Das LG X Mach im Test, das G4 im neuen Gewand

Mit dem X Mach geht LG einen etwas ungewöhnlichen Weg, den man so bei anderen Smartphone Herstellern selten sieht.

Jemand bei LG scheint vor kurzem durch das Lager gewandert zu sein und dort ist ihm aufgefallen, dass noch jede Menge Teile des LG G4 dort herum liegen.

Was damit machen? Richtig ein neues Smartphone damit bauen und dieses als Mittelklasse Gerät verkaufen.

So wird natürlich die Entwicklung des X Mach nicht ganz abgelaufen sein, jedoch teilt dieses einige Ähnlichkeiten mit dem 2015er LG Flaggschiff Smartphone.

Hierzu gehört die Optik wie aber auch große Teile des Innenlebens. An sich gar nicht so eine schlechte Idee ein ehemaliges Flaggschiff Smartphone ein paar Jahre später als Mittelklasse Gerät neu zu vermarkten oder etwa nicht? Zumal einige Änderungen durchgeführt wurden welche auch hoffentlich sinnvoll sind.

Auf den ersten Blick ist das X Mach durchaus ein Smartphone mit Potenzial, zumal der Preis mit 279€ doch recht fair ist.

Wollen wir herausfinden ob das X Mach von LG im Test überzeugen kann!

 

Das LG X Mach

Bei den gefühlt 1000 Aluminium Smartphones auf dem Markt ist das X Mach von LG mal wieder eine schöne Abwechslung.

Dieses besteht nämlich nicht aus Aluminium oder besitzt einen große Rückseite aus Glas sondern das X Mach wurde ganz klassisch aus Plastik gefertigt.

Dementsprechend ist dieses auch nicht das aller Hochwertigste Smartphone auf dem Markt. Allerdings fasst sich das Smartphone durchaus gut für ein Plastikgerät an und liegt ebenfalls gut in der Hand.

Die Rückseite besitzt eine matte Plastik Textur welche nicht all zu rutschig ist aber auch nicht übermäßig viel Gripp bietet.

Erfreulicherweise hat LG das Plastik Gehäuse auch sinnvoll genutzt und die Rückseite abnehmbar gemacht. Hier lässt sich auch der Akku wie in alten Zeiten innerhalb von Sekunden wechseln.

Klasse! Dies ist eine Seltenheit bei aktuellen Smartphones.

Ebenfalls unter der rückseitigen Abdeckung befindet sich der Nano SIM Karten Slot und der Speicherkarten Slot.

Neben der verbauten Hardware, auf welche wir später zu sprechen kommen, spürt man die „High End“ Smartphone Gene welche beim X Mach durchaus vorhanden sind auch bei dem Display und dessen Rändern.

Zum einen besitzt das 5,5 Zoll Display eine 2K Auflösung welche in dieser Preisklasse mehr oder weniger einmalig ist, zum anderen sind die Display Rahmen vergleichsweise klein und schmal.

Daher ist das LG X Mach auch ein recht kompaktes Smartphone, gerade verglichen mit vielen anderen Mittelklasse Geräten, die meist nicht über schmale Display Ränder verfügen.

Hier scheint LG weitestgehend 1 zu 1 die gleiche Front und Display Einheit wie beim G4 verbaut zu haben nur ohne die leichte Krümmung welche beim G4 vorhanden war.

Weitere Ähnlichkeiten betreffen die Rückseite, denn LG nutzt beim X Mach einen rückwärtig angebrachten Einschalter. Dieser besitzt zudem oberhalb und unterhalb die Lautstärketasten.

Dies ist ein sehr ungewöhnliches Layout das etwas Gewöhnungsbedarf hat.

Jedoch hat hier LG den ursprünglichen Aufbau des G4 etwas überarbeitet, denn in der Home Taste ist ein Fingerabdruckscanner verbaut.

Kopfhöreranschluss und der microUSB Ladeport sind ganz klassisch auf der Unterseite des Smartphones angebracht.

 

Software

Leider setzt LG beim X Mach noch auf Android 6.0.1 und ich habe etwas Zweifel, dass sich dies noch ändern wird.

Dies sind vermutlich die Nachteile wenn man einen älteren High End SoC verwendet.

Die Software selbst bzw. der Skin der beim X Mach verwendet wird, ist die klassische LG Optik.

Der Launcher besitzt keinen App Drawer und die Icons sind alle rechteckig mit abgerundeten Kanten.

Hierbei nutzt LG ein Pastell Farbschema mit sehr weichen und geschmeidigen Farben.

