Das Huawei Mate 20 Lite im Test

Das Huawei Mate 20 Lite ist eins der spannendsten Mittelklasse Smartphones aktuell auf dem Markt. Mit einem großen 6,3 Zoll Display, einem starken Prozessor und einer 20 Megapixel Kamera sieht dieses ausgesprochen attraktiv aus, ganz zu schweigen von der hochwertigen Materialwahl.

Vor allem da der Preis von unter 300€ macht doch Lust auf mehr.

Aber wie sieht es in der Praxis aus? Ist das Huawei Mate 20 Lite so gut wie es aussieht? Finden wird dies im Test heraus!

An dieser Stelle vielen Dank an Huawei für das Ausleihen des Mate 20 Lite für diesen Test!

 

Das Huawei Mate 20 Lite im Test

Huawei setzt beim Mate 20 Lite auf das im Jahr 2018/2019 übliche Rezept für ein premium Smartphone, viel Glas und etwas Metall.

Das Mate 20 Lite besitzt eine Glasfront und Rückseite. Diese werden von einem Aluminiumrahmen eingefasst, welcher auf Hochglanz poliert wurde. Dies verleiht dem Smartphone eine sehr hochwertige und geschmeidige Haptik.

Allerdings wirkt das Mate 20 Lite hierdurch auch etwas rutschig und empfindlich. Ich würde vermutlich irgendeine Form von Hülle nutzen.

Wie die meisten aktuellen Smartphones nutzt auch das Mate 20 Lite ein abgerundetes Displayglas. Dies trägt erneut zu einer positiveren Haptik bei, verhindert oder erschwert aber die Nutzung eines Displayschutzes.

Was die Verarbeitungsqualität angeht, merkt man dem Huawei Mate 20 Lite seinen Mittelklasse Preis nicht an. Ganz im Gegenteil! Das Mate 20 Lite ist hier durchaus auf dem Level von Flaggschiff Smartphones.

Was das Mate 20 Lite auch mit Flaggschiff Smartphones gemein hat, ist die Front. Huawei setzt auf ein recht großes 6,3 Zoll Display, welches in einem noch recht kompakten Gehäuse untergebracht ist. Um dies zu erreichen setzt Huawei auf recht kleine Displayrahmen und eine „Notch“, also eine Aussparung am oberen Display Rand.

Die Rahmen sind zwar verglichen mit normalen Smartphones recht klein, allerdings dennoch merklich größer als bei einem High End Smartphone wie dem Mate 20 Pro.

Gehen wir einmal um das Mate 20 Lite herum. Auf der Front finden wir das 6,3 Zoll große Display, wie auch zwei Front Kameras, eine mit 24 Megapixeln und eine mit 2, wie auch die Ohrmuschel.

Der USB C Ladeport ist gemeinsam mit dem Lautsprecher auf der Unterseite zu finden. Hier ist auch der 3,5mm Kopfhöreranschluss, welcher bei den größeren Modellen der Mate 20 Reihe fehlt.

Ein/Ausschalter wie auch die Lautstärkewippe ist auf der üblichen Position am rechten Rand zu finden. Beide verfügen über einen ordentlichen Druckpunkt.

Auf der Rückseite ist zu guter Letzt eine Dual Kamera mit 20/2 Megapixeln zu finden, wie auch ein LED Blitz und ein Fingerabdruckscanner.

 

Display

Huawei setzt beim Mate 20 Lite wie beim Preis von rund 300€ zu erwarten auf ein 6,3 Zoll IPS Panel. Dieses macht einen guten wenn nicht sogar sehr guten Eindruck!

Farben sind sehr schön kräftig und klar, die Kontraste für ein IPS Panel sehr gut und der generelle Bildeindruck gefällig.

Lediglich bei der maximalen Helligkeit gibt es etwas Luft nach oben, welche eher mittelmäßig ausfällt.

 

Lautsprecher des Mate 20 Lite

Das Mate 20 Lite setzt auf einen Lautsprecher, welcher sich auf der Unterseite des Smartphones befindet. Im Gegensatz zu den meisten High End Geräten wird die Ohrmuschel bei normalen Media Wiedergaben nicht zur Unterstützung genutzt.

