Aferiy Nano 100 Test: Ungewöhnliche Powerbank mit LiFePO4-Akkus

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Aferiy bietet mit der Nano 100 eine extrem kuriose Powerbank bzw. Powerstation an. Aferiy ist normalerweise ein Hersteller, welcher sich auf Powerstations konzentriert. Entsprechend besitzt die Nano 100 auch einige Merkmale einer Powerstation, ist aber bei der Leistung und Kapazität eher auf dem Level einer großen Powerbank.

So bietet die Aferiy Nano 100 eine Kapazität von 99,2 Wh (31.000 mAh) und eine Ausgangsleistung von maximal 145 W.
Ebenso setzt die Nano 100 auf LiFePO4-Akkuzellen, welche in Powerbanks normalerweise nicht zu finden sind.

Allerdings ist die Nano 100 im Gegenzug für eine Powerbank ein recht großes und schweres Modell.
Wollen wir uns im Test einmal ansehen, ob das Konzept der Aferiy Nano 100 aufgeht.

An dieser Stelle vielen Dank an Aferiy für das Zurverfügungstellen der Nano 100 für diesen Test.

 

Die Aferiy Nano 100 im Test

Der Name „Nano“ ist hier etwas irreführend, denn die Nano 100 mag zwar sehr klein für eine Powerstation sein, ist aber für eine 99-Wh-Powerbank gewaltig!

So wiegt diese satte 1,126 kg und misst 145 × 88 × 88 mm. Damit ist diese natürlich portabel, aber alles andere als hosentaschenfreundlich. Allerdings wirkt sie auf Bildern ohne Referenz nochmals ein gutes Stück größer, als sie eigentlich ist.

Dabei nutzt die Powerbank einen „Powerstation“-artigen Formfaktor. An sich finde ich die kleine Box dabei auch recht witzig und auf eine gewisse Art „niedlich“.

Ähnlich wie die großen Modelle von Aferiy besteht die Nano aus einem grau-schwarzen Kunststoff. Die Verarbeitungsqualität ist dabei völlig in Ordnung.

 

Mit LiFePO4-Akkuzellen!

Woher kommen aber diese vergleichsweise großen Abmessungen und das hohe Gewicht? Während die meisten Powerbanks klassische Lithium-Ionen-Akkuzellen nutzen, verwendet die Nano 100 LiFePO4-Akkuzellen.

LiFePO4-Akkuzellen werden in der Regel bei Powerstations und Batteriespeichern genutzt.

Vorteile:

  • Höhere Zyklenfestigkeit – 2000+ Zyklen
  • Höhere Sicherheit – können sich nicht selbst entzünden
  • Umweltfreundlichkeit – kommt ohne giftiges Kobalt oder Nickel aus
  • Robustheit – unempfindlicher gegenüber Tiefentladung und hohen Temperaturen

Nachteile:

  • Größer und schwerer als Lithium-Ionen-Zellen bei gleicher Kapazität
  • Kälteempfindlichkeit – das Laden bei Minustemperaturen (unter 0 °C) kann die Zellen dauerhaft schädigen

Wie so oft im Leben hat alles Vor- und Nachteile. Im Allgemeinen bevorzuge ich LiFePO4-Akkuzellen wegen der höheren Sicherheit und Haltbarkeit.

Allerdings sind diese verglichen mit Lithium-Ionen-Akkuzellen doch ein Stück größer und schwerer, was wir hier auch bei der Aferiy Nano 100 sehen.

 

Mit Display

Erfreulicherweise verfügt die Nano 100 auf der Front über ein kleines Display. Dieses zeigt dir folgende Infos an:

  • Akkustand in %
  • Eingangsleistung in Watt
  • Verbleibende Ladedauer
  • Ausgangsleistung in Watt
  • Verbleibende Entladedauer

Damit bietet das Display durchaus einen Mehrwert!

 

Anschlüsse der Nano 100

Ich klassifiziere die Nano 100 als „Powerbank“ und nicht als Powerstation aufgrund der Anschlüsse. So haben wir hier ausschließlich USB-Ports:

  • USB-C-Kabel – 100 W – 5V/3A, 9V/3A, 12V/3A, 15V/3A, 20V/5A
  • USB-C – 45 W – 5V/3A, 9V/3A, 12V/3A, 15V/3A, 20V/2,25A
  • USB-A – 18 W QC 3.0 – 5V/3A, 9V/2A, 12V/1,5A

Auf der Oberseite der Nano 100 finden wir ein ausziehbares, integriertes USB-C-Kabel. Dieses ist ca. 75 cm lang und qualitativ sehr hochwertig. So ist es sogar textil ummantelt.

Dieses Kabel bietet eine Leistung von bis zu 100 W nach dem USB-Power-Delivery-Standard. Hiermit ist die Aferiy Nano 100 auch für große Geräte wie Notebooks geeignet!

Hinzu kommt ein 45-W-USB-C-Port auf der Front sowie ein 18-W-USB-A-Quick-Charge-Port.

 

PPS

Sowohl der USB-C-Port als auch das USB-C-Kabel bringen PPS-Support mit:

  • USB-C-Kabel – 3,3–11 V bei bis zu 3 A, 3,3–21 V bei bis zu 3 A
  • USB-C – 3,3–11 V bei bis zu 3 A, 3,3–21 V bei bis zu 2,25 A

Grundsätzlich haben wir hier eine solide PPS-Range, aber keine perfekte. So kann die Nano 100 bis zu 21 V via PPS liefern – perfekt. Allerdings haben wir einen maximalen Strom von 3 A.

