Display versteckt!

Damit ist das Mate das erste „große“ Smartphone welches diese Technologie nutzt.

 

Display

Huawei setzt beim Mate 20 Pro auf ein 6,39 Zoll AMOLED Panel mit 3120×1440 Pixeln Auflösung. Dies ließt sich auf dem Papier schon sehr gut!

Praktisch sieht das Display des Mate 20 Pro auch sehr gut aus! Farben sind klar und angenehm satt, aber auch nicht übersättigt. Huawei verfolgt hier einen eher natürlichen Ansatz. Der Kontrast ist natürlich, wie bei einem AMOLED Panel üblich, perfekt und die maximale Helligkeit sehr ordentlich.

Kurzum ein sehr gutes Display! Besser als das vom Note 9 oder iPhone Xs Max? Nein, aber sehr dicht dran!

 

Lautsprecher

Das Huawei Mate 20 Pro verfügt über einen Stereo- Lautsprecheraufbau. Dieses nutzt sowohl die Ohrmuschel wie auch einen Lautsprecher auf der Unterseite für die Wiedergabe von Medien.

Der Lautsprecher auf der Unterseite ist dabei interessant im USB C Port versteckt, wobei dies nicht ganz richtig ist. Der USB C Port wird einfach nur als Auslass für den Ton genutzt.

Die generelle Lautsprecherqualität des Mate 20 Pros würde ich als okay bis gut bewerten. Vor 1 ½ Jahren hätte ich die Lautsprecher des Mate noch als top eingestuft, aber alle Hersteller, ob nun Google, Apple, Samsung usw., haben dieses Jahr mächtig bei den Lautsprechern nachgebessert.

Das Mate 20 Pro klingt also vernünftig, aber deutlich schlechter als ein iPhone Xs Max und auch etwas schlechter als ein Note 9.

Die Lautsprecher sind sehr klar, aber es fehlt etwas Volumen und Tiefgang, selbst für ein Smartphone. Ich meine man hört hier, dass die Lautsprecher relativ klein sein werden. Auch die maximale Lautstärke ist eher mäßig.

Dennoch für mal einen Film abends im Bett oder Ähnliches reichen die Lautsprecher völlig aus! Aber als Webradio würde ich das Mate 20 Pro nicht nutzen wollen.

Auch sinkt die Soundqualität ein gutes Stück wenn Ihr den USB Port belegt. Kurzum an den Lautsprecher gibt es noch gut Luft nach oben.

 

Kamera

Die Kameras sind sicherlich das absolute Highlight am Mate 20 Pro! Von diesen Kameras besitzt dieses auch gleich drei Stück auf der Rückseite.

Im Gegensatz zu bisherigen Huawei Modellen handelt es sich hier auch wirklich um drei nutzbare Kameras. Weg ist die schwarz/weiß Kamera, welche für die Hintergrundunschärfe und Optimierung der Aufnahmen zuständig war.

Dafür gibt es:

  • Eine 40 Megapixel F1.8 Hauptkamera
  • Eine 20 Megapixel F2.2 Weitwinkel-Kamera
  • Eine 8 Megapixel F2.4 Zoom-Kamera

Gerade für die Weitwinkel-Kamera möchte ich Huawei küssen! Von meiner Zeit mit dem LG G5 und LG G6 habe ich diese extrem zu schätzen gelernt und habe sehr gehofft, dass Huawei mit einer guten Umsetzung punkten kann.

Sprechen wir aber erst einmal über ein paar technische Details. Die 40 Megapixel ist sicherlich die größte Besonderheit am Mate 20 Pro. Der vermutlich identische Kamerasensor kam auch bereits beim P20 Pro zum Einsatz und war dort schon etwas rätselhaft.

Alle großen Smartphones setzen auf Kamera-Sensoren von Sony. Sony bietet allerdings keinen passenden 40 Megapixel Sensor an. Es handelt sich hier also entweder um ein exklusives Modell oder Huawei hat einen anderen Zulieferer.

Der Sensor soll allerdings mit einer Größe von 1/1.7″ Punkten. Für ein Smartphone ist dies riesig!

Hier durch kann sehr viel Licht eingefangen werden. Zudem werden die 40 Megapixel in der Standard Einstellung zu 10 Megapixel heruntergerechnet, was rauschfreiere und hellere Aufnahmen erzeugen soll.

