Shelly Plug M Gen3 im Test: Mehr Leistung, volle Kontrolle ohne Cloud-Zwang

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Shelly hat mit dem Plug M Gen3 einen neuen Smart-Home-Zwischenstecker auf den Markt gebracht.

Dieser bietet verglichen mit dem Plug S eine höhere maximale Leistung und einen niedrigeren Preis, wie auch die von Shelly bekannte Flexibilität. So unterstützt der Shelly Plug M Gen3 Bluetooth, WLAN und Matter.

Natürlich ist auch wieder eine Verbrauchsmessung mit an Bord.

Wollen wir uns einmal den Shelly Plug M Gen3 im Test ansehen. Wie gut ist der Funktionsumfang? Wie genau ist die Verbrauchsmessung?

 

Der Shelly Plug M Gen3 im Test

Mit 50 × 50 × 46 mm ist der Plug M Gen3 ein Stück größer als der Plug S Gen3. Allerdings ist dieser weiterhin als recht kompakt zu bezeichnen.

Durch die etwas kantigere Form kann der Plug M Gen3 aber benachbarte Steckdosen blockieren. In den meisten Steckdosenleisten wirst du nicht 2× den Adapter nebeneinander einstecken können.

Ansonsten setzt Shelly auf ein recht einfaches Gehäuse aus mattweißem Kunststoff. Es gibt auch noch eine Version in Schwarz.

Wie üblich haben wir eine Taste an dem Zwischenstecker zum manuellen Ein- und Ausschalten. In dieser Taste ist auch eine dezente Status-LED integriert.

 

Bis zu 3000 W

Der Shelly Plug S Gen3 ist auf eine Leistung von ± 2500 W limitiert. Der Plug M Gen3 hingegen ist für eine Leistung von bis zu 3000 W geeignet.

 

WLAN, Bluetooth und Matter

Der Shelly Plug M Gen3 unterstützt WLAN und Bluetooth. Bluetooth wird dabei primär für eine einfachere Kopplung mit dem Smartphone und die WLAN-Einrichtung genutzt.
Neben WLAN und Bluetooth ist beim Plug M auch Matter mit an Bord!

 

Als Bluetooth-Gateway nutzbar

Bluetooth kann beim Plug M nicht nur für die Einrichtung genutzt werden, sondern auch, um Shelly-Bluetooth-Geräte und -Sensoren zu verbinden.

 

Made in EU

Ein kleiner Pluspunkt bei Shelly-Produkten ist, dass diese in der EU entwickelt werden und auch große Teile der Produktion hier stattfinden. Shelly ist ein europäischer Hersteller, was durchaus ein kleiner Pluspunkt in der aktuellen Zeit ist.

 

Volle Flexibilität – kein Cloud-Zwang

Ein großes Highlight der Shelly-Produkte ist ohne Frage ihre enorme Flexibilität. Möchtest du die Shelly App nicht nutzen, ist das überhaupt kein Problem. Der Shelly Plug M Gen3 lässt sich auch komplett über den PC einrichten.

Für die Erstinstallation erstellt der Plug einen eigenen WLAN-Access-Point, mit dem du dich direkt verbinden kannst. Über diesen erfolgt die komplette Einrichtung bequem über den Browser.

Auch danach bietet der Plug M Gen3 eine vollständige Weboberfläche, die komplett ohne Cloud funktioniert. Dadurch bleibt das Gerät grundsätzlich auch dann nutzbar, falls der Hersteller irgendwann den Support einstellen sollte, ein klarer Vorteil gegenüber vielen klassischen Smart-Home-Produkten.

Natürlich kannst du den Shelly Plug M Gen3 trotzdem ganz klassisch mit der Shelly Cloud und der App verbinden, wenn du entsprechende Funktionen nutzen möchtest.

 

Die Shelly App

Die Shelly App unterscheidet sich deutlich vom Aufbau vieler typischer 0815-Smart-Home-Apps anderer Hersteller. Grundsätzlich begrüße ich alternative Ansätze, allerdings kann die App auch etwas verwirrend sein.

Die App erfüllt zwar zuverlässig ihren Zweck, wirkt jedoch recht verschachtelt und teilweise unnötig kompliziert. Gerade Einsteiger könnten sich hier zunächst etwas schwertun. Wer ein möglichst simples Smart-Home-Erlebnis sucht, ist beispielsweise bei Herstellern mit Tuya-Smart-Life-Plattform oder SwitchBot aktuell etwas besser aufgehoben.

