Die Western Digital WD Blue 3D NAND SSD im Test

Western Digital ist sicherlich primär für seine HDDs bekannt. Allerdings kann auch Western Digital nicht die Zeichen der Zeit ignorieren, SSDs gehört die Zukunft.

Um sich fit für die Zukunft zu machen, hatte WD vor einiger Zeit bereits SanDisk übernommen und ist in ein Joint Venture mit Toshiba eigetreten.

Bei seinen SSDs setzt Western Digital auf ein ähnliches Namensschema wie bei seinen Festplatten. Green für die langsamen und günstigen Modelle, Blue für die soliden Mittelklasse Modelle und Black für die high Performance SSDs.

Am interessantesten aus einer Preis/Leistungssicht ist ohne Frage hier die Blue Serie. 500GB für 135€ bzw. 1TB für 280€ ist aktuell durchaus attraktiv.

Allerdings natürlich nur dann wenn auch die Leistung stimmt! Um dies herauszufinden habe ich mir die neue Western Digital WD Blue mit 3D NAND gekauft.

Wollen wir doch einmal im Test schauen, ob die SSD überzeugen kann!

 

Die Western Digital WD Blue 3D NAND im Test

Dass die WD Blue eine SSD ist, die sich auf eine hohe Preis/Leistung konzentriert, wird schon beim ersten Blick klar. Western Digital setzt hier auf ein sehr einfaches schwarzes Plastikgehäuse, welches mit einem Blauen „WD Blue“ Sticker versehen ist.

Hierdurch wirkt die SSD um ehrlich zu sein, nicht besonders hochwertig oder edel. Dieser Eindruck wird auch nochmal durch die sehr geringe Dicke und die etwas empfindlich anmutenden Anschlüsse unterstützt.

Dies ist also keine SSD für jemanden der diese in einen „Custom PC“ mit Seitenfenster verbauen will, sondern eher für Notebooks und Ähnliches, in denen sogar das etwas geringere Gewicht des Plastik Gehäuses ein Vorteil gegenüber Aluminium SSDs sein kann.

Aber letztendlich kommt es uns natürlich primär auf die inneren Werte an.

Im Inneren setzt die WD Blue auf einen Marvell 88SS1074 Controller. Hierbei handelt es sich um einen bekannten und auch schon erprobten 4 Kanal Controller, welcher aus SSDs wie der Crucial MX300 oder Kingston SSDNow UV400 bekannt ist.

Beim Speicher nutzt Western Digital 3D-NAND TLC NAND. Nach dem Öffnen der SSD war ich allerdings etwas überrascht. Die 500GB Version besitzt ein geradezu winziges PCB im Inneren. Auf diesem finden sich gerade einmal vier Speicherbausteine, die mit „SanDisk 0513B 128GB 7353DVALX038“ beschriftet sind. Zusätzlich besitzt die SSD einen 256MB DDR3 Cache von Micron (D9SDD).

Es ist davon auszugehen, dass Western Digital bei der 1TB/2TB Version auf ein größeres PCB im Inneren setzt.

Western Digital gibt die Lebensdauer(TBW) der SSD mit 200TB bei der 500GB Version an und mit 400TB bei 1TB Version. Das ist vergleichsweise hoch! Höher als bei einer Samsung 850 EVO oder einer Crucial MX500.

Natürlich ist die „TBW“ Angabe eher wie ein Mindesthaltbarkeitsdatum zu betrachten. Western Digital verspricht Euch, dass Eure 500GB SSD 200TB Daten überlebt. Praktisch werden es aber deutlich mehr sein, wie viel mehr ist hier auch etwas abhängig vom Glück und natürlich der Qualität der Speicherbausteine. Leider ist es per Software nicht möglich auszulesen, wie viel Ihr schon auf die SSD geschrieben habt. Es wird Euch lediglich eine % Angabe geboten.

Die Garantie der WD Blue SSD ist 3 Jahre oder bis zum Zeitpunkt, wo Ihr die TBW Angabe überschritten habt.

 

Benchmarks

Beginnen wir wie üblich mit den Benchmarks. Für diesen Test habe ich die 500GB Version gekauft. Für diese gibt Western Digital eine Lesegeschwindigkeit von 560MB/s und eine Schreibgeschwindigkeit von 530MB/s an. Wollen wir doch einmal überprüfen, ob diese Daten in der Praxis erreichbar sind.

Für die Benchmarks setze ich auf folgenden Test-PC:

  • Intel Pentium G4620
  • MSI C236M Workstation
  • 16GB RAM
  • Fractal Design Define R4 Black Pearl
  • Corsair RMx Series RM550x 550W ATX 2.4

Beginnen wir mit Crystal Diskmark, dem populärsten Speicher Benchmark.

Hier kann die WD Blue SSD die Herstellerangaben lesend wie auch schreibend einhalten! Lesen konnte Crystal Diskmark 564MB/s in der Spitze erreichen und schreibend 534MB/s.

Damit ist die SSD ziemlich am Limit des SATA 6Gbit Interfaces.

Auch bei kleineren Dateigrößen sieht die Leistung sehr gut aus! Sowohl lesend wie auch schreibend.

Schauen wir uns noch einen anderen Benchmark an, AS SSD.

Auch im AS SSD Benchmark erreicht die WD Blue eine sehr gute Leistung! Jedoch ist hier tendenziell die Leseperformance etwas schlechter als die Schreibperformance.

