Günstiges 4 Bay NAS von ZyXEL im Test, das ZyXEL NAS542

Ein NAS System ist im High-Tech Alltag eine sehr große Bereicherung gerade in Zeiten wo immer mehr Nutzer Notebooks mit zumal kleinen SSD Festplatten besitzen.

Hier kann das Auslagern großer Dateien auf einen „externen“ Speicher Sinn machen. Leider sind die großen NAS Systeme mit Platz für 4 oder mehr Festplatten oftmals recht teuer.

Bei Synology kostet das DS416j knappe 300€ und ist damit schon das günstigste 4 Bay NAS dieses Herstellers, bei QNAP kommt man immerhin schon mit 240€ aus für das TS-431.

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Da kommt einem das ZyXEL NAS542 mit knapp unter 180€ fast schon zu günstig vor. Aber taugt das NAS542 etwas oder ist es einfach nur billig? Finden wir es in diesem Test heraus!

 

Technische Daten

Lieferumfang und Verpackung 

Das ZyXEL NAS542 NAS wird in einem sehr schlichten braunen Kraton geliefert. In diesem ist das NAS ausreichend sicher verpackt, sodass auch ein etwas gröberer Transport das Gerät nicht beschädigen sollte.

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Neben dem NAS542 liefert ZyXEL passend ein Netzteil, diverse Schrauben, zwei LAN Kabel, ein paar zusätzliche schnell Einbauschienen und natürlich eine Anleitung mit.

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Das ZyXEL NAS542

Das ZyXEL NAS542 ist im Vergleich zu QNAP oder Synology NAS Systemen optisch etwas verspielter. Die Front besitzt beispielsweise eine gewölbte Aluminium Optik, was sich schon etwas von der sehr gradlinigen Optik vieler anderer vergleichbarer Systeme unterscheidet.

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Ob dies nun gefällt oder nicht ist natürlich Geschmackssache.

Gehen wir einmal um das Gerät herum. Auf der Front finden wird unter einer Abdeckung die vier Festplattenschächte. Rechts von diesen sind diverse weiß beleuchtete Status LEDs, der Einschalter, eine Multifunktionstaste und unter einer Abdeckung ein USB Port wie auch ein Speicherkartenleser.

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Diese Abdeckung hätte aber aus meiner Sicht etwas besser gelöst werden können, das Öffnen dieser ist sehr schwierig.

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Auf den Seiten des Gerätes ist nichts weiter zu finden, erst auf der Rückseite wird es wieder interessant.

Hier sind die beiden LAN Ports und die beiden USB 3.0 Anschlüsse wie auch der Anschluss für das Netzteil. Es ist hier schon beachtlich, dass so ein günstiges Gerät mit zwei USB 3.0 Ports(+ einen auf der Front) ausgestattet ist.

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Die Montage der Festplatten kann beim ZyXEL NAS542 komplett schraubenlos geschehen. Das hierbei verwendete System erinnert mich etwas an das was auch Synology bei seinen Mittelklasse NAS Systemen benutzt.

Hierbei besitzt das NAS vier herausziehbare Festplatteneinschübe in welche die Festplatten eingelegt werden und dann mit zwei Leisten seitlich fixiert werden.

Dies funktioniert praktisch recht gut und die Festplatten sitzen sicher in diesem System. Auf Wunsch lassen sich die Festplatten aber auch normal verschrauben, selbiges gilt auch für 2,5″ Festplatten/SSDs bei welchen dieses schraubenlose System nicht funktioniert.

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Unterm Strich ist das ZyXEL NAS542 Qualitativ ausreichend gut verarbeitet, dass es auch im langfristigen Betrieb keine Probleme geben sollte. Optisch würde ich zwar eher den etwas „professionelleren“ Look einiger Synology oder QNAP NAS Systeme bevorzugen aber das ist natürlich Geschmacksache.

Letztendlich ist dies auch nicht wichtig, man kauft sich schließlich kein NAS aufgrund der Optik oder der hochwertigen Verarbeitung, primär soll dieses die verbauten Festplatten zusammenhalten und eine große Ausstattung bieten.

Und rein von der Hardware macht das ZyXEL NAS542 mit drei USB 3.0 und zwei LAN Ports schon einmal sehr viel richtig.

 

Einrichtung 

Bei der Einrichtung hat sich ZyXEL etwas sehr Cleveres ausgedacht. Während man bei den meisten anderen NAS Herstellern eine zusätzliche Software herunterladen muss um sich mit diesem zu verbinden, ruft man im Falle des NAS542 einfach http://findme.zyxel.com/ auf und drückt einmal die Multifunktionstaste auf der Front des Systems.

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Nun verbindet sich das NAS automatisch mit Eurem Webbrowser und Ihr könnt Euch mit „admin“ und „1234“ in das System einloggen.

