Mit den FREELEXO Modellen hat Einhell dieses Jahr den Einstieg in die Welt der Mähroboter gewagt. Wie für Einhell üblich sollen dabei die FREELEXO durch eine gute Mischung aus günstigem Preis und guter Leistung punkten.
Ersteres stimmt auch bereits auf den ersten Blick mit einem Preis von 500-600€. Damit sind die FREELEXO Modelle eine Klasse günstiger als Bosch, Gardena und die anderen A-Marken.
An dieser Stelle vielen Dank an Einhell für das Zurverfügungstellen des FREELEXO für diesen Test.
Der Einhell FREELEXO 600 im Test
Ihr könnt den FREELEXO Mähroboter in diversen Versionen bei Einhell erwerben. Zunächst gibt es den FREELEXO und FREELEXO+. Letzterer verfügt über ein LCD Display und gegebenenfalls eine höhere Mähleistung. Der reguläre FREELEXO ist für die 600m² ausgelegt, es gibt aber auch eine 900m² Version des FREELEXO+.
Dabei setzt Einhell auf den typischen Hinterradantrieb. Hinten besitzt der FREELEXO zwei recht große und mit starkem Profil ausgestattete Räder. Die beiden vorderen Räder sind komplett flexibel aufgehängt und aus einfachem Kunststoff gefertigt.
Bedienung und App
Der normale FREELEXO Mähroboter verfügt lediglich über ein paar Status LEDs und 6 Tasten auf der Oberseite. Die Bedienung hierrüber ist vergleichsweise kompliziert, was auch an dem furchtbaren Druckpunkt der Tasten liegt.
Es erfordert hier also etwas Erfahrung bis man aus dem Stand heraus weiß was der Mähroboter gerade von einem will. Alternativ könnt Ihr aber auch zum FREELEXO+ greifen welcher über ein benutzerfreundlicheres LCD Display verfügt oder nehmt die App.
Alle FREELEXO Modelle haben Bluetooth zur Verbindung zu Eurem Smartphone integriert. Über die Smartphone App könnt Ihr diese starten, stoppen, einen Zeitplan hinterlegen, Zonen anlegen usw.
Dies hat bei mir auch problemlos funktioniert.
Fahrverhalten und die Logik
Einhell setzt bei seinem Mähroboter auf die Zufallsnavigation, wie ca. 99% aller Modelle auf dem Markt. Heißt der Mähroboter fährt los bis dieser auf ein Hindernis oder das Begrenzungskabel trifft, dreht in eine „zufällige“ Richtung ab, fährt bis erneut ein Hindernis erreicht wird, dreht ab usw.
Dies wird solange wiederholt bis der Akku leer ist oder der Timer dem Mähroboter sagt zu stoppen.
Allerdings hat die Zufallsnavigation doch einen großen Nachteil, die Zeit. Beispielsweise die Modelle von Bosch die in geraden Bahnen mähen sind deutlich schneller und zeiteffizienter unterwegs, haben aber bei sehr komplexen Gärten zunehmend Probleme (mehr Hindernisse belasten die Logik mehr usw.). Im Generellen funktioniert die Zufallsnavigation aber gut! So nutzt diese z.B. auch Husqvarna bei seinen x Tausend € Modellen.
Was das Fahrverhalten angeht, gibt es aber ein paar Auffälligkeiten. Zwar kann der FREELEXO 600 bis zu 35% Steigungen in der Theorie recht gut nehmen, aber in der Praxis sieht die Welt hier teils etwas anders aus. So mag der FREELEXO 600 einen vergleichsweise glatten Boden. Die vordere Schürze mit Stoßsensor ist recht niedrig, kann schon von tieferen Hubbeln im Boden oder hohem Gras ausgelöst werden. Ist die Steigung also recht konstant kommt der FREELEXO 600 mit dieser gut klar, aber Hubbel, unebene Steigungen, plötzliches Gefälle (Böschungen) mag der Mähroboter nicht.
Fluchtlogik mäßig
Mein größter Kritikpunkt am Einhell FREELEXO 600 ist ohne Frage die Fluchtlogik! Schafft es der Mähroboter sich irgendwo zu verfangen, an einer Schräge abzurutschen oder Ähnliches dann bekommt dieser sich nicht mehr selbstständig befreit!