Dieser Eindruck bestätigt sich auch im Vergleich mit anderen SATA SSDs.

Während die WD Blue, was die Lesegeschwindigkeit angeht, eher im Mittelfeld landet, kann diese beim Schreiben glänzen und belegt Platz zwei aller getesteten SSDs.

Erstaunlicherweise scheidet die WD Blue beim Kopier Benchmark von AS SSD relativ schlecht ab.

Hier landet diese eher am unteren Ende des Testfelds. Hier wird es interessant sein wie sich die Western Digital Blue im Praxis Test schlagen wird.

 

Praxis Test

Kommen wir auch gleich zum Praxis Tests. Zum besseren Vergleich der Daten werde ich alle Tests auch mit sieben anderen SATA SSDs unterschiedlicher Preisklassen durchführen.

Beginnen wir hier mit einem Datei-Kopier-Test. Bei diesem habe ich in drei Durchläufen jeweils drei Ordner mit Dateien auf bzw. von den SSDs kopiert und dabei die Zeit gestoppt.

Dabei handelt es sich um unterschiedliche Dateizusammenstellungen. Datei Mix 1 ist 24,6GB groß und besteht aus einer bunten Mischung aus großen und ein paar kleinen Dateien (es handelt sich um den Programm Ordner von Bioshock infinite).

Datei Mix 2 ist im Grunde genommen Datei Mix 1 nur als ein ZIP Archiv gepackt, also eine große Datei. Datei Mix 3 ist 5,04GB groß, besteht aber aus 13814 einzelnen Dateien, also viele kleine Dateien.

Die Ausgangs bzw. Ziel SSD ist eine Toshiba OCZ RD400 NVME SSD, welche die Testkandidaten nicht ausbremsen sollte.

Die Western Digital Blue schneidet in diesen Tests solide bis gut ab. Praktisch konnte ich bis zu 437MB/s von der SSD lesen und diese mit bis zu 429,8MB/s beschreiben.

Ja dies ist weniger als sie in den Benchmarks erreichte, aber das ist soweit normal. Bei kleinen Dateien ist natürlich die Geschwindigkeit etwas schlechter.

Beispielsweise beim Schreiben der kleinen Dateien erreicht die WD Blue 168MB/s, eine Samsung 850 EVO 140MB/s.

Erfreulicherweise scheint Western Digital bei der WD Blue nicht auf einen kleinen SLC Schreibcache zu setzen! Auch bei anderen Tests bestätigte sich das die SSD ihre Schreibgeschwindigkeit konstant halten kann.

Es kann im Alltag durchaus vorkommen das man eine größere ZIP Datei entpackt. Wie schlägt sich hier die SSD? Für diesen Test habe ich eine 54GB Zip Datei (bunter Datei-Mix) auf die SSDs kopiert und entpackt. Diesen Test habe ich an einem anderen PC mit AMD Ryzen 1800x durchgeführt, um eine CPU Limitierung zu vermeiden.

Dies ist anscheinend ein Test, welcher der WD Blue sehr liegt, denn hier absolvierte diese am zweit schnellsten den kompletten Test.

9:50 Minuten ist ein sehr gutes Ergebnis! Womit die WB Blue sogar noch etwas schneller ist als die Samsung 850 Pro!

Was darf bei einem Praxistest nicht fehlen? Richtig der Windows Startvorgang!

Hier gibt es nun zwei Tests. Test Nummer 1, die Zeit vom Betätigen des Einschalters bis zum Sehen des Desktops.

Test Nummer 2, die Zeit vom Betätigen des Einschalters bis zum Start von Windows 10 und 5 Programmen im Autostart (Open Office Writer und Calc, GIMP, FireFox, Edge und AVAST Anti Virus). Um Ausrutscher zu vermeiden, wurde jeder Test drei Mal durchgeführt. In der Tabelle findet Ihr die Mittelwert aus allen drei Tests.

Beginnen wir mit dem reinen Start von Windows 10.

Windows 10 startet sehr schnell, hier spielt es auch keine große Rolle was für eine SSD Ihr nutzt. Allerdings ist hier die WD Blue nicht ganz so schnell wie die meisten Vergleichs SSDs.

Dies wird auch beim Test verdeutlicht wo es um das Starten von Windows und Programmen geht.

Auch hier landet die WD Blue eher im mittleren bis unteren Teil des Felds. Schlimm? Der Unterschied zwischen der schnellsten SSD und der WD Blue ist gerade einmal 2,2 Sekunden oder rund 14%.

In der Praxis sollte dies kaum bis gar nicht auffallen. Von daher würde ich hier der Western Digital Blue einen Daumen hoch geben!

 

Fazit

Die Western Digital Blue liefert genau das was auch der Hersteller verspricht. Eine solide bis gute Leistung zu einem fairen Preis.

Ja es gibt schnellere SATA SSDs, aber praktisch liegt der Unterschied zwischen einer WD Blue und einer fast doppelt so teuren Samsung 850 Pro bei gerade einmal 5-20%, was absolut zu vernachlässigen ist, gerade wenn man nicht ein unbegrenztes Budget hat.

Von daher, wenn Ihr eine solide SSD mit einer guten Preis/Leistung sucht, dann spricht nichts gegen die WD Blue!

Michael Barton

Vielen Dank fürs Lesen! Sollte mein Bericht euch geholfen haben würde ich mich über einen erneuten Besuch meiner Webseite und/oder dem Folgen meines Twitter freuen! Vielen Dank!

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