Die neue Corsair K70 MK.2 Tastatur im Test, besser geht´s kaum!

Corsairs Gaming Tastaturen sind berühmt und berüchtigt. Corsair war einer der ersten Hersteller der den Trend zu mechanischen Gaming Tastaturen losgetreten hat, seitdem hat sich allerdings einiges verändert.

Es gibt jede Menge neuer Schalter-Typen, RGB Beleuchtung, Software Feature usw. Daher hat sich Corsair entschieden seine K70 Tastatur, welche durchaus schon ein aktuelleres Modell war, nochmals zu überarbeiten.

Die K70 MK.2 wurde von Corsair am 12.06 dieses Jahr vorgestellt und soll durch einige kleinere Verbesserungen und Optimierungen gegenüber dem Vorgänger überzeugen.

Wollen wir uns doch einmal im Test ansehen, ob dieses auch wirklich gelingt! Lohnt sich die neue Corsair K70 MK.2 oder sollte man in der 170€ Preisklasse nicht lieber gleich zur K95 greifen?

An dieser Stelle vielen Dank an Corsair für das Zurverfügungstellen der K70 MK.2!

 

Die Corsair K70 MK.2 im Test

Wie man bei einem Refresh eines bestehenden Produkts erwarten kann, hat sich äußerlich erst einmal nicht viel bei der Corsair K70 MK.2 getan.

Es handelt sich hier um das typische Corsair Design, welches über Jahre mittlerweile etabliert und verfeinert wurde.

Das Auffälligste ist wie bei den meisten höherpreisigen Corsair Tastaturen ist die schwarze Aluminium Basisplatte. Diese verleiht der Tastatur eine sehr hochwertige und auch teure Optik. Natürlich sorgt diese Grundplatte auch für eine sehr hohe Verwindungssteifigkeit. Die untere Hälfte der Tastatur ist zwar aus Kunststoff gefertigt, aber dies fällt nicht negativ ins Gewicht. Die K70 MK.2 wirkt angenehm Massiv. Man merkt sofort, dass dies kein 08/15 Modell eines China Herstellers ist.

Dies ist bei mechanischen Tastaturen, gerade wenn diese preislich etwas höher angesiedelt sind, etwas sehr Wichtiges. Die K70 MK.2 hebt sich gefühlt von der Masse ab.

Dabei ist der grundsätzliche Aufbau der Tastatur allerdings gar nicht so ungewöhnlich. Es handelt sich bei der K70 MK.2 um das klassische QWERTZ Layout inklusive Nummernpad.

Auf eine zusätzliche Reihe Makro-Tasten oder Ähnliches hat Corsair verzichtet. Dies bleibt der K95 aktuell vorbehalten.

Was dafür mit an Bord ist sind jede Menge Multimedia Tasten, wie auch ein kleines metallenes Scrollrad für die Lautstärke. Dies sind so die Kleinigkeiten, welche die K70 MK.2 interessant machen.

Zwar setzt Corsair bei den Multimedia Tasten nicht auf mechanische Schalter, aber auch diese Tasten wirken hochwertig umgesetzt. Gerade das Metallrad wirkt angenehm wertig.

Was die Ergonomie betrifft, bietet die K70 MK.2 zum einen ausklappbare Standfüße, welche die Tastatur etwas anwinkeln, wie aber auch eine optionale Handballenauflage.

Bei den Standfüßen merkt man mittlerweile Corsairs Erfahrung beim Bau vonTastaturen. Die Standfüße sind zum einen stark gummiert um ein Verrutschen zu verhindern, zum anderen klappen diese seitlich auf. Schiebt Ihr die Tastatur nach hinten können sich die Füße nicht von alleine Einklappen, wie dies beispielsweise bei den meisten Razer Tastaturen der Fall ist.

Auch sind die Standfüße recht massiv gebaut. Ein Abbrechen ist fast unmöglich. Die Handballenauflage wäre hier etwas mehr bedroht, da diese über einfache Plastikclips verfügt. Erfahrungsgemäß ist dies aber kein Problem bei Corsair Tastaturen.

Angeschlossen wird die K70 MK.2 ganz klassisch über ein sehr dickes und ummanteltes USB Kabel. Hierbei besitzt die Tastatur allerdings gleich zwei USB Anschlüsse.

Im Gegenzug gibt es immerhin einen USB Pass Through Port, für einen Funkempfänger oder Eure Maus.

Corsair setzt auch bei der K70 MK.2 treu auf Cherry MX Schalter. Dementsprechend handelt es sich auch um „Standard“ Cherry Tastenkappen, welche sich problemlos mit 3. Anbieter Tastenkappen austauschen lassen. Corsair legt sogar ein kleines Set alternativer WASD Tastenkappen mit in den Lieferumfang. Diese Tastenkappen besitzen eine deutlich rauere Oberfläche und lassen sich hierdurch in der Hitze des Gefechts besser erfühlen.

