TP-Link Tapo C660 KIT im Test: Solar-Überwachungskamera mit 4K und KI-Tracking

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TP-Link bietet mit seiner Tapo C660 KIT eine neue WLAN-Überwachungskamera für den Außenbereich an.

Das Besondere bei dieser ist die Kombination aus einer schwenk- und neigbaren Überwachungskamera und einem Akkubetrieb, welcher von einem Solarpanel unterstützt wird. Dabei bietet die C660 eine 4K-Auflösung, Starlight-Farb-Nachtsicht dank einer Blende von F1.6 sowie 360° KI-Verfolgung von Menschen, Tieren und Fahrzeugen.

Klingt doch im ersten Moment ganz gut! Aber wie sieht es in der Praxis aus? Kann die Tapo C660 KIT hier überzeugen, und wie steht es um Folgekosten?

Finden wir das im Test heraus!

An dieser Stelle vielen Dank an TP-Link für das Ausleihen der Überwachungskamera für diesen Test.

 

Die TP-Link Tapo C660 KIT Überwachungskamera im Test

Das Design der Tapo C660 ist recht außergewöhnlich. Ich würde es als „Schwanenhals-Design“ bezeichnen. So nutzt die Tapo C660 einen dreh- und schwenkbaren Kamerakopf, welcher an einer Art Arm angebracht ist. Oberhalb davon gibt es einen weiteren „Arm“, an welchem das Solarpanel befestigt wird. So bilden die Kamera, die Halterung und auch das Solarpanel mehr oder weniger eine Einheit. Erfreulicherweise bleibt das Solarpanel aber flexibel winkelbar.

Sollte die Kombination aus Solarpanel und Kamera nicht zu deiner gewünschten Situation passen, da die Kamera z. B. unter einem Dach hängt, lässt sich das Solarpanel auch abkoppeln. Die Kamera und das Solarpanel werden via USB-C verbunden. Du kannst die Kamera natürlich auch im Notfall über den USB-C-Port manuell laden.

Abseits des USB-C-Ports findet sich noch ein Speicherkarten-Slot an der Kamera. Du kannst und solltest hier eine microSD-Speicherkarte einsetzen. Speicherkarten mit bis zu 512 GB werden unterstützt.

 

Akkulaufzeit durchwachsen

Laut TP-Link soll die Tapo C660 eine Laufzeit von 120 Tagen haben, also 3 Monaten. Diesen Wert kann ich leider nicht bestätigen. Je nach Aktivität betrug die Laufzeit bei mir etwa einen Monat, ohne 24/7-Aufzeichnung.

Das ist ein klar unterdurchschnittliches Abschneiden! Allerdings leistet bereits im März das Solarpanel einen guten Job, den Akku zu füllen. Im Frühling, Sommer und Herbst gehe ich davon aus, dass bei guter Positionierung das Solarpanel die Kamera dauerhaft versorgen kann. Im Winter wirst du hier aber wohl ein paarmal nachladen müssen.

 

Cloud, Account und Folgekosten

Die C660 KIT verfügt über eine Account- und „Cloud“-Pflicht. Ohne Internet oder Hersteller-Cloud geht hier also nichts. Ein verpflichtendes Abo gibt es glücklicherweise nicht! Allerdings möchte TP-Link Tapo Care verkaufen.

Tapo Care bietet 30 Tage unbegrenzten Cloud-Speicherplatz, Benachrichtigungen mit Vorschaubildern und tägliche Video-Zusammenfassungen, und das für jährlich 32,99 €. Ob du das möchtest, ist dir überlassen.

 

Die Tapo App

Bei der Tapo App von TP-Link handelt es sich um eine universelle Smart-Home-App. Diese unterstützt also nicht nur Überwachungskameras, sondern auch Smart-Home-Zwischenstecker, Leuchten, Staubsauger usw. Erfreulicherweise hat TP-Link sie dennoch sehr gut und übersichtlich gestaltet!

Auf der Startseite der App findet sich zunächst eine Übersicht über alle verbundenen Produkte, ob nun Überwachungskameras oder smarte Steckdosen usw. Tippst du das gewünschte Produkt an, öffnet sich die jeweilige Steuerungsseite. Für Kameras gibt es aber auch noch einen gesonderten Tab. Im Kamera-Tab findest du alle Überwachungskameras mit einem Vorschaubild. Dieses ist zwar nicht live, aber die Live-Ansicht lässt sich mit einem Tipp starten.

