Die ADATA XPG SX8200 Pro im Test, energiesparsam und schnelle NVME SSD!

Vor einer Weile war die Intel 760p bereits hier im Test. Die Intel 760p konnte dabei mit einer soliden Leistung und sehr hohen Energieeffizienz punkten.

Dies lag zu einem großen Teil am von Intel verwendeten Controller. Nun hat mich ein Leser auf die ADATA SX8200 Pro aufmerksam gemacht.



ADATA bewirbt die SX8200 Pro zwar primär für Gamer, aber die SSD setzt ebenfalls auf den besonders Energie Effizienten Silicon Motion SM2262EN Controller, aber mit einer höheren Leistung.

Stellt sich natürlich die Frage, haben wir hier die perfekte Mischung aus einer besonders schnellen und sparsamen SSD zu einem günstigen Preis?

Dies gilt es im Test der ADATA SX8200 Pro herauszufinden!

 

Die ADATA XPG SX8200 Pro im Test

Die SX8200 Pro wird von ADATA klar an die Gamer gerichtet. Zumindest was das Marketing angeht. Auf den ersten Blick ist die SSD selbst hingegen recht unscheinbar.

Ihr erhaltet eine einfache M.2 NVME SSD ohne große Aufkleber oder Logos. Immerhin setzt ADATA auf ein schwarzes PCB, was eine gewisse Wertigkeit ausstrahlt.

Allerdings liefert ADATA einen kleinen Kühlkörper mit. Welchen Ihr „DIY“ mäßig auf die SSD kleben könnt, oder nicht. Wobei Kühlkörper glatt etwas dick aufgetragen ist. Es handelt sich hier um eine 0,3mm dicke Aluminiumplatte im ADATA XPG Look.

Ich erwarte allerdings, dass dieser Kühlkörper in der Praxis durchaus einen gewissen Nutzen hat. Dieser sollte helfen die Wärme auf eine etwas größere Oberfläche zu verteilen, was der Wärmeabfuhr dient.

Was die Technik angeht, setzt ADATA zunächst auf den Silicon Motion SM2262EN Controller. Bei diesem handelt es sich um einen recht aktuellen „High-Performance“ SSD Controller mit 8 Kanälen und laut Hersteller „Best in Class“ Leistungsaufnahme.

Letzteres ist erstaunlicherweise kein ganz unwichtiger Punkt, denn auch die sehr sparsame Intel 760p setzt auf den gleichen Controller. Ist damit die SX8200 Pro ideal für Notebooks?

Beim Speicher selbst nutzt ADATA wie üblich TLC NAND. Dieser verfügt interessanterweise über ein ADATA Branding und hört auf die Modellnummer „12144539931GJDD“. ADATA stellt allerdings selbst keinen Speicher her. Dieser ist also trotz ADATA Branding von einem großen Hersteller (vermutlich Micron?!) zugekauft.

Die DRAM Chips, wovon die SSD über zwei verfügt, stammen sicher von Samsung und hören auf den Namen „k4B2G16“. Insgesamt besitzt meine 512GB SX8200 Pro über 4GB RAM Cache.

Neben der 512GB Version ist die SX8200 Pro auch mit 256GB und 1TB Speicher verfügbar. Laut ADATA soll auch eine 2 TB Version existieren, diese konnte ich jedoch nicht im Handel finden.

Interessanterweise ist selbst die 512GB Version beidseitig mit Modulen besetzt. Auf der Front findet sich der Controller, 2GB RAM Cache und zwei NAND Chips. Auf der Rückseite sind zwei weitere NAND Chips, wie auch ein weiterer 2GB RAM Cache zu finden.

Was die Haltbarkeit angeht, verspricht ADATA 320TB für die 512GB Version, was eine leicht überdurchschnittliche Haltbarkeit bedeuten würde. Bei der 256GB bzw. 1TB verdoppelt bzw. halbiert sich die TBW Angabe jeweils.

Dies bedeutet natürlich nicht, dass die SSD sicher nach 320TB geschriebener Daten stirbt. In der Regel halten SSDs deutlich mehr aus. Die TBW Angabe ist lediglich ein grober Richtwert und für die Garantie wichtig. Diese erlischt wenn Ihr mehr als 320TB an Daten auf die 512GB SX8200 Pro geschrieben habt bzw. nach 5 Jahren.

Was die Performance angeht, gibt es wie üblich leichte Schwankungen je nach der von Euch gewählten Kapazität.

Lesen Schreiben
256GB 3350MB/s 1150MB/s
512GB 3350MB/s 2350MB/s
1TB 3350MB/s 2800MB/s

ADATA gibt die lesend Geschwindigkeit der SX8200 Pro immer mit 3350MB/s an, unabhängig der Kapazität. Schreibend gibt es jedoch große Unterschiede. So soll die 256GB Version lediglich 1150MB/s erreichen, die 512GB Version ordentliche 2350MB/s und die 1TB Version starke 2800MB/s.