Wie das Ganze gefällt ist Geschmacksache. Ich bin nicht der aller größte Fan von der LG Benutzeroberfläche und ich finde diese wirkt mittlerweile fast schon etwas angestaubt. Ich würde einen alternativen Launcher verwenden und dann könnte ich gut mit der Software des X Mach leben.

Erfreulicherweise hält sich LG mit der vorinstallierten Software sehr zurück. Lediglich Facebook, Instagramm und Evernote sind abseits der Standard Google Apps und LG Apps auf dem X mach zu finden.

Diese drei Apps lassen sich zwar leider nicht deinstallieren aber gehören für mich in die Kategorie „Basis Anwendungen“ welche auch wirklich von Nutzern verwendet werden.

Der Interne freie Speicher fällt mit 22,3 GB ausreichend groß aus.

 

Display

Das LG X Mach besitzt ein 5,5 Zoll Display mit einer Auflösung von 2560×1440 Pixeln. Damit ist die Auflösung höher als bei einigen Flaggschiff Smartphones wie dem Huawei P10.

Bei dieser Auflösung und der Display Größe ist natürlich klar, dass das X Mach ein wirklich gestochen scharfes Bild liefert. Zwar ist der Unterschied zu Full HD Displays bei dieser Größe sehr gering, aber er ist vorhanden.

Auch abgesehen von der Auflösung und Schärfe ist das Display Top. Kontraste sind auf einem hervorragenden Level und auch Farben sind angenehm Leuchtstark.

Allerdings besitzt das X Mach einen leichten Grünstich welcher bei fast allen LG Smartphones zu finden ist. Ich vermute dies ist Absicht und soll besser zu den „Pastell“ Farben der Benutzeroberfläche passen.

Grundsätzlich würde ich dem Display volle Punktzahl geben, jedoch hat dieses eine Schwäche, die Helligkeit.

Diese fällt höchstens mittelmäßig aus. Die Outdoor Lesbarkeit war zwar überraschenderweise „Okay“ aber dies können andere Smartphones dieser Preisklasse etwas besser.

Dennoch Daumen hoch für das Display!

 

Sound

Das X Mach besitzt einen Lautsprecher auf der Rückseite des Smartphones. Dieser ist laut und klar, aber auf maximaler Lautstärke etwas schrill.

In dieser Preisklasse habe ich allerdings durchaus schon Schlechteres gehört von daher bekommt der Lautsprecher ein Okay.

Für mal ein Youtube Video im Bett oder etwas Internet Radio reicht das Ganze.

Die Qualität des Kopfhörers und die Telefonqualität hingegen hat mich etwas positiver überrascht.

Zwar ist der Kopfhörerausgang nicht ganz auf High End Niveau allerdings er ist definitiv überdurchschnittlich.

Dies gilt auch für die Telefonqualität. Die Ohrmuschel ist laut und klar und auch das verbaute Mikrofon macht einen sehr guten Job!

 

Kamera

LG hat im X Mach nicht die Kamera des G4 verwendet sondern setzt auf einen 12,3 Megapixel Sensor mit einer Blende von f2.0.

Klingt erst einmal durchaus interessant, 12,3 Megapixel ist eine merkwürdig krumme Summe, die man so nicht oft sieht.

Aber taugt der Sensor auch was?

Schauen wir uns die Testbilder an. Diese sind wie üblich in maximaler Auflösung gemacht und wurden ohne Nachbearbeitung auch vollständig hier hochgeladen, mobile Nutzer aufgepasst die Bilder sind groß.

    

(rechte Maustaste -> in neuem Tab Öffnen für die volle Ansicht  oder HIER klicken für ein ZIP Archiv mit noch mehr Bildern )

Um ehrlich zu sein ich bin sehr überrascht von der Kamera Qualität des X Mach! Die Bilder sind hervorragend mit einer guten Schärfe und klasse Details selbst in der 100% Ansicht.

Hierbei geht LG einen etwas farbenfroheren Weg. Alle Fotos besitzen sehr leuchtende und kräftige Farben.

Bereits auf den ersten Blick sind die Bilder schon sehr ansprechend auch ohne irgendwelche Nachbearbeitung oder Bildfilter.

Selbst die Dynamic ist tadellos und das X Mach schafft es zuverlässig den richtigen Weissabgleich und Belichtung zu treffen.

Auch im Low Light macht die Kamera einen starken Job und schafft es sehr viel Licht ins Bild zu holen. Hierbei neigt das X Mach allerdings zu einer recht hohen Belichtungszeit, wenn es schnelle Bewegungen im Bild gibt, kann dies zu Unschärfe führen. Die Low Light Qualität ist aber definitiv als überdurchschnittlich zu bezeichnen.