In der Detailansicht siehst du ebenfalls den aktuellen Live-Stream und hast die Möglichkeit, manuell Aufnahmen und Fotos zu tätigen. Außerdem kannst du von hier aus eine Zwei-Wege-Kommunikation einsteigen.

Generell macht die App einen erfreulich hochwertigen und stabilen Eindruck. Zwar ist der Aufbau recht klassisch, aber gerade was die Details angeht, hat Tapo bzw. TP-Link einen guten Job gemacht. Ich denke, dies ist eine der besseren universellen Smart-Home-Apps mit Kamera-Support.

 

KI-Erkennung und Tracking

Wie derzeit fast alle Überwachungskameras unterstützt auch die Tapo C660 KIT eine KI-Erkennung. Diese erlaubt ein Unterscheiden von:

  • Menschen
  • Tieren
  • Fahrzeugen
  • Sonstigen Bewegungen

Und das ist auch ein wichtiger Punkt! Denn diese Unterscheidung ist im Alltag sehr praktisch. So werden Aufnahmen gekennzeichnet, ob dort nun eine Person, ein Tier, ein Fahrzeug oder sonstiges erkannt wurde. Du kannst Aufnahmen auch filtern, wenn du etwas Bestimmtes suchst.

Auch Benachrichtigungen können entsprechend konfiguriert werden, sodass du beispielsweise nur benachrichtigt wirst, wenn eine Person gesehen wird. Dies kann die Flut an Benachrichtigungen bei Überwachungskameras erheblich reduzieren.

Wie gut funktioniert die KI in der Praxis? Gut! Personen und größere Tiere wie Hunde werden sauber erkannt, auch auf eine gute Reichweite hin. Hier gibt es nichts zu meckern.

 

Erfreulich gute Bewegungserkennung!

Akku-Überwachungskameras schwächeln oft bei der Bewegungserkennung und vor allem bei deren Reichweite. Das ist aber ein Punkt, welcher mich sehr positiv überrascht hat! So funktionierte die Bewegungserkennung bei mir auf einer Distanz von 8–10 Metern noch zuverlässig. Für eine Akku-Überwachungskamera ist das sehr stark!

 

24/7-Aufnahme – technisch möglich, aber mit Einschränkungen

Ein wichtiger Punkt ist die optionale 24/7-Daueraufnahme. Anders als viele reine Akku-Kameras unterstützt die Tapo C660 KIT tatsächlich eine kontinuierliche Aufzeichnung auf die eingesetzte microSD-Karte. Das ist grundsätzlich ein großer Pluspunkt, denn so werden nicht nur erkannte Bewegungen gespeichert, sondern wirklich jede Minute erfasst – ideal, wenn man im Nachhinein einen bestimmten Zeitraum exakt überprüfen möchte.

Allerdings solltest du dir bewusst sein, dass die 24/7-Aufnahme den Akku massiv belastet. Ohne sehr gute Solar-Ausbeute ist ein dauerhafter Betrieb kaum realistisch, insbesondere im Winter oder bei ungünstiger Ausrichtung des Panels.

 

Drehen, Schwenken und KI-Tracking

Die Tapo C660 verfügt über einen motorisierten Schwenk-/Neige-Mechanismus. Der Kamerakopf lässt sich horizontal um 360° und vertikal um 45° bewegen, sowohl manuell per App als auch vollautomatisch. Denn genau hier kommt das KI-Tracking ins Spiel: Erkennt die Kamera eine Person, ein Tier oder ein Fahrzeug, folgt sie dem Objekt automatisch und hält es im Bild. Das Ganze funktioniert auch gut.

 

MicroSD oder Cloud

Die Tapo C660 KIT kann wahlweise Aufnahmen in die Cloud senden oder auf einer lokalen Speicherkarte sichern. Die Cloud ist wie üblich kostenpflichtig, während die microSD-Speicherkarte eine einmalige Anschaffung ist.

