Der Trouver Finder im Test, günstiger Saugroboter im Mi Home Ökosystem

-

Ein guter Saugroboter kostet normalerweise mindestens 300€+. Dies liegt vor allem an der Technik die für die Navigation benötigt wird. Ein guter Saugroboter nutzt entweder eine Kamera-Navigation oder noch besser einen rotierenden Laser Sensor. Solche Modelle erhaltet Ihr normalerweise aber nicht unter 300€.

trouver finder test review 8

Eine der wenigen Ausnahmen ist der Trouver Finder. Diesen asiatischen Saugroboter bekommt Ihr bereits für rund 200€. Dennoch verfügt dieser über eine intelligente Laser-Navigation und eine „Smart“ Anbindung über die Xiaomi Mi Home App.

Klingt doch außerordentlich spannend, wenn Ihr auf der Suche nach einem günstigen und guten Staubsaugroboter seid. Wollen wir uns da einmal den Trouver Finder näher im Test ansehen!

 

Der Trouver Finder im Test

Auf den ersten Blick ist der Trouver Finder ein absolut klassischer Staubsaugroboter, welcher an die Xioami Roborock Modelle erinnert. So setzt Trouver auf ein schickes weißes Gehäuse, in der typischen runden Form.

trouver finder test review 1

Auffällig ist hier der „Hubbel“ auf der Oberseite, unter welchem der rotierende Laser-Sensor angebracht ist. Diesen könnt Ihr Euch wie einen dieser Abstandsmessgeräte vorstellen, nur dass sich der Laser permanent dreht. So sieht der Roboter 2-dimensional in alle Richtungen und kann aus den Abstandswerten eine Karte errechnen. Dies erlaubt eine vergleichsweise gute und genaue Navigation.

Auf der Oberseite des Trouver Finder findet sich neben diesem Laser-Sensor auch zwei Tasten für eine Steuerung am Gerät und eine Klappe. Unter dieser Klappe findet sich der Schmutzauffangbehälter.

trouver finder test review 4

Dieser ist wie bei Saugrobotern üblich nicht all zu groß, allerdings auch nicht zu klein. Trouver Finder setzt hier auf eine ordentliche Größe.

Am Ende dieses Schmutzauffangbehälters ist ein Feinstaubfilter angebracht. Dieser hat die gleiche Größe wie bei den Xiaomi Roborock Modellen. Ein Nachkaufen der Filter ist also absolut unproblematisch, da diese reichlich im Handel verfügbar sind.

trouver finder test review 2

Auf der Unterseite des Trouver Finder ist die übliche rotierende Bürste, welche für einen großen Teil der Reinigungsleistung verantwortlich ist.

Optional bietet der Finder auch eine Putzoption. Hierfür gibt es einen speziellen Putztuch-Aufsatz mit kleinem Wasser-Tank, den Ihr anheften könnt.

trouver finder test review 6

Dieser Aufsatz ist mit im Lieferumfang, genau wie die Ladestation auf welche der Sauger automatisch zurückfindet. Ansonsten ist das Zubehör allerdings recht „dünn“.

 

App und Steuerung

Um den Trouver Finder zu steuern benötigt Ihr die Xiaomi Mi Home App. Ja der Trouver Finder ist teil des Xiaomi Ökosystems, denn hinter Trouver steht Dreame.

finder mi home1 finder mi home2

Die Einrichtung der App und die Verbindung mit dem Finder (via WLAN) funktionierte bei mir absolut problemlos.

