Beim Laden über USB-C gibt es aktuell mehrere wichtige Bausteine: USB Power Delivery, PPS und, ganz neu immer relevanter, AVS. Genau genommen ist USB Power Delivery der „Oberstandard“, während PPS und AVS optionale Erweiterungen davon sind.
PPS („Programmable Power Supply“) ist bis heute extrem wichtig fürs schnelle Laden von Smartphones. Gerade bei Samsung, Google und vielen chinesischen Herstellern wird es ohne PPS spürbar langsamer. Mittlerweile bieten die meisten Powerbanks und Ladegeräte PPS-Support, in irgendeiner Form.
Seit USB Power Delivery 3.1 gibt es aber noch eine weitere optionale Erweiterung, AVS. AVS gilt als Nachfolger von PPS und war lange reine Zukunftsmusik. Mit dem iPhone 18 Pro Max ändert sich das nun aber spürbar. Erstmals gibt es ein absolutes Mainstream-Gerät, das AVS für sein volles Ladetempo nutzt bzw. benötigt.
Daher: Welche Powerbanks und Ladegeräte unterstützen derzeit AVS?
Was ist PPS und AVS?
USB Power Delivery (USB-PD) ist der Standard fürs Schnellladen über USB-C. Normalerweise arbeitet er mit festen Spannungen wie 5, 9, 12, 15, 20 oder 28 Volt.
PPS („Programmable Power Supply“) ist eine Erweiterung von USB-PD 3.0. Statt nur fester Spannungen kann das Ladegerät die Spannung fein und stufenlos innerhalb eines Bereichs einstellen, z. B. 3,3 – 11 V oder 3,3 – 21 V. Dein Smartphone holt sich so exakt die Spannung und Stromstärke, die es gerade braucht. Das macht das Laden effizienter, kühler und bei manchen Modellen deutlich schneller.
Besonders viele Samsung Galaxy S20 – S26 (und einige Pixel, Nothing, Xiaomi) erreichen ihr maximales Ladetempo nur mit USB-PD-PPS.
AVS („Adjustable Voltage Supply“) ist der Nachfolger von PPS für USB-PD 3.1 und Leistungen bis 240 Watt. Hier lassen sich Spannungen, sofern unterstützt, mit bis zu 48 V flexibel einstellen. Gedacht war das ursprünglich vor allem für leistungsstarke Geräte wie Notebooks. Mit dem iPhone 18 Pro Max landet AVS nun aber erstmals im Smartphone-Bereich.
AVS ist nicht gleich AVS: EPR vs. SPR
Was die Sache leider verwirrend macht, AVS gibt es nicht nur einmal. Es existiert in zwei Varianten mit unterschiedlichen Leistungs- und Spannungsstufen:
- USB PD 3.1 – AVS in der EPR (Extended Power Range) mit Spannungen von z. B. 15 – 28 V, also auch über 20 V.
- USB PD 3.2 – AVS in der SPR (Standard Power Range) mit Spannungen von z. B. 9 – 20 V.
EPR steht für „Extended Power Range“, also Spannungen über 20 V in der Spitze. SPR steht für „Standard Power Range“. Für dich heißt das, ein Ladegerät kann „AVS“ auf dem Karton stehen haben und trotzdem nicht das können, was ein bestimmtes Endgerät erwartet.
Wichtig fürs iPhone 18 Pro Max: Das iPhone nutzt ausschließlich AVS nach USB PD 3.2, also in der SPR mit 9 – 20 V. AVS nach USB PD 3.1 in der EPR wird schlicht ignoriert!
Welche Endgeräte nutzen derzeit AVS?
Noch Anfang 2026 war mir kein Gerät bekannt, das AVS in der Praxis wirklich nutzt. Auch die Gerüchte rund um das iPhone 17 Pro haben sich damals als falsch herausgestellt, in meinen Tests machte AVS dort keinen Unterschied.
Seit September 2026 sieht das anders aus. Mit dem iPhone 18 Pro Max gibt es nun das erste breit verfügbare Endgerät, das AVS tatsächlich nutzt, um sein volles Ladetempo zu erreichen. Erneut, das iPhone 18 Pro Max braucht AVS nach USB PD 3.2! Also den 9 – 20 V Spannungsbereich.
Bei High-End-Smartphones kann es sich also durchaus lohnen, schon jetzt auf diesen Standard zu achten, vor allem, wenn du dein Ladegerät oder deine Powerbank ohnehin gerade neu kaufst.
iPhone 18 Pro Max – das erste Smartphone mit AVS (Messwerte)
Apple wirbt beim iPhone 18 Pro und Pro Max mit bis zu 60 W schnellem Laden. Laut Apple setzt das ein 60-W-fähiges USB-C-Kabel sowie ein Netzteil nach USB PD 3.1 (oder höher) mit anpassbarer Spannungsversorgung (AVS) voraus. Spannend ist das vor allem deshalb, weil Apple z. B. PPS nie unterstützt hat, hier geht Apple also direkt einen Schritt weiter.
