Der Hersteller Lithink bietet einen neuen großen 280 Ah LiFePO4 Akku an. Das Spannende ist, dass LiThink hier offen mit den genutzten Akkuzellen umgeht. So kommen hier EVE-Zellen LF280K-V3 zum Einsatz.
Dies sind in der Theorie sehr gute und vor allem haltbare Zellen! Der Hersteller wirbt mit satten 8000 Zyklen bei 100% Entladetiefe! Normalerweise würde ich sagen solch ein Wert ist etwas „optimistisch“, aber in diesem Fall stammt die Aussage direkt vom Hersteller der Zellen.
Neben den theoretisch sehr guten Zellen haben wir noch ein Bluetooth BMS und sogar eine „Selbstheizung“. Klingt doch gar nicht übel oder?
Aber wie sieht es in der Praxis aus? Wie gut ist die Lithink 12V 280Ah Pro LiFePO4 Batterie mit EVE-Zellen?
An dieser Stelle vielen Dank an LiThink für das Zurverfügungstellen des Akkus für diesen Test.
Der Lithink 12V 280Ah Pro LiFePO4 Akku im Test
Mit einer Kapazität von 280 Ah ist der LiThink Akku natürlich schon ein etwas größerer Brocken. So misst der Akku 522 x 268 x 216 mm und bringt 28 kg auf die Waage.
Für einen Akku mit 3584 Wh Kapazität alles andere als zu groß oder schwer.
LiThink setzt dabei auf ein recht typisches Gehäuse aus schwarzem ABS Kunststoff. Dieses besitzt an den Seiten zwei Trageschlaufen für einen leichteren Transport.
Anschlüsse
Trotz der vergleichsweise hohen Leistung nutzt LiThink klassische M8 Schrauben bzw. Terminals für die Kontakte. In dieser Leistungsklasse kommen teilweise auch schon größere M10 Schrauben zum Einsatz.
M8 Schrauben sollten aber für 200A noch reichen und bieten im Allgemeinen die beste Kompatibilität.
Bonus für den Lieferumfang
Bonuspunkte gibt es für den guten Lieferumfang inklusive sehr guter Anleitung und sogar einem kleinen Sticker-Bogen.
Technische Daten
- LiThink 12V 280 Ah Pro Akku
- 280 Ah Kapazität
- 3584 Wh Energie
- 12,8 V Spannung
- 200 A maximale konstante Ausgangsleistung
- Bis zu 1000 A für 1s Ausgangsleistung
- 200 A maximale Eingangsleistung
- 56 A empfohlene Ladeleistung
- IP65 geschützt
Mit integrierter Heizung
Ein Nachteil von LiFePO4 Zellen ist, dass diese auf keinen Fall bei Temperaturen unter 0 Grad geladen werden dürfen. Entladen unter 0 Grad ist OK, laden nicht.
Hierfür bringt der LiThink Akku nicht nur einen automatischen Schutz mit, sondern auch eine Heizung!
Ist der Akku zu kalt wird der Ladestrom zunächst in eine Heizung geleitet. Diese bringt den Akku in der Theorie von z.B. -10 Grad in ca. 70-90 Minuten auf „Betriebstemperatur“.
Allerdings zwackt sich die Heizung hierfür bis zu 8 A ab. Hast du weniger als 8 A, dann dauert das Heizen länger oder der Akku kommt nie auf Temperatur und lädt entsprechend nicht.
Mit App und Bluetooth
Ein großer Pluspunkt ist der App-Support. Auf Wunsch kannst du den Akku mit der LiThink App verbinden und über die App diverse Statusinformationen sehen. Hierzu zählt folgendes:
- Akkustand in %
- Kapazität in Ah
- Eingangsleistung/Ausgangsleistung in Ampere
- Eingangsleistung/Ausgangsleistung in Watt
- Spannung des Akkus in Volt
- Spannung der einzelnen Zellen in Volt
- Zyklen Anzahl
- Usw.
Zudem kannst du über die App das Laden und auch das Entladen des Akkus blockieren.
Damit ist die App durchaus gelungen! Nervig ist nur, dass eine Registrierung für die Nutzung beim Hersteller Pflicht ist.
Warum LiFePO4-Akkus so überzeugen und warum die Zellen entscheidend sind
LiFePO4-Akkus (Lithium-Eisenphosphat) haben sich in den letzten Jahren zum klaren Standard für Wohnmobil, Boot und Solaranlage entwickelt, und das aus gutem Grund. Im Vergleich zu klassischen Lithium-Ionen-Akkus bieten sie zwar eine etwas geringere Energiedichte, dafür punkten sie aber mit einer deutlich höheren Sicherheit und einer um ein Vielfaches längeren Lebensdauer.
Während Blei-Gel-Akkus bei tiefer Entladung oft schon nach unter 100 Zyklen merklich an Kapazität verlieren und Lithium-Ionen-Akkus meist bei 500 bis 1000 Zyklen ihre Grenze erreichen, schaffen einfache LiFePO4-Modelle problemlos 2000 bis 3000 Zyklen. Gute Zellen können sogar deutlich mehr leisten.
