4x Gbit USB LAN Adapter im Vergleich, gibt es Unterschiede?

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LAN Ports sind bei kaum einem modernen Notebook noch zu finden. Zwar wird WLAN immer besser und schneller, aber gerade, wenn es um große Datentransfers geht, geht doch nichts über eine kabelgebundene Verbindung.

Hier bleibt einem meist nichts anderes übrig als auf eine USB LAN Karte zu setzen. Diese gibt es zahlreich auf dem Markt. Aber gibt es hier qualitative Unterschiede und falls ja, wie groß sind diese?

Schauen wir uns doch einmal ein paar USB LAN Karten im Vergleich an. Welches ist das empfehlenswerteste Modell?

 

Basis

USB LAN Karten lassen sich grundsätzlich erst einmal in drei Klassen unterteilen.

  • USB 2.0 LAN Karten mit 100 Mbit LAN (maximal 12 MB/s)
  • USB 2.0 LAN Karten mit 1000 Mbit LAN (maximal 30-40 MB/s)
  • USB 3.0 LAN Karten mit 1000 Mbit LAN (maximal 120 MB/s)

100 Mbit LAN limitiert die Übertragungsrate auf rund 12 MB/s, hier spielt es auch keine Rolle ob USB 2.0 oder USB 3.0.

1000 Mbit LAN bzw. Gbit LAN besitzt eine theoretische maximale Übertragungsrate von 120 MB/s. Das heißt, USB 2.0 würde eine 1000Mbit Verbindung auf rund 30-40MB/s einschränken.

Die optimale Kombination wäre also 1000Mbit bzw. 1Gbit LAN und USB 3.0 für die maximale Leistung.

 

Die Testkandidaten

Für diesen Test habe ich vier USB LAN Karten bei Amazon bestellt. Alle vier Modelle verfügen über USB 3.0 und Gbit LAN, bieten also alle theoretisch bis zu 120 MB/s.

Folgende LAN Karten habe ich bestellt:

Alle Modelle kosten neu zwischen 11€ und 16€, sind also preislich weitestgehend gleich auf.

 

Erster Eindruck

Grundsätzlich sind alle USB LAN Karten fast gleich aufgebaut. Es handelt sich hier bei allen Modellen um eine kleine leicht längliche Box mit einem RJ45 Anschluss an einem Ende und einem ca. 10cm langen USB 3.0 Kabel am anderen Ende.

Hierbei ist das Anker Modell das kompakteste, gefolgt von der CSL, der TechRise und zu guter Letzt der AmazonBasics. Allerdings sind die GrößeuUnterschiede wirklich sehr minimal, aufgrund dieser würde ich vermutlich alleine keine Kaufentscheidung tätigen.

Dafür, dass die AmazonBasics die größte LAN Karte ist bietet diese aber auch das hochwertigste Gehäuse. Der Hersteller setzt hier auf hochwertiges Aluminium, im Gegensatz zum restlichen Testfeld. Anker setzt bei seiner LAN Karte auf mattes Plastik, CSL auf einen Mix aus mattem Plastik und Hochglanzplastik und TechRise ausschließlich auf Hochglanzkunststoff.

Rein von der Haptik würde ich vermutlich zum AmazonBasics Ethernet-LAN-Netzwerkadapter greifen.

 

In der Praxis

Kommen wir zum Praxisteil. Beginnen wir mit den „Benchmarks“. Hierfür habe ich die Geschwindigkeit der LAN Verbindung zu einem lokalen Gbit Server gemessen.

Wie wir sehen, ist kein signifikanter Unterschied zwischen den USB LAN Karten. Alle schaffen rund 116 MB/s lesend wie auch schreibend.

Mit einer kleinen Ausnahme, der Anker LAN Karte. Mit dieser hatte ich leider massive Probleme! Die LAN Karte wurde teilweise nur mit USB 2.0 erkannt und teilweise mit USB 3.0. Wenn diese nur mit USB 2.0 erkannt wurde, lag die maximale Übertragungsrate bei rund 40MB/s.

