ViewSonic XG3202-C – gigantischer Curved Monitor im Test!

 

Unser Monitor Debüt auf Techtest feiern wir mit dem ViewSonic XG3202-C, der nur so mit Buzzwords umsichwirft: 144 Hertz, Curved, AMD FreeSync und das alles bei wahnwitzigen 32“. Wie der Monitor abschneidet und was es mit den besonderen Eigenschaften auf sich hat, wird im Test geklärt.

ViewSonic XG3202-C:

ViewSonic fährt mit dem XG3202-C große Geschütze auf. Herzstück des Monitors ist das mit 1920×1080 Pixeln auflösende 31,5“ VA-Panel. Hierbei handelt es sich höchstwahrscheinlich um das „LSM315HP01-M01“ Panel aus dem Hause Samsung. Mit einer Bildwiederholungsrate von 144 Hertz und AMD FreeSync (FreeSync Range: 48-144 Hz) spricht das Gerät vor allem Gamer an. Das unterstreichen zudem die vordefinierten Profile für First Person Shooter, Strategiespiele sowie MOBA Titeln. Ein weiteres Highlight ist der Wölbungsradius von 1800R, welcher für ein intensiveres Spieleerlebnis sorgen soll. Die Videoeingänge HDMI, DisplayPort, DVI und das alt gediente VGA sind mit am Board und für die Audiowiedergabe wurden zwei 2-Watt Lautsprecher spendiert. Das Netzteil ist intern verbaut.

Im Lieferumfang befindet sich das eigentliche Gerät mit bereits installiertem Standfuß, ein Kaltgerätekabel, ein DisplayPort Kabel, ein Line-In-Kabel, schraubbare Haltevorrichtung für Kopfhörer sowie eine Bedienungsanleitung.

ViewSonic gewährt dem Käufer einen Garantiezeitraum von 2 Jahren (Pickup&Return). Der Monitor geht zu einem Preis von ca. 375€ über die Ladentheke.

Design und Verarbeitung:

Die Aufmachung sowie die Optik sind eher schlicht gehalten. Das Design ist einfach, weiß allerdings sehr zu überzeugen. Der Hersteller verzichtet bewusst auf grelle Farben. Der Frontrahmen sowie die Rückschale wurden aus matten, grau-schwarzem Plastik gefertigt. Das Verbindungsstück zwischen den beiden Elementen wurde mit schwarzem Klavierlack versehen. Der V-förmige Standfuß folgt der gebogenen Form des Panels und passt sich nahtlos dem Design an. Die Rahmenbreite beträgt an beiden Seiten sowie oben jeweils 1,0cm und 1,9 cm unten. Mit dem mitgelieferten Standfuß beträgt der Abstand von der Unterkante zum Schreibtisch 6,5 cm. Die am unteren rechten Rand angebrachte Status LED kann bei Bedarf im OSD deaktiviert werden.

Die Rückseite beherbergt neben der VESA 100 Aufnahme und dem Joystick für die Bedienung noch eine Kopfhörerhalterung. Mit einer einfachen Handbewegung, lässt sich ein Headset sicher verwahren. An der linken Seite ist zusätzlich ein USB Port untergebracht worden, der nur für das Laden von Geräten verwendet werden kann. Für eine Datenverbindung fehlt dafür der benötigte Upstreamport. Die rechte Seite des Monitors bleibt blank.

Die Verarbeitung ist auf hohem Niveau. Das Kunststoffgehäuse weist keine unregelmäßigen Spaltmaße oder scharfe Kanten auf. Der gänzlich aus Aluminium hergestellte Standfuß stellt alles bisher Gesehene in den Schatten. Er sieht und fühlt sich nicht nur gut an, sondern verleiht dem Monitor eine noch nie dagewesene Stabilität. Selbst stärkste Erschütterungen steckt der Monitor unbeeindruckt weg. Wenig verwunderlich ist es nicht, denn mit einer Grundfläche von 60 x 23 cm sowie einer verständigen Gummierung der Standflächen dürfte ViewSonic einen der größten Standfüße im Monitorsektor hergestellt haben.So stabil und optisch ansprechend der Standfuß ist, verfügt jener nur über sehr eingeschränkte Ergonomieoptionen. Bis auf die Verstellung des Neigungswinkels (13 bis -5 Grad) verzichtet ViewSonic auf alle weiteren Funktionen. Während man auf die Schwenkbarkeit sowie die PIVOT-Funktion nur in wenigen Fällen angewiesen ist, sollte eine Höhenverstellung stets mit am Board sein. Ein bisschen Trost bringt die VESA 100 Bohrungen auf der Rückseite, um eine Drittanbieterlösung installieren zu können.