Für diesen Test habe ich mir die 512GB Version gekauft.

 

Theoretische Benchmarks

Starten wir mit den synthetischen Benchmarks. Hier ist Crystaldiskmark klar der mit Abstand wichtigste Benchmark, mit welchem wir auch beginnen.

Ich denke man kann hier durchaus sagen, dass das Abschneiden der SX8200 Pro positiv überrascht. Gerade lesend ist die SSD ausgesprochen stark. Diese schafft in der Spitze bis zu 3497 MB/s und ist somit sogar ein gutes Stück schneller als beworben.

Aber auch bei zufälligen Zugriffen kann die SX8200 Pro punkten! Hier kann diese sogar fast das komplette Testfeld schlagen inklusiven den Spitzenmodellen von Samsung, sehr beeindruckend!

Schreibend sieht die Leistung mit 2236MB/s immer noch gut aus, aber etwas schwächer als beworben. Auch bei zufälligen Zugriffen landet die SX8200 Pro eher im Mittelfeld.

Dennoch für eine SSD dieser Preisklasse würde ich die erreichten Werte als stark einstufen!

Die guten Werte werden auch von anderen Benchmarks wie ATTO und ASSSD bestätigt.

Selbst die Zugriffszeiten machten einen guten Eindruck, was bei einer SSD die fürs Gaming gedacht ist natürlich ein positives Zeichen ist.

 

Praktische Tests

Aber wie gut kann die SX8200 Pro die durchaus überzeugenden Benchmarkergebnisse in die Praxis übernehmen?

Starten wir hier mit einem WinRAR Test. Für diesen Test wurde auf SX8200 Pro zwei .rar Archiv kopiert, mit einmal 41GB und 47.000 Dateien und einmal mit 25GB und 2.000 Dateien. Bei Archiv NR.1 handelt es sich um meine gepackte Lightroom Bibliothek, bei Archiv NR.2 um Bioshock Infinite.

Test-Paket 1 hat sehr viele kleine Daten, Paket 2 ist etwas gemixter. Es wurde die Zeit gestoppt, bis der Entpackvorgang komplett abgeschlossen war.

Ich muss gestehen hier sehr überrascht gewesen zu sein. Die SX8200 Pro schaffte es das Testdateien Paket Nummer 1 in gerade einmal 279 Sekunden zu entpacken. Damit ist die SSD schneller als die deutlich teurere WD Black SN750 oder auch die Samsung 970 EVO.

Lediglich die große Samsung 970 Pro erreichte mit 266 Sekunden noch eine bessere Zeit. Bei den Testdateien 2 hingegen konnte die SX8200 Pro sich mit 60 Sekunden an die Spitze des Testfelds setzten.

Ja auch ich bin etwas überrascht über dieses sehr starke Abschneiden.

Das Entpacken eines Archivs ist ein recht schreibintensiver Vorgang, wie sieht es aber bei einem leseintensiven Einsatz aus? Beispielsweise bei einem AV-Scanner? Für diesen Test habe ich mithilfe des Windows Defenders den zuvor entpackten Lightroom Ordner gescannt und die Zeit gestoppt.

Erneut ein fantastisches Abschneiden der ADATA SX8200 Pro! Diese kann zwar hier nicht ganz mit der SN750 von Western Digital mithalten, kann sich aber vor der Samsung 970 Pro auf Platz 2 setzen.

Zwar ist eine Neuinstallation von Windows 10 nichts Alltägliches, aber durchaus ein interessanter Test. Für diesen habe ich Windows 10 von einem originalen Windows 10 USB Stick auf dem Test-PC neu installiert.

Hierbei habe ich die Zeit vom Weiterklicken in den Partitionseinstellungen bis hin zur ersten erzwungenen Nutzerinteraktion gestoppt.

Auch bei der Installation von Windows 10 ist die SX8200 Pro im absoluten Spitzenfeld! Diese kann nicht ganz das Ergebnis der Samsung 970 EVO und PRO erreichen, setzt sich aber mit einer Sekunde Vorsprung vor die Western Digital SN750.

SSDs wie die Corsair MP500 und Toshiba RD400 werden erneut locker geschlagen.

Kein SSD Test wäre aber komplett ohne ein Windows Start Test. Bei diesem stoppe ich die Zeit die Windows 10 vom Betätigen des Einschalters bis zum Öffnen einer TXT Datei (welche im Autostart liegt) benötigt. Um Fehler gering zu halten, wird dies dreimal wiederholt und daraus der Durchschnitt genommen.

Zusätzlich gibt es einen „zweiten Durchlauf“ bei welchem der VLC Play, Libre Office, FireFox und Avira installiert und im Autostart liegen.