Die höhere Komplexität kommt allerdings nicht von ungefähr: Shelly bietet einen sehr großen Funktionsumfang und entsprechend viele Einstellungsmöglichkeiten. Im Vergleich zu typischen Smart-Home-Steckdosen stehen hier deutlich mehr erweiterte Optionen zur Verfügung.

So lassen sich unter anderem eigene Skripte direkt auf dem Plug M Gen3 ausführen oder Dienste wie MQTT und WebSocket nutzen. Auch Einsteiger können Shelly-Produkte problemlos verwenden, müssen aber eine etwas steilere Lernkurve einplanen.

 

Vollwertige WebUI

Wie bereits erwähnt, kannst du vollständig auf die Shelly App verzichten und alle Funktionen über die integrierte WebUI nutzen, die komplett ohne Internet- oder Cloud-Anbindung arbeitet. Dafür reicht es, die IP-Adresse des Geräts im Browser aufzurufen.

Über die Weboberfläche erhältst du Zugriff auf Live-Verbrauchsdaten, Energiezähler, sämtliche Einstellungen sowie die direkte Steuerung der Steckdose. Auch ein internetunabhängiger Timer lässt sich direkt auf dem Gerät konfigurieren.

Die WebUI gefällt mir insgesamt sehr gut. Insbesondere die Möglichkeit, das Gerät komplett ohne Cloud zu betreiben, ist ein klarer Pluspunkt.

 

Umfangreiche Unterstützung!

Ein weiterer richtig großer Pluspunkt bei Shelly ist die (meist) extrem gute Einbindung in andere Systeme. Du bist also nicht auf „ein Ökosystem“ festgenagelt, sondern kannst Shelly je nach Setup in sehr unterschiedliche Smart-Home-Umgebungen integrieren, von klassischen Sprachassistenten bis hin zu komplett lokalen Profi-Lösungen.

So klappt die Anbindung beispielsweise an Google Assistant und Amazon Alexa in der Regel ohne große Überraschungen, und auch Plattformen wie Samsung SmartThings lassen sich mit Shelly verbinden.

Spannend wird es aber vor allem dann, wenn du dein Smart Home etwas „ernster“ betreibst: Shelly-Geräte lassen sich hervorragend in Home Assistant integrieren, zudem stehen Schnittstellen wie MQTT und WebSocket zur Verfügung, womit du Shellys sehr flexibel in eigene Automationen, Node-RED-Flows oder beliebige Smart-Home-Server einbauen kannst.

Dazu kommen typische Standards und Wege wie HTTP/REST-API, Skripting direkt auf dem Gerät, Scheduler/Timer sowie die Einbindung über IFTTT.

Auch in Richtung Apple-Ökosystem gibt es Lösungen: offiziell je nach Modell/Generation unterschiedlich, aber über Umwege wie Home Assistant (HomeKit Bridge) oder entsprechende Gateways/Bridges bekommst du Shelly oft auch in Apple Home / HomeKit integriert.

Unterm Strich: Wenn du ein Setup hast, das über „App auf, Steckdose an/aus“ hinausgeht, spielt Shelly hier seine Stärke voll aus, gerade weil du sehr viele Wege hast, die Geräte in bestehende Systeme zu ziehen.

  • Home Assistant
  • MQTT
  • WebSocket
  • HTTP / REST-API
  • Node-RED
  • openHAB
  • ioBroker
  • Domoticz
  • FHEM
  • Homey
  • Samsung SmartThings
  • Google Assistant
  • Amazon Alexa
  • IFTTT
  • Apple Home / HomeKit (oft via Bridge, z. B. Home Assistant / HomeKit Controller/Bridge)
  • InfluxDB + Grafana (Monitoring/Visualisierung, meist über HA/Node-RED/MQTT angebunden)
  • Zabbix / Prometheus (Monitoring, je nach Setup über API/MQTT/Exporter)
  • Synology / Docker-Setups (z. B. Home Assistant, Node-RED, MQTT-Broker lokal)

 

Matter-Unterstützung

Mit dem Shelly Plug M Gen3 unterstützt Shelly auch den neuen Smart-Home-Standard Matter, was die Integration in unterschiedliche Plattformen nochmals deutlich vereinfacht. Matter verfolgt das Ziel, Geräte herstellerübergreifend kompatibel zu machen. Entsprechend lässt sich der Plug M Gen3 in Matter-kompatible Systeme einbinden, ohne dass spezielle Hersteller-Integrationen oder Umwege notwendig sind.

Gerade wenn du ein möglichst unkompliziertes und plattformübergreifendes Smart Home aufbauen möchtest, ist das ein klarer Vorteil. Die Einrichtung erfolgt per QR-Code, und Geräte lassen sich anschließend parallel in mehreren Ökosystemen nutzen.

