Corsair Glaive RGB – modular, praktisch, gut!

Einer der wichtigsten, wenn nicht der wichtigste Aspekt bei Computer Mäusen ist eine gute Ergonomie. Handform sowie Haltung unterscheiden sich von Mensch zu Mensch, sodass es schlicht unmöglich ist, mit einer starren Form jede Vorliebe zu treffen. Die Corsair Glaive RGB widmet sich diesem Problem mit Modularität und ist darüber hinaus mit neuster Technik, wie eigens entwickeltem Sensor und umfassender RGB Beleuchtung, ausgestattet.

Corsair Glaive RGB Überblick:

Corsair schickt mit der Glaive RGB ein neues Flaggschiff ins Rennen und steht in Konkurrenz mit der SteelSeries Rival 700 oder Logitech G502. Während Corsair bereits im Januar mit der Scimitar Pro RGB eine MMO auf den Markt gebracht hat, verfolgt die Glaive RGB ein eher klassisches Design. Zwei Haupttasten, zwei Daumentasten, ein Zwei-Wege Mausrad sowie eine zusätzliche DPI Umschalttaste finden sich auf dem voluminösen Gehäuse wieder. Bereits auf dem ersten näheren Blick lassen sich die drei verschiedenen RGB Zonen erkennen. Weiteres Highlight ist die austauschbare Daumenablage sowie der neue State of the Art PixArt PMW3367 Sensor. Wie auch bereits bei den SteelSeries Produkten, ist es nicht möglich, das Gewicht von 122 Gramm mithilfe von Zusatzgewichten zu beeinflussen.Der Hersteller liefert neben der eigentlichen Maus, Handbuch, Garantie Guide, insgesamt drei verschiedene Daumengriffe sowie eine Tasche, um alles ordentlich verstauen zu können, mit.

Laut dem Preisvergleichsportal www.geizhals.de ist die Corsair Glaive RGB ab einem Preis von 75€ in den Farben Schwarz sowie Aluminium lieferbar. Corsair gewährt auf die Maus eine zweijährige Garantie. Weitere Informationen sind der Tabelle zu entnehmen:

ModellCorsair Glaive RGBSteelSeries Rival 700
SensortypPixArt PMW3367 (optisch)PixArt PMW3360 (optisch), optional Pixart 9800 (Laser)
Auflösungbis 16000 DPIbis 16000 DPI (PixArt PMW3360), bis 8200 DPI (PixArt 9800)
SwitchesOmron Schalter (50 Mill. Auslösungen)SteelSeries Switches (30 Mill. Auslösungen)
Anzahl Tasten 67
ErgonmieAusgeprägte Form für Rechtshänder
Stark ausgeprägte Form für Rechtshänder
Gleitfüße4 Stück, Teflon (PTFE)3 Stück, Teflon
Kabel1,8 Meter (Textil)2,0 Meter (Textil), 1,0 Meter (Kunststoff)
Abmessungen 125,8mm x 91,5mm x 44,6mm124,9mm x 68,5mm x 125,0mm
Gewicht122 Gramm135 Gramm
Besonderheiten3 Zonen RGB Beleuchtung, austauschbare Daumenablage, interner Speicher (1 Profil)2 Zonen RGB Beleuchtung, Anpassbare Taktilmeldungen, OLED Display, interner Speicher (5 Profile)
Preisab 75€ab 88€

Corsair Glaive RGB Aufbau und Ergonomie:

Die Corsair Glaive RGB schlägt, was die Gehäuseform angeht, den konventionellen Weg ein. Der Aufbau fällt daher schmal und länglich aus. Sie ist mit einer Höhe von fast 4,5 cm aber keineswegs flach. Der dadurch bedingte Buckel wurde im Gegensatz zur SteelSeries Rival 700 ohne harte Kanten modelliert. Dies lässt genug Spielraum, um die Maus – je nach Vorliebe – etwas weiter vorne oder hinten anzufassen, ohne dass es zu störenden Druckstellen an der Handfläche kommen kann. Dies wird durch die gut positionierten Tasten unterstützt. Die Daumentasten sowie die DPI-Umstelltaste sind in Relation zu anderen Mäusen recht zentral gelegen. Um den kleinen Finger angenehm ablegen zu können, wurde an der rechten Seite eine gummierte sowie ausreichend dimensionierte Ausprägung eingelassen. Die Bedienung der Maus sollte daher für die meisten Hände keinerlei Probleme darstellen. Wie bei der Mehrzahl an Computer Mäusen ist die Corsair Glaive RGB ausschließlich für Rechtshänder ausgelegt.

