Lokale Google Foto Alternativ, Monument 2 im Test

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Mit Monument 2 gibt es endlich eine gute Alternative, mit ordentlichem Datenschutz zu Google Foto und Co.!

Google Foto ist ein toller Service! Die App ist übersichtlich, die Suche dank Objekterkennung herausragend und es ist einfach schön alle seine Fotos an einem Ort zu haben.

Allerdings gibt es durchaus auch Gründe gegen Google Foto. Mittlerweile musst du effektiv monatlich für den Speicherplatz zahlen und der Datenschutz ist so eine Sache. Google durchsucht jedes Foto von dir und selbst wenn du nichts zu verstecken hast, ist das unschön, dass gerade Google Mitarbeiter deine Bilder überprüfen könnten.

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Aber was gibt es für Alternativen zu Google Foto? Amazon Photos? OneDrive? Nein, die sind nicht besser oder im Falle von OneDrive noch schlimmer.

Synology und QNAP bieten Alternativen für ihre NAS Systeme an. Leider konnten diese mich in der Praxis nicht so wirklich überzeugen.

Vor einiger Zeit habe ich allerdings schon ein Indiegogo Projekt unterstützt, Monument 2. Monument 2 ist eine kleine Box, in welcher eine SSD und ein “AI” optimierter SoC verbaut sind. Diese sollen in Kombination mit der Monument App eine Art Lokal gehostetes Google Foto sein, inklusiver Objekterkennung usw.

Klingt doch spannend, wie so viele Indiegogo Projekte. Aber wie sieht es in der Praxis aus? Ist hier Monument 2: Smart photo storage so gut wie es der Hersteller verspricht?

 

Monument 2: Smart photo storage im Test

Monument 2 ist im ersten Moment lediglich eine kleine schwarze Box. Auf der Front dieser finden wir einen SD Kartenleser, wie auch eine Status LED.

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Auf der Rückseite sind zwei USB 3.0 Ports angebracht, ein LAN Port und ein HDMI Ausgang. Dieser erlaubt es dir einen TV an die Box anzuschließen und darüber deine Bilder zu betrachten. Allerdings wird hier lediglich eine Auflösung von bis zu Full HD unterstützt.

Mit Strom wird Monument 2 über ein 5V/2,5A Netzteil versorgt, mit Rundstecker.

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Monument 2 wird in zwei Versionen verkauft. Einmal die “Diskless” Version, ohne interne SSD und die Version mit SSD.

Solltest du die Diskless Version gewählt haben, dann kannst du via USB Speichermedien anschließen oder die Box öffnen und selbst eine SSD verbauen.

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Letzteres habe ich gemacht und eine 2TB WD Red verbaut, welche auch tadellos funktioniert. Grundsätzlich werden M.2 SATA SSDs unterstützt.

Der Stromverbrauch, inklusive der SSD und einer LAN Verbindung liegt bei ca. 6,7 W.

 

Die Apps

Um Monument 2 zu nutzen benötigst du die Monument App. Diese ist für folgende Plattformen verfügbar:

  • Android
  • IOS
  • Windows
  • Mac
  • Linux

Ja wir haben neben den üblichen Mobile Apps auch Anwendungen für den Desktop! Dies ist sehr ungewöhnlich, aber grundsätzlich erfreulich.

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Erfreulich ist auch, dass die Apps sehr ordentlich sind! Ich habe die Android, IOS und Windows Apps ausprobiert und diese liefen bei mir schnell und stabil.

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Grundsätzlich ist die Android/IOS App sehr einfach aber gut aufgebaut.

Auf der Startseite findest du eine Icon Liste mit deinen Bildern. Diese sind nach Tagen gruppiert und du kannst einfach durch die Liste scrollen.

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Tippst du das Bild an erhältst du dies in der vollen Ansicht, welche allerdings beim Zoom etwas ruckeln kann.

Ähnlich wie bei Google Foto kannst du die Bilder auch in der App bearbeiten. Folgende Optionen werden dir hier geboten:

  • Zuschneiden
  • Helligkeit
  • Kontrast
  • Sättigung
  • Klarheit
  • Schatten
  • Highlights
  • Belichtung
  • Gamma
  • Schwarz
  • Weiß
  • Farbtemperatur
  • Schärfe
  • Filter (Instagram-Style)

Neben dem einfachen Anzeigen von Bildern kannst du natürlich auch Alben anlegen, teilen usw.