Ich habe die LAN Karte an zwei Notebooks getestet und bei beiden war es Zufall, ob die Anker LAN Karte mit USB 2.0 oder 3.0 erkannt wurde. Um einen Defekt an meinem Testmodel auszuschließen habe ich mir sogar noch eine zweite LAN Karte von Anker bestellt, keine Besserung.

Vielen Nutzern wird dies natürlich gar nicht auffallen. Selbst 40MB/s sind für Datentransfers ins Internet mehr als genug. Lediglich für lokale Datentransfers ist das Ganze suboptimal.

Leider hatte ich mit der Anker LAN Karte noch andere Probleme. Teilweise ist die LAN Karte bei größeren Datentransfers (30GB+ am Stück) einfach „ausgegangen“.

Merkwürdig, denn sowohl die Anker, die CSL und auch die TechRise LAN Karten nutzen einen Realtek Chip, aber nur die Anker war so zickig.

Die AmazonBasics USB LAN Karte nutzt hingegen einen ASIX AX88179 Chip.

Interessant ist auch die CPU Last. Die LAN Karten mit Realtek Chip sorgen für eine ca. 2% niedrigere CPU Auslastung als die AmazonBasics mit ASIX AX88179 Chip.

Unter Windows 10 benötigt keine der LAN Karten eine manuelle Treiberinstallation. Selbst ohne Netzwerkverbindung bringt Windows 10 die passenden Treiber jeweils mit. Anders sieht dies unter MacOSX aus! Die drei LAN Karten mit Realtek Chip funktionieren hier tadellos, die Anker LAN Karte sogar besser als unter Windows, die AmazonBasics USB LAN Karte hingegen verweigerte die Funktion!

Bei meinem Razer Blade mit I7-6700K sorgten die Anker, CSL und TechRise LAN Karten für rund 9% CPU Auslastung bei einem Netzwerktransfer (volles Tempo), die AmazonBasics LAN Karte führte zu rund 11%.

Verglichen mit einer integrierten LAN Karte konnte ich weder bei der CPU Last noch bei der Performance signifikante Unterschiede feststellen. Das heißt, eine solche USB LAN Karte, mit Ausnahme des Anker Modells, kann eine interne LAN Karte zu 100% ersetzen.

 

Fazit

Wenn die LAN Karte über USB 3.0 und Gbit LAN verfügen, scheint es keine Unterschiede vom reinen Tempo zu geben.

Letztendlich würde ich eine Empfehlung für den AmazonBasics Ethernet-LAN-Netzwerkadapter und  den TechRise USB 3.0 zu RJ45 Gigabit Ethernet LAN Netzwerk Adapter aussprechen.

Warum diese beiden? Das Modell von TechRise und CSL scheinen technisch weitestgehend identisch zu sein, aber die TechRise ist rund 3€ günstiger und bekommt daher die Empfehlung. Das Anker Modell scheidet aus da ich hier einige Probleme mit USB2.0/3.0 hatte.

Der AmazonBasics Ethernet-LAN-Netzwerkadapter bietet eine tadellose Performance und hat zudem das hochwertigste Gehäuse im Vergleich, daher bekommt auch dieses eine Empfehlung. Wenn Ihr auf der Suche nach einer guten USB LAN Karte seid, würde ich mich zwischen diesen beiden entscheiden!

  1. AmazonBasics Ethernet-LAN-Netzwerkadapter
  2. TechRise USB 3.0 zu RJ45 Gigabit Ethernet LAN Netzwerk Adapter

WICHTIG Stand 12.08.17 funktioniert der AmazonBasics Ethernet-LAN-Netzwerkadapter nicht unter MacOSX!

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Michael Barton
Michael Barton
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2 Kommentare

  1. Hallo! kann man einen solchen Adapter an einen Monitor mit USB-Eingang anschließen und dann das Daten-Signal über USB-C auf das angeschlossene Notebook übertragen ? Danke !
    Gruß,
    Moritz

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