Hierdurch klingt das Mate 20 Lite auch verglichen mit Smartphones wie dem BQ Aquaris X2 recht flach und etwas dünn. Grundsätzlich ist der Lautsprecher aber qualitativ Okay.

Dieser ist ausreichend klar, nicht übermäßig schrill und die Klangfülle ist ausreichend.

Die Lautstärke ist für mal nen Youtube Video im Bett oder am Schreibtisch ausreichend, aber auch nicht überragend.

Unterm Strich würde ich sagen Standard Lautsprecher die das Huawei Mate 20 Lite aufweisen kann.

 

Kamera

Das Huawei Mate 20 Lite setzt auf einen Dual Kamera Aufbau, mit einer 20 Megapixel Hauptkamera und einer 2 Megapixel sekundären Kamera.

Letztere ist nur für den Porträt Modus und die Tiefenunschärfe! Abseits davon bietet die sekundäre Kamera keinerlei Nutzen. Ganz ehrlich, die sekundäre Kamera ist NUR Marketing! Der Porträtmodus ist soweit akzeptabel, würde aber vermutlich mit einer Kamera und einem reinen Software Algorithmus ähnlich gut funktionieren.

Im Jahr 2018 muss jedes Smartphone einfach eine Dual Kamera haben, daher verbauen die Hersteller wie hier passiert einfach ein billiges 2 Megapixel Modul ohne größeren Nutzen.

Der Porträt Modus ist eine nette Spielerei, aber das Ausschneiden von Gesichtern funktioniert auch nur so semi-gut.

Wie steht es aber um die Hauptkamera? Diese ist mit ihren 20 Megapixel und F1.8 Blende ein gutes Stück interessanter.

Schauen wir uns gleich ein paar Testbilder an.

Wie bei den meisten aktuellen Huawei Geräten fällt auch hier eine Beurteilung nicht ganz leicht. Dies liegt an der KI, auf welche Huawei auch beim Mate 20 Lite setzt.

Diese kann je nach Szene das Bild doch deutlich verändern. Generell gefallen mir die Aufnahmen des Mate 20 Lites allerdings sehr gut!

Fotos sind knacke scharf mit einer hohen Auflösung und Dynamik. Die grundsätzliche Detaildarstellung scheint sehr gut zu sein, auch wenn Ich hier und da meine ein leichtes Verwaschen zu erkennen.

Auch neigen die Farben teils zu einer gewissen Schwere.

Im Low Light schlägt sich das Mate 20 Lite grundsätzlich recht gut. Man merkt zwar hier, dass dieses auch kein Low Light Monster ist, aber es gehört zu den besten Kamera Smartphones seiner Klasse!

Ist es das beste Kamera Smartphone der 300€ Klasse? Nein, aber es ist ganz klar ganz weit oben mit dabei!

 

Leistung

Im Huawei Mate 20 Lite arbeitet der Huawei eigene HiSilicon Kirin 710 SoC. Bei diesem handelt es sich um einen Mittelklasse Acht Kern SoC im 12nm Format.

Dieser besitzt wie üblich vier langsamere Cortex-A53 Kerne mit bis zu 1,7Ghz und vier schnellere Cortex-A73 Kerne mit bis zu 2,2Ghz.

Hinzu kommen 4GB RAM und 64GB Speicher. Klingt erst einmal ganz gut, aber wie sieht es in der Praxis aus? Schauen wir uns hier zunächst ein paar Benchmarks an.

Die Benchmarks sehen doch ganz gut aus! Je nach Test liegt das Mate 20 Lite mit seinem HiSilicon Kirin 710 +- auf dem Level von Smartphones mit dem Snapdragon 660.

Dabei fällt auf, dass in Tests wo es weniger auf die Software Optimierung ankommt (Geekbench) das Mate 20 Lite etwas schlechter abschneidet und in Tests wo die Software Optimierung mit ins Ergebnis einbezogen wird (Antutu, PC Mark) etwas besser.

Wie auch immer, der HiSilicon Kirin 710 liegt auf dem Level eines Snapdragon 660 bzw. Snapdragon 636, was auch zur Preisklasse passt.

 

Im Alltag

Aber wie steht es um die Leistungsfähigkeit im Alltag? Das Mate 20 Lite läuft, wie man dies erwarten darf, sehr gut! Die Benutzeroberfläche ist komplett flüssig und während meines Testzeitraums gab es hier auch keine Ruckler oder Ähnliches.