Auf der Unterseite sind neben dem Stromanschluss und der beiden 3,5mm Klinken alle gängigen Videoeingänge angebracht. Namentlich genannt wären dies 1x Displayport 1.2b, 1x HDMI 1.4, 1x DVI und 1x VGA. Mit allen digitalen Eingängen kann der Monitor bei voller Auflösung mit 144 Hz betrieben werden. Bei Verwendung von DisplayPort oder HDMI kann der Ton direkt an die integrierten Boxen weitergegeben werden. Die Lautsprecher sind für den Office Betrieb ausreichend, große Opern sollte man damit aber nicht hören.

Bedienung, OSD & weitere Features:

Das umfangreiche, multilinguale OSD lässt sich mit dem einzigen Bedienelement, dem vier Wege Joystick, auf der Rückseite präzise steuern. Mit der ersten Betätigung des Bedienelements wird ein Quickmenü geöffnet. Abhängig von der weiteren Richtungsbewegung des Joysticks wird durch die einzelnen Profile, der Kontrast- sowie Helligkeitseinstellung und den verschiedenen Eingängen geschaltet. Drückt man den Stick zu sich, erscheint das Übersichtsmenü.

Das Übersichtsmenü erlaubt es, nahezu jede erdenkliche Einstellung über den Monitor vorzunehmen. Zu den bereits vorgestellten Einstellungen, kann man die Lautstärke der integrierten Boxen sowie den Quelleingang wählen, die drei Custom User Profile einstellen, genaue Farbeinstellungen wie Farbtemperatur, Farbbereich oder Gamma vornehmen, oder sogar einen Sleeptimer definieren.

Darüber hinaus bietet der ViewSonic weitere nützliche Features an. Mit der sogenannten Advanced Dynamic Contrast Ratio (Advanced DCR) übernimmt der ViewSonic XG3202-C die Kontrolle inhaltsabhängig über die Kontrast- sowie Helligkeitsregler. Der Blaulichterfilter reduziert den Blauanteil des Bildes, um die Augen zu schonen. Insbesondere bei mehrstündiges Arbeiten sollte man die Funktion aktivieren, auch wenn das Bild einen rötlichen Stich bekommt.  Zudem gibt es noch die „Black Stabilization“, die dunkle Bereiche automatisch aufhellt. Diese Funktion ist vor allem bei Multiplayer Titeln vom großen Nutzen, da man Gegner bei schlechten Lichtbedingungen schneller erkennen kann und sich somit einen nicht zu verachtenden Vorteil schafft. Zugegeben, die Atmosphäre wird dabei völlig zerstört und die Farbdarstellung verfälscht, dennoch empfehle ich jedem ambitionierten Spieler, diese Option dazuzuschalten.

Coating:

Das Panel des ViewSonic XG3202-C wurde entspiegelt. Das Anti-Glare Coating fällt wenig aggressiv aus und bietet eine glatte, nicht grobkörnige Oberfläche. Selbst bei direktem Lichteinfall entstehen keine nervigen Spiegelungen, sodass selbst ein Fenster im Rücken keine Probleme verursachen wird.

Helligkeit:

Kommen wir zu einem weiteren wichtigen Punkt, der Helligkeit. Der Monitor deckt einen Bereich zwischen dunklen 76 cd/m2 bis hellen 335 cd/m2 ab. So kann der ViewSonic XG3202-C sowohl bei tiefster Nacht als auch in hellen Büroumgebungen ohne größere Einschränkungen verwendet werden. Der Helligkeitsverlauf steigt nahezu linear an. Der Hersteller verzichtet bei der Ansteuerung des Backlights auf ein PWM-Signal, sodass empfindliche Nutzer bedenkenlos zu diesem Modell greifen können.

Kontrastverhältnis:

VA-Panels sind im Allgemeinen bekannt, sehr hohe Kontrastverhältnisse zu erzielen. Dabei ist der ViewSonic XG3202-C keine Ausnahme. Der Spitzenwert liegt bei schwindelerregenden 2089 : 1. Über den gesamten Helligkeitsbereich konnte ein durchschnittlicher Wert von 2042 : 1 sowie ein Minimum von 2001 : 1 gemessen werden. Zum Vergleich: Eizos drei Mal so teures Gaming Flaggschiff Foris FS2735 konnte bei eigenen Messungen maximal 946 : 1 erreichen und ist somit weit abgeschlagen.