Hier ist die SSD das erste Mal nicht ganz im Spitzenfeld. Mit 32,77 Sekunden liegt die SSD knappe 2 Sekunden hinter dem Spitzenkandidat.

Ähnliches gilt auch für den Startvorgang mit zusätzlichen Anwendungen.

Schauen wir uns zu guter letzt noch PC Mark 10 an.

 

Temperatur

NVME SSDs werden gerne mal etwas wärmer. Dies ist vermutlich sogar untertrieben, denn NVME SSDs können sehr heiß werden!

NVME SSD Kühlkörper können also durchaus Sinn machen, passen aber nicht immer in jedes Notebook bzw. bringen auch nichts wenn es keinen Luftstrom gibt an den die Wärme abgegeben werden kann.

Wie steht es hier um die ADATA SX8200 Pro? Bei dieser teste ich zwei Situationen, einmal „nackt“ und einmal mit dem mitgelieferten Heatspreader.

Also egal ob mit oder ohne Heatspreader ist es möglich die SX8200 Pro mit konstanter Last zum Throtteln zu bekommen.

Dabei scheint diese bei rund 70 Grad die Grenze zu erreichen ab wann die Leistung zugunsten der Temperatur reduziert wird.

70 Grad klingt im ersten Moment nicht viel, aber anscheinend ist der Temperatur-Sensor an einer merkwürdigen Stelle, denn oberhalb des Controllers konnte ich höhere Temperaturen messen als via Software ausgelesen wurde.

Zwar kann das Throtteln auch mit Heatspreader nicht ganz verhindert werden, aber es wird erschwert. Zudem sinkt die Oberflächentemperatur ein gutes Stück.

Wenn möglich nutzt also den Kühlkörper oder besser noch einen größeren Kühlkörper.

 

Stromverbrauch

Für Notebook Besitzer ist der Energieverbrauch von SSDs durchaus relevant.

Leider ist das Messen der Leistungsaufnahme von NVME SSDs nicht ganz einfach. Daher muss ich mich hier einem Trick bedienen, ich nutze ein externes NVME SSD Gehäuse und messe die Leistungsaufnahme dieses inklusive der SSD.

Dies verfälscht natürlich die absoluten Werte etwas, aber 1. Das Gehäuse selbst benötigt kaum Energie, 2. Das Gehäuse benötigt bei allen SSDs immer gleich viel Energie.

Achtet also weniger auf die absoluten Werte und viel mehr auf die Werte im Vergleich zu anderen SSDs.

Die ADATA SX8200 Pro ist eine, wenn nicht sogar die sparsamste SSD die ich bisher im Test hatte. An sich ist dies aber nicht überraschend.

Der hier verwendete Silicon Motion SM2262EN Controller ist sehr auf eine hohe Energieeffizienz ausgelegt. So verwendet Intel den SM2262EN in seiner besonders sparsamen 760p, welche im Leerlauf und Standby fast identisch niedrige Werte zur SX8200 Pro liefert.

Lediglich unter last ist die SX8200 Pro etwas Leistungshungriger, was verglichen mit der Intel 760p entweder am anderen NAND bzw. der etwas höheren Performance liegt.

 

Fazit

Die ADATA SX8200 Pro kann man glatt als Geheimtipp unter den SSDs bezeichnen! Auf den ersten Blick ist die SX8200 Pro eine recht unspektakuläre NVME SSD, wie es viele gibt.

Allerdings im Test konnte diese völlig überzeugen! In vielen Benchmarks konnte die SSD sich sogar vor die Samsung Modelle setzen, was beeindruckend ist. Dabei macht die SSD lesend wie aber auch schreibend eine gute Figur.

Das wahre Highlight an der SX8200 Pro ist aber sicherlich die Leistungsaufnahme. Dank des SM2262EN Controllers ist die SSD im Leerlauf und Standby sehr sparsam! Man ist hier auf dem Level der Intel 760p, welche voll auf Energie Effizienz getrimmt ist.

Allerdings besitzt die SX8200 Pro eine höhere Leistung als die Intel 760p!

Damit würde ich die ADATA SX8200 Pro als die perfekte SSD für Gaming Notebooks bezeichnen. Also Geräten wo eine sehr hohe Leistung erwünscht ist, aber dennoch eine hohe Energie Effizienz nicht unwichtig ist.

Lediglich die Hitzeentwicklung der SX8200 Pro kann recht hoch unter Voll-Last sein, aber dies ist der einzige Kritikpunkt der mir einfällt.

Selbst der Preis ist mit unter 100€ für die 512GB Version und unter 200€ für die 1TB Version sehr fair!

Michael Barton

Vielen Dank fürs Lesen! Sollte mein Bericht euch geholfen haben würde ich mich über einen erneuten Besuch meiner Webseite und/oder dem Folgen meines Twitter freuen! Vielen Dank!

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