Die Sennheiser PXC 550 im Test, die bessere alternative zu den QC35!

Mit rund 300€ sind die PXC 550 von Sennheiser absolute High End Bluetooth Kopfhörer, welche in einer Liga mit Bose QC35 und Co. spielen.

Sennheiser bewirbt diese dabei als die ultimativen Reisekopfhörer. Um dieses Versprechen wahr zu machen setzt Sennheiser auf einen besonders guten Tragekomfort und aktives Noise Cancelling, welches NoiseGard getauft wurde.

Natürlich sollen die Kopfhörer auch mit einem top Klang und einer starken Akkulaufzeit punkten können.

Aber schaffen dies die PXC 550 auch in der Praxis? Versuchen wir dies in einem Test herauszufinden!

 

Die Sennheiser PXC 550 im Test

Sennheiser setzt bei den PXC 550 auf eine extrem schlichte und „cleane“ Optik. Die Kopfhörer sind komplett in Schwarz gehalten und besitzen lediglich ein paar silberne Akzente.

Die Rückseite der Ohrmuscheln ist hierbei weder von Tasten belegt, noch mit einem Branding versehen. Lediglich am Ohrbügel ist ein kleines Sennheiser Logo angebracht, welches aber extrem dezent ist.

Ich schwanke etwas ob mir dieses extrem minimalistische Design der PXC 550 zusagt oder ob ich die Kopfhörer etwas langweilig finde.

Einerseits wirken die PXC 550 sehr elegant und würden gut zu einem Geschäftsmann oder „Anzugträger“ passen, andererseits könnten die Kopfhörer auch etwas mehr Pep haben. Hier überlasse ich Euch das abschließende Urteil über das Design.

Beim Material setz Sennheiser auf Kunstleder (oder echtes Leder?!) und einen gummierten Kunststoff. Leider ist dieser Kunststoff hierdurch extrem anfällig gegenüber Fingerabdrücken und Schmutz.

Die generelle Verarbeitungsqualität der Kopfhörer ist gut, aber diese wirken auch nicht übermäßig hochwertig.

Das Kopfband ist zwar intern mit Aluminium verstärkt und wirkt recht robust, aber beispielsweise die Aufhängungen sind aus reinem Kunststoff. Ich würde sagen das Ganze ist funktional, aber wahnsinnig massiv sind die PXC 550 auch nicht.

Sennheiser scheint hier den Leichtbau an die oberste Stelle gesetzt zu haben, was auch gelungen ist.  Mit 227g sind die PXC 550 sehr leicht! Zum Vergleich die Bose QC35 II kommen auf 310g und die Sony WH-1000XM2 auf 275g.

Damit sind die Sennheiser PXC 550 die so ziemlich leichtesten Bluetooth Kopfhörer die mir bisher begegnet sind.

Erfreulicherweise hat Sennheiser dafür keine Akkukapazität geopfert. Die Akkuleistung wird mit 30 Stunden angegeben, was vielleicht etwas optimistisch ist. Aber 20-25 Stunden sind bei normaler Lautstärke kein Problem.

Bonuspunkte gibt es auch für die flexiblen Ohrmuscheln. Neben der üblichen Höhenverstellung ist es auch möglich die Ohrmuschel zu drehen und einzuklappen.

Sennheiser hat sich hier etwas sehr Cleveres ausgedacht. Der Ein/Ausschalter ist im Klappmechanismus integriert. Dreht Ihr die Ohrmuscheln flach, sind die Kopfhörer aus. Dreht Ihr diese in die normale Position wird ein Schalter aktiviert und die Kopfhörer gehen an.

Hier war ich anfangs etwas skeptisch, ob mir dieser Mechanismus gefällt, aber in der Praxis hat dies ganz gut geklappt.

Ähnlich skeptisch bin ich bei Touchpads. Auf der Rückseite der rechten Ohrmuschel ist ein Touchpad angebracht, welches das Steuern der Musik und Lautstärke erlaubt. Ich bevorzuge normale Tasten, aber erneut hat das Touchpad in der Praxis zuverlässig funktioniert.