Farbraumabdeckung, Weißpunkt, Gamma:

Im nachfolgenden Abschnitt stelle ich die Messwerte über Farbraumabdeckung, Weißpunkt und Gamma vor. Ich habe dafür den Monitor auf alltagstaugliche 120 cd/m² gedimmt und den Gammawert auf 2,2 definiert. Eine Einstellmöglichkeit über den Weißpunkt in Kelvin gibt es nicht, sondern nur vordefinierte Profile wie „nativ“, „warm“ oder „bläulich“. Für die Messungen habe ich das Standardprofil „nativ“ genommen. Alle Bildverbesserungseinstellungen wurden deaktiviert.

Die Farbraumabdeckung des ViewSonic XG3202-C beläuft sich auf 99,0% sRGB und 71,9% Adobe RGB, was damit einem guten Ergebnis entspricht. Der Weißpunkt verfehlt mit zu warmen 6048 Kelvin und dem Gamma von 2,08 die sRGB Norm von 6500 K respektive Gamma 2,2. Der dedizierte sRGB Modus schneidet nahezu identisch ab. Die Farbraumabdeckung beträgt etwas geringere 98,7% sRGB bzw. 71,8% Adobe RGB, der Weißpunkt 6043 Kelvin und das Gamma 2,08.

Bildwinkelstabilität:

Gerade bei so einem Riesen spielt die Bildwinkelstabilität eine übergeordnete Rolle. Das VA-Panel schlägt sich in der Vertikalen ausgesprochen gut. Erst bei spitzen Winkeln, die in einer normalen Arbeitsumgebung kaum auftreten, zeigt sich ein Verlust von Kontrast und Helligkeit. Jenes tritt auch bei der seitlichen Betrachtung auf. Der kurvigen Form des Panels geschuldet, fällt der Blinkwinkel zu den Seiten hin unterschiedlich aus. Entsprechend entsteht ein geringfügiger Farb-Verlauf, wo ein Bereich leicht besser abschneidet als der andere. Da man in der Regel frontal vor dem Gerät sitzt, hilft einem das Curved Design, den Betrachtungswinkel und dadurch die Bildwiedergabe so konstant wie möglich zu realisieren.

Ausleuchtung & Luminanzverteilung:

Um herauszufinden, wie gut die Helligkeitsverteilung des Monitors ist, wurde in einem 3X5 Raster an 15 verschiedenen Stellen die Helligkeit gemessen. Ausgangswert stellt hierbei die Mitte mit 120 cd/m² dar. Es konnte eine durchschnittliche Abweichung von 6,3% und eine maximale Abweichung von 17,68% unten links festgestellt werden. Bis auf den Ausrutscher in der Ecke, ist das Ergebnis für ein gebogenes Gerät dieser Größe beachtenswert.

Die Ausleuchtung deckt sich mit den ermittelten Messwerten. Die erste Aufnahme, die den Monitor so zeigt, wie man ihn mit den Augen sehen würde, lässt in drei der vier Ecken eine geringfügige Unregelmäßigkeit erahnen. Die länger belichtete Aufnahme bestätigt diese Annahme. Zwar ist das Ergebnis von einer idealen Ausleuchtung noch etwas entfernt, die Erfahrung zeigt jedoch, dass es kaum besser geht.

Interpolation:

Obwohl der Full HD Standard bereits seit über zehn Jahren in den Konsumentenmarkt Einzug gehalten hat, gibt es nach wie vor Situationen, wo der Monitor mit einer niedrigeren Auflösung angesteuert werden muss. Während bereits die 1080p Auflösung für Textarbeiten grenzwertig ist, ist das bei 720p interpolierte Bild kaum brauchbar. Eine starke Unschärfe dominiert das Bild und verursacht binnen weniger Minuten ein Gefühl des Unwohlseins.

Reaktionsverhalten:

Um das Reaktionsverhalten dokumentieren zu können, greifen wir auf das altbekannte Programm Pixperan zurück. ViewSonic hat dem Monitor drei verschiedene Einstellungen spendiert, die die Geschwindigkeit der Pixel beeinflussen.Das Ergebnis ist für ein Gaming Monitor eher ernüchternd. Das VA Panel zeigt in jedem Testlauf sichtbare Schlierenbildung. Die verwendeten Overdrive Einstellungen zeigen aber ihre Wirkung und die Schattenbilder nehmen sichtbar ab. Glücklicherweise hat es der Hersteller selbst im höchsten Setting „Ultra Fast“ nicht übertrieben, weswegen der Modus auch das Mittel der Wahl ist.

