Beim Laden über USB-C gibt es mehrere wichtige Bausteine: USB Power Delivery, PPS und zunehmend auch AVS. Dabei ist USB Power Delivery der übergeordnete Ladestandard, während PPS und AVS optionale Erweiterungen sind.
PPS („Programmable Power Supply“) ist für das schnelle Laden vieler Smartphones wichtig. AVS rückt wiederum durch das iPhone 18 Pro Max stärker in den Fokus. Dieses nutzt AVS, um seine maximale Ladeleistung von rund 52 W zu erreichen.
Allerdings zeigen meine ergänzenden Tests: Ein Ladegerät mit AVS unterstützt nicht automatisch das maximale Ladetempo des iPhone 18 Pro Max! Selbst Modelle mit der passenden AVS-Stufe funktionieren hier teilweise nicht wie erwartet.
Welche Ladegeräte und Powerbanks bieten also AVS, und bei welchen funktioniert es tatsächlich mit dem iPhone? Schauen wir uns das an!
Was sind PPS und AVS?
USB Power Delivery, kurz USB-PD, ermöglicht das Schnellladen über USB-C. Neben festen Spannungsstufen wie 5, 9, 15 oder 20 V gibt es mit PPS und AVS Möglichkeiten, die Spannung innerhalb eines bestimmten Bereichs anzupassen.
PPS steht für „Programmable Power Supply“. Hier kann das Endgerät eine Spannung innerhalb des vom Ladegerät angebotenen Bereichs anfordern, beispielsweise 3,3–11 V oder 3,3–21 V. Die passende PPS-Unterstützung ist bei vielen Smartphones entscheidend für die maximale Ladegeschwindigkeit.
AVS steht für „Adjustable Voltage Supply“. Auch hier lässt sich die Spannung innerhalb eines angebotenen Bereichs anpassen. Allerdings müssen wir zwischen zwei AVS-Varianten unterscheiden. Genau das macht die Auswahl eines passenden Ladegerätes etwas komplizierter.
AVS ist nicht gleich AVS: EPR und SPR
In meinen Tests begegnen uns vor allem diese beiden Varianten:
| AVS-Variante | Beispiel für den Spannungsbereich | Bedeutung fürs iPhone 18 Pro Max |
|---|---|---|
| EPR AVS, eingeführt mit USB PD 3.1 | 15–28 V | Wird in meinen Tests nicht für das AVS-Laden genutzt |
| SPR AVS, eingeführt mit USB PD 3.2 | 9–20 V | Passende Variante, aber allein noch keine Garantie für funktionierendes AVS-Laden |
EPR bedeutet „Extended Power Range“, SPR steht für „Standard Power Range“.
Ein Ladegerät kann also AVS unterstützen und trotzdem nicht die Variante anbieten, die dein Endgerät benötigt. Beim iPhone 18 Pro Max ist nach meinen Messungen SPR AVS mit einem Bereich von 9–20 V entscheidend.
Aber selbst wenn dieser Bereich vorhanden ist, kann es noch Kompatibilitätsprobleme geben.
Das iPhone 18 Pro Max mit AVS: meine Messwerte
Beim iPhone 18 Pro Max konnte ich in der Spitze 51–53 W messen. Hierfür nutzte es an einem funktionierenden AVS-Ladegerät rund 17,4 V bei 3 A.
Ohne genutzte AVS-Stufe lag die Spitzenleistung in meinen Tests bei etwa 43–45 W. Das iPhone wählte dann, sofern angeboten, die feste Spannungsstufe mit 15 V bei 3 A.
Ein 100-W- oder 140-W-Ladegerät ist fürs iPhone daher nicht automatisch schneller als ein passendes 60-W- oder 65-W-Modell. Entscheidend ist, welche Ladeprofile das Netzteil anbietet und welche davon das iPhone tatsächlich nutzt.
