Das ORICO 20Gbps USB C to M.2 NVMe SSD Gehäuse im Test

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Die meisten externen SSDs besitzen eine maximale Datenrate von +- 1000 MB/s. Dies liegt an der USB Verbindung, welche bei diesen Modellen auf 10 Gbit limitiert ist, was + 1000 MB/s entspricht.

Es gibt eine Handvoll externe SSDs mit einem USB C 3.2 Gen 2 20 Gbit Interface, welche entsprechend zu mehr als 1000 MB/s in der Lage sind.

Aber diese SSDs sind exotisch und teuer! Was sind aber die Alternativen? Eine Alternative wäre eine externe SSD einfach selbst zu bauen!

So bietet ORICO ein 20Gbps USB C to M.2 NVMe SSD Enclosure für rund 60€ an. Dieses akzeptiert normale NVME SSDs und soll Geschwindigkeiten von rund 2000 MB/s erreichen können.

Aber gelingt dies?

 

Das ORICO 20Gbps USB C to M.2 NVMe SSD Gehäuse im Test

Auf den ersten Blick ist das ORICO 20Gbps USB C to M.2 NVMe SSD Gehäuse ein recht klassischer Vertreter seiner Art.

So haben wir ein einfaches, mittelgroßes Gehäuse, das komplett aus Aluminium gefertigt ist. Dieses misst 113 x 40 x 14 mm und macht generell einen sehr massiven und stabilen Eindruck.

Auf der Unterseite haben wir eine kleine Klappe, welche ein einfaches Öffnen zum Einlegen der SSD erlaubt. Diese Klappe ist verschraubt. Das Installieren der SSD erfolgt hingegen schraubenlos über einen kleinen Gummi-Stecker.

Angeschlossen wird das Gehäuse via USB C. Ein passendes USB C auf USB C Kabel mit integriertem USB A Adapter liegt bei.

Abseits davon haben wir lediglich noch eine kleine Status LED.

 

Die Technik

Das Gehäuse setzt intern auf den ASMedia ASM2364 Controller. Der ASM2364 ist ASMedias PCI Express-zu-USB3.2-Controller der zweiten Generation, der PCI Express Gen3 x4 und einen USB3.2 Gen2x2-Anschluss bietet.

Du kannst in dem Gehäuse also beliebige M.2 NVME SSDs unterbringen. Dabei unterstützt dieses SSDs zwischen dem 2230 und 2280 Format.

 

Zickiges USB C 3.2 20 Gbit

An dieser Stelle ein kurzer “persönlicher” Erfahrungsbericht. USB C 3.2 mit 20 Gbit ist nach meiner Erfahrung ein sehr zickiger Standard!

Wie meine ich das? Zunächst haben wir das Kompatibilitätsproblem. Die wenigsten PCs/Notebooks haben einen 20 Gbit fähigen Port.

“Aber ich habe Thunderbolt oder USB 4, das kann sogar 40 Gbit.“ Schön, aber hilft dir meistens nicht. Die meisten Thunderbolt/USB 4 Controller unterstützen zwar bis zu 40 Gbit Datenrate, aber nicht 20 Gbit! Schließt du hier ein USB C 3.2 Gen 2×2 Gerät an wird dieses in der Regel mit 10 Gbit verbunden.

Aber selbst wenn du einen entsprechenden 20 Gbit Port hast, heißt es noch nicht das alles perfekt läuft! Teils wird die SSD einfach gar nicht erkannt, teils mit niedrigerem Tempo, teils aber auch absolut perfekt.

Dies ist nicht nur ein Problem mit dem ORICO SSD Gehäuse, sondern mit allen USB C 3.2 20 Gbit Modellen die ich bisher gesehen habe, etwas schwankend je nach Controller.

 

Testsystem

Folgendes Testsystem nutze ich für diesen Artikel:

  • AMD Ryzen 5 7600X
  • ASUS ROG Strix X670E-E
  • 16GB DDR5 RAM
  • Windows 11
  • WD SN850 (in dem Gehäuse!)

 

Performance

Die Performance des ORICO 20Gbps USB C to M.2 NVMe SSD Gehäuse hängt natürlich stark von der verbauten SSD ab!

Ich nutze hier eine vergleichsweise schnelle WD SN850 mit 1TB. Starten wir mit CrystalDiskMark.

Hier erreicht die SSD im Gehäuse 2128 MB/s lesend und 2079 MB/s schreibend. Wir hängen hier also am Limit der 20Gbit USB C Verbindung, das Gehäuse macht also einen guten Job!

Aber wie sieht es in anderen Benchmarks wie 3D Mark SSD Test und dem PC Mark SSD Test aus? Hier füge ich auch ein paar Werte normaler SSDs ein.

Es ist schon recht klar sichtbar wie viel schneller diese selbst gebaute SSD verglichen mit handelsüblichen Modellen ist. Sicherlich ein großer Teil liegt einfach an der höheren USB Bandbreite wie auch an der sehr schnellen WD SN850 die ich hier verbaut habe.

 

Fragwürdige Kühlung

Leider setzt dieses ORICO Gehäuse auch wieder auf ein sehr fragwürdiges Kühlsystem! So liegt mit im Lieferumfang ein Wärmeleitpad wie auch ein Heatspreader aus Metall.

Allerdings wird dieser Heatspreader nicht mit dem Gehäuse verbunden! Heißt wir fügen der SSD zwar etwas Masse hinzu, was bei kurzen Last Schüben absolut hilft, aber im Kern verbessert der Kühler nicht die Temperaturen der SSD.

Die Temperaturen in der SSD sind “OK” aber schon unter konstanter Last “grenzwertig”.

 

Fazit

Das ORICO 20Gbps USB C to M.2 NVMe SSD Gehäuse macht im Kern das, was es soll.

So bietet dieses an einem passenden USB-C 20 Gbit Port eine sehr hohe Geschwindigkeit von bis zu 2128 MB/s lesend und 2079 MB/s schreibend, sofern deine SSD da mithalten kann.

Allerdings gibt es ein paar Schwächen im Detail. Generell ist die USB C 3.2 2×2 Verbindung etwas schwierig. Dies ist kein Problem, das nur für dieses Gehäuse gilt, sondern generell für alle externe SSDs, die ich mit dieser Verbindung in den Fingern hatte.

USB C 3.2 2×2 kann je nach Controller in deinem PC etwas “zickig” sein. Was vermutlich auch der Grund ist warum vergleichsweise wenig große Hersteller dieses Interface für ihre externen SSDs nutzen und lieber bei der normalen 10GBit Verbindung bleiben.

Auch die Kühlung ist etwas fragwürdig. Fragwürdig, aber grundsätzlich ausreichend!

Kurzum suchst du gezielt ein “schnelles” SSD Gehäuse, dann ist dies eine gute Wahl! Kannst du auf etwas Tempo für “zuverlässigkeit” verzichten, dann würde ich eher zu einem “klassischen” 10 Gbit NVME SSD Gehäuse raten.

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Michael Barton
Michael Barton
Hi, hier schreibt der Gründer und einzige Redakteur von Techtest.org. Vielen Dank für das Lesen des Beitrags, ich hoffe dieser konnte dir weiterhelfen. Mehr Informationen über den Autor

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