Starten wir auch mit der 10 vs. 40 Frage. Ihr könnt beim Mate 20 Pro zwischen 10 Megapixeln Bildern und 40 Megapixel Aufnahmen entscheiden.

Hier klingt die Entscheidung im ersten Moment, wenn man nur die Bildqualität betrachtet, natürlich sehr einfach, praktisch ist das aber nicht der Fall. Die 10 Megapixel Bilder sind nicht einfach nur eine herunterskalierte Version der 40 Megapixel Aufnahmen, sondern werden speziell nachbearbeitet.

Die 10 Megapixel Bilder wirken sehr oft schärfer und konturreicher als die 40 Megapixel Bilder. Zoomt man allerdings in die Aufnahmen hinein (nachträglich) sind die 40 Megapixel Bilder doch ein Stück schärfer.

Die 10 Megapixel Aufnahmen werden also via Software stark nachgeschärft, die 40 Megapixel Bilder nicht!

Dennoch ist der Unterschied nicht ansatzweise so groß wie man dies bei 40 gegen 10 Megapixeln denken könnte.

Was Farben, Belichtung usw. angeht konnte ich keine nennenswerten Unterschiede ausmachen. Im Low Light wirken die 10 Megapixel Bilder tendenziell etwas rauschärmer und schärfer, aber dies auch nicht signifikant.

Im extrem Low Light sind die 10 Megapixel Bilder etwas heller, allerdings die 40 Megapixel Bilder fast etwas atmosphärischer.

Huawei empfiehlt die 10 Megapixel Bilder, dieser Empfehlung würde ich auch im Normalfall nachkommen. Plant Ihr allerdings ein Bild groß auszudrucken oder Ähnliches schaltet auf 40 Megapixel um.

Ich würde sogar dauerhaft in 40 Megapixel fotografieren, gäbe es hier nicht Software- Einschränkungen. Es ist im 40 Megapixel Modus nicht möglich zu zoomen. Ebenso ist es nicht möglich zwischen den unterschiedlichen Kameramodulen umzuschalten, was ein No Go ist.

Ich hoffe dies ändert Huawei noch via Update.

Kommen wir damit auch zu den Testbildern der Hauptkamera. Ich habe mich entschiede diese ausschließlich im 10 Megapixel Modus zu machen und hochzuladen.

Bei genug Licht produzieren alle High End Smartphones gute und scharfe Bilder. Meist gibt es nur Unterschiede was den Bildstyle angeht.

Einige Smartphones produzieren sehr gleichmäßig ausgeleuchtete und helle Bilder (iPhone Xs) andere recht helle und bunte Bilder (Note 9) und einige eher natürliche und kontrastreichere Aufnahmen (Pixel).

Vergleichsbilder Huawei Mate 20 Pro, Google Pixel 3 XL, Google Pixel 2 XL, Samsung Galaxy Note 9, iPhone Xs Max

Mate 20 Pro

Note 9

Pixel 3 XL

iPhone Xs

Maste 20 Pro

Note 9

Pixel 3 XL

iPhone Xs

Mate 20 Pro

Note 9

Pixel 2 XL

iPhone Xs

Mate 20 Pro

Note 9

Pixel 2 XL

iPhone Xs

Mate 20 Pro

Note 9

Pixel 2 XL

iPhone Xs

Mate 20 Pro

Note 9

iPhone Xs

Pixel 2 XL

Mate 20 Pro

Note 9

Pixel 3 XL

iPhone Xs

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Das Huawei Mate 20 Pro geht vom Bildstyle meist in die Richtung Google Pixel. Es produziert also sehr natürliche und vor allem sehr kontraststarke Aufnahmen.

Dabei scheint das Mate 20 Pro erst einmal sehr wenig „HDR“ Post Processing vorzunehmen, was Bilder deutlich natürlicher und „echter“ erscheinen lässt als beispielsweise beim iPhone Xs. Auch was die Farben angeht, ist das Mate 20 Pro von allen High End Smartphones das konservativste.

Die Dynamik in den Aufnahmen ist gut, aber erneut verglichen mit Pixel und iPhone auch nicht spektakulär.

Bilder des Mate 20 Pros sind als unauffällig gut bei Tag zu bezeichnen, zumindest meist. Dies kann sich aber massiv ändern wenn die KI ins Spiel kommt. Diese soll bis zu 1.500 Szenarien erkennen.