Die Xiaomi Mi Home App dient dabei für diverse Geräte aus dem Xiaomi Ökosystem als Anlaufstelle. Habt Ihr den Roboter verbunden, dann wird dieser Euch auf der Startseite angezeigt.

finder mi home9 mi home 2

Tippt Ihr diesen dort an, wird die eigentliche Benutzeroberfläche geladen. Dort seht Ihr zunächst eine Karte Eurer Wohnung (welche vom Sauger erstellt wurde), auf der auch eingezeichnet wurde wo er überall bei der letzten Reinigung war. Diese Karte updatet sich Live während des Saugvorgangs. Ihr könnt also den Roboter genau verfolgen wie dieser durch Eure Wohnung fährt.

mi home 1 mi home 3

Der Trouver Finder unterstützt auch mehrere Räume! Ihr könnt diesen also auch gezielt in einen Raum senden, den Ihr vorher in der App festgelegt habt. Dies ist ein erweitertes Feature, welches normalerweise bei günstigen Saugrobotern nicht zu finden ist.

 

Navigations-Technologie

Wir können moderne Saugroboter in vier „Gruppen“ unterteilen wenn es um die Navigation geht.

  1. Die Dummen. Dumme Saugroboter nutzen eine Zufallsnavigation. Diese Fahren los bis sie ein Hindernis treffen, drehen in eine Zufällige Richtung ab, fahren erneut bis sie ein Hindernis treffen, drehen in eine zufällige Richtung ab usw. Hierdurch sind diese Modelle aber sehr ineffizient, langsam und haben gerade mit komplexen Wohnungen mit vielen Räumen große Probleme. Solche Saugroboter sind sehr günstig und einfach zu bauen. Daher sind sie vor allem in der untersten Preisklasse zu finden. Ich würde solche dummen Saugroboter vermeiden!
  2. Blinde Saugroboter. „Blinde“ Saugroboter nutzen ein Gyroskope zur Navigation. Der Roboter kann seine Umgebung zwar nicht sehen, merkt sich aber in welche Richtung er fährt, in welche Richtung er abdreht und wo er Hindernisse ertastet. Hierdurch kann er eine Art Karte mitzeichnen und arbeitet daher etwas effizienter und zuverlässiger. Solche Saugroboter sind mittlerweile oft in der 200-300€ Preisklasse anzutreffen und sind generell durchaus brauchbar, in kleinen bis mittelgroßen Wohnungen.
  3. Kamera Saugroboter. Einige Saugroboter setzen zusätzlich zu anderen Sensoren (oftmals einem Gyroskope) auf eine Kamera, auf der Oberseite. Diese Kamera zeichnet markante Merkmale in Eurer Wohnung auf und ordnet diese den Positionen zu. Hierdurch kann der Saugroboter nicht nur eine Karte erstellen, sondern auch eine Position auf der Karte erkennen. Solche Saugroboter gehören meist schon in die „Königsklasse“ und eignen sich nach meiner Erfahrung für mittelkomplexe und große Wohnungen. Beispielsweise iRobot ist der bekannteste Nutzer dieser Technologie.
  4. Laser Saugroboter. Laser Saugroboter erkennt Ihr sofort an dem markanten Hubbel auf der Oberseite. In diesem Steckt ein Laser-Abstandsmesser der sich permanent dreht. Hierdurch kann der Saugroboter eine extrem präzise Karte der Umgebung erstellen und auch seine Position in dieser Karte jederzeit wiederfinden. Diese Saugroboter eigenen sich grundsätzlich für jede Art der Wohnung.

Natürlich gibt es innerhalb jeder Kategorie bessere und schlechtere Modelle.

Der Trouver Finder nutzt die Laser-Navigation, also Punkt 4.

 

Navigation und Fahrverhalten

Der Finder nutzt die „Lidar LDS“ Navigation und dementsprechend verhält sich dieser auch. Der Saugroboter startet und unterteilt Eure Wohnung zunächst in X Bereiche. Ein Bereich wird dabei zunächst äußerlich umfahren.

Der Finder sucht sich also eine Wand, folgt dieser X Meter, dreht ab, folgt wieder der Wand usw. Kommt dieser auf seiner Ausgangsposition an, dann wird das Innere in geraden Bahnen abgearbeitet. Dies funktioniert auch in der Praxis sehr gut!

trouver finder test review 12

Dabei merkt sich der Roboter wo er schon war und wo er noch „Raum“ gesehen hat. Also ja der Trouver Finder eignet sich auch für etwas komplexere Wohnungen mit mehreren Räumen usw.