Eines der Hautmerkmale der Maus sind die tauschbaren Daumenablagen, die eine unterschiedliche Form sowie Texturierung aufweisen. Der standardmäßig angebrachte Griff ist von den Dreien die Puristischste. Sie weist die geringste Ausformung sowie die selbe matt-glatte Oberfläche des Mausrückens auf. Die Zweite wächst nicht nur in der Breite, sondern hat eine gummierte Auflagefläche bekommen. Dies bietet einen merklich besseren Gripp, ohne dass die Maus zu aufgebläht wirkt. Bei der letzten Daumenablage ist die Form unverkennbar von MMO Mäusen inspiriert worden. Gerade für längere Spielesession muss man den Daumen nicht an die Maus pressen, sondern liegt auf der ebenso gummierten Zunge auf. Damit die Gleitfähigkeit durch das Addon nicht in Mitleidenschaft gezogen wird, bringt Corsair in nahezu der gesamten Länge einen zusätzlichen Gleitfuss an.

Die (De-)Montage fällt kinderleicht und werkzeuglos aus. Die Daumenablage wird mit Magneten an die Corsair Glaive RGB sicher befestigt. Damit es zu keinem Spiel kommen kann, sind an beiden Gegenstücken ineinandergreifende Schienen angebracht worden. Sicherlich lassen sich mithilfe eines 3D Druckers auch eigene Ablagen erstellen.

Der Sensor wurde nahezu mittig der Maus platziert. Um ihn herum wurden vier Teflon Gleitfüße aufgetragen. Flächenmäßig gehören jene zu den größten, die ich bei einer Maus gesehen habe. Das Gleitverhalten ist ausgesprochen leichtgängig und konstant.Ausgehend von der Form, der Größe sowie dem hohen Gewicht von 122 Gramm ist der Palm Griff für die Maus prädestiniert. Die Handfläche kann nahezu komplett von der Maus eingenommen werden. Sie lässt sich aber auch ohne Probleme mit dem Fintertipp-Griff bedienen. Deutlich anstrengender wird die Verwendung des Claw-Griffs. Das Gewicht sowie die in Relation wenig ausgeprägten Seitenelemente lassen die Hand bei jedem Anheben der Maus merklich ermüden.

 

Material, Verarbeitung & Taster:

Bei der Materialwahl überrascht Corsair ein wenig. Denn es wird nicht nur ausschließlich Kunststoff, sondern auch Metall eingesetzt. Die bei unserem Modell silberne Front durchzieht den vorderen Bereich der Maus und sorgt für eine stabile Basis. Ebenso besteht das Zwei-Wege Mausrad aus Aluminium. Die weiteren Gehäuseteile werden aus schwarzen, materialstarken Kunststoff gefertigt. Um einen besseren Gripp zu gewährleisten, weist der Mausrücken, der sich bis zu den Hauptmaustasten erstreckt, eine Softtouch-Oberfläche auf. Die anderen Bereiche der Maus sind entweder gummiert oder matt-schwarz texturiert.Verarbeitungstechnisch ist die Corsair Glaive auf erwartungsgemäßen hohem Niveau. So gibt es weder scharfe Kanten, noch lässt sich der Grundkörper eindrücken. Leider kämpft unser Testmodell mit dem sehr weit verbreiteten Problem, dass die beiden Hauptmaustasten nicht direkt auf den Schaltern aufliegen, sondern etwas darüber schweben. D.h. man muss bis zur Registrierung des Klicks zwei Widerstände überwinden. Dies unterliegt den Fertigungsschwankungen und sollte bei anderen Exemplaren nicht auftreten.

Corsair verbaut neuartige Omron Schalter, die eine Lebenszeit von konkurrenzlosen 50 Millionen Betätigungen aufweisen. Liegen die Haupttasten auf den Schalter korrekt auf, zeigt sich das Klickverhalten präzise und knackig. Mit einer etwas höheren Betätigungskraft, aber ebenso direkt, zeigt sich das Mausrad. Die Daumentasten fallen etwas schwammiger aus. Das liegt vor allem daran, dass sie sich nach der Auslösung der Taste weiter in das Gehäuse drücken lassen können. Im normalen Alltag wird dies aus logischen Gründen kaum ein Problem darstellen.