Die Erkennung ist Semi-Zuverlässig. Oftmals wird nichts erkannt und dann ganz plötzlich werden Kleinigkeiten korrekt erkannt, wie fallendes Laub usw. Auch Essen wird unheimlich zuverlässig erkannt.

Je nachdem was erkannt wird verändert das Smartphone seine Einstellungen. Oftmals zum Positiven, aber nicht immer. Teilweise wirken Fotos die durch die KI erkannt werden sehr gut, teils aber auch extrem künstlich.

Leider fehlt mir hier ein wenig die „Zuverlässigkeit“. Man weiß beim Mate 20 Pro nie was man nun genau bekommt, ein buntes Bild, ein mattes Bild, stark nachbearbeitet, schwach nachbearbeitet usw.

Das Google Pixel arbeitet auch mit KI, aber hier sind die Resultate deutlich konstanter. Beim Mate 20 Pro könnte man beim späteren Betrachten denken man hat fünf verschiedene Smartphones genutzt.

Wie steht es aber ums Low Light?

Im Low Light blüht das Mate 20 Pro regelrecht auf! Dieses macht qualitativ sehr gute Aufnahmen. Diese sind zwar etwas sehr nachgeschärft, aber das Rauschverhalten ist hervorragend und die Detailwiedergabe sehr gut.

Was den Bildstyle angeht, gibt es aber Auffälligkeiten. Das Mate 20 Pro versucht immer sehr helle Aufnahmen zu erreichen. Teils hatte ich Aufnahmen im „Zwielicht“ die wie beim Tag gemacht aussahen.

Zum Vergleich Bilder bei Dunkelheit mit dem Google Pixel 2 sind auch Bilder bei Dunkelheit. Hier kommt es etwas darauf an was Ihr lieber wollt, hellere Aufnahmen mit vielen Details, oder eine echte Repräsentation der Wirklichkeit. Ersteres bekommt Ihr beim Mate 20 Pro. Teils gefielen mir aber die Bilder des Pixel 2, trotz objektiv schlechterer Qualität, besser da hier die Stimmung besser eingefangen wurde.

Dennoch ist die neutral betrachtet das Mate 20 Pro eins, wenn nicht sogar das stärkste Low Light Smartphone aktuell!

Etwas nervig ist nur die andauernde Einblendung „Smartphone bitte ruhig halten“. Diese kommt oft nicht nur bei Nacht, sondern auch bei Sonnenlicht usw.

Kommen wir zu der Weitwinkelkamera. Weitwinkel Kameras bei Smartphones sind eine tolle Sache! Allerdings diese gut hinzubekommen ist anscheinend sehr problematisch. LG hat mehrere Generationen gebraucht um die Qualität auf ein solides Level zu bekommen, Hersteller wie ASUS oder Gigaset haben dies hingegen gar nicht geschafft.

Aber wirklich Bilder auf dem Level einer Hauptkamera schafft keiner mit Weitwinkel Kamera, bisher!

Huawei hat mich hier sehr positiv überrascht! Die Weitwinkelkamera liefert selbst bei suboptimalen Lichtbedingungen noch gute Bilder. Wobei gut nicht richtig ist, ich würde sogar sagen sehr gute Bilder!

Schärfe, Farben und auch die Dynamik passt! Huawei ist einer der wenigen Hersteller, der verstanden hat, dass eine Weitwinkelkamera mehr Auflösung braucht um bei einem weiteren Bild noch feinere Details zeichnen zu können. Die 20 Megapixel tun der Weitwinkel Kamera sehr gut.

Zwar fällt die Bildschärfe am Rand etwas ab, aber generell ist diese auf einem hohen Level. Auch Farben und Kontraste sind nicht schlechter als bei einer normalen Smartphone Kamera.

Die Weitwinkel Kamera des Mate 20 Pro ist absolut stimmig! Bei anderen Herstellern war die Weitwinkel Kamera zwar immer nett, aber man sah doch, dass das Bild Qualität 1-2 Stufen schlechter war als sie eigentlich sein sollte.

Man musste sich also zwischen hoher Qualität und tollem Blickwinkel entscheiden, dies muss man beim Mate 20 Pro nicht! Erst im Super Low Light bricht die Weitwinkel Kamera etwas weg, aber das ist absolut zu verzeihen.

Den einzige Kritikpunkt den ich habe, ist die Belichtung. Die Weitwinkelkamera produziert oft deutlich sichtbar hellere Aufnahmen als die Hauptkamera. Dies stört mich nicht, ich mag etwas hellere Bilder, wirkt aber komisch wenn man umschaltet und plötzlich die Bilder alle heller sind.