Inzwischen hatte ich das iPhone 18 Pro Max selbst am Messgerät, und die Praxis sieht etwas anders aus als das Marketing. In der Spitze erreichte das iPhone 18 Pro Max bei mir 51 – 53 W, also keine 60 W. Das ist aber immer noch sehr ordentlich! Diese Geschwindigkeit gibt es an USB-PD-Ladegeräten mit einer AVS-Stufe von 9 – 20 V bei 3 A oder 5 A. Das iPhone nimmt hier rund 17,4 V bei 3 A auf.
Obwohl Apple von USB PD 3.1 spricht, braucht das iPhone 18 Pro Max in der Praxis AVS nach USB PD 3.2 in der SPR (9 – 20 V). AVS nach USB PD 3.1 in der EPR (15 – 28 V) wird vom iPhone ignoriert! Der hauseigene Apple 40W Dynamic Power Adapter (A3352) bietet übrigens genau diese AVS-3.2-Stufe.
Fehlt die passende AVS-3.2-Stufe, ist bei rund 43 – 45 W Schluss. Das iPhone wählt dann, falls vorhanden, 15 V bei 3 A. Heißt, an einem 60-W-, 100-W- oder auch 140-W-Ladegerät ohne AVS 3.2 bekommst du immer maximal rund 45 W, und das gilt auch für Ladegeräte, die „nur“ AVS in der EPR bieten.
Beim regulären iPhone 18 Pro (ohne Max) sieht es übrigens anders aus. Sofern meine Infos stimmen, erreicht dieses maximal rund 45 W, AVS spielt hier also effektiv keine Rolle.
Alle Details, die komplette Ladekurve und den Vergleich mit iPhone 17 Pro Max und Galaxy S26 Ultra findest du in meiner iPhone 18 Pro Max Ladeanalyse.
iPhone 18 Pro Max Ladeanalyse: Bis zu 52 W mit AVS – welches Ladegerät brauchst du?
AVS per Messgerät
Derzeit kann ich lediglich das Vorhandensein von AVS über Messgeräte und Testequipment überprüfen. Mangels Endgeräten ist es einfach derzeit nicht möglich, die Praxis zu testen.
Welche Ladegeräte unterstützen AVS?
Bei folgenden Ladegeräten konnte ich im Test einen AVS-Support bestätigen. In der letzten Spalte siehst du direkt, ob das Ladegerät die volle Ladegeschwindigkeit am iPhone 18 Pro Max liefert:
| Ladegerät | AVS-Standard | Spannungsbereich / Leistung | Volles Tempo iPhone 18 Pro Max |
| 4smarts GaN Flex Screen AI 100W | USB PD 3.2 AVS | 9 – 20 V bei bis zu 3 A | Ja (~52 W) |
| 4smarts Lucid GaN DIY 360W | USB PD 3.1 AVS | 15 – 28 V bei bis zu 140 W | Nein (~45 W) |
| Anker Prime 250W | USB PD 3.1 AVS | 15 – 28 V bei bis zu 140 W | Nein (~45 W) |
| Anker Prime Charger 160W | USB PD 3.1 AVS | 15 – 28 V bei bis zu 140 W | Nein (~45 W) |
| Apple 40W Dynamic Power Adapter (A3352) – 60 W max. | USB PD 3.2 AVS | 9 – 20 V bei bis zu 3 A | Ja (~52 W) |
| Google Pixel Flex | USB PD 3.2 AVS | 9 – 20 V bei bis zu 4 A | Ja (~52 W) |
| ICY BOX IB-PS1002 100W | USB PD 3.2 AVS | 9 – 20 V bei bis zu 3 A | Ja (~52 W) |
| NOVOO RG140 140W | USB PD 3.1 AVS | 15 – 28 V bei bis zu 140 W | Nein (~45 W) |
| UGREEN Nexode Air 65W Mini | USB PD 3.2 AVS | 9 – 20 V bei bis zu 3 A | Ja (~52 W) |
| UGREEN Nexode Pro 100W | USB PD 3.2 AVS | 9 – 20 V bei bis zu 5 A | Ja (~52 W) |
| Verbatim Mini GaN Charger 140 W | USB PD 3.1 & 3.2 AVS | 15 – 28 V / 140 W und 9 – 20 V / 5 A | Ja (~52 W) |
Die Liste ist im September 2026 schon deutlich länger als noch zum Jahresanfang. Aber nicht jedes AVS-Ladegerät hier ist auch fürs iPhone 18 Pro Max ideal! Das Anker Prime 250W, der Anker Prime Charger 160W, das 4smarts Lucid GaN DIY 360W und das NOVOO RG140 bieten nur AVS in der EPR nach USB PD 3.1, und das ignoriert das iPhone. Für Notebooks sind das trotzdem klasse Ladegeräte.
