JBL Quantum 950 vs. SteelSeries Arctis Nova Pro Wireless (Lesertest)

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Info:
Dieser Vergleich zwischen dem JBL Quantum 950 und dem SteelSeries Arctis Nova Pro Wireless wurde von einem Leser von Techtest erstellt und mir für eine Veröffentlichung freundlicherweise angeboten. Vielen Dank an Yegor!

 

JBL hat das im August vorgestellte Headset Quantum 950 endlich nach ein paar Monaten Verspätung herausgebracht – und das ganz ohne großes Tamtam. Es gibt quasi keine Tests zu lesen, nur subjektive Meinungen von einigen „Streamern“.

Ich versuche hier meinen ausführlichen Test und Vergleich zu dem meiner Meinung nach bisher besten Gaming-Headset, dem SteelSeries Arctis Nova Pro Wireless. Denn alles andere (abgesehen von den HyperClouds) spielt in einer komplett anderen Liga. Und die Astro-A50-Serie ist absolut überschätzt.

 

Achtung:

Jeder Mensch hat eine eigene persönliche Frequenzbreite, die er als angenehm empfindet. Dies gilt auch für den Tragekomfort. Ich schreibe hier Punkte auf, die ich mir von Möchtegern-Streamern wünschen würde zu hören – und nicht nur „BOAAAHH, GEEILER SOOOUUUUND, AAAALTEEEEERR“.

Der Equalizer wurde dementsprechend für jede Situation eingestellt. Ich hoffe, mit diesem Bericht zukünftigen Käufern eine Entscheidungshilfe zu bieten.

 

Testkriterien

  1. Klangqualität

Musik: (Hi-Res) Klassik, Rock, Elektro → Dynamik, Klarheit, Bass, Bühne

Film: Fast & Furious → Bühne, Dialoge, Surround, Dynamik

Spiele:

  • Battlefield → Ortung, Dynamik, Surround
  • GTA 5 → Bühne, Surround, Dynamik
  • Cyberpunk 2077 → Bühne, Surround, Dynamik

Mikrofon: Aufnahmequalität (nicht Discord!)

  1. Tragekomfort (8 Stunden)
  • Druckgefühl an Ohren und Kopf
  • Klima
  1. Bedienung
  • Akkuwechsel
  • Software
  • Lautstärkewechsel
  • Konnektivität

 

Klangqualität

Musik

Die Arctis haben einen natürlicheren und sehr detailreichen Klang. Kräftige Töne, präziser Sound und die 24-Bit-Auflösung machen sich bemerkbar. Aufnahmen klingen neutral und Abmisch- bzw. Instrumentenfehler werden präzise herausgehört. Hier brauchen sich die Kopfhörer vor meinen analogen Beyerdynamics oder den Sennheiser Momentum 3 mit FLAC überhaupt nicht zu verstecken. Ein Vorteil kleinerer Treiber gegenüber den JBL.

Die JBL sind dagegen basslastiger und haben eine etwas größere Bühne. Der Klang wirkt weniger neutral, sondern eher rockig und bassbetont. Je nach Musikrichtung kann daher jeweils ein anderes Headset besser geeignet sein.

Film

Rennszenen und Dialoge lassen sich mit beiden Headsets sehr gut anhören. Es gibt keine Übersteuerungen bei plötzlichen Lautstärkeänderungen. Orientierung und Klang sind für Stereokopfhörer absolut top – für Filme am PC vollkommen ausreichend.

Durch die größeren Treiber haben die JBL hier jedoch leicht die Nase vorn. Letztlich entscheidet der persönliche Geschmack, beide Kopfhörer sind auf sehr hohem Niveau.

Spiele (Königsdisziplin)

Bei den Arctis ist sofort ein hervorragender Klang ohne große EQ-Einstellungen vorhanden. Sehr detailreich, mit exzellenter Ortung und satten Tönen. Beim Rennen hört man Schuhe quietschen, Ausrüstung klimpern, Explosionen verzerren nicht – ein volles und intensives Klangerlebnis. Die Dynamik ist leicht besser als bei den JBL.