Grundsätzlich bevorzuge ich microSD-Speicherkarten gegenüber der Hersteller-Cloud, aber bedenke: Bei vollständiger Zerstörung oder Verlust der Kamera sind dann auch die Aufnahmen weg. Bei der Cloud-Speicherung lassen sich diese weiter abrufen. Schade, dass TP-Link nicht eine lokale „Speicherbox“ wie Reolink anbietet, die einen Mittelweg darstellt.

Aufnahmen auf der microSD-Speicherkarte lassen sich auf Wunsch verschlüsseln. Eine Entschlüsselung ist dann nur in der Kamera möglich. Das soll verhindern, dass ein Dieb bei Diebstahl auf die Aufnahmen zugreifen kann.

 

Extrem gute Bildqualität!

Ein Highlight der Tapo C660 ist die Bildqualität. So nutzt TP-Link Tapo einen 4K-Sensor mit 105° Blickwinkel, welcher eine wirklich hervorragende Qualität liefert. Das Bild ist extrem scharf und detailliert, sowohl bei Tag als auch bei Nacht.

Ich würde sogar sagen, die C660 liefert die bislang beste Bildqualität, die ich bei einer Akku-Überwachungskamera gesehen habe!

 

Fazit: TP-Link Tapo C660 KIT

Die Tapo C660 KIT ist eine beeindruckende Solar-Überwachungskamera, die in einigen Bereichen wirklich glänzt, aber auch klare Schwächen mitbringt, die du kennen solltest.

Beginnen wir mit dem Positiven: Die Bildqualität ist schlicht herausragend. Der 4K-Sensor mit F1.6-Blende liefert sowohl tagsüber als auch nachts ein scharf-detailliertes Bild, das seinesgleichen im Akku-Kamera-Segment sucht. Auch die Bewegungserkennung auf bis zu 8–10 Metern ist für eine Akku-Kamera wirklich stark, und die KI-Erkennung von Personen, Tieren und Fahrzeugen funktioniert im Alltag zuverlässig und praxistauglich. Die Tapo App rundet das Paket mit einer übersichtlichen, hochwertigen Bedienung ab.

Auf der anderen Seite bleibt die Akkulaufzeit deutlich hinter den versprochenen 120 Tagen zurück. Rund ein Monat ohne 24/7-Aufnahme ist unterdurchschnittlich, auch wenn das Solarpanel bereits im März hilft und in den sonnenreichen Monaten wohl für eine ausreichende Versorgung sorgt. Im Winter wirst du aber regelmäßig zum Ladekabel greifen müssen.

Kritisch sehen solltest du außerdem die Account- und Cloud-Pflicht: Ohne Hersteller-Cloud läuft hier gar nichts. Ein verpflichtendes Abo gibt es zwar nicht, aber TP-Link möchte dir mit Tapo Care für 32,99 €/Jahr natürlich etwas verkaufen. Die microSD-Speicherung ist eine gute lokale Alternative.

Tapo C660 KIT 4K 360° Solar Überwachungskamera Außen, Akku...

Pro:

  • Herausragende 4K-Bildqualität mit F1.6-Blende
  • Exzellente Farb-Nachtsicht (Starlight)
  • Starke Bewegungserkennung bis 8–10 m (für Akku-Kamera überdurchschnittlich)
  • Zuverlässige KI-Erkennung (Personen, Tiere, Fahrzeuge)
  • 360°-Schwenk & automatisches KI-Tracking
  • 24/7-Aufzeichnung auf microSD möglich
  • Solarpanel bereits ab März effektiv
  • Hochwertige, übersichtliche Tapo App
  • microSD-Verschlüsselung vorhanden

Kontra:

  • Akkulaufzeit „schwierig“
  • Account- und Cloud-Pflicht (kein Offline-Betrieb)

Unterm Strich bekommst du mit der Tapo C660 KIT eine funktionsreiche Solar-Schwenkkamera mit exzellenter Bildqualität und solider KI-Erkennung. Wer in sonnenreichen Lagen eine Montage plant und mit der Cloud-Pflicht leben kann, bekommt hier ein rundes Paket und eine der besten kabellosen Überwachungskameras auf dem Markt.

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Michael Barton
Michael Barton
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