Suchst du die maximale Ladegeschwindigkeit fürs iPhone 18 Pro Max, ist das UGREEN Nexode Air 65W Mini aktuell die günstigste Option.
Welche Powerbanks bieten AVS?
Bei den Powerbanks ist die Auswahl noch überschaubarer, wächst aber ebenfalls:
| Powerbank | AVS-Standard | Spannungsbereich / Leistung | Volles Tempo iPhone 18 Pro Max |
| AMEGAT Powerbank 140W 27600mAh | USB PD 3.1 AVS | 15 – 28 V bei bis zu 140 W | Nein (~45 W) |
| Belkin UltraCharge Pro 27000 mAh 140W | USB PD 3.2 AVS | 9 – 20 V bei bis zu 5 A | Ja (~52 W) |
| Edge X100 30.000 mAh | USB PD 3.1 AVS | 15 – 28 V bei bis zu 140 W | Nein (~45 W) |
Für maximale Leistung in der EPR (15 – 28 V / 140 W), etwa für Notebooks, sind vor allem die Edge X100 und die AMEGAT Powerbank 140W interessant, Letztere aus Sicht von Preis/Leistung die klar spannendere Wahl. Fürs iPhone 18 Pro Max bringen dir diese aber keinen AVS-Vorteil. Hier ist die Belkin UltraCharge Pro mit AVS in der SPR (9 – 20 V) die richtige Wahl.
Bei Powerbanks würde ich im Zweifel einfach zu einem Modell mit 45 W+ greifen. AVS kitzelt zwar das letzte bisschen Ladegeschwindigkeit aus dem Pro Max heraus, in der Praxis spielt das aber kaum eine Rolle.
Häufige Fragen zu AVS (FAQ)
Was ist AVS beim Laden?
AVS („Adjustable Voltage Supply“) ist eine optionale Erweiterung von USB Power Delivery ab Version 3.1. Sie erlaubt eine flexibel einstellbare Spannung und gilt als Nachfolger von PPS, gedacht für höhere Leistungen bis 240 W.
Braucht das iPhone 18 Pro (Max) AVS?
Nicht zwingend. Du kannst das iPhone 18 Pro (Max) an jedem USB-PD-Ladegerät laden. Für die volle Ladegeschwindigkeit von rund 52 W braucht das iPhone 18 Pro Max aber ein Ladegerät mit AVS nach USB PD 3.2 (9 – 20 V), ohne ist bei rund 45 W Schluss. Beim regulären iPhone 18 Pro liegt das Maximum ohnehin bei rund 45 W, hier spielt AVS effektiv keine Rolle.
Lädt das iPhone 18 Pro Max wirklich mit 60 W?
In meinem Test nicht. In der Spitze habe ich 51 – 53 W gemessen.
Funktioniert ein Ladegerät mit AVS nach USB PD 3.1 (EPR) am iPhone?
Laden funktioniert natürlich, aber ohne AVS-Vorteil. Das iPhone 18 Pro Max ignoriert AVS in der EPR (15 – 28 V) und lädt dann mit maximal rund 45 W.
Ist AVS besser als PPS?
AVS ist nicht automatisch „besser“, sondern unterstützt theoretisch nur einen größeren Spannungsbereich als PPS. PPS geht bis maximal 21 V, AVS bis (theoretisch) 48 V.
Woran erkenne ich ein AVS-Ladegerät?
Am zuverlässigsten über die technischen Angaben zum unterstützten AVS-Modus (EPR 15 – 28 V oder SPR 9 – 20 V). Fürs iPhone 18 Pro Max muss es die SPR-Variante nach USB PD 3.2 sein. Leider wird dies in der Praxis von vielen Herstellern nicht transparent angegeben.
Fazit
Im September 2026 hat sich beim Thema AVS einiges getan. Die Liste an Ladegeräten und Powerbanks mit AVS-Support ist deutlich gewachsen, vom 65-W-Reisebegleiter bis zur 360-W-Desktop-Station ist inzwischen einiges dabei.
Der eigentliche Wendepunkt ist aber das iPhone 18 Pro Max. Mit ihm gibt es erstmals ein Mainstream-Endgerät, das AVS für sein volles Ladetempo nutzt. An einem passenden Ladegerät erreicht es bei mir rund 52 W, ohne AVS 3.2 ist bei rund 45 W Schluss. Das ist kein monumentaler Unterschied, zeigt aber die Richtung, in welche Apple anscheinend gehen möchte. Ich gehe davon aus, dass die Zahl an Ladegeräten mit AVS 3.2 in den nächsten Monaten nochmals deutlich wachsen wird.
Es wird auch in den nächsten 1-x Jahren deutlich mehr Endgeräte mit AVS-Support geben. Daher kann es Sinn machen, jetzt schon auf diesen Standard zu achten.






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