Entsprechend kann diese Powerbank ältere Samsung-Ultra-Smartphones nicht mit den vollen 45 W laden.

 

Konstant 100 W?!

Leider können sehr viele High-End-Powerbanks nicht die vom Hersteller angegebene Leistung konstant liefern. Dies meist zum Schutz der Akkuzellen bzw. aus Temperaturgründen.

Gerade bei 140-W-Powerbanks ist dies sehr verbreitet. Aber wie steht es um die Nano 100?

Leider kann die Aferiy Nano 100 nicht konstant 100 W bereitstellen. Dies hat mich etwas überrascht und enttäuscht, denn aufgrund der Größe hätte ich erwartet, dass dies möglich wäre.

So drosselte sich die Powerbank bei einem Ladestand von bereits 60 % auf 60 W herunter.

Schade!

 

Kapazität der Nano 100

Kommen wir zu einem der wichtigsten Punkte: der Kapazität der Nano 100. So verfügt die Aferiy Nano 100 über eine Kapazität von 99,2 Wh bzw. laut Hersteller 31.000 mAh.

Damit bietet die Powerbank die maximale Kapazität, die du mit an Bord eines Flugzeugs nehmen darfst.

Aber wie hoch ist die Kapazität in der Praxis wirklich? Folgende Werte konnte ich mithilfe einer elektronischen Last messen:

Wh mAh mAh @3,7V %
5V/2A 87.475 17555 23642 88 %
9V/1A 88.224 9803 23844 89 %
9V/3A 89.124 9902 24088 90 %
20V/3A 87.049 4520 23527 88 %

 

Im Test schwankte die Kapazität zwischen 87,05 Wh bzw. 23.527 mAh und 89,124 Wh bzw. 24.088 mAh.

Damit haben wir eine Spanne von 88 % bis 90 % der Herstellerangabe, was ein starkes Abschneiden ist.

Generell gilt: Die Kapazitätsangabe bei Powerbanks bezieht sich immer auf die Kapazität der Akkuzellen im Inneren. Allerdings ist das Entladen dieser nicht zu 100 % effizient. So gibt es immer einen gewissen Verlust in Form von Wärme, aufgrund interner Prozesse, Spannungswandlungen usw.

80–90 % sind die gängigen „guten“ Werte für die nutzbare Kapazität. Über 90 % sind sehr selten und unter 80 % ungewöhnlich.

Bedenkt auch, dass euer Smartphone nicht zu 100 % effizient lädt! Hat dieses einen 4.000-mAh-Akku, werden ca. 4.800 mAh für eine 100-%-Ladung benötigt. Dies hängt jedoch vom Modell und der Art des Ladens ab.

 

Ladedauer

Über das USB-C-Kabel kann die Powerbank auch mit bis zu 100 W geladen werden.

Genau genommen konnte der Akku bei mir mit ± 93 W laden. So dauerte eine Ladung rund 1:20 h, was angenehm flott ist.

Damit lädt die Powerbank schnell, allerdings auch nicht rekordverdächtig. Es gibt Modelle mit 140-W-Port, die noch flotter unterwegs sind. Für eine ± 99-Wh-100-W-Powerbank gibt es hier jedoch nichts zu bemängeln.

 

Fazit

Die Aferiy Nano 100 ist eine ungewöhnliche Powerbank, die bewusst aus der Reihe tanzt. Ihr klares Alleinstellungsmerkmal sind die verbauten LiFePO4-Akkuzellen, die man in dieser Gerätekategorie sonst praktisch nicht findet. Diese sorgen für eine hohe Sicherheit, eine sehr lange Lebensdauer und eine insgesamt robuste Auslegung – Eigenschaften, die vor allem für Nutzer interessant sind, die ihre Powerbank viele Jahre intensiv einsetzen möchten oder besonderen Wert auf Sicherheit legen.

Dem stehen allerdings auch klare Nachteile gegenüber. Für eine 99-Wh-Powerbank ist die Nano 100 groß und schwer, und auch leistungstechnisch schöpft sie ihr Potenzial nicht vollständig aus. Dass die 100 W Ausgangsleistung nicht konstant gehalten werden können und bereits bei rund 60 % Ladestand gedrosselt wird, ist enttäuschend – gerade angesichts der Abmessungen. Zudem ist das Anschlussangebot klar auf USB beschränkt, wodurch der Powerstation-Charakter eher optischer Natur bleibt.

Unterm Strich ist die Aferiy Nano 100 ein Nischenprodukt. Sind dir die Vorteile von LiFePO4-Zellen wichtig, bekommst du hier eine sehr sichere, langlebige und technisch saubere Powerbank mit gutem Display und hoher nutzbarer Kapazität. Sind dir die verbauten Akkuzellen hingegen egal, gibt es am Markt kompaktere, leichtere und leistungsstärkere Alternativen, die das Gesamtpaket schlicht besser umsetzen.

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Michael Barton
Michael Barton
Hi, hier schreibt der Gründer und einzige Redakteur von Techtest.org. Vielen Dank für das Lesen des Beitrags, ich hoffe dieser konnte dir weiterhelfen. Mehr Informationen über den Autor

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