Warum die Zellmarke wirklich einen Unterschied macht
Ein LiFePO4-Akku ist letztlich nur so gut wie die Zellen, die darin verbaut sind. Viele Hersteller schweigen sich darüber komplett aus, welche Zellen sie verwenden. LiThink geht hier offen mit der Information um und nennt explizit die genutzten EVE LF280K-V3 Zellen.
EVE Energy ist einer der weltweit führenden Hersteller von LiFePO4-Prismazellen und beliefert auch namhafte Marken in der Speicherbranche. Die LF280K-Serie gilt dabei als eine der besseren Wahlmöglichkeiten im 280-Ah-Bereich. Der Zellhersteller selbst spricht hier von bis zu 8000 Zyklen bei 100 % Entladetiefe, ein Wert, den du bei generischen No-Name-Zellen nie zu sehen bekommen würdest.
Solche Angaben sind also nicht reines Marketing der Akku-Marke, sondern stammen direkt vom Zellhersteller. Das macht einen großen Unterschied bei der Glaubwürdigkeit.
Die Nachteile
LiFePO4-Akkus sind allerdings nicht perfekt. Im Vergleich zu reinen Lithium-Ionen-Akkus sind sie bei gleicher Kapazität größer und schwerer, für mobile Geräte wie Smartphones also ungeeignet, für stationäre oder semi-mobile Anwendungen wie ein Wohnmobil aber völlig unproblematisch.
Der wichtigste Punkt: LiFePO4-Zellen dürfen nicht bei Temperaturen unter 0 °C geladen werden! Das Entladen unter dem Gefrierpunkt ist hingegen kein Problem. Genau deshalb ist die integrierte Selbstheizung des LiThink-Akkus ein echter Pluspunkt, sie sorgt dafür, dass du den Akku auch im Winter im Wohnmobil oder Boot ohne Risiko nachladen kannst.
Wie hoch ist die Kapazität?
Laut LiThink bietet der LiFePO4-Akku eine Kapazität von 280 Ah. Aber wie sieht es in der Praxis aus?
Im Schnitt konnte ich eine Kapazität von 308,254 Ah bzw. 3970 Wh messen. Das entspricht satten 110% der Herstellerangabe. Das ist ein richtig starkes Abschneiden, was erneut zeigt, dass hier wirklich sehr hochwertige Akkuzellen zum Einsatz kommen.
| Akku | % |
| Shentec LiFePO4 Akku mit 200 Ah und 200 A BMS | 86,05% |
| EREL LiFePO4 12,8V 100Ah Akku mit Bluetooth | 98,26% |
| Power Queen 12,8V 100Ah OTCB Smart LiFePO4 Batterie | 98,40% |
| CREABEST VB046 LiFePO4 12V 175Ah | 100,24% |
| Redodo LiFePO4 12V 200Ah | 100,61% |
| LiTime Mini 100Ah | 101,56% |
| ECO-Worthy LiFePO4 12V 100Ah | 101,82% |
| Redodo 12V 165Ah LiFePO4 Batterie Mit Bluetooth | 102,50% |
| LiTime 12V 100Ah LiFePO4 Akku für Trolling Motoren | 102,67% |
| WattCycle 12V 100Ah Untersitz (Bluetooth) | 102,74% |
| WattCycle 12V 100Ah Mini LiFePO4 Battery with Bluetooth | 103,10% |
| Creabest LiFePO4 Akku 100Ah 12,8V mit Bluetooth | 103,46% |
| Geleipu 25,6V 100Ah LiFePO4 Batterie | 103,75% |
| Vatrer 12V 100AH LiFePO4 mit APP und Selbsterwärmung | 104,20% |
| Power Queen 12V 100Ah Gruppe 24 Smart LiFePO4 | 104,26% |
| Power Queen 12,8V 100Ah LiFePO4-Akku | 105,23% |
| LiTime 12V 100Ah LiFePO4 Akku | 106,06% |
| Supervolt LiFePO4 100Ah 12.8V Lithium Batterie | 110,00% |
| LiThink 12,8V 280 Ah | 110,09% |
Wenn wir dies mit anderen LiFePO4 Akkus vergleichen, die ich bisher im Test hatte, ist dies der absolute Bestwert! Bislang konnte noch kein Akku mehr echte Kapazität im Verhältnis zur Herstellerangabe liefern. Sogar der „Premium“ Supervolt Akku wird geschlagen (wenn auch knapp).
Spannungsverlauf des LiThink 280Ah Akkus
LiFePO4-Akkus besitzen einen sehr flachen Spannungsverlauf und der LiThink-Akku ist hier ein echtes Musterbeispiel. Das heißt: Die Spannung schwankt beim Entladen über weite Strecken nur minimal, was zwar eine sehr stabile Energieabgabe an deine Verbraucher bedeutet, das genaue Ablesen des Ladestands über die reine Spannung jedoch praktisch unmöglich macht. Genau deshalb ist das Bluetooth-BMS hier so wertvoll.