An einem passenden AVS-Ladegerät erreichte ich folgende Ladezeiten:
| Ladestand | Zeit im Test |
|---|---|
| 50 % | ca. 15 Minuten |
| 80 % | ca. 28,5 Minuten |
| 100 % | ca. 70 Minuten |
Diese Messwerte stammen vom iPhone 18 Pro Max. Sie lassen sich nicht automatisch auf das kleinere Pro-Modell übertragen.
Die komplette Ladekurve und den Vergleich mit dem iPhone 17 Pro Max und Galaxy S26 Ultra findest du in meiner iPhone-18-Pro-Max-Ladeanalyse.
Wichtig: Das iPhone ist bei AVS erstaunlich wählerisch!
Ursprünglich bin ich davon ausgegangen, dass ein Ladegerät mit der passenden SPR-AVS-Stufe auch die volle Ladegeschwindigkeit am iPhone 18 Pro Max ermöglicht.
Das hat sich bei weiteren Tests leider nicht bestätigt.
Bei mehreren Ladegeräten lässt sich die passende AVS-Stufe per Messgerät nachweisen, das iPhone nutzt sie aber trotzdem nicht. Statt der möglichen rund 52 W bleibt es dann bei etwa 45 W über eine feste USB-PD-Spannungsstufe.
In meinem ursprünglichen Test war mir das zunächst nicht aufgefallen, da ich zufällig zuerst die Ladegeräte ausprobiert hatte, bei denen AVS funktionierte.
Woran liegt das? Nach meinen bisherigen Beobachtungen könnte die Reihenfolge eine Rolle spielen, in der das Ladegerät seine PPS- und AVS-Stufen meldet. Wird PPS vor AVS aufgeführt, scheint das iPhone bei den betroffenen Modellen AVS nicht zu nutzen. Allerdings lässt sich damit nicht jedes beobachtete Problem erklären.
Die genaue Ursache ist daher noch offen. Ob das Verhalten am iPhone, an der Umsetzung im Ladegerät oder am Zusammenspiel beider liegt, lässt sich daraus noch nicht abschließend ableiten.
Für dich bedeutet das: Die Angabe „USB PD 3.2 mit AVS“ auf dem Datenblatt reicht derzeit nicht aus, um die maximale Ladegeschwindigkeit am iPhone sicher vorherzusagen.
AVS per Messgerät und im Praxistest
Bei dieser Übersicht müssen wir deshalb zwei Dinge auseinanderhalten:
- AVS vorhanden: Das Ladegerät meldet eine entsprechende AVS-Stufe, die sich mit meinem Testequipment erkennen lässt.
- AVS funktioniert am iPhone: Das iPhone 18 Pro Max nutzt diese Stufe auch tatsächlich beim Laden.
Früher konnte ich vor allem das Vorhandensein von AVS prüfen. Mit dem iPhone 18 Pro Max kommt nun ein praktischer Kompatibilitätstest hinzu. Dieser zeigt, dass beide Punkte keineswegs gleichbedeutend sind.
Die folgenden Angaben beziehen sich auf meine getesteten Geräte beziehungsweise Ausführungen. Stand der Übersicht: 30. September 2026.
Welche Ladegeräte unterstützen SPR AVS?
Diese Modelle bieten nach meinen Messungen SPR AVS mit einem Spannungsbereich von 9–20 V. Trotzdem unterscheiden sie sich beim Laden des iPhone 18 Pro Max deutlich.