Das 1,80 Meter lange USB-Kabel weist eine hochwertige Textilummantelung auf. Leider ist es nicht möglich, dieses ohne größeren Aufwand zu tauschen. Aus eigener Erfahrung sprechend, werden die meisten Kabelbrüche aufgrund einer mangelhaften Zugentlastung hervorgerufen. Jene fällt bei der Corsair Glaive RGB durchdacht gelöst aus und sollte daher kein Problem darstellen.

Sensor &Software:

Corsair überlässt bezüglich des Sensors nichts dem Zufall und entwickelte in Kooperation mit Pixart einen eigenen optischen Sensor. Der PixArt PMW3367 weist eine maximale Auflösung von schwindelerregenden 16 000 DPI auf, die mithilfe der Corsair Utility Engine Software in sehr feinen 1-DPI-Schritten und bei Bedarf Achsen unabhängig eingestellt werden können. Solche Höchstwerte werden aber kaum in der Praxis Verwendung finden, da der Mauszeiger bei der kleinsten Berührung die Hälfte des Desktops zurückgelegt haben wird. Natürlich ist die eingestellte Geschwindigkeit stets vom eigenen Geschmack abhängig. Um einen Anhaltspunkt zu geben: Ich selber habe drei DPI Stufen von 800, 1400 sowie 2000 DPI dem Profil hinterlegt. Der Sensor ist auf dem Papier nochmals eine Stufe besser als der der Konkurrenzprodukte. Die Technik ist aber bereits an einem Punkt angekommen, wo die Steigerung der Genauigkeit im praxisrelevanten Bereich nicht mehr subjektiv feststellbar ist. Die Mausbewegung in Anwendungen sowie Spielen wird erwartungsgemäß präzise und direkt wiedergegeben.

Darüber hinaus bietet die der Sensor weitere Features, die dazu geschaltet respektive eingestellt werden können. Angle Snapping oder auch Linienbegradigung glättet die Maus Bewegung und eliminiert kleinere, ungewollte horizontale bzw. vertikale Abweichungen. So bleibt beispielsweise das Fadenkreis bei einer links Bewegung auf einer Höhe, ohne versehentlich etwas nach unten bzw. oben zu verrutschen. Zusätzlich lässt sich die „Lift-Off-Distance“ (dt: „Hübhöhe“) definieren. Diese besagt, bis welche Höhe der Sensor zum Mauspad noch Bewegungen registriert. Erneut darf der eigene Gusto entscheiden, welcher Wert der für einen richtige ist. Zu guter Letzt bietet die Corsair Glaive RGB noch die Möglichkeit an, den Sensor auf die Oberfläche abzustimmen. In der durch die Software anstoßbaren Kalibrierung erkennt der PixArt PMW3367 die Farbe, Kontrast, Textur sowie den Abstand zu der Oberfläche, um laut Corsair die Genauigkeit nochmals zu erhöhen. Eine spürbare Verbesserung konnte auf regulären Oberflächen nicht erzielt werden. Bereits ohne Kalibrierung wird selbst auf einem Glastisch jede Bewegung weder mit Zeigerspringen noch mit Verzögerung umgesetzt.

Die für Windows exklusive Corsair Utility Engine ist aber nicht nur in der Lage, relevante Sensoren Einstellungen zu treffen, sondern auch alternative Tastenbelegung, Makros sowie die Beleuchtung zu zuweisen. Hierbei lassen sich alle Tasten bis auf die linke Maustaste zweckentfremden. Interessant ist zudem, dass man einen Timer bei Tastendruck aktivieren kann, der nach Ablauf der Zeit eine auswählbare Sounddatei wiedergibt. Ein Trost zu der fehlenden taktilen Rückmeldung, die bei den großen SteelSeries Mäusen zum Einsatz kommt.

Es lassen sich selbstverständlich mehrere Profile erstellen, die man bei Bedarf durchschalten kann. Dabei ist man aber zwingend drauf angewiesen, dass die Software stets im Hintergrund läuft, denn im Gegensatz zu den meisten Modellen der Highend Klasse verfügt die Corsair Glaive RGB nur über ein speicherbares Hardwareprofil.