144 Hertz Bildwiederholungsrate & AMD FreeSync:

Wer einen Gaming Monitor sucht, wird um ein „High Frequency“ Modell nicht herumkommen. 120 Hertz oder mehr sind Pflicht für eine flüssigere sowie direktere Wiedergabe. Gegenüber einem Gerät mit 60 Hertz wird im Falle des ViewSonic XG3202-C alle 6,94 ms anstelle 16,7 ms das Bild aktualisiert. Insbesondere schnelle Shooter profitieren deutlich von der hohen Bildwiederholungsfrequenz. In den ersten Minuten mag der Unterschied nicht frappierend ausfallen, gewöhnt man sich aber erst einmal daran und wechselt dann zu 60 Hertz, wird einem alles ruckelig vorkommen. Aber nicht nur in Spielen zeigt sich ein positiver Effekt, selbst das Scrollen im Browser oder gar die Bewegung des Mauszeigers fallen merklich flüssiger aus. Dass es sich hierbei nicht nur um „Marketing-BlaBla“ der Gaming Industrie handelt, zeigen die neuen Apple iPad Pros, die ebenfalls mit 120 Hz Displays ausgestattet sind. Meine Empfehlung lautet daher, probiert es für eine Stunde aus und „springt“ ins kalte Wasser. Die Monitorwahl wird euch deutlich leichter fallen.

Die lizenzfreie Technik FreeSync zur Vermeidung von Tearing sowie einer subjektiv flüssigeren Bildwiedergabe kommt auch bei dem ViewSonic XG3202-C zum Einsatz. Mit einer weiten Range zwischen 48 – 144 Hz schlägt das Modell des US-amerikanischer Herstellers eine Vielzahl der Konkurrenzmodelle. Rutscht die Framerate unterhalb des Wertes, greift einem die „Low Framerate Compensation“ (LFC) unter die Arme und verdoppelt die Bildwiederholungsfrequenz zu den Frames, um eine Synchronisierung zwischen Grafikkarte und dem Monitor zu ermöglichen. Effektiv ist FreeSync im Fall des ViewSonic XG3202-C im Bereich der unspielbaren Framerate bis hoch zu den 144 Hertz aktiv. Die größten Stärken kann FreeSync bei gleichmäßigen Bewegungen und relativ niedriger Framerate ausspielen. Starke Unregelmäßigkeiten der Frametime kann die Technik hingegen nicht ausbügeln. Um FreeSync nutzten zu können, wird eine halbwegs aktuelle AMD Grafikkarte (ab AMD 2XX Series) benötigt.

Subjektive Spielfähigkeit & Erfahrungen:

Ich habe mir natürlich nicht die Chance entgehen lassen und Spiele querfeldein durchprobiert. Eines vorweg, wenn man von kleineren Geräten kommt, wird man anfangs von der Größe schlicht überwältigt. Dadurch dass man gegenüber Fernsehern näher an dem Gerät sitzt, hat das gebogene Panel auch seine Daseinsberechtigung. Insbesondere in Forza Horizon 3 ist das Immersionsgefühl atemberaubend. Mit 250 Km/h über den roten Kontinent zu donnern, bereitet einem ein breites Grinsen im Gesicht. Aber auch Rollenspiele wie der Witcher 3 oder Strategiespiele der Anno Serie verleihen einem ein ganz anderes Spielgefühl. Mittendrin statt nur dabei lautet das Motto. Geschlagen werden kann das ganze nur durch VR Brillen.

Bei schnellen Shootern dreht sich der Spieß um. Die Größe wird einem zum Verhängnis. Wichtige HUD Elemente wie beispielsweise die Minimap oder Lebensanzeige fallen aus dem Hauptsichtfeld raus. Man muss sich vom Spielgeschehen lösen, um einen schnellen Blick auf jene Elemente werfen zu können. Erwischt man einen schlechten Zeitpunkt, bedeutet das meist den virtuellen Tod der Spielfigur. Gleichzeitig macht sich das relativ langsame Panel je nach Situation deutlich bemerkbar. Im direkten Vergleich zu einem schnellen TN Monitor, kann man den Unterschied der Bildwiedergabe bei schnellen Bewegungen als eine Art der Bewegungsunschärfe beschreiben. Abgemildert kann der Effekt durch das Dazuschalten der Black Stabilization, die solche kontraststarken Szenarien gar nicht erst entstehen lässt. Mit diesem Workaround beißt sich die Katze aber in den eigenen Schwanz. Das satte Schwarz sowie die gigantischen Kontraste sind einer der Aushängeschilder des Monitors.

1080p ausreichend?

Der größte Vorbehalt gegenüber dem 32“ Monitor hatte ich bei der niedrigen Full HD Auflösung. In Zeiten von 4k Monitore, die eine vier Mal so höhere Pixelanzahl aufweisen, mag dies anfangs recht mager klingen, aber wie störend ist es im Alltag?