Dies kann Huawei aber sicher per Updates noch etwas optimieren.

Huawei wirbt beim Mate 20 Pro mit einem super Makro Modus, welcher allerdings etwas getrickst ist. Geht Ihr extrem nah an ein Objekt heran taucht die Meldung Super Makro auf und das Smartphone schaltet heimlich auf eine leicht gezoomte Version der Weitwinkelkamera um.

An sich nichts Schlimmes, bedenkt dies aber im Low Light.

Die 8 Megapixel Zoom Kamera mit f2.4 Blende wirkt auf dem Papier sicherlich wie das schwächste Glied in der Kette. Allerdings macht die Kamera einen erstaunlich guten Job! Die etwas geringere Auflösung fällt in der Praxis kaum bis gar nicht auf.

Natürlich ist die Qualität der Zoom Kamera etwas niedriger als die der Hauptkamera, aber weiterhin ausreichend gut. Wenn nicht sogar besser als bei den meisten Dual Kamera Smartphones. Gerade die Bildstabilisierung hat mich extrem positiv überrascht!

Hierdurch sind selbst Aufnahmen bei suboptimalen Lichtbedingungen recht sauber.

Kurzum das Huawei Mate 20 Pro bietet eine herausragende Flexibilität was seine Kameramodule angeht. Die Weitwinkelkamera und die Zoomkamera machen unheimlich viel Spaß zu nutzen und bieten zudem eine sehr gute Qualität! Gerade die Weitwinkelkamera ist mehr als nur ein Gimmick! Selbst bei suboptimalen Lichtbedingungen sind die Fotos mehr als nur brauchbar!

Die Hauptkamera hingegen kann ganz oben mitspielen was die Bildqualität angeht. Ich will zwar nicht sagen, dass diese besser ist als die Kamera eines Google Pixel 2, iPhone Xs, aber sie liegt unterm Strich gleich auf.

Gerade im Low Light kann diese sogar ein Google Pixel überbieten. Wo ich noch etwas Potenzial sehe, ist bei der Stabilität der Bildqualität. Oft liefert das Mate 20 Pro herausragende Bilder, manchmal aber sind die Bilder aber auch einfach nur schlechter als die der Konkurrenz. Ein Google Pixel 2 XL oder iPhone Xs Max liefert hier eine zuverlässigere gleichbleibendere Performance.

Dennoch unterm Strich die Kombination aus top Hauptkamera + top Weitwinkel + top Zoomkamera kann kein anderes Modell aktuell schlagen.

 

Benchmarks und Leistung

Im Huawei Mate 20 Pro arbeitet Huaweis eigener HiSilicon Kirin 980 SoC. Hierbei handelt es sich um einen 8 Kern Chip, welcher wie üblich auf einem 4+4 Design basiert. Dieser besitzt also vier Cortex-A76 Kerne welche mit 2,6GHz Takten und vier kleinere Cortex-A55 Kerne, welche bis zu 1,8Ghz erreichen.

Huawei ist hier zurecht sehr stolz der erste Android Hersteller zu sein, welcher auf einen 7nm SoC setzt. Eine kleinere Strukturbreite bedeutet in der Regel eine bessere Energieeffizienz und bessere Temperaturen.

Hierdurch ist es im Gegenzug möglich die Leistung weiter nach oben zu schrauben.

Um die Leistung des Huawei Mate 20 Pro besser einschätzen zu können, schauen wir uns doch einmal ein paar Benchmarks an.

Ja der HiSilicon Kirin 980 im Mate 20 Pro ist der aktuell schnellste SoC, auf der Android Seite. Im Antutu Benchmark kann das Mate 20 Pro sogar das OnePlus 6 knapp schlagen und andere Snapdragon 845 Smartphones teils deutlich.

Vom iPhone Xs Max wird das Mate 20 Pro allerdings in allen Benchmarks teils noch deutlich abgehängt. Gerade in grafikintensiven Benchmarks wird der HiSilicon Kirin 980 vom Apple A12 teils regelrecht deklassiert. Wobei der Vergleich IOS vs. Android immer schwierig ist.

Allerdings fällt schon auf, dass der Kirin 980 auf der CPU Seite stärker ist als auf der Grafikseite. Bei Grafik intensiven Tests muss der Kirin 980 sich dem aktuellen Snapdragon 845 knapp geschlagen geben. Bei CPU intensiven Tests ist der Kirin 980 hingegen ein gutes Stück flotter als der Snapdragon 845.