An der rechten Ohrmuschel sind zudem zwei physische Tasten für das Noise Cancelling angebracht. Ebenfalls dort ist der microUSB Ladeport und ein AUX Eingang. Es ist möglich, die PXC 550 auch kabelgebunden zu nutzen, allerdings setzt hier Sennheiser auf einen speziellen Anschluss.

Es handelt sich also nicht einfach um ein 3,5mm auf 3,5mm Kabel. Ein passendes AUX Kabel liegt selbstverständlich mit im Lieferumfang, geht dieses kaputt oder Ihr verliert es, wird Euch aber nicht viel anderes übrig bleiben als ein Originales nachzukaufen.

 

Tragekomfort

Wie die meisten Noise Cancelling Kopfhörer setzt auch die Sennheiser PXC 550 auf ein ohrumschließendes Design.

Die Ohrmuscheln sind zwar nicht übermäßig groß, aber ausreichend. Beim Tragekomfort hat Sennheiser aber grundsätzlich viel richtig gemacht.

Die Polsterung ist angenehm dick und schon weich. Auch das Gefühl am Kopf ist sehr angenehm. Der Anpressdruck ist nicht zu hoch, aber auch nicht zu niedrig.

Kurzum das Tragen der Sennheiser PXC 550 ist sehr angenehm.

 

Noise Cancelling

Die PXC 550 verfügen wie die meisten aktuellen High End Bluetooth Kopfhörer über aktives Noise Cancelling.

Das bedeutet die Kopfhörer können gezielt Hintergrundgeräusche ausblenden. Hierfür besitzen die Kopfhörer diverse integrierte Mikrofone, welche die Umgebungsgeräusche „aufnehmen“ und aktiv ausgleichen.

Dies erfordert sehr viel Logik und Technologie. Daher ist ANC meist teuren Kopfhörern vorbehalten und die günstigeren Kopfhörer, die diese Technologie unterstützen, machen dies meist nicht sonderlich gut.

Wie schlagen sich hier die Sennheiser PXC 550? Erfreulicherweise gehören diese ganz klar zu den besseren, wenn nicht sogar besten Noise Cancelling Kopfhörern die ich bisher nutzen durfte.

Außengeräusche werden gut geblockt, zudem verfügen die Kopfhörer nicht über ein störendes Rauschen oder Ähnliches.

Die Stärke des Noise Cancelling würde ich mit einer 2 bewerten. Es werden natürlich wie üblich primär dumpfere Geräusche geblockt, wie das Surren von Motoren, Lüftern usw. hellere Geräusche kommen weiterhin etwas durch, werden aber auch reduziert.

Wenn Ihr in einem Auto, Bus oder Zug sitzt, werdet Ihr vom Transportmittel selbst nichts mehr mitbekommen. Spricht Euch jemand an, sofern Ihr die Musik nicht zu laut habt, werdet Ihr dies allerdings noch dumpf mitbekommen.

Einen akustischen Druck oder Ähnliches wie es bei schlechtem ANC passieren kann, bauten die Sennheiser nicht auf.

In der App könnt Ihr zudem die Stärke des ANC noch an die eigenen Wünsche anpassen. Wollt Ihr beispielsweise noch Ansagen in der Bahn verstehen, aber das Fahrgeräusch etwas ausblenden, ist es, möglich dies zu justieren.

 

Klang

Die Sennheiser PXC 550 machen mir diesen Teil des Tests mal wieder etwas schwerer. Sennheiser bietet eine passende Smartphone App an über welche es möglich ist den Klang der Kopfhörer zu modifizieren.

Hier gibt es einige interessante Einstellungen zum Personalisieren des Klangs wie beispielsweise ein „Sound Check“ welcher Euch einen A B Test präsentiert, wo Ihr jeweils immer die für Euch besser klingende Option wählen könnt bis der Klang passt.

