Das TerraMaster F2-422 im Test, günstiges NAS mit 10 Gbit LAN

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NAS Systeme gibt es duzende auf dem Markt, mit unterschiedlicher Software, Slot-Anzahl usw.. Allerdings hatten die meisten Modelle eins gemeinsam, der Gbit LAN Port welcher das Tempo solcher Systeme auf ca. 120MB/s limitierte.

Erst so langsam beginnen erste NAS Systeme 2,5Gbit oder sogar 10Gbit LAN Ports zu verwenden. Eins der günstigsten Modelle mit 10Gbit LAN Port ist aktuell das TerraMaster F2-422.

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Dieses 2-Bay NAS bekommt Ihr aktuell für rund 350€. Dafür bietet dieses einen 10Gbit LAN Port, einen Intel Quad-Core-Prozessor und 4GB RAM.

Klingt doch gar nicht mal so schlecht oder? Genau dies wollen wir doch einmal im Test herausfinden!

 

Das TerraMaster F2-422 im Test

TerraMaster setzt bei seinen NAS System fast immer auf ein sehr ähnliches Design bzw. sogar meist auf das gleiche Gehäuse, das nur mit unterschiedlicher Technik ausgestattet ist.

Terramaster F2 422 Im Test 1

Bei dem TerraMaster F2-422 handelt es sich um ein klassisches 2-Bay NAS. Dieses verfügt also über zwei Festplatten Slots auf der Front. Dementsprechend ist auch das Gehäuse relativ schmal, aber sehr tief.

Das Gehäuse des NAS besteht grundsätzlich aus Aluminium. Allerdings sind die Front und die Festplattenschächte aus Kunststoff. Gerade die Festplattenschächte wirken ein gutes Stück „günstiger“ als bei Synology oder QNAP NAS Modellen. Diese werden klar ihren Job machen, aber es ist hier schon zu merken, dass TerraMaster hier etwas gespart hat.

Terramaster F2 422 Im Test 3

In den Schächten könnt Ihr entweder 3,5 Zoll oder 2,5 Zoll Laufwerke verbauen. Passende Schrauben und sogar einen Schraubendreher legt TerraMaster bei.

Neben den Festplatten-Slots auf der Front finden wir einige Status-LEDs und den Einschalter.

Auf der Rückseite des NAS finden wir zunächst den 80mm Lüfter, den Anschluss für das Netzteil, einen HDMI Port, 2x USB 3.0 und ganze 3x LAN Ports. Von diesen drei LAN Ports bieten zwei das Gbit LAN Tempo, während der dritte bis zu 10Gbit LAN unterstützt! Klasse!

Terramaster F2 422 Im Test 4

Bei dem beiliegenden Netzteil handelt es sich um ein 12V Modell mit 3,33A, also rund 40W. Für zwei Laufwerke und das NAS sicherlich gut ausreichend.

 

Einrichtung und Software

Nach dem Einschalten und Verbauen eines Speichermediums im NAS, müsst Ihr zur Einrichtung seine WebUI aufrufen. Dies geschieht durch die Eingabe der IP-Adresse des NAS in Euren Webbrowser.

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Diese könnt Ihr entweder aus Eurem Router auslesen oder Ihr könnt ein Tool von TerraMaster nutzen. Letzteres findet Ihr hier: https://support.terra-master.com/quickguide/steps?product=F2-422&page=16

Die WebUI von TerraMaster macht prinzipiell einen ordentlichen Eindruck. Die Hintergrundbilder die TerraMaster nutzt sind zwar etwas kurios, aber abseits davon könnt Ihr Euch problemlos durch die Installation hindurchklicken. Das Meiste macht das NAS von alleine.

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Nach ca. 15 Minuten könnt Ihr den Log-in-Bildschirm des NAS aufrufen, erneut durch das Eingeben der IP Adresse in Euren Webbrowser.

Euch erwartet eine Benutzeroberfläche, welche sich durchaus etwas an Synology oder QNAP anlehnt. So nutzt auch TerraMaster mit seinem „TOS“ eine Art Betriebssystem in Eurem Webbrowser. Ihr habt wie bei einem regulären Computer einen Desktop, Anwendungen, eine Taskleiste usw. nur, dass das Ganze in Eurem Webbrowser passiert.

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So erlaubt Euch das TerraMaster F2-422 sogar Multitasking inklusive Fenstermanagement usw.

In der Systemsteuerung findet Ihr die meisten Einstellungen die Ihr Benötigen werdet. So könnt Ihr hier Benutzer und freigegebene Ordner anlegen, die Verschlüsselung für freigegebene Ordner einrichten, Zugriffsrechte bestimmen, Netzwerkeinstellungen tätigen usw.

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Auch könnt Ihr hier Eure Laufwerke konfigurieren und die SMRT Werte überwachen. Da das TerraMaster F2-422 nur zwei Festplatten-Schächte hat, habt Ihr bei den Speicheroptionen etwas weniger Möglichkeiten. So könnt Ihr Eure Laufwerke wie folgt einrichten:

  • Single
  • JBOD
  • Raid 1
  • Raid 0

Habt Ihr alles eingerichtet könnt Ihr auf das NAS via via SMB, AFP, FTS, NFS oder Rsync aus Eurem Netzwerk zugreifen. Es ist auch über Dienste wie TNAS.Online auch ein Webzugriff möglich.

 

Anwendungen

Ihr könnt das NAS mithilfe von Anwendungen erweitern. Diese findet Ihr in einer Art App Store.