Allerdings sollte man wissen: Über Matter steht in der Regel nur der grundlegende Funktionsumfang zur Verfügung, also Ein- und Ausschalten und einfache Statuswerte. Erweiterte Funktionen, detaillierte Einstellungen oder spezielle Shelly-Features bleiben weiterhin der Shelly App, der WebUI oder anderen direkten Integrationswegen wie MQTT oder Home Assistant vorbehalten.

 

Umfangreiche Verbrauchsmessung in beide Richtungen

Die Verbrauchsmessung ist ein wichtiger Teil am Plug M Gen3. Folgendes kann der Adapter messen:

  • Live-Stromverbrauch in Watt
  • Spannung in Volt
  • Stromstärke in Ampere (mA)
  • Frequenz in Hz
  • Leistungsaufnahme gesamt in kWh
  • Einspeisung gesamt in kWh

Du kannst beim Plug M nicht nur den aktuellen Live-Verbrauch sehen, sondern auch, wie viel Strom insgesamt verbraucht wurde. Zudem kannst du dir den Verbrauch für gewisse Zeiträume in der App mit Diagramm anzeigen lassen.

Dabei kann der Plug M nicht nur den Verbrauch messen, sondern auch, wie viel du eingespeist hast! Dies macht den Plug M auch für Balkonkraftwerke spannend.

Wichtig: Über die WebUI gibt es nur die Live-Werte bzw. den aktuellen „Zählerstand“. Für detaillierte historische Daten musst du zur App und der Cloud-Verbindung greifen oder diese via z. B. Home Assistant mitloggen.

 

Wie genau ist die Messung?

Aber wie verlässlich sind die Messwerte? Ich habe hier einen kleinen Vergleich mit einem gesonderten Strommessgerät getätigt.

Bei dem Strommessgerät handelt es sich um das UNI-T UT230B-EU.

Im Test lag die Abweichung maximal bei 8 %. Dies allerdings nur bei geringer Last. Bei höheren Lasten über 100 W werden die Messwerte sehr genau (0 % bis 2 % Abweichung).

 

Stromverbrauch des Shelly Plug M Gen3

Ein nicht ganz unwichtiger Punkt ist der Eigenverbrauch von Smart-Home-Geräten.
Was benötigt hier der Shelly Plug M Gen3?

  • Ca. 0,6 W mit ausgeschalteter Steckdose
  • Ca. 1,1 W mit eingeschalteter Steckdose

Das ist soweit okay. Das ist ein etwas niedrigerer Verbrauch, als der Shelly Plug S Gen3 bei mir hatte (ca. 0,1 W weniger).

 

Fazit

Den Shelly Plug M Gen3 kann ich unterm Strich mit gutem Gewissen empfehlen, vor allem, wenn du dein Smart Home etwas „ernster“ betreiben möchtest oder Wert auf maximale Flexibilität legst. Der Zwischenstecker bietet eine sehr breite Protokoll-Unterstützung, lokale Steuerung ohne Cloud-Zwang, starke Integrationsmöglichkeiten und eine insgesamt zuverlässige Verbrauchsmessung. Gerade die offene Architektur mit WebUI, MQTT, Skripting und Matter macht den Plug M Gen3 zu einem extrem vielseitigen Werkzeug für fortgeschrittene Nutzer.

Im Vergleich zum bekannten Shelly Plug S Gen3 ist der Plug M Gen3 sehr ähnlich aufgestellt, bietet jedoch eine höhere maximale Leistung von bis zu 3000 W und ist häufig günstiger zu bekommen. Dafür fällt er größer aus und kann in manchen Steckdosenleisten benachbarte Steckplätze blockieren, das solltest du vor dem Kauf bedenken.

Die App ist funktional, aber etwas komplex aufgebaut, und Einsteiger müssen sich zunächst einarbeiten. Genau diese Komplexität bringt allerdings auch den großen Funktionsumfang mit sich, der Shelly-Produkte von vielen klassischen Smart-Home-Steckdosen unterscheidet.

Unterm Strich bekommst du mit dem Shelly Plug M Gen3 einen sehr flexiblen, leistungsstarken und vielseitig integrierbaren Smart-Home-Zwischenstecker mit guter Verbrauchsmessung und hoher Systemoffenheit. Besonders für erweiterte Nutzer, Home-Assistant-Setups oder lokale Automationen ist der Plug M Gen3 eine sehr starke Wahl bzw. sogar die beste Wahl!

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Michael Barton
Michael Barton
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