Das Fluchtverhalten war dabei solide. Der Saugroboter konnte sich aus den meisten Situationen von sich aus befreien. Hindernisse wie Socken usw. sind „mittelmäßig“ problematisch. Ja der Finder kann sich hier verheddern, zeigt sich aber verglichen mit anderen Modellen nicht übermäßig empfindlich.

Hier aber ein Kritikpunkt, der Akku des Finder ist nicht übermäßig groß! Dieser schafft als eins der wenigen Modelle nicht meine Wohnung in einem Durchgang.

 

Saugleistung

Die Saugleistung des Finder ist als gut zu bezeichnen. Auf glatten Böden ist die Reinigungsleistung bei Staub, Tierhaaren usw. bei fast 100%. Die rotierende Bürste nimmt solchen Schmutz problemlos auf. Mehl oder feinere Pulver werden aber beim erstmaligen Überfahren nicht zu 100% aufgenommen. Hier müsst Ihr den Roboter 2-3x über eine Stelle schicken.

trouver finder test review 11

Für diese Preisklasse saugt der Finder auf glatten Böden völlig in Ordnung!

Auf Teppichen sieht die Welt etwas anders aus. Hier ist die Saugleistung auch Okay, aber verglichen mit „High End“ Modellen ist da schon etwas Luft nach oben. So wird oberflächlicher Schmutz gut entfernt, aber tiefer sitzender Schmutz oder klebende Tierhaare werden nur teils entfernt.

Ja der Finder reduziert auch hier das Schmutzlevel deutlich, aber es geht noch besser. Sofern Ihr Haustiere habt, werdet Ihr alle paar Tage Teppiche eventuell mal manuell absaugen müssen.

 

Fazit

Für rund 200€ ist der Trouver Finder ein hervorragender Saugroboter, anders kann man dies nicht sagen.

Die größte Stärke ist hier klar die Software und die Navigation. Der Laser-Sensor in Kombination mit der Mi Home App erlaubt es dem Finder klar ein gutes Stück besser zu navigieren, als dies in dieser Preisklasse eigentlich möglich sein sollte.

trouver finder test review 15

So navigiert der Saugroboter fast so gut wie Modelle der Oberklasse! Auch Feature wie die Raumunterteilung usw. sind klasse und funktionieren gut.

Die Saugleistung des Trouver Finder würde ich als gut einstufen, liegt aber unter den absoluten High End Modellen. Auf glatten Böden und bei normalem Staub, saugt der Roboter 1a. Hier nimmt dieser sämtlichen Schmutz auf. Tierhaare auf Teppichen kann aber schon eine deutlich größere Herausforderung sein. Hier ist ein gelegentliches manuelles Nacharbeiten nötig.

Dennoch die Kombination aus guter Saugleistung und hervorragender Navigation machen den Trouver Finder zu einem tollen Alltagshelfer!

Michael Barton
Vielen Dank fürs Lesen! Sollte mein Bericht euch geholfen haben würde ich mich über einen erneuten Besuch meiner Webseite und/oder dem Folgen meines Twitter freuen! Vielen Dank!

Neuste Beiträge

Test: AVM FRITZ!Box 7590 AX, das Flaggschiff nun mit WLAN 6 und einem neuen Modem

Mit der FRITZ!Box 7590 AX bietet AVM nun seinen High End Router auch mit dem noch recht neuen WLAN 6 Standard an. Hierdurch soll die...

Das Apple iPad Pro 11 M1 im Test , besser gehts kaum!

Das iPad Pro versucht seit vielen Generationen schon mehr zu sein als ein bloßes Tablet. Apple sieht das iPad als Nachfolger der Notebooks und...

7x NVME SSD Kühler im Test, be quiet!, ICY BOX und Co. im Vergleich

NVME SSDs sind eine heiße Sache und das meine ich wörtlich. Viele High End NVME SSDs laufen extrem heiß, so heiß, dass diese auch...

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.