Im vollständig geladenen Zustand startet der Akku bei einer Spannung von etwa 14,06 V. Sobald die 20 A Last anliegt, sackt die Spannung innerhalb der ersten Minute spürbar ab und pendelt sich nach rund fünf Minuten auf einem stabilen Plateau von etwa 13,2 V ein. Genau in diesem Bereich spielt sich der Großteil der nutzbaren Kapazität ab: Über mehr als fünf Stunden lang bewegt sich die Spannung kaum, bevor sie langsam und gleichmäßig weiter absinkt. Erst nach gut 9 Stunden unterschreitet sie die 13,0-V-Marke, nach rund 12,5 Stunden die 12,8 V.
Insgesamt liegen damit etwa 80 % der Kapazität in einem extrem schmalen Spannungsfenster zwischen 13,2 V und 12,7 V, ein typisches und gewünschtes Verhalten für hochwertige LiFePO4-Zellen wie die hier verbauten EVE LF280K-V3.
Unter die 12,6 V fällt die Spannung erst nach etwa 14,4 Stunden Dauerlast, danach sinkt sie deutlich schneller ab. Die Tiefentladeschutz-Abschaltung des BMS greift schließlich bei rund 11,05 V nach insgesamt 15:20 Stunden Laufzeit.
Blick ins Innere des LiThink 280Ah – Was steckt wirklich drin?
Natürlich wollte ich es genauer wissen und habe den Akku geöffnet. Was mich erwartet hat, war durchaus positiv.
Das BMS trägt eindeutig das LiThink-Label und ist als 4S 200A Smart Port Balance Heat ausgeführt – passt also exakt zu den Herstellerangaben. Auf dem Aufkleber ist zudem die Firmware-Version (LIFRPO4S.V1.8) sowie die Bluetooth-MAC-Adresse vermerkt. Die Bluetooth-Antenne ist separat herausgeführt und gut zugänglich verbaut. Das BMS selbst sitzt auf einem Aluminiumträger, der als Wärmeableitung dient – das ist sauber gemacht.
Gut erkennbar sind die gelb ummantelten Prismazellen – ein typisches Merkmal der EVE LF280K-Serie. Die Zellen sitzen ordentlich und mit Schaumstoffpolsterung gesichert im Gehäuse, was Vibrationen beim Transport oder im Wohnmobil dämpft.
Auf den Zellen ist zudem eine handgeschriebene „4“ zu sehen – das deutet auf eine interne Qualitätskontrolle oder Chargenmarkierung beim Zellhersteller hin.
Die dicken roten Hauptkabel sind mit Geflechtschlauch geschützt und ordentlich verlegt. Die Zellenverbinder sind sauber verschraubt. Insgesamt macht das Innere einen aufgeräumten und durchdachten Eindruck – hier wurde nicht einfach irgendetwas zusammengesteckt.
Der Blick ins Innere bestätigt, was der Kapazitätstest bereits gezeigt hat: LiThink baut hier solide. Das BMS stimmt mit den Specs überein, die Zellen sehen aus wie angegeben und die Verarbeitung ist ordentlich. Keine bösen Überraschungen – im Gegenteil.
Fazit
Der LiThink 12,8V 280 Ah Pro LiFePO4 Akku ist aus meiner Sicht ein absoluter Volltreffer und einer der besten LiFePO4-Akkus, die ich bisher auf Techtest in den Händen hatte!
Das fängt schon bei der Transparenz an: LiThink nennt offen die verbauten EVE LF280K-V3 Zellen, was bei vielen Mitbewerbern leider noch immer eine Seltenheit ist. Und diese Offenheit wird durch die Praxis voll bestätigt, denn der Akku liefert mit gemessenen 308,25 Ah bzw. 3970 Wh sage und schreibe 110 % der Herstellerangabe. Damit setzt sich der LiThink an die Spitze aller bisher getesteten LiFePO4-Akkus und schlägt sogar Premium-Modelle wie den Supervolt knapp. Ein wirklich beeindruckendes Ergebnis, das die Qualität der EVE-Zellen eindrucksvoll bestätigt.
Auch sonst macht der Akku im Test eine sehr gute Figur. Das Bluetooth-BMS mit App-Unterstützung ist gerade beim flachen Spannungsverlauf von LiFePO4-Akkus ein echter Mehrwert und liefert dir alle relevanten Informationen direkt aufs Smartphone. Die integrierte Selbstheizung ist gerade für den Einsatz im Wohnmobil, Boot oder als Outdoor-Solarspeicher Gold wert, denn so kannst du den Akku auch bei Minusgraden bedenkenlos laden. Hinzu kommen 200 A Dauerleistung, IP65-Schutz und ein durchdachter Lieferumfang inklusive guter Anleitung.
Kritikpunkte gibt es nur wenige und sie sind eher Kleinigkeiten: Die Zwangsregistrierung für die LiThink-App ist nervig und die Heizung zwackt sich beim Aufwärmen bis zu 8 A vom Ladestrom ab. Wer den Akku im Winter über eine kleine Solaranlage laden will, sollte das im Hinterkopf behalten.
Unterm Strich liefert LiThink hier aber einen LiFePO4-Akku, bei dem einfach alles passt: Top-Zellen, Top-Kapazität, Bluetooth-BMS, Selbstheizung und solide Verarbeitung. Klare Empfehlung!

