Unterm Strich kann man jedoch durchaus sagen, dass der Kirin der aktuell schnellste Smartphone SoC ist, abseits Apples Chip.

 

Im Alltag

Bei der Hardware Power sollte es nicht überraschen, dass das Mate 20 Pro im Alltag sehr gut läuft. Sowohl die Benutzeroberfläche wie auch Apps laufen absolut flüssig und schnell.

Selbst bei intensiveren 3D Spielen konnte ich beim Mate 20 Pro kein Ruckeln oder Stottern wahrnehmen. Auch das Laden von großen Apps geht sehr flott.

Kurzum was die Performance angeht, ist das Mate 20 pro auch in der Praxis das so ziemlich schnellste Android Smartphone auf dem Markt.

Ist hier ein großer Unterscheid zu den Snapdragon 845 Modellen zu merken? Nein. Beispielsweise ein OnePlus 6 fühlt sich teils noch etwas flotter an, aufgrund einer anscheinend höheren Geschwindigkeit mit der Animationen wiedergegeben werden. Aber praktisch tun sich die 600€+ Smartphones alle nicht viel was die Alltagsperformance angeht.

Lob muss ich aber für das sehr gute verbaute WLAN und LTE Modul aussprechen! Beides ist, was das Tempo angeht, in der absoluten Oberklasse und auch die Reichweite gehört zu den besten die ich bisher gesehen habe.

Gerade verglichen mit dem iPhone Xs ist das Mate 20 Pro doch ein gutes Stück signalstärker.

Huawei hat beim Mate 20 Pro auf einen gesonderten Fingerabdruckscanner verzichtet und diesen stattdessen unter dem Display integriert.

Fordert eine App oder generell das Smartphone Euren Fingerabdruck taucht ein Overlay auf, welches Euch die genaue Position des Scanners zeigt. Auf diese Markierung müsst Ihr Euren Finger mit einem gewissen Druck auflegen.

Gerade Letzteres war etwas ungewohnt. Was die Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit angeht, ist das Bild durchwachsen. Ich will nicht sagen, dass der Fingerabdruckscanner schlecht ist, das ist nicht der Fall, aber er ist ganz klar 1-2 Generationen hinter den normalen Fingerabdruckscannern die Huawei sonst nutze.

Das Smartphone benötigt schon eine kurze Bedenkzeit nach dem Auflegen. Die Erkennungsrate beim ersten Versuch würde ich bei guten 90% ansetzen.

In der Praxis müsst Ihr Euch allerdings nicht nur auf den Fingerabdruckscanner verlassen. Das Mate 20 Pro bringt auch eine sehr gute und recht genaue Gesichtserkennung mit.

Diese hat bei mir ausgesprochen zuverlässig funktioniert. So zuverlässig und schnell, dass ich das Smartphone fast nie mit meinem Finger entsperren musste.

Zum Abschluss aber noch ein Kritikpunkt. In der Twilight Version ist das Mate 20 Pro unheimlich rutschig! Deutlich rutschiger als ein Note 9 oder iPhone Xs! Dies in Kombination mit den sehr schmalen Rahmen macht das Tippen auf dem Smartphone etwas unangenehm.

Bei der Tastatur liegen viele Tasten sehr weit außen, wodurch ich meine Finger beim Tippen etwas verrenken muss. Wenn man dann keinen guten halt hat weil das Smartphone in der Hand rutscht, ist dies doch etwas unglücklich. Ich sehe hier viele potenzielle Unfälle.

Ich für meinen Teil werde eine Hülle um das Mate 20 Pro machen, für einen besseren Gripp und etwas mehr Abstand zu den Rändern.

Auch bin ich nicht der größte Fan vom EMUI. EMUI ist unheimlich aggressiv was das Beenden von Hintergrund Apps angeht. Habt Ihr also irgendwas was im Hintergrund Eure Fotos hochlädt, Geo Locating usw. ist dies oftmals etwas problematisch!

Man muss hier in den Einstellungen die Apps manuell „freigeben“ und selbst dann ist der Energiesparmodus sehr aggressiv verglichen mit Samsung Google und Co.

 

Künstliche Intelligenz und ähnliches Gedöns

Gefühlt jeder zweite Satz bei Huaweis Smartphones hat irgendwas mit einer tollen KI und Machine Learning zu tun.