Auch die das Fotografieren mit dem X Mach hat mir generell sehr viel Spaß gemacht. Die Kamera App ist gut, wenn auch recht rudimentär (ohne Pro Modus). Zudem ist die Auslösezeit/verzögerung ausgesprochen gering.

Normale Fotos lassen sich ohne Verzögerung aufnehmen und selbst HDR Bilder, das X Mach verfügt über einen guten Auto HDR Modus, sind lediglich eine Tick langsamer.

Wir sprechen hier über vielleicht 0,5 Sekunden Verzögerung zwischen zwei HDR Aufnahmen.

Lediglich ein Punkt an der Kamera des LG X Mach hat mich etwas enttäuscht und das ist der Autofokus. Die Geschwindigkeit des Autofokus ist soweit Okay wenn auch nicht überragend. Auch die Trefferquote selbst im Makro Bereich, welchen das X Mach sehr gut handelt, war an sich vollkommen in Ordnung.

Leider neigt der Autofokus zu wandern. Man hat schon scharfgestellt und ganz plötzlich ohne offensichtlichen Grund beginnt das Smartphone neu mit dem Fokussieren. Meist passiert dies nach dem ersten Bild, an sich kein Weltuntergang aber leider kann man während des Suchens des Fokus schon auslösen.

Heißt, wenn man mehrere Bilder hintereinander macht, sind einige von diesen gerne unscharf weil der Fokus noch nicht gefunden war.

Das Ganze ist allerdings kein Weltuntergang, man muss nur wissen, dass man warten muss bis die grünen Vierecke aufleuchten und der Fokus gefunden wurde ehe man ein Bild macht.

Nicht nur der Foto Modus des X Mach ist stark, selbiges gilt auch für den Video Modus. Das LG unterstützt sogar 4K Video und die Aufnahmen sehen sehr gut aus! Die Schärfe und die Details sind klasse!

Der Autofokus ist zwar auch beim Filmen nicht unbedingt der beste, macht seinen Job mit gelegentlichem hin und her suchen aber zufriedenstellend.

 

Benchmarks/Leistung

Im LG X Mach ist der aus dem Jahr 2015 stammende Snapdragon 808 verbaut. Hierbei handelt es sich um den etwas kleineren und kühleren Bruder des High End SoC Snapdragon 810.

Der Snapdragon 808 verfügt über sechs Kerne und in diesem Fall über 3GB RAM. Aber wie schlägt sich ein Oberklasse SoC auf dem Jahr 2015 im Jahr 2017?

Schauen wir uns dafür einige Benchmarks an die uns einen gewissen Einblick verleihen können zu was der Qualcomm Snapdragon 808 im  Mach in der Lage ist.

Auch 2017 ist der Snapdragon 808 immer noch ein sehr fähiger SoC! Der 808 liegt von seiner Leistung zwischen dem HiSilicon Kirin 650 welcher im Huawei P9 Lite Steckt und dem Qualcomm Snapdragon 652, der im BQ Aquaris X5 Plus verbaut ist.

Damit passt die Leistung ziemlich perfekt zur 279€ Preisklasse des LG X Mach!

Wenn man sich die Werte des 808 genau ansieht, wird jedoch vielleicht etwas auffallen. Der Chip besitzt eine sehr hohe Single Core Leistung, fällt jedoch in einigen Tests aufgrund der „nur“ 6 Kerne etwas zurück, verglichen mit den 8 Kern Chips.

Hier ist natürlich etwas die Frage was ist besser eine hohe Einzelkern- Leistung oder eine höhere Gesamtleistung. In vielen Anwendungen vermutlich sogar die Einzelkern- Leistung.

Jedoch die meisten Benchmarks achten primär auf eine hohe Gesamtleistung und weniger auf die Leistung der einzelnen Kerne. Daher kann man davon ausgehen, dass die Leistung im Alltag noch etwas besser ist als es die sowieso schon guten Benchmarks vermuten lassen.

 

Das X Mach im Alltag

Wie man bereits anhand der Benchmarks vermuten kann, läuft das X Mach im Alltag nahezu perfekt! Auch die LG Benutzeroberfläche macht hier einen guten Job und verlangsamt das Smartphone nicht. Über die Home Screens blättern, Apps starten usw. funktioniert absolut flüssig und schnell.

Auch die Apps selbst laufen sehr gut. Hierbei spreche ich erst einmal in erster Linie von Dingen wie Facebook, WhatsApp, dem Webbrowser oder auch Twitter.