So habe ich an einer Stelle einen schrägen gepflasterten Weg, der zum Garten führt. Diesen habe ich mit einem Abstand von 30 cm korrekt „umzäunt“, dennoch hat der FREELEXO 600 es mehrfach geschafft hier abzurutschen. Wenn dies passiert verhält sich der Mähroboter sehr kopflos und fährt teilweise den Weg aktiv herunter um dann zu merken das dies falsch war um dann hängen zu bleiben usw. Ein Husqvarna Mähroboter bekommt sich selbstständig aus vielen dieser Situationen befreit, wo der Einhell FREELEXO 600 hängen bleibt.
Ganz blöd gesagt der Einhell FREELEXO 600 geht von einer perfekten Verlegung des Kabels und keinen unerwarteten Hindernissen aus. Ist dies auch der Fall funktioniert der Mähroboter tadellos.
Mähleistung
Der FREELEXO 600 bietet eine Schnitthöhe zwischen 20 und 60 mm. Als Schneidsystem werden wie üblich drei kleine Messer genutzt, welche zum einen sehr scharf sind und zum anderen sehr schnell rotieren (3100 rpm).
Diese vergleichsweise kleinen, aber scharfen Messer kompensieren hier etwas die vergleichsweise niedrige Motorleistung. Hier ist der FREELEXO 600 nicht außergewöhnlich, auch Gardena, Bosch, Husqvarna usw. nutzen ein sehr ähnliches Schneidsystem und arbeiten ebenfalls mit vergleichsweise schwachen Motoren (20-80W Motorleistung ist hier gängig). Genau genommen hat der FREELEXO 600 mit 3100 rpm auf dem Papier eine vergleichsweise hohe Messergeschwindigkeit! Ein 2000€ Husqvarna 315X kommt lediglich auf 2300 rpm.
Schlimm? Eigentlich nicht! Ihr solltet vor der Ersten in Betriebnahme den Rasen einmal auf unter 8 cm bringen, der Mähroboter hält diesen dann einfach kurz.
Wollt Ihr allerdings den Mähroboter nur sporadisch nutzen und ansonsten wachsen lassen, dann ist der FREELEXO 600 weniger geeignet! Für eine optimale Nutzung sollte der Rasen konstant kurz gehalten werden.
Video
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Fazit
Der FREELEXO 600 von Einhell zeigte im Test viele Stärken aber auch durchaus ein paar Schwächen. Starten wir mit den Stärken. Die Mähleistung und das Schnittbild des FREELEXO 600 sind tadellos. Hier steht dieser großen Husqvarna Modellen nichts nach.
Auch die Navigation und Arbeitsgeschwindigkeit ist nicht schlechter als bei den großen Konkurrenten! Zwar nutzt der FREELEXO 600 auch die Zufallsnavigation, diese wirkt aber gut „verfeinert“ und die Bewegungsgeschwindigkeit des Mähroboters ist recht hoch.
Zu guter Letzt ist auch der Preis ein sehr wichtiger Pluspunkt. Mit rund 500€ ist der FREELEXO 600 deutlich günstiger als die meisten Markengeräte. So ist dieser ca. 200-300€ günstiger als ein vergleichbarer Gardena.
Allerdings hat dieser auch Schwächen. So ist gerade die Fluchtlogik nicht gut! Gerät der Mähroboter in eine unerwartete Situation, rutscht irgendwo ab, es gibt ein Hindernis auf dem Begrenzungskabel, steht der Rasen zu hoch usw. dann hat der FREELEXO 600 Probleme sich selbstständig zu befreien und gibt in der Regel einfach auf.
Auch die Bedienung bei der nicht LCD Version ist teils etwas umständlich. Immerhin ist dafür auch eine Smartphone Verbindung eingebaut, dies ist auch 2020 nicht selbstverständlich. Über das Smartphone könnt Ihr den Mähroboter deutlich komfortabler programmieren und steuern.
Kurzum, Ihr habt einen vergleichsweise einfach aufgebauten Garten mit wenigen Hindernissen und sucht einen Mähroboter in der 500€ Preisklasse, dann ist der FREELEXO 600 von Einhell ein gutes Angebot! Hier muss es dann auch kein teurer Husqvarna sein.
- Sehr gute Mähleistung
- Schickes Design
- Einfach tauschbarer Akku
- Großer Lieferumfang
- Gute Akkulaufzeit
- Integrierte Smartphone Verbindung
Neutral
- Solide Steigungsfähigkeit
- Frontschürze recht niedrig (setzt bei hohem Gras oder Bodenschwellen schnell auf und löst den Stoßsensor aus)
Negativ
- Fluchtlogik mäßig
- Bedienung teils etwas umständlich