Das Problem ist allerdings, dass diese Einstellungen leider nicht global sind, sondern anscheinend nur auf die Musik angewendet wird, welche über die Sennheiser App wiedergegeben wird.

Zusätzlich zum EQ gibt es allerdings einen „Effekt-Modus“. Hier gibt es neben aus vier Modi (Club, Film, Sprache, Regisseur). Diese Effekt-Modi sind hingegen global, warum auch immer.

Von Haus aus war bei mir der Film Modus aktiv. Grob die Modi zusammengefasst:

  • Film = Höhen und Tiefen werden angehoben
  • Sprache = Mitten werden angehoben, Tiefen abgesenkt
  • Club = Bass wird angehoben, die Kopfhörer werden gefühlt etwas „weiter“
  • Regisseur = Relativ neutral

Alle diese Modi lassen sich noch einmal an die persönlichen Ansprüche anpassen. Zwischen den einzelnen Modi könnt Ihr über die seitliche Taste auch ohne die App wechseln.

Aber wie klingen nun die Sennheiser PXC 550? Gehen wir für folgende Beschreibung davon aus, dass kein Effekt Modus aktiv ist.

Von Natur aus sind die PXC 550 sehr neutral gehalten. Die Höhen sind sauber spielend und angenehm klar, aber auch nicht zu scharf.

Die Mitten werden sehr gut abgebildet und sind sogar etwas angehoben. Die PXC 550 neigen zu einem recht bauchigen Klang. Für moderne High End Kopfhörer sicherlich ein etwas ungewohnte Abstimmung.

Hierdurch werden natürlich Stimmen und Gesang wunderbar wiedergeben, allerdings raubt dies den PXC 550 gefühlt etwas die Dynamik. Es gibt hier halt eine gewisse Mitten Konzentrierung.

Die meisten modernen HiFi Kopfhörer hingegen ziehen den Klang mehr in die Tiefe und Höhen um diesen hoch/tief Kontrast zu betonen und „lebendiger“ zu klingen.

Dies machen die PXC 550 von Haus aus nicht!

Auch sind die Bässe gefühlt eher auf der schwächeren Seite. Hier verhalten sich die PXC 550 extrem neutral.

Hat ein Song keinen tiefen Bass wird dieser auch nicht künstlich abgesenkt.

Hat ein Song einen tiefen Bass wird dieser auch tief dargestellt.

Mittlerweile ist es aber gängig, dass alle Kopfhörer, gerade Bluetooth Kopfhörer, den Bass ein gutes Stück anheben bzw. verstärken.

Beispielsweise bei „Save it fort he Living“ von Smash into Pieces werden die Drums extrem natürlich dargestellt. Viele andere Bluetooth Kopfhörer würden hier den Drums ein gutes Stück mehr „Power“ verleihen, was zwar unnatürlich ist, aber Spaß macht.

Bei Songs, die von Natur aus mehr Bass bieten, beispielsweise „Break Away“ von Muzzy, zeigen die PXC 550 warum Sennheiser den Tiefgang mit satten 17Hz angibt. Hier können die Kopfhörer durchaus gut loslegen.

Ein großer Vorteil dieser Herangehensweise ist die Auflösung und der Detailgrad. Die PXC 550 besitzen mit den höchsten Detailgrad, den ich jemals bei Bluetooth Kopfhörern gehört habe.

Allerdings muss man auch zugeben, dass es Bluetooth Kopfhörer gibt die etwas spaßiger und lebendiger klingen als die Sennheiser.

Dafür hat Sennheiser die FX Effekte integriert. Mit einem „Rumble“ Boost (welcher auch einmal eingestellt global genutzt wird, also bei allen Wiedergaben) werden die PXC 550 deutlich Bass intensiver und lebendiger/aggressiver.

Es bleibt zwar etwas die Grund Signatur vorhanden, aber die Sennheiser PXC 550 mutieren von neutral/kultiviert spielend zu jugendlich/dynamisch.

