Shelly Plug S Gen3 vs. Plug M Gen3 – Unterschiede, Vergleich & Kaufberatung

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Der Shelly Plus S Gen 3 ist eine bekannte Größe im Bereich der Smart-Home-Zwischenstecker. Allerdings hat Shelly nun ein neues Modell auf den Markt gebracht, den Plug M Gen 3.

Beide smarten Zwischenstecker des bulgarischen Herstellers Shelly ähneln sich auf den ersten Blick stark, doch es gibt entscheidende Unterschiede, die je nach Einsatzszenario den Ausschlag geben können.

In diesem Vergleich schauen wir uns die beiden Modelle direkt gegenüber an.

 

Shelly Plug S Gen3 vs. Plug M Gen3 – auf einen Blick

Merkmal Shelly Plug S Gen3 Shelly Plug M Gen3
Maximale Leistung 2.500 W / 12 A 3.000 W / 16 A
Preis ca. 15 – 25 € ca. 10 – 13 €
Abmessungen 40 × 40 × 36 mm (sehr kompakt) 50 × 50 × 46 mm
Steckdosen blockieren Nein ✓ Ja (teilweise)
WLAN ✓ ✓
Bluetooth ✓ ✓
Matter ✓ ✓
Bidirektionale Messung ✓ (inkl. Einspeisung) ✓ (inkl. Einspeisung)
WLAN-Repeater-Funktion ✓ ✓
Bluetooth-Gateway ✓ ✓
WebUI (offline) ✓ ✓
Cloud-Zwang Nein ✓ Nein ✓
Eigenverbrauch (Aus) ca. 0,7 W ca. 0,6 W
Eigenverbrauch (Ein) ca. 1,18 W ca. 1,1 W
Messgenauigkeit (niedrige Last) ca. 11 % Abweichung ca. 8 % Abweichung
Messgenauigkeit (hohe Last) < 1 % Abweichung 0–2 % Abweichung
Home Assistant ✓ ✓
Made in EU ✓ ✓
Farben Weiß, Schwarz Weiß, Schwarz

 

Design und Abmessungen: Kompakter Unterschied mit großer Wirkung

Shelly Plug S Gen3:
Der Plug S Gen3 ist außergewöhnlich kompakt gehalten. Mit Abmessungen von ca. 40 × 40 × 36 mm ist er einer der kleinsten smarten Zwischenstecker auf dem Markt. Das Design setzt auf weißen Kunststoff mit einem kleinen transparenten Kunststoffteil am oberen Rand, hinter dem sich die mehrfarbige Status-LED befindet. Wichtig: Der Plug S blockiert in Mehrfachsteckdosen keine benachbarten Steckplätze – ein klarer Alltagsvorteil.

Shelly Plug M Gen3:
Mit 50 × 50 × 46 mm ist der Plug M Gen3 merklich größer. Die etwas kantigere, quadratischere Form hat einen praktischen Nachteil: In vielen Steckdosenleisten lässt sich der Plug M nicht neben einem weiteren Adapter betreiben, da er benachbarte Steckdosen blockiert. Die Verarbeitung ist ähnlich: mattweißer Kunststoff, optional auch in Schwarz erhältlich. Die Taste zum manuellen Ein- und Ausschalten sowie die Status-LED sind ebenfalls integriert.

 

Maximale Leistung: 2.500 W vs. 3.000 W

Hier liegt einer der wenigen, aber relevanten technischen Unterschiede: Der Shelly Plug S Gen3 ist auf eine maximale Leistung von 2.500 W (12 A) begrenzt, vermutlich auch bauartbedingt durch die kompakteren Abmessungen.

Der Shelly Plug M Gen3 hingegen unterstützt Lasten von bis zu 3.000 W (13 A). Das macht ihn attraktiver für leistungshungrigere Geräte wie Wasserkocher, Heizlüfter, Waschmaschinen oder Kaffeemaschinen.

Allerdings ist der Unterschied hier auch nicht gewaltig.

 

Preis: Plug M Gen3 oft günstiger

Ein weiterer Unterschied: Obwohl der Shelly Plug M Gen3 die leistungsfähigere Variante ist, ist dieser in der Regel günstiger als der Plug S Gen3. Der Plug M Gen3 ist häufig für ca. 10–13 € erhältlich, während der Plug S Gen3 eher bei 15–25 € liegt.

 

Konnektivität: WLAN, Bluetooth und Matter – beide gleich gut aufgestellt

Hier unterscheiden sich die beiden Modelle kaum: Sowohl der Shelly Plug S Gen3 als auch der Shelly Plug M Gen3 unterstützen WLAN (2,4 GHz), Bluetooth sowie den modernen Smart-Home-Standard Matter.

  • Bluetooth dient primär der einfachen Ersteinrichtung und der WLAN-Konfiguration.
  • Beide Geräte können auch als Bluetooth-Gateway für andere Shelly-Bluetooth-Sensoren genutzt werden.
  • Matter ermöglicht die plattformübergreifende Integration ohne Hersteller-Lock-in – ob Apple Home, Google Home oder Amazon Alexa.

Es ist davon auszugehen, dass beide Modelle den gleichen Steuerungschip im Inneren nutzen, weshalb der Funktionsumfang ± identisch ist.

 

Kein Cloud-Zwang: Vollständige lokale Steuerung bei beiden Modellen

Eines der größten Highlights der Shelly-Produkte ist ihre vollständige Cloud-Unabhängigkeit und das gilt für beide Modelle gleichermaßen. Weder der Plug S Gen3 noch der Plug M Gen3 benötigen eine Cloud-Verbindung, um zu funktionieren.

