Shelly hat mit seinem Power Strip 4 Gen4 eine interessante smarte Steckdosenleiste auf den Markt gebracht.
So verfügt diese über 4 Slots, welche nicht nur individuell gesteuert werden können, sondern auch über eine individuelle Strommessung verfügen.
Hinzu kommt die volle Flexibilität bei der Verbindung: WLAN, Bluetooth, Zigbee und Matter werden unterstützt!
Damit ist der Shelly Power Strip 4 Gen4 derzeit ein ziemlich einmaliges Produkt.
Aber wie sieht es in der Praxis aus? Kann hier die Steckdosenleiste überzeugen? Wie steht es um die Messgenauigkeit und den Leerlaufstromverbrauch? Finden wir es heraus!
An dieser Stelle vielen Dank an Shelly für das Zur-Verfügung-Stellen der Steckdosenleiste für diesen Test.
Der Shelly Power Strip 4 Gen4 im Test
Auf den ersten Blick handelt es sich beim Shelly Power Strip 4 Gen4 um 4x Shelly Plug S, die in einem Gehäuse zusammengefasst wurden.
Und dies ist vermutlich auch technisch nicht ganz falsch. Im Kern ist jede Steckdose bei dieser Steckdosenleiste ein einzelnes Modul, mit einer Status-LED im Rahmen und einer seitlichen Taste.
Das Gehäuse besteht dabei aus einem recht einfachen Hochglanz-Kunststoff.
Die Zuleitung ist rund 1,5 Meter lang und setzt im Inneren auf einen 1,5 mm² Aderquerschnitt, was adäquat ist.
Auf der Unterseite finden wir zwei Schraubenlöcher, mit deren Hilfe wir die Steckdosenleiste aufhängen können.
12A
Wichtig, jede Steckdose beim Shelly Power Strip 4 Gen4 bietet eine maximale Leistung von 12A, nicht 16A wie ansonsten üblich.
WLAN, Bluetooth und Zigbee!
Der Shelly Power Strip 4 Gen4 unterstützt natürlich WLAN, aber auch Bluetooth und sogar Zigbee!
Du hast hier also volle Flexibilität bei der Verbindung der smarten Steckdosenleiste.
4x Smart in 1
Sowohl in der WebUI wie auch in der Shelly App werden die einzelnen Steckdosen des Power Strip 4 Gen4 mehr oder weniger als individuelle Geräte erkannt und gesteuert.
So tauchen in der App nach dem Einbinden 4 Geräte auf, für jede Steckdose eins. Du kannst hierdurch aber alle Steckdosen auch wirklich individuell steuern und verwalten.
Auch in der WEB-UI werden alle 4 Steckdosen einzeln aufgelistet.
An sich ein Aufbau, gegen den ich nichts habe, ganz im Gegenteil, ich finde es super, dass sich jede Steckdose komplett einzeln steuern und überwachen lässt, aber ich hätte es nett gefunden, wenn es in der UI auch einen Tab für alle Steckdosen gemeinsam gäbe, beispielsweise der kombinierte Verbrauch usw.
Volle Flexibilität (kein Cloud-Zwang)
Ein großes Highlight an Shelly-Produkten ist deren Flexibilität. Du möchtest die Shelly App nicht nutzen? Kein Problem! Du kannst die Shelly-Steckdosenleiste auch einfach über einen PC oder Notebook einrichten.
So erstellt der Shelly Power Strip 4 Gen4 nach dem ersten Einstecken einen WLAN-Access-Point, in den du dich für die Einrichtung einklinken kannst. Hier kannst du diesen dann in dein heimisches WLAN einloggen.
Auch nach der Einrichtung präsentiert der Power Strip 4 Gen4 eine vollständige und Cloud-unabhängige WebUI.
Entsprechend sollte der Shelly Power Strip 4 Gen4 auch voll funktionsfähig bleiben, sollte der Hersteller mal den Support einstellen.
Du kannst diesen aber auch wie ein klassisches Smart-Home-Produkt nutzen und mit der Shelly App und Cloud verbinden.
Die Shelly App
Shelly hat seine Smart-Home-App ein gutes Stück anders aufgebaut als die typischen 0815-Smart-Home-Apps anderer Hersteller.
An sich immer eine Sache, die ich begrüße, aber ich bin kein großer Fan der Shelly App. Aus persönlicher Sicht finde ich diese einfach unübersichtlich und etwas kompliziert.
Klar, die App macht, was du möchtest, aber suchst du ein „möglichst einfaches“ Smart-Home-Erlebnis, bist du bei Herstellern mit der Tuya-Smart-Life-Plattform oder Switchbot besser dran.
So ist die Shelly App sehr verschachtelt und einfach etwas unübersichtlich, gerade wenn du neu in dieser bist. Auch die Steuerung der Produkte selbst über die App ist „komplizierter“.
Dies liegt aber auch daran, dass die Shelly-Produkte einen sehr großen Funktionsumfang haben und es einfach sehr viele Einstellungsmöglichkeiten gibt. So gibt es hier um einiges mehr erweiterte Optionen als bei 0815-Smart-Home-Steckdosen.
Du kannst beispielsweise selbst Skripte schreiben, Dienste wie MQTT oder Websocket nutzen usw.
Natürlich kannst du auch als Smart-Home-Einsteiger Shelly-Produkte und die Shelly App verwenden, aber die Lernkurve ist hier klar etwas höher als bei den 0815-Anbietern.
Als Repeater nutzbar
Spannenderweise kannst du auf Wunsch den Shelly Power Strip 4 Gen4 als WLAN-Repeater nutzen!
Die WLAN-Steckdose kann also parallel mit deinem WLAN verbunden sein und ein eigenes WLAN mit von dir wählbarer SSID und Passwort aussenden!