Die Auswahl ist bei TerraMaster zugegeben ein gutes Stück kleiner als bei Synology oder QNAP, aber es gibt hier durchaus das ein oder andere Interessante.

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Hier eine kleine Auswahl an Apps die ich als interessant einstufen würde:

  • Google Drive Sync
  • OneDrive Sync
  • Dropbox Sync
  • Nextcloud
  • Clam AntiVirus
  • Plex Media-Server
  • iTunes Server
  • Docker

Gerade die Syncronisierungs-Apps für Cloud Dienste sind als eine Art offsite Back-up interessant.

 

Mobile App

TerraMaster bietet für seine NAS Systeme auch eine Smartphone App an „TNAS Mobile“. Die App recht einfach gestaltet und aufgebaut.

Ihr könnt mit dieser Daten von Eurem NAS herunterladen oder auch hochladen. Ebenso ist es möglich den aktuellen Systemstatus aufzurufen, wie beispielsweise den Zustand der Festplatten.

Für mich das spannendste Feature ist der Auto-Upload von Bildern.

Ihr könnt einstellen, dass gemachte Bilder automatisch von Eurem Smartphone in einen von Euch gewünschten Ordner kopiert werden.

 

Performance

Im TerraMaster F2-422 ist ein Intel Celeron J3455 als Kernstück verbaut. Normalerweise spielt die CPU bei einem NAS System gar keine so große Rolle, da der Gbit LAN Port meist der limitierende Faktor ist.

Terramaster F2 422 Im Test 10

Allerdings im Falle von 10Gbit LAN ist durchaus einiges an CPU Power nötig um das theoretisch maximale Tempo von 1200MB/s zu erreichen. 1200MB/s sind aber ein absolut theoretischer Wert, der selbst im Falle von ausreichend CPU Leistung nur mit zwei SSDs im RAID 0 erreichbar wäre. HDDs erreichen meist nicht mehr 200MB/s.

Schauen wir uns zunächst einen Benchmark mit 1Gbit LAN an.

1 Gbit

Wie zu erwarten kann das TerraMaster F2-422 das volle Gbit LAN Tempo mit 116/114MB/s erreichen. Wie sieht es aber mit einer 10Gbit LAN Verbindung aus?

10 Gbit

Laut CrystalDiskMark konnte ich hier ein maximales Tempo von 644MB/s lesend und 443MB/s schreibend erreichen. Nicht ganz das theoretisch mögliche Tempo, aber in der Praxis ist dies schon sehr flott!

Aber wie sieht es bei echten SMB Datenübertragungen aus?

Lesen  Schreiben
10 Gbit SSD Single 481,0 MB/s 367,3 MB/s
10 Gbit SSD RAID 0 603,0 MB/s 381,1 MB/s
10 Gbit SSD RAID 0 Verschlüsselt 212,6 MB/s 54,3 MB/s

Schreibend scheint das Limit des TerraMaster F2-422 bei ca. 370-380MB/s in der Praxis zu liegen. Lesend sind mit einer SSD rund 480MB/s möglich. Mit zwei SSDs werden die 600MB/s geknackt.

Was aber auch auffällt ist die deutlich niedrigere Leistung wenn wir eine Verschlüsselung aktivieren. Hier sinkt die Datenrate schreibend auf 54MB/s und lesend auf rund 200MB/s. Wir sehen also, dass die CPU der Flaschenhals ist.

 

Stromverbrauch

Der Stromverbrauch des TerraMaster F2-422 hängt stark davon wie Ihr dieses nutzt und vor allem was für Laufwerke Ihr verbaut! Eine HDD kann bis zu 10W an Strom verbrauchen. SSDs hingegen benötigen gerade im Leerlauf so gut wie keine Energie.

Mit einer SSD und im Leerlauf benötigt das NAS gerade einmal 8,3W, was angenehm wenig ist. Selbst unter Last kommen wir gerade einmal auf 10,xW.

Interessant, der 10Gbit LAN Port benötigt ca. 3W zusätzlichen Strom. Unter den gleichen Bedingungen nur durch die Nutzung des 10Gbit LAN Ports (im Leerlauf) stieg der Stromverbrauch von 8,3W auf 11,2W. Ja 10Gbit LAN ist ein kleiner Energiefresser.

 

Fazit

Seien wir ehrlich, was die Software angeht, kann ein TerraMaster NAS nicht mit Synology mithalten. Was den Funktionsumfang und die Zusatz Feature angeht, spielt Synology klar eine Klasse über TerraMaster.

Terramaster F2 422 Im Test 12

Allerdings was die Hardware angeht ist das Bild etwas anders! Einen 10 Gbit LAN Port sucht Ihr bei Synology meist vergebens, geschweige denn in den günstigeren NAS Modellen.

Dies ist auch klar die größte Stärke des TerraMaster F2-422. Dank des 10Gbit LAN Ports können wir praktische Datenraten von bis zu 600/380 MB/s erreichen, was für ein 350€ NAS durchaus beeindruckend ist. Auch die Software und der Funktionsumfang des TerraMaster NAS ist nicht schlecht! Hier und da wirken die Apps und die UI etwas einfacher gemacht, aber im Grunde ist alles da was man bei einem NAS benötigt.

Terramaster F2 422 Im Test 11

Sucht Ihr also eine kleine und sparsame Speicherbox mit einer guten Basis-Ausstattung und 10Gbit LAN, dann ist das TerraMaster F2-422 keine schlechte Wahl!

Michael Barton
Michael Barton
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