Beide Stecker erstellen bei der Ersteinrichtung einen eigenen WLAN-Access-Point. Nach der Einrichtung sind sie über ihre IP-Adresse direkt im Browser erreichbar, vollständig offline, ohne Internetverbindung, ohne Kontozwang.

Die vollwertige WebUI bietet Live-Verbrauchsdaten, Steuerung, Timer, Zählerstände und alle Einstellungen. Selbst wenn Shelly irgendwann den Support einstellen sollte, bleiben die Geräte vollständig nutzbar.

 

Smart-Home-Integration: Unschlagbare Kompatibilität bei beiden

Was Shelly gegenüber vielen Mitbewerbern wirklich auszeichnet, ist die außergewöhnlich breite Unterstützung für Drittanbieter-Plattformen:

  • Home Assistant (native Integration, sehr gut)
    • MQTT und WebSocket
    • HTTP / REST-API
    • Node-RED, openHAB, ioBroker, FHEM, Domoticz
    • Google Assistant, Amazon Alexa
    • Samsung SmartThings
    • Apple Home / HomeKit (via Bridge, z. B. Home Assistant)
    • IFTTT
    • Matter (direkte Integration ohne Umwege)

Wer sein Smart Home ernsthaft betreibt und Shelly-Geräte in eigene Automationen, Node-RED-Flows oder Monitoring-Systeme wie InfluxDB + Grafana einbinden möchte, findet hier eine der flexibelsten Plattformen am Markt.

 

Verbrauchsmessung: Bidirektional und umfangreich – ideal für Balkonkraftwerke

Beide Modelle messen identische Werte:

  • Live-Stromverbrauch in Watt
  • Spannung in Volt
  • Stromstärke in Ampere (mA)
  • Frequenz in Hz
  • Gesamte Leistungsaufnahme in kWh
  • Einspeisung gesamt in kWh

Die bidirektionale Messung ist besonders interessant für Balkonkraftwerk-Besitzer: Beide Stecker können nicht nur den Verbrauch, sondern auch die Einspeisung ins Hausnetz messen.

Historische Werte lassen sich über die Shelly App Abrufen. Diese werden aber in der Cloud gespeichert und nicht lokal auf dem Gerät.

 

Messgenauigkeit im direkten Vergleich

Beim Vergleich mit geeichten Referenz-Messgeräten zeigt sich ein kleiner Unterschied:

  • Plug S Gen3: Bei niedriger Last bis zu 11 % Abweichung, bei über 300 W Last unter 1 % Abweichung
  • Plug M Gen3: Bei niedriger Last maximal 8 % Abweichung, bei über 100 W Last nur 0–2 % Abweichung

Ich würde in der Praxis davon ausgehen, dass beide Modelle ± gleich genau messen und die Unterschiede einfach an der üblichen Serienschwankung bzw. Messschwankungen liegen.

 

Eigenverbrauch: Minimale Unterschiede

Der Eigenverbrauch beider Zwischenstecker ist für Modelle mit WLAN akzeptabel.

Zustand Plug S Gen3 Plug M Gen3
Steckdose Aus ca. 0,7 W ca. 0,6 W
Steckdose Ein ca. 1,18 W ca. 1,1 W

Der Plug M hatte bei mir tendenziell einen etwas niedrigeren Verbrauch, aber auch hier sind die Unterschiede in der Praxis nicht relevant.

 

Die Shelly App: Funktional, aber mit Lernkurve

Die Shelly App ist bei beiden Modellen identisch und unterscheidet sich deutlich von typischen Smart-Home-Apps. Der Aufbau wirkt auf den ersten Blick etwas unübersichtlich und verschachtelt.

Wer ein möglichst simples Smart-Home-Erlebnis sucht, ist bei Anbietern wie Tuya/Smart Life oder SwitchBot anfangs leichter unterwegs. Die Shelly App bietet dafür einen deutlich größeren Funktionsumfang: eigene Skripte direkt auf dem Gerät ausführen, MQTT-Integration, WebSocket, detaillierte Verbrauchsdiagramme und vieles mehr.

Die höhere Komplexität der App ist also gewollt, sie spiegelt den großen Funktionsumfang wieder, den Shelly bietet. Für fortgeschrittene Nutzer und Home-Assistant-Enthusiasten ist die App in der Regel kein Hindernis.

 

Fazit: Welcher Shelly Plug Gen3 ist der Richtige für dich?

Beide Modelle sind hervorragende smarte Zwischenstecker mit geringen Unterschieden.

Shelly Plug S Gen3

  • deutlich kompakter, blockiert keine angrenzenden Steckdosen
  • deutlich sichtbarere Status-LED

Shelly Plug M Gen3

  • höhere maximale Leistung von bis zu 3.000 W (vs. 2.500 W)
  • ein Stück günstiger
  • im Test ein tendenziell leicht niedrigerer Verbrauch (Unterschied aber minimal)

Offen gesagt würde ich in 90 % der Fälle aufgrund des niedrigeren Preises zum Shelly Plug M Gen3 greifen. Der einzige Vorteil des Shelly Plug S Gen3 sind die kompakteren Abmessungen.

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Michael Barton
Michael Barton
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2 Kommentare

  1. Shellys habe ich inzwischen einige im Einsatz. Schön wäre, wenn die App auch offline funktionieren würde. Jeds Gerät im Netzwerk einzeln abklappern ist dann doch etwas umständlich.
    Eine theoretisch gute Funktion ist die Ansteuerung per html-Link. In der Praxis kriege ich das aber nicht hin. Habe schon zig Anleitungen gelesen, zig Tutorials durchgemacht, …. manchmal geht’s manchmal nicht.
    Also solange die App funktioniert und man im Ökosystem bleibt sind die super, sonst wird’s umständlich. Vllt. stell ich mich aber auch nur zu doof an.

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