Bei Bühne und Bass stoßen die 40-mm-Treiber der Arctis jedoch an ihre Grenzen. Hier holen die JBL auf. Wer actionreichen Sound bevorzugt, ist mit den JBL vermutlich besser bedient. Schüsse haben deutlich mehr Druck – echte Power.

 

Mikrofon

Auf YouTube gibt es genügend Klangbeispiele. Das Mikrofon der Arctis ist für mich ausreichend, allerdings klingt die Stimme etwas nasal und weiter entfernt.

Mir und meinen Freunden gefällt der Klang der JBL besser – natürlicher und direkter. Auch Live-Aufnahmen in Diktier-Software klingen detailreicher und näher. Discord sollte dabei allerdings nicht als Maßstab gelten.

 

Tragekomfort

Ich habe einen normalen Kopf (Hutgröße 58) und trage keine Brille.

Während die Arctis sehr leicht wirken, sitzen die JBL etwas fester. Nach mehreren Stunden haben die Arctis bei mir wiederholt Druckstellen verursacht, während ich bei den JBL trotz festerem Sitz nichts Negatives bemerkt habe.

Da aktuell Winter ist, kann ich zum Klima wenig sagen (Raumtemperatur ca. 22 °C). Beide fallen nicht negativ auf. Aufgrund der größeren Kapseln vermute ich jedoch, dass die JBL im Sommer etwas angenehmer sein könnten.

 

Bedienung

Für mich letztlich der entscheidende Kaufpunkt.

Gaming-Kopfhörer sind fürs Gaming gedacht. Für unterwegs, Filme oder Musik gibt es geeignetere Alternativen, fürs Homeoffice bequemere Lösungen. Beim Gaming zählen neben dem Klang vor allem schnelle Bedienung und Anpassungsmöglichkeiten.

Hier hat JBL für mich alles besser umgesetzt als SteelSeries:

  • deutlich einfacherer Akkutausch
  • Zweikanal-Lautstärkeanpassung
  • Software ohne Online-Registrierungszwang (ernsthaft, Arctis?)

 

Fazit

Alles, was die JBL Quantum 950 nicht können, schafft das SteelSeries Arctis Nova Pro Wireless – und umgekehrt.

  • Arctis: besser für Singleplayer und immersive Spielerlebnisse. Präzise, scharf, sehr detailreich – Nebengeräusche werden stark hervorgehoben.
  • JBL: ideal für Action-Fans. Mehr Volumen, mehr Bass, größere Klangbühne auch ohne Raumklang-/Headtracking-Funktion.

Den leicht verwaschenen Klang der JBL durch die größeren Treiber hört man nur im direkten A/B-Vergleich. Ohne ständigen Wechsel zwischen den Headsets wäre mir das kaum aufgefallen. Vergleichbar mit Fernsehern im Geschäft, die nebeneinander stehen.

Für meine Anwendung sind die JBL besser geeignet. Außerdem ist ihre Reichweite etwa 20 % höher.

Bewertung: 4 von 5 Sternen

Kritikpunkte

  • Der Raumklang mit Headtracking klingt sehr hohl, als würde man in einem leeren Raum stehen. Für mich extrem unangenehm, teils sogar leicht schwindelerregend → klarer Nachbesserungsbedarf.
  • Nebengeräusche beim Mikrofon-Mithören können in leisen Momenten störend sein. Bei einem Preis von ca. 300 € bin ich hier kritisch.
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Michael Barton
Michael Barton
Hi, hier schreibt der Gründer und einzige Redakteur von Techtest.org. Vielen Dank für das Lesen des Beitrags, ich hoffe dieser konnte dir weiterhelfen. Mehr Informationen über den Autor

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