| Ladegerät | Gemeldete SPR-AVS-Stufe | AVS am iPhone 18 Pro Max |
|---|---|---|
| 4smarts GaN Flex Screen AI 100W | 9–20 V, bis zu 3 A | Nein, im Test nur rund 45 W |
| 4smarts PDPlug SiC 65W 1C | 9–20 V, bis zu 5 A | Ja, im Test funktioniert |
| Apple 40W Dynamic Power Adapter (A3352), 60 W max. | 9–20 V, bis zu 3 A | Ja, im Test funktioniert |
| Google Pixel Flex | 9–20 V, bis zu 4 A | Ja, im Test funktioniert |
| ICY BOX IB-PS1002 100W | 9–20 V, bis zu 3 A | Nein, im Test nur rund 45 W |
| InLine USB-C GaN Netzteil, PD, PPS, AVS, 100 W | 9–20 V, bis zu 5 A | Nein, im Test nur rund 45 W |
| TOPADRE 65W USB-C Ladegerät mit Smart Display | 9–20 V, bis zu 3 A | Nein, im Test nur rund 45 W |
| UGREEN Nexode Air 65W Mini | 9–20 V, bis zu 3 A | Ja, mit meiner getesteten Ausführung |
| UGREEN Nexode Pro 100W | 9–20 V, bis zu 5 A | Ja, im Test funktioniert |
| Verbatim Mini GaN Charger 140 W
Besondere Empfehlung |
9–20 V, bis zu 5 A; zusätzlich EPR AVS | Ja, im Test funktioniert |
| WOTOBEUS PD-163 100W GaN USB-C | 9–20 V, bis zu 5 A | Nein, im Test nur rund 45 W |
Die Stromangaben beschreiben die gemeldeten AVS-Profile. Die jeweilige maximale Ausgangsleistung des Ladegerätes bleibt zusätzlich zu beachten.
Besonders auffällig: Sowohl unter den Modellen mit einer 3-A- als auch mit einer 5-A-AVS-Stufe gibt es Geräte, bei denen das iPhone AVS nicht nutzt. Eine höhere Stromangabe löst das Kompatibilitätsproblem also nicht automatisch.
Welche Ladegeräte bieten EPR AVS?
Die folgenden Modelle bieten in meinen bisherigen Tests EPR AVS mit 15–28 V. Das ist nicht die AVS-Variante, die das iPhone 18 Pro Max in meinen Messungen nutzt.
| Ladegerät | EPR-AVS-Bereich / maximale Leistung | Einordnung fürs iPhone 18 Pro Max |
|---|---|---|
| 4smarts Lucid GaN DIY 360W | 15–28 V, bis zu 140 W | Kein AVS-Vorteil |
| Anker Prime 250W | 15–28 V, bis zu 140 W | Kein AVS-Vorteil |
| Anker Prime Charger 160W | 15–28 V, bis zu 140 W | Kein AVS-Vorteil |
| NOVOO RG140 140W | 15–28 V, bis zu 140 W | Kein AVS-Vorteil |
| Verbatim Mini GaN Charger 140 W | 15–28 V, bis zu 140 W; zusätzlich SPR AVS | AVS funktioniert über die zusätzliche SPR-Stufe |
Der Verbatim taucht in beiden Tabellen auf, weil er beide AVS-Varianten anbietet. Am iPhone wird dabei die SPR-AVS-Stufe genutzt, nicht die EPR-Stufe.
Ein fehlender AVS-Vorteil am iPhone bedeutet natürlich nicht, dass die anderen Ladegeräte generell ungeeignet sind. Über ein passendes festes USB-PD-Profil sind am iPhone 18 Pro Max bereits rund 43–45 W möglich. Ihre hohe Gesamtleistung kann zudem beim Laden anderer Geräte oder mehrerer Geräte interessant sein.
Welche Powerbanks bieten AVS?
Bei Powerbanks ist meine bisherige Auswahl kleiner. Auch hier ist die Unterscheidung zwischen vorhandenem AVS und funktionierender iPhone-Kompatibilität wichtig.
| Powerbank | AVS-Variante | Spannungsbereich / Leistung | AVS am iPhone 18 Pro Max |
|---|---|---|---|
| AMEGAT Powerbank 140W 27600mAh | EPR AVS | 15–28 V, bis zu 140 W | Kein AVS-Vorteil |
| Belkin UltraCharge Pro 27000 mAh 140W | SPR AVS | 9–20 V, bis zu 5 A | Nicht zuverlässig, teilweise auch kein Laden |
| Edge X100 30.000 mAh | EPR AVS | 15–28 V, bis zu 140 W | Kein AVS-Vorteil |
Häufige Fragen zu AVS
Was ist AVS beim Laden?