Ob nun „KI-Kameraassistent für automatische Szenen- und Objekterkennung“ oder „Der weltweit erste 7-nm-Mobile-KI-Chipsatz“, „Einer der DUAL-NPU bietet umfangreiche KI-Datenverarbeitung“ „Eine größere Batterie mit 4.200 mAh4 und intelligentem KI-Energiemanagement versorgt Ihre täglichen Arbeits- und Unterhaltungsbedürfnisse“, „Die verbesserte KI-Fotografie kann nun verschiedene Objekte und Szenen eines Fotos in 1.500 Szenarien und 25 Kategorien segmentieren.“, „Die KI-Porträtfarbe erkennt Menschen und graut den Hintergrund aus“, „In Filmsituationen mit vielen Menschen kann der KI-Video-Editor Gesichter identifizieren“, „KI Kinomodus“, „Ein einfaches Foto oder ein Tanz auf dem Schreibtisch: Scanne ein Spielzeug mit der 3-D-Depth-Sensing-Kamera, um ein KI-Livemodell zu erstellen.“.

Das ist nur das was ich alleine auf der Mate 20 Produktseite gefunden habe.

KI ist das neue „Schlagwort“ das anscheinend 2018 jeder Hersteller verwenden muss um innovativ und modern zu wirken. So wie es vor 2 Jahren VR und danach AR war.

Im Gegensatz zu VR und AR ist allerdings die KI etwas was im Hintergrund arbeitet und niemand so genau weiß was diese tut.

Gab es früher einen Energiesparmodus der nicht genutzte Apps nach 30 Minuten aus dem Speicher schob, ist es nun eine KI die „intelligent“ erkennt, wenn Ihr eine App länger nicht mehr genutzt habt. Im Hintergrund wird vermutlich bei beidem genau das Gleiche ablaufen.

Das meiste was hier als eine künstliche Intelligenz bezeichnet wird, ist in der Praxis vermutlich nur eine einfache Kette von IF Abfragen.

Damit will ich nicht sagen, dass dies alles „Lug und Trug“ ist. Aber es werden mittlerweile einfach viele Dinge als KI bezeichnet, die im engeren Sinne nichts mit einer künstlichen Intelligenz zu tun haben.

Lasst Euch also nicht zu sehr von diesem Schlagwort ködern! Dies gilt fürs Mate 20 Pro, wo ich abseits der kleinen Kamera Icons die mir sagen sollen was ich fotografiere, nie etwas von einer magischen KI mitbekommen haben, wie auch für andere Modelle.

Die gute Akku-Laufzeit des Mate 20 Pro schiebe ich beispielsweise nicht auf eine tolle KI, sondern auf die Kombination aus riesigem Akku und gut optimierter Software. Selbiges gilt für die hohe Leistung, welche vermutlich weniger an einer KI die im Hintergrund arbeitet liegt, sondern viel mehr an der hohen Rohleistung des Mate 20 Pro.

 

Akkulaufzeit

Das Huawei Mate 20 Pro verfügt über einen vergleichsweise riesigen 4200mAh starken Akku. Von allen Flaggschiff Smartphones ist dies aktuell die größte Akku-Kapazität.

Aber natürlich ist nicht nur die reine Kapazität des Akkus ausschlaggebend, sondern auch die sonstigen Komponenten und deren Energieverbrauch. Oftmals ist dies sogar noch wichtiger als die reine Kapazität.

Das Mate 20 Pro ist allerdings ein wirkliches Akku-Monster! In meinem Standard Test erreichte dieses bei einer gemischten Nutzung aus Webbrowsen, Social Media usw. satte 10 Stunden aktive Nutzungszeit! Bei einer reinen Video Wiedergabe sind sogar 11+ Stunden möglich.

Damit bietet das Mate 20 Pro eine noch höhere Akkulaufzeit als das Note 9 von Samsung oder das iPhone Xs Max.

Bei der Standby-Zeit wird das Note 9 vom Mate 20 Pro deutlich geschlagen.

Von den großen Flaggschiffen ist das Huawei Mate 20 Pro aktuell ganz klar der Akku-König, gemeinsam mit dem iPhone Xs Max (das Note 9 hat bei mir leider in der Praxis eine eher schwache Laufzeit).