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Ähnliche Optionen hast du auch in der Desktop-App. Diese ist lediglich etwas anders gestylt, was mir aber gar nicht so schlecht gefällt!

Selbst die Wiedergabe von Videos funktionierte tadellos!

 

Keine WebUI!

Etwas überraschend verfügt Monument 2 über keine richtige WebUI! Du kannst auf deine Bilder also am PC nicht einfach über deinen Webbrowser zugreifen. Du musst die Apps nutzen.

Lediglich wenn du Bilder Teilst, dann gibt es natürlich eine WebUI, so das sich nicht alle Personen die sich die Bilder ansehen wollen, die App installieren müssen.

Zwar haben wir die Apps (auch für Windows), dennoch finde ich das Fehlen einer WebUI im Google Foto Style sehr schade!

 

Objekterkennung

Monument 2 wurde groß mit einer AI Objekterkennung beworben. Die Qualität von solchen Objekterkennungen schwankt meist ziemlich extrem. Beispielsweise bei QNAPS QuMagie vorhanden, aber unbrauchbar schlecht.

Leider ist auch hier die Objekterkennung überschaubar!

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Allerdings musst du alle Suchbegriffe immer auf Englisch eingeben. Die App ist zwar deutsch, aber anscheinend wurde hier nicht alles übersetzt. Hier ein paar Beispiele für Suchbegriffe die automatisch zu Bildern zugeordnet werden:

  • Dog (Hund)
  • Cat (Katze)
  • Food (Futter/Essen)
  • Car (Autos)
  • Television (Fernseher, aber es wurde alles Mögliche als Fernseher erkannt)
  • Bird (Vogel, ebenfalls viele Fehlerkennungen)

Die Qualität der Objekterkennung liegt allerdings weit hinter Google Foto zurück! Gerade bei “Food” werden Naturbilder plötzlich als Essen erkannt. Auch ist die Anzahl an erkannten Objekten überschaubar. Hier ein paar Suchbegriffe, die mir spontan eingefallen sind, die nicht funktionieren:

  • Water (Wasser)
  • Sky (Himmel)
  • Clouds (Wolken)
  • Text (Texte)

Kurzum ja die Objekterkennung funktioniert Okay, aber da ist schon noch einiges an Luft nach oben!

Die Gesichtserkennung hingegen ist 1a! Hier war ich sehr überrascht, wie gut und genau diese funktionierte. Du musst einem Gesicht einmal einer Person zuordnen und diese wird auf allen Bildern entsprechend erkannt.

 

Teilen und Fernzugriff

Leider bist du bei Monument 2 auf einen Cloud Account angewiesen! Ohne die Server des Hersteller geht’s nicht. Eine 100% lokale Nutzung ist nicht möglich.

Du kannst allerdings den Fernzugriff auf deine Bilder deaktivieren. So ist nur noch ein lokaler Zugriff möglich.

Willst du Bilder oder Alben teilen, dann kannst du dies natürlich machen, sofern der Fernzugriff aktiv ist. Die andere Person erhält hier einen https://share.getmonument.com Link.

monument 2 fotos teilen

Du kannst allerdings geteilte Bilder/Alben nicht mit Passwörtern oder Ähnlichem versehen. Du kannst lediglich das Teilen wieder beenden.

 

Abzüge bei der Alltagstauglichkeit

Bei der Alltagstauglichkeit sind mir leider ein paar negative Punkte aufgefallen.

  1. Bilder die du mit deinem Smartphone gemacht hast, aber noch nicht synchronisiert sind, werden nicht in der App angezeigt. Du brauchst also unterwegs weiterhin eine zweite App zum Anzeigen von Bildern.
  2. Bilder in der App sind keiner lokalen Kopie zugeordnet. Rufst du diese auf, muss das Bild immer von Monument 2 geladen werden, selbst wenn eine lokale Kopie vorhanden wäre.

Beide Punkte stören mich etwas verglichen mit Google Foto. Im Optimalfall hätte ich gerne eine App für meine Fotos auf meinem Smartphone. Diese App muss dann aber auch unterwegs gemachte Bilder und Videos anzeigen, ansonsten muss ich auf meinem Pixel 6 ja wieder auf Google Foto zurückgreifen.