Bei Spielen kann sich das Bild ein wenig verändern.  Die üblichen verdächtigen wie Pokemon Go oder  Clash of Clans sind hier natürlich kein Problem. Grundsätzlich laufen auch sehr aufwendige Spiele gut bis sehr gut, allerdings frisst hier das 2K doch schon etwas mehr Leistung.

Man muss also meist mit einer Stufe reduzierter Grafikqualität leben. Beispielsweise das BQ Aquaris X5 Plus mit Snapdragon 652 und Full HD Display hat hier noch einen etwas besseren Job gemacht.

Aber Grundsätzlich hat das LG X Mach einen tadellosen Job im Alltag gemacht was die Leistung angeht.

Etwas mehr „Nerven“ haben mich die Tasten gekostet. Ich weiß, dass es große LG Fans gibt, die  diese Lautstärke Wippe auf der Rückseite lieben aber ich gehöre nicht dazu.

Ja man gewöhnt sich daran aber ich finde die Wippe an der Seite einfach schneller und besser zu erreichen.

Der Einschalter auf der Rückseite hingegen bereitete mir keine Probleme. Bei den meisten Smartphones ist dort eh der Fingerabdruckscanner angebracht, man muss also sowieso an diese Position greifen.

Der Fingerabdruckscanner ist allerdings beim X Mach so eine Sache. Leider ist dieser einer der schlechteren welchen ich in der letzten Zeit gesehen habe.

Er ist recht langsam und recht inakurat, sehr oft muss ich meinen Finger neu auflegen das dieser erkannt wird.

Das ist aber auch mehr oder weniger der einzige negative Punkt. Das WLAN des X Mach unterstütz das 5GHz Band und ist zudem erfreulich schnell.

Ähnlich gilt auch für das GPS, vermutlich ist das Plastik Gehäuse bei Funkverbindungen einfach ein kleiner Vorteil.

 

Akku

Der Akku des LG X Mach verfügt über 3000mAh Kapazität. Der Akku ist hierbei erfreulicherweise nutzbar austauschbar.

Im ersten Moment war ich mir nicht ganz sicher wie es um die Akkulaufzeit des X Mach steht, denn 3000mAh sind nicht super viel, gerade wenn man bedenkt, dass das Smartphone über ein 2K Display verfügt.

Aber in der Praxis ist die Akkulaufzeit des X Mach erfreulich gut! Der Work Batterie Test von PC Mark erreichte rund 5 Stunden Nutzungszeit, was aus meiner Sicht etwas wenig ist und eher den unteren Wert der Nutzung des X Mach repräsentiert.

In meinem üblichen Nutzungstest, webbrowsen, ein wenig spielen, Social Media hielt das LG rund 8-9 Stunden durch! Ein klasse Wert!

Dieser wurde zwar bei einer recht niedrigen Display Helligkeit erzielt aber selbst wenn diese auf 100% steht, sinkt die Laufzeit lediglich auf rund 7 Stunden, weiterhin ein guter Wert.

 

Fazit

Das LG X Mach ist eins der besten Smartphones der 200-300€ Preisklasse! Je nachdem was Ihr sucht kann es sogar das beste sein.

Wollt Ihr einen austauschbaren Akku?  Dann ist die Auswahl sowieso schon sehr klein. Abgesehen vom X Mach oder vielleicht dem LG G5 SE habt Ihr nicht viele Alternativen und unter 300€ ist das X Mach das beste Smartphone.

Aber selbst wenn man auf den austauschbaren Akku keinen Wert legt, ist das X Mach ein starkes Smartphone. Leistungstechnisch liegt dieses irgendwo zwischen dem Huawei P9 Lite und dem BQ Aquaris X5 Plus.

Das Display, wenn auch etwas dunkel, ist hervorragend Ähnliches gilt auch für die Kameraqualität, welche mit eine der besten in dieser Preisklasse ist.

Leider wird das X Mach noch mit Android 6.0.1 ausgeliefert was auch der einzige echte Kritikpunkt ist den ich habe.

Das Design ist zwar stark am LG G4 angelehnt aber gefiel mir an sich sehr gut, vielleicht etwas unkreativ aber immerhin zahlt man dafür keinen Preis Premiumaufschlag.

Für 279€ ist das LG X Mach ein wirklich interessantes Angebot, gerade für alle die sich einen austauschbaren Akku in dieser Preisklasse wünschen.

Michael Barton

Vielen Dank fürs Lesen! Sollte mein Bericht euch geholfen haben würde ich mich über einen erneuten Besuch meiner Webseite und/oder dem Folgen meines Twitter freuen! Vielen Dank!

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