Es kommt sehr auf den Abstand und den Inhalt an. Je weiter man von dem Gerät entfernt sitzt, desto weniger stark fällt die verhältnismäßig geringe Pixeldichte auf. Da es sich bei dem ViewSonic XG3202-C um einen Computer Monitor handelt, wird der Arbeitsabstand zwischen 75 Zentimeter bis 1,20 Meter betragen. Normalgroße Textelemente (z.B. Word Dokument bei 100%) werden leicht ausgefranst dargestellt. Selbst nach einer längeren Nutzungszeit, fällt dies immer noch ins Auge. In Videos oder Spielen ist die niedrige PPI im Vergleich zu Geräten mit höheren Werten zwar sichtbar, aber nicht störend. Bei bewegten Inhalten wird der Abstand nur noch kaum wahrnehmbar.

Eine wirkliche Alternative mit einer höheren Auflösung (2560 X 1440 Pixel) bei gleicher Größe sowie 144 Hz gibt es nur von Samsung mit dem doppelt so teuren Samsung C32HG70. Man sollte sich im Hinterkopf behalten, dass jenseits der 1080p Auflösung eine entsprechend potente Grafikkarte benötigt wird, um eine ordentlichen Framerate ohne große Einschränkungen der Grafikqualität erzielen zu können. Das treibt den Preis bei einer Neuanschaffung nochmals nach oben.

Stromverbrauch:

Zu guter Letzt werfen wir noch einen Blick auf den Stromverbrauch. Hierbei war der Monitor per DisplayPort angeschlossen und die Bildwiederholungsfrequenz auf 144Hz eingestellt. Die maximal gemessene Stromaufnahme beträgt 38,1 Watt, was für ein Gerät dieser Größe einem guten bis sehr gutem Wert entspricht. Dimmt man das Gerät auf eine alltagstaugliche Helligkeit, pendelt sich der Verbrauch zwischen 20 – 28 Watt ein. Im Standby genehmigt sich der Monitor erwartungsgemäße 0,4 Watt.

Fazit:

ViewSonic hat mit dem XG3202-C ein neues Marktsegment erschlossen. Jenseits der 27 Zoll hatte es keinen Monitor im klassischen 16:9 Format mit 144 Hertz gegeben. An der Ausstattung gibt es kaum etwas auszusetzten. So sind alle digitalen Videoeingänge, Stereoboxen für den Notbehelf, Vesa 100 Aufnahme und sogar eine Kopfhörerhalterung vorhanden. Warum es keinen Upstreamport für den freien USB Anschluss gibt, bleibt fraglich. Zumindest hat man die Möglichkeit, sein Smartphone oder die Maus aufzuladen. Die Verarbeitung des Gehäuses sowie des Standfußes sind wortwörtlich grundsolide. Der Verzicht auf nahezu alle Ergonomieoptionen trüben den ansonsten ausgezeichneten Gesamteindruck.

Das verbaute VA-Panel bietet eine umfangreiche sRGB Abdeckung von 99%, ein hervorragendes Kontrastverhältnis von über 2000 : 1 über den gesamten Helligkeitsverlauf und eine gute Blickwinkelstabilität. Die Ausleuchtung zeigt geringfügige Schwächen, die jedoch bei der Größe unvermeidbar sind.

Die hohe Bildwiederholungsrate von 144 Hertz, AMDs FreeSync mit einer großen Range von 48 – 144 Hertz inklusive LFC Unterstützung und der gewölbte Screen erfüllen ihren Zweck und sorgen für ein direkteres und immersiveres Spielerlebnis. Es gibt aber einen Wermutstropfen, das VA-Panel ist – insbesondere für einen Gaming Monitor – relativ langsam. Bei schnellen Szenen ist eine sichtbare Schlierenbildung feststellbar. Störend war dies nur bei First Person Shootern. Gemächlichere Titel oder welche, die von sich aus auf Motion Blur setzen, ist dies aber vernachlässigbar.

Wer auf der Suche nach einem großen Monitor für allerlei Multimedia Aktivitäten (Filme, Spiele, hobbymäßiger Bild-bzw. Videobearbeitung) ist und sich mit der etwas niedrigen Pixeldichte anfreundet, kann bedenkenlos zum ViewSonic XG3202-C greifen. Möchte man sich auf einen Teilaspekt spezialisieren, muss man größere Abstriche hinnehmen und/oder deutlich mehr Geld ausgeben.

Nicolas Guggenberger

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