Zudem verknüpft die App nicht lokale Bilder mit denen auf Monument 2. Tippst du ein Bild an muss dieses immer von Monument 2 geladen werden. Schlecht wenn kein Internet vorhanden ist und es kostet natürlich Trafik.

 

Zugriff via SMB

Du kannst auf Monument 2 auch einfach als Netzwerkfreigabe zugreifen. Hier findest du dann eine interessante Ordnerstruktur.

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Alle Bilder werden nach Gerät mit dem du sie gemacht hast, nach Tag, nach Person, nach Album usw. in Ordner sortiert. Dabei legt Monument 2 auch virtuelle Kopien an, so dass ein Bild in mehreren Ordnern auftauchen kann.

 

Automatische Backups

Monument 2 kann automatisch Backups auf einen lokalen SMB oder FTP Server erstellen, was sehr praktisch ist!

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So sind alle deine Bilder auf Wunsch nochmals gesichert.

 

Fazit

Ich sehe bei Monument 2 sehr viel Schönes und Positives, aber auch noch viel Luft nach oben!

  • Die Apps von Monument 2 sind absolut gelungen
  • Apps auch für Windows, Mac und Linux
  • Die Kernfunktionalität ist zu 100% gegeben
  • Die Hardware scheint mehr als solide
  • Zusatzfunktionen wie ein automatisches Backup, Netzwerkfreigaben usw. machen Sinn
  • Objekterkennung Ausbaufähig
  • Kein WebUI
  • Nicht synchronisierte Fotos erscheinen nicht in der App

Grundsätzlich funktioniert Monument 2 tadellos. Du installierst die App auf deinem Smartphone und es werden im Hintergrund alle Bilder auf dem System gespeichert. Diese kannst du dann auf anderen Geräten mithilfe der Monument App aufrufen, weitere Bilder hinzufügen oder das Ganze freigeben.

Wir haben sogar eine Objekterkennung, welche an sich Okay ist, allerdings spielen wir hier drei Klassen unter Google Foto. Aktuell ist das Ganze eher ein Gimmick. Die Gesichtserkennung ist nochmals was anderes, diese funktioniert super!

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Wir haben zwar keine WebUI, was ich etwas schade finde, aber es gibt eine App für alle Plattformen, sogar Desktop-PCs was dies wieder etwas entkräftet.

Lediglich das nicht synchronisierte Fotos nicht in der App erscheinen nervt mich sehr. Auch das wir weiterhin sehr auf das Internet und die Server des Herstellers angewiesen sind ist etwas schade.

Dennoch halte ich Monument 2 aktuell für die beste “selbst gehostete” Google Foto Alternative!

Michael Barton
Michael Barton
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3 Kommentare

  1. Danke für den Test, das Projekt hatte ich vor einiger Zeit auch schon einmal bemerkt und mich gefragt, ob es eine Alternative zu Google sein könnte. Die „ausbaufähige Objekterkennung“ ist für mich aber ein Ausschlusskriterium und im Gegenzug auch das Alleinstellungsmerkmal von Google. Wie sonst sollte ich zig tausende Fotos noch vernünftig nutzen?

  2. „Mit Monument 2 gibt es endlich eine gute Alternative, mit ordentlichem Datenschutz zu Google Foto und Co.!“
    „Leider bist du bei Monument 2 auf einen Cloud Account angewiesen! Ohne die Server des Hersteller geht’s nicht. Eine 100% lokale Nutzung ist nicht möglich.“
    Nun…

  3. Bei mir funktioniert das mit dem Backup des Systems über SMB überhaupt nicht. Jetzt schon im dritten Anlauf. Das läuft bis ca. 1GB Daten hoch, dann ist Schluss. Keine Fehlermeldung, es geht einfach nicht weiter. Haben Sie das denn mal mit vielen Daten ausprobiert oder nur einen kleinen Funktionstest gemacht. Das taugt überhaupt nicht, ich lerne wochenlang das System an, indem ich immer wieder Gesichter Personen zuordne, das ist wirklich eine Top-Funktion. Aber sollte das System die Grätsche machen, dann ist alles weg. Völlig untauglich.

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