Micron ist einer der größten Flash Speicher Hersteller der Welt. Im Gegensatz zu Samsung und Toshiba sind diese aber nicht direkt auf dem Endkundenmarkt vertreten, sondern nur über die Tochtermarke Crucial. Crucial hat sich dabei primär auf Preis/leistungsstarke SSD konzentriert, wo diese auch mit der P1 und MX500 einige Erfolge erzielen konnten!
Die Crucial P5 im Test
Auf den ersten Blick hat Crucial bei der P5 schon einmal einiges richtig gemacht. So setzt Crucial wie es sich für eine High End SSD gehört auf ein schwarzes PCB und einen sehr schlichten schwarzen Aufkleber. Dies signalisiert gleich, dass wir eine etwas leistungsstärkere SSD vor uns haben.
Aktuell verkauft Crucial die P5 in vier Versionen, 250GB, 500GB, 1TB und 2TB. Die 500GB und 1TB Versionen sind dabei wie so oft üblich am stärksten bei der Preis/Leistung. Was die reine Leistung angeht tun sich die Versionen nicht viel.
| 250GB | 500GB | 1TB | 2TB | |
| Lesen | 3400MB/s | 3400MB/s | 3400MB/s | 3400MB/s |
| Schreiben | 1400MB/s | 3000MB/s | 3000MB/s | 3000MB/s |
| TBW | 150TB | 300TB | 600TB | 1,2PB |
Alle Versionen sollen lesend satte 3400MB/s erreichen, was dem Limit von PCIe 3.0 entspricht. Schreibend sollen 3000MB/s möglich sein. Lediglich bei der kleinen 250GB Version spricht Crucial von 1400MB/s.
Die maximale Garantie-Dauer ist 5 Jahre oder bis zum überschreiten des TBW Wertes.
Die Technik
Crucial setzt bei der P5 wenig überraschend auf Micron TLC NAND im üblichen 96 Layer Verfahren. Die 1TB Version ist dabei lediglich einseitig mit zwei NAND Chips bestückt, die mit „Micron 9WC22“ beschriftet sind.
Etwas mysteriös ist der Controller, denn Micron setzt hier auf eine Eigenentwicklung. Zu dieser gibt es keinerlei Datenblätter oder Information! Selbst eine Google Suche nach dem Controller „Micron DMO1B2“ bringt aktuell keine neuen Erkenntnisse.
Das Testsystem
Folgendes Testsystem kommt für den SSD Test zum Einsatz:
- AMD Ryzen 5 3600X
- ASUS Prime X570-P
- 16GB RAM
- Corsair HX Series HX850 Netzteil
- Windows 10 1903
Wichtig, bei Windows 10 handelt es sich um einen etwas älteren Update-Stand der über alle SSD-Tests konstant gehalten wird um vergleichbare Werte zu erhalten.
Ein erster theoretischer Test
Der wichtigste Benchmark für SSDs ist natürlich Crystaldiskmark, mit welchem wir auch starten.
Generell sind dies keine schlechten Werte, aber diese reichen im Vergleich zu den anderen Modellen in meinem Testfeld nur für einen Platz im oberen Mittelfeld, auch wenn der Abstand zu den vordersten Plätzen sehr gering ist.
Interessant sind die Zugriffszeiten laut AS SSD.
Praktische Tests
Allerdings sind Benchmarks nur das eine, die Praxis das andere. Starten wir hier mit der Installation von Windows 10 von einem USB Stick aus. Es wird die Zeit vom letzten „Weiter“ Klicken des Installations-Programms bis zur ersten Nutzerinteraktion gemessen.
Dieser positive Trend geht auch beim Messen der Windows 10 Startzeit weiter. Hierbei messe ich die Zeit vom Betätigen des Einschalters bis zu Öffnen eines Windows Editor Fensters, das im Autostart von Windows liegt. Dieser Test wird fünf Mal wiederholt, um die üblichen Schwankungen zu minimieren.
In Windows angekommen entpacken wir zwei Dateipakete mit WinRAR. Test-Datei Paket Nr. 1 besteht aus 47.000 teils sehr kleinen Dateien und bringt 41GB auf die Waage. Test-Datei Paket Nr. 2 ist 25GB groß und besteht aus rund 2000 Dateien. Paket Nr. 2 ist die Installation von Bioshock Infinite.
Kopieren wird nun die entpackten Daten von Ort a nach Ort b, innerhalb der SSD.
Cache?
Die Crucial P5 verfügt über einen Schreibcache. Heißt wenn Ihr mehr als XYZ GB Daten am Stück auf die SSD übertragt, dann sinkt das Schreibtempo ein gutes Stück. Ist die Übertragung beendet, dann benötigt die SSD ein paar Sekunden ehe der Cache wieder freigeschaufelt ist und es steht Euch wieder das volle Tempo zur Verfügung.
Der Schreibcache innerhalb welchem Euch das volle Tempo zur Verfügung steht beträgt bei der 1TB Version ca. 120GB.
Hier die Datenraten laut H2TestW:
Temperatur
Schauen wir uns zum Abschluss noch die Hitzeentwicklung der Crucial P5 an.
Allerdings der Blick durch die Wärmebildkamera offenbart ein anderes Bild.
Crucial weiß natürlich am besten was sie hier machen und generell drosselt sich die SSD aufgrund der Temperatur nur unterdurchschnittlich stark, dennoch würde ich einen SSD Kühler ganz klar empfehlen!
Leistungsaufnahme
Leider ist das Messen des Stromverbrauchs bei M.2 SSDs etwas nicht ganz Triviales. Ich muss mich hier eines Tricks bedienen. Ich verbaue die SSDs in ein externes NVME fähiges USB C 3.1 Gehäuse (Jmicron JMS582) und messe hier den Stromverbrauch dieses Gehäuses inklusive SSD. Ich kann hier das leere Gehäuse in einem gewissen Rahmen herausrechnen, aber die so erhaltenen Werte werden nicht 100%ig genau sein! Allerdings, eine SSD die tendenziell mehr Strom benötigt, wird auch dies in der Tabelle zeigen. Achtet also weniger auf die absoluten Werte und mehr auf den Vergleich zu den anderen Modellen um einzuschätzen ob nun eine SSD eher mehr oder weniger Energie benötigt.
Für die Nutzung in einem Desktop spielt dieser Test fast keine Rolle, hier wirkt sich +- 1W so gut wie 0 auf die Stromrechnung aus. Allerdings in einem Ultrabook kann +- 1W schon fast ne Stunde Laufzeit ausmachen.
Fazit
Die Crucial P5 ist eine gute NVME SSD, welche sich in der unteren Oberklasse einordnet.
Im Test erreichte die 1TB Version Datenraten von 3140MB/s lesend und 2922MB/s schreibend. Dabei war die SSD in der Praxis lesend tendenziell etwas stärker einzuordnen als schreibend. Bei leseintensiven Tests konnte diese sich in den Top 5 des Testfelds einordnen.
Damit ist die P5 eine Klasse SSD für beispielsweise Gamer, wo das Lesen von Daten wichtiger ist als das Schreiben.
Leider ist die Leistungsaufnahme im Leerlauf recht hoch, weshalb ich die SSD nicht für Notebooks empfehlen würde, wo Ihr eine besonders lange Laufzeit wünscht. Hier eignet sich die kleinere Crucial P1 deutlich mehr.
Dennoch unterm Strich ist die Crucial P5 eine gute High End SSD! Diese führt zwar meine Bestenlisten nicht an, kann sich aber durchaus im Oberfeld behaupten. Zumal auch der Preis der SSD etwas unter vielen anderen High End Modellen liegt.