Auch was das Aufladen angeht ist das Mate 20 Pro extrem Flott! Dieses braucht für den Sprung von 0 auf 70% gerade mal 30 Minuten und von 0 auf 100% eine Stunde und 30 Minuten.

Mehr Infos zum Aufladen des Mate 20 Pros hier.

 

Sonstiges

  • Speicher per proprietärer Speicherkarte erweiterbar (128GB für 69€)
  • Vibrationsmotor qualitativ „Standard“, aber von der schwächeren Sorte
  • Umgekehrtes kabelloses aufladen von anderen Geräten

 

Fazit

Das Huawei Mate 20 Pro* ist ohne Frage das spannendste und interessanteste Smartphone dieses Jahres.

Im Gegensatz zu Samsung und Apple, welche mit Ihren diesjährigen Flaggschiffen nur ein „refresh“ des letzjahres Modell auf den Markt brachten, fühlt sich das Mate 20 Pro wirklich wie eine Weiterentwicklung an.

Dies beginnt beim Design, geht über den SoC bis zur Kamera. Starten wir aber am Anfang. Zwar ist das Mate 20 Pro etwas glitschig aufgrund des abgerundeten Glases, aber es fühlt sich wie ein wahres High End Smartphone an!

So sieht dieses auch aus und das obwohl Huawei auf ein komplett einzigartiges Design setzt. Ob dieses nun positiv oder negativ überlasse ich jedem selbst. Mir gefällt das Mate 20 Pro aber sehr gut!

Ein Highlight ist auch der HiSilicon Kirin 980, welcher aktuell als der schnellste SoC in einem Android Smartphone zu bezeichnen ist. Dies spiegelt sich auch in der Praxis wieder. Das Mate 20 Pro läuft absolut tadellos, egal ob nun bei den Standard Apps oder bei High End Spielen.

Sicherlich das Merkmal des Huawei Mate 20 Pro ist aber die Kamera bzw. die Kameras. Ich will das Mate 20 Pro zwar nicht zum Kamera-König machen, aber die Bildqualität der Hauptkamera muss sich nicht hinter dem Pixel 2, iPhone Xs oder Note 9 verstecken. Die High End Modelle unterscheiden sich primär beim Bildstyle, welcher beim Mate 20 Pro eher in Richtung des Google Pixels geht (recht natürlich und kontrastreich). Im Low Light kann sich das Mate 20 Pro sogar oft an die Spitze setzen.

Mir gefallen die Aufnahmen des Mate 20 Pro im schnitt besser als die des iPhone Xs oder Note 9!

Hinzu kommt noch die sehr gute Zoom Kamera und vor allem die Weitwinkel-Kamera, welche hier qualitativ tadellos umgesetzt wurde. Gerade die Weitwinkel-Kamera ist ein großer Mehrwert und macht viel Spaß zu nutzen!

Der letzte dicke Pluspunkt das Mate 20 Pro ist die Akkulaufzeit, welche die so ziemlich beste ist in einem Android Flaggschiff Smartphone aktuell.

Auch das AMOLED Display ist sehr ordentlich, aber schlechter als beim Note 9 oder iPhone Xs Max.

Mein größter Kritikpunkt am Mate 20 Pro sind die Lautsprecher, welche nicht ansatzweise mit denen eines iPhone Xs Max oder Google Pixel 2 mithalten können. Auch, dass die Soundqualität beim Einstecken eines USB C Kabels nochmals sinkt ist etwas unglücklich.

Ich bin zwar nicht der größte Fan von Huaweis Software, aber ich würde nicht soweit gehen und diese als Negativpunkt aufführen.

Unterm Strich ist das Mate 20 Pro* also ein wirklich überzeugendes Smartphone, welches sich von der Masse sehr gut abheben kann. Man merkt hier regelrecht, dass sich Huawei deutlich mehr Mühe gegeben hat als Samsung oder Apple bei ihren Flaggschiffen. Letztere sind auf Nummer sicher gegangen, während Huawei beim Mate 20 Pro etwas riskiert hat. Dieses Risiko hat sich ganz klar ausgezahlt! Sucht Ihr das beste Android Smartphone 2018 habt Ihr dieses mit dem Mate 20 Pro gefunden, auch zu einem recht saftigen Preis von 999€.

Michael Barton

Vielen Dank fürs Lesen! Sollte mein Bericht euch geholfen haben würde ich mich über einen erneuten Besuch meiner Webseite und/oder dem Folgen meines Twitter freuen! Vielen Dank!

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