RGB Beleuchtung:

Natürlich darf im Jahr 2017 die RGB Beleuchtung nicht fehlen. Und um der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein, hat man insgesamt drei unterschiedliche RGB LED Zonen in die Maus integriert. Neben dem Hersteller Logo und den beidseitigen Streifen auf der Oberseite hat man auch an der Front sieben weitere Dioden verbaut, die an Scheinwerfer eines Autos erinnern. Abgesehen von den der Optik gedachten Beleuchtung, verfügt die Glaive RGB an der Oberseite über fünf weitere, einfarbig blaue LED, die die aktuelle DPI Stufe anzeigen.Die RGB Zonen kann man einzeln oder im Zusammenspiel ansteuern. So sind in der normalen Ansicht die Modi Regenbogen, Farbwechsel, Farbpulse sowie eine statische Farbe einstellbar. Um den idealen Farbton treffen zu können, steht einem der volle RGB Bereich (0-255 je Farbkanal) zur Verfügung. Darüber hinaus lässt sich die Geschwindigkeit des Farbwechselns in drei Stufen variieren. Ist man ein Besitzer von weiteren Corsair RGB Produkten, wie der K95 RGB Platinum, lässt sich das Farbspektakel Peripherie übergreifend verknüpfen. Hierbei wird die Auswahl an Leuchteffekten sogar nochmals vergrößert. Wirklich praktikabel sind die neu dazu gewonnen Optionen nicht, da die LEDs der Glaive RGB meist nur für einen kurzen Moment aufleuchten und die Maus ansonsten ihr Dasein im Dunkeln fristet. Für einen Showroom ist die Verknüpfung der Geräte aber das Grad an Detail, warum man zu dem Hersteller greifen sollte. Nachfolgenden ist das obligatorische Demo Video zusehen:

Die Maus zeigt bei grellen Farben der seitlichen LED Streifen eine Auffälligkeit auf. Liegt die Handfläche über dem entsprechenden Bereich auf, stellt man eine leichte Erwärmung fest. Für mich war das Gefühl etwas ungewohnt, weswegen ich die LED Zone daraufhin deaktiviert habe.

Fazit:

Bevor ich zu dem eigentlichen Fazit der Maus komme, möchte ich einen Punkt explizit ansprechen. Ähnlich wie Kleidung muss die Maus zu einem passen. Jeder Mensch hat die unterschiedlichsten Anforderungen und Präferenzen an die Form, der Größe und das Gewicht einer Maus. So ist es unmöglich zu sagen, dass Produkt XY das perfekte Eingabegerät darstellt. Hier hilft es nur, selber ausprobieren und erfühlen(!), was für einen das Richtige ist.

Als ich das Datenblatt und die Produktfotos der Corsair Glaive RGB gesehen habe, wusste ich, dass hinter dem neuen Nager viel Potential stecken würde. Der Hersteller hat bei der Materialwahl und den verbauten Komponenten aus dem Vollen geschöpft. Sei es nun der Einsatz von Metall, die langlebigen Mikroschalter oder der zurzeit hochauflösendsten Sensor auf dem Markt. Die größte Überraschung ist die Ergonomie. Bereits die Position der Tasten sowie die eigentliche Gehäuseform sorgen für einen komfortablen Griff. Der Gedanke wurde mit den austauschbaren Daumenablagen zu Ende gedacht. Man braucht sich nicht auf eine Form festzulegen, sondern es wird einem die Wahl überlassen. Alleine schon dieser Aspekt berechtigt die Maus, in die engere Auswahl genommen zu werden.An zusätzlichen Features liefert Corsair gute, wenn auch nicht überragende Arbeit ab. Die 3 Zonen RGB Beleuchtung strahlt in den verschiedensten Farben und Variationen, erwärmt aber – je nach Einstellung – das Material im Handflächenbereich. Des Weiteren wären noch das materialstarke, jedoch nicht abnehmbare Kabel sowie der nur für ein Profil fassende interne Speicher zu nennen. Das sind zwar alles keine Deal Breaker, berauben gleichwohl die Corsair Glaive RGB um die Bestnote.

Nicolas Guggenberger

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