PUJIMAX AA Li-ion Akkus 4255 mWh im Test – Massive Diskrepanz zwischen Werbung und Realität

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Vor einer Weile hatten wir uns die PUJIMAX AAA Akkus im Test angesehen. Diese werden vergleichsweise günstig über Aliexpress angeboten.

PUJIMAX hat nun auch Lithium-basierte AA auf den Markt gebracht, welche mit einer vergleichsweise hohen Kapazität werben. So sollen die PUJIMAX AA Li-ion Akkus satte 4255 mWh bieten.

Sollten sich die 4255 mWh bewahrheiten, wären dies die besten Lithium-AA-Akkus auf dem Markt! Wollen wir uns dies einmal im Test ansehen!

 

Die PUJIMAX AA Li-ion Akkus mit 4255 mWh

Bei den PUJIMAX handelt es sich um AA-Akkus. Entsprechend ist der Formfaktor von diesem Standard vorgegeben. Einer der Akkus wiegt ca. 19 g, was für Lithium-AA-Akkus passt.

PUJIMAX setzt dabei auf ein grünes Design, welches durchaus hervorsticht. Ich habe hier ein einfaches Set mit 4 Akkus gekauft, ohne Ladegerät!

Die PUJIMAX akzeptieren alle gängigen Lithium-AA-Akku-Ladegeräte. Wichtig: Das von mir im Test genutzte MC3000 kann diese Akkus nicht laden, ich nutze es nur für die Kapazitätsmessung.

 

Weshalb lohnen sich Lithium-AA- oder AAA-Akkus?

Wer regelmäßig Akkus in Alltagsgeräten nutzt, stellt sich früher oder später eine berechtigte Frage: Warum sollte man überhaupt zu Lithium-AA- oder AAA-Akkus greifen, wenn bewährte Ni-MH-Akkus seit Jahrzehnten ihren Dienst tun? Die Antwort liegt in zwei entscheidenden technischen Merkmalen.

Höhere Ausgangsspannung im 1,5-V-Bereich

Ein wesentlicher Vorteil gegenüber klassischen Ni-MH-Akkus ist die deutlich höhere Ausgangsspannung. Herkömmliche Ni-MH-Akkus liefern lediglich 1,2 V, was in vielen Geräten zu spürbaren Leistungseinbußen führt oder dazu, dass das Gerät vorzeitig eine „Batterie leer“-Meldung anzeigt, obwohl der Akku noch Kapazität hat. Lithium-AA-Akkus wie die PUJIMAX arbeiten hingegen im 1,5-V-Bereich und sind damit als Ersatz für herkömmliche Einwegbatterien deutlich besser geeignet.

Dabei ist allerdings zu beachten: Anders als bei manchen anderen Lithium-AA-Akkus reguliert die PUJIMAX die Spannung nicht aktiv auf einen konstanten Wert. Die Spannung liegt zwar zu Beginn im 1,5-V-Bereich und damit klar über dem Niveau von Ni-MH-Akkus, fällt aber im Verlauf der Entladung ab, ähnlich wie es bei herkömmlichen Batterien der Fall ist.

Eingebauter Schutz vor Tiefentladung

Der zweite entscheidende Pluspunkt: Lithium-AA-Akkus verfügen über eine integrierte Schutzschaltung, die eine Tiefentladung zuverlässig verhindert. Sobald der Ladestand einen kritischen Schwellenwert unterschreitet, schaltet sich der Akku automatisch ab. Bei Ni-MH-Akkus hingegen kann es passieren – besonders in Geräten wie Taschenlampen oder dekorativen Lichterketten –, dass die Zellen von der Geräteschaltung unter 1 V entladen werden. Für Ni-MH-Akkus ist das schädlich und verkürzt ihre Lebensdauer erheblich. Dieses Problem existiert bei Lithium-AA-Akkus konstruktionsbedingt nicht, was ihre Lebenserwartung im Vergleich deutlich erhöht.

 

Nachteile von Lithium-AA/AAA-Akkus

So überzeugend die Vorteile klingen – es gibt auch einige Punkte, die man bei der Kaufentscheidung kennen sollte.

Integrierte Elektronik als notwendiges Übel

Eine Lithium-Zelle arbeitet mit einer Nennspannung von 3,6 bis 3,7 V. Um daraus die für AA-Akkus erforderlichen 1,5 V zu erzeugen, ist ein integrierter Spannungswandler nötig, ergänzt durch Schutzschaltungen gegen Überladung, Kurzschluss und eben Tiefentladung. All diese Elektronik muss im begrenzten Raum einer AA-Zelle untergebracht werden – das macht Lithium-AA-Akkus konstruktiv aufwendiger und in der Regel teurer als simple Ni-MH-Zellen.

Kapazität nicht zwingend besser

Ein verbreiteter Irrglaube: Lithium bedeutet automatisch mehr Kapazität. Das stimmt bei AA-Formfaktor-Akkus so nicht. Der Platz, den Spannungswandler und Schutzschaltung benötigen, geht auf Kosten der nutzbaren Zellkapazität. Im besten Fall erreicht ein Lithium-AA-Akku das Niveau eines guten Ni-MH-Akkus – einen deutlichen Vorsprung sollte man nicht erwarten.