Der Bass der PXC 550 kann eine hervorragende Fülle und Volumen besitzen, wenn man einen FX Effekt nutzt.

 

Fazit

Wie haben sich Sennheisers beste Bluetooth Kopfhörer im Test geschlagen? Es sollte keine große Überraschung sein das gut die Antwort auf diese Frage ist.

Beginnen wir beim Anfang. Die Optik der PXC 550 ist sehr schlicht und simpel. Das Design gefällt mir um ehrlich zu sein eher mittelmäßig, aber letztendlich ist dies meine Meinung und über Geschmack sollte man nicht streiten.

Die Haptik und Verarbeitung ist okay, aber wer bei dem PXC 550 für rund 300€ super solide und massive Kopfhörer erwartet, wird vielleicht etwas enttäuscht. Sennheiser setzt weitestgehend auf Kunststoff, wodurch die PXC 550 eher mittelmäßig hochwertig anmuten.

Allerdings hat dies auch einen praktischen Vorteil. Die Kopfhörer sind leicht. Dies kombiniert mit dem weichen und sehr angenehmen Ohrpolstern sorgt für einen hervorragenden Tragekomfort. Es ist problemlos möglich die PXC 550 über Stunden, ohne Schmerzen oder warme Ohren zu tragen.

Auch das aktive Noise Cancelling, welcher sich per App verstellen lässt, kann überzeugen. Kein störendes Rauschen und Hintergrundgeräusch werden gut geblockt. Hier ist man auf dem Level der Bose QC35, was ganz klar ein Lob ist.

Wie steht es um den Klang? Hier tanzen die Sennheiser PXC 550 vielleicht etwas aus der Reihe. Seid Ihr der Nutzer der Bluetooth Kopfhörer sucht welche richtig fett krachen? Dann sind die PXC 550 nichts für Euch.

Von Haus aus spielen die Sennheiser PXC 550 sehr erwachsen, detailliert und natürlich. Gäbe es einen Wettkampf um das Maximum an Bass, würden die PXC 550 verlieren. Aber dies ist auch weniger die Zielgruppe die die Kopfhörer versucht anzusprechen.

Die PXC 550 liefern eher Qualität über Quantität und Effekthascherei. Wollt Ihr letztere könnt Ihr die FX Effekte einschalten, eine Art EQ, welcher je nach Profil Höhen, Mitten, Tiefen, Raumklang usw. boosten kann. So ist es beispielsweise möglich, die Kopfhörer zu einem deutlich aggressiveren und bassstärkeren Klang zu überreden.

Solltet Ihr also ein Nutzer sein der einen sehr feinen und detaillierten Klang mag, so ein wenig abseits des Mainstream, aber auch mal einen ordentlich Bass möchte, werden Euch die PXC 550 sehr gut gefallen.

Kurzum, die Sennheiser PXC 550 sind klasse High End Bluetooth Kopfhörer, welche mit einem hervorragenden Tragekomfort, sehr gutem ANC und einem natürlichen und detaillierten Klang punkten können.

Wie von Sennheiser beworben würde ich diese primär für den Reisenden empfehlen, wo die Kopfhörer dank dem geringen Gewicht, dem zusammenklappbaren Aufbau, Tragekomfort und ANC besonders punkten können.

Der Preis von rund 280€ ist angemessen, wenn man diesen mit der Konkurrenz wie Bose QC35 und Co. vergleicht.

Positiv

  • Sehr guter Tragekomfort
  • Sehr gutes ANC
  • Detaillierter und hochauflösender Klang
  • Klang anpassbar
  • Sehr leicht

 

Neutral

  • Recht neutraler Klang
  • Sehr schlichtes Design

 

Negativ

  • Haptik für rund 300€ etwas „plastikhaft“
Michael Barton

Vielen Dank fürs Lesen! Sollte mein Bericht euch geholfen haben würde ich mich über einen erneuten Besuch meiner Webseite und/oder dem Folgen meines Twitter freuen! Vielen Dank!

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