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Nach dem ersten Einloggen fordert Euch das ZyXEL NAS auf die gewünschte Festplattenkonfiguration zu wählen.

Das NAS542 unterstützt hierbei RAID 0,1,5,6,10 und auch den JBOD Modus. Beim Einsatz von drei oder vier Festplatten würde ich Euch grundsätzlich RAID 5 empfehlen.

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Nach dem Einrichten der Festplatten muss das NAS noch einmal neustarten und dann seid Ihr mit der Basiseinrichtung fertig.

 

Die Benutzeroberfläche 

Synology hat das DSM, ASUSTOR das ADM, QNAP das QTS und ZyXEL das NSM.

Das NSM ist das Betriebssystem des ZyXEL NAS542, in diesem Test verwende ich die Version 5.1. Aktuell scheint aber ZyXEL laut einem Post im Forum an einer neuen rundum überarbeiteten Software zu arbeiten, welche dann natürlich auch für das NAS542 verfügbar wird.

http://www.zyxelforum.de/viewtopic.php?f=240&t=10411

Ich vermute, dass diese überarbeitete Version den ein oder anderen Kritikpunkt, den ich gleich aufführen werde, sicherlich behebt. Solltet Ihr das NAS zu einem späteren Zeitpunkt kaufen, könnte es also schon die ein oder andere Änderung gegeben haben.

Um die Benutzeroberfläche des NAS aufzurufen, müsst Ihr die IP Adresse des Systems in Euren Webbrowser eingeben oder wie bei der Einrichtung über http://findme.zyxel.com/ auf das System zugreifen.

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Nach Eingabe des Benutzernamens und des Passwortes werdet Ihr von der Benutzeroberfläche des NSM begrüßt.

Hierbei nutzt es diese „eine Kacheloptik“, ähnlich wie bei IOS. Hinter jeder der Kacheln verbirgt sich eine „App“ bzw. Funktion.

Hier muss ich aber etwas Kritik üben. Das NSM besitzt eine „Zweiklassen Gesellschaft“ heißt: Einige „Apps“ wie beispielsweise die Festplattenverwaltung oder die Systemsteuerung besitzen eine halbwegs moderne Optik welche zwar nicht ganz mit Synology NAS Systemen mithalten kann aber durchaus ansehnlich ist.

 

Hierbei unterstützt das NAS sogar eine Art Multitasking, es ist also möglich mehrere Fenster parallel geöffnet zu haben und frei im Webbrowser anzuordnen.

Jedoch habe ich gerade in der Systemsteuerung das Gefühl als würde die Hälfte fehlen. In der Systemsteuerung lassen sich aktuell nur die IP Adressen und DDNS Einstellung ändern, wie auch Software Updates einspielen.

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Viel mehr Einstellungen hat man im Administrator Menu. Angefangen bei den diversen Datei Diensten über das Anlegen von Benutzern und Freigaben bis hin zum Einstellen der Uhrzeit müss alles über dieses Menu gemacht werden.

Jedoch hat das Administrator Menu eine viel „klassischere“ Listen Optik. Ich habe hier das Gefühl, dass ZyXEL angefangen hat die Funktionen der Administrator App in die Systemsteuerung umziehen zu lassen, jedoch damit nicht fertig wurde.

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An sich ist das Administrator Menu nicht mal unübersichtlich ich finde nur diese zwei verschiedenen Design Sprachen etwas merkwürdig.

Ich vermute, dass dies in einer zukünftigen Software Version ausgebessert ist.

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Grundsätzlich sind alle Funktionen die ein NAS benötigt vorhanden und sogar noch einige mehr, wie beispielsweise das automatische Hochladen von Videos zu Youtube oder Flickr, jedoch ist visuell noch etwas Luft nach oben. Hier bietet ein Synology NAS zum Beispiel noch einmal ein Stück mehr.

 

Apps

Im Gegensatz zu Systemen von Synology oder QNAP besitzt ZyXEL keine „App“ Stores auf seinem NAS. Die Basisanwendungen sind hier von vornherein installiert.

Wie üblich findet man eine Musik, Video und Foto App. Diese laufen in Eurem Webbrowser und sind recht „Basic“.

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Die Musik App listet z.B. alle auf dem NAS gespeicherte Musik auf welche dann im Webbrowser wiedergeben werden kann.

Hierbei sortiert das NAS die Musik nur nach Dateiname. Eine Filterung nach Interpret, Album usw. ist leider nicht möglich, was die App sehr unübersichtlich macht.

Ähnliches gilt auch für die Video App welche ebenfalls nur alle Videos auflistet.

Die Foto App hingegen ist etwas nützlicher. Hier werden immerhin alle Bilder mit einer schönen großen Vorschau angezeigt.