Selbiges gilt auch für die üblichen Standard Apps wie WhatsApp, Facebook, Twitter usw. Die Apps starten angenehm flott und laufen dann tadellos.

Spiele sind natürlich immer so eine Sache. Hier kann man nichts pauschalisieren. Die meisten Spiele, gerade die sehr populären, laufen natürlich absolut problemfrei.

Absolute High End Spiele neigen allerdings dazu auch mal die Auflösung oder Detailstufe zu reduzieren. Dies ist nicht dramatisch und auch nicht stärker als bei anderen Mittelklasse Geräten.

Ein Spiel das überhaupt nicht auf dem Mate 20 Lite lief oder völlig unspielbar war, ist mir während des Tests nicht begegnet.

Normales Gaming ist also absolut problemlos möglich.

Was das WLAN angeht unterstützt das Mate 20 Lite WLAN AC mit bis zu 433Mbit (5GHz), wodurch Downloads und auch das generelle Surfen im Web angenehm flott geht.

LTE ist sogar mit bis zu 600Mbit an Bord, was ich aber dank dort LTE nicht überprüfen bzw. bestätigen kann.

Bonus Punkte gibt es für den guten Fingerabdruckscanner und die optionale Gesichtserkennung. Letztere wird aber nur via Kamera gemacht, ist also leichter auszutricksen und unsicherer.

Dafür allerdings auch ein gutes Stück schneller!

 

Akkulaufzeit

Huawei Smartphones sind für recht große Akkus bekannt. So hat auch das Mate 20 Lite einen 3750mAh Akku, was ziemlich groß ist, gerade für die Mittelklasse.

Allerdings ob nun 3750mAh oder auch nur 3200mAh, was so der Standard ist, spielt in der Praxis oftmals gar nicht so eine große Rolle. Neben der Kapazität des Akkus ist auch die Effizienz von Komponenten wie dem SoC oder dem Display wichtig.

Von daher wie schlägt sich hier das Huawei Mate 20 Lite? In meinem Standard Test erreichte dieses gute 9 Stunden! Bei einer reinen Video Wiedergabe wären sogar über 10 Stunden möglich.

Dies sind hervorragende Werte!

 

Fazit

Das Huawei Mate 20 Lite* ist ein herausragendes Smartphone in der Mittelklasse! Dieses kann mit einer guten Leistung, einer herausragenden Haptik und Optik, wie aber auch nicht zuletzt mit einer überdurchschnittlichen Kamera punkten.

Gerade Letzteres ist für die meisten Nutzer etwas sehr Wichtiges. Lasst Euch hier allerdings nicht von der Dual Kamera ködern. Diese ist reines Marketing, was aber nichts an der wirklich guten Hauptkamera ändert.

Diese produziert sehr scharfe und klare Bilder bei fast allen Lichtbedingungen und ist absolut zuverlässig. Dabei produziert das Mate 20 Lite relativ realistische und natürliche Aufnahmen.

Auch die Alltagserfahrung passt, dank des großen Displays und der hohen Leistung. Standard Apps wie Facebook, Instagram und Co. laufen absolut tadellos und sehen auf dem großen und schönen 6,3 Zoll Display sehr gut aus. Positiv ist auch die Akkulaufzeit!

Wirkliche Schwächen offenbarte das Mate 20 Lite keine. Es gibt natürlich Punkte die noch besser sein könnten, Displayhelligkeit, Lautsprecher, eine „echte Dual Kamera“ usw. aber für ein 300€ Smartphone passt die Vorstellung.

So gut sogar, dass ich eine Empfehlung für das Huawei Mate 20 Lite für praktisch alle Nutzergruppen aussprechen kann!

Michael Barton

Vielen Dank fürs Lesen! Sollte mein Bericht euch geholfen haben würde ich mich über einen erneuten Besuch meiner Webseite und/oder dem Folgen meines Twitter freuen! Vielen Dank!

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1 Comment
Ziemat

Also was die Rutschigkeit betrifft kann ich das bestätigen. Habe mir dafür extra so ein NoCase von artwizz.com geholt. Da ging dann zum Glück auch nichts vom schönen design verloren.

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