AVS steht für „Adjustable Voltage Supply“ und ist eine optionale Erweiterung von USB Power Delivery. Sie ermöglicht eine anpassbare Spannung innerhalb eines vom Ladegerät angebotenen Bereichs. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen EPR AVS und SPR AVS.
Braucht das iPhone 18 Pro Max AVS?
Für das normale Laden nicht. Für die von mir gemessene Spitzenleistung von 51–53 W benötigt es aber eine passende und tatsächlich funktionierende SPR-AVS-Verbindung. Ohne genutztes AVS sind über ein passendes festes USB-PD-Profil rund 43–45 W möglich.
Lädt das iPhone 18 Pro Max wirklich mit 60 W?
In meinem Test erreichte es maximal 51–53 W. Eine Leistungsangabe des Ladegerätes ist nicht gleichbedeutend mit der tatsächlichen Leistungsaufnahme des Smartphones.
Bringt EPR AVS nach USB PD 3.1 einen Vorteil am iPhone?
In meinen Tests nicht. Das iPhone 18 Pro Max nutzte die EPR-AVS-Stufe nicht. Laden über die festen USB-PD-Spannungsstufen ist davon grundsätzlich unabhängig. Bietet ein Ladegerät zusätzlich SPR AVS, wie das Verbatim 140 W, kann das iPhone diese zusätzliche Stufe nutzen.
Ist AVS automatisch besser als PPS?
Für die Auswahl eines Ladegerätes zählt, was dein Endgerät benötigt. AVS ersetzt nicht automatisch die passende PPS-Unterstützung für ein Smartphone, das PPS zum Schnellladen nutzt.
Fazit
AVS wird durch das iPhone 18 Pro Max deutlich interessanter. Mit einem passenden Ladegerät erreichte ich rund 52 W Spitzenleistung, ohne genutztes AVS waren es etwa 43–45 W.
Leider ist die Auswahl eines passenden AVS-Ladegerätes derzeit komplizierter, als sie sein sollte. Zunächst muss es die richtige Variante sein: SPR AVS mit 9–20 V. Aber selbst dann ist die volle Ladegeschwindigkeit nicht garantiert, wie meine ergänzenden Tests zeigen.
Mehrere Ladegeräte bieten technisch die passende AVS-Stufe, werden vom iPhone aber nur mit rund 45 W genutzt. Bei der Belkin UltraCharge Pro kam es teilweise sogar dazu, dass überhaupt nicht geladen wurde. Die genaue Ursache dieser Probleme ist noch offen.
Es gibt aber auch gute Nachrichten: Neben dem Apple Dynamic Power Adapter, Google Pixel Flex, 4smarts PDPlug SiC 65W 1C und dem getesteten UGREEN Nexode Air 65W Mini funktionieren auch das UGREEN Nexode Pro 100W und das Verbatim Mini GaN Charger 140 W mit AVS am iPhone 18 Pro Max.
Gerade das Verbatim ist hierdurch eine Top-Empfehlung! Es kombiniert funktionierendes AVS fürs iPhone mit Unterstützung für beide AVS-Varianten und bis zu 140 W Ausgangsleistung. Suchst du ein vielseitiges Ladegerät fürs Smartphone und weitere USB-C-Geräte, ist das eine besonders interessante Option.
Hast du bereits ein gutes USB-PD-Ladegerät, das am iPhone rund 45 W liefert, musst du dieses aus meiner Sicht aber nicht zwingend ersetzen. AVS bringt zusätzliche Spitzenleistung, ist für schnelles Laden jedoch keine Voraussetzung. Gerade bei Powerbanks ist mir zuverlässiges Laden aktuell wichtiger als eine AVS-Angabe im Datenblatt.





Sehr interessante Hintergrundinfo
Hallo,
danke für die ausführlichen Tests und Infos.
Welche dieser Netzeile / Powerbanks sind TÜV GS geprüft?
Und welche verwenden die neueste GAN V Generation?
Diese Infos fehlen mir noch bei deinen Tests.
Mit freundlichen Grüßen aus Taunusstein
Patrick