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Jedoch muss man ehrlich sein diese Apps sind nichts Besonderes. Hier sind Synology oder QNAP System ein gutes Stück fortschrittlicher.

 

Mobile App

Mit den Mobile Apps von ZyXEL bin ich wieder deutlich mehr zufrieden!

Hier stehen die ZyXEL Drive und zCloud App zur Auswahl. Um beide Apps vernünftig zu nutzen, wird ein ZyXEL Konto benötigt mit welchem Euer NAS verknüpft wird. Daraufhin könnt Ihr auch problemlos über das Internet auf dieses zugreifen was natürlich gerade für die Smartphone Apps sehr wichtig ist.

 

ZyXEL Drive ist eine recht unspektakuläre App. Ihr könnt hier die Ordner auf Eurem NAS einsehen und Dateien hoch bzw. runter laden, ebenfalls ist die Freigabe an andere Nutzer möglich.

Die zCloud App ist um einiges interessanter. Auch diese App lässt Euch die Ordner des NAS durchsuchen, aber im Gegensatz zur ZyXEL Drive App bringt zCloud diverse Multimedia Features mit wie beispielsweise das Sortieren von Musik nach Interpret usw.

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Auch ein automatischer Upload von Fotos und Videos auf Eurem Smartphone auf das NAS ist einzurichten.

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Kurzum zCloud ist eine einfache und aufgeräumte App, die aber durchaus einige sehr nützliche Funktionen mitbringt.

 

Leistung

Was nicht ganz unwichtig ist, die Leistung des NAS.

Und hier hat mich das NAS542 wie auch schon sein kleinerer Bruder das NAS326 mächtig positiv überrascht. Das ZyXEL NAS542 schafft es die GBit LAN Verbindung vollständig auszunutzen.

Ich konnte also lesend wie auch schreibend 110MB/s+ erreichen.

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Das sind Werte welche problemlos alles an NAS Systemen schlägt, die in einer vergleichbaren Preisklasse wie das NAS542 spielen.

Kurzum ohne auf das immer noch sehr, sehr teure 10GBit LAN zu setzten kann aktuell ein NAS bei einer parallelen Verbindung nicht schneller sein.

 

Lautstärke und Leistungsaufnahme

Wie die meisten aktuellen NAS Systeme ist auch das NAS542 flüsterleise. Der Lüfter im Inneren ist kaum bis gar nicht zu hören, da ist in meinem Fall eine 3TB WD Red Festplatte deutlich mehr zu hören.

Die Leistungsaufnahme variiert natürlich je nach Festplattenkonfiguration sehr stark. Ich habe im ZyXEL NAS542 eine 3TB Western Digital Red Festplatte verbaut. Mit dieser verbrauchte das System im Leerlauf (nicht Standby oder Energiesparmodus) ca. 14,1W. Unter Volllast stieg der Energieverbrauch auf 16,2W.

Zum Vergleich das Synology DS416j verbraucht im Leerlauf 15,1W und das Synology DS415+ 15,7W. Dementsprechend würde ich das ZyXEL NAS542 als recht energiesparend einstufen.

 

Test Fazit zum ZyXEL NAS542

Das ZyXEL NAS542 bietet eine hervorragende Preis-Leistung mit welcher kein Synology oder QNAP NAS mithalten kann.

Rund 180€ für ein 4 Bay NAS ist schon sehr stark gerade in Betracht, dass das System zu über 110MB/s sowohl lesend wie auch schreibend in der Lage ist.

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Jedoch gibt es auch Schwächen. Gerade im Vergleich zu Synology wirken viele Multimedia Apps und Features des ZyXEL sehr schwach.

Hier kommt es nun auf die Frage an, wollt Ihr ein NAS im Sinne einer Netzwerkfestplatte welche die Kernfunktionalität speichern und abrufen von Dateien möglichst schnell und günstig erledigt oder sind für Euch die X Zusatz Funktionen welche ein QNAP oder Synology System mitbringt, wie beispielsweise ein App Store usw., interessant.

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Wenn es Euch primär um ersteres geht, ist das ZyXEL NAS542 das aktuell mit Abstand günstigste und beste 4Bay NAS. Wenn Ihr aber Wert auf viele Multimedia Optionen und zahlreiche gute Smartphone Apps legt (Synology bietet Aktuell 11 Smartphone Apps an!) solltet Ihr Euch eher in Richtung Synology umsehen.

Hier zahlt Ihr dann aber für vergleichbare Hardware mit einer ähnlichen Übertragungsleistung rund 300€ (Synology DS416j).

ZyXEL NAS542
Michael Barton

Vielen Dank fürs Lesen! Sollte mein Bericht euch geholfen haben würde ich mich über einen erneuten Besuch meiner Webseite und/oder dem Folgen meines Twitter freuen! Vielen Dank!

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