 

mWh statt mAh – warum Lithium-Akkus anders gemessen werden

Wer Lithium-AA-Akkus kauft, wird schnell feststellen: Die Kapazität wird nicht in mAh (Milliamperestunden), sondern in mWh (Milliwattstunden) angegeben. Das hat einen guten Grund.

Die Angabe in mAh beschreibt, wie lange ein Akku bei einer bestimmten Stromstärke Energie liefern kann – unabhängig von der Betriebsspannung. Da Ni-MH-Akkus mit 1,2 V und Lithium-AA-Akkus mit 1,5 V arbeiten, wäre ein direkter mAh-Vergleich irreführend: Gleiche mAh-Werte bedeuten bei unterschiedlichen Spannungen unterschiedlich viel gespeicherte Energie.

Die mWh-Angabe löst dieses Problem, weil sie Spannung und Ladung bereits verrechnet (mWh = mAh × Spannung). Ein Ni-MH-Akku mit 2.900 mAh entspricht bei 1,2 V etwa 3.480 mWh. Zum Vergleich: Ein Lithium-Akku mit denselben 2.900 mAh käme bei 1,5 V auf rund 4.350 mWh – also deutlich mehr gespeicherte Energie. Für einen fairen Vergleich zwischen verschiedenen Akkutechnologien sollte man daher immer die mWh-Angabe heranziehen.

 

Testmethodik bei Techtest.org

Für den Test der PUJIMAX AA Li-ion Akkus kommt das bewährte SkyRC MC3000 Ladegerät und Analysegerät zum Einsatz. Die Akkus werden dabei bei drei verschiedenen Entladeströmen gemessen: 0,1 A, 0,4 A und 1,0 A. So lässt sich das Verhalten sowohl bei schwacher Last als auch bei moderater und höherer Belastung (z. B. Taschenlampen, Funkmäuse) realistisch abbilden.

Um herstellungsbedingte Streuungen sichtbar zu machen, werden jeweils vier Akkus aus dem Lieferumfang einzeln getestet und die Ergebnisse verglichen.

 

Wie hoch ist die Kapazität der PUJIMAX?

Laut PUJIMAX bieten die Akkus eine Kapazität von 4255 mWh, was beeindruckend wäre! Was konnte ich aber nun in der Praxis messen?

Das war wohl ein Satz mit X …

Bei 0,1 A Last konnte ich im Schnitt 2407 mWh bzw. 1714 mAh messen. Bei 0,4 A Last konnte ich im Schnitt 2290 mWh bzw. 1660 mAh messen. Bei 1 A Last konnte ich im Schnitt 2058 mWh bzw. 1521 mAh messen.

Das ist für einen Akku, der mit 4255 mWh wirbt, ein unentschuldbar schlechtes Abschneiden! Viel mehr gibt es da auch nicht mehr zu sagen.

Dies ist sogar genaugenommen eines der schlechtesten Abschneiden, das ich bisher bei einem Lithium-AA-Akku gesehen habe.

 

Spannungsverhalten

Zwar taugen die Akkus leider nichts, aber wir werfen dennoch mal einen Blick auf das Spannungsverhalten.

Die Spannung der Akkus schwankt zwischen 1,526 V im vollgeladenen Zustand und 1,1 V im leeren Zustand. Es gibt hier normalerweise zwei Typen Lithium-Akkus: die mit konstanter Spannung und die, welche versuchen, das Spannungsverhalten einer normalen Batterie zu imitieren. Die PUJIMAX gehören zur letzteren Gruppe.

 

Fazit

Was soll man zu den PUJIMAX AA Li-ion Akkus noch groß sagen? Die Fakten sprechen für sich und leider gegen den Akku.

PUJIMAX bewirbt die Akkus mit 4255 mWh, doch im Test erreichten sie bei 0,1 A gerade einmal 2407 mWh, rund 43 % weniger als versprochen. Bei 1 A Last fällt die Kapazität sogar auf 2058 mWh. Damit zählen die PUJIMAX zu den schlechtesten Lithium-AA-Akkus, die ich bisher im Test hatte.

Das Spannungsverhalten gibt keinen Anlass zur Kritik, rettet den Akku aber auch nicht.

Meine Empfehlung: Finger weg. Es gibt zahlreiche Alternativen, die ihre beworbene Kapazität deutlich ehrlicher einhalten.

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Michael Barton
Michael Barton
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1 Kommentar

  1. Na Servas, Pujimax. Nach den (tatsächlich guten) AAA habe ich mir in der Annahme, dass Pujimax weiss was sie tun, auch die AA gekauft.
    Und war total enttäuscht. Dieser Test bestätigt es, dass das kein verzerrter Eindruck war.
    Und dass die AA ein anderes Spannungsverhalten als die AAA haben ist doch auch Mist. In dem Fall wollte ich extra die konstanten 1,5 Volt wie bei den AAA.
    Fazit: erst kaufen, wenn Techtest getestet hat.

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