Allerdings sei natürlich dazu gesagt, dass die Geschwindigkeit „überschaubar“ ist. Wir kommen hier praktisch auf ca. 10 Mbit Up/Download im WLAN-N-Standard.
Dies ist aber ein nettes Feature, um beispielsweise mehrere WLAN-Steckdosen „hintereinander“ zu schalten, falls das Signal etwas dünn wird. So kannst du ein kleines „IoT-WLAN-Netz“ aufbauen.
MQTT und HomeAssistant
Ein Highlight von Shelly-Produkten ist die hervorragende Kompatibilität auch zu vielen Drittanbieter-Systemen, wie Homey, Smart Things, Amazon ALEXA usw.
So wird hier auch MQTT und der Home Assistant unterstützt. Gerade die Home Assistant-Unterstützung ist vorbildlich. Auch im Home Assistant wird der Power Strip als 4 Geräte erkannt.
Mit Matter!
Auch der Power Strip unterstützt den universellen Matter-Smart-Home-Standard. Matter erlaubt es, Smart-Home-Geräte verschiedener Hersteller in einer Plattform zu mixen.
Verbrauchsüberwachung
Ein sehr wichtiger Punkt beim Power Strip 4 ist die individuelle Überwachung des Stromverbrauchs jedes Anschlusses.
Du kannst bei jedem Anschluss sehen, wie viel Leistung gerade dort genutzt wird. Genau genommen wird folgendes alles angezeigt:
- Leistung in Watt
- Powerfaktor
- Spannung in Volt
- Strom in Ampere
- Hz
- Übertragene Leistung in Wh (Stromzähler)
Dies funktioniert hier auch in beide Richtungen.
Aber wie genau ist diese Messung? Im Folgenden vergleiche ich die Messwerte mit einem gesonderten Strommessgerät.
Erfreulicherweise scheint der Shelly Power Strip 4 Gen4 recht genau zu messen. Im Worst Case konnte ich eine Abweichung von ±5% zu meinem Messgerät beobachten.
Bei höheren Lasten sank die Abweichung sogar auf unter 1%.
Damit würde ich den Power Strip als recht akkurat einstufen.
Stromverbrauch
Wie hoch ist aber der Stromverbrauch des Shelly Power Strip 4 Gen4? Dieser schwankt sehr stark, je nachdem, wie viele Steckdosen du eingeschaltet hast.
So schwankt der Stromverbrauch zwischen 0,74 W, wenn alle Steckdosen aus sind, und 3 W, wenn alle aktiv sind.
Dies ist relativ viel, aber auch nicht unerwartet. Wir haben hier im Kern 4 WLAN-Steckdosen, die sich eine CPU teilen. Daher haben wir im ausgeschalteten Zustand den Verbrauch von einer normalen WLAN-Steckdose, aber eingeschaltet, wenn die Relais aktiv sind, liegt der Verbrauch eher auf dem Level von ±3 WLAN-Steckdosen.
Fazit
Der Shelly Power Strip 4 Gen4 richtet sich klar an anspruchsvollere Smart-Home-Nutzer und überzeugt genau dort. Du erhältst vier individuell steuer- und messbare Steckdosen, eine hohe Messgenauigkeit sowie eine aktuell seltene Protokollvielfalt mit WLAN, Bluetooth, Zigbee und Matter. Besonders positiv fallen die Cloud-unabhängige Nutzung, die offene WebUI und die sehr gute Integration in andere Smart-Home-Systeme auf.
In der Praxis arbeitet die Steckdosenleiste zuverlässig und präzise, auch Funktionen wie MQTT, Skripting oder der optionale WLAN-Repeater unterstreichen den hohen Funktionsumfang. Gleichzeitig gibt es aber auch Schwächen: Das Gehäuse wirkt eher schlicht, die Shelly App ist gerade für Einsteiger etwas unübersichtlich und der Eigenverbrauch von bis zu rund 3 Watt im Betrieb ist nicht niedrig.
✅ Pro
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4 Steckdosen individuell steuerbar inkl. separater Strommessung
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Hohe Messgenauigkeit (±5 %, bei hoher Last <1 %)
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Sehr große Protokollvielfalt: WLAN, Bluetooth, Zigbee & Matter
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Kein Cloud-Zwang: vollständige lokale WebUI, offline nutzbar
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Top Smart-Home-Integration (Home Assistant, MQTT, Alexa, SmartThings etc.)
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Erweiterte Funktionen: Skripting, MQTT, WebSockets
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Zukunftssicher durch offene Standards
❌ Kontra
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Nur 12A pro Steckdose (statt üblichen 16A)
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Relativ hoher Eigenverbrauch (ca. 0,7–3 W je nach Zustand)
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Gehäuse wirkt schlicht (Hochglanz-Kunststoff)
Unterm Strich ist der Shelly Power Strip 4 Gen4 aber eine sehr leistungsfähige und flexible smarte Steckdosenleiste für Nutzer, die maximale Kontrolle und offene Standards schätzen. Ideal, wenn du mehrere Geräte (z. B. in einem Home Lab) steuern oder den Stromverbrauch überwachen möchtest.
Link zum Hersteller /// bei Amazon






















Danke für den Test. So etwas hatte ich schon gesucht. Was mich aber bei dieser Steckdosenleiste – und auch vielen anderen – stört, ist, dass die Steckdosen so nah beieinander sind. Für Schuko- oder gar Eurostecker ist das kein Problem, aber viele Steckernetzteile brauchen mehr Platz, und oft ist die Steckdose daneben dann nicht mehr nutzbar. Hier wäre es natürlich besonders ärgerlich, wenn man einen Shelly-Steckplatz nicht nutzen könnte.