 

Taster

Wie bei allen mechanischen Tastaturen von Corsair wird auch bei der K70 MK.2 ausschließlich auf originale Cherry MX Taster gesetzt.

Zu Cherry MX muss ich vermutlich nicht mehr viel sagen. 90% aller mechanischen Tastaturen auf dem Markt basieren auf Cherry MX Taster bzw. Kopien dieser. Beispielsweise Razer nutzt „eigene“ Taster, welche aber fast 1 zu 1 Cherry MX sind, nur Made in China. Die originalen Cherry sind hingegen Made in Germany und von der Qualität mehr oder weniger unerreicht. Zwar gibt es durchaus sehr gute Kopien, aber wenn ich die Wahl hätte, würde ich immer bei Cherry bleiben.

Corsair gibt Euch allerdings auch eine Wahl, und zwar was für Cherry Taster Ihr haben wollt.

Die Corsair K70 MK.2 wird mit Cherry MX Red, MX Brown, MX Silent und MX Speed im Handel erhältlich sein.

Die Cherry MX Red ist der Klassiker. Wenn Ihr hier eine Taste drückt, wird diese nach 2mm aktiviert, lässt sich dann aber nochmals bis zu 2mm drücken. Dies ist der große Vorteil von mechanischen Tastaturen.

Dies lösen nicht erst aus, wenn Ihr diese voll durchdrückt, sondern bereits vorher. Dies kann in Spielen ein gewisser Vorteil sein, da Ihr so schneller reagieren könnt als Nutzer mit Membranen Tastatur.

Hier ist natürlich der MX Speed nochmals eine optimierte „schnellere“ Version der MX Red. Ich finde die MX Speed an sich die angenehmsten, sowohl fürs Spielen wie auch Schreiben.

Daher wäre die MX Speed Version auch meine Empfehlung, letztendlich hängt dies aber von Eurem Geschmack ab.

 

Tippgefühl

Das Tippgefühl hängt natürlich sehr stark von den von Euch gewählten Schaltern ab und weniger von der eigentlichen Tastatur.

Zwei Tastaturen mit original Cherry MX Red Schaltern werden sich immer sehr ähnlich anfühlen. Je nachdem wie die Schalter allerdings in der Tastatur eingelassen sind, gibt es aber Unterschiede.

Im Falle der Corsair K70 MK.2 habt Ihr eine dicke Aluminiumbasisplatte. Durch diese „schwingt“ die Tastatur anders als hätte diese ein komplettes Kunststoffgehäuse.

Das Tippen auf der K70 fühlt sich sehr schön stabil, massiv und wertig an. Dies wird auch von der Geräuschkulisse in einem gewissen Rahmen bestätigt.

Die K70 MK.2 ist eine normal laute mechanische Tastatur. Jeder Tastenanschlag produziert ein recht befriedigendes dunkleres „Klack“.

Erneut hängt dies etwas von den von Euch gewählten Schaltern ab. Die MX Silent sind beispielsweise etwas gedämpft und somit deutlich leiser.

Abseits des hochwertigen Tippgefühls gibt es nicht viel Interessantes zu berichten. Corsair nutzt ein ganz klassisches QWERTZ Layout, ohne irgendwelche Modifikationen. Es gibt also keinen großen Umgewöhnung oder Lernprozess, sofern Ihr bereits eine „Standard“ mechanische Tastatur gewohnt seid.

Kommt Ihr von einer klassischen Tastatur ist es natürlich immer eine gewisse Gewöhnungsphase bis Ihr voll mit einer Tastatur wie der Corsair K70 MK.2 vertraut seid. Gerade die lineare Aktivierung kann ungewohnt sein. Die Tasten benötigen, sofern Ihr die MX Red oder Speed gewählt habt, von Anfang bis Ende die exakt gleiche Kraft zum Betätigen.

Es gibt also nicht anfangs diesen kleinen Startwiderstand wie bei vielen klassischen Tastaturen, was bei meiner ersten MX Red Tastatur damals auch erst etwas Eingewöhnung erforderte.

 

Software

Corsair setzt bei der K70 MK.2 voll auf die neue iCUE Software. Im Gegensatze zur alten CUE Software ist iCUE für alle Corsair Produkte, ob nun Tastaturen, Lüfter, Netzteile, Wasserkühlungen, Headsets usw.

iCUE ist ohne Frage eine der umfangreichsten Steuerungssoftwares die man aktuell finden kann. Dabei sind natürlich auch sämtlichen Basics mit an Bord, wie die Möglichkeit Makros auf jede Taste der Tastatur zu legen, oder eins von gefühlt duzenden Beleuchtungsmuster zu nutzen.

Ihr könnt auch etwas aufwendiger eigene Muster usw. erstellen oder halt eins der „Profile“ nutzen. Corsair versucht mit iCUE sogar eine Partnerschaft mit Spieleentwickler zu etablieren, wie beispielsweise beim neuen Far Cry. Hierbei spiegelt die Beleuchtung das Geschehen im Spiel wieder.

Wenn ich an iCUE etwas zu bemängeln hätte, dann die Übersichtlichkeit. Teilweise wird man schon etwas erschlagen an Untermenüs usw.

Bonuspunkte gibt es wiederum für den internen Speicher. Profile lassen sich direkt auf der Tastatur speichern. Installiert Ihr Windows neu oder schließt die Tastatur an einen anderen PC an sind Eure Einstellungen also nicht verloren.

 

Beleuchtung

Natürlich besitzt die Corsair K70 MK.2 eine RGB Beleuchtung. Hierbei besitzt auch jede einzelne Taste auch eine eigene LED. theoretisch wäre es, also möglich jeder Taste der Tastatur eine eigene Farbe zuzuweisen.

Praktisch wird man aber vermutlich eine Farbe oder ein Muster/Welle einstellen. Im Gegensatz zur großen K95 besitzt die K70 MK.2 allerdings keine zusätzliche LEDs zur Beleuchtung des Schreibtisches oder Ähnliches.

Die RGB Beleuchtung beschränkt sich also aufs Tastenfeld. Dabei ist die Beleuchtung allerdings absolute erste Klasse!

Die LEDs sind angenehm hell und kräftig. Auch scheint recht viel Licht durch die Tasten hindurch. Es ist gut ersichtlich, dass Corsair hier die besten LEDs, die man so ziemlich bekommen kann.

Auch der Controller macht einen tadellosen Job. Farbwechsel und Ähnliches sind sehr schön weich und flüssig. Dabei gibt es auch kein merkbares Flackern oder Flimmern der LEDs, wie dies teilweise bei günstigeren Tastaturen der Fall ist.

Ich behaupte Corsair nutzt hier vermutlich ein sehr ähnliches Setup wie bei der K95 Platinum. Lediglich die Tesoro GRAM SE Spectrum ist noch heller als die K70 MK.2.

 

Fazit

Wenn Ihr eine High End Tastatur sucht, ist es fast unmöglich an Corsairs Lineup vorbeizukommen. Die neue K70 MK.2 stellt hierbei ein hervorragende Wahl dar, welche sich auch nicht hinter der großen K95 verstecken muss.

Dank der hervorragenden Verarbeitung und der massiven Materialwahl fühlt sich die Corsair K70 MK.2 sehr hochwertig an. Selbiges gilt auch für das Tippen auf der Tastatur.

Dies liegt natürlich zum größten Teil an den original Cherry Tastern, wo Ihr gleich die Wahl zwischen vier verschiedenen Typen habt, MX Red, MX Brown, MX Silent und MX Speed.

Cherry MX Taster sind ohne Frage die qualitativ so ziemlich besten, die man in Gaming Tastaturen finden kann. Dies, gepaart mit der starken Verarbeitungsqualität und der Basisplatte aus Aluminium, sorgt für ein hochwertiges Tippgefühl, welches sich natürlich auch auf Spiele positiv ausübt.

Hinzu kommt natürlich die hervorragende und leuchtstarke RGB Beleuchtung und kleinere Bonusfunktionen wie die Multimedia- Tasten und es ist schwer in der premium Preisklasse etwas anderes zu empfehlen als die Corsair K70 MK.2.

Ganz klar gesagt Corsair hat hier alles richtig gemacht! Seid Ihr also bereit 160€+ für eine absolute High End Tastatur auszugeben, ist die K70 MK.2 neben der Corsair K95 die beste Wahl!

Michael Barton

Vielen Dank fürs Lesen! Sollte mein Bericht euch geholfen haben würde ich mich über einen erneuten Besuch meiner Webseite und/oder dem Folgen meines Twitter freuen! Vielen Dank!

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1 Comment
Herr Hugo

Tja, ich wäre schon bereit 160,- € für eine! Tastatur auszugeben – aber nicht 800,- für deren fünf…

So viele sind in meinem Wohnputerzimmer im Einsatz – alle von Apple, vier davon an Win7/Win10-Rechnern. Angefangen habe ich damit ~ 2010/11 und nicht wieder aufgehört (ich habe schon noch andere, aber die liegen im Schrank).

Immer mal wieder habe ich über eine mechanische Tastatur nachgedacht, aber auch immer wieder denke ich, das der Unterschied zwischen z.B. so´ner K70 und den Apples einfach zu groß sein wird – und ich bin ja sehr zufrieden damit.

Auch bei den Mäusen achte ich darauf, das sie an allen Rechnern UNgefähr ähnlich reagieren – an einem älteren iMac habe ich das mit einer kleinen Maus von MS plus einem Tool (USB-Overdrive) auch in etwa geschafft.

Die Magic Mouse wäre mir da selbst in schnellster Einstellung zu viel langsam – mal abgesehen von der Ergonomie, die so gut wie nicht vorhanden ist.
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Gefallen würde mir die K70 schon, allerdings wären die “Lichtspiele” für mich kein Argument – ich habe Schreibtischlampen mit LEDs so platziert, das ich auch